Coronavirus in Andalusien und Spanien – die aktuelle Lage

Coronavirus Andalusien
Aktuelle Informationen zum Coronavirus (Covid-19) in Andalusien und Spanien ( alexeynovikov / Depositphotos.com )

Bei allen Fragen zum Coronavirus kann man bei der andalusischen Landesregierung die kostenfreie Hotline 900400061 anrufen. Wer am Virus erkrankt ist oder in Quarantäne muss, ruft in Andalusien die Hotline 900877037 oder 955545060 an.

Update: Stand 12. Juni 2021 – 12 Uhr

Diese Nachricht hat uns elektrisiert, obwohl sie auf den ersten Blick nichts mit Corona zu tun hat. Seit dem 1. Juni wurde nämlich in Spanien gesetzlich ein neues Tarifmodell für den privaten Stromverbrauch verordnet.

Die neuen Einreiseregeln für Geimpfte

3,5 Millionen Touristen haben für Juni bis September bereits Flüge nach Málaga gebucht. Das sind doppelt so viele wir im Vorjahreszeitraum. 50% der Hotelkapazität in Andalusien sind bereits bebucht. Aber so lange englische Touristen nach der Rückkehr in England in Quarantäne müssen, sind das alles sehr wacklige Zahlen. Nur aus Indien, Brasilien und Südafrika dürfen Geimpfte nicht nach Spanien einreisen.

Ab Montag, dem 14. Juni soll die deutsche Version des elektronischen Impfzertifikats der CovPass-App aus den App-Stores auf das Smartphone herunterladbar sein. Ab dem 14. Juni können zwei mal Geimpfte, deren Impfung mindestens 14 Tage her ist, in der Apotheke ihre Impfdaten aus dem gelben WHO Pass in einen QR-Code transferieren lassen, der auf Papier ausgedruckt oder in die CovPass-App eingescannt wird. Die Überprüfung der Echtheit der Daten geschieht im RZ des RKI und nach 3 Minuten soll das digitale Ergebnis in der Apotheke vorliegen. Auch die Corona-Warn-App wurde inzwischen erweitert, so dass man dort den QR-Code abspeichern kann. Wer das allerdings am Freitag schon versuchte, bekam eine Fehlermeldung, denn der derzeit verfügbare QR-Code ist nicht kompatibel mit dem Format des EU-Impfzertifikats. Warum das so ist, wird vom RKI gut hier erklärt. Auch die Webseite der Bundesregierung ist dazu lesenswert.

Die ab dem 14. Juni verfügbare EU-konforme Corona-Impf-App wird so aussehen:

    EU Impfzertifikat App
    Foto der Demo App ( RKI Webseite )

    Wer als zwei Mal Geimpfter in den Auslandsurlaub reisen möchte, benötigt die EU konforme Impf-App, weil nur diese von den Grenzbeamten z.B. an Spaniens Flughäfen mit der EU-konformen CovCheck-App ausgelesen und verifiziert werden kann. In die deutsche App sollen die QR-Codes der Ehepartner und Kinder mit aufgenommen werden können. Es muss also nicht jedes geimpfte Familienmitglied mit einem eigenen Smartphone herumlaufen. Aber neueren Datums sollte es schon sein, weil die Impf-App z.B. auf Android-Geräten erst ab Version 6 funktioniert. Auch ein kürzlich durchgeführter Corona-Test kann in dem EU-Zertifikat registriert werden. Bei einem PCR-Test hat der Eintrag im digitalen Pass dann 72 Stunden Gültigkeit, ein Antigen-Test ist 48 Stunden lang gültig.

    Ab dem 14. Juni sollen alle, die in einem Impfzentrum ihre zweite Impfdosis erhalten, dort auch gleich das Ergebnis in Form eines QR-Codes erhalten, zusätzlich zur Impfbescheinigung im gelben Impfpass. Ob das auf Anhieb so klappt, wird man sehen. Bei der Impfung durch die Hausärzte wird das noch nicht klappen, weil die unterschiedlichen Praxissysteme erst mit der Impf-App kompatibel gemacht werden müssen. Auch die dort Geimpften werden bis auf weiteres ihre Impfdaten in einer Apotheke digitalisieren lassen müssen. Man wird sehen, wie die Apotheken kurz vor den Sommerferien den Ansturm von 20 Millionen bereits zwei Mal Geimpften verkraften. Pro Digitalisierungsvorgang, der ca. 3 Minuten dauern soll, erhalten die Apotheken offenbar 18 Euro.

    Du solltest unbedingt daran denken, dass dein QR-Code und deine Impfergebnisse nirgends zentral gespeichert werden. Wenn du diese Daten verlierst, und möglicherweise dein gelbes Impfbuch, dann hast du ein echtes Problem. Daher solltest du den QR-Code mehrfach speichern, z.B. auf mehreren Smartphones oder sowohl in der CovPass-App als auch in der Corona-Warn-App und auch in Papierform. Vom Papier kannst du ihn jederzeit wieder einscannen. Damit niemand mit deinem QR-Code auf einem anderen Gerät nach Spanien einreisen kann, musst du neben deinem QR-Code auch immer deinen Personalausweis oder deine spanische NIE vorzeigen.

    Wer noch im Juni nach Spanien fliegt und noch keinen EU-konformen QR-Code vorweisen kann, wird seinen gelben Impfpass mitnehmen müssen. Ob der dann von den spanischen Grenzern anerkannt wird, ist offen. Der Erläuterungstext für das Formular von der Webseite spth.gob.es, das man weiterhin zwei Tage vor der Einreise nach Spanien versenden muss, spricht davon, dass EU-Bürger die EU-App verwenden müssen, während der Text des spanischen Erlasses vom 5. Juni über die Einreiseerleichterungen für Geimpfte nur aufführt, welche Daten lesbar sein müssen, aber nicht, ob sie digital oder in Papierform vorliegen müssen. (Seite 68745, Sexto. Certificado de vacunación).

    So steht es auch im Merkblatt des spanischen Tourismusministeriums, das man bei der spanischen Tourismusorganisation Turespaña in Frankfurt/Main erhält:

    Vielleicht ist es eine gute Idee, beide Fassungen nach Spanien mitzubringen, falls man bei der Einreise Probleme bekommt?

    Man kann hoffen, dass man als EU-Bürger mit dem gelben Impfpass am Flughafen nicht zurück gewiesen wird. Allerdings hieß es vor ein paar Tagen auch, dass man nun uneingeschränkt wieder von Portugal nach Spanien einreisen darf. Einige spanische Grenzer hatten diese Anweisung ignoriert und Reisende nach Portugal zurück geschickt. Die spanische Regierung hat sich bald darauf für diesen Fauxpas entschuldigt, aber das hilft ja den konkreten Menschen nichts mehr, die an der Grenze abgewiesen wurden und möglicherweise wichtige Termine verpasst haben.

    Beim Betreten des Flughafenterminals werden jetzt alle ankommenden Reisenden kurz untersucht und befragt. Daher wird es vermutlich länger dauern, bis man sein Gepäck oder seinen Mietwagen in Empfang nehmen kann. In Valencia und Málaga wurden die ersten Fälle der indischen Corona-Mutante nachgewiesen.

    Wer mit dem Auto von Deutschland nach Spanien einreist und zwei Mal geimpft ist, benötigt seit dem 9. Juni bei der Durchreise durch Frankreich keinen negativen PCR-Test mehr. Allerdings muss das Einreiseformular für Frankreich weiterhin ausgefüllt werden.

    Spanier und deutsche Residenten, die älter als 65 Jahre und zweimal geimpft sind, bekommen das EU-Zertifikat automatisch zugestellt. Unter 65-jährige komplett Geimpfte können das EU-Zertifikat ab nächster Woche über die App »Salud Andalucia« beantragen oder über die Internetseite des andalusischen Gesundheitsministeriums.

    Corona-Reiseschutzversicherung

    Die Hanse Merkur Versicherung bietet jetzt eine Corona-Reiseschutzversicherung an mit der Policen-Nummer »VB-RS 2021 (T-Corona-D)«. In Ziffer 2 der Versicherungsbedingungen heißt es: »Ein versichertes Ereignis liegt vor, wenn bei Ihnen oder bei einer Risikoperson ein Verdacht auf eine Infektion oder eine Infektion mit dem Coronavirus (COVID-19) vorliegt und aus diesem Grund 2.1 eine Isolation (Quarantäne) infolge einer behördlichen Maßnahme (z. B. Anordnung) oder eine Anordnung durch berechtigte Dritte (z.B. Arzt) auf der Basis einer gesetzlichen Grundlage (z. B. Verordnung) erforderlich wird oder 2.2 am Tag der Rückreise (Reiseende) die Beförderung durch berechtigte Dritte (z.B. Flughafenpersonal) verweigert wird. Nicht als Isolation (Quarantäne) zählt die Aufnahme in eine Krankenhaus- oder Behandlungseinrichtung.« Bei Problemen bei der Einreise, bei einem allgemeinen Lockdown oder einer überörtlich angeordneten Ausgangssperre oder Quarantäne erfolgt allerdings keine Leistung. Die Corona-Versicherung kann nur zusätzlich zu einer allgemeinen Reiseversicherung der Hanse Merkur gebucht werden und nur für Reisen, die frühestens einen Monat nach Vertragsabschluss angetreten werden. Die Sparkassen bieten diese zusätzlich buchbare Leistung auch für Inhaber einer Gold-Kreditkarte der Sparkassenorganisation an. Sie ist aber nicht Bestandteil der Serviceleistungen der Kreditkarte.


    Update: Stand 05. Juni 2021 – 17 Uhr

    Ministerpräsident Sánchez hat zwar auf der Tourismusmesse Fitur angekündigt, dass zweimal Geimpfte ab 7. Juni ohne das Erfordernis eines Corona-Tests nach Spanien einreisen dürfen, jedoch fehlt eine Ausführungsbestimmung, mit welchem Dokument die Impfung ab dem 7.Juni bei der Einreise nachgewiesen werden kann. Dasselbe gilt für den Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion. Den digitalen EU-weiten Impfpass wird es ja vor Juli nicht geben. Österreich erkennt Impfnachweise z.B. nur auf Deutsch und Englisch an. Falls Spanien den gelben Impfpass der WHO nur auf Spanisch und Englisch anerkennen sollte, hätten Deutsche, Schweizer und Österreicher ein Problem. Neue Einreisebestimmungen werden für dieses Wochenende erwartet. Sie sollen auch Einreiseerleichterungen umfassen für Personen, die mit Sinovac oder Sputnik geimpft sind.

    Bei der Einreise mit dem PKW ist zudem zu beachten, dass Frankreich nach wie vor einen PCR-Test verlangt, der höchstens 72 Stunden alt sein darf, und dass in Frankreich eine Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr gilt, auch für Touristen auf der Durchreise.

    Für alle Drittstaaten mit Ausnahme von Großbritannien, Australien und Neuseeland gilt bis 30. Juni ein Einreiseverbot zu nicht notwendigen Zwecken.

    Auch der EU-Kommission ist jetzt aufgefallen, dass in Spanien seit dem 24. Mai auch ungeimpfte Briten ohne PCR-Test nach Spanien einreisen dürfen, wo sie auf ungeimpfte EU-Bürger mit negativem PCR-Test treffen würden. Die EU-Kommission hat Spanien deshalb eine Rüge erteilt. Denn die EU-Mitgliedsstaaten hatten vereinbart, dass in der EU gegenüber Drittstaaten überall die gleichen Einreisebestimmungen gelten sollen. Eine Handhabe, diese Regelung gegenüber Spanien auch durchzusetzen, hat die EU-Kommission allerdings nicht.

    Einreise mit dem EU-Impfzertifikat

    Die EU hat sich auf ein EU-Zertifikat geeinigt, welches bestätigt, dass jemand voll geimpft ist (nur mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff!), von einer Corona-Infektion genesen oder mit einem PCR-Test negativ getestet wurde. Wie das Zertifikat ausgestaltet sein wird, ist Sache der Mitgliedsländer. Das Zertifikat wird kostenlos sein und auch für Personen gelten, die vor der Einführung des Zertifikats geimpft wurden. Es wird auf Englisch und in der Sprache des ausstellenden Mitgliedslands ausgestellt, als QR-Code auf dem Smartphone oder in Papierform verfügbar und 12 Monate gültig sein. Niemand ist gezwungen, bei der Einreise das europäische Impfzertifikat vorzuweisen. Spanien wird sich vermutlich auch noch andere Nachweismöglichkeiten offen halten, nur weiß derzeit niemand, welche. Das EU-Impfzertifikat ist weder ein offizielles Reisedokument noch berechtigt es zur freie Bewegung innerhalb der EU. In Deutschland ist z.B. noch völlig unklar, wann das EU-Zertifikat verfügbar sein wird und wer die Übertragung der Gesundheitsdaten von Millionen geimpften oder genesenen Deutschen in das EU-Zertifikat vornimmt.

    Für Deutschland gilt Andalusien nach wie vor als Corona-Risikogebiet. Daher müssen sich Rückkehrer nach Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de registrieren und eine Quarantäne von bis zu zehn Tagen einhalten. Wer bereits vor der Einreise dem zuständigen Gesundheitsamt zwei Impfungen oder eine Genesung oder einen PCR-Test vorweisen kann, für den entfällt die Quarantäne.

    In Andalusien gibt es derzeit 19 Dörfer und Kleinstädte mit einer 14-Tage-Inzidenz von mehr als 250 Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Spitzenreiter ist das idyllische Bergdorf Gaucín mit einer Inzidenz von 3210! Da Gaucín nur 1.576 Einwohner hat, ist diese Inzidenz nicht gar so furchterregend. Sie bedeutet, dass derzeit ca. 50 Einwohner infiziert sind. Es folgen die Dörfer Villanueva del Rosario mit einer Inzidenz von 684, Jubrique (573) und Montecorto (512). Die Kleinstädte Campillos (489) und Cártama (486) befinden sich unter den Spitzenreitern, ebenso wie die touristische bekannten Dörfer Frigiliana (392), Periana (389) und Riogordo (471). Der besonders betroffene Gesundheitsdistrikt von Antequera (Inzidenz 264) wurde daher auf die Stufe 2 der Covid-Restriktionen zurückgestuft. Stufe 2 bedeutet: 6 Personen dürfen sich treffen, Restaurants dürfen draußen zu 100% und innen zu 75% gefüllt sein. Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr. Die Provinz Málaga weist eine 14-Tage-Inzidenz von 140 auf, ganz Andalusien von 178.

    Diese Auflistung zeigt, dass die Ausweisung Andalusiens als Corona-Risikogebiet durch die deutsche Bundesregierung und durch die britische Regierung nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.

    Das spanische Ampelsystem

    Für die Sommersaison hat die spanische Regierung ein Ampelsystem bezüglich der Covid-19 Gefahr veröffentlicht, ähnlich wie es auch Großbritannien derzeit benutzt. Es klassifiziert das Corona-Risiko in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern nach der 14-Tage-Inzidenz in der Gesamtbevölkerung sowie bei den über 65-jährigen und der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-19 Patienten.

    • Bei einer Gesamt-Inzidenz zwischen 0 und 25 ist alles im grünen Bereich,
    • Gelb gibt es zwischen 25 und 50,
    • Orange zwischen 50 und 150,
    • Rosa zwischen 150 und 250,
    • Rot über 250.

    Bei Grün dürfen Nachtclubs bis 3 Uhr morgens öffnen, Restaurants bis 1 Uhr und zehn Personen dürfen in der Außengastronomie am gleichen Tisch sitzen, sechs Personen bei 50% der Kapazität in Innenräumen. Unklar ist, ob man tanzen darf und Masken tragen muss. Bei Gelb und Orange endet das Vergnügen um 2 Uhr und dürfen Innenräume nur zu einem Drittel belegt sein. Bei Rosa und Rot müssen Nachtclubs geschlossen bleiben. Bei Rosa dürfen Restaurant-Terrassen zu 75% belegt sein, bei Rot zu 50%, mit maximal 4 Gästen pro Tisch. Bei einer Inzidenz über 500 gibt es nur noch Take-away Essen.

    Derzeit fallen die Balearen, Valencia und Ceuta in die grüne Kategorie. Andalusien befindet sich in der rosa Zone.

    Die Ampel soll so lange in Kraft bleiben, bis 70% der Spanier geimpft sind. Derzeit haben 39% ihre erste Impfung und 21% ihre zweite Impfung erhalten. Gesundheitsministerin Carolina Darias möchte, dass alle Kinder zwischen 12 und 17 Jahren ab der zweiten Woche vor Schulbeginn ein Impfangebot erhalten. Die Zustimmung der spanischen Impfkommission steht noch aus.

    Großbritannien hat Spanien weiterhin auf der britischen orange Liste belassen. Auch Portugal wurde auf Orange zurückgestuft. Das bedeutet, dass britische Touristen aus diesen beiden Ländern nach ihrer Rückkehr in Großbritannien in eine 10-tägige Quarantäne müssen. Da sich Gibraltar auf der grünen britischen Liste befindet, gibt es bereits einige Briten, die von Gibraltar nach Spanien einreisen und bei ihrer Rückkehr in Großbritannien verschweigen, dass sie sich vorübergehend in Spanien aufgehalten haben.

    Ab dem 7. Juni dürfen wieder Kreuzfahrtschiffe in Spanien anlegen. In Barcelona soll sogar ein ganz neues zusätzliches Kreuzfahrtterminal installiert werden (MSC Cruises Terminal 2). Dagegen regt sich Protest bei den Einwohnern von Barcelona, die schon jetzt finden, dass die Stadt vor der Pandemie von Kreuzfahrttouristen überschwemmt worden sei, die nichts zur Wirtschaftskraft von Barcelona beigetragen hätten. Allerdings hat Spanien 2019 durch den Kreuzfahrttourismus Einnahmen von 2,8 Milliarden Euro erzielt und 50.000 Jobs gesichert.

    Da es 2020 wenig geregnet hat, wird sich die Tigermücken-Plage in Grenzen halten. Gäste, die nach langer Corona bedingter Abstinenz jetzt erstmals in ihre spanischen Ferienwohnungen zurückkehren, werden allerdings gebeten, alle Wasserpfützen zu beseitigen, die sich auf den Balkonen und in Pflanzkübeln angesammelt haben.

    In Andalusien ist die Zahl der Soloselbständigen um 25.000 Personen angewachsen. Dies dürfte der hohen Arbeitslosigkeit von 956.000 Personen geschuldet sein, die nur um 29.000 Personen zurückging.

    Dass sich der Tourismus allmählich normalisiert, zeigt diese traurige Begebenheit: Auf Ibiza sind ein Marokkaner und seine Freundin von einem Hotelbalkon heruntergefallen und waren sofort tot. Diesem in Spanien als »Balconing« bekannten Phänomen fallen jährlich ca. fünfzig ausländische Touristen zum Opfer, vorwiegend aus nordeuropäischen Ländern. Die meisten kommen beim Sprung vom Hotelbalkon in den Hotel-Pool oder beim Klettern zwischen Hotelzimmern zu Tode.


    Update: Stand 29. Mai 2021 – 12 Uhr

    Gibraltar ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Sommerurlaub in Spanien unter Corona-Randbedingungen geregelt werden könnte:

    Gibraltar hat wie Großbritannien ein Ampelsystem für die Beurteilung, ob ein Reiseland bezüglich Covid-19 unbedenklich (grün) oder bedenklich (orange) ist oder als ein Hochrisikoland (rot) eingeschätzt wird. Auf Gibraltars Ampel sind sowohl Großbritannien als auch Spanien im grünen Bereich. Wer also aus einem dieser »grünen« Länder nach Gibraltar mit dem Flugzeug einreisen möchte, benötigt den Nachweis eines Schnelltests oder eines PCR-Tests. Auf dem Landweg von Andalusien ist kein Test notwendig, wenn du dich mindestens 14 Tage vorher in Spanien aufgehalten hast. Wer ohne Test ankommt, kann online einen Schnelltest buchen, der im Flughafen von Gibraltar für 30 britische Pfund durchgeführt wird. Das Testergebnis kommt nach einer Stunde aufs Smartphone. Dasselbe gilt für Reisende, die zweimal geimpft sind, sich aber vor der Einreise in einem Land aus der orange oder roten Liste aufgehalten haben.

    Wer ungeimpft ist, aus einem grünen Land einreist und sich länger als 7 Tage in Gibraltar aufhält, muss am 5. Tag einen zweiten Test durchführen lassen. Wer ungeimpft aus einem orangen Land kommt, muss einen negativen PCR-Test mitbringen, sich 5 Tage in Quarantäne begeben, am 5. Tag einen zweiten PCR-Test machen und so lange in Quarantäne bleiben, bis das negative Testergebnis vorliegt. Wer aus einem roten Land kommt, darf keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen außer Taxis und muss für 10 Tage in Quarantäne.

    Am Fährterminal dürfen nur maximal 200 Passagiere die Fähre gleichzeitig verlassen. Im Fährterminal bleiben alle Türen wegen der Durchlüftung geöffnet. Maximal 4 Personen gleichzeitig dürfen eine Toilette aufsuchen. Natürlich gilt die Regel von 2 Meter Abstand zwischen Personen.

    Testpflicht für Spanien-Urlauber entfällt für Geimpfte

    In Spanien dürfen seit dem 24. Mai alle britischen Touristen ohne Nachweis eines negativen Corona-Tests oder einer Impfung einreisen. Hinter dieser Maßnahme steckt die pure Verzweiflung, dass der spanische Tourismus eine zweite Sommersaison ohne britische Touristen nicht überstehen würde. Allerdings steht Spanien immer noch auf der britischen orangen Liste. Das bedeutet, dass britische Rückkehrer aus dem Spanienurlaub in Großbritannien in Quarantäne müssen.

    Touristen aus allen anderen Ländern sind in Spanien ab dem 7. Juni willkommen, wenn sie zweimal geimpft sind, erklärte Ministerpräsident Sánchez auf der Tourismusmesse Fitur in Madrid. Da der gesetzliche Ausnahmezustand in ganz Spanien ausgelaufen ist, schmettern die Gerichte bereits zahlreiche regionale Regeln der autonomen Regionen zur Eindämmung der Pandemie ab, wenn sie mit Einschränkungen der persönlichen Freiheit verbunden sind. Immerhin, bis Ende Mai sollen alle über 60-jährigen geimpft sein.

    Auf der britischen grünen Liste befinden sich derzeit diese zehn Reiseziele: Gibraltar, Portugal mit Madeira und Azoren, Israel, Island, Australien, Neuseeland, Singapur, die Falklandinseln, die Faröer und Brunei. Rückkehrer aus diesen Ländern müssen einen negativen PCR-Test vorweisen. Spanien ist nicht auf der grünen Liste, da die Infektionsrate in Spanien aus britischer Sicht zu hoch ist. Und das hat seinen Grund:

    Zwar sind die Balearen und die Costa Blanca im grünen Bereich, und auch Andalusien hat bereits eine niedrige Inzidenz, aber in Madrid ist die Ansteckungsrate zehnmal so hoch wie in Valencia. Während in Madrid Menschen auf den Intensivstationen um ihr Leben kämpfen, feiern dort junge Menschen »Ayusos Freiheit« auf wilden Partys. Und die Madrilenen machen sich an Wochenenden bereits in Massen zum Urlaub an die Küsten auf. In den Zielregionen wie z.B. in Andalusien, sind daraufhin die Inzidenzen schon ganz leicht, aber noch nicht Besorgnis erregend angestiegen. Anders sieht es in der Region Murcia mit der Costa Calida aus. Dort stieg die Inzidenz innerhalb einer Woche um 30%. Bei einer Hochzeit steckten sich 10 Personen an, bei einem Familienessen 8 Personen. Anders als in der Region Valencia, existiert in Murcia keine nächtliche Ausgangssperre mehr.

    Hier erahnen wir bereits das generelle Problem der kommenden Sommersaison: Touristen aus allen möglichen Ländern treffen in Spanien auf Regionen mit unterschiedlichen Regeln und Inzidenzen und insbesondere auf ungetestete Briten, die möglicherweise die indische Corona-Mutation mitbringen. Wenn Deutsche aus dem Spanienurlaub zurückkehren, reisen sie in Bundesländer, in denen unterschiedliche Regeln bezüglich Quarantäne und Testpflicht gelten. Wer soll da den Durchblick behalten?

    Die europäischen Fluggesellschaften agieren bereits nach der Devise: Augen zu und durch. Sie sind schon dabei, ihre Flugkapazitäten im Sommer auf bis zu 80% der Sommersaison 2019 zu erhöhen. Alleine ab Düsseldorf werden wöchentlich 84.000 Menschen in den Urlaub fliegen können. Dabei werden Flugreisen nicht billig sein. Eurowings bietet z.B. kaum Spanien-Flüge unter 245 Euro an, in jeweils eine Richtung. Und die spanischen Autovermieter haben ihren Kfz-Bestand während der Pandemie so stark reduziert, dass im Sommer ein Mietwagen ein rarer Luxusgegenstand werden könnte.

    Die EU will ab dem 1. Juli ein digitales Impfzertifikat für Reisen innerhalb der Europäischen Union an den Start bringen. Es wird einen QR-Code aufweisen und als Papierausdruck oder zum Download bereit gestellt. Es wird auf Englisch und in der jeweiligen Landessprache ausgestellt und 12 Monate gültig sein. Und es wird kostenlos abgegeben. In Spanien soll es auf einer Gesundheits-Webseite bereitgestellt werden und für alle Inhaber einer spanischen SIP-Gesundheitskarte abrufbar sein.

    Online-Corona-Schnelltests für Touristen

    Ggfls. benötigte Corona-Tests für Reisen innerhalb der EU werden kostenpflichtig bleiben. Die EU stellt aber 100 Millionen Euro bereit für PCR-Tests für Reisen aus beruflichen Gründen oder für den Besuch von Bildungseinrichtungen.

    Wohin soll sich ein deutscher Tourist in Spanien wenden, wenn er am nächsten Tag für irgendeine Aktivität einen Corona-Schnelltest benötigt? Hier schaffen zwei deutsche Firmen jetzt Abhilfe: Man kann bei ihnen online einen Schnelltest mit Zertifikat durchführen lassen. Dazu muss man sich einmalig per Video-Ident bei der jeweiligen Firma registrieren. Die Tests führt man zuhause oder im Hotelzimmer durch, wobei man sich mit dem Smartphone selbst filmt. Wichtig ist, dass man das Test-Kit erst öffnet, wenn die Kamera läuft. Nach 15 Minuten hält man das Testergebnis in die Kamera. Ist alles korrekt abgelaufen, erhält man das Testergebnis nach 30 bis 120 Minuten per E-Mail. Ist das Testergebnis positiv, wird es automatisch an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet. Unklar ist, wohin das in Spanien geschickt werden würde. Man müsste dann ja zur Bestätigung einen PCR-Test machen.

    Die Coteon GmbH aus Bad Schwartau bietet ihren Test covidtestonline.de seit Anfang Mai für 14,90 Euro an. Den Test führt man unbeaufsichtigt alleine durch und schickt das Video online an die Firma Coteon. Daher kann man den Test auch nachts durchführen, erhält dann das Ergebnis jedoch erst am nächsten Tag um 9 Uhr. Eine Hotline ist von 6 bis 20 Uhr erreichbar. Man darf alle in Drogerien erhältlichen Schnelltest benutzen, die auf einer vorgegebenen Liste stehen.

    Der Test onlineschnelltest.de von der Firma DLMC aus Sprockhövel kostet 9,98 Euro, zuzüglich 3,50 Euro für 5 Klebesiegel, von denen man je eines auf jeden fertigen Test kleben muss. Der Test findet unter professioneller Beobachtung online statt. Das geht nur zwischen 7 und 16 Uhr. Man darf alle Schnelltests benutzen, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen sind. Spontane Tests sind nur möglich, wenn man sich bereits online die Klebesiegel bestellt hat und diese per Post angeliefert wurden. Derzeit gibt es das Testergebnis nur auf Deutsch. An einer englischen Version wird gearbeitet.

    Ein makabres Zeichen für eine wieder »normale« Sommersaison hat es bereits gegeben: Ein 60-jähriger deutscher Tourist ist beim Baden im Mittelmeer ertrunken. Üblicherweise passiert so etwas an Spaniens Küsten ca. 60 mal während der normalen Sommersaison.


    Update: Stand 20. Mai 2021 – 12 Uhr

    Nun beginnt das Gefeilsche, welches Land in Europa bezüglich der Corona-Pandemie welches andere Land als ungefährlich einstuft. Insbesondere Spanien ist erpicht darauf, dass möglichst viele Touristen im Sommer die verheerende Tourismus-Bilanz dieses Jahres aufhübschen. Da es Spanien als Zielland in Großbritannien nur auf die orange Liste geschafft hat, wollen einige spanische Regionen mit niedrigen Inzidenzen (wie z.B. Valencia, die Balearen und die Kanaren) erreichen, dass nicht Länder, sondern Urlaubsregionen auf die grüne britische Liste kommen. Außerdem soll ab dem 20. Mai in Spanien die Pflicht zu einem PCR-Test auch für ungeimpfte britische Touristen entfallen.

    Dann könnte es für deutsche Touristen kompliziert werden. Wegen der indischen Mutante gilt Großbritannien für Deutsche als Virusvariantengebiet, während deutsche Touristen z.B. nach Valencia problemlos verreisen können. Was aber, wenn sie dort auf nicht getestete Briten treffen, welche die indische Mutation mit sich herumschleppen? Aus deutscher Sicht wäre es daher sicherer, wenn ganz Spanien in Großbritannien auf der orange Liste bliebe, solange sich die Spanier nicht selbst wenigstens mittels PCR-Test gegen die indische Mutation schützen wollen.

    Das würde allerdings nicht alle Ansteckungsgefahren aus der Welt schaffen. Gibraltar steht bereits auf der grünen britischen Liste. Briten dürfen also ganz legal nach Gibraltar reisen und von dort demnächst ohne PCR-Test nach Spanien weiterreisen.

    Das Auswärtige Amt schreibt am 18. Mai: »Für Andalusien wurde das Ein- und Ausreiseverbot sowie die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben. Die Öffnungszeiten für Restaurationsbetriebe und Diskotheken wurden erweitert. Es gibt jedoch weiterhin Beschränkungen bei den Personenzahlen in geschlossenen Räumen und im Freien, Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Für Kommunen mit hohen Inzidenzwerten können auch weiterhin Mobilitätsbeschränkungen und andere Einschränkungen verhängt werden«. Allerdings gilt Andalusien aus Sicht der Deutschen Bundesregierung weiterhin als Corona-Risikogebiet. Damit müssen deutsche Spanienurlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland die Regeln beachten, welche für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten gelten.

    Die Corona-Situation in Andalusien entspannt sich allmählich. Am 14. Mai meldete z.B. die Provinz Málaga eine 14-Tages Inzidenz von 128. 123 Personen lagen auf Intensivstationen. Das ist der niedrigste Wert seit August 2020. 182 Neuinfizierten standen 389 Genesene gegenüber. Seit Beginn der Pandemie haben in der Provinz Málaga 90.947 Personen eine Covid-19 Infektion lebend überstanden.

    Nach Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre nimmt die Metro in Málaga wieder ihren Nachtbetrieb vor Wochenenden und Feiertagen auf. Die letzte Metro fährt dann um 1:30 Uhr früh an der Station »El Perchel« unter dem Bahnhof María Zambrano ab. Alle Sitzplätze und 75% der Stehplätze dürfen besetzt werden, natürlich mit Maske, wenn man älter als 5 Jahre ist.

    Ab sofort gilt in Málaga dieser Metro-Fahrplan:

    • Montag bis Donnerstag; 6:30 bis 23:00 Uhr
    • Freitags und an Tagen vor Feiertagen: 6:30 bis 1:30 Uhr
    • Samstags: 7:00 bis 1:30 Uhr
    • An Sonn- und Feiertagen: 7:00 bis 23:00 Uhr

    Inzwischen diskutiert der Tourismusminister von Gibraltar, wie der Kreuzfahrttourismus wieder belebt werden könnte. Zu diesen Gesprächen reisten zwei Vizepräsidenten von Viking Cruises mit einem 340 m langen Kreuzfahrtschiff aus Los Angeles an, das mit einem eigenen Labor für PCR-Tests ausgestattet ist. Reguläre Kreuzfahrten mit Stopps in Gibraltar sollen ab dem 31. Mai wieder aufgenommen werden. Spanische Häfen bleiben für internationale Kreuzfahrtschiffe bis auf weiteres gesperrt.


    Update: Stand 12. Mai 2021 – 15 Uhr

    Am 9. Mai ging in ganz Spanien der Ausnahmezustand wegen der Pandemie zu Ende. Ab jetzt entscheidet jede Autonome Region selbst, welche Einschränkungen noch gelten sollen. Ende Juni, wenn 40% der Spanier ihre zweite und 70% ihre erste Impfung bekommen haben, soll dann die große Freiheit ausbrechen, idealerweise mit allen ausländischen Touristen.

    Für Andalusien ist folgender Fahrplan angedacht:

    • Ab sofort bis zum 31. Mai kann man wieder zwischen Provinzen und zwischen Ortschaften frei reisen.
    • Die nächtliche Ausgangssperre ist aufgehoben.
    • Private Treffen in geschlossenen Räumen werden nicht reglementiert.
    • Die Gerichte sollen Regeln definieren, nach denen Menschen in Quarantäne geschickt werden können.
    • Hotels und Restaurants dürfen bis Mitternacht öffnen, Nachtclubs bis 2 Uhr morgens. Draußen dürfen an jedem Tisch bis zu 10 Personen sitzen, in Innenräumen 8 Personen.
    • Für Orte mit einer Inzidenz über 500 erarbeitet die andalusische Landesregierung einen Aktionsplan.

    Im Juni wird weiter gelockert: Neben Hotels und Restaurants auch Kinos, Konzerte, Theater und Stierkämpfe. An den Stränden gibt es keine zeitlichen Einschränkungen aber Masken müssen getragen werden.

    Am 1. Juli soll dann die »neue Normalität« beginnen, d.h. alles soll sein wie vor der Pandemie!

    Ganz so optimistisch ist der andalusische Präsident Juanma Moreno nicht, nachdem er die Alkoholpartys der jungen Leute am 10. Mai zur Feier des Endes des Ausnahmezustands gesehen hat. Er denkt bereits wieder über Einschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre für Andalusien nach.

    Bis 17. Mai sind touristische Reisen aus Großbritannien in andere Länder verboten. Ab 18. Mai gilt dann ein Ampelsystem. In Länder auf der grünen Liste darf zum Urlauben gereist werden. Spanien steht aber einstweilen noch auf der orangen Liste. Touristische Reisen sind z.B. nach Malta, Portugal oder Gibraltar möglich. Wer ohne triftigen Grund in ein Land auf der orange Liste reist, muss ein Test-Kit für 200 britische Pfund bezahlen und bei der Rückkehr auf eigene Kosten 10 Tage in Quarantäne. In Länder auf der roten Liste, z.B. Indien, darf gar nicht gereist werden. Die britische Liste wird alle drei Wochen überarbeitet. Spanien könnte es also bis zum Beginn des Sommers noch auf die grüne Liste schaffen. In Spanien gilt für Touristen aus Staaten außerhalb der EU bis 31. Mai eine Einreisesperre, also auch für Briten, es sei denn, diese sind spanische Residenten.

    Reisen aus Deutschland nach Andalusien wieder erlaubt

    Deutschen ist das Reisen generell erlaubt, allerdings bittet die Bundesregierung, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Für die Rückkehr aus dem Ausland nach Deutschland kommt es darauf an, ob man aus einem Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet einreist. Wer mit dem Flugzeug aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss ein digitales Einreiseformular ausfüllen und sich in seinem Heimatort umgehend in eine 10- bis 14-tägige Quarantäne begeben. Allerdings wird in jedem deutschen Bundesland die Quarantäne anders gehandhabt. In NRW muss man nicht in Quarantäne, wenn man bereits ein negatives Testergebnis mitbringt oder sich innerhalb von 24 Stunden testen lässt und dieser Test negativ ist, oder wenn man bereits zweimal geimpft ist.

    Derzeit zählen die Kanarischen Inseln und große Teile des spanischen Festlands in Deutschland noch zu Risikogebieten. Für die Rückreise aus den Balearen, Murcia, Valencia und Galicien wird ein negativer PCR-Test vor der Abreise in Spanien verlangt, aber kein Test und keine Quarantäne bei der Einreise in Deutschland.

    Für den Sommer wird ein EU-weiter Impfpass angestrebt, in den auch negative PCR-Testergebnisse eingetragen werden können. Damit sollen für alle 3G-Personen (Geimpfte, Genesene, frisch Getestete) zusätzliche Tests und Quarantänen bei der Ein- und Ausreise vermieden werden. Für Spanienreisen zu Pfingsten ist das alles noch zu früh.

    Die Balearen planen eine kostenlose Coronaversicherung für alle Touristen. Die Versicherung soll die Unterbringung in einem Hotel zu Quarantänezwecken und das verspätete Rückflugticket bezahlen.

    Wissenschaftler der Universitätskliniken von Aachen und Hamburg haben zwei Biomarker im Blut entdeckt, mit denen man vorhersagen kann, ob eine Corona-Infektion einen schweren Verlauf nehmen wird. Es handelt sich dabei um zwei Abbauprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel mit den Abkürzungen ADMA und SDMA. Zentraler Baustein der Moleküle ist die Aminosäure Arginin.


    Update: Stand 06. Mai 2021 – 11 Uhr

    Die Corona-Pandemie hat in Spanien einige gewichtige politische Opfer gefunden: Bei den Regionalwahlen am 4. Mai in Madrid erzielte Isabel Díaz Ayuso, die bisherige Regionalpräsidentin von der PP, mit ihrer Parole »Freiheit oder Kommunismus« einen Erdrutschsieg. Im Vergleich zu den Regionalwahlen von 2019 verdoppelte die PP in Madrid ihre Mandate auf 65. Zur absoluten Mehrheit fehlen nur 4 Sitze, so dass Frau Ayuso auf die Tolerierung durch die ultrarechte VOX angewiesen bleibt.

    Selbst für ein Bündnis der drei Linksparteien reicht es nicht zur Mehrheit: Mit dem Schlachtruf »Faschismus oder Demokratie« erzielten PSOE und Mas Madrid je 24 Sitze, Podemos/UP 10 Sitze. Pablo Iglesias, der bisherige Parteivorsitzende von Podemos und bisherige stellvertretende spanische Ministerpräsident, verabschiedete sich nach der Wahlniederlage sogar ganz aus der Politik. Kurz vor der Wahl hatte ihm und seiner Familie jemand einen Umschlag mit 4 Patronen nach Hause geschickt. Die bürgerlichen Ciudadanos verloren gar sämtliche ihrer 26 Mandate und scheiden aus dem Parlament in Madrid aus.

    Bei einer Rekord-Wahlbeteiligung von 76,3% machten die Madrilenen ihrem Frust mit der Corona-Politik der Regierung von Ministerpräsident Sánchez Luft. Frau Ayuso war hingegen immer für weitgehende Lockerungen und geöffnete Geschäfte und Restaurants eingetreten. Die Stadt hat das mit der höchsten Infektionsrate während der dritten Welle bezahlt. Aber auch, dass das Krankenhauswesen in Madrid wegen der PP Politik so vernachlässigt ist, hat die Wähler nicht abgehalten, Frau Ayuso ihre Stimme zu geben. Im Wahlkampf hatten vor allem die Gastwirte heftig Reklame für Frau Ayuso gemacht. Neben vielen Wahlplakaten in den Kneipen gab es Leckereien wie »Papas a lo Ayuso«. Das sind Kartoffeln mit 6 Spiegeleiern, die für den Mut von Frau Ayuso stehen. Die Frau hat offenbar Eier. Der TV Sender RTVE nannte Ayuso »die Kneipenkönigin«. Ministerpräsident Sánchez gratulierte Ayuso zu der großen Verantwortung, die sie nun übernommen habe.

    Die Begleitumstände der Corona-Pandemie führen bisweilen zu pietätlosen Fragestellungen. So fragte Immoscout24 am 1. Mai 2021: »Ist Sterben in der Mietwohnung erlaubt?«. In diesem Fall in Deutschland ging es darum, dass ein alleinstehender Mieter erst mehrere Tage nach seinem Tod in der Mietwohnung entdeckt wurde. Die Vermieterin ließ nach dem Abtransport der Leiche die Wohnung für 3.500 Euro professionell reinigen und neues Laminat verlegen. Daher wollte sie die Mietkaution nicht an die Erben herausrücken. Hierzu hatte das Amtsgericht Bad Schwartau schon 2001 geurteilt: »Das Sterben in der gemieteten Wohnung und die Beeinträchtigung der Wohnung als Folge des Versterbens stellt keine Überschreitung des vertragsgemäßen Gebrauchs dar.« Daher ist also die Kaution an die Erben herauszugeben.

    Wie sich die Rechtslage im Fall des Todes eines Mieters in Spanien von der Rechtslage in Deutschland unterscheidet, insbesondere aber, wer überhaupt berechtigt oder verpflichtet ist, als Erbe den Mietvertrag weiter zu führen, werden wir bei Gelegenheit in unserem Beitrag 'Eine Ferienimmobilie in Andalusien verkaufen' vertiefen.

    Grenze zu Portugal wieder offen

    In Portugal ist die Anzahl der täglichen Neuinfektionen von 13.000 auf 500 zurückgegangen. Seit dem 1. Mai hat Portugal seine Grenze zu Spanien wieder geöffnet. Allerdings müssen Einreisende aus Corona-Hochrisikogebieten weiterhin für 10 Tage in Quarantäne.

    Für Personen unter 60 Jahren, die mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurden, hat Spanien den Termin für die zweite Impfung auf 4 Monate hinausgeschoben. Die gewonnene Zeit soll verwendet werden um herauszufinden, ob man diesen Personen die zweite Impfung mit dem Impfstoff eines anderen Herstellers verabreichen kann. Für die betroffene Personengruppe – die sog. »wichtigen« Personen zwischen 18 und 60 Jahren – ist das fatal, weil sie die volle Immunität dann frühestens Ende August erreicht. Derzeit wird der Impfstoff von AstraZeneca nur noch an die 60- bis 69-jährigen verimpft.

    Ende März 2021 hatten knapp 5.000 Zuschauer ein Konzert der Band Love of Lesbian in Barcelona besucht. Unter besonderen Sicherheitsbedingungen haben Forscher getestet, ob so ein Konzert in der Pandemie durchgeführt werden kann. Jetzt steht das Ergebnis fest: Das kann klappen ohne dass es danach zu mehr Infektionen kommt. Nur 6 Zuschauer hatten sich nach dem Konzert infiziert, davon vier nachweislich nicht durch ihre Teilnahme am Konzert. Alle Infizierten hatten keine Symptome. Nicht getestet wurde, ob bereits geimpfte Personen ohne Risiko für andere Konzertbesucher teilnehmen können. Ob weitere derartige Konzerte oder ähnliche Massenveranstaltungen folgen könnten, hängt vor allem davon ab, wer die Kosten für die nötigen PCR- oder Schnelltests übernimmt.


    Update: Stand 28. April 2021 – 9 Uhr

    In der gegenwärtigen vierten Welle der Corona-Pandemie gehören 86% der entdeckten Fälle zu der britischen Mutation. In Andalusien sind es sogar 96%. Sie ist in Spanien zwar ansteckender, verursacht aber weniger schwere Fälle, die in die Klinik müssen. Fernando Simon, Spaniens oberster Pandemie-Bekämpfer hält das für eine gute Nachricht. Er sagt, das sei jetzt »unser Virus«. Seine weite Verbreitung verhindere, dass die brasilianische, südafrikanische und andere gefährliche Mutationen in Spanien Fuß fassen können. Zudem mache es den Besuch britischer Touristen in Spanien einfacher.

    Digitaler Impfpass soll kommen

    Die Präsidenten der Regionen Valencia und Balearen verlangen von der EU, dass alle Ferienreisenden, die einen PCR-Test zur Einreise benötigen, diesen von der EU bezahlt bekommen. Begründet wird die Forderung damit, dass ja auch die Impfungen für die Impflinge kostenfrei seien. Voraussichtlich wird die EU die Bitte nicht erhören, da sie voll damit beschäftigt ist, einen EU-weiten digitalen Impfpass als Reisedokument zu designen.

    Das deutsche Bundesministerium für Gesundheit und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben Gespräche aufgenommen zur Entwicklung eines digitalen Impfpasses, der das Reisen erleichtern soll. Er soll auch in die Corona-Warn-App integriert werden und mit dem digitalen Impfpass kompatibel sein, den gerade die EU entwickelt. Alle Impfzentren sollen mit einer entsprechenden Software ausgestattet werden. Nicht thematisiert wurde, wie denn auch die Hausärzte Impfdaten in dieses System eintragen können. Unklar ist ebenfalls, wie die neue Impf-App in den IATA Travel Pass integriert werden kann, den der Welt-Luftfahrtverband bald an den Start bringen will.

    Die andalusische Landesregierung zahlt jetzt eine Corona-Hilfe von 200 Euro pro Bett an jedes Hotel. Der Betrag ist je Hotel auf 200.000 Euro begrenzt.

    Die täglichen Neuinfektionen in Andalusien bewegen sich zwischen 1.500 und 3.200 Fällen. Das meiste davon spielt sich in Sevilla, Granada und Málaga ab.

    Von dem Impfstoff von Johnson & Johnson, von dem man nur eine Impfdosis benötigt, das aber ähnlich wie das Vakzin von AstraZeneca in seltenen Fällen das Blut zu Thrombosen verklumpt, sind am 22. April 15.000 Dosen in Valencia angekommen. Dort werden sie an 70 bis 79-jährige verimpft. Bis Ende August werden in Spanien 2 Millionen Dosen von Johnson & Johnson erwartet.

    Große Bankenfusion in Spanien

    Zwei der größten spanischen Geldinstitute – Caixa und Bankia – haben fusioniert. Am 26. März erschien die börsennotierte Bankia zum letzten Mal auf dem Kurszettel des spanischen Aktienindex IBEX. Die CaixaBank reduziert ihre Belegschaft vom 44.000 auf 36.109 Mitarbeiter. Seit der Finanzkrise von 2008 hatte der Bankensektor bereits 100.000 Stellen abgebaut, darunter 10.000 seit Beginn der Pandemie. Wegen der zunehmenden Verbreitung des Onlinebankings hätten 1.500 Zweigstellen sowieso geschlossen werden müssen. Nun entfallen durch die Fusion nochmals viele Tausend Jobs, die man in einer Bank nur einmal benötigt, nicht doppelt. Damit nicht zu viel Erfahrung auf einmal verloren geht, soll nur die Hälfte der zu Entlassenden auf die Altersgruppe 50plus entfallen. Die fusionierte Bank Caixa mit Hauptsitz in Barcelona wird so zu Spaniens größtem Geldinstitut mit 20 Millionen Kunden, 50.000 Mitarbeitern und 6.700 Zweigstellen. Alle Bankia Embleme verschwinden. Bankia wurde in Europa bekannt durch viele Skandale während der Finanzkrise des Jahres 2000. Damals war der Präsident des IWF Rodrigo Rato ihr erster Chef. Ihm drohen jetzt wegen Geldwäsche, Betrug und gigantischer Fehlspekulationen 83 Jahre Haft.

    Die Fusion könnte für viele Deutsche, die derzeit ihr Wohneigentum in Spanien nicht besuchen können, von praktischer Bedeutung sein. Für bisherige Bankia Kunden ändern sich die ersten vier Stellen der IBAN von 2031 auf die 2100 von Caixa. Alle alten Verträge wie Hypothekendarlehen oder Versicherungsverträge bleiben, wie sie ursprünglich vereinbart waren, d.h. bis die Laufzeit gemäß dem Vertrag endet. Bis auf weiteres können die vorhandenen Debit- und Kreditkarten von Bankia weiter benutzt werden. Den Kunden werden automatisch neue Karten zugesendet. Schlecht wäre natürlich, wenn diese im überfüllten Briefkasten in Spanien landen. Es empfiehlt sich daher, dass alle Bankia Kunden mit der neuen Caixa Bank Kontakt aufnehmen. Das gilt besonders, falls jemand bei beiden Instituten Bankguthaben bis zu 100.000 Euro besitzt, denn auch in Spanien gilt die Einlagensicherung nur bis 100.000 Euro pro Kreditinstitut. Möglicherweise funktioniert die Kontaktaufnahme oft nur über die Zentrale, weil die bisherige Zweigstelle des deutschen Kunden bereits im Laufe der Pandemie geschlossen wurde. Falls sich irgendwelche Bankgebühren ändern, haben die bisherigen Kunden der Bankia zwei Monate Zeit, der Änderung zu widersprechen und ihr Konto zu kündigen.

    Seit 21. April können alle Geimpften in Gibraltar an vier Tagen in der Woche zwischen 13 und 18 Uhr ihre Angehörigen und Freunde in Pflegeheimen besuchen. Allerdings müssen die Besucher jedes Mal einen Corona-Schnelltest machen. Die einzigen Personen, die sich in Gibraltar noch in Quarantäne befinden, sind Ausländer auf einem Schiff. Gibraltar hat jetzt ein hoch modernes Labor zur Sequenzanalyse von Mutationen des Covid-19-Virus bei positiv Getesteten. Das war nötig geworden, weil Testergebnisse, die nach Großbritannien zur Sequenzierung verschickt wurden, viele Wochen brauchten, bis das Ergebnis zurückkam. Das Labor ist jetzt Teil des Netzwerkes des britischen Genom Sequenzierungs-Konsortiums COG-UK.

    Im Hauptquartier der Polizei in Palma auf Mallorca haben 15 Polizisten eine zünftige Abschiedsparty für einen Kollegen ausgerichtet, der in den Ruhestand geht. Damit haben sie gegen das Gebot verstoßen, das sich nicht mehr als 6 Personen versammeln dürfen. Die auf frischer Tat Ertappten redeten sich damit heraus, dass diese Beschränkung nicht während der Arbeit gelte. Es habe sich um einen »institutionellen Akt« während der Arbeitszeit gehandelt. Noch nicht einmal die gesetzliche Ausgangssperre sei verletzt worden. Auch die Präsidentin der Balearen Francina Armengol hatte sich unlängst nicht vorbildlich verhalten, als sie nachts um 2 Uhr in einer Bar aufgegriffen worden war.

    In Denia wurden 150 Personen, die sich zum Impfen im Impfzentrum aufgemacht hatten, von Spaßvögeln gefoppt. Über WhatsApp wurden Hunderte Personen benachrichtigt, dass es für Personen zwischen 70 und 79 Jahren um 7:45 Uhr zusätzliche Impfdosen für eine Erstimpfung geben würde. Als der böse Scherz offenbar wurde, löste sich die Warteschlange von 170 Impfwilligen schnell wieder auf. Die Polizei mahnte, nur Textnachrichten oder Telefonanrufe des Gesundheitsministeriums seien vertrauenswürdig.


    Update: Stand 18. April 2021 – 12 Uhr

    27 deutsche Urlauber befinden sich auf Mallorca in einer mindestens zehntägigen Quarantäne, nachdem ihr PCR-Test vor der Rückreise nach Deutschland positiv war oder weil sie Familienangehöriger oder Reisebegleiter eines positiv Getesteten sind. Im Kongresshotel Meliá Palma Bay wurden ihnen von der Regierung der Balearen Quarantäne-Zimmer zur Verfügung gestellt. Wer will, kann die Quarantäne aber auch auf eigene Kosten in seinem Hotel oder in seiner Ferienwohnung absitzen. Unklar ist, wie sich der Einfall der Teutonen auf eine befürchtete 4.Welle auf den Balearen auswirken wird.

    Der in Spanien für den 14. April geplante Start der Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson musste verschoben werden, weil der Impfstoff in Europa nicht ausgeliefert wird, solange nicht geklärt ist, warum sich unter 7 Millionen Geimpften in den USA sechs geimpfte Frauen eine Hirnvenenthrombose eingefangen haben. Der Impfstoff ist genauso wie der ins Gerede gekommene Impfstoff von AstraZeneca ein Vektor-Impfstoff. Spanien hatte bis zum Sommer mit 17,5 Millionen Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson gerechnet. Am 13. April ist an der Universitätsklinik von Toledo ein 30-jähriger Lehrer vier Tage nach seiner Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca an einer Thrombose verstorben. Dieser Impfstoff wird in Spanien jetzt nur noch an über 60-jährige verimpft. Noch vor kurzem war er in Spanien nur für unter 55-jährige zugelassen. Andalusiens Gesundheitsminister Jesús Aguirre möchte hingegen, dass AstraZeneca an Freiwillige unter 50 Jahren verimpft werden soll. Die Firma Pfizer hat jetzt mitgeteilt, dass ihr Impfstoff voraussichtlich 3 Mal verimpft werden muss, bis eine dauerhafte Immunität gegen das Coronavirus erreicht wird. Die dritte Dosis sollte ein Jahr nach der zweiten Impfung gespritzt werden.

    Impfplan in Spanien

    Die spanische Regierung hat einen Impfplan veröffentlicht, der allerdings jederzeit durch unvorhersehbare Ereignisse wie ausbleibender Impfstoff bestimmter Hersteller durcheinander geraten kann:

    • Bis zum 8. Mai sollte jeder über 80-jährige, der es wünscht, zweimal geimpft worden sein (beim Impfstoff von Johnson & Johnson einmal). Das betrifft 3 Millionen Personen zuzüglich weiterer 2 Millionen aus anderen Prioritäten-Gruppen wie z.B. medizinische Fachkräfte.
    • Die 70 bis 79-jährigen sollen es bis 6. Juni geschafft haben.
    • 66 bis 69-jährige bis 20. Juni, wobei der Impfstoff von AstraZeneca mit helfen soll.
    • 56 bis 65-jährige irgendwann zwischen 20. Juni und Anfang Juli.
    • 46 bis 55-jährige bis 25. Juli
    • 32 bis 45-jährige bis 31. August.
    • 18 bis 31-jährige sollen ab Anfang September geimpft werden.

    Man darf gespannt sein, ob die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Japan und an der Fußball-Europameisterschaft junge Sportler in einen früheren Termin katapultiert.

    Inzidenz in Andalusien wieder bei 250

    Andalusiens Gesundheitsminister Aguirre zeigte sich besorgt, weil die 14-Tage-Inzidenz in Andalusien wieder auf 250 angestiegen ist. Die Einweisungen vor allem jüngerer Patienten auf die Intensivstationen steigen wieder an, weil junge Leute lange verdrängen, dass sie mit Covid-19 ernsthaft krank sind, bis sie als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert werden. In Andalusien lagen am 12. April 1.393 Covid-19 Patienten in Krankenhäusern, darunter 300 auf der Intensivstation. Aguirre kritisierte Ministerpräsident Sánchez wegen dessen Ankündigung, den Staatsnotstand in Spanien am 9. Mai auslaufen zu lassen. Seit dem 18. April dürfen in Córdoba, Granada, Sevilla und Almería Bars und Geschäfte nur noch bis 20 Uhr öffnen. Die Furcht vor einer vierten Welle nimmt zu.

    Nachdem seit Dezember 2020 keine Flüge mehr zwischen den USA und Spanien möglich waren, nimmt American Airlines jetzt den Flugbetrieb zwischen Miami und Barcelona sowie zwischen Dallas und Madrid wieder auf. Die Flugpassagiere müssen weiterhin mit verpflichtenden PCR-Tests und lokalen Quarantänemaßnahmen rechnen. Während viele europäische Fluggesellschaften skeptisch sind, ob ab Juni wieder Tourismus möglich sein wird, ist der Reiseveranstalter TUI da sehr optimistisch. Allerdings müssten PCR-Tests deutlich billiger werden. Zu diesem Zweck sollen führende europäische Tourismusunternehmen bereits planen, mit einem Hersteller von PCR-Tests bevorzugt zusammenzuarbeiten.

    Die spanischen Gesundheitsbehörden haben eine Warnung der kanadischen Gesundheitsbehörden übernommen. Sie raten davon ab, Corona-Schutzmasken zu tragen, die Graphene enthalten. Dieses Material steht jetzt im Verdacht, beim Einatmen die Lungen anzugreifen. Graphenhaltige Schutzmasken werden von der chinesischen Firma Shandong Shenquan New Materials Co Ltd vertrieben.

    Die spanische Pharmafirma Rovi in Granada wird nach Lonza aus der Schweiz die zweite Firma, die in Europa Vorprodukte für Impfstoffe von Moderna herstellt. Jährlich sollen dort Vorprodukte für 100 Millionen Dosen hergestellt werden. Die daraus erstellten Impfdosen werden nach Europa, Kanada, Südkorea und Japan versandt. Die Produktion der Vorprodukte wird in Granada irgendwann zwischen Juli und September aufgenommen.

    Lebenserwartung in Spanien gesunken

    Seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie ist in Spanien die statistische durchschnittliche Lebenserwartung um 1,5 Jahre gesunken. Das ist der höchste Rückgang in der EU. In Deutschland beträgt der Rückgang ein halbes Jahr. In Dänemark und Finnland stieg die Lebenserwartung sogar um 0,1 Prozent. Normalerweise steigt in der EU die erwartete durchschnittliche Lebensdauer eines Neugeborenen alle 10 Jahre um 2 Jahre.

    In Murcia hat jetzt eine Schule den Klassenunterricht an den Strand verlegt. Murcia investiert 1,5 Millionen Euro in einen »Frischluft-Plan« um 109 Schulen Unterricht im Freien zu ermöglichen. Von dem Geld werden vor allem Schulmöbel angeschafft, die im Freien aufgestellt werden können. Am Strand können die Abstandsregeln perfekt eingehalten werden, Aerosole sind im Freien keine Gefahr und der Unterricht macht mehr Spaß. Die »Strandmöbel« könnte man dann ja im Sommer den Touristen zur Verfügung stellen für einen Corona gerechten Urlaub.

    Schon zahlreiche Flamenco-Lokale mussten schließen

    Obwohl die spanische Regierung die andalusischen Flamenco-Tänzer, die wegen Corona nicht auftreten dürfen, mit einer Sonderzuwendung von 2 Millionen Euro unterstützt hat, haben bereits 34 der populären 93 Flamenco-Lokale (tablao) für immer geschlossen. Diese als »Universitäten des Flamenco« bezeichneten Lokale hatten bisher dafür gesorgt, dass der Flamenco überleben und sich weiter entwickeln kann. Das Tablao-Sterben passiert ausgerechnet im 10. Jahr, nachdem der Flamenco als Weltkulturerbe anerkannt wurde.

    Die spanische Fluglinie Air Nostrum mit Sitz in Valencia hat die spanische Regierung um eine Finanzhilfe von 109 Millionen Euro ersucht. Die Fluglinie ist ein Franchise-Unternehmen von Iberia und bedient vor allem innerspanische Strecken. Alle 1.439 Angestellten sind in Kurzarbeit. Die Angestellten mussten bereits eine 25-prozentige Gehaltskürzung hinnehmen müssen. 14 Flugzeuge sollen verkauft werden. Die Regierung hatte bereits Air Europa mit einer Garantie über 475 Millionen Euro und die kleine Fluglinie Plus Ultra mit einer Garantie von 53 Millionen Euro gerettet. Plus Ultra verkehrt zwischen Teneriffa und einigen Städten in Südamerika. Der PP kritisierte, mit staatlichem Geld sei die Flugverbindung mit Venezuela gerettet worden. Plus Ultra mache nur 0,1% des spanischen Flugverkehrs aus.

    Bis 30. April muss Ministerpräsident Sánchez bei der EU Kommission seine Pläne einreichen, wie Spanien die 140 Milliarden Euro verwenden will, die das Land aus dem Corona-Aufbauprogramm der EU zwischen 2022 und 2026 erhalten soll. Sánchez hat bereits 102 Investitionsvorhaben benannt, darunter die Schwerpunkte Klimawandel und ökologisches Bauen, Digitalisierung und 5G. Der Tourismus soll mit 3,6 Milliarden Euro gefördert werden. Die Opposition kritisiert, Sánchez rede nur mit Worthülsen über Allgemeinplätze, bleibe aber Details schuldig. Sie befürchtet, dass die Hilfsgelder nur bei ein paar großen Konzernen ankommen und die kleinen und mittleren Betriebe weitgehend leer ausgehen werden. Überhaupt nicht thematisiert wird in Spanien die Möglichkeit, dass das deutsche Bundesverfassungsgericht das gesamte EU Paket zum Scheitern bringen, oder die Möglichkeit des Geldausgebens zumindest stark einschränken könnte.

    Während der Osterfeiertage wurden in Spanien 8.600 Geldstrafen verhängt und 99 Personen eingesperrt, weil sie die Grenze zu einer benachbarten Autonomen Region überschritten hatten. 64.200 Polizisten waren aufgeboten worden um diese Ordnungswidrigkeit zu ahnden. 3.112 Geldstrafen wurden dafür in Valencia verhängt, während 54 Personen in Madrid verhaftet wurden. In Andalusien gab es 1.736 Geldbußen und 4 Arreste. Spitzenreiter war dabei Málaga mit 675 kostenpflichtigen Verwarnungen, während es in Sevilla nur 46 Menschen erwischte.


    Update: Stand 12. April 2021 – 12 Uhr

    Die spanische Regierung hat immer die Position vertreten, jeder der sich in Spanien aufhält, könne und solle gegen Covid-19 geimpft werden, unabhängig von seiner Nationalität. Praktisch hat das aber bisher nur funktioniert für Personen, die im Besitz einer Plastikkarte des öffentlichen spanischen Gesundheitswesens sind. Die Ausführung der allgemeinen Regel ist Sache der Länder und wird in jeder Autonomen Region für Ausländer, die nicht beim spanischen Gesundheitsdienst versichert sind, unterschiedlich gehandhabt. Die britische Botschaft in Spanien hat jetzt veröffentlicht, wie das in einigen Regionen funktionieren soll:

    In Andalusien soll man sich von dieser Webseite ein Antragsformular herunterladen und ausfüllen, mit dem man sich beim örtlichen Gesundheitszentrum (Centro de Salud) in die Liste des öffentlichen spanischen Gesundheitssystems eintragen kann, ohne dort wirklich versichert zu sein. Neben dem ausgefüllten Formular muss man für die Impfregistrierung im Centro de Salud auch eine Anmeldebestätigung vom Rathaus und eine Kopie vom Pass, Personalausweis oder der NIE mitbringen. Dann wird man wie alle Berechtigten angeschrieben, wenn man wegen seiner Altersklasse zum Impfen an der Reihe ist.

    Auf den Balearen soll man die Telefonnummer 971 211 999 anrufen und sich registrieren. Die Nummer ist montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr erreichbar, an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 21 Uhr.

    In der Region Valencia (Costa Blanca) muss man persönlich zum örtlichen Centro de Salud gehen und erhält dort eine provisorische Gesundheitskarte, die zur Teilnahme an der Impfung berechtigt.

    In der Region Murcia kann man sich in ein Impfregister eintragen lassen, entweder über die Telefonnummer 900121212 oder auf dieser Webseite.

    In Katalonien muss man sich als Resident registrieren und eine TSI Karte beantragen, mit der man dann zum örtlichen Centro de Salud geht. Details findest du auf dieser Webseite.

    In allen anderen Autonomen Regionen wurden noch keine Verhaltensvorschriften für Ausländer veröffentlicht.

    Die 14-Tage-Inzidenz betrug am 6. April in Spanien 165, in Deutschland 272, in Großbritannien 90, in den Niederlanden 551, in Österreich 594, in Andalusien 156. Schlusslicht ist Navarra mit 366, am besten steht Valencia mit 33 da. In den letzten 7 Tagen wurden in Spanien 1.748 Personen neu wegen Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen. 13% der Bevölkerung wurden bisher geimpft, 6,1% haben bereits die zweite Impfung erhalten.

    Während die spanische Zentralregierung das Impfen mit dem Impfstoff von AstraZeneca wieder zugelassen hat, bleibt es in der Region Kastilien und León verboten. Ministerpräsident Sánchez rechnet fest damit, dass Ende August 70% der Bevölkerung zwei Impfungen mit einem der von der EMA zugelassenen Impfstoffe bekommen hat.

    Ausnahmezustand in Spanien wird nicht verlängert

    Ministerpräsident Sánchez hat überraschend angekündigt, dass der Ausnahmezustand am 9. Mai ausläuft und nicht verlängert wird. Er war eingeführt worden, damit die Autonomen Regionen einen Rechtsgrund hatten, lokal Restriktionen wegen Corona zu verhängen. Die Regionen bleiben aber auch nach dem 9. Mai für die lokalen Corona-Regeln verantwortlich.

    Es kann also z.B. sein, dass eine Region auch danach noch die Ein- oder Ausreise über die Grenze der Region hinaus verbietet, falls die 4. Corona-Welle Fahrt aufnimmt. Hingegen ist die Einreise nach Spanien in der EU durch das Schengen-Abkommen geregelt. Es kann also sein, dass man mit dem Auto aus Frankreich nach Katalonien einreisen, aber nicht nach Andalusien weiter fahren darf. In der Hand der spanischen Zentralregierung sind nur die Impfkampagne und die Maskenpflicht.

    Wenn die Autonomen Regionen nach dem 9. Mai an Einschränkungen festhalten, laufen sie Gefahr, dass unterschiedliche Gerichte in unterschiedlichen Regionen einige dieser Maßnahmen kippen. Dann wird es für ausländische Touristen noch unübersichtlicher.

    Die Kanaren erlauben spanischen Touristen bereits seit 10. April wieder die Einreise vom Festland, wenn sie am Flughafen einen Corona-Test machen. Verkehr zwischen den Kanarischen Inseln bleibt weiterhin untersagt. Die andalusische Landesregierung erwägt über den 9. Mai hinaus eine weitere 1-monatige Schließung der Grenze der autonomen Region.

    Gibraltar ebnet Weg für Normalität

    Sie schön das Leben doch sein könnte, demonstriert gerade Gibraltar. Ab 16. April beginnt dort die »Operation Freedom«. Masken müssen nur noch in öffentlichen Transportmitteln, in der Schule und in Einzelhandelsgeschäften getragen werden, nicht jedoch auf öffentlichen Plätzen, in Bars oder Restaurants. Die Anzahl der Restaurantgäste ist nicht beschränkt, jedoch muss jeder Gast seine Kontaktdaten hinterlassen. Da praktisch alle erwachsenen Einwohner Gibraltars geimpft sind, muss sich niemand in Quarantäne begeben, der Kontakt mit einem Infizierten hatte. Die wenigen Infizierten in Gibraltar sind alle Ausländer. Zwischen UK und Gibraltar wird es bald Reiseerleichterungen geben.

    Während der Corona-Krise in Spanien sollen Essstörungen wie Bulimie und Magersucht bei Jugendlichen um 25% zugenommen haben. Bei engen Wohnverhältnissen kriegen die jungen Leute mehr mit, wenn sich Erwachsene über ihre eigene Fettleibigkeit beklagen und halten es für erstrebenswert, nicht auch so zu werden. Zwar gilt während der Pandemie ebenfalls, dass die Familien, die auf engem Raum viel Zeit miteinander verbringen, häufiger mitbekommen, wenn jemand versucht, eine Essstörung zu verheimlichen. Das wird aber dadurch aufgewogen, dass viele Kliniken wegen der vorrangigen Behandlung von Covid-19 Patienten, »übliche« Behandlungen und Sprechstunden ausgesetzt haben, somit also auch die Programme und Sprechstunden für die Behandlung von Essstörungen. Mädchen leiden häufiger unter zwanghaften Essstörungen als Jungen.

    Die spanische Arbeitsministerin Yolanda Díaz hat angekündigt, dass das ERTE Kurzarbeiterprogramm über den Mai hinaus verlängert wird. In den ersten 6 Monaten erhielten Betroffene 70% ihres monatlichen Gehalts. Danach sind es nur noch 50%. In der Spitze haben 3,4 Millionen Spanier davon profitiert. Die Arbeitslosigkeit konnte so während der Corona-Pandemie auf 15% begrenzt werden. Wirtschaftsministerin Nadia Calviño geht für 2021 nur noch von einem Wirtschaftsaufschwung von 6,5% aus, im Vergleich zu 2020, während die spanische Nationalbank 6% vorhersagt. Die Verschlechterung zur bisherigen Prognose ist vor allem dem ausgefallenen Ostergeschäft geschuldet.

    Da für den Tourismussektor völlig unvorhersehbar ist, wie er sich bis zum Sommer entwickelt, hat die britische Billig-Fluggesellschaft Jet2 alle Flüge bis einschließlich 23. Juni abgesagt. Die Tickets für alle bereits gebuchten Flüge werden den Kunden von Jet2 erstattet. Während derzeit Großbritannien nicht zu unnötigen Zwecken wie z.B. zu einer touristischen Reise mit dem Flugzeug verlassen werden darf, akzeptiert Spanien aus dem »Drittland« Großbritannien derzeit wegen Covid-19 überhaupt keine Einreise von Touristen, die nicht in Spanien als Residenten registriert sind oder einen wichtigen Einreisegrund haben.

    Während Großbritannien z.B. eine Ausreise zum Zweck des Erwerbs einer Immobilie als »notwendig« akzeptiert, gestattet Spanien solchen Menschen nur die Einreise, wenn sie eine spanische TSI Karte vorweisen können. Wer in Spanien noch keine Immobilie hat, besitzt in der Regel auch keine TIE Karte. Wer einen nahen Verwandten besuchen will, der in Spanien mit dem Tode ringt, darf Großbritannien verlassen. Spanien akzeptiert aber nur die Einreise, wenn der Verwandte verstorben ist. Wer in Spanien vor einem Gericht oder einem Amt erscheinen muss, hat nach britischem Recht, einen wichtigen Grund, auszureisen, aber nach spanischem Recht keinen wichtigen Grund für eine Einreise, usw.

    In solchen Fällen mussten die Fluglinien die britischen Passagiere umgehend auf eigene Kosten nach UK zurückfliegen. Anfang April waren 40 britische Reisende eines Ryanair Fluges am Flughafen Málaga abgewiesen worden und mussten mit der gleichen Maschine nach Manchester zurückkehren. Und das, obwohl Ryanair beim Check-in in Manchester die vorgelegten Reisedokumente für gut befunden hatte. Das wurde Jet2 jetzt zu teuer. Außerdem dürfte der Tourismus zwischen UK und Spanien erst wieder Fahrt aufnehmen, wenn es einen europäischen Impfpass gibt, mit dem man eine Corona-Impfung nachweisen kann.

    Corona-Leugner gibt es in allen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen – warum also nicht auch bei der Polizei? In Alicante wurde jetzt der Polizist Rafa Navarro von einem Gericht zur Suspendierung seines Dienstes und seines Gehalts für die Dauer von 18 Monaten verurteilt. Navarro hält Covid-19 für einen Schwindel und weigert sich seit Dezember 2020 beharrlich, im Dienst eine Maske zu tragen. Er will keine Maske im Gesicht haben, von der er »weiß«, dass sie seine Gesundheit beeinträchtigen wird. In einem Video im Internet zeigte Navarro das Urteil und ermutigte die Menschen, es ihm gleich zu tun. Er wolle nicht zu jenen Polizisten gehören, die illegale Anweisungen befolgen.

    Auf Mallorca wurde ein Arzt dabei erwischt, als er deutschen Touristen für 80 Euro gefälschte PCR-Testergebnisse aushändigte, damit diese ihre Rückreise nach Deutschland antreten konnten.

    Real Fußballstar Marcelo erwartet eine Geldstrafe von 2.700 Euro, weil er auf Instagram ein Foto gepostet hatte, das ihn mit seiner Familie ohne Masken in Valencia zeigt. Marcelo, seine Frau und sein ältester Sohn müssen je 600 Euro berappen, weil sie die Landesgrenze von Valencia überschritten hatten und 100 Euro für das Nichtanlegen der Maske. Der jüngste Sohn wird nur die 600 Euro zahlen müssen. Marcelo dürfte es mit Humor tragen. Die Strafe beträgt gerade mal 0,1% seines Gehalts, von seinem Vermögen von 17 Millionen Euro ganz zu schweigen.

    Kurz vor dem Tod von Prinz Philipp wurde an Queen Elisabeth eine Ladung Bitterorangen aus Sevilla versandt. Die Früchte sind begehrt für die original britische thick cut Orangenmarmelade. Allerdings muss die Queen die Marmelade nicht selbst einkochen. Dies wird vielmehr vorher vom britischen Botschafter in Spanien erledigt. Der Alcázar Palast in Sevilla hat jedes Jahr das Problem, was mit den Orangen geschehen soll, die von den Orangenbäumen im Schlosspark geerntet werden müssen, damit neue Blüten nachwachsen können. Die Geschenkaktion an die britische Königin wurde zur Regierungszeit von Königin Victoria eingeführt, deren Enkelin Eugenie von Battenberg einen spanischen Bourbonen geheiratet hatte.


    Update: Stand 03. April 2021 – 10 Uhr

    Patricia Gómez, die Gesundheitsministerin der Balearen, hat klargestellt, dass auf den Balearen das Tragen von Masken am Strand nicht verpflichtend ist, solange der Abstand von 1,50 m zwischen Familien oder Individuen gewahrt werden kann und jede Gruppe nur aus Mitgliedern desselben Haushalts besteht. Die Polizei der Balearen wurde angewiesen, über Ostern das Tragen von Masken an den Stränden nicht zu kontrollieren.

    Die Zentralregierung in Madrid hatte am 30. März kurzfristig angeordnet, dass in Spanien überall in der Öffentlichkeit Masken getragen werden müssen, sogar falls der Abstand von 1,50 m eingehalten werden kann. Die Regierung der Balearen fühlt sich durch das Dekret zum Ausnahmezustand befugt, diese Regel durch eine eigene Regel zu ersetzen. Das vorgeschriebene Tragen von Masken am Strand würde Touristen abschrecken und in andere Urlaubsländer vertreiben. Die Zentralregierung hatte die neue Regel kurzfristig ohne Rücksprache mit den Autonomen Regionen im Staatsanzeiger angekündigt und in Kraft gesetzt. Das Rauchen in der Öffentlichkeit wurde ebenfalls verboten, weil man dazu ja die Maske absetzen muss. Bei sportlichen Aktivitäten, bei denen durch die Anstrengung das Tragen einer Maske kontraproduktiv wäre, kann auf die Maske verzichtet werden. Beim Baden im Meer soll aber eine Maske getragen werden. Die Tourismusindustrie ätzt, nun würden die Strände zu »Open-Air Hospitälern«. Gesundheitsexperten befürchten, das Maskengebot an Stränden könnte in der Bevölkerung zu Corona-Müdigkeit und Nichtbeachtung der neuen Regeln führen. Auf einem Meeting am 7. April soll beraten werden, ob die neuen Maßnahmen für ganz Spanien beibehalten werden, die auch für die Benutzung von privaten Swimmingpools im Freien gelten.

    Bis 5. April werden 522 Flugzeuge mit Urlaubern aus Deutschland auf den Balearen erwartet. Das sind aber nur 10% dessen, was in normalen Jahren zu Ostern auf den Balearen los ist. Da die Deutsche Bundesregierung offensichtlich erschrocken ist über die Formulierung in den Reisewarnungen des Auswärtigen Amts, welche den österlichen Ansturm deutscher Touristen überhaupt erst ermöglicht hat, wird jetzt für alle, die mit einem Flugzeug nach Deutschland zurückkehren, ein PCR-Testergebnis verlangt. Der Test muss vor dem Abflug im jeweiligen Reiseland erfolgen. Wird dabei jemand positiv getestet, darf er nicht nach Deutschland mitfliegen und muss sich im Reiseland in Quarantäne begeben. Die Balearen stellen für solche Fälle das Melia Bay Hotel in Palma bereit. Das Hotel gehört zur IB Salut Hotelgruppe. Tourismusminister Negueruela sagte, die Touristen müssten ihren PCR-Test selbst bezahlen. Die Hotelrechnung werde an »das Europäische Gesundheitssystem« gesendet. Da kann das Hotel vermutlich bis zum Sankt Nimmerleinstag auf eine Begleichung warten.

    Ryanair plant für den Sommer wöchentlich 2.500 Flüge nach Spanien. Schon jetzt seien die Buchungen für Spanienflüge 20% höher als in früheren Jahren. Angesprochen auf die Coronatests für deutsche Rückkehrer von den Balearen sagte ein Sprecher der Fluglinie, Ryanair sei nicht verantwortlich für die Durchführung und Bezahlung dieser Tests. Das sei allein Sache der Kunden.

    Am 27. März fand im Palau Sant Jordi in Barcelona vor 5.000 Gästen ein Konzert der katalanischen Band »Love of Lesbian« statt. Das Konzert soll der größte Massenevent sein, der seit Beginn der Pandemie in Europa durchgeführt wurde. Alle Teilnehmer waren vorher getestet worden und mussten während des Konzerts Masken tragen, jedoch keinen Sicherheitsabstand einhalten. Wegen der Test- und Hygienemaßnahmen entstanden zusätzliche Kosten von 60.000 Euro, die auf den Ticketpreis aufgeschlagen wurden. Es wird nun wissenschaftlich ausgewertet, unter welchen Umständen weitere Konzerte in ganz Spanien stattfinden können. Zur Dämpfung der Kosten wurde angeregt, in Zukunft nur lokale Bands auftreten zu lassen. Durch die Fortschritte beim Impfen und bei der Ausstattung der Haushalte mit Schnelltests hofft man ebenfalls, die Kosten senken zu können. Außerdem könnten mehr Konzerte im Freien stattfinden.

    Maskenpflicht auch beim Autofahren

    Spaniens Generaldirektion für den Verkehr (DGT) droht mit saftigen Bußgeldern, falls Autofahrer angetroffen werden, die beim Autofahren keine Masken tragen. Wer alleine, also ohne weitere Mitfahrer, ein Auto fährt, muss keine Maske tragen. Mitfahrer aus dem gleichen Haushalt ebenfalls nicht. Falls sich im Auto Personen aus mehr als einer Adresse befinden, dürfen pro Sitzreihe maximal 2 Personen sitzen. Dabei müssen sie Masken tragen und einen maximal möglichen Abstand zueinander einhalten. Das gilt insbesondere für Vans und Kleinbusse. Zwei Personen auf einem Zweirad müssen Handschuhe und entweder Masken oder je ein Vollschutz-Helmvisir tragen. Ausgenommen sind Kinder unter 6 Jahren sowie Personen, die aus medizinischen Gründen vom Tragen einer Maske befreit sind. Für eine falsch sitzende Maske werden 80 Euro fällig. Mitfahrer aus mehr als einem Haushalt, die keine Maske tragen, zahlen 100 Euro. Autofahrer, die während einer solchen Fahrt ihre Maske ablegen, werden mit 500 Euro zur Kasse gebeten.

    In einer Villa in Calvia auf Mallorca hat die Polizei eine Party beendet, auf der 50 Jugendliche die Hygieneregeln nicht einhielten und Drogen zu sich nahmen. Gleiches geschah mit Partys auf zwei Motoryachten im Mittelmeer, an denen jeweils 15 Personen teilnahmen. Die Yachten fielen auf, als Touristen einen Jetski-Fahrer beobachteten, der Drogen an die Personen auf den Yachten überbrachte.

    Eine Studie der Drogen-Beobachtungsstelle vom 26. März ergab, dass während der Pandemie der Alkoholkonsum um 50% zurückgegangen ist. Das wird auf die eingeschränkten Öffnungszeiten von Bars und Restaurants zurückgeführt. Es trifft aber auch auf private Massenbesäufnisse zu. Stattdessen haben der Drogenkonsum und die Teilnahme an Online-Wetten zugenommen, insbesondere unter Frauen und Mädchen.

    Die spanische Variante von unrechtmäßiger Bereicherung im Gesundheitswesen ereignet sich gerade in der Stadt Orihuela an der Costa Blanca. Bürgermeister Emilio Bascunana vom konservativen Partido Popular wird beschuldigt, er habe zwischen 2007 und 2013 das Gehalt eines Gesundheitsinspektors bezogen, obwohl in diesem Zeitraum gar keine Aktivitäten in diesem Job erkennbar waren. Bascunana ist Arzt und seit 2015 Bürgermeister von Orihuela. Es geht um einen Betrag von 202.170 Euro. Bascunana verteidigt sich damit, er habe den Job »auf der Straße« ausgeübt. Daher gebe es im Büro keine Belege.

    Die Aussicht, angesichts einer fast zu 90% abgeschlossenen Impfung der Einwohner, nach Ostern in Gibraltar wieder in die Schule gehen zu dürfen, scheint nicht allen Schülern zu gefallen. Jedenfalls wurde am 28. März von unbekannten die Governor’s Meadow Lower Primary School teilweise abgefackelt, so dass für die über 1.000 Schüler nur ein Notbetrieb stattfinden kann.


    Update: Stand 25. März 2021 – 21 Uhr

    Corona feiert dieser Tage in Spanien und Deutschland 1-jähriges Jubiläum. Mittlerweile ist die Bevölkerung in beiden Ländern »mütend« über das immer rätselhaftere Regierungshandeln.

    Kaum hatte das Robert Koch-Institut die Balearen nicht mehr als Corona-Risikogebiet ausgewiesen, schoss der Kurs der TUI-Aktie um 22% nach oben. Mittlerweile musste er davon 17% wieder abgeben. Denn wie nach einer durchzechten Nacht folgte der österlichen Urlaubs-Euphorie der Kater auf dem Fuß. Nach dem Eintreffen der ersten Alemánes auf Malle, ging die Inzidenz dort leicht von 20 auf 26 nach oben. Den Mallorquinern dämmerte allmählich, dass sie sich mit den Urlaubshungrigen aus mehreren EU-Ländern auch einen Mutanten-Cocktail auf die Inseln geholt haben könnten, während die Spanier auf dem Festland nicht verstehen wollen, warum sie nicht zu Ostern auf die Balearen oder in ihre Ferienhäuser dürfen, die Deutschen aber schon. Das große Ostergeschäft ist für die Balearen nicht in Sicht, denn nur ca. 10% der Hotels werden dort zu Ostern überhaupt geöffnet sein. Die Regierung der Balearen erwägt inzwischen, nicht notwendige Reisen zwischen den Balearischen Inseln zu verbieten. Touristen würden davon allerdings ausgenommen.

    Und welchen Sinn hat es, dass Briten ab dem 30. März in Spanien wieder willkommen sind, wenn sie mit einem gültigen PCR-Test einreisen, während Großbritannien seinen Bürgern zwischen dem 29. März und dem 30. Juni jegliche touristische Auslandsreise verbietet? Eine britische Studie hatte ergeben, dass unter 4.000 Infizierten 14% ihre Infektion aus dem Ausland eingeschleppt hatten. Immerhin erlaubt Großbritannien Reisen nach Spanien, wenn deren Zweck darin besteht, eine Ferienimmobilie anzusehen, zu mieten, zu erwerben oder zu verkaufen oder die eigene Ferienimmobilie für eine Vermietung vorzubereiten.

    In Deutschland blamierte sich die Runde der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin bis auf die Knochen mit der Schnapsidee eines zweitägigen zusätzlichen Osterruhe-Lockdowns, während offenbar niemand weiß, wie man ohne Zwangsquarantäne und Testpflicht das Ansteigen der Ansteckungskurve nach Rückkehr der Mallorca-Urlauber verhindern könnte. Die Rheinische Post fragt: Ist Ballermann wichtiger als Bildung? Es herrscht Unverständnis, dass TUI vom Staat gerettet wurde, obwohl dieser Konzern nicht systemrelevant sei, aber sich jetzt als »Superspreader« betätige.

    Die deutsche Bevölkerung ist aufgebracht, dass sie zu Ostern zwar auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht im Wohnwagen oder in der Ferienwohnung im eigenen Land. Der Frust könnte dazu führen, dass zu Ostern erst recht viele Deutsche auf die Balearen jetten. Die Bundesregierung rätselt, ob sie über die rechtlichen Mittel verfügt, weitere Flugreisen auf die Balearen zu verhindern, während Boris Johnson sofort für Großbritannien ein generelles Verbot von touristischen Auslandsreisen verordnen konnte. Auch die autonome Region Valencia steht deutschen Touristen offen, nachdem dort in 94% der Orte die Inzidenz unter 25 gefallen ist.

    Rückkehrer benötigen negativen Test

    Deutschland rechnet mit 40.000 Rückkehrern aus dem Osterurlaub auf den Balearen. Zwar hat die Bundesregierung jetzt beschlossen, dass jeder, der mit dem Flugzeug aus dem Ausland nach Deutschland kommt, sich in Spanien am Flughafen testen lassen muss. Jedoch beeilte sich easyJet daraufhin zu erklären, dass sich die Fluggesellschaft nicht in der Pflicht sieht, entsprechende Testmöglichkeiten an den Flughäfen anzubieten. easyJet Kunden müssen sich vor der Rückreise selber um eine Testmöglichkeit kümmern, während TUIfly, Condor Eurowings und Lufthansa an den Flughäfen auf den Balearen für ihre Passagiere gemeinsame Testzentren einrichten wollen und man von Ryanair zu dem Thema überhaupt nichts hört. Wer positiv getestet wird, muss auf den Balearen in ein Quarantänehotel.

    In der Osterwoche richtet die andalusische Polizei 550 Checkpoints ein, damit ja niemand aus einer anderen autonomen Region es wagt, zu seiner Ferienwohnung oder zu einem Verwandtenbesuch zu fahren.

    Die Sohail Burg in Fuengirola möchte zwischen Juli und September Europas Zentrum für Open-Air Musik Festivals werden. Das Marenostrum Musik Festival wird über 50 Veranstaltungen unterschiedlichster Musik Stilrichtungen anbieten. Natürlich alles Corona-konform. Das Programm könnt ihr hier einsehen.

    Während Spaniens Tourismusindustrie auf einen elektronischen Impfpass der EU für die Sommersaison hofft, würde dieser den Touristen aus Großbritannien ja nichts nutzen. Spanische Gesundheitspolitiker warnen hingegen bereits, dass geimpfte Touristen aus vielen Ländern in Spanien einen Cocktail neuer Mutationen hervorbringen könnten. Ca. 30% der Europäer stehen einem elektronischen Impfpass ablehnend gegenüber, weil sie darin den Einstieg in den totalen Überwachungsstaat vermuten.

    Auch in Spanien wird zu langsam geimpft

    Die Versorgung Spaniens mit dem neu zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson läuft nur zögernd an. Im April werden 300.000 Impfdosen erwartet, im Mai 1,3 Millionen und im Juni 3,9 Millionen. Pfizer will irgendwann im April in der Lage sein, täglich 1,3 Millionen Impfdosen zu liefern. Vielleicht kann die Mafia ja mit den gerade in Italien entdeckten 29 Millionen Impfdosen von AstraZeneca aushelfen? Die Altersgrenze, bis zu der in Spanien der Impfstoff von AstraZeneca verimpft werden darf, wurde gerade auf 65 Jahre angehoben.

    Zu Ostern werden erst 10% der Spanier gegen Corona geimpft sein. Das ist zu wenig um nach Ostern zu verhindern, dass es möglicherweise zu einer vierten Infektionswelle kommt. Diese wird befürchtet, da sich viele Spanier zu Ostern zuhause privat versammeln werden, ohne die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten.

    Die Landflucht in Spanien ist ein großes Problem. Hunderte von kleinen Dörfern stehen bereits leer und verfallen. Nun deutet sich eine leichte Trendumkehr an. Die jungen Leute in den Großstädten, die durch Corona arbeitslos sind, ziehen zurück zu ihren Eltern auf den Dörfern, weil sie die hohen städtischen Mieten nicht mehr bezahlen können. Auch kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack, dass man ein Homeoffice auch gut auf dem Land betreiben kann – falls es dort eine anständige Internet-Anbindung gibt. Oder man mietet sich auf dem Land in einen Internet-Shop ein, ist nach der Arbeit schnell zuhause und kann von der Arbeit ungestört abschalten.


    Update: Stand 18. März 2021 – 22 Uhr

    Vor vier Tagen hatten wir gemeldet, dass einige Flugreisende, die in ihre Heimatländer zurückreisen wollten, am Flughafen Málaga zurückgewiesen wurden, weil in einem Fall zwar ein PCR-Test, aber kein Schnelltest vorhanden war, in vier anderen Fällen die Gültigkeit des Schnelltest seit 10 Minuten abgelaufen war. Der Vorfall kann jetzt erklärt werden: Da es zu der Zeit nur wenige Direktflüge nach Deutschland gab, flog eine deutsche Touristin von Málaga über Amsterdam nach Hannover. Für die Einreise nach Deutschland hatte sie einen 48 Stunden gültigen spanischen PCR-Test dabei. Für die Einreise nach Holland wurde aber zusätzlich ein Schnelltest verlangt, der nicht älter als 4 Stunden sein durfte. An dieser zweiten Hürde scheiterten auch die vier anderen Reisenden, die nur bis Amsterdam fliegen wollten.

    Um solche Kalamitäten zu vermeiden, solltest du möglichst einen Direktflug buchen und die dann für Deutschland gerade aktuellen Regeln des Robert Koch-Instituts beachten. Falls der Flug durch ein Umsteigen in einem Drittstaat unterbrochen wird, musst du dich zusätzlich kundig machen über die aktuellen Regelungen, die für den Drittstaat gelten. Die Einreiseregeln können sich wegen der Corona Pandemie jederzeit ändern. Daher können heute keine seriösen Voraussagen gemacht werden, wie diese Regeln z.B. für Ostern aussehen werden. Dasselbe gilt natürlich für die Einreise nach Spanien, wobei die Regeln für die Einreise nach Andalusien andere sein können als für die Einreise auf die Balearen oder nach Katalonien.

    Einreise aus touristischen Gründen nicht erwünscht

    Sowohl die spanische Regierung als auch die andalusische Landesregierung haben mehrfach deutlich gemacht, dass sie in der Osterzeit keine Einreise ausländischer Touristen wünschen, auch nicht aus der EU. Daher muss damit gerechnet werden, dass das bestehende Einreiseverbot für ausländische Touristen nach Andalusien über den 19. März hinaus verlängert wird. Wer für Ostern eine Reise nach Spanien plant, sollte vielleicht besser auf die Balearen fliegen. Dort beträgt die 7-Tage-Inzidenz derzeit 20, daher dürfen die Strände von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr genutzt werden, allerdings darf die Maske nur im Liegen abgenommen werden und jede Gruppe darf maximal 6 Personen umfassen. In Restaurants dürfen 4 Personen an einem Tisch sitzen. Die Weiterreise von den Balearen in andere spanische Regionen ist nicht gestattet. Ryanair richtet 200 zusätzliche Flugtermine ein um zu Ostern von Deutschland nach Alicante oder auf die Balearen zu fliegen.

    Am Flughafen Málaga wird jetzt ein Testcenter für alle Flugreisenden und Cabin Crews eingerichtet. Tests können dort durchgeführt werden zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr. Ein Antigen-Schnelltest dauert 20 Minuten und kostet 28,60 Euro. Ein PCR-Test kostet 58,50 Euro und auf sein Ergebnis muss man 12 Stunden warten. Einen Testtermin kann man hier vereinbaren.

    Spanien hat wegen der europaweit gemeldeten Fälle von Hirnvenen-Thrombosen am Montag die Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca für 15 Tage ausgesetzt. Bisher wurden erst 55,25% der für Spanien gelieferten 1.700.500 Impfdosen von AstraZeneca verimpft, 4.459.25f von Pfizer/BioNtech und 246.107 von Moderna. Betroffen von der Impfverzögerung mit dem Impfstoff von AstraZeneca sind vor allem Lehrer. Am Donnerstag hatte die europäische Medizinagentur EMA den Impfstoff von AstraZeneca für unbedenklich erklärt. Daraufhin lässt Spanien die Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca ab Mittwoch, dem 24. März wieder zu.

    Die Sperrung der Grenze nach Portugal wurde zunächst bis zum 6. April verlängert.

    Politisches Theater geht weiter

    Im Vergleich zu dem politischen Theater, welches gerade in Spanien aufgeführt wird, ist das derzeitige politische Grummeln in Deutschland eher langweilig. Das in der autonomen Region Murcia ausgelöste politische Erdbeben hatte ja bereits die Auflösung der Regionalregierung in der autonomen Region Madrid zu Folge. Mittlerweile hat das Oberlandesgericht dieser Region geurteilt, dass die Ausrufung von Neuwahlen für den 4. Mai durch die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vom konservativen Partido Popular rechtlich nicht zu beanstanden sei.

    Daraufhin erklärte Pablo Iglesias, der Parteiführer von Podemos, seinen Rücktritt vom Amt des spanischen stellvertretenden Ministerpräsidenten um in der Region Madrid als Gegenkandidat der Linken den Wahlsieg von Frau Ayuso zu verhindern. Als seine Nachfolgerin in diesem Amt schlug er Arbeitsministerin Yolanda Díaz vor, als Nachfolgerin für seinen Posten als Sozialminister Ione Belarra ,die bisherige Staatssekretärin in diesem Ministerium Der Schritt von Pablo Iglesias hat offenbar den Segen von Ministerpräsident Pedro Sánchez, der dadurch einen unbequemen Partner in der Regierung verliert und möglicherweise eine Eroberung der Region Madrid durch das linke Lager bekommt. Gegebenenfalls zerbröseln aber dabei die Parteien Mas Madrid und Ciudadanos, so dass PSOE, Podemos und PP zwei Konkurrenten weniger hätten. Frau Ayuso beeilte sich auch sogleich zu versichern, dass sie keine Probleme damit hätte, Madrid zusammen mit der rechtspopulistischen VOX Partei zu regieren. Iglesias erklärte, ggfls, würde er die Kandidatur zum Präsidentenamt von Madrid Inigo Erejón, dem Führer von Mas Madrid, überlassen. Errejón hatte einst zusammen mit Iglesias Podemos gegründet, hatte dann aber Mas Madrid von Podemos abgespalten.

    Auch in Murcia ist die Sache noch nicht entschieden, nachdem drei abtrünnige Ciudadanos durch ihren Eintritt in den PP die bisherige Mehrheit des konservativen Ministerpräsidenten anscheinend wieder hergestellt hatten. Denn es könnte sein, dass drei regionale Abgeordnete, die wegen interner Meinungsverschiedenheiten von VOX aus der Partei geworfen wurden, auf Rache sinnen und das Misstrauensvotum der Linken in Murcia unterstützen.

    Als neuntes Land in Europa hat Spanien jetzt die Sterbehilfe auf Verlangen genehmigt. Das neue Gesetz tritt im Juni in Kraft. Es gilt nur für Spanier und Residenten in Spanien. Das Begehren nach Sterbehilfe muss 15 Tage nach dem ersten Mal erneut kundgetan werden.

    Eine internationale Studie von Moneytransfers.com unter 25.823 Befragten hat ergeben, dass 27% der Spanier mittlerweile die Abschaffung des Bargeldes befürworten. In Indien wünschen sich das 79%, in Malaysia 65%. 52% der Spanier berichten, dass sie wegen der Pandemie jetzt seltener bar bezahlen.

    Beim Netto-Einkommen hinkt Spanien laut einer GfK Studie aus dem Jahr 2020 weit hinterher. Während sich die Liechtensteiner über ein jährliches Durchschnittseinkommen von 64.240 Euro freuen und die Schweizer über immerhin noch 41.998€, müssen sich Deutsche mit 22.388 Euro zufrieden geben und Spanier mit 13.613€. Immerhin sind sie weit entfernt von 7.143 Euro in Polen und 1.703 Euro in der Ukraine.

    Das diesjährige für September Gibraltar Music Festival wird ohne ausländische Musiker stattfinden. Es wurde umbenannt in »Friday Night Life«.


    Update: Stand 14. März 2021 – 14 Uhr

    Die für den 10. März angekündigten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit in den beiden Osterwochen, wurden vom Interterritorialen Rat des Gesundheitsministeriums (CISNS) in Kraft gesetzt. CISNS entspricht der deutschen Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin, allerdings auf der Ebene der Gesundheitsminister. Die gleichen Einschränkungen gelten auch an dem langen Wochenende um den Sankt-Josefs-Tag (Vatertag) vom 17. bis 21. Mai, der in Murcia, Valencia, Madrid, Galizien, dem Baskenland, der Extremadura und Navarra ein Feiertag ist. Es dürfen sich also maximal 4 Personen in geschlossenen Räumen oder 6 Personen im Freien treffen. Zwischen den Regionen darf nicht gereist werden und es gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Nur die Kanaren und die Balearen sind von den Einschränkungen ausgenommen.

    Für Deutschland sind die Balearen, Extremadura, Kastilien-La Mancha, Murcia, das Rioja und Valencia kein Corona-Risikogebiet mehr. Deutsche Touristen dürften also zu Ostern nach Mallorca reisen und müssen nach der Rückkehr in Deutschland nicht in Quarantäne. TUI hat bereits ab 21. März entsprechende Flugreisen von Düsseldorf, Hannover und Frankfurt angekündigt. Die 7-Tage-Inzidenz auf den Balearen beträgt 20. Hingegen hat die spanische Regierung das Einreiseverbot für Briten und Brasilianer und Südafrikaner bis zum 30. März verlängert.

    Aus unserem Bekanntenkreis erreicht uns eine beunruhigende Nachricht: Eine deutsche Frau wollte von Málaga nach Deutschland zurückfliegen. Sie hatte sich extra an Vorabend des Fluges für 190 Euro ein negatives PCR-Testergebnis besorgt, welches ja nur 48 Stunden gültig ist. Am Flughafen Málaga wurde sie zurückgewiesen, weil sie zusätzlich zu ihrem PCR-Testergebnis keinen Schnelltest vorweisen konnte. Vier weitere deutsche Reisende wurden hingegen zurückgewiesen, weil die Gültigkeit ihrer Schnelltests seit 10 Minuten abgelaufen war. Wir bemühen uns, herauszufinden, warum jetzt auf einmal zwei negative Corona-Tests verlangt werden, oder ob es sich um eine Eigenmächtigkeit der Behörden am Flughafen Málaga handelt.

    Gesundheitsministerin Carolina Darias erwartet für April 4,8 Millionen des Impfstoffs von Pfizer. Bisher hat Spanien 5,5 Millionen Impfdosen erhalten und erwartet bis Ende März weitere 2,8 Millionen Dosen.

    Ab Montag gilt in Gibraltar die nächtliche Ausgangssperre nur noch an Werktagen von Mitternacht bis 5 Uhr morgens. Alkohol darf wieder verkauft werden und bis zu 8 Personen dürfen im Restaurant am gleichen Tisch sitzen. Es gibt noch 23 Infizierte, darunter 10 Besucher, vor allem Studenten, die aus Großbritannien zurückgekehrt sind. 29.000 Einwohner haben mindestens die erste Impfdosis erhalten, davon 40% die zweite.

    Angespannte politische Lage in einigen Regionen Spaniens

    Erdbeben kündigen sich durch kleine Risse und rumpelige Geräusche an. In Deutschland könnte eine dritte Welle, die mitten in die gegenläufige Öffnungsstrategie der Ministerpräsidentenkonferenz platzt, zur Erschöpfung der Gesellschaft und zu politischen Beben führen. Den Anfang macht bereits die Union mit ihrem Masken-Skandal.

    Parallel dazu beginnt gerade in Spanien ebenfalls ein politisches Erdbeben. Die bisher mit PP und VOX gemeinsam regierenden Ciudadanos um Ana Martínez Vidal in Murcia haben plötzlich angekündigt, die Seiten zu wechseln, sich mit der PSOE zu verbünden und den Regionalpräsidenten Fernando López Mira auf einer Landtagssitzung am 18. März zu stürzen. Als Begründung für die Zerrüttung wurden die Impfung hochrangiger Politiker in Murcia außerhalb der Impfreihenfolge und Korruptionsvorfälle genannt. Vidal soll neue Präsidentin des Bündnisses aus Cd’s und PSOE, das im Parlament eine Mehrheit von einer Stimme hätte (wie wir noch sehen werden: hätte, hätte, Fahrradkette!). Noch-Präsident Mira entließ sogleich alle Minister der Cd’s.

    Als die PP der Region Madrid davon hörte, verkündete Isabel Díaz Ayuso, die Regionalpräsidentin der Region Madrid, die Auflösung des Landtags und setzte Neuwahlen für den 4. Mai an. Gleichzeitig entließ sie die Landesminister der Ciudadanos. Die regionale PSOE konterte, die Auflösung des Landtags und der Termin der Neuwahlen seien unwirksam, da PSOE und Mas Madrid bereits vorher einen Misstrauensantrag eingebracht hätten, über den zuerst abgestimmt werden müsse. Nun müssen Gerichte entscheiden, was gilt. Auch die PSOE in Kastilien-La Mancha brachte einen Misstrauensantrag ein, während der Bürgermeister von Madrid und sein Partner von den Ciudadanos zusammen weiter regieren wollen. In Andalusien hält die Regierungs-Koalition aus PP, VOX und Ciudadanos bis auf weiteres.

    Treibende Kraft des politischen Schwenks soll Inés Arrimadas sein, die Chefin der Ciudadanos, die verhindern will, dass die Cd’s nach der verheerenden Niederlage in Katalonien in die Bedeutungslosigkeit verschwinden. Sie hat sich daher Ministerpräsident Sánchez als Mehrheitsbeschafferin angedient. Das könnte jedoch für die Ciudadanos auch zum Sargnagel werden. Für Sánchez hingegen wäre es eine Gelegenheit, den politischen Druck abzumildern, den sein linkspopulistischer Koalitionspartner Unidas Podemos auf ihn ausübt.

    Apropos Katalonien: Das Europäische Parlament hat die Immunität des früheren katalanischen Präsidenten Charles Piugdemont und seines Mitstreiters Toni Comin aufgehoben. Puigdemont und Comin leben seit 2019 in Belgien im Exil. Sie werden von der spanischen Regierung mit einem europäischen Auslieferungsbegehren gesucht, dem nun stattgegeben werden könnte. Die beiden Katalanen wollen gegen den Beschluss vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

    Mittlerweile scheint das Beben in Murcia schon wieder abgesagt worden zu sein. Die dortigen Ciudadanos haben sich gespalten, so dass wieder eine Mehrheit aus PP, VOX und den ausgetretenen Mitgliedern der Cd’s um Vizepräsidentin Isabel Franco hergestellt ist. Franco sagte, sie sei von ihren Wählern nicht beauftragt worden, die Macht in Murcia an Pedro Sánchez zu übergeben. Sie hatte allerdings vorher das Misstrauensvotum noch aus Parteiräson gegenüber den Cd’s mit unterzeichnet.

    Am internationalen Frauentag kam es Corona bedingt nur zu vereinzelten kleinen Demonstrationen. Die Frauen beklagen, dass unter den Menschen, die ihren Job wegen der Pandemie aufgeben mussten, 93% Frauen sind, die ihre Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Sieben Prozent der Frauen erlitten während der Pandemie physische oder psychische Gewalt. Frauen verdienen 15% weniger als Männer. Nur ein Drittel der Managerpositionen wird von Frauen besetzt. Allerdings beträgt der Frauenanteil im spanischen Parlament 47% und in der Regierung stellen sie sogar die Mehrheit. An Frauen mangelt es hingegen auf dem Lande. Die Escuela de Pastoras (Schule für Schäferinnen) möchte Frauen nun für den Beruf des Schäfers und ein Leben auf dem Land motivieren. Der Unterricht wird aus der Perspektive der Frauen durchgeführt. Es geht also um Themen wie Kinderbetreuung, Work-Life-Balance und weibliche Netzwerke zwischen Bäuerinnen. Aber auch um den Einsatz von Drohnen und um umweltverträgliche Landwirtschaft. 265 Frauen nehmen an den Schulungen teil, davon 19 im andalusischen Ronda.


    Update: Stand 07. März 2021 – 16 Uhr

    Den beiden nachstehenden Meldungen möchten wir die Warnung voranstellen, dass heute noch NICHT den 1.April ist. Sie sind also ernst zu nehmen!

    Das Parlament der Region Galizien hat eine Reform des galizischen Gesundheitsgesetzes von 1980 verabschiedet, welche es der galizischen Regionalregierung ermöglicht, eine Covid-19 Impfpflicht sowie eine Pflicht zur Erbringung sozialer Dienstleistungen für alle 2,7 Millionen Einwohner anzuordnen. Bei einer Weigerung droht eine Geldstrafe zwischen 3.001 und 60.000 Euro.

    Die sozialistische Regierung der Balearen hat damit begonnen, 56 leer stehende Immobilien zu enteignen, darunter 27 auf Mallorca, 26 auf Menorca und 6 auf Ibiza. Josep Mari, der Bauminister der Balearen, sagte dazu: »Dieser wichtige Schritt erlaubt es der Regierung, Wohnungen der Spekulation zu entreißen und sie ihrer sozialen Funktion zuzuführen«. Die 56 Immobilien werden zunächst für 7 Jahre enteignet. Für die 56 Eigentümer stehen Entschädigungen von insgesamt 1,8 Millionen Euro bereit. Monatlich bezahlt die Regierung je Wohnung 408 Euro auf Mallorca, 336 Euro auf Menorca und 530 Euro auf Ibiza. Mit dieser Maßnahme sollen Spekulanten abgehalten werden, ihre Wohnungen leer stehen zu lassen, statt sie zu vermieten.

    Die Vereinigung der Immobilien-Entwickler auf den Balearen beklagte, die neue Maßnahme habe im In- und Ausland große Besorgnis ausgelöst, da nicht klar sei, welche Art von Immobilien davon betroffen sei. Insbesondere befürchten Ausländer, die wegen der Pandemie ihre Ferienimmobilien leer stehen lassen müssen, dass diese in ihrer Abwesenheit enteignet werden.

    Lage in Spanien und Andalusien entspannt sich weiter

    Der Februar 2021 war für Andalusien der tödlichste Monat während der Pandemie. 2.036 Personen sind im Februar an oder mit Covid-19 verstorben. Für ganz Spanien war es mit 10.528 Toten der zweitschlimmste Monat. Aber jetzt gehen Neuinfektionen und Todesfälle deutlich zurück. Die 14-Tage-Inzidenz sowohl in Andalusien als auch in ganz Spanien ist auf 175 gefallen. Nur in Madrid beträgt sie noch 286.

    In Andalusien dürfen Gemeinden in Level 2 jetzt wieder einige Erleichterungen einführen. Level 2 ist dann erreicht, wenn die 14-Tage-Inzidenz unter 150 liegt, wenn gleichzeitig nicht mehr als 10% der Krankenhausbetten mit Covid-19 Patienten belegt sind und wenn sich nur wenige über 65-jährige neue angesteckt haben. Bei Level 2 dürfen Bars und Geschäfte bis 21:30 Uhr geöffnet sein und Alkohol verkaufen. Zuhause und in der Öffentlichkeit dürfen sich maximal 6 Personen treffen. Aus Furcht vor einer vierten Welle bleibt aber in ganz Andalusien die Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr in Kraft. Verboten bleiben nicht notwendige Reisen über Provinzgrenzen hinaus.

    Keine Reisen zu Ostern

    In ganz Spanien wird es zu Ostern allenfalls innerspanischen Tourismus geben. In der Semana Santa zwischen dem 26. März und dem 9. April sollen Reisen zwischen den autonomen Regionen verboten werden, damit insbesondere nicht zu viele Menschen an die Küsten oder zu Verwandtenbesuchen fahren. In diesem Zeitraum soll auch die nächtliche Ausgangssperre in Kraft bleiben. Endgültige Beschlüsse über die Regelungen zu Ostern sollen am 10. März getroffen werden.

    Die Pandemie in Spanien hatte so richtig losgelegt, nachdem Anfang März 2020 Hunderttausende zu den jährlichen Märschen anlässlich des internationalen Frauentags auf die Straße gegangen waren. Nachdem dieses Jahr bereits wieder 104 derartige Demonstrationen angemeldet wurden, hat die spanische Regierung alle Aufmärsche am 7. und 8. März verboten. Alleine für Madrid wurde mit 60.000 Demonstranten gerechnet.

    In Spanien ist der Impfstoff von AstraZeneca nur für 18- bis 55-jährige zugelassen. Daher wird er hauptsächlich an Feuerwehrleute, Lehrer, medizinisches Personal und Polizisten verimpft. Die Regierung empfiehlt, am Tag der Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca alle 6 Stunden die Paracetamol einzunehmen. In Spanien lagern derzeit 1,2 Millionen AstraZeneca Impfdosen. Im zweiten Halbjahr wird mit 17 Millionen Impfdosen von Moderna gerechnet.

    Das spanische Gesundheitsministerium hat einen neuen Impfplan mit 9 Prioritätengruppen veröffentlicht:

    • Priorität 1: Bewohner und Personal von Pflegeheimen
    • 2. medizinisches Personal mit hohem Ansteckungsrisiko
    • 3. übriges medizinisches Personal
    • 4. von anderen Personen betreute Erwachsene
    • 5. Senioren über 60 Jahren in den Untergruppen Ü 80, Ü 70, Ü 60)
    • 6. Personen mit Aufgaben für das Funktionieren der Gesellschaft
    • 7. Unter 60-jährige mit Risikofaktoren
    • 8. 56 bis 59-jährige
    • 9. 45 bis 55-jährige

    Die Schließung der 1.214 km langen Grenze zwischen Spanien und Portugal für nicht notwendige Reisen wurde bis zum 16. März verlängert.

    Während es weltweit den großen Fluggesellschaften so richtig schlecht geht – Lufthansa hat gerade für 2020 einen Verlust von 6,7 Milliarden Euro ausgewiesen, kommt die kleine spanische Fluglinie Binter Canarias ganz gut durch die Pandemie, denn zwischen den Inseln muss immer geflogen werden, z.B. für einen Arzt- oder Behördenbesuch.

    Von den 34.000 Einwohnern Gibraltars haben bereits 25.000 ihre erste Impfdosis erhalten. Derzeit werden die 20- bis 30-jährigen geimpft. Bisher sind 40.000 Impfdosen in Gibraltar angeliefert worden. Nun bastelt die Regierung an einer App, die als Impfausweis gelten soll, wenn man nach Großbritannien oder in die EU reisen möchte, solange es noch keine europäische Lösung für einen digitalen Corona-Impfnachweis gibt. Seit dem 22. Februar gehen wieder alle Kinder in die Schule, wo es seither nur einen Corona-Fall gab. Seit 1. März sind alle Cafés, Bars und Restaurants geöffnet. Die nächtliche Ausgangssperre wird am 14. März aufgehoben. Seit Beginn der Pandemie sind in Gibraltar 103 Personen an und mit Covid-19 verstorben. Derzeit befinden sich 2 Personen auf der Intensivstation.

    Dass es außer Covid-19 auch noch andere potentiell tödliche Viren-Bedrohungen gibt, mussten die Teilnehmer eines Reit-Turniers in Valencia erfahren. Über 100 Pferde haben sich an dem für Pferde häufig tödlichen Herpes-Virus EHV-1 infiziert. 10 Pferde sind bereits an dem Virus-Ausbruch in Valencia gestorben. Zehn internationale Reitturniere, die in den nächsten Wochen stattfinden sollten, wurden daraufhin abgesagt. Sabrina Ibánez, die Generalsekretärin des internationalen Reitsportverbandes FEI aus El Salvador hat bereits eingeräumt, dass der internationale Reitsportverband zu spät reagiert habe. Daher sind einige infizierte Pferde bereits ohne Gesundheits-Check aus Valencia in ihre Heimatländer verbracht worden, wo sie das Virus weiter verbreiten könnten.


    Update: Stand 28. Februar 2021 – 12 Uhr

    In Andalusien gab es zuletzt 1.256 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, während 2.423 Infizierte genesen sind. Allerdings waren die Neuinfektionen am Montag bereits auf 650 zurückgegangen. 2.487 an Covid-19 Erkrankte liegen noch in Krankenhäusern, darunter 503 auf der Intensivstation. 58 Personen sind an oder mit Covid-19 verstorben.

    Die 14-Tage-Inzidenz für gesamt Spanien ist auf 235 gesunken. 7.461 Spanier haben sich neu angesteckt, 443 sind innerhalb eines Tages an oder mit Covid-19 verstorben.

    In Madrid hat die Polizei am Wochenende 277 illegale Corona-Partys beendet. Madrid hat immer noch eine 14-Tage-Inzidenz von 427.

    In einer Umfrage, welcher Präsident der 17 autonomen Region die Covid-19 Krise am besten gemanagt hat, kam Isabel Díaz, die Präsidentin von Madrid, mit 4,26 Punkten auf den letzten Platz, gefolgt von Francina Armengol, der Präsidentin der Balearen, mit 4,61. Am besten gemacht hat es nach Ansicht der Befragten Miguel Ángel Revilla, der Präsident von Kantabrien, der 6,36 Punkte erreichte. Armengol war nicht nur bei einem Umtrunk in einer Bar angetroffen worden, deren Schließung sie selbst angeordnet hatte, sondern sie war auch verantwortlich dafür, dass 6 Funktionäre ihrer Regierung geimpft wurden, obwohl sie gar nicht zur Impfgruppe mit Priorität 1 gehörten und auch in keiner Gesundheitseinrichtung beschäftigt waren.

    Das spanische Gesundheitsministerium erwägt, Personen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, nur einmal zu impfen. Die Immunantwort falle bei diesen Personen nach der ersten Impfung 10 bis 20 Mal stärker aus als nach der ersten Impfung von Personen ohne vorherige Ansteckung. Erst im April wird in Spanien mit einem Ende der Knappheit an Impfstoffen gerechnet.

    Kaum hatte der britische Premierminister Boris Johnson verkündet, am 21. Juni könne wegen des guten Vorankommens der Impfkampagne alle Einschränkungen sozialer Kontakte aufgehoben werden, schossen die Flugbuchungen bei Easyjet um 600% in die Höhe. Der Aktienkurs des Reisekonzerns TUI stieg um 20%. Britische Reisebuchungen für Spanien steigerten sich um 170%. Top-Ziele waren Málaga, Alicante und Palma. Hinter Spanien am meisten gefragt ist Pakistan als Urlaubsland, nämlich für die 1,16 Millionen Pakistaner, die in Großbritannien leben. Obwohl sich Portugal noch auf der Liste der besonders gefährlichen Reisegebiete befindet, schossen auch die Buchungen für Portugal um 178% in die Höhe. Johnson hatte in Aussicht gestellt, dass Urlaubsreisen ab dem 17. Mai für Briten wieder möglich sein würden. Gesundheitsstaatssekretär Matt Hancock versuchte, die Euphorie zu dämpfen indem er auf das Risiko verwies, dass die Impfung eventuell vor bestimmten Mutationen keinen Schutz bieten könnte. Derweil stellte Boris Johnson einen Impfpass in Aussicht, der im Sommer touristische Reisen ermöglichen könnte.

    In Spanien will man sich mit der touristischen Zukunft erst auf der Tourismusmesse Fitur beschäftigen, die vom 19. bis 23. Mai in Madrid stattfindet. Sicherheitsprotokolle in Bars und einen Verzicht auf Großveranstaltungen wird es im spanischen Sommerurlaub weiterhin geben, also das Gegenteil von Ballermann.


    Update: Stand 21. Februar 2021 – 12 Uhr

    In Andalusien ging die 14-Tage-Inzidenz auf 411 zurück. 1.788 Menschen steckten sich in den letzten 24 Stunden neu an. 3.191 Corona-Patienten liegen in den Krankenhäusern, darunter 643 auf der Intensivstation. 73 sind verstorben.

    Wegen Corona war die vom obersten katalanischen Gericht angeordnete Wahl zum katalanischen Parlament durch eine besonders niedrige Wahlbeteiligung von 53,5% gekennzeichnet. Etwa 34.000 Befreiungen von der Verpflichtung als Wahlhelfer war großenteils stattgegeben worden. Dennoch waren in allen Wahlbüros genügend Wahlhelfer anwesend. In vielen Wahllokalen fehlten die versprochenen Masken, Plastikabdeckungen und Antigen-Tests für die Wahlhelfer. Einige Wahllokale waren sehr klein oder hatten keine Belüftung. Ältere Wähler wurden gebeten, bereits zwischen 9 und 12 Uhr zur Wahl zu gehen. Infizierte und Menschen in Quarantäne sollten kurz vor 20 Uhr kommen. Im Vergleich zum Jahr 2017 waren 380% mehr Briefwahlstimmen abgegeben worden.

    Die Sozialisten von Pedro Sánchez (in Katalonien = PSC) unter ihrem neuen Spitzenkandidaten Salvador Illa, dem bisherigen spanischen Gesundheitsminister, bekamen mit 33 Sitzen genau so viele Sitze wie die sozialdemokratischen katalanischen Separatisten des ERC. Die liberale separatistische JUNTS erzielte 32 Sitze, die linke separatistische CUP 9 Sitze. Die Separatisten (ERC+JUNTS+CUP) haben also mit 74 Sitzen eine Mehrheit im katalanischen Parlament, während die PSC (katalanische PSOE) die größte Partei der Anhänger einer Zugehörigkeit Kataloniens zu Spanien wurde. Diese Rolle hatten 2017 noch die bürgerlichen Ciudadanos eingenommen. Sie schrumpften jetzt auf 6 Mandate, während der Partido Popular mit 3 Abgeordneten nahe der Nachweisgrenze dahin vegetiert. Die rechts-populistische VOX kam auf Anhieb mit 11 Sitzen erstmals ins Parlament. Alle rechts-bürgerlichen Pro-Spanien Parteien kommen zusammen gerade mal auf 20 Sitze. Nur Sozialisten und VOX schöpften ihr Wählerpotential voll aus, während die Wähler der anderen Parteien überwiegend zuhause blieben. Geographisch kann man sagen, dass das Hinterland pro Unabhängigkeit gewählt hat und die Stadt Barcelona sowie die südlichen Küstenstädte pro Verbleib bei Spanien. Rein rechnerisch hätte auch ein sozialistisches Dreierbündnis aus PSC + ERC + ECP (katalanische Podemos) eine Mehrheit von 74 Sitzen, aber das passt politisch vermutlich nicht zusammen.

    Katalonien ist auch der Schwerpunkt der gewaltsamen Proteste gegen die Verurteilung des Rappers Pablo Hasél zu zwei Jahren Gefängnis, die er jetzt in einem Gefängnis in Lleida absitzt. Hasel war Verunglimpfung des Ex-Königs Juan Carlos als »Dieb« sowie der Aufruf zu Gewalt und Terrorismus in seinen Liedern vorgeworfen worden. Hasél war zunächst zu 9 Monaten Haft verurteilt worden, hatte die Strafe aber nicht angetreten, sondern sich mit Studenten in der Universität von Lleida verbarrikadiert. In Lleida und Barcelona sind die Ausschreitungen besonders heftig, aber auch in Madrid, Barcelona, Tarragona und anderen Städten kam es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Demonstranten beklagen, das Urteil verletze die Meinungsfreiheit.

    Während Podemos die Polizei zu einer Deeskalation der Gewalt und das Gericht zur Freilassung des Rappers aufrief, verteidigten VOX und PP das Vorgehen der Polizei und den Richterspruch. Im Parlament in Madrid waren Haséls Lieder zu hören. Die Meinung in der Bevölkerung ist gespalten. Während man nachvollziehen kann, dass der Aufruf zu Gewalt nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, zeigen doch viele Unverständnis, dass die Schmähung eines Mitglieds der Königsfamilie ein Hafturteil nach sich zieht. Das sollte doch eher ein Fall für ein Zivilgericht sein. Dass der Frust wegen der andauernden Corona bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens und wegen der seit 2019 andauernden Inhaftierung katalonischer Separatisten bei den Unruhen ebenfalls eine Rolle spielen, kann man vermuten.

    Spanien gilt in Deutschland als Risikogebiet, Deutschland gilt in Spanien als Risikogebiet. Da sich die Einreisebestimmungen nach Spanien und nach Deutschland ständig ändern.

    Hier ein aktueller Überblick der derzeit geltenden Einreisebestimmungen:

    • Wer mit dem Auto von Deutschland über Frankreich an seinen Urlaubsort in Spanien reist, muss für die Einreise nach Frankreich einen negativen, höchstens 72 Stunden alten PCR-Test mitbringen sowie dieses ausgefüllte Formular. Außerdem sollte man beachten, dass in Frankreich eine Ausgangssperre zwischen 18 und 6 Uhr gilt. Wer in Frankreich übernachten will, sollte sich vorab um ein Hotel bemühen, da die meisten Hotels und Campingplätze geschlossen sind.
    • In Spanien gibt es Reisebeschränkungen zwischen den autonomen Regionen oder sogar zwischen Provinzen. Niemand darf z.B. von Katalonien über Valencia und Murcia nach Andalusien fahren, wenn er dafür keinen triftigen Grund hat. Eine touristische Reise gilt nicht als triftiger Grund. Eine Ausnahme gilt, wenn jemand zu seinem Hauptwohnsitz in Spanien reist. Das muss mit der grünen Residencia-Karte nachgewiesen werden, am besten zusammen mit der Gemeindebescheinigung über die Empadronada.
    • Flugreisende nach Spanien müssen ein Formular auf der Seite spth.gob.es ausfüllen und absenden. Sie erhalten dann per E-Mail einen QR-Code, der am spanischen Flughafen vorzulegen ist, zusammen mit einem negativen Corona-Test-Ergebnis (auf Deutsch), das höchstens 72 Stunden alt sein darf. An manchen Flughäfen wird zudem noch Fieber gemessen.
    • Wer innerhalb der letzten 14 Tage eine Covid-19 Diagnose erhalten hat oder einen engen Kontakt zu einem Infizierten hatte, darf nicht nach Spanien einreisen.
    • Wer mit dem Auto nach Deutschland zurück reisen möchte, darf von Andalusien durch alle Provinzen hindurch bis zur französischen Grenze fahren. Dort muss wieder das ausgefüllte französische Einreiseformular und der höchstens 72 Stunden alte Corona-Test vorgezeigt werden. Solltest du in Frankreich übernachten müssen, solltest du dein Hotel vorher gebucht haben. Da du dich auf der Rückreise zu deinem deutschen Heimatort befindest, gilt diesmal die nächtliche Ausgangssperre für dich nicht. Allerdings könntest du nachts von der französischen Polizei angehalten werden. Für diesen Fall solltest du eine Sonderbescheinigung auf Französisch mit dir führen, die du auf der Webseite des Saarlandes herunterladen kannst.
    • Bei der Einreise nach Deutschland musst du, egal ob du mit dem Flugzeug oder dem Auto einreist, ein ausgefülltes Einreiseformular vorzeigen, das du von der Webseite des Robert-Koch-Instituts herunterladen kannst. Das Formular wird benötigt, damit dein örtliches Gesundheitsamt prüfen kann, ob du die Quarantäne einhältst. Denn nach der Einreise nach Deutschland musst du spätestens nach 48 Stunden einen Corona-Test machen und dich in eine zehntägige häusliche Quarantäne begeben. Frühestens nach 5 Tagen darfst du dich mit einem zweiten negativen Testergebnis vorzeitig aus der Quarantäne befreien.
    • Wer aus Spanien kommend nach Österreich einreist, muss dieses Formular mitbringen und sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Wer in die Schweiz einreist, muss ebenfalls für 10 Tage in Quarantäne, allerdings ohne die Möglichkeit, sich nach 5 Tagen frei testen zu lassen.

    Wer bereits gegen Covid-19 geimpft ist, ist von den oben genannten Verpflichtungen nicht befreit. Von Spanien wird allerdings ein EU-Impfpass angestrebt, der für Einreise-Erleichterungen sorgen könnte.

    Wer sich mit seiner 4-köpfigen Familie nach Spanien aufmacht, sollte also ausreichend Geld und Zeit einplanen um die Bescheinigungen und Testergebnisse beizubringen.

    Die Region Murcia hat 1,1 Millionen Euro zurückgelegt, um damit Touristen mit dem Versprechen nach Murcia zu locken, dass im Fall einer Covid-19-Infektion alle Kosten übernommen werden. Währenddessen denkt die britische Regierung darüber nach, Spanien auf die Liste der Länder zu setzen, die bei der Rückreise nach Großbritannien eine 10-tägige Quarantäne in einem Hotel erfordert.

    Die Firma Veiasa, die für den andalusischen TÜV (ITV) die technischen Inspektionen für die Autos durchführt, hat 270 neue Mitarbeiter eingestellt, damit der Corona bedingte Rückstand von 6 Monaten bei den TÜV Prüfungen zügig abgearbeitet werden kann. Dadurch soll die Anmeldefrist von 104 Tagen auf 25 Tage verkürzt werden. Der ITV wird ein bestimmtes Kontingent an Prüfterminen für Firmenfahrzeuge und Taxis vorhalten.

    In Andalusien sind jetzt die Alters- und Pflegeheime durchgeimpft und es wird mit den Impfungen der 37.000 über 90-jährigen begonnen. Danach sind die 450.000 über 80-jährigen an der Reihe. Sie werden vom andalusischen Gesundheitsdienst angerufen um einen Impftermin zu vereinbaren. Verimpft werden die Impfstoffe von Pfizer und Moderna.

    Die meisten andalusischen Ortschaften können wieder von außerhalb bereist werden. Von den größeren Städten haben nur noch Estepona, Marbella, Manilva, Ojén und Ronda eine 14-Tage-Inzidenz von mehr als 500. In der Stadt Málaga beträgt die 14-Tage-Inzidenz nur noch 383.

    Wegen Corona hat der Umsatz der Supermarktketten in Spanien um 13% zugelegt. Nun bricht ein Preiskampf aus. Lidl und Aldi wollen die Preise des Marktführers Mercadona (24% Marktanteil) deutlich unterbieten. Mercadona will den Unterbietungswettbewerb nicht mitmachen und vertraut auf die Attraktivität seiner Markenprodukte, während DIA und Carrefour deutlich Federn lassen mussten. Lidl will das Billig-Image ablegen und hat den Mindestlohn auf 8,85 Euro angehoben. Mit UPA, der Vereinigung der spanischen Kleinbauern, hat Lidl vereinbart, große Mengen der Olivenöl-Sorte extra virgen zu fairen Konditionen abzunehmen. Das soll den 250.000 kleinen Landwirten ein auskömmliches Einkommen sichern.

    Worauf die Menschen in Deutschland und Spanien sehnlichst warten, wird in Gibraltar nun Wirklichkeit: Ab Montag dürfen alle Kinder wieder in die Schule, auf den Spielplatz oder zum Sport. Die Schulbusse verkehren mit halber Kapazität. Ab 1. März dürfen Bars, Restaurants und Cafés wieder öffnen. Die Einzelverfolgung von Ansteckungsketten wird vom Gesundheitsdienst wieder aufgenommen. Sport darf mit bis zu 12 Personen betrieben werden. Einzelhandelsgeschäfte erhalten ihre vollen Kosten erstattet, solange sie noch geschlossen sind. Nur noch in der Innenstadt gilt eine Maskenpflicht.


    Update: Stand 14. Februar 2021 – 12 Uhr

    Obwohl die Anzahl der Neuinfektionen deutlich zurückgeht, steigt die Anzahl der im Zusammenhang mit Covid-19-Verstorbenen an. Am 9. Februar warn es in ganz Spanien 766 Tote, in Andalusien 106.

    In Spanien sterben Menschen nicht nur an Corona. Der spanische Jagdverband veröffentlichten eine Studie, der zufolge letztes Jahr 605 Personen bei der Jagd angeschossen wurden, darunter 17 Kinder. 52 Personen kamen zu Tode. Mit 67 Fällen ist es in der Provinz Toledo am gefährlichsten, in Córdoba sind es nur 31. Der Jagdverband betont die Wichtigkeit der Jagd zur Kontrolle der Populationen von Hasen, Vögeln und Wildschweinen. Aber von Menschen?

    Von den 75 Millionen Impfdosen, die der Pharmakonzern AstraZeneca der EU für das erste Quartal versprochen hatte, werden nur 40 Millionen ausgeliefert. In Spanien ist der Impfstoff nur für Erwachsene unter 56 Jahren zugelassen. Die zweite Impfdosis bekommt man allerdings erst nach 6 Monaten. Wer allerdings schon mal auf Covid-19 positiv getestet wurde, darf erst 6 Monate nach der Infektion zum ersten Mal geimpft werden.

    99,9% der Bewohner von Altenheimen haben in Andalusien bereits ihre erste Impfung bekommen, 86,1% die zweite Impfung. 82,6% der Pfleger haben mindestens die erste Impfdosis erhalten. Nächste Woche werden in Andalusien 129.150 Impfdosen erwartet, darunter 74.880 von Pfizer, 19.700 von Moderna und 34.570 von AstraZeneca.

    Die Städte Málaga, Marbella, Estepona, Vélez-Málaga und Coín, sind wieder unter die 14-Tage-Inzidenz von 1.000 Infizierten pro 100.000 Einwohner gesunken. Die Ortsgrenzen bleiben zwar abgeriegelt, Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen aber wieder bis 18 Uhr öffnen. Anders als in Deutschland macht man sich keinen Kopf, ob die Inzidenz dauerhaft 50 oder 35 erreichen muss. In Marbella ist sie lediglich auf 910 gesunken. Und 910 ist nun mal unter 1.000!

    Impfung als deutscher Resident in Andalusien

    Eine Leserin aus Torremolinos macht uns darauf aufmerksam, wie deutsche Residenten, die in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind, sich mit dem Formular S1, ausgestellt von der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland, im spanischen Sistema Nacional de Salud registrieren lassen und die Trajeta Sanitaria im Centro de Salud des spanischen Wohnortes beantragen.

    Zur Beantragung der SIP Card für Ausländer (Documento Acreditativo de la Seguridad Social) musst du folgende Dokumente zum Centro de Salud mitbringen:

    • Gültiger Reisepass oder Personalausweis (Original plus Kopie)
    • Spanische Residencia (Original plus Kopie)
    • Registrierung als Bürger der Gemeinde (Volante de Empadronamiento, nicht älter als 3 Monate, Original plus Kopie)
    • S1 Bescheinigung der deutschen gesetzlichen Krankenkasse ( 2-fach im Original)

    Ob eine Volante de Empadronamiento ausreicht, wenn man keine Residencia hat, sollte man vorher telefonisch beim Centro de Salud klären.

    Nur mit der SIP Karte und der Registrierung als Empadronado kann man sich in Spanien gegen Corona impfen lassen. Residenten, die keine gesetzliche, sondern nur eine private Krankenversicherung haben, erhalten keine SIP-Karte – und somit, bis auf weiteres, in Spanien keinen Impftermin.

    Im Madrider Isabel Zendal Krankenhaus wurden der 70-jährige Fernando und die 62-jährige Rosario auf der Intensivstation getraut. Beide lagen dort wegen Corona in getrennten Zimmern. Fernando machte Rosario per Whatsapp seinen Antrag, den er 13 Jahre vor sich her geschoben hatte. Ein Priester war über Zoom zugeschaltet, eine Krankenschwester fungierte als Trauzeuge. Eine andere Schwester fing den Brautstrauß auf. Das Brautpaar saß während der Trauung auf der Bettkante eines Notfallbettes und küsste sich mit aufgesetzter Maske. Die Ärzte gehen davon aus, dass beide wieder genesen werden.

    Vermögende Adelige, die nicht mehr in ihrer Funktion als Herrscher eines Landes gebraucht werden, haben es schwer. Wie sollen sie ihrem Dasein einen Sinn geben? Dieses Problem treibt auch Prince Randy Koussou Alam-Sogan um, den Prinzen des kleinen westafrikanischen Landes Benin. Aus Langeweile nahm er an zwei Corona-Parties im Oktober und November in Madrid teil und wurde zweimal erwischt. Auf der Party im November wurden auch sechs Personen aufgegriffen, die behaupteten, sie seien entführt und in dem Haus eingesperrt worden. Die Polizei ermittelt noch.

    Nun wird dem Prinzen das Pflaster dort wohl zu heiß und er interessiert sich für den Kauf einer der zehn teuersten Immobilien in Spanien. Die Villa im italienischen Stil mit unverbaubarem Blick auf die Bucht von Alcúdia könnte derzeit zum Schnäpchenpreis von 24,5 Millionen Euro erworben werden. Der russische Oligarch Abramowitsch hatte bereits 2017 ein Auge darauf geworfen. Damals war sie noch für 57 Millionen im Angebot. Prince Randy will die Villa angeblich an einen Herrscher in den Arabischen Emiraten weiterverkaufen. Warum berichten wir eigentlich noch über verzweifelte Angestellte und Eigentümer touristischer Betriebe, die auf Mallorca wegen Covid-19 vor dem Ruin stehen? Der Prinz zeigt, wie man sich trotz Corona locker macht.

    In der Autonomen Region Valencia sind Städte über 50.000 Einwohnern an den Wochenenden abgeriegelt, damit kein Touristenansturm entsteht. Die Stadtgrenzen passieren darf man dann nur aus einem triftigen Grund. Ein junge Mann aus Elche wurde an der Stadtgrenze von Valencia von der Polizei kontrolliert. Als triftigen Grund gab er an, ihn plage ein dringendes sexuelles Bedürfnis nach seiner Freundin, die er seit einem Monat nicht gesehen habe. Die Polizei wies ihn zurück. Der junge Mann will nun vor Gericht anerkennen lassen, dass Sex ein wichtiges menschliches Grundbedürfnis ist.

    In Valencia wurden jetzt 3 Fälle der südafrikanischen Mutation nachgewiesen. Ein Spanier aus Elche hatte die Mutante aus Großbritannien eingeschleppt. Spaniens Chef-Virologe Fernando Simon sagt eine vierte Corona-Welle voraus. Er hofft, dass diese Welle durch die Impfungen klein gehalten werden kann.

    In Katalonien müssen am heutigen 14. Februar Regionalwahlen stattfinden, hat ein Gericht entschieden, nachdem eine überparteiliche Initiative die Wahl in den Mai verschieben wollte. Nun wird wegen der Furcht vor einer Corona-Ansteckung eine sehr geringe Wahlbeteiligung befürchtet. Somit ist auch das Wahlergebnis völlig unvorhersehbar.


    Update: Stand 07. Februar 2021 – 15 Uhr

    Der britische Unterhaus-Abgeordnete David Davis hat Spanien dafür gelobt, dass es die Sterberate bei Covid-19 Patienten um 50% gesenkt habe durch Verabreichung hoher Dosen von Vitamin D (Calcifediol). Das soll Entzündungen entgegen wirken. Auch der amerikanische Chef-Epidemiologe Dr. Fauci empfiehlt die Gabe von Vitamin D.

    Bis 4. Februar hatte eine halbe Million Spanier ihre zweite Corona-Impfung erhalten. Das sind so viele wie in Großbritannien. Dort hatten allerdings schon 10 Millionen ihre erste Impfung. In Andalusien waren es 118.000 Zweitimpfungen, während dort weitere 110.000 die erste Impfung erhalten haben. Spanien hat bisher 2.220.000 Impfdosen bekommen. Das sind zu wenige um das Ziel der Herdenimmunität bis zum Sommer zu erreichen. Ein Euro, der in die Beschleunigung des Impfens gesteckt wird, könnte 4 Euro Folgekosten der Corona-Pandemie ersparen.

    Der Impf-Fortschritt war Anfang Februar auf der Welt sehr ungleich verteilt:

    RegionImpfdosen gesamt1. Impfung2. Impfung
     AnzahlJe 100 Einw.Anzahl%Anzahl%
    Welt107.340.4471,483.294.7491,0712.693.4410,16
    Gibraltar15.39145,713.07138,82.3206,89
    Israel5.205.17660,13.298.23338,11.906.94322,03
    VAE3.564.51736,03.314.51733,51250.0002,53
    UK10.520.43315,510.021.47114,76498.9620,73
    Bahrain175.09410,3175.09410,300
    Deutschland2.713.2103,32.033.5612,45679.6490,82

    Quelle RKI/OWID  https://github.com/owid/covid-19-data/tree/master/public/data/vaccinations

    Impfungen für Ausländer in Spanien weiter ungeklärt

    Weiterhin ist nicht geklärt, wo sich in Spanien ansässige Ausländer impfen lassen können, die privat versichert sind. Für privat versicherte Spanier ist das kein Problem, denn die meisten von ihnen sind in der spanischen gesetzlichen Krankenversicherung und haben nur eine private Zusatzversicherung. Es gibt wohl Bestrebungen, dass Ausländer, die in ihrer Gemeinde als Empadronado gemeldet sind, Anspruch auf eine Impfung in Spanien bekommen sollen. Aber entschieden ist das noch nicht.

    In manchen Orten an der Küste kann eine Herdenimmunität nur erreicht werden, wenn auch die dort wohnenden Ausländer geimpft werden. Spanien möchte natürlich keinen Impftourismus, also dass Touristen nach Spanien kommen und sich im Urlaub mal eben impfen lassen. Denn die Impfungen in Spanien bezahlt der spanische Staat, nicht die Krankenkassen.

    Leider hat die EU, die bei der gemeinsamen Beschaffung des Impfstoffs schon zu zögerlich war, es versäumt, die Impfkosten der gesamten EU-Bevölkerung zu übernehmen. Dann wäre es in der Tat egal, wo sich ein EU-Bürger impfen lässt. Für britische Touristen und Residenten müsste allerdings in jedem Fall eine Sonderregelung gefunden werden.

    Studenten aus Gibraltar haben darum gebeten, sofort geimpft zu werden, damit sie an ihre Studienplätze in Großbritannien zurückkehren können. Die Regierung von Gibraltar will dieser Bitte nachkommen, obwohl die Studenten wegen ihres niedrigen Alters noch gar nicht an der Reihe wären.

    Neuinfektionen gehen wieder zurück

    Nach dem starken Anstieg der Neuinfektionen Ende letzter Woche, sind diese in Andalusien am Samstag auf 4.886 zurückgegangen. Die 14-Tages-Inzidenz sank leicht auf 850. Dafür gab es innerhalb von 24 Stunden 102 an Corona Verstorbene, nach 106 und 104 an den beiden Vortagen. 4.655 an Covid-19 Erkrankte liegen in den andalusischen Krankenhäusern, davon 724 auf der Intensivstation.

    Eigentlich müssen in Andalusien alle Kinder in die Schule gehen. Die Eltern in La Línea an der Grenze zu Gibraltar haben sich aber geweigert, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Daraufhin ging dort in Inzidenz von 2.500 auf 1.219 zurück. In La Linea sind derzeit noch 3.000 Menschen infiziert, 60 sind an Covid-19 verstorben. Seit dem Beginn des Lockdowns hat die Polizei in La Línea 8.700 kostenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. Die Briten in Gibraltar werden beschuldigt, die aggressive englische Mutation nach La Línea eingeschleppt zu haben.

    Im Verge de la Cinta Krankenhaus im katalanischen Tarragona haben sich zwei Corona-Patienten durch Bürgermeister Lluis Soler und im Beisein eines Richters auf ihren zusammen geschobenen Intensivbett trauen lassen, bevor beide ins künstliche Koma versetzt wurden. Sie hatten die Hochzeit vor Monaten geplant, aber wegen der Pandemie keinen Termin erhalten. Vor einer Woche bekam zuerst die 54-jährige Braut Corona, kurz darauf der 58-jährige Bräutigam. Der Gesundheitszustand der Beiden ist weiterhin kritisch.

    In Estepona steht das neu erbaute Krankenhaus seit 2018 leer herum, weil sich Betreiber und Bauherren nicht einigen konnten, wer die Innenausstattung bezahlt. Nun wird das Krankenhaus doch »schon« in Betrieb genommen um das einzige Krankenhaus in der Gegend, das Hospital Costa del Sol in Marbella, von Covid-19 Patienten zu entlasten.

    Die spanische Regierung hat die Flüge von Brasilien und Südafrika nach Spanien stark limitiert. Einreisen dürfen nur Spanier und Bürger von Andorra sowie Personen, die nicht länger als 24 Stunden im Flughafentransit verbringen, um in ein anderes Land weiterzureisen. Die Maßnahme gilt zunächst bis zum 17. Februar.

    ASA, die britische Behörde für Standards in der Werbung, hat eine Werbekampagne von Ryanair untersagt, in der suggeriert wurde, Menschen, die schon geimpft sind, könnten jetzt schon mal problemlos ihre Urlaubsreise für Ostern buchen. Die Werbe-Kampagne nennt sich »ab and go«. Die Behörde rügte auch die respektlose Anmutung für die Angehörigen von Corona-Toten. Die Kampagne dürfe nicht zu unverantwortlichem Handeln aufrufen.

    Dramatischer Rückgang des Tourismus

    Im Jahr 2020 haben 78% weniger Touristen Urlaub in Andalusien gemacht. Gaben die Touristen 2019 noch 12,5 Milliarden Euro aus, waren es letztes Jahr nur noch 2,9 Milliarden.

    Andalusien ist mit 14,3 % aller ausländischen Besucher die drittwichtigste Tourismusregion. Sie wird nur von Katalonien und den Kanaren übertroffen. Im Jahr 2020 kamen 82% weniger Briten, 65,2% weniger Franzosen und 78,4% weniger Deutsche. Diejenigen, die kamen, blieben allerdings drei Tage länger und gaben 3% mehr Geld aus.

    In ganz Spanien ging die Zahl ausländischer Touristen von 75 Millionen auf 19 Millionen zurück. So wenige waren es zuletzt im Jahr 1969. Im Jahr 2020 kostete das 190.000 Arbeitsplätze im Tourismus. Von den unter 25-jährigen sind 40,7% arbeitslos. 90% der Arbeitsverträge in Spanien sind prekär.

    Der spanische TÜV (ITV) weist darauf hin, dass mit einer Strafe von 100 bis 200 Euro gerechnet werden muss, wenn der TÜV nicht rechtzeitig erneuert wurde. Wegen der Pandemie werden TÜV Termine derzeit nur schleppend vergeben und man muss mit einer Wartezeit von drei Monaten rechnen. Während der ersten Infektionswelle hatte die Regierung noch erlaubt, den TÜV Termin hinauszuzögern. Während der jetzigen dritten Welle fehlt solch ein Dekret. In Spanien muss jedes Auto, das älter als vier Jahre ist, jährlich zum TÜV. Das betrifft also 75% aller zugelassenen Kfz.

    Die Corona-Pandemie macht den Drogenschmugglern zu schaffen, weil die Polizei so viele Straßensperren errichtet hat, um das unnötige Reisen zwischen abgesperrten Städten zu verhindern. Die Drogenbanden haben jetzt ihre Taktik geändert. Nachdem die Drogen mit Speed-Booten an Stränden wie z.B. in Manilva oder Estepona angelandet sind, werden sie in Toyota Allradfahrzeuge umgeladen, die dann als Kolonne identischer Fahrzeuge davon fahren. Vorneweg fährt ein leeres Fahrzeug, das die Kontrollstellen ablenken soll. In den nachfolgenden Fahrzeugen sind die Sitze ausgebaut, damit die Drogenballen Platz haben. Die Fahrzeuge sind mit Feuerlöschern ausgestattet, die vom Fahrer unterwegs betätigt werden können um verfolgende Polizeifahrzeuge einzunebeln. Die in der ganzen Provinz Cádiz agierende »Toyota-Gang« wurde im Januar von der Polizei hochgenommen. 28 Bandenmitglieder und die fünf Anführer wurden festgenommen, 3,1 Tonnen Haschisch wurden sichergestellt.

    In der autonomen Region Valencia sind jedes Wochenende alle Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern abgeriegelt, damit kein Ausflugsverkehr an die Küste stattfindet. Die Maßnahme wurde ergriffen, da die Zentralregierung in Madrid immer noch keine Ausdehnung der Sperrstunde erlaubt. Am ersten Wochenende wurden 3.200 Personen von der Polizei verwarnt. Auch sonst war der Januar in Valencia ein turbulenter Monat. Schneestürme und Waldbrände lösten sich ab.

    Auf Mallorca kam ein 56-jähriger Obdachloser ins Gefängnis, weil er sich trotz Lockdown und Sperrstunde auf der Straße aufgehalten hat. Der Mann hatte sich mehrfach der Aufforderung widersetzt, von der Straße zu verschwinden. Was wie ein Willkürakt der Behörden aussieht, erscheint verständlich, da in Mallorca viele Sportzentren zu Unterkünften für Obdachlose umfunktioniert wurden. Die Warenhauskette El Corte Inglés liefert außerdem Matratzen und andere nützliche Artikel dort hin.

    Das Herumbohren mit langen Stäbchen im Rachen und in der Nase um Virenbestandteile für einen Corona-PCR-Test zu finden, ist durchaus unangenehm. In China ist daher eine andere Methode im Kommen: Der Virenabstrich im After. Ein chinesischer Patient zeigte sich besorgt, ob die Krankenschwester die Stäbchen wirklich wechselte, als hintereinander zwei Messungen an After und Rachen bei ihm vorgenommen wurden. Auch in Galizien wird das jetzt an intubierten Patienten praktiziert. Dahinter steht die Erkenntnis, dass im Abwasser von Städten Coronaviren nachgewiesen wurden, das Virus sich also auch im Darm versteckt, sogar länger als im Rachen oder in der Nase. Mit einer Probenentnahme im Abwasser kann man sogar feststellen, ob es in einer bestimmten Gegend zu vermehrten Ansteckungen gekommen ist. Es gibt bereits Empfehlungen, vor dem Spülen den Toilettendeckel immer zu schließen, damit keine Aerosole aus dem Klobecken hoch gewirbelt werden. Ob das eine valide Ansteckungsmöglichkeit für Covid-19 ist, wurde wissenschaftlich noch nicht geklärt.

    In Campanillas in der Provinz Málaga drang ein Hausbesetzer-Pärchen in ein vermeintlich leer stehendes Haus ein und machte dort eine grausige Entdeckung: Sie stießen auf die bereits mumifizierte Leiche eines 80-jährigen Mannes. Die Squatter meldeten den Fund der Polizei, die von einem natürlichen Tod ausgeht, der bereits mehrere Monate zurückliegt. Die Mumie wird jetzt auf Covid-19 untersucht.

    Eine Kundin in einem Supermarkt in Santander hat sich bei einem Verkäufer an der Fisch-Theke darüber beklagt, dass dieser seine Maske nicht über die Nase gezogen hatte. Der Verkäufer entgegnete, das ginge sie nichts an, sie sei ja nicht die Polizei. Die Kundin zog den Leiter des Supermarkts bei, der versuchte, die Situation zu beruhigen, während der Verkäufer der Dame Prügel auf dem Parkplatz androhte. Später entließ die Supermarktkette den unbotmäßigen Verkäufer wegen dieses Vorfalls. Der zog gegen den Hinauswurf vor Gericht. Der Richter bestätigte die fristlose Kündigung, da der Verkäufer in dem sensiblen Frischwaren-Bereich zu besonderer Hygiene verpflichte gewesen sei.

    Die Regierung der Balearen hat den Unmut der Bevölkerung auf sich gezogen, nachdem bekannt wurde, dass sich der Kabinettsdirektor, der Direktor für chronische Krankheiten, der Direktor für Pflege, der Koordinator der Impfaktion auf den Balearen und zwei leitende Pflege-Manager gegen Covid-19 hatten impfen lassen. Dabei besagen die Impfregeln der Balearen klipp und klar, dass wegen der Impfstoffknappheit zuerst ausschließlich die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden sollen. Gesundheits-Direktorin Eugenia Carandell verteidigte die bevorzugte Behandlung damit, dass diese Personen im direkten Pandemie-Management arbeiteten und daher geschützt werden müssten. Allerdings arbeitet keiner von ihnen im Management für Alten- und Pflegeheime.

    Der gerechte Zorn des Herrn trifft bisweilen den Richtigen. Pater Francisco Martínez Noguera ist seit 20 Jahren Schatzmeister der Diözese Orihuela-Alicante. Er ist ein notorischer Corona-Leugner und Masken-Verweigerer. Weil er in der Kirche Virgen del Camino in Callosa de Segura die Messe las, ohne eine Maske aufzusetzen, wurde er von Gläubigen sogar angezeigt. Aber auch die Polizei von Orihuela konnte ihn nicht umstimmen. Pater Francisco belehrte die herbeigeeilten Beamten, dass sie für Callosa de Segura gar nicht zuständig seien. Aber nun hat er sich zusammen mit anderen 35 Priestern mit Corona infiziert und liegt mit sechs Kollegen im Krankenhaus.


    Update: Stand 01. Februar 2021 – 12 Uhr

    Am 31. Januar meldet Andalusien 7.892 Neuinfektionen, nach 7.899 am Vortag. Spitzenreiter ist nun Sevilla mit 1.955 Neuinfektionen, gefolgt von Málaga mit 1.787, Cádiz (1.293), Granada (935), Almería (713), Córdoba (456), Huelva 448 und Jaén (305). Die 14-Tage-Inzidenz beträgt 886.

    Der Anteil der englischen Corona-Mutation beträgt in Andalusien 15%. Sie wurde hauptsächlich in den Provinzen Málaga und Cádiz nachgewiesen.

    4.569 Menschen liegen wegen Covid-19 in den andalusischen Krankenhäusern. 684 liegen auf der Intensivstation. Das sind die höchsten Werte seit Ausbruch der Pandemie im März 2020. 36 Personen sind innerhalb der letzten 24 Stunden an Covid-19 verstorben.

    Die andalusische Regierung ist besorgt, dass das warme Frühlingswetter am Wochenende zu mehr Begegnungen und damit zu noch mehr Ansteckungen geführt haben könnte. In ganz Spanien betrug die 14-Tage-Inzidenz am 29. Januar 889 pro 100.000 Einwohner.

    In den andalusischen Provinzen weisen diese größeren Ortschaften eine 14-Tage-Inzidenz größer 1.000 auf:

    • Almería: Almería, Carboneras, Gador, Tabernas, Vera
    • Cádiz: Arcos de la Frontera, Chipiona, Conil, Jerez, La Línea, Los Barrios, Prado del Rey, Rota, San Fernando, San Roque, Setenil, Vejer, Villamartín
    • Córdoba: Almodóvar del Río
    • Granada: Baza, Capileira, Iznalloz
    • Huelva: Ayamonte, Isla Cristina
    • Jaén: Jaén, Bailén, Cazorla, Úbeda
    • Málaga: Marbella, Estepona, Manilva, Ronda, Coín, Alhaurín de le Torre, Alhaurín el Grande, Álora, Ardales, Arriate, Casabermeja, Pizarra, Teba, Tolox, Vélez-Málaga
    • Sevilla: Estepa, Osuna

    Ab einer Inzidenz über 500 wird der Ort von der Außenwelt abgeriegelt, ab einer Inzidenz von 1.000 werden zusätzlich alle nicht notwendigen Geschäfte geschlossen. Ebenso alle Freizeiteinrichtungen für Kinder. Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten.

    Allerdings gibt es äußerst großzügige Bestimmungen, welche Geschäfte »notwendig« sind. Zu diesen gehören z.B. Finanzdienstleistungen, Buchläden, Zeitungskioske, Blumenläden, Auto-Reparaturwerkstätten, Baumärkte, Haushaltsgeräte-Läden, der TÜV (ITV), Handy-Shops, Tabakläden, Waschsalons, Frisöre, Marktstände im Freien und Autovermietungen.

    Im Prinzip dürfen Restaurants nur Essen außer Haus verkaufen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Hotel-Restaurants dürfen für die eigenen Hotelgäste offen bleiben. Ebenso Catering-Services in Firmen und in sozialen Einrichtungen sowie Essens-Ausgaben für Autofahrer und Reisende. Außerdem Catering-Services, die an bestimmte Zeiten gebunden sind, wie z.B. an Flughäfen, auf Fischmärkten oder in Bestattungsunternehmen.

    Sportarten im Freien wie Tennis, Paddeln, Golf oder Skifahren sind erlaubt, solange Abstände eingehalten werden. Professionelle Sportarten können nach den speziellen Hygiene-Regeln der jeweiligen Sportverbände ausgeübt werden.

    Sterbefall in Spanien – Informationen für Ausländer

    Begräbnisse mit bis zu 15 Teilnehmern sind erlaubt. Wenn ein Ausländer in Spanien verstirbt, sind viele Dinge zu erledigen. Am besten versichert man sich dabei professioneller Hilfe von einem Bestatter, der das spanische Recht kennt und Spanisch sowie die Sprache des Verstorbenen spricht. Es fängt schon damit an, dass die spanischen Krankenhäuser die Angehörigen des Verstorbenen drängen werden, die Leiche möglichst schnell aus dem Krankenhaus herauszuschaffen, da sie nur über eine geringe Lagerkapazität für Leichen verfügen. Von einem Arzt des Krankenhauses muss die Todesbescheinigung beschafft werden, damit ein Richter die Erlaubnis zur Beerdigung oder zur Kremation erteilen kann.

    Am Konsulat, das für den Verstorbenen zuständig ist, muss der Pass des Verstorbenen ungültig gemacht werden. Einige Tage nach der Totenfeier oder der Beerdigung wird der Bestatter die ca. 6 Todesbescheinigungen und den Pass an die Angehörigen aushändigen. Drei davon sind internationale Bescheinigungen mit Übersetzung in mehreren Sprachen auf der Rückseite. Wer mehr Bescheinigungen benötigt, muss mit einer Wartezeit von bis zu zehn Tagen rechnen. Soll die Asche eines Krematierten außer Landes gebracht werden, wird ein zusätzliches Zertifikat des Krematoriums benötigt um durch den Zoll zu kommen. Das Krematorium muss dazu wissen, in welches Land die Asche verbracht werden soll. Die Urne muss im Flugzeug als Handgepäck mitgeführt werden. Die Polizei hat das Recht, die Urne zu öffnen. Das kommt allerdings selten vor.

    Für Erbschaftsangelegenheiten benötigt man anwaltlichen Rat von jemandem, der sowohl das spanische als auch das deutsche Recht kennt um große Nachteile bei der Besteuerung des Erbes zu vermeiden. Außerdem sind in Spanien ziemlich kurze Fristen für die Erbschaftssteuer zu beachten. Das alles fällt ja nicht leicht, während man einen geliebten Angehörigen betrauert. Wem es schwer fällt, den Überblick zu behalten, kann sich an die britische Non-Profit Organisation www.laterlife.es wenden, Tel. 0034-627767191.

    Auch in Andalusien gibt zu wenige Impfdosen

    Der andalusische Gesundheitsminister Jesus Aguirre hat beklagt, dass Andalusien zu wenige Impfdosen bekomme um die Herdenimmunität planmäßig herbeizuführen. Dazu seien wöchentlich 350.000 Impfdosen nötig, geliefert würden derzeit aber nur 65.000. Von den von Moderna versprochenen 8.000 Impfdosen ist noch gar nichts angekommen. Um die 1,5 Millionen Senioren zu impfen, benötigt Andalusien bis Ostern 2 Millionen Impfdosen. Garantiert sind bisher jedoch nur 980.000.

    Carolina Darias wurde zur neuen spanischen Gesundheitsministerin ernannt, nachdem der bisherige Gesundheitsminister Salvador Illa als Spitzenkandidat der PSOE in Katalonien kandidiert. Als Polizeiminister der Kanarischen Inseln hatte Darias bisher an den wöchentlichen Meetings zur Koordination der Pandemiebekämpfung zwischen den Autonomen Regionen und der spanischen Zentralregierung teilgenommen. Darias war die zweite Ministerin, die im März 2020 selbst mit Covid-19 infiziert wurde. Darias Position auf den Kanaren wird von dem bisherigen Generalsekretär der PSOE in Katalonien eingenommen.

    Nach mehreren Politikern und hohen Militärs, die sich außer der Reihe hatten impfen lassen, ist jetzt aus dem gleichen Grund auch der Gesundheits-Stadtrat von Torrevieja zurückgetreten. Er ist ein Politiker der PSOE. Zwei Bedienstete des Gerichts von Palma de Mallorca sind von der Polizei bei einer illegalen Party auf den Balearen aufgegriffen worden.

    Forscher des Universitäts-Krankenhauses La Paz in Madrid wollen herausgefunden haben, dass 25% der mild oder mittelstark mit Covid-19-Infizierten Entzündungen, Beulen oder Geschwüre an der Zunge aufweisen. 40% hatten Entzündungen an den Hand- oder Fußballen. Daher solle man bei einem Covid-19 Verdacht auch diese Körperstellen in Augenschein nehmen.

    Die spanische Pharmafirma PharmaMar konnte zeigen, dass ihr Krebsmittel Plitidepsin in Versuchstieren die Covid-19-Viruslast um 99% reduzieren kann. Das Medikament soll nun zu klinischen Tests an Menschen angemeldet werden.

    Impfungen in Gibraltar kommen gut voran

    In Gibraltar wurden 12.860 Personen mit der ersten Impfdosis geimpft. Das ist etwa ein Drittel der Bevölkerung. Sobald die nächste Impfstoff-Lieferung eintrifft, beginnt das Verimpfen der zweiten Dosis sowie die Erst-Impfung der unter 60-jährigen. Gibraltar verzichtet jetzt also doch nicht auf die zweite Impfdosis, wie es ursprünglich geplant war.

    Am 1. Februar wird der bisherige Lockdown etwas gelockert, nicht jedoch für die über 70-jährigen. Diese müssen weiterhin zuhause bleiben und dürfen nur zu einer bestimmten »goldenen« Stunde das Haus verlassen. Für die übrige Bevölkerung gilt, dass alle nicht notwendigen Geschäfte an Werktagen wieder öffnen dürfen. Bars und Restaurants bleiben bis zum 1. März geschlossen.

    Zwischen 22 und 6 Uhr besteht weiterhin eine Ausgangssperre. Maximal acht Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen. 369 Personen sind aktuell infiziert, 73 sind gestorben. Das ist angeblich der höchste Verlust an Menschenleben seit 100 Jahren.

    Portugal schließt Grenzen zu Spanien

    Portugal, wo vor allem die brasilianische Mutation wütet, hat am Freitag seine Grenzen zu Spanien für zunächst 14 Tage geschlossen. Die neue AVE Hochgeschwindigkeitsstrecke von Madrid über Elche und Orihuela nach Alicante an der Costa Blanca ging jetzt in Betrieb. Mit diesem Zug verreisen darf man derzeit allerdings nur aus beruflichen Gründen. In Großbritannien müssen jetzt alle einreisenden aus Hochrisiko-Gebieten für 10 Tage in eine Hotel-Quarantäne. Diese wird pro Person mit 1.500 Pfund berechnet. Im Preis enthalten sind die notwendigen Testungen und die Verpflegung auf den Zimmern. Unklar ist, ob Spanien zu den Hochrisikogebieten gezählt wird. Sicher dabei sind Südafrika, Brasilien und Portugal.

    Die Parfümerie-Kette Douglas betreibt in Europa 2.400 Parfümerien, von denen 500 geschlossen werden sollen, darunter 106 in Spanien. 600 Spanier verlieren dabei ihren Job.

    Am 26. Januar wurden die Menschen in der Provinz Granada von 20 kleineren Erdbeben beunruhigt. Eines hatte eine Stärke von 4,5 auf der Richter-Skala. Am stärksten betroffen war die Gegend um Santa Fé. Niemand wurde verletzt und die Intensivstationen gerieten nicht unter zusätzlichen Druck neben der Pandemie.

    In Castellón trugen drei als Spidermen verkleidete Fassadenkletterer zur Belustigung der von Corona genervten Bevölkerung bei.


    Update: Stand 25. Januar 2021 – 18 Uhr

    Ministerpräsident Sánchez sorgte auf einer Tourismuskonferenz in Madrid für Unmut mit der Behauptung, der Tourismus in Spanien könne erst wieder im Spätsommer in Schwung kommen, nachdem 70% der Bevölkerung geimpft seien. Das wollte Tourismusminister Reyes Maroto so nicht stehen lassen und nannte Ostern als Ziel für den Neustart des Tourismus. Er hofft, dass bis dahin viele ausländische Touristen bereits geimpft sind und deshalb nach Spanien einreisen dürfen. Der spanische Tourismussektor erwirtschaftet normalerweise 12,4% des Bruttosozialprodukts. Im Jahr 2020 hat er 106 Milliarden Euro verloren, darunter 55 Milliarden von ausländischen Touristen. Im ersten Quartal 2021 wird ein weiterer Verlust von 60 Milliarden Euro erwartet. 700.000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe.

    Derweilen ist immer noch unklar, ob und wann ausländische Residenten in Spanien geimpft werden können. Wie sich hier der Stand der Dinge entwickelt, kannst du auf diesen Webseiten nachlesen:

    Neue Höchstwerte bei Corona-Infektionen

    Am 21. Januar erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Spanien mit 44.357 ein neues Hoch. 17,6% aller durchgeführten Tests sind jetzt positiv. Die 14-Tage-Inzidenz für Spanien stieg auf 795 Infizierte pro 100.000 Einwohner. In sechs autonomen Regionen liegt sie sogar über 1.000. Fünf Prozent der positiven Ergebnisse betreffen die neue englische Mutation des Virus. Man rechnet damit, dass diese Mutation Mitte März in Spanien vorherrschend sein wird. Bisher wurden 2,33% der Spanier geimpft.

    In Andalusien gab es am 21. Januar 7.816 Neuinfektionen bei einer Inzidenz von 796. Málaga hat mit 1.661 Fällen den höchsten Wert, gefolgt von Sevilla mit 1.460. Schlusslicht ist Jaén mit 474.

    Entwicklung der Pandemie in Andalusien: juntadeandalucia.es

    Andalusische Gemeinden, welche die Inzidenz von 500 überschreiten, müssen ihre Grenzen zur Außenwelt schließen, bei einer Inzidenz größer 1.000 müssen zusätzlich alle nicht notwendigen Geschäfte schließen. Zu den Städten mit einer Inzidenz über 1.000 gehören neben vielen kleinen Gemeinden jetzt auch Torremolinos, Ronda, Vélez-Málaga, Alhaurín El Grande und Coín.

    Ein 28-jähriger wurde in Castellón ins Gefängnis gesteckt, nachdem er sich mehrfach geweigert hatte, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen. Der Mann ist bereits wegen einiger anderer Delikte vorbestraft. Die andalusische Regierung hat klargestellt, dass man die Sperrstunde zwischen 10 und 6 Uhr nicht verletzt, wenn man mit seinem Hund Gassi geht. Allerdings lehnt es die spanische Zentralregierung weiterhin ab, den autonomen Regionen zu erlauben, die Sperrstunde auszudehnen.

    Bauern aus der Provinz Alicante beklagen große finanzielle Einbußen, weil sie ihre Tiere nicht an die Hotels und Gaststätten verkaufen können, die großenteils wegen der Pandemie geschlossen sind. 100 % der Ziegen, 85% der Schafe und 70% der Rinder werden normalerweise direkt an Gaststätten und Hotels verkauft. Nicht nur ist das Futter teuer, mit dem die Tiere weiterhin gefüttert werden müssen. Vielmehr werden die Tiere zu zäh und damit unverkäuflich, wenn sie immer älter werden. Man kann die Tiere ja nicht ein- und ausschalten wie eine Maschine. Die Bauern möchten erreichen, dass die Restaurants wenigstens ihre Terrassen wieder öffnen dürfen, damit sie wenigstens etwas Fleisch verkaufen können.

    Das Nationale Zentrum für Biotechnologie ist eines der 100 Forschungsinstitute, die im staatlichen Forschungsverbund CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) vernetzt sind. Die Virologen Mariano Esteban und Juan Garcia Arriaza konnten in Tierversuchen zeigen, dass ein Covid-19-Impfstoff auf Basis des Impfstoffs, den man zur Ausrottung der Pocken verwendet, den Ausbruch von Covid-19 zu 100% verhindert. Der neue Impfstoff repliziert das gesamte Sars-CoV-2-Protein, welches das Virus benötigt, um in die menschlichen Zellen einzudringen. Die spanische Biotechnologie Firma Biofabri, die zur Zendal Gruppe (Hersteller von Gesundheitsprodukten) gehört, hofft, in wenigen Wochen die Erlaubnis für klinische Tests zu erhalten. Ob die Zeit dann reicht, um als zugelassener Impfstoff die Herdenimmunität in Spanien noch bis zum Sommer 2021 mit zu bewerkstelligen, erscheint eher unwahrscheinlich.

    Hohe spanische Militärs sowie mehrere Bürgermeister in der autonomen Region Valencia haben außer der Reihe ihre Erstimpfung erhalten. Das kam in der Öffentlichkeit gar nicht gut an. Die Bürgermeister rechtfertigen sich damit, der Impfstoff sei ihnen von staatlichen Impfteams angeboten worden, weil er sonst hätte vernichtet werden müssen. Zur Strafe hat die valencianische Gesundheitsministerin untersagt, dass die betroffenen Bürgermeister ihre zweite Impfdosis erhalten. Damit scheinen politische Rücktrittsforderungen vom Tisch. Die Bürgermeister lassen aber derzeit ihre Parteimitgliedschaft ruhen.

    Immerhin ist Manuel Villegas, der Gesundheitsminister der Nachbarregion Murcia, zurückgetreten, nachdem er einräumen musste, vorzeitig geimpft worden zu sein. Spaniens oberster Militär, Generalstabschef Miguel Ángel Villarroya trat ebenfalls zurück »um die Ehre der spanischen Streitkräfte nicht zu beschmutzen«. Er und weitere hohe Militärs hatten sich gleichfalls vorzeitig impfen lassen. Aus demselben Grund wurde ein Oberst der Guardia Civil vom Innenminister entlassen.


    Update: Stand 19. Januar 2021 – 22 Uhr

    Jetzt gibt es erste Beweise, dass man tatsächlich zwei Impftermine benötigt um gegen eine Corona-Infektion geschützt zu sein. Nach der ersten Impfung bilden sich nach 10 Tagen die ersten Antikörper. In einem Altersheim in Vinaròs in der Provinz Castellón (Autonome Region Valencia) erkrankten 21 Heimbewohner und Pflegekräfte an Covid-19, nachdem ihnen zu Silvester die erste Dosis des Impfstoffs von Pfizer gespritzt worden war. Vier Tage nach der Impfung waren alle Tests negativ. Aber am 9. Januar ergab ein zweiter Test positive Ergebnisse für 14 Heimbewohner, fünf Pfleger und zwei Nonnen.

    Im Altersheim Mar Bella in Torrevieja erkrankten 45 Bewohner an Covid-19, nachdem sie die erste Impfung erhalten hatten. Die meisten zeigten keine Symptome, fünf Infizierte mussten jedoch ins Krankenhaus gebracht werden. Die zweite Impfdosis soll am 25. Januar verabreicht werden. Aus der Seniorenresidenz DomusVi Costa d'en Blanes auf Mallorca wird ein ähnlicher Covid-19 Ausbruch vier Tage nach der ersten Impfung gemeldet. Aber auch von zwei Pflegeheimen in Bayern. Inzwischen stoppten mehrere Altersheime in der Region Valencia die laufende Impfaktion.

    In den Voruntersuchungen von Pfizer kam heraus, dass etwa zwei Wochen nach der Impfung eine Immunität von 30% und nach 3 Wochen (dem Zeitpunkt der zweiten Dosis) von 50% erreicht wird. Vier Wochen nach der ersten Dosis bzw. eine Woche nach der zweiten Dosis hat man einen Schutz von 95% erreicht. Um den Impftermin herum kann man sich mit Covid-19 genauso infizieren wie ohne Impfung. Lediglich der Verlauf der Krankheit ist dann meist milder. Und man bleibt nach der zweiten Impfung leider auch für Nicht-Geimpfte weiter ansteckend. Andalusien wird an alle Personen, welche die zweite Impfung erhalten haben, demnächst einen Impfpass übergeben, der einen QR-Code enthält. Damit kann man sich gegenüber Fluglinien, Restaurants, Veranstaltern usw. als geimpft ausweisen.

    Der mRNA-Impfstoff kann selbst keine Infektion verursachen, weil er nur einen Bruchteil des Erbguts des Coronavirus enthält. Er erzeugt aber Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Impfstoff wirkt und im Körper eine Immunantwort auslöst. Ein Herr Köppnick hat dazu im Internet eine schöne Analogie entwickelt: Angenommen, das Virus sei ein Auto. Dringt es in den Körper ein, liefert es den Bauplan für weitere Autos. Der Körper beginnt, so lange neue Autos zu bauen, bis er die Bekämpfung von Autos gelernt hat. Der Impfstoff liefert nur den Bauplan für Räder. Der Körper lernt, die Produktion von Rädern zu bekämpfen. Kommt jetzt das Virus zu einem Geimpften, bekämpft der Körper sofort die Produktion der Räder. Ohne Räder kann es keine neuen Autos geben.

    Sollte eine Mutation des Virus dazu führen, dass das Auto nun mit Winterreifen statt mit Sommerreifen fährt, beeinträchtigt das die Wirksamkeit des Impfstoffs nicht.

    Nur falls eine Mutation des Autos dazu führt, dass Autos keine Räder mehr benötigen, sondern Gleitkufen, hätte man bei der Impfung mit Zitronen gehandelt. Dann könnte man aber den Bauplan des Impfstoffs schnell so abändern, dass er das Immunsystem veranlasst, Kufen zu bekämpfen. BioNTech hat dazu mal einen Zeitaufwand von sechs Wochen genannt.

    Experten empfehlen, auf die zweite Impfung zu verzichten, wenn man sich nach der ersten Impfung mit Corona angesteckt hat. Denn durch die doppelte Reizung des Immunsystems kann es zu unerwünschten Immunreaktionen kommen. Außerdem ist man nach der überstandenen Infektion meist genauso geschützt wie nach der zweiten Impfung. Nach erfolgter Impfung UND der Nachimpfung erkranken wir nicht mehr am Virus. Es ist trotzdem noch da und stellt damit weiterhin eine Gefahr für alle Nichtgeimpften dar.

    Die Ereignisse in den spanischen Altersheimen lassen die Entscheidung der Regierung von Gibraltar, nur die Erstimpfung zu verabreichen um möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen, in einem anderen Licht erscheinen.

    Eine Langzeitstudie der Universität im britischen Leicester ergab, dass 30% aller als »genesen« entlassenen Covid-19 Patienten nach 5 Monaten wieder im Krankenhaus landen und dass jeder Achte von ihnen alsbald stirbt. Diese »späten« Toten tauchen in keiner Corona-Statistik auf. Häufigste Spätfolgen sind Herzprobleme, Diabetes und chronische Leber- und Nierenerkrankungen.

    Neuinfektionen in Spanien erreichen Höchstwert

    Die Zahl der Neuinfektionen in Spanien erreichte am letzten Wochenende (Freitag bis Sonntag) mit 84.287 einen neuen Höchststand.

    Am 14. Januar wurden für Andalusien 6.882 Neuinfektionen gemeldet. Gestern fiel der Wert auf 3.791. In der Region Valencia sind es sogar 7.497 neue Fälle. Andalusischer Spitzenreiter ist die Provinz Málaga mit 861 Neuinfektionen, gefolgt von Sevilla (700) und Cádiz (552). Schlusslicht ist Granada (196). 55.660 Andalusier sind derzeit mit Covid-19 infiziert. Inzwischen werden in der Provinz Alicante die ersten Feldlazarette aufgestellt.

    Die andalusische Stadt La Línea, die unmittelbar an der Grenze zu Gibraltar liegt, hat eine 14-Tage-Inzidenz von 2.266 erreicht. Grenzgänger sind daher eine große Gefahr für die Bürger Gibraltars. Die Bewegungseinschränkungen für Gibraltar wurden bis 25. Januar verlängert. Bisher sind dort 45 Personen an Covid-19 verstorben. In Pflegeheimen sind 128 Bewohner infiziert. 43 Personen liegen auf der Intensivstation. Vor zwei Monaten hatte Gibraltar noch keinen einzigen Pandemie-Toten zu beklagen. Wer von Gibraltar nach Großbritannien fliegt, muss einen negativen Coronatest vorweisen. Einen Schnelltest kann man am Flughafen Gibraltar für 50 Pfund machen lassen. 6.400 Einwohner wurden bisher mit dem Impfstoff von Pfizer geimpft, weitere 5.000 Dosen liefert die Royal Air Force morgen und weiter 7.000 in zehn Tagen.

    In Andalusien sind 30 Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten, weil die 14-Tage-Inzidenz dort über 500 liegt. In 14 Orten liegt sie sogar über 1.000. Dort wurden zusätzlich alle nicht-notwendigen Geschäfte geschlossen. 17.000 Krankenhausbetten werden umgewidmet für potentielle Corona-Patienten.

    Statt bisher 6 Personen, dürfen sich jetzt nur noch vier Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Alle Bars und nicht-notwendigen Geschäfte müssen um 18 Uhr schließen.

    Nicht-notwendige Reisen zwischen den andalusischen Provinzen sind verboten. Es gibt allerdings kuriose Ausnahmen. Wer z.B. aus Sevilla in die Sierra Nevada (Provinz Granada) zum Skifahren reisen möchte, kann dies tun, wenn er einen Skipass vorweisen kann.

    In Orten mit besonders hohen Ansteckungszahlen möchten die andalusische und andere Landesregierungen die nächtliche Ausgangssperre auf 20 Uhr vorziehen und sogar die Bevölkerung zwingen, in ihren Häusern zu bleiben. Die spanische Regierung hatte den Regionen im Rahmen eines Notstandsgesetzes das Recht zugestanden, einige Bewegungseinschränkungen selbst anzuordnen. Die Zeiten der Ausgangssperre und das Nichtverlassen der Wohnung gehören allerdings nicht dazu. Nun haben die Regionen die Regierung von Pedro Sánchez gebeten, ihre Befugnisse durch eine Änderung des Notstandsgesetzes zu erweitern. Gesundheitsminister Illa scheint dazu keine Eile zu verspüren, denn er ist abgelenkt durch ein Angebot, demnächst Spitzenkandidat der PSOE in Katalonien zu werden.

    Der durch Sturmtief Filomena verursachte Schneesturm hat in Madrid und Zentralspanien zu chaotischen Situationen geführt. Da die Lastwagen im Schnee stecken blieben, konnte das Logistikzentrum in Madrid nicht beliefert werden, so dass 12 Millionen Spanier vor weitgehend leeren Regalen standen. In einigen Dörfern war zudem die Stromversorgung zusammengebrochen. Viele Autofahrer mussten bei minus 5 Grad mehr als 24 Stunden in ihren ausgekühlten Autos aushalten. Ein kleines Mädchen kam im Schneetreiben auf der Madrider Stadtautobahn zur Welt. Das Dorf Bello in Teruel erlebte Tiefsttemperaturen von minus 25 Grad. Der Schnee gefriert in den frostigen Nächten zu Glatteis. Der Bevölkerung fehlen zur Behebung der Situation die nötigen Gerätschaften. Es kam zu etlichen Knochenbrüchen, die in den von Corona überlasteten Krankenhäusern behandelt werden mussten. In den Impfzentren mussten die Corona-Impfungen ausgesetzt werden, weil kein Impfstoff-Nachschub durchkam.

    Großbritannien hatte mit Spanien einige »Reise-Korridore« vereinbart, die es britischen Touristen ermöglichen, Urlaub in Spanien zu verbringen. Diese Vereinbarung hat Boris Johnson gekündigt, nachdem vier Brasilianer eine besonders gefährliche brasilianische Mutation des Coronavirus nach Großbritannien eingeschleppt hatten. Die Korridor-Regelung sei nur für das »normale« Virus sinnvoll. Seit dem 18. Januar gilt nun, dass jeder, der nach Großbritannien einreisen will, einen negativen Corona-Test mitbringen muss, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Zusätzlich muss man nach der Ankunft in Großbritannien für 10 Tage in Quarantäne.

    Spanien hat bereits eine ähnliche Regelung für Einreisende aus Corona-Risikogebieten, die spanische Staatsbürger oder ausländische Residenten in Spanien sind. Ausländer aus Drittstaaten dürfen überhaupt nicht einreisen. In Zusammenhang mit dem Brexit führt das bereits zu einigen menschlichen Tragödien. Einer Engländerin, die zu Weihnachten ihre Verwandten in Großbritannien besucht hatte, wurde Anfang Januar die Rückreise in ihren spanischen Wohnort verweigert, weil sie keine gültigen Papiere als Residentin vorweisen konnte. Nun muss ihr in Spanien zurückgebliebener 81-jähriger Ehemann sehen, wie er mit seiner Diabetes und COPD-Erkrankung im gemeinsamen Heim in Spanien alleine zurechtkommt. Die Frau wurde beschieden, sie dürfe allenfalls zur Beerdigung ihres Mannes einreisen.


    Update: Stand 14. Januar 2021 – 11 Uhr

    Das relativ ausschweifende Leben über die Weihnachtsfeiertage fordert jetzt im spanischen Winter seinen Tribut. Wie aus dem Nichts befindet sich Spanien diese Woche auf einmal in seiner dritten Corona-Welle. Das Land registrierte am Wochenende 61.400 Neuinfektionen. 9,2% aller durchgeführten Tests sind positiv. Die WHO bezeichnet die Situation der Pandemie als »außer Kontrolle«, sobald 5% aller Tests positiv sind.

    Die dritte Welle erfasst große Teile Spaniens gleichzeitig. In der Region Murcia wurden 38 Ortschaften von der Außenwelt isoliert. In Valencia sind 18% der Tests positiv, in der Extremadura 15%. In Valencia kam es in 24 Stunden zu 4.664 Neuinfektionen und 92 Corona-Toten. In Valencias Krankenhäusern wurden alle nicht Corona bezogenen und nicht lebensnotwendigen Behandlungen abgesagt. Auf den Balearen traten am Montag weitere Bewegungs-Beschränkungen in Kraft. Das hinderte 1.000 Personen nicht daran, an einer ungenehmigten Demonstration gegen diese Maßnahmen teilzunehmen.

    Corona-Infektionen steigen auch in Andalusien wieder an

    In Andalusien schoss die 14-Tage-Inzidenz hoch auf 314. Am Dienstag wurden 4.896 Neuinfektionen gemeldet. Das ist der höchste Wert seit zwei Monaten. 1.500 Covid-19-Patienten liegen in den Krankenhäusern. Besonders stark ist der Anstieg in den Provinzen Málaga und Cádiz, die zwei Fünftel aller Neuinfektionen aufweisen. Marbella, Estepona, Mijas, Ronda, Málaga-Stadt und Vélez-Málaga wurden zu Hochrisiko-Gebieten erklärt. In Málaga und Ronda wurde zudem die neue britische Virusmutation nachgewiesen, die 70% ansteckender sein soll. Die Grenzstadt La Línea de la Concepción mit einer 14-Tage-Inzidenz von 1.900 wurde von der Außenwelt abgeriegelt. Im Campo de Gibraltar berichten Menschen, die Corona-Symptome verspüren, dass sie bei der Gesundheits-Hotline nicht durchkommen und dass man ihnen dort sagt, sie sollen sich zuhause in Quarantäne auskurieren. In Mijas Costa hat die Polizei eine Bar ausgehoben, in der sich dutzende betrunkene Briten versammelt und die Sperrstunde ignoriert hatten.

    Diese Menschen wären auch als Blutspender nicht in Frage gekommen, die jetzt nach den Feiertagen in Andalusien dringend gesucht werden. Männer dürfen in Spanien jährlich bis zu vier Mal Blut spenden, Frauen nur drei Mal. Allerdings dürfen sie vorher keinen Alkohol zu sich genommen haben. Briten, die sich zwischen 1980 und 1996 in Großbritannien aufgehalten haben, dürfen wegen der damals auf der Insel herrschenden Rinderwahnsinns ebenfalls kein Blut spenden.

    Sich während der Teil-Lockdowns zuhause zuzudröhnen, wird jetzt etwas schwerer. Der spanischen Polizei gelang es im Zusammenspiel mit der Polizei von Kolumbien, der Niederlande, Italiens und Rumäniens, das seit 20 Jahren größte Netzwerk von Händlern und Produzenten von Designerdrogen zu zerschlagen, welches von Barcelona aus gesteuert wurde. Beschlagnahmt wurden 827.000 Ecstasy-Pillen, 76 Kilo Speed, 2.000 Dosen LSD, 39,5 kg Crystal Meth und 217 Liter Amphetamine, mit denen man 738 kg Speed hätte produzieren können.

    Sturmtief behindert Impfungen

    Als ob die Pandemie nicht schon schlimm genug wäre, hat das Sturmtief Filomena das Landesinnere schwer getroffen. Lastwagen, die den Impfstoff in seine Einsatzgebiete transportieren sollen, bleiben im Schnee stecken. Es wird von Klinikmitarbeitern berichtet, die zu Fuß 22 km durch Schnee stapfen mussten um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Da die meisten Häuser keine vernünftigen Heizungen haben, steigt die Zahl der Menschen mit Atemwegserkrankungen stark an, welche die Krankenhäuser aufsuchen, die schon von Corona gebeutelt sind. Die gemessene Anzahl von Corona-Neuinfektionen wäre vermutlich noch höher, wenn durch Tief Filomena die Anzahl der Labor-Tests nicht stark eingeschränkt worden wäre.

    In den nächsten sechs Wochen erwartet Spanien 600.000 Dosen des Moderna-Impfstoffs. Daneben wird ja bereits der Impfstoff von BioNTech/Pfizer verimpft. Bis Ende Februar sollen 2,5 Millionen Spanier geimpft sein. Die Zahl der Impfverweigerer ging auf 28% zurück. Mittlerweile warnt die Polizei ältere Leute vor Impfbetrügern. Diese klingeln an der Haustür und bieten eine Impfung zuhause an, damit die alten Leute sich den mühsamen Gang zum Impfzentrum sparen. In Spanien gibt es Impfungen jedoch nur in Impfzentren und Pflegeheimen.

    Die britische Royal Air Force hat die erste Ladung des BioNTech/Pfizer Corona-Impfstoffs nach Gibraltar gebracht. Zuerst wurden Menschen in Altersheimen geimpft. Seit Montag steht ein Impfzentrum in den Kasematten für die Bevölkerung bereit. Dort könnten täglich 500 Personen geimpft werden. Allerdings ist auch in Gibraltar der verfügbare Impfstoff noch knapp bemessen. In Gibraltar werden den Geschäften, die wegen Corona schließen müssen, 40% der Kosten erstattet. Falls die Restriktionen nach dem 31. Januar zurückgenommen werden können, erhalten sie noch 30%. Werktätige, die nicht arbeiten dürfen, erhalten 1.050 britische Pfund, unabhängig von ihrer Nationalität.

    Die zum spanischen Inditex Textilkonzern gehörenden Mode-Label Bershka, Pull and Bear und Stradivarius schließen alle physischen Niederlassungen in China. Dort sind sie gegen die Online-Konkurrenz chancenlos. In Spanien sollen die Läden von Zara, Massimo Dutti, Oysho, Uterqüe und Zara Home so bald wie möglich wieder öffnen, aber zum Jahresende werden wohl 1.200 von ihnen geschlossen. Während der Pandemie gingen die Umsätze von Inditex um 45% zurück. In einige »Flagship Stores« sollen dennoch 1,7 Milliarden Euro investiert werden.


    Update: Stand 08. Januar 2021 – 17 Uhr

    Während die 14-Tage-Inzidenz auf den Balearen und in der Extremadura noch über 500 liegt, beträgt sie in Andalusien nur mehr 155. Das ist der drittbeste Wert aller autonomen Regionen in Spanien. Andalusiens Vizepräsident Juan Marín sah daher keinen Anlass die Bewegungseinschränkungen nach dem 10. Januar zu verschärfen. Diese Einschätzung könnte sich allerdings demnächst drastisch ändern.

    Neue Virus-Mutation macht Sorgen

    Denn die 14-Tage-Inzidenz in einigen Ortschaften des Campo de Gibraltar ist auf bis zu 700 pro 100.000 Einwohner hochgeschnellt. Das betrifft die Orte Algeciras, Tarifa, Los Barrios, San Roque, Jimena de la Frontera, Castellar de la Frontera, La Línea de la Concepción und San Martín de Tesorillo. Die genannten Orte wurden von der Außenwelt abgeriegelt und einer Reihen-Testung unterzogen. Außerdem wurden in Andalusien bereits 16 Infizierte entdeckt, die sich mit der neuen englischen Mutation des Covid-19-Virus angesteckt haben.

    Gestern wurden in Andalusien 2.391 Neuinfektionen gemeldet, das sind mehr als zuletzt im November und mehr als doppelt so viele wie am 4. Januar. Die Provinzen Cádiz und Málaga sind diesmal die Spitzenreiter.

    Gleichzeitig ist in Gibraltar die Zahl der mit Covid-19-Infizierten auf 2.000 gestiegen, darunter 63 Insassen von Altersheimen, was mit dem gestiegenen Infektionsgeschehen im Campo de Gibraltar zusammenhängen dürfte. Seit dem 3. Januar gilt in Gibraltar ein 14-tägiger Wellenbrecher-Lockdown. 29 Covid-19 Patienten liegen in den Krankenhäusern, 10 sind verstorben. Nach Ansicht von Samantha Sacramento, der Innenministerin von Gibraltar, bewegen sich immer noch zu viele Personengruppen und Autos zu unnötigen Zwecken auf den Straßen. Obwohl Gibraltar an seinen 37.000 Einwohnern bereits 143.000 PCR-Tests durchgeführt hat, droht die Pandemie jetzt außer Kontrolle zu geraten. Am 9. Januar sollen 5.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BionNTech geliefert werden. Damit möglichst viele Gibraltarer einen Impfschutz erhalten, wird auf den zweiten Impftermin verzichtet.

    Spanien hat das Einreiseverbot für britische Staatsbürger bis zum 19. Januar verlängert. Nur Spanier, die aus Großbritannien zurückkehren sowie britische Residenten mit dem neuen TIE Ausweis für Nicht-EU-Ausländer (Tarjeta de identidad de Extranjero) dürfen einreisen.

    Die Kleinstadt Teba im Norden der Provinz Málaga war von der ersten und zweiten Welle jedes Mal besonders betroffen, hatte es allerdings geschafft von einer 14-Tage-Inzidenz von 2.000 Infizierten pro Hunderttausend Einwohnern im Oktober bis kurz vor Weihnachten auf null Fälle zu kommen. Dann jedoch widersetzte sich die Bar Albaicín de Teba dem Öffnungsverbot und öffnete am 24., 25. und 26. Dezember. Kurze Zeit später waren 100 Personen in Teba infiziert, alles Gäste sowie sämtliche Angestellte der Bar. Nun versucht der Bürgermeister zu ermitteln, was da schief gelaufen ist, denn auch die lokalen Behörden hatten ja nicht eingegriffen.

    In einem Lagerhaus in Llinas del Vallès nördlich von Barcelona stürmte die Polizei eine Raver-Party, die bereits 40 Stunden zugange war. Mit Helmen und Schilden drangen die Besatzungen von neun Mannschaftswagen in das Gebäude ein, unterstützt von einem Hubschrauber. Die drei Veranstalter der Party wurden festgenommen, die 300 Partygäste erwarten saftige Geldbußen.

    Die Mieten in der Stadt Málaga sind um 5,6%, in Torremolinos um 5% gefallen, weil jetzt viele Menschen aufs weniger bevölkerte Land ziehen und die Stadt-Wohnungen wegen der Pandemie nicht kurzzeitig an Touristen vermietet werden können. Die Mieten in Marbella, Benahavís, Casares und Manilva hingegen verharren auf ihrem hohen Niveau.

    In den ersten 11 Monaten des vergangenen Jahres haben nur 11 Millionen ausländische Touristen Spanien besucht. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum noch 87 Millionen.

    In der Region Valencia sind die Neuinfektionen in den letzten Tagen stark angestiegen, so dass die Öffnungszeiten von Bars und Restaurants weiter eingeschränkt werden mussten. Die Balearen stehen kurz vor der Überforderung der Intensivstationen. Zusätzlich ist dort die Wirtschaft am dramatischsten eingebrochen. Im Dezember waren 83.000 Mallorquiner arbeitslos gemeldet. Im zweiten Quartal ist dort die Wirtschaftsleistung um 40 % eingebrochen. Derzeit sind 80% der Bars und Restaurants geschlossen.

    Ganz Spanien meldet 3,9 Millionen Arbeitslose. Allerdings hat das Arbeitsministerium Zweifel an seinen eigenen Zahlen, da teilweise Menschen in Kurzarbeit mit eingerechnet wurden. Denn wer sich um Kurzarbeit bewarb, musste sich gleichzeitig arbeitslos melden. Man sollte die 3,9 Millionen also besser als Personen bezeichnen, die derzeit nicht arbeiten können. Die Zunahme der offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit ist auch deshalb moderat, weil Kurzzeitjobs, die traditionell Ende Dezember auslaufen, im Januar einfach nicht neu angeboten werden.

    Die traditionellen Feierlichkeiten zum Tag der Heiligen Drei Könige genossen trotz der Pandemie große Aufmerksamkeit. In Valencia sahen 1.500 Menschen dicht gedrängt und ohne Masken dem Zug der Könige und ihres Gefolges zu, dessen Strecke eigentlich geheim gehalten werden sollte. In Málaga wurde der Empfang der drei Könige durch Bürgermeister Francisco de la Torre am Alcacaba Palast live in die sozialen Medien gestreamt. Einzelne Königsfiguren in Überlebensgröße wurden an drei Stellen in der Innenstadt aufgestellt um die Kinder zu begeistern. In Marbella fand eine Drei-Königs-Parade durch die Hauptstraße von San Pedro statt, die von 200 Polizisten geschützt wurde. In Sevilla und Córdoba stiegen die drei Könige in Heißluftballons auf, begleitet von einem Helikopter, so dass sie für alle Menschen gut sichtbar waren. Etwas monarchischer Glanz lenkte für einen Tag von der Corona-Tristesse ab.


    Update: Stand 01. Januar 2021 – 15 Uhr

    Am 28. Dezember hat die Zahl der in Spanien an oder mit Covid-19 Verstorbenen die Marke von 50.000 überschritten. 1,8 Millionen Spanier haben sich bisher infiziert.

    Das Infektionsgeschehen in Andalusien erwies sich über die Feiertage als stabil, so dass Andalusiens Präsident Juanma Moreno am 28. Dezember keinen Grund sah, die bestehenden Lockerungen für die Zeit bis zu den Heiligen Drei Königen zu verschärfen. Anders sieht es auf den Balearen und in der Region Valencia aus. Dort sind die Infektionen leider angestiegen. In Andalusien wurde die neue englische Variante des Coronavirus an 7 Personen nachgewiesen, die alle keine schweren Krankheitssymptome zeigen. Derzeit dürfen nur Spanier und spanische Residenten mit dem Flugzeug nach Spanien einreisen und sie müssen einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

    Der bekannte Arzt und Fernsehstar Dr. César Caballo hat in einem Interview mit La Sexta Noche die spanische Regierung für ihren Umgang mit der Pandemie gerügt. Sie verlasse sich allein auf die Impfung, habe aber keine Strategie, wie eine dritte Welle verhindert werden kann oder wie Spanien sich verhalten soll, falls es nach zehn Jahren zu einer anderen, noch tödlicheren Pandemie kommen sollte.

    Sevillas Erzbischof Monsignor Juan José Asenjo Pelegrina hat alle Osterprozessionen für 2021 abgesagt. Zuvor war bereits die berühmte Feria de Abril in Sevilla für April 2021 abgesagt worden. Málaga und Córdoba wollen sich noch bis 13. Januar Zeit nehmen für eine Entscheidung, ob die Osterprozessionen 2021 stattfinden.

    Die 102-jährige Ana Mira Palomares aus einem Altenheim in Redovan in der Nähe von Torrevieja und die 96-jährige Frau Araceli aus einem Altenheim in Guadalajara bei Madrid waren am 27. Dezember die ersten Spanier, die mit dem neuen Corona-Impfstoff geimpft wurden. Frauen sorgten auch sonst für Furore: Leutnant Elene Gutiérrez ist die erste Kampfpilotin der spanischen Luftwaffe. Am 22. Dezember absolvierte sie ihren ersten Alleinflug mit einem Eurofighter Typhoon.

    In einem Altenheim in Katalonien wurde eine Krankenschwester, die dem Impfteam eines Altenheims angehörte, positiv auf Covid-19 getestet. Daraufhin musste sich das gesamte Impfteam in Quarantäne begeben. Die 2.000 Mitglieder der katalanischen Impfteams werden vor ihrer Arbeit nicht auf Corona getestet.

    Die Auslieferung von 350.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech aus Antwerpen für Spanien hat sich wegen eines Problems mit der Kühl-Logistik verzögert. Das Problem wurde inzwischen behoben. In den nächsten 12 Wochen erwartet Spanien 4.591.275 Dosen des Impfstoffs von Pfizer. Die Herdenimmunität von 70% soll in Spanien im Spätsommer 2021 erreicht werden.

    Die spanische Regierung hat eine Impfstrategie für Covid-19 verabschiedet. Demnach soll ein Impfregister angelegt werden, in das alle Geimpften aber auch alle Impfverweigerer eingetragen werden. Diese Daten werden auch der EU-Kommission mitgeteilt. Nach einer BBC Umfrage ist die Zahl der potentiellen Impfverweigerer in Spanien auf 28% zurückgegangen. Das Impfen gegen Covid-19 bleibt weiterhin freiwillig.

    Forscher der polytechnischen Universität von Valencia haben einen Bio-Sensor entwickelt, der Covid-19 Partikel in der Luft in geschlossenen Räumen aufspürt und ab einer gewissen Konzentration Alarm schlägt. Das Gerät befindet sich noch in der Prototyp-Phase.

    Die Regierung von Gibraltar hat alle Neujahrsfeierlichkeiten und privaten Zusammenkünfte an Silvester abgesagt. In Altersheimen waren die Infektionen wieder deutlich angestiegen, 580 Gibraltarer sind infiziert, 15 liegen in Krankenhäusern. Wer nicht arbeiten kann, weil er sich in Quarantäne begeben muss, erhält von der Regierung täglich 52,50 britische Pfund als Ausgleich. Alle Altersheime werden bis 18. Januar von der Außenwelt abgeriegelt.

    Gibraltar hat von der britischen Regierung die ersten Impfdosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech erhalten. Der Zwergstaat wartet nun vor allem auf größere Lieferungen des Impfstoffs von Astra-Zeneca/Universität Oxford, der gerade von der britischen Healthcare products Regulatory Agency MHRA zugelassen wurde. Immerhin konnten sich die Gibraltarer freuen über eine Sondervereinbarung, welche die EU und Großbritannien an Silvester für Gibraltar ausgehandelt haben. Gibraltar bleibt damit Mitglied des Schengen-Raums. Näheres dazu im Beitrag über den Brexit.

    Spanien und Gibraltar treten mit banger Zuversicht in das Jahr 2021 ein.


    Update: Stand 27. Dezember 2020 – 17 Uhr

    Corona-Impfungen starten auch in Andalusien

    Dieses Jahr erhält Andalusien 190.000 Impfdosen, die zur Impfung von 95.000 Personen in 49 Gesundheitszentren und 37 Krankenhäusern verwendet werden. Die ersten Lieferungen sollten am 26. Dezember erfolgen. Anwälte wurden bereits kontaktiert, damit sie für demente Heimbewohner eine Einwilligungserklärung abgeben. Für Málaga sind 37.000 Dosen vorgesehen. Im Distrikt Malaga-Guadalhorce werden 7 mobile Impfteams tätig sein. In der Stadt Málaga vier Teams. An der Costa del Sol sind es 4 mobile sowie vier stationäre Impfteams in Arroyo de la Miel, Las Lagunas, Las Albarizas und Estepona Oeste. In der Axarquía 4 mobile und ein stationäres Team. Im Norden der Provinz Málaga ein mobiles Team und zwei stationäre in Antequera. In der Serranía de Ronda ein mobiles Team und 3 stationäre in Ronda.

    In der Provinz Sevilla wird es 31 Impfteams geben, in Cádiz 23, in Almería, Granada und Jaén je 18, in Huelva und Córdoba je 16. Von den 177 andalusischen Impfteams werden 73 mobil sein und Alten- und Pflegeheime aufsuchen. 526 Krankenschwestern werden als Impfhelfer eingesetzt.

    Die nun anlaufende Impfaktion ist auf Spanier beschränkt, die über eine SIP Gesundheitskarte des nationalen Gesundheitssystems (Tarjeta Sanitaria de Sistema Nacional de Salud de España) verfügen. Die vielen Hunderttausend ausländischen Residenten, von denen viele im Rentenalter sind, haben keinen Zugang zur Impfung gegen Covid-19. Sie würden ja dafür bezahlen, aber für Privatpraxen gibt es keinen Impfstoff. Wenn Privatversicherte keinen Impfschutz erhalten, könnte der Erfolg der gesamten Impfaktion gefährdet sein, weil es dann vor allen in den Touristen-Hotspots an der Küste zu keiner Herdenimmunität kommt.

    Forscher an der Miguel Hernández Universität in Elche haben einen Roboterarm konstruiert, mit dem Menschen Covid-19 Testproben aus Nase und Rachen entnommen werden können. Damit wird das Ansteckungsrisiko für die medizinischen Mitarbeiter vermieden, die bisher die Nasen- und Rachenabstriche vornehmen müssen. Außerdem können diese Personen dann für wichtigere Aufgaben eingesetzt werden. Der Roboter benötigt für eine Probenentnahme 8 Minuten. Das wird vielen Testpersonen wie eine Ewigkeit vorkommen. Das Gerät könnte sinnvoll sein für Corona-Tests an Flughäfen.

    Krankenhäuser in der Provinz Almería erleben einen Ansturm von Bürgern ohne Corona-Symptome, die kurz vor den Weihnachtsfeiertagen einen PCR-Test begehren, weil sie sicher sein wollen, dass sie ihre Verwandten beim Weihnachtsessen nicht anstecken. Sich an ein Krankenhaus zu wenden ist die einzige Möglichkeit um kurzfristig einen kostenlosen PCR-Test zu erhalten. Die staatlichen spanischen Gesundheitszentren nehmen hingegen nur Testkandidaten an, die bereits Corona-Symptome zeigen. Alle anderen werden in häusliche Quarantäne geschickt. Krankenhäuser müssen hingegen davon ausgehen, dass jeder, der sich an sie wendet, mit Covid-19 infiziert sein könnte. Die Antragsteller ohne Symptome werden dann von den Krankenhäusern zusammen mit Antragstellern mit Symptomen in einen Warteraum gesperrt und sind damit einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgeliefert.

    In einer Villa in Marbellas Ortsteil Nueva Andalucía hat die Polizei am Samstag gegen Mitternacht eine Party mit 125 jungen Leuten aufgelöst, die weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen und die erlaubte Zahl von 6 Personen weit übertrafen. Einige Teilnehmer versteckten sich unter Betten und in Schränken, aber das half ihnen nichts, sie werden alle ein Bußgeld zahlen müssen. Der Polizei fielen eine große Menge Alkohol und einige Kanister mit Lachgas auf.

    Die spanische Regierung hat zwei Diplomaten nach Dover entsandt, die spanischen LKW-Fahrern, die in Dover festsitzen, dabei helfen, die nötigen Papiere und PCR-Tests für die Ausreise nach Frankreich zu beschaffen. Sie sollen sich auch um Essen, Trinkwasser und Unterkünfte für die in Dover gestrandeten spanischen LKW-Fahrer kümmern.

    Als wenn die Corona-Pandemie und der Brexit nicht schon genug Probleme für Spanien bereiten, hat nun der marokkanische Ministerpräsident Saadeddine El Othmani mal wieder die Rückgabe der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla and Marokko gefordert. Der ins spanische Außenministerium einbestellte marokkanische Botschafter erklärte beflissen, dass Marokko die spanische Souveränität über die Enklaven achte und auch der spanische König Mohamed VI kein Interesse an dem Hochkochen des Themas zeige. Ceuta und Melilla waren nie spanische Kolonien, sondern immer spanische Grafschaften auf nordafrikanischem Boden.

    Kurz bevor alle Flüge von und nach Großbritannien annulliert wurden, sind noch 18 Maschinen aus Großbritannien auf andalusischen Flugplätzen gelandet, darunter 17 in Málaga und eine in Sevilla.

    Die neue Mutation VUI-202012/01 aus Süd-England hat nun auch Gibraltar erreicht, das lange Zeit vom Virus so gut wie verschont erschien. Dort hat sich in den letzten Tagen ein Prozent der Bevölkerung angesteckt. Das entspricht der Ansteckungsdichte in London. Ab sofort dürfen nur noch Einwohner aus Gibraltar und Arbeitskräfte aus Spanien einreisen. Auch Schiffsbesatzungen, die in Gibraltar registriert sind sowie Spanier, die auf der Durchreise nach Spanien sind und in Spanien einen Wohnsitz nachweisen können. Britisches Militär mit einer Marschorder und Personen, die über eine spezielle Erlaubnis der Regierung von Gibraltar verfügen. Für alle Einreisenden gilt, dass sie einen frischen PCR-Test vorweisen müssen. Derzeit befinden sich 1.700 Einwohner von Gibraltar in Quarantäne, 372 sind infiziert, 6 befinden sich im Krankenhaus.


    Update: Stand 22. Dezember 2020 – 18 Uhr

    Nach einem Treffen mit dem an Corona erkrankten französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris begab sich Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez vorsorglich bis Silvester in Quarantäne.

    27 Dörfer in Andalusien werden immer noch mit absurden 14-Tage-Inzidenzen von über 1.000 geführt, z.B. die Kleinstadt Jódar mit 11.687 Einwohnern in der Provinz Jaén mit einer Inzidenz von 1.483 pro 100.000 Einwohnern oder Alicún de Ortega in der Provinz Granada mit 475 Einwohnern und einer Inzidenz von 1.667. Oder Íllar in der Provinz Almería mit 394 Einwohnern und einer Inzidenz von 3.553, also genau einem Infizierten, der in dem Kaff bestimmt bestens bekannt und überwacht ist.

    Andalusiens Präsident Juanma Moreno warnt, dass die Regierung die Lockerungen über Weihnachten jederzeit verschärfen könnte, schließt aber gleichzeitig jede Verschärfung bis zum 28. Dezember aus. Gesundheitsminister Jesus Aguirre ergänzt stolz, Andalusien sei derzeit die Region mit dem niedrigsten Infektionsgeschehen. Moreno stellte eine Art Green Card in Aussicht, die es gegen Covid-19 geimpften Personen erlauben wird, an Konzerten, Sportveranstaltungen und anderen Vergünstigungen teilzunehmen. Der Impfstoff von Pfizer/BioNTech wird ab dem 27. Dezember von Sevilla und Granada aus in ganz Andalusien verteilt. Als erste Charge werden für Andalusien 195.000 Impfdosen erwartet um damit 97.500 Personen zu impfen, vorrangig in Alten- und Pflegeheimen. Im ersten Quartal 2021 sollen laut Gesundheitsminister Illa 2,5 Millionen Spanier geimpft werden.

    Seit Freitag dürfen in Andalusien Bars und Restaurants bis 18 Uhr und dann wieder von 20 bis 22:30 Uhr öffnen. Cafés dürfen sogar durchgehend von 18:00 bis 22:30 Uhr geöffnet sein. Diario Sur hatte berichtet, das gelte auch für Bars und Restaurants, die im Besitz einer Kaffeemaschine und einer Lizenz für den Kaffee-Ausschank seien. Dies hat Minister Aguirre sofort dementiert. Er verwies darauf, dass die Vergünstigung nur für »echte« Cafés, Eiscafés und Chocolaterias sowie Ausgabestellen in Theatern und Kinos gelte, die nach den Finanzamt-Codes 672, 674.6 sowie 676 besteuert würden. Diese Cafés dürften allerdings keinen Alkohol ausschenken.

    Wegen der Schließung von Bars und Restaurants ist in Spanien der Konsum von Cava Sekt um 40% eingebrochen. Die Lieferungen an das Ausland reduzierten sich nur um 7%.

    Die nationale Vereinigung für das Nachtleben warnt, dass die Ausgangsssperre für Silvester, die um 1:30 Uhr beginnt, zu Zehntausenden Botellones und ausschweifenden Hauspartys führen wird. Die Vereinigung verlangt eine Verschiebung der Ausgangsperre auf 3:30 Uhr morgens.

    Nach einer Umfrage des Instituts für Statistik und Kartographie sind die Andalusier mehrheitlich mit ihrer rechten Regionalregierung zufrieden. Wären jetzt Wahlen, käme der konservative PP auf 26,6%, die mit ihnen regierende rechtsextreme VOX auf 15,7% und die Koalitionspartner der bürgerlichen Ciudadanos auf 12,2%. Die Sozialisten der PSOE erhielten 23,5%, was ein Misstrauensvotum für die Behandlung der Covid-19-Krise durch die Regierung Sánchez darstellt. Die nächsten Landtagswahlen für Andalusien finden 2022 statt.

    Seit Freitag sind acht Skilifte in der Sierra Nevada geöffnet. Maximal sind pro Tag 6.000 Skifahrer zugelassen, Lift-Tickets müssen im Internet vorbestellt werden. Der Skibetrieb ist vorerst bis 11. Januar 2021 gestattet.

    Im WiZink Center in Madrid gab Schlagersänger Raphael anlässlich seines 60. Geburtstags ein Konzert vor 5.000 Zuschauern. Das stieß vielen Spaniern sauer auf, die so viele Einschränkungen über sich ergehen lassen müssen und sich vor einer dritten Welle fürchten. Madrids Präsidentin Ayuso beeilte sich zu versichern, dass ein ausgefeiltes Hygienekonzept eingehalten worden und die Halle nur zu 30% belegt gewesen sei, obwohl 40% erlaubt waren. Die Luft sei alle 12 Minuten ausgetauscht worden. Dabei ziehen die Corona-Fallzahlen in Madrid seit einigen Tagen wieder an, was Frau Ayuso jedoch auf die vielen häuslichen Zusammenkünfte zurückführt.

    Einen Tag nachdem bereits mehrere EU-Staaten jeglichen Verkehr mit Großbritannien zu Lande, zu Wasser und in der Luft wegen der neuen Virus-Mutation eingestellt haben, folgte auch Spanien diesem Schritt. Allerdings dürfen Spanier aus Großbritannien jederzeit nach Spanien zurückkehren.

    In Andalusien sind am 18. Dezember 1.017 Personen an Covid-19 neu erkrankt, aber 5.021 wieder genesen. 25 Patienten sind an Corona verstorben.

    Um den Tod geht es auch in einem Gesetz, das die Regierung Sánchez mit 198 Ja-Stimmen gegen 138 Neinstimmen durchs Parlament gebracht hat. Das Gesetz befasst sich mit dem Recht auf Selbsttötung und auf Sterbehilfe durch andere Personen. Wer mittels Sterbehilfe aus dem Leben scheiden will, muss in Zukunft an vier verschiedenen Terminen diesen Willen zum Ausdruck bringen, dabei die ersten beiden Male schriftlich. Er muss im Besitz seiner geistigen Kräfte sein und zwei Mediziner müssen unabhängig voneinander den Wunsch bestätigen. Eine örtliche Kommission muss ebenfalls zustimmen. Kein Arzt kann gezwungen werden, Sterbehilfe zu leisten. Das Gesetz muss noch durch den Senat, was eine Formsache sein dürfte, und tritt dann nach drei Monaten in Kraft.

    In Gibraltar ist die Anzahl der Infizierten auf 120 Personen hochgeschnellt. 750 Personen befinden sich in Quarantäne. Das ist der größte Ausbruch seit Beginn der Pandemie im März. Daher müssen Bars und Restaurants ab sofort um 19 Uhr schließen. Danach ist noch Außer-Haus Service möglich und Hotels dürfen ihre eigenen Gäste beköstigen.


    Update: Stand 16. Dezember 2020 – 17 Uhr

    Mit einer 14-Tage-Inzidenz von 140 gehört Andalusien zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Regionen. Besser stehen nur Murcia, Ceuta und die Kanaren da. Spitzenreiter mit einer Inzidenz von mehr als 250 Infizierten pro 100.000 Einwohnern sind das Baskenland, Kantabrien, Asturien und das Rioja. Zum Vergleich: In Deutschland liegt vor dem Weihnachtslockdown die 14-Tage-Inzidenz bei über 300 Infizierten pro 100.000 Einwohnern.

    Innerhalb von Andalusien beträgt die 14-Tage-Inzidenz in Sevilla 96, in Málaga 102, Córdoba 152, Almería 179, Cádiz 184, Huelva 195 und Jáen 219. In Andalusien fielen die Neuansteckungen am Dienstag auf 448. Am Samstag waren es 1.359. Es ist also noch unklar, ob der Trend abwärts oder aufwärts weist.

    Weil die Inzidenz auf den Kanaren mittlerweile auf 96 gestiegen ist, müssen Rückkehrer von den Kanaren bei der Ankunft in Großbritannien in Quarantäne. Nach fünf Tagen dürfen sie sich mit einem negativen PCR-Test aus selbiger befreien.

    Spanien passt Regeln für die Einreise an

    Spanien akzeptiert jetzt bei der Einreise anstelle eines PCR-Tests auch einen ATM-Test (Transcription Mediated Amplification) oder einen LAMP-Test (Loop-mediated Isothermal Amplification). Beide Tests sind billiger als PCR-Tests und liefern nach zwei Stunden ein Ergebnis. Das Testergebnis darf nun auch in Englisch, Deutsch und Französisch präsentiert werden. Kinder unter 6 Jahren benötigen keinen Test.

    Wer mit dem Schiff oder Flugzeug vom spanischen Festland auf die Balearen reist, muss einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Das gilt sowohl für ausländische Touristen als auch für viele Spanier (siehe unten). Die Regel tritt am 20. Dezember in Kraft.

    Spanier vom Festland, die aus einem Gebiet mit einer 14-Tage-Inzidenz von weniger als 150 Infizierten pro 100.000 Einwohner einreisen, benötigen keinen PCR-Test. Derzeit würde das nur für Murcia, Ceuta, Andalusien und die Kanaren in Frage kommen. Spanische Residenten, die aus einem wichtigen Grund auf die Balearen reisen, müssen sich am Hafen oder Flughafen einem Antigen-Test unterziehen oder sich für 10 Tage in freiwillige Quarantäne begeben.

    Residenten der Balearen, die innerhalb von 72 Stunden zwischen den Balearen-Inseln hin- und her reisen benötigen keinen Test. Sie müssen jedoch eine Erklärung abgeben, dass sie derzeit nicht an Covid-19 erkrankt sind. Residenten der Balearen, die von einem Kurztrip vom Festland zurückkehren, können wählen, ob sie sich bis zu 72 Stunden vor ihrer Rückkehr auf den Balearen kostenfrei einem PCR-Test unterziehen, bei der Ankunft im Hafen oder Flughafen einem Antigentest unterziehen oder für 10 Tage in freiwillige Quarantäne begeben. Kinder, die jünger sind als 6 Jahre sowie Crews von Flugzeugen und Schiffen sind von der Testpflicht befreit.

    Andalusien lockert Maßnahmen an Weihnachten

    Am 12. Dezember begann Phase 1 des andalusischen »Weihnachtsplans«. Bis 17. Dezember darf man sich zwischen Ortschaften der gleichen Provinz frei bewegen. Man dürfte also von Marbella nach Ronda fahren, aber nicht von Sevilla nach Ronda. Nicht lebensnotwendige Läden dürfen bis 21 Uhr öffnen. Zwischen 22 und 7 Uhr besteht eine Ausgangssperre.

    Phase 2 umfasst den Zeitraum vom 18. Dezember bis zum 10. Januar. In dieser Zeit darf man in ganz Andalusien herumreisen. Geschäfte dürfen zu den gewohnten Öffnungszeiten öffnen. Bars und Restaurants müssen um 18 Uhr schließen, dürfen jedoch von 20 bis 22:30 Uhr nochmals öffnen. Die Ausgangssperre wird auf 23 bis 6 Uhr verkürzt. An Heiligabend und Silvester gilt sie sogar erst ab 1:30 Uhr morgens. Aus anderen Regionen darf man zum Besuch von Familienangehörigen einreisen. An den drei Weihnachtsfeiertagen und am 1. Januar dürfen sich zehn Personen zu einer privaten Feier versammeln, an den übrigen Tagen sind es maximal sechs.

    Die spanischen Corona-Lockerungen zu Weihnachten erlauben den Besuch eines allegado (Nahestehender) in ganz Spanien. Die Regierung meint damit Familienangehörige, das ist aber eine Auslegungssache, welche die Polizei überfordert. Allegado klingt so ähnlich wie ha llegado (ist angekommen). Daher machen jetzt viele Wortspiele die Runde wie z.B.: »Ich feiere mit dem Klempner, denn er (h)allegado, ist gekommen«.

    Alle Firmen in Gibraltar können jetzt eine Corona-Hilfe beantragen, die 20 bis 30 % der bisherigen Umsätze abdeckt und zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 31. März 2021 ausgezahlt wird. Vermieter von Geschäftslokalen sollen in dieser Zeit die Mieten um 25% senken, andernfalls müssen sie hohe Steuern zahlen. Mittlerweile ist in Gibraltar das sechste Covid-19-Todesopfer zu beklagen. Ab sofort fliegt Wizz Air zwei mal wöchentlich von London-Luton nach Gibraltar.

    In Elche wurde ein 19-jähriger vorbestrafter Einbrecher geschnappt, der während der Pandemie vier Mal in das gleiche Altersheim eingebrochen war und damit die Heimbewohner einem Infektionsrisiko ausgesetzt hatte. In Sevilla löste die Polizei eine Hochzeitsfeier mit 300 Personen auf, die alle die Abstandsregel missachteten und keine Maske trugen. In Madrid konnte eine 104 Jahre alte Covid-19-Patientin nach zwei Wochen als genesen aus dem Krankenhaus entlassen werden.


    Update: Stand 11. Dezember 2020 – 12 Uhr

    Während Großbritannien bereits den Impfstoff von Pfizer/BioNTech bei seinen Bürgern im Rahmen einer Notzulassung anwendet, müssen sich die Bürger der EU noch mindestens bis zum 29. Dezember gedulden, bis Brüssel eine vorläufige Allgemeinzulassung des Impfstoffs ankündigt. Allerdings gibt es schon jetzt für 270 Spanier eine Ausnahme. Denn Gibraltar bekommt den Impfstoff, von dem die ersten von 35.000 Dosen aus Großbritannien noch diesen Monat geliefert. Damit werden auch 270 Spanier geimpft, die täglich aus beruflichen Gründen die Grenze nach Gibraltar überqueren. Insgesamt sollen 9.200 Spanier geimpft werden, die täglich nach Gibraltar kommen um dort zu arbeiten. Währenddessen hadert der spanische Gesundheitsminister Illa damit, dass der Vorstandsvorsitzende von Pfizer seine Aktien am Tag der britischen Zulassung verkauft habe und warf ihm unethisches Verhalten vor.

    Außer juristischen Winkelzügen spricht nichts für die Verzögerung der EU-Zulassung. Denn die EU-Aufseher können auch nur die Dokumente prüfen, die bereits die britischen Kollegen zur Grundlage ihrer Entscheidung gemacht haben. Die Zulassungsbehörde führt ja keine eigenen Tests durch, sondern bewertet lediglich die Dokumente, die Pfizer und BioNTech eingereicht haben. So etwas nennt man Meta-Analyse. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Brüsseler Prüfer zu anderen Ergebnissen kommen, nachdem die Bevölkerung in der gesamten EU darauf heiß gemacht wurde, dass der Impfstoff bestimmt ab Januar 2021 in allen EU-Ländern verimpft werden wird.

    Die juristische Feinheit bei der Verzögerung der Zulassung besteht darin, dass bei einer »Notfallzulassung« der Staat haften muss, falls beim Impfen etwas schief geht. Bei der von der EU angestrebten »vorläufigen allgemeinen Zulassung« würden hingegen die Pharma-Unternehmen haften.

    Wer in Spanien in einer Apotheke einen Corona-Antikörper-Schnelltest machen möchte, braucht dafür ein Rezept. Das kriegt man in einer Notfallaufnahme oder in der Online-Sprechstunde eines spanischen Hausarztes. Die Online-Sprechstunde kann nur in Anspruch nehmen, wer in Spanien krankenversichert ist (also eine spanische SIP Gesundheitskarte besitzt) und einem Hausarzt zugewiesen ist. Der Schnelltest besteht aus einer Nadel und einem Plastikteststreifen, der einem Schwangerschaftstest ähnelt. Ein kleiner Stich mit der Nadel für eine Blutprobe genügt. Die Nadel wird danach in einen eingezeichneten Punkt auf dem Teststreifen gespießt. Nach ca. 15 Minuten wird das Ergebnis angezeigt. Der Antikörpertest besagt nur, dass jemand mal Corona hatte, aber nicht, ob jemand gerade angesteckt ist.

    Corona-Neuinfektionen in Andalusien gehen weiter zurück

    Mit 366 Neuinfektionen und 37 Verstorbenen erreichte Andalusien am Mittwoch den niedrigsten Wert seit August. 1.534 Andalusier befinden sich im Krankenhaus, davon 337 auf der Intensivstation. Die statistische Inzidenz für 14 Tage beträgt 170 Infizierte pro 100.000 Einwohner. Allerdings werden in der Provinz Málaga immer noch 20 Hotspots mit einer Inzidenz von über 250 aufgeführt. Ob das sinnvoll ist, erscheint zweifelhaft. Darunter befinden sich Gebirgsdörfer wie Gaucín mit 1.576 Einwohnern, wo die Aussage »je 100.000 Einwohner« keinen Sinn macht. Sollten sich in Gaucín 6 Infizierte befinden, dann wäre dort die Inzidenz bereits über 250. Man kann davon ausgehen, dass diese 6 Infizierten in der Gemeinde bestens bekannt sind und scharf beäugt unter Quarantäne stehen. Und der nächste bewohnte Ort befindet sich mindestens 6 km entfernt.

    Sollte der positive Trend anhalten, könnte es für Andalusien doch noch ein entspanntes Weihnachtsfest geben. Das Kulturdezernat der Provinzregierung von Málaga hat bereits 65 weitgehend kostenfreie kulturelle Veranstaltungen über die Advents- und Weihnachtszeit veröffentlicht. Um welche Veranstaltungen es sich handelt, kannst du auf der Webseite www.mientrada.net nachlesen.

    Die Taxifahrer in Córdoba bieten in der Vorweihnachtszeit in Abstimmung mit der Stadtverwaltung 200 kostenfreie »Paseo de la ilusión« Fahrten für Senioren an. Die Senioren werden zuhause abgeholt zu einer 60-minütigen Spritztour durch die von der Weihnachtsbeleuchtung illuminierte Altstadt von Córdoba. Dabei werden alle Hygieneregeln eingehalten und es sitzt nur ein Fahrgast im Taxi. Für Senioren, für welche diese Tour zu anstrengend ist, gibt es eine virtuelle Tour durch den Paseo de la ilusión. Durch die Pandemie haben die Taxifahrer 77% ihres Einkommens verloren. Daher ist die Vereinbarung mit der Stadt eine willkommene Aufbesserung der Kasse.

    Seit Beginn der Pandemie haben sich in Andalusien 1.100 medizinische Fachkräfte infiziert. SATSE, die Gewerkschaft der Beschäftigten im Gesundheitswesen beziffert den andalusischen Vorrat von medizinischem Material im Dezember mit 3,667 Millionen FFP2 Masken und 456.000 FFP3 Masken. SATSE bemängelt, dass diese Material bei den Beschäftigten in den medizinischen Einrichtungen nicht im ausreichenden Maß ankomme.

    König Felipe ist am 3. Dezember aus der Quarantäne zurückgekehrt und hat seine Amtspflichten wieder aufgenommen.

    Die spanische Touristenagentur Turespaña hat für 2 Millionen Euro eine »Travel Save«-Kampagne gestartet um Touristen aus der EU und Großbritannien zu überzeugen, im Jahr 2021 wieder Urlaub in Spanien zu machen. Dabei sollen auch Influencer in den sozialen Medien mithelfen.

    Im Zoo von Barcelona sind vier Löwen und zwei Aufseher mit Covid-19 infiziert. Sie alle zeigen nur geringe Symptome. Die Löwen sind 16 Jahre alt und leben isoliert von allen anderen Tieren. Der Zoo steht in Kontakt mit dem Zoo in der Bronx in New York, wo es bereits Erfahrungen mit infizierten Raubkatzen gibt.

    Nach einer Studie des Finanz-Thinktanks FUNCAS mussten Corona bedingt bereits 31% der Spanier ihre finanziellen Reserven anzapfen. In Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sind es nur 12 bis 14 Prozent. 42% der Spanier erlitten seit Beginn der Pandemie Einkommensverluste und werden in der EU nur noch durch Ungarn mit 44% übertroffen. Im Durchschnitt 48% der Befragten in der EU finden, dass die ökonomischen Verluste größer sind als die gesundheitlichen. Das glauben auch 46% der Spanier.


    Update: Stand 05. Dezember 2020 – 14 Uhr

    Corona-Maßnahmen an Weihnachten in Spanien

    Weihnachten in Spanien gerät immer mehr zum Wunschkonzert mit ungewissem Ausgang. Die Autonomen Regionen, mit Ausnahme von Madrid und Barcelona, haben sich darauf geeinigt dass das Reisen zwischen den Regionen zwischen dem 23. Dezember und dem 6. Januar verboten bleiben soll. Allerdings gilt das nicht für Reisen zur eigenen Familie. Wie die Polizei denn herausfinden soll, ob jemand einem Familienmitglied einen Weihnachtsbesuch abstattet oder auf dem Weg zu einer zünftigen Wochenend-Hausparty ist, wurde ausgeblendet.

    Maximal 10 Personen aus 2 Haushalten sollen zusammen feiern dürfen. Am 25. und 26.Dezember sowie am 1.Januar soll die Sperrstunde erst ab 1:30 Uhr gelten. Die Regierung der Balearen hat dazu eine eigene Sichtweise. Sie will über die Feiertage durch den Einsatz von Drohnen herausfinden, wo viele Autos parken oder viele Menschen sich versammeln und will dann dort gezielt eingreifen. Die Polizei will die sozialen Medien nach Aufrufen zu Partys durchforsten. Der andalusische Präsident Moreno kann sich vorstellen, dass die Restriktionen in der Weihnachtszeit in den andalusischen Provinzen unterschiedlich streng gehandhabt werden. Madrid verlangt für die Weihnachtstage komplette Reisefreiheit. Das würde auch wieder massenweise Ausflüge der Madrilenen zu ihren Ferienwohnungen an der Küste ermöglichen.

    Ungeachtet französischer Bestrebungen, das Skifahren zu Weihnachten in der gesamten EU zu verbieten, wird das Luxus Ski-Ressort Baqueira-Beret in den Pyrenäen am 10. Dezember pünktlich die Skisaison eröffnen. 146 km Skipisten stehen zum Skifahren und Après-Ski zur Verfügung während andere Skiressorts ihre Mitarbeiter wegen Schneemangels in die Kurzarbeit ERTE geschickt haben. Pro Gondel sind in der Seilbahn 6 Mitfahrer zugelassen.

    Der Wissenschaftler Vicente Laraga, der an einem eigenen Corona-Impfstoff arbeitet, gibt für die Weihnachtstage folgende Empfehlung: Es sollen sich nur 6 bis 10 Personen aus möglichst nur einer Familie treffen, und das möglichst im Freien. Innenräume sollen häufig gelüftet und die Hygieneregeln sollen eingehalten werden. Besteck soll nicht von mehreren Personen benutzt werden und eine 10-tägige Selbstquarantäne vor der Zusammenkunft wäre wünschenswert. Ebenso ein Schnelltest, der aber, falls er negativ ausfällt, nicht von den Hygieneregeln befreit.

    Dabei ist schon die Vorweihnachtszeit außer Kontrolle geraten. Angelockt durch die extreme Weihnachtsbeleuchtung wurden am Freitagabend in Málagas Shoppingmeile Calle Larios hunderte Schaulustige dicht gedrängt beobachtet und der Andrang begeistert in den sozialen Medien gepostet. Angesichts der Ereignisse in Málaga ist die Stadtverwaltung von Sevilla noch unentschlossen, ob sie die Weihnachtsbeleuchtung in 294 Straßen anwerfen soll. Dafür wurden bereits 1 Million Euro reserviert. Wer soll sich das eigentlich anschauen, wenn Geschäfte und Restaurants um 18 Uhr schließen und um 22 Uhr die nächtliche Ausgangssperre beginnt? Huelva und Cádiz hatten da weniger Skrupel und haben die Weihnachtsbeleuchtung zeitgleich mit Málaga eingeschaltet. Granada, Jaén, Cordoba und Almeria werden im Laufe dieser Woche folgen. Sevilla will sich am 10. Dezember entscheiden.

    Immerhin sind die Spanier jetzt vorsichtiger beim Geld ausgeben. Mehr als 50 Prozent zahlen lieber mit Karte als mit Bargeld um sich über die Scheine und Münzen nicht anzustecken. Auch zuhause kann man gegen Corona aufrüsten. Die Firma Globaldena Aux aus Gran Canaria hat einen Kleiderschrank entworfen, mit dem man 99.98% der Covid-19 Erreger von seiner Kleidung entfernen kann. Die Prozedur dauert 40 Minuten und ist eine Kombination aus der Bestrahlung mit ultraviolettem Licht und Ozon. Das Verfahren wurde von der Biocontainment Einheit des Forschungszentrums für Tiergesundheit in Zusammenarbeit mit der Universität Barcelona für gut befunden. Ob wir damit das Ozonloch über der Arktis wieder aufreißen, war der Verlautbarung aus Barcelona nicht zu entnehmen.

    Der November hat mit 9.200 Covid-19 Toten einen Höchstwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Die Übersterblichkeit deckt sich mit der Anzahl von Corona-Toten in den Alten- und Pflegeheimen. Zwar sind in den letzten Tagen die Neuansteckungen auf ca. 8.000 bis 10.000 pro Tag gefallen. Das entspricht aber immer noch einer Inzidenz von 251 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Zielwert für Januar 2021 ist eine Inzidenz von 60. Man fragt sich, wie dieser Wert erreicht werden soll, wenn 14 Tage lang jeder Spanier sich überall frei bewegen und seine Liebsten oder Freunde unter dem Weihnachtbaum herzen darf. Niemand in der Regierung traut sich, den Spanier Weihnachten und den Jahreswechsel zu vermiesen. Offensichtlich kann jetzt nur noch ein Weihnachtswunder helfen.

    Zu dem Wunder soll beitragen, dass die Firma Elix Pharma aus Barcelona ab dem 15. Dezember in Spanien »Primacovid Heim Testsets« der Schweizer Firma Primalab á 25,50 Euro verkaufen möchte. Der Test ist von der EU zugelassen und soll eine Genauigkeit von 95,7% haben. Die Nachfrage in Spanien ist schon jetzt höher als die Lieferfähigkeit von Elix Pharma. Innerhalb von 90 Tagen will Elix Pharma in Spanien 500.000 Testsets verkaufen. Zunächst sollen pro Apotheke nur 20 Testsets abgegeben werden. Dabei ist noch nicht einmal klar, ob es den Test nur auf Rezept geben wird.

    Definitiv zu spät für ein Weihnachtswunder kommen die Covid-19 Impfungen mit dem neuen Impfstoff von und BioNTech und Pfizer. In Andalusien soll im Januar mit dem Impfen begonnen werden. Die EU hat für den 29. Dezember 2020 eine Zulassung in Aussicht gestellt. Sobald diese vorliegt, sollen alle Andalusier innerhalb weniger Monate geimpft werden, so verspricht es jedenfalls Jesus Aguirre, der andalusische Gesundheitsminister. Allerdings werden die Spanier noch das ganze Jahr 2021 Masken tragen müssen um die noch nicht Geimpften nicht anzustecken.

    Manche werden den Weihnachtstrubel vielleicht schlicht verschlafen. Während der Pandemie sind die Fälle von Schnarchen, Zähneknirschen und destruktiver Schlafapnoe in der Bevölkerung deutlich angestiegen. Bei der Apnoe erschlafft nach dem Einschlafen das Gaumensegel und versperrt die Atemwege. Es kommt im Körper zu einem Sauerstoff-Abfall, der das Gehirn animiert, das Aufwachen einzuleiten. So etwas passiert in einer Nacht leicht 30 bis 100 Mal. Dadurch kommt es nicht zu der gesunden Tiefschlafphase und die Menschen sind tagsüber schläfrig. Folgen sind Verkehrsunfalle, Bluthochdruck und Schlaganfall. Man stirbt also so oder so? Allein in Málaga werden 22.000 Menschen wegen Schlafapnoe behandelt. Unter anderem soll man spät abends schwere Mahlzeiten vermeiden, wozu die Schließung der Restaurants ab 18 Uhr einen guten Beitrag leistet.

    In Madrid wurde der neue Gesundheitskomplex Isabel Zendal eröffnet. Die Madrider Regionalpräsidentin Ayuso hatte das Gebäude innerhalb von 3 Monaten für 100 Millionen Euro hochziehen lassen. Es bietet Platz für 1.000 Patienten. Das medizinische Personal in Madrid war not amused und demonstrierte auf den Straßen mit der Parole »Weniger Flaggen, mehr Krankenschwestern!«. Ayuso hätte nach ihrem Dafürhalten das viele Geld besser in die Aufstockung des medizinischen Personals, eine bessere Entlohnung und unbefristete Arbeitsverträge stecken sollen.


    Update: Stand 26. November 2020 – 12 Uhr

    König Felipe hat sich in eine 10-tägige Quarantäne begeben, nachdem jemand in seinem Umfeld positiv getestet worden ist.

    In Spanien gab es gestern 10.222 neue Corona-Infektionen und 369 Tote. Die meisten Infektionen traten in Madrid auf, gefolgt von Katalonien, dem Baskenland und Andalusien (1.205).

    Die spanische Regierung macht sich bereits viele Gedanken über Corona-Maßnahmen in der Weihnachtswoche und hat ein Diskussionspapier erarbeitet. An den Weihnachtsfeiertagen soll es möglichst keine Restriktionen geben. Insbesondere die Heimreise von Personen, die außerhalb Andalusiens arbeiten oder studieren, soll unter Vorlage der Bestätigung des Arbeitgebers oder der Universität möglich sein. Betriebliche Weihnachtsfeiern sind auf 6 Personen zu beschränken und sollen möglichst im Freien stattfinden.

    Zu Neujahr soll es eine Ausgangssperre von 1 bis 6 Uhr morgens geben, so dass also zwischen 0 Uhr und 1 Uhr geballert und gefeiert werden kann. Von Umzügen zu den Heiligen Drei König wird abgeraten. Ebenso von Reisen in andere autonome Regionen. Der Madrider Regionalpräsidentin Ayuso geht das alles schon wieder viel zu weit. Sie will die »Weihnachts-Ökonomie« retten.

    Eine Studie der Region Valencia hat ergeben, dass 83% der Corona-Infektionen bei Zusammenkünften in privaten Haushalten stattfinden. Bars und Restaurants sind hingegen nur für 2% der Infektionen (59 Fälle seit Juni 2020) verantwortlich.

    Aktuelle Corona-Einschränkungen in Andalusien

    In allen andalusischen Provinzen sind doppelt so viele Menschen von Corona genesen wie neu infiziert wurden. Sollte dieser Trend anhalten, könnte es ein entspanntes Weihnachtsfest geben. In Andalusien bleiben allerdings folgende Einschränkungen bis mindestens 10. Dezember in Kraft:

    • Das Überschreien einer Gemeindegrenze ist nur aus wichtigem Grund erlaubt.
    • Von 22 bis 7 Uhr besteht eine Ausgangssperre.
    • Nicht notwendige Geschäfte müssen um 18 Uhr schließen, Spielzeugläden um 20 Uhr.
    • Restaurants müssen um 18 Uhr schließen, dürfen Speisen und Getränke jedoch bis 21:30 Uhr außer Haus verkaufen. Über eine App darf man sogar Essen bis 22:30 bestellen, falls das Restaurant dieses bis 23:30 Uhr ausliefern kann.
    • Alle Schulen bleiben geöffnet, alle Universitäten sind geschlossen und bieten nur Online-Unterricht.

    Am Sonntagmorgen um 2 Uhr hat die Polizei in einem Club in Estepona eine Privatparty mit 150 Gästen beendet. Die Teilnehmer erwartet nicht nur eine Strafe wegen Nichteinhaltung der Hygieneregeln, sondern auch wegen intensiven Gebrauchs von Lachgas.

    Die seit 22. November geltenden verschärften Anforderungen an Reisende aus Corona-Risiko-Gebieten wie z.B. Deutschland gelten nur für Einreisen auf dem See- oder Luftweg, nicht auf dem Landweg und auch nicht, wenn Spanien nur Durchgangsland zur Reise in ein Drittland ist. Das heißt also, in diesen Fällen muss man keinen höchstens 72 Stunden alten negativen PCR-Test vorweisen. Die Regeln gelten ansonsten für jedermann, der über einen Hafen oder Flughafen nach Spanien einreist, also auch für Spanier.

    Spanien plant Impfungen

    Gesundheitsminister Illa plant bereits eine große Corona-Impfaktion ab Januar 2021. Es wurden 18 Personengruppen definiert, die in absteigender Dringlichkeit geimpft werden sollen. Zwischen Januar und März sollen 2,5 Millionen Personen geimpft werden, insbesondere die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Unklar ist, was mit Heimbewohnern geschehen soll, die sich weigern, sich impfen zu lassen. Werden die dann in ihrem Zimmer weggesperrt? Da für eine lange Zeit geimpfte und (noch) nicht geimpfte Personen miteinander leben müssen, geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass es bis Ende 2021 einen Masken- und Abstandszwang geben wird.

    Die Impfung wird in örtlichen Impf-Zentren durchgeführt werden und für die Bevölkerung kostenlos sein. Spanien hat für seine 47 Millionen Einwohner bei der EU 140 Millionen Impfdosen bestellt. Der Mehrbedarf wurde reserviert für den Fall, dass es bei einzelnen Impfstoffen zu Verzögerungen kommt. Was nicht benötigt wird, soll an ärmere Länder weitergegeben werden. Die EU hat bereits mit sechs Lieferanten von Corona-Impfstoffen Verträge abgeschlossen.

    Die Skisaison in der Sierra Nevada könnte am 28. September eröffnet werden. Die Eröffnung wird wegen Corona nun allerdings auf frühestens den 10. Dezember verschoben. Für die Skigebiete in den Pyrenäen ist das nicht dramatisch, da dort eh noch kein Schnee liegt.

    In 43 Gemeinden im Süden der Provinz Granada, insbesondere an der Küste, dürfen die Geschäfte jetzt wieder bis 18 Uhr öffnen. Im übrigen Gebiet der Provinz bleibt es bei den verschärften Einschränkungen, solange die Inzidenz in der Provinz immer noch bei 800 Infizierten je 100.000 Einwohnern liegt.

    Die Campanille Hotelgruppe vermietet jetzt einen Teil der Zimmer an Langzeitmieter. Für einen Monat kann man ein Zimmer schon für 500 Euro mieten. Im Preis enthalten ist ein Kühlschrank, die Reinigung, zweimal wöchentlich frische Bettwäsche, WiFi Benutzung, Kaffee auf dem Zimmer und ein Hotelparkplatz. Angesprochen werden sollen vor allem digitale Nomaden. Der Hotelpreis ist um 100 Euro günstiger als eine vergleichbare Monatsmiete in einem Mietshaus in Alicante.

    Während wir in Deutschland noch um die Corona-gerechte Unterrichtsform ringen, bewegt die Gemüter in Spanien die Anordnung der Regierung, dass in allen Schulen die Sprache Spanisch zumindest als Zweitsprache unterrichtet werden muss, so dass Spanisch landesweit als Verkehrssprache gesprochen werden kann. Das erzürnt alle baskischen, galizischen und katalanischen Nationalisten.

    Die Strände zwischen Málaga und Rincón de la Victoria werden nicht nur vom Coronavirus bedroht, sondern jetzt auch von Rhopilema Nomadica. Das ist eine Quallenart aus dem Roten Meer, die insbesondere den Fischbestand dezimiert, aber auch für den Menschen recht schmerzhaft ist. Die Quallen können bis zu 30 kg schwer werden.

    Auch in Spanien macht man sich bereits Gedanken, wer die hohen Kosten der Corona-Krise bezahlen soll. Der spanische Transportminister Jose Luis Albalos hat vorgeschlagen, auch auf öffentlich finanzierten Straßen eine Lkw-Maut einzuführen, um die leeren Kassen ein bisschen zu füllen. Das ärgert die Bus- und Transportunternehmer, von denen viele wegen des Corona bedingten Einbruchs der Nachfrage nach Transportdienstleistungen kurz vor dem Ruin stehen.


    Update: Stand 20. November 2020 – 12 Uhr

    Seit dem Beginn der zweiten Corona-Welle hat es in der Provinz Málaga bereits 25.645 gebührenpflichtige Verwarnungen wegen Missachtung der Hygieneregeln gegeben. Die meisten davon betraf das Fehlen einer Maske. Auch in Gibraltar wird beklagt, dass viele Menschen sich in den Hauptstraßen nicht an das Maskengebot halten. Nur 35 Personen wurden in Málaga verwarnt weil sie ohne wichtigen Grund die Gemeindegrenze überquert hatten. Einer wurde bestraft wegen des Verkaufs fehlerhafter Masken.

    Es kommt auch immer wieder zu illegalen Partys. In einer Villa im Stadtteil San Pedro de Alcántara von Marbella haben sich 40 selbsternannte »Influencer« aus ganz Spanien getroffen und wilde Partys gefeiert. Das Event wurde von einem Mann aus Madrid organisiert, der schon zweimal wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist. Die Party-Teilnehmer behaupteten, sie seien gerade dabei, ein Musikvideo zu produzieren, mit dem sie Geld verdienen wollten. Es handele sich also um eine berufliche Veranstaltung. Daher sei auch die Anreise aus ganz Spanien zulässig. Teile der Veranstaltung wurden live auf Instagram übertragen. Bei den Instagram-Usern rief die Übertragung ein geteiltes Echo hervor. 23 Teilnehmer wurden wegen Missachtung der Abstandsregeln gebührenpflichtig verwarnt.

    Nahe Rincón de la Victoria wurden 100 angetrunkene Jugendliche von der Polizei bei einem nächtlichen »botellon« am Strand überrascht. 67 wurden verwarnt wegen Missachtung der Hygieneregeln, Drogenbesitz oder Ausschank von Alkohol an Minderjährige.

    Manchmal kann man den Frust der Menschen nachempfinden. So gibt es jetzt eine offizielle Empfehlung, in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu sprechen und schon gar nicht zu singen. Das gilt auch, wenn der Abstand von 1,50 Metern eingehalten wird und eine Maske angelegt ist. Auf den Balearen müssen jetzt alle Bar- und Restaurantbesitzer auf eigene Kosten CO2-Messgeräte installieren. Diese müssen gut sichtbar für die Gäste angebracht werden. Die Geräte sollen anzeigen, ob die Lüftung gut genug funktioniert. Wer alles richtig macht, erhält ein Siegel, andernfalls wird das Etablissement geschlossen. Auch müssen jetzt alle Gäste ihre Adressdaten angeben. Diese Daten müssen einmal im Monat an die Behörden übergeben werden.

    In der Region Murcia wurden zwei Privatkliniken geschlossen, weil sie PCR-Tests durchgeführt hatten ohne dafür eine Erlaubnis oder einen Vertrag mit einem autorisierten Labor zu haben. Die angebotenen Tests erwiesen sich zudem als völlig nutzlos um eine Covid-19 Ansteckung nachzuweisen. Nicht nur ist eine unbekannte Anzahl von Patienten um ihr Geld betrogen worden, sondern es laufen jetzt einige herum, die glauben, sie seien negativ getestet, obwohl sie infiziert sind.

    In Andalusien sind die Ansteckungen im Mittel um ca. 25% gesunken, die Anzahl der an Covid-19 Verstorbenen noch deutlicher. Dennoch sei es zu früh um schon an Lockerungen zu denken. Die andalusische Landesregierung will auf keinen Fall das Weihnachtsfest gefährden.

    Die Regionalregierung von Madrid möchte bis Weihnachten alle 6,7 Millionen Einwohner testen lassen. Die Antikörper-Tests sollen von jeder Apotheke durchgeführt werden dürfen. Das hat jedoch die spanische Agentur für Medizin- und Gesundheitsprodukte verboten. Nun hat sich die Madrider Regionalpräsidentin Ayuso an Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, gewandt. Ayuso argumentiert, dass Testungen durch Apotheker bereits in Großbritannien, Portugal und Frankreich erlaubt seien. Die EU-Kommission solle das für alle EU-Mitgliedsstaaten erlauben. Mit dem spanischen Gesundheitsminister Illa ist ein Treffen (noch ohne Termin) vereinbart, auf dem geklärt werden soll, ob die Apotheker die Erlaubnis zu Massentests erhalten sollen.

    Der spanische Medizinrat verlangt, dass Fernando Simón, der Leiter der staatlichen Gesundheits-Notdienste von seinem Amt zurücktreten soll, weil er die Pandemie nicht im Griff habe. Insbesondere tue er zu wenig dagegen, dass sich so viel medizinisches Personal infiziert. 72 Mediziner seien an Covid gestorben, insbesondere weil nötige Ausrüstung gefehlt habe. Simon wird vom früheren WHO Direktor Prof. Rafael Bengoa in Bilbao in Schutz genommen. Es sei jetzt nicht die Zeit für Schuldzuweisungen, sondern zur Klärung der Frage, wie es dazu kommen konnte.

    Ein Erfinder aus Dénia, der Maschinen zur Sterilisierung von Nüssen herstellt, möchte die gleiche Technik in über einer Million Aufzügen in Spanien installieren. Es handelt sich dabei um ein Gerät, das ultraviolettes Licht der Wellenlänge von 220 Nanometern erzeugt.

    Hosbec, die Hoteliers-Vereinigung von Benidorm beklagt, dass Touristen aus Corona-Risiko-Gebieten jetzt verpflichtet sind, bei der Einreise nach Spanien einen PCR-Test vorzuweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. In einem praktischen Beispiel wird vorgerechnet, dass eine 4-köpfige Familie aus Deutschland alleine für den Test schon 480 Euro bezahlen und sich bei der Rückkehr für 10 Tage in Quarantäne begeben müsse. Daher sollte die spanische Regierung die Kosten der PCR-Tests für die ausländischen Gäste übernehmen. Andernfalls werde der spanische Tourismus nun endgültig zum Erliegen kommen.

    Da das offensichtlich so ist, gehen Luxushotels wie der Marbella Club in Marbella, das Kempinski in Estepona oder das Villa Padierna Palasthotel in Benahavís jetzt neue Wege. Sie möchten das spanische Publikum anlocken und bieten an, dass man sich für (relativ) kleines Geld einen Tag in der Hotelanlage wie ein Gast bewegen und die luxuriösen Annehmlichkeiten wie z.B. den Spa Bereich benutzen darf. In der Regel kommt es dabei zu keiner Übernachtung, die schon mal 1.000 Euro oder mehr pro Nacht kosten würde. Im Kempinski kann man allerdings schon für läppische 230 Euro für eine Nacht ein Superior Zimmer mit Frühstück genießen. Welche Hotels solche Tagespakete anbieten, erfährst du unter www.hoteltreats.com/en/spain. Die Hotels erhoffen sich davon eine wenigstens geringfügige Auslastung ihres Personals und ihrer Einrichtungen und dass die Tagesgäste auf den Geschmack und später mal wieder kommen werden. Du solltest allerdings prüfen, ob das Hotel deiner Wahl im Winter überhaupt geöffnet hat.

    AEFJ, die spanische Vereinigung der Spielzeughersteller sieht bereits das Weihnachtsgeschäft den Bach runtergehen. Sie fordert daher von der Regierung, dass Geschäfte, die Spielzeug verkaufen, in den Wochen vor Weihnachten als »essentiell« (also wie Apotheken oder Tankstellen) eingestuft und von jeglichen Lockdown Maßnahmen ausgenommen werden. Beinahe das Gegenteil fordern die kleinen Einzelhändler in der Stadt Torrox an der Costa Tropical, die nicht zu den »notwendigen« Geschäften gehören, also z.B. Textil,- Schuh- oder Elektrofachgeschäfte. Sie stören sich daran, dass Lidl solche Produkte jederzeit verkaufen darf, weil dieser große Lebensmitteldiscounter ja als essentiell eingestuft ist. Oscar Media, der Bürgermeister von Torrox hat nun die Polizei angewiesen, darauf zu achten, dass die großen Ketten wie Lidl den Verkauf von Non-Food-Artikeln in der Zeit nach 18 Uhr einstellen. Auf die Entwicklung der Corona-Pandemie wird das keinen großen Einfluss ausüben, denn die gleichen Kunden kommen sich beim Lidl ja schon wegen der Lebensmittel nahe.

    Die Union der Flamencotänzer mahnt, dass 43 Prozent der spanischen Flamencotänzer sich einen anderen Job suchen müssten um zu überleben, falls das Aufführungsverbot andauere. Das wäre natürlich besonders schade.


    Update: Stand 14. November 2020 – 16 Uhr

    Corona hat die durchschnittliche Lebenserwartung der Spanier um 0,9 Jahre verkürzt. Das hat das Zentrum für demographische Studien ermittelt. Dabei war der Rückgang in Madrid mit 2,9 Jahren am meisten ausgeprägt, während es auf den Kanarischen Inseln gar keinen Rückgang gab.

    Dafür plagen die Kanaren andere Sorgen. Bereits 15.600 Flüchtlinge aus Afrika haben es dieses Jahr in zahlreichen Booten bis zu den Inseln geschafft. Allein am letzten Wochenende waren es 1.600 Flüchtlinge. Mittlerweile gibt es für sie zu wenige Unterkünfte. Im Flüchtlingslager Arguineguin auf Gran Canaria zeichnen sich Zustände wie auf den griechischen Inseln ab. Außerdem wächst die Furcht, dass die Flüchtlinge das Coronavirus in die Kanaren einbringen. Die Kanaren sind der einzige Teil Spaniens, in den Touristen aus dem EU-Ausland problemlos einreisen können ohne bei der Rückkehr zuhause in Quarantäne gehen zu müssen.

    Spanien verschärft Einreisebestimmungen

    Mit einem Boletín Oficial del Estado vom 11. November hat die Generaldirektion für Öffentliche Gesundheit die Einreisebestimmungen nach Spanien für Ausländer aus Corona-Risikogebieten verschärft. Zu diesen Risikogebieten gehören auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die neuen Bestimmungen gelten nicht, wenn sich jemand nur auf der Durchreise in Spanien befindet. Wer mit dem Schiff oder Flugzeug einreist, muss sich bei der Ankunft einer Gesundheitskontrolle unterziehen. Wenn dabei eine Körpertemperatur von mehr als 37,5 Grad gemessen wird, kann die Einreise verweigert werden. Wer von einem Flughafen außerhalb Spaniens abfliegt, muss über die Webseite spth.gob.es oder über den Antrag »Spain Travel Health-SpTH« ein Gesundheits-Kontrollformular ausfüllen. Die Fluggesellschaften prüfen vor dem Abflug, ob dabei für jeden Passagier ein QR-Code generiert wurde. Wer aus einem Corona-Risikogebiet einreist, muss innerhalb von 72 Stunden vor der Einreise einen Corona PCR-Test mit negativem Ergebnis durchführen lassen. Dadurch kann eine Quarantäne vermieden werden. Das Testergebnis muss auf Spanisch oder Englisch verfasst sein. Die neuen Maßnahmen treten am 23. November in Kraft. Wer keinen PCR-Test vorweist, dem droht eine Strafe von 6.000 Euro. Bisher sind nur 0,08 Prozent der Infektionen auf Ausländer zurückzuführen. Die drastischen Maßnahmen sollen verhindern, dass es mehr werden.

    3.429 Personen befinden sich in Andalusien wegen Covid-19 im Krankenhaus, darunter 506 Patienten auf der Intensivstation. Die Hälfte der Neuinfektionen spielen sich nach wie vor in den Provinzen Sevilla und Granada ab. In Sevilla liegen 857 Patienten wegen Corona im Krankenhaus, in Granada 843. In Málaga sind es nur 367. Über das Dorf Yunquera in der Provinz Andalusien wurde ein Lockdown verhängt.

    In Córdoba gibt es einen Streit um die Weihnachtsbeleuchtung. Der lokale Chef von Izquierda Unida (Podemos) verlangt, dass die 1,6 Millionen Euro, welche der Stadtrat für die Weihnachtsbeleuchtung bereit gestellt hat, den kleinen Unternehmen in der Stadt, die durch die Pandemie bedingten Einschränkungen in ihrer Existenz bedroht sind, zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Gewerkschaft CGT (Unión General de Trabajadores) findet diese Idee ganz schlecht, weil dadurch Tausende von lokalen Arbeitsplätzen in der Herstellung von Weihnachtsbeleuchtung gefährdet wären. Die Stadtverwaltung (PP und Ciudadanos) erklärt, die Verträge mit den ausführenden Unternehmen seien längst abgeschlossen und könnten ohne erhebliche Strafzahlungen nicht mehr rückgängig gemacht werden.

    Andalusien passt Corona-Regeln an

    Die Corona-Regeln in Andalusien wurden bereits wieder modifiziert. Unter 16-jährige dürfen nun wieder auch nach 18 Uhr im Freien Sport betreiben, falls in ihrem Heimatort die Corona Warnstufe 3 oder 4 gilt. Für Granada, das sich in Warnstufe 2 befindet, gilt weiterhin ein Verbot aller Sportarten im Freien, bei denen es zu Kontakten kommen kann. Andalusien weit sind Trainings und Wettbewerbe von Amateur-Sportvereinen verboten. Seit dem 10.September besteht bereits in Andalusien das Gebot, dass der Heimatort nur aus dringenden Gründen verlassen werden darf. Von 22 bis 7 Uhr gilt eine Ausgangssperre. In Granada sind zudem alle Gaststättenbetriebe geschlossen. In den übrigen Landesteilen ist um 18 Uhr Schluss. Der Außerhaus-Verkauf von Speisen ist jedoch jetzt bis 23:30 Uhr erlaubt. Für die kommende Woche werden in Andalusien noch härtere Einschränkungen vorbereitet.

    In Algeciras demonstrierte das Hotel- und Gaststättengewerbe gegen die Schließung der Gaststätten ab 18 Uhr. Gleichzeitig hat die andalusische Landesregierung eine Soforthilfe von 660 Millionen Euro für kleine Betriebe, insbesondere aus dem Hotel- und Gaststättensektor angekündigt. Davon sind 215 Millionen Euro Direkthilfen, 350 Millionen Darlehen und 95 Millionen Steuerstundungen. Die Finanzhilfen sollen über die Stadtverwaltungen ausgezahlt werden, was Zweifel nährt, dass wirklich das ganze Geld bei den bedürftigen Betrieben ankommt. Anders als im Dienstleistungssektor, geht es in Spaniens produzierendem Gewerbe wieder aufwärts und der private Konsum ist stabil. Es gibt aber Ausnahmen: Der irische Textilkonzern Primark schließt bis auf weiteres alle Läden in Spanien und hat für alle spanischen Beschäftigten Kurzarbeitergeld ERTE beantragt. In Andalusien sind davon 1.800 Mitarbeiter betroffen.

    In Gibraltar ist die Anzahl der akuten Corona-Fälle mit 119 ebenfalls stabil. Allerdings gab es erstmals seit Ausbruch der Pandemie zwei Tote. Ansteckungsschwerpunkte sind Schulen und Altersheime. Die massenhafte Tötung von Nerzen in Dänemark hat zu Befürchtungen in Gibraltar geführt, dass den Affen auf dem Felsen das gleiche Schicksal drohen könnte. Unter keinen Umständen darf es dazu kommen, dass das Coronavirus von den Makaken auf Menschen überspringt. Daher ist es strengstens verboten, die Tiere zu füttern oder anzufassen. Die Dänen behaupten, das mutierte Virus von Nerzen könne die Wirksamkeit von Impfstoffen beeinträchtigen.

    Wissenschaftler des spanischen Konsortiums SeqCovid sowie der Universität Basel und der ETH Zürich haben über 100 Mutationen des SARS-CoV-2-Virus analysiert. Die Variante 20A.EU1 soll für 80% der neuen Infektionen in Spanien verantwortlich sein. Von dort hat sich diese Mutation auf die ganze Welt ausgebreitet. In Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden gehen 40% der Infektionen auf den spanischen Virus-Typ zurück. Seinen Ursprung hat er wohl von dem Corona-Ausbruch bei Landarbeitern in Obstplantagen in Aragon im Juni 2020. Dr. Emma Hodcroft, die Autorin der Studie aus Basel hat keine Hinweise, dass die Mutation dazu führen könnte, dass die gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoffe unwirksam würden. Die Impfstoffe sind auf das Spike-Protein des D-Stammes des Coronavirus optimiert. Mittlerweile dominiert aber der G-Stamm. Eine Studie von Pfizer, die gerade bei der Entwicklung eines neuartigen mRNA-Impfstoffes in Zusammenarbeit mit der deutschen Firma BioNTech vorne liegt, zeigt, dass die erzeugten Antikörper die Viren vom Stamm G sogar besser blockieren als die Viren vom Stamm D.

    Spanien wird bei Pfizer 20 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellen. Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa rechnet für Mai 2021 mit dem Beginn der Impfaktion in Spanien. Da der Impfstoff bei -80 Grad gelagert werden muss, kommt er zunächst in zentrale Lager. Bei -8 Grad ist er aber noch für 4 bis 8 Tage gebrauchsfähig, was für Impfaktionen in der Fläche ausreichen muss. Die Impfung wird für die Bevölkerung kostenlos sein. Risikogruppen sollen vorrangig geimpft werden. Die Aktien des spanischen Melia Hotel-Konzerns stiegen nach der Ankündigung von Pfizer um 37%.

    Die Astronauten auf der internationalen Raumstation ISS werden wohl mit den Impfungen nichts zu tun haben. Mehr Interesse wird bei dir die Meldung wecken, dass drei Wissenschaftler aus Alicante ein Verfahren entwickelt haben, wie man aus menschlichem Urin Trinkwasser herstellen kann. Dabei wird der Urin durch eine Elektro-Katalyse mit Nanopartikeln in Ammoniak umgewandelt, woraus dann das Wasser gewonnen wird. Das neue Verfahren wird bereits auf der Raumstation getestet.

    Inzwischen werden in Wien die üblichen PCR-Tests mit Stäbchenabstrichen im Rachen oder in der Nase an Schulen durch mobile Gurgeltests ersetzt. Die Gurgeltests werden in den Schulen abgenommen und durch Fahrradkuriere der Firma Veloce ins Labor gebracht. Das Ergebnis liegt nach 48 Stunden vor. Dieses Verfahren könnte auch bald EU weit Schule machen. Der Vorteil ist, dass für die Durchführung der Tests kein medizinisches Personal benötigt wird.

    Alles wird gut?


    Update: Stand 09. November 2020 – 14 Uhr

    Am Freitag registrierte Andalusien 4.627 neue Corona-Infektionen, 500 weniger als noch vor sieben Tagen aber 860 mehr als am Donnerstag. Die Hälfte konzentriert sich nach wie vor auf die Provinzen Sevilla (1.200 Infizierte / 13 Tote) und Granada (1.123 / 11). Es folgen Córdoba (515 / 4), Málaga (511 / 2), Cádiz (393 / 6), Jaén (386 / 24). Almería (257 / 0) und Huelva (242 / 0).

    Die spanische Nationalpolizei hat jetzt ein eigenes Profil @policia091 auf der sozialen Internetplattform TikTok eingerichtet. Damit möchte sie die jungen Spanier erreichen und überzeugen, die Restriktionen der Regierung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ernst zu nehmen und zu befolgen. Die Nationalpolizei betreibt bereits Konten auf Twitter (@policia mit 3,5 Millionen Followern), Instagram (@policianacional / 650.000) und Facebook (@policianacional / 1 Million).

    Wie in Madrid, Barcelona, Sevilla, Bilbao und anderen Metropolen hatten am letzten Wochenende rechtsextreme Corona-Leugner auch in der Stadt Logroño randaliert und Verwüstungen angerichtet. Der Aufruhr richtete sich insbesondere gegen die nächtliche Ausgangssperre. Am nächsten Tag sind aber viele Jugendliche freiwillig ausgeschwärmt und haben die Straßen der Stadt vom Unrat befreit. Der Bürgermeister von Logroño zeigte sich begeistert und postete die Aktion in den sozialen Medien, wo die Nachricht schnell bis zu Ministerpräsident Sánchez vordrang, der sich lobend über die Jugend äußerte.

    In Marbella auf der Plaza de los Naranjos demonstrierten Restaurantbesitzer friedlich dagegen, dass die Stadtverwaltung ihnen nicht finanziell unter die Arme greift. Von 140 Millionen Euro, die angeblich für solche Hilfen bereit stehen, sei bei ihnen bisher kein Cent angekommen. Dasselbe gelte für die angekündigten EU-Hilfen. Hingegen habe der Stadtrat von Marbella bereits unnötigerweise 700.000 Euro für die Weihnachtsbeleuchtung reserviert. Restaurantbesitzer in anderen andalusischen Städten wie z.B. Mijas hätten bereits Zuschüsse von 3.000 bis 6.000 Euro erhalten. Ohne Unterstützung gebe es 2021 in Marbella keine Gastronomie mehr.

    Nach Verhängung des Ausgehverbots zwischen 23 und 6 Uhr hat die Vereinigung Hosteleria de España eine landesweite Kampagne gestartet um die Spanier umzuerziehen in Richtung der Essensgewohnheiten anderer Europäer. Unter den Slogan »Esst Europäisch« und »Zieh dein Abendessen nach vorne« sollen die Spanier dazu bewogen werden, die Restaurants bereits um 20 Uhr zum Abendessen aufzusuchen.

    Wir hatten bereits berichtet, dass die Bar La Gitana Loca in Sevilla einen Roboter »eingestellt« hat, der Getränkebestellungen entgegennimmt und einzeln serviert. Damit entfällt das Infektionsrisiko für die Gäste. Die gleiche Bar hat nun einen weiteren Roboter verpflichtet, der wie ein vierbeiniger Hund gleich mehrere Getränke zu den Gästen apportiert. Es handelt sich dabei offenbar um eine zivile Version eines Roboter-Kampfhundes, den die US Firma Boston Dynamics für die US Streitkräfte entwickelt hat. Die zivile Version wird nun offenbar von der japanischen Roboterfirma Kajima in Serie produziert. Kritiker monieren, dass damit die Arbeitslosigkeit im spanischen Gaststättengewerbe noch angeheizt werde. Außerdem sei der Roboter so langsam, dass das Bier unterwegs schal würde.


    Update: Stand 30. Oktober 2020 – 18 Uhr

    Spanien hat die zweite Corona-Welle mit voller Wucht erreicht. Mehr als 40% des Landes befindet sich bereits in einer Art Lockdown Light, darunter alle Regionen im Norden und in der Region Madrid. Überraschend glatt hat Ministerpräsident Sánchez die Verlängerung des Ausnahmezustands bis Mai 2021 – mit 194 Ja-Stimmen – durchs Parlament gebracht; gegen die 53 Stimmen von VOX und bei Enthaltung der PP (99 Stimmen). Sánchez muss nur alle zwei Monate über den Stand der Dinge im Parlament Rechenschaft ablegen. Bisher war eine nächtliche Ausgangssperre die einzige verpflichtende Maßnahme, die im Rahmen des Ausnahmezustands in ganz Spanien gelten soll. Auch diese Maßnahme hat Sánchez nun in das Belieben der autonomen Regionen gestellt, nachdem die Virologin Margarita del Val vom Severo Ochoa Zentrum für Molekularbiologie deren Wirksamkeit in Frage gestellt hatte.

    Immer mehr Autonome Regionen machen bereits von den neuen Einschränkungen Gebrauch, die ihnen der Ausnahmezustand bietet. Insbesondere richten sich alle Bestrebungen darauf, der Bevölkerung durch Eindämmung der Pandemie unbeschwerte Weihnachten zu ermöglichen. Murcia ist die erste autonome Region, die ihre Grenzen zu den Nachbarregionen geschlossen hat sowie auch alle Gemeindegrenzen untereinander. Die Inzidenz beträgt dort 577 pro 100.000 Einwohner. In der Stadt Huesca in Aragon wurde erstmals ein Baby mit Covid-19-Infektion geboren. Es hatte sich also bereits im Mutterleib angesteckt. In dem Alter scheint die Infektion den Babies nichts anzuhaben. Jedoch erhöht sich bei Müttern mit Corona das Risiko einer Frühgeburt.

    Andalusien registrierte gestern 5.202 Neuinfektionen, darunter die Hälfte in Granada und Sevilla. In Málaga stehen 339 Neuinfektionen 326 Genesenen gegenüber. Málaga ist die Provinz die mit 1.445 Infizierten den höchsten Anteil von Infizierten beim medizinischen Personal aufweist. In ganz Spanien haben sich bisher 70.000 medizinisch Tätige mit Covid-19 angesteckt.

    Auch Andalusien schließt die Grenzen

    Andalusiens Präsident Moreno hat angeordnet, dass die andalusischen Grenzen zu anderen autonomen Regionen geschlossen werden. Innerhalb Andalusiens werden 449 Ortschaften zwischen dem 30. Oktober und dem 9. November abgeriegelt. Das betrifft vor allem Orte in den Provinzen Sevilla, Granada und Jaén. Betroffen sind aber auch einige Gemeinden in den Provinzen Málaga (fast alle im Norden abgeriegelt), Cádiz (alle Gebiete außer Bahía de Cádiz und Campo de Gibraltar) und Córdoba (fast alle im Süden abgeriegelt).

    Im Detail bedeutet das:

    • Die Menschen dürfen sich innerhalb ihres Heimatortes frei bewegen und auch ins Restaurant gehen, wenn sie jederzeit nachweisen können, dass sie in dem Ort wohnen.
    • Um zur Arbeit zu gehen oder aus einem anderen wichtigen Grund darf man die Ortsgrenzen auch überschreiten, muss aber ein Papier mit sich führen, das den wichtigen Grund oder die Arbeitsstelle bestätigt. Das spanische Amtsblatt BOE bietet am 31. Oktober ein Formular zum Download an, auf dem der Arbeitgeber bestätigen kann, dass jemand in dem Betrieb angestellt ist.
    • Wer für einen Abhängigen in einem anderen Ort sorgen muss, muss damit rechnen, dass die Polizei ihn bis dorthin begleitet und das Abhängigkeitsverhältnis prüft.
    • Wer zur Apotheke muss, sollte ein Rezept mit sich führen.
    • Wer zum Tanken weg war, muss den Tankbeleg vorzeigen.
    • Falls sich der nächstgelegene Laden oder das nächstgelegene Restaurant im Nachbarort befindet, muss man trotzdem das weiter entfernt gelegene Lokal im Heimatort aufsuchen.
    • Die Rückkehr zum Wohnort ist jederzeit möglich. Allerdings besteht zwischen 23 und 6 Uhr eine Ausgangssperre.
    • Geschäfte dürfen bis 22:30 Uhr öffnen.
    • Alle Einschränkungen gelten insbesondere auch an Allerheiligen. Zuwiderhandlungen werden mit Bußgeldern zwischen 60 und 60.000 Euro geahndet.

    Die Abriegelung der autonomen Region Andalusien betrifft nicht die Grenze zu Gibraltar. Dort soll die Ein- und Ausreise von spanischen Arbeitnehmern aus La Línea weiterhin möglich sein. Das haben Gibraltars Chefminister Picardo und Andalusiens Präsident Moreno vereinbart. In Gibraltars Innenstadt herrscht jetzt Maskenpflicht.

    In der Stadt Ronda sind 7 Polizisten infiziert, weitere 17 befinden sich deswegen in Quarantäne und weitere 7 sind anderweitig erkrankt.

    An den Bahnhöfen prüft die Polizei, ob der Reisende einen wichtigen Grund hat, mit dem Zug die andalusische Grenze zu passieren. Dasselbe gilt für die Fähren nach Ceuta und Melilla. Der Reisende sollte vorher prüfen, ob es an seinem Zielort weitere Einschränkungen gibt. Wer gehindert ist, seine Reise anzutreten, kann seine Fahrkarte kostenlos an RENFE zurückgeben.

    Während der andalusische Tourismus am Boden liegt, wird Wein aus Andalusien in Japan immer populärer. Letztes Jahr haben die Japaner Wein im Wert von 1,7 Millionen Euro importiert, insbesondere aus der Provinz Cádiz.

    Während die Luftfahrt weltweit mit den Folgen der Pandemie kämpft, sollen nun offenbar die Verluste der Flugzeugbauer durch Anschaffung von fliegendem Militärgerät ausgeglichen werden. Parteichef Santiago Abascal hat im Parlament verlangt, Spanien möge sofort 200 AGM 158C Cruise Missiles anschaffen, die von Kampfflugzeugen abgefeuert werden können. Diese sollen sich gegen die angeblich wachsende militärische Bedrohung aus Marokko richten. Marokko hatte kürzlich in den USA für 3,2 Milliarden Euro Anti-Schiffs-Raketen und F16 Kampfflugzeuge erworben, die zur Bekämpfung des IS benötigt würden. Abascal befürchtet, dass Spanien die Kanarischen Inseln nicht verteidigen kann, falls es zu Spannungen mit Marokko kommt. Er verlangt die Erhöhung des Militäretats um 2% und die Anschaffung von U-Booten. Dabei plant Spaniens Luftwaffe Ejercito del Aire bereits die Modernisierung ihrer Flugzeuge. Die veralteten F18-Hornet Kampfflugzeuge sollen durch 20 Eurofighter Typhoon ersetzt werden, die viele Bauteile enthalten, die von Construcciones Aeronáuticas SA in Madrid gefertigt werden. Weitere 20 Maschinen sollen bis 2035 ausgeliefert werden. Damit hofft man, dass 15.000 Arbeitsplätze in Madrid gerettet werden können. Auch die in Spanien vor 30 Jahren gebauten CASA C101 Trainingsjets sollen durch den Airbus Future Training Jet (AFJT) von Airbus Espana ersetzt werden.


    Update: Stand 26. Oktober 2020 – 12 Uhr

    Das spanische Gesundheitsministerium kommt zu dem Ergebnis, dass nur 3% der Corona Infektionen auf Bars und Restaurants zurückzuführen sind, während 40% bei Familienzusammenkünften entstehen. Von dort werden die Viren dann in 15% der Fälle in das Arbeitsumfeld und andere Situationen übertragen. Altersheime sind für 8% der Infektionen verantwortlich. Bei 37% der Infektionen konnte keine eindeutige Ursache ermittelt werden. Auf der Arbeit werden hauptsächlich Erntehelfer und Bauarbeiter infiziert. Zwischen Anfang Juli und dem 15. Oktober wurden in Spanien nur 108 Gäste und 130 Angestellte nachweislich in Bars und Restaurants infiziert. Insofern ist der Protest der Gastronomie gegen Ausgangssperren nachvollziehbar. Es könnte natürlich auch darauf hindeuten, dass die Aufnahme der Adressdaten der Gäste in der Gastronomie nicht funktioniert.

    In 4.815 Gemeinden gelten bereits besondere Restriktionen wegen der gestiegenen Infektionszahlen. Die meisten dieser Kommunen befinden sich in Nord- und Zentral-Spanien.

    Spanien ruft den nationalen Notstand aus

    Da die Gerichte immer wieder Einschränkungen aufheben, welche Gemeinden oder autonome Regionen wegen Corona erlassen, hatten jetzt mehrere autonome Regionen gebeten, dass die Regierung Sánchez für Spanien den Ausnahmezustand ausrufen soll. Denn dann hätten die Gebietskörperschaften das Recht, für 15 Tage Maßnahmen durchzusetzen, gegen die man vor Gericht nicht klagen kann. So ist es ja im Fall von Madrid bereits geschehen. Der Ausnahmezustand muss per Dekret vom Kabinett erklärt werden. Am 25. Oktober hat die spanische Regierung nun den Ausnahmezustand tatsächlich verhängt. Er soll für 6 Monate gelten. Allerdings muss die Regierung ihn alle zwei Wochen vom Parlament bestätigen lassen, in dem Ministerpräsident Sánchez keine eigene Mehrheit hat. In ganz Spanien mit Ausnahme der Kanaren gilt ab heute eine Ausgangssperre zwischen 23 und 6 Uhr. In Katalonien beginnt sie bereits um 22 Uhr. Die autonomen Regionen bestimmen in eigener Verantwortung, welche zusätzlichen Einschränkungen unter dem Mantel des Ausnahmezustands eingeführt werden sollen.

    Ein Ausnahmezustand ist nicht gleich bedeutend mit einem Lockdown. Er ist nur ein juristisches Regelwerk, welches den Gebietskörperschaften erlaubt, Ausgangssperren zu verhängen sowie Geschäftszeiten oder die Bewegungsfreiheit von Bewohnern und Besuchern einzuschränken. Die andalusische Landesregierung möchte z.B. die Stadt Granada abriegeln, muss dazu aber auf eine Entscheidung des obersten andalusischen Gerichtshofs warten. Die baskische Landesregierung hat Beschränkungen bei der Zahl von Personen angeordnet, die sich in einem Haushalt treffen dürfen, wurden aber vom Gericht zurückgepfiffen. Das alles wäre bei einem landesweiten Ausnahmezustand nicht möglich.

    In Sevilla, Jaén und Córdoba will die andalusische Regierung Märkte, Parks und Clubs schließen. Bars müssen um 22 Uhr schließen und dürfen nut mit 50% der Kapazität betrieben werden, wobei maximal 6 Personen an einem Tisch sitzen dürfen. An Hochzeiten dürfen maximal 30 Personen, an Beerdigungen maximal 15 Personen teilnehmen. In ganz Andalusien müssen an Orten mit hohem Publikumsverkehr alle Sportler Masken tragen. In Restaurants darf die Maske nur zum Essen und Trinken abgenommen werden. Die Maskenpflicht gilt auch dann, wenn der Abstand von 2 Metern eingehalten werden kann. Die Situation in den andalusischen Altenheimen ist angespannt. Die Landesregierung will 5,6 Millionen Masken kostenlos an alle Senioren ausgeben.

    Wir hatten kürzlich berichtet, dass Spanien einen neuen Kriterienkatalog einführt, der nicht nur die 7-Tages Inzidenz der Neuinfektionen, sondern auch andere Parameter berücksichtigt.

    Je nachdem, in welche Risiko-Kategorie ein Gebiet eingestuft wird, sollen folgende Einschränkungen eingehalten werden:

    Kategorie 1 niedriges Risiko: Menschen sollen sich hauptsächlich innerhalb ihrer sozialen Gemeinschaft aufhalten. Wo immer möglich, soll im Homeoffice gearbeitet werden. Bis zu 15 Personen dürfen sich treffen, wenn sie dabei die Hygieneregeln einhalten. Rauchen, Essen und Trinken auf öffentlichen Plätzen soll verboten werden, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Nachtclubs werden geschlossen. Restaurants dürfen mit 75% der Kapazität öffnen, in Innenräumen sind jedoch maximal 50 Gäste erlaubt und pro Tisch maximal 10 Personen. Wer nicht gerade isst oder trinkt, muss eine Maske tragen. Für Kinos, Konzerte und sonstige Veranstaltungen gilt eine Kapazitätsgrenze von 75% bei Einhaltung der Abstandsregeln und Zuweisung der Sitze. Parks und Schulen bleiben geöffnet, Sport im Freien ist erlaubt. Trauerfeiern und Gottesdienste in Innenräumen werden auf 50 Personen beschränkt.

    Kategorie 2 mittleres Risiko: Maximal 10 Personen, die nicht aus dem gleichen Haushalt stammen, dürfen sich treffen. In Taxis u.ä. dürfen maximal 2 Personen in einer Sitzreihe sitzen. Das dürfte auch für Courtesy-Busse gelten, die Touristen vom Flughafen zu einer Autovermietung transportieren. Veranstaltungen in Innenräumen sind für maximal 30 Personen gestattet. Gottesdienste und Speiseräume von Restaurants dürfen maximal 50% der Kapazität belegen. Pro Tisch sind maximal 6 Personen erlaubt. Amateursport ist erlaubt. Alkohol in Parks ist verboten. Kinos und andere kulturelle Veranstaltungen müssen nummerierte Tickets verkaufen.

    Kategorie 3 hohes Risiko: Maximal 6 Personen, die nicht aus dem gleichen Haushalt stammen, dürfen sich versammeln. Behörden dürfen Bars und andere Geschäfte ab 23h schließen. Nachtclubs dürfen ganz geschlossen werden. Die Behörden können räumliche Zugangsbeschränkungen und die Schließung von Innenräumen in Bars und Restaurants anordnen. Trauerfeiern in geschlossenen Räumen sind auf 10 Personen beschränkt. Kinos und andere Veranstaltungen dürfen nur mit 50% der Kapazität betrieben werden.

    Kategorie 4 extremes Risiko: Die Behörden können Ausgangssperren anordnen und die Bewegungsfreiheit der Menschen stark einengen.

    Die britische Regierung hat die 14-tägige Quarantäne-Pflicht für Touristen aufgehoben, die von den Kanarischen Inseln nach Großbritannien zurückkehren. Die spanische Enklave Melilla hat bereits die Kapazitätsgrenze ihrer Intensivstationen überschritten. Für Madrid gilt ab heute für 671.000 Menschen der neun am meisten betroffenen Stadtteile eine nächtliche Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens. Tagsüber darf man sich nur in seinem Stadtteil aufhalten, außer für notwendige »Reisen« wie dem Gang zur Arbeit. Francina Armengol, die lebenslustige 49-jährige Präsidentin der Balearen, wurde von der Polizei nachts um 2 Uhr zusammen mit weiteren 8 Personen bei einem Besäufnis in einer Bar erwischt, die seit 1 Uhr hätte geschlossen sein müssen. Außerdem hätten nicht mehr als 6 Personen zusammen sein dürfen. Armengol hatte unlängst selbst diese Einschränkungen angeordnet, weil soziale Treffen die Hauptursache für Corona-Infektionen seien.

    Wegen der Corona bedingten Einschränkungen haben es Singles in ganz Europa schwer, einen Partner zu finden. Eine Studie hat daher ermittelt, in welchen Ländern die Menschen in Liebesdingen am unglücklichsten sind. Am glücklichsten sind demnach die Slowaken mit einem Unglücklichkeits-Score von 12 Punkten, während die Schweden mit 68 Punkten am unglücklichsten sind, gefolgt von Großbritannien und Deutschland. Spanien erreicht einen achten Rang unter den betrachteten 25 Ländern. In Schweden sind der Anteil von Single-Haushalten mit 51% und die Scheidungsrate von 2,4 Promille besonders hoch. Großbritanniens Unglückliche punkten mit einer Scheidungsrate von 8,4 Promille und von 2,1 Millionen monatlichen online Partner-Suchanfragen. Irland weist hingegen nur eine Scheidungsrate von 0,7 Promille auf, während in Lettland monatlich nur 20.000 Menschen online einen Partner suchen und die Slowakei ihren Glücks-Spitzenplatz vor allem den nur 22% Single-Haushalten und der monatlichen Partner-Suchaktivität von 21.000 verdankt, wobei die Scheidungsrate dort mit 1,8 Promille im europäischem Durchschnitt liegt und mit Deutschland vergleichbar ist. Deutschland punktet im Unglücklichsein mit der dritthöchsten monatlichen Online Partnersuchrate, nur noch übertroffen von Spanien und Großbritannien. Dabei ist der Anteil der Single-Haushalte in Deutschland mit 41% ziemlich hoch.


    Update: Stand 22. Oktober 2020 – 10 Uhr

    Am letzten Wochenende wurden in Spanien 38.000 Neuinfektionen gemeldet, 3.175 Personen mussten ins Krankenhaus. Die Zahl der Infizierten seit dem Beginn der Pandemie in Spanien hat am heutigen Donnerstag die 1-Millionen Marke überschritten. Andalusien meldete am Mittwoch 3.442 Neuinfektionen, davon mehr als die Hälfte in den Provinzen Sevilla und Granada. In Málaga waren es hingegen nur 205, denen sogar 392 Genesene gegenüberstehen. Junta Chef Juanma Moreno hat für Freitag drastische Einschränkungen für die Provinzen Sevilla und Jáen angekündigt, insbesondere weil die Altenheime wieder unter Druck geraten sind.

    Nachdem die Universität Granada wegen eines Corona Ausbruchs geschlossen werden musste, hat es jetzt auch die Universität Salamanca erwischt. Da Salamanca zu den Großstädten gehört, die alle drei Pandemie-Kriterien gerissen haben, gelten in der Stadt jetzt scharfe Restriktionen. Die Regierung will landesweit einen neuen vierstufigen Kriterienkatalog einführen: Leicht, mittel, hoch, extrem.

    Die epidemologischen Kennziffern zur Beurteilung sollen sein: Die mittlere Inzidenz in den vergangenen 7 und 14 Tagen:

    • der Prozentsatz positiver PCR Tests, die Inzidenz bei über 65-Jährigen und der Prozentsatz an Infektionen, die vom Gesundheitsamt nachverfolgt werden konnten
    • die Auslastung der Intensivbetten in der Region

    Nach diesem Kriterienkatalog wären Aragon, Kastilien und Leon, das Rioja, Madrid und Ceuta in die Kategorie »extrem« einzuordnen. Andalusien hätte ein mittleres Risiko.

    In Gibraltar stieg die Zahl der Infizierten auf 129. Die Regierung von Gibraltar richtete einen Appell an die Eltern, dass sie ihre Kinder an Halloween nicht von Haustür zu Haustür ziehen lassen sollen um dort um kleine Spenden und Süßigkeiten zu bitten. Es wird befürchtet, dass sich dabei insbesondere Senioren anstecken könnten. Es handelt sich um einen alten Brauch, der um den 31. Oktober herum stattfindet.

    Eine Million verarmte spanische Haushalte haben Anspruch auf staatliche Corona-Hilfen. Allerdings kommt die Auszahlung nur schleppend voran. 136.000 Anspruchsberechtigte warten immer noch auf ihr Geld.

    In Madrid hat die Polizei eine wüste Sex-Party mit 50 Teilnehmern ausgehoben. Die Orgie war weder angemeldet, noch wahrten die Teilnehmer den nötigen Abstand und trugen auch keine Masken. Während die Polizei in dem Club noch im Einsatz war, bildete sich draußen eine lange Schlange von Personen, die ebenfalls mitmachen wollten. Vorher war mit Handzetteln für die Veranstaltung geworben worden.

    In Katalonien hat die Gewerkschaft Metges de Catalunya, 6.000 Krankenhausärzte zum Streik aufgeworfen. Die Gewerkschaft verlangt höhere Löhne und mehr Klinikstellen für Ärzte, damit die Kliniken bei einer zweiten Covid-19 Welle nicht überlastet sind. Die Organisatoren behaupten, dass 55% dem Streikaufruf gefolgt sind, während das katalanische Gesundheitsinstitut von lediglich 20% berichtet und sich daher weigert, in Verhandlungen einzutreten.

    Der toxokologische Informationsdienst SIT berichtet von einer Zunahme der Anfragen wegen des Missbrauchs von Hand-Desinfektionsmitteln auf Alkohol-Basis. Hauptsächlich geht es darum, dass das Gel in den Mund oder die Augen von Kindern gelangt ist. Justizminister Carlos Campo mahnt die Eltern, Desinfektionsmittel nicht unbeaufsichtigt in der Nähe von Kleinkindern liegen zu lassen. Außerdem sollen solche Mittel höchstens zehn Mal täglich benutzt werden, wobei unparfümierte Mittel bevorzugt werden sollen.

    Die Briten sind offenbar guten Mutes, dass sie bald wieder in Spanien urlauben können. Daher haben sie jetzt eine weitere Fähre in Dienst gestellt. Die Fähre Galicia der Rederei British Ferries wird demnächst die beiden Seehäfen Portsmouth und Santander einmal wöchentlich verbinden. Das Schiff wurde in China gebaut und fährt mit Flüssiggas.

    Hunde erschnüffeln Coronavirus

    Die Polizei in Barcelona bildet 400 Hunde verschiedener Rassen aus, die erschnüffeln sollen, ob jemand Corona hat. Diese Schnüffelmethode wird bereits in Finnland praktiziert. Die Hunde sind in der Lage, innerhalb von 10 Sekunden herauszufinden, ob jemand mit Covid-19 angesteckt ist. Um zu erkennen, was der Hund herausgefunden hat, braucht man höchstens eine Minute. Das ist schneller, billiger und mindestens genauso genau wie jeder PCR Test. Wenn der Hund eine Infektion erschnüffelt hat, wird die Person sicherheitshalber nochmals einem PCR-Test unterzogen.

    Die Hunde sind in der Lage, Corona bis zu sieben Tagen im voraus zu erschnüffeln, ehe der Betroffene überhaupt Symptome spürt. Die Hunde müssen zwischen zwei und vier Jahre alt sein und werden einen Monat lang trainiert, das Virus im Schweiß oder Urin eines Erkrankten zu riechen. Die Hunde können bis zu 200 infizierte Personen pro Stunde erschnüffeln. Dabei genügen ihnen 10 bis 100 Moleküle des Virus, während man für den PCR-Test ein Mehrfaches benötigt. Die ersten sechs Hunde können sofort eingesetzt werden, sobald die katalanische Landesregierung erlaubt, dass von Probanden Geruchsproben auf Löschpapier genommen werden.

    Die englische Universität Cambridge hat in mehreren Ländern eine Umfrage durchgeführt, woher das Covid-19 Virus komme. 37% der befragten Spanier glauben, es sei in einem Labor in Wuhan hergestellt worden. An die Labortheorie glauben nur 23% der US Amerikaner und 22% der Briten, 26% der Iren und 33% der Mexikaner. Die deutliche Mehrheit der Experten in aller Welt hält hingegen Fledermäuse für die Ursache, hat aber keine Kenntnis, wie das Virus von dem Tier auf den Menschen übergesprungen sein könnte.

    Ein Experte für Viren ganz anderen Ursprungs wurde auf dem Flughafen Barcelona verhaftet. John McAffee, der Erfinder der gleichnamigen Antiviren-Software, soll in den USA jahrelang Steuern hinterzogen haben, weshalb er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde. Ihm drohen in Tennessee 10 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 350.000 Dollar.

    Während der Corona-Pandemie haben sich viele Menschen die Zeit mit Lego-Kreationen vertrieben. Davon ließ sich das Kulturministerium von Gibraltar inspirieren und veranstaltet vom 16. November bis zum 4. Dezember zwischen 9 und 19 Uhr eine Lego-Ausstellung in der John Mackintosh Hall in Gibraltar. Eine Preisverleihung wird bereits am 3. November um 19 Uhr im lokalen Fernsehen übertragen.

    Seit 50 Jahren muss die lebende Krippe in Beas nahe Huelva erstmals ausfallen. Alle Krippenfiguren werden von Einwohnern dargestellt, die Szenen aus der Zeit um Christi Geburt aufführen. Normalerweise wird die lebende Krippe in der Vorweihnachtszeit von über 20.000 Besuchern bestaunt. Wegen der Corona-Pandemie ist das dieses Jahr nicht möglich.

    Während sinkende Temperaturen die Ausbreitung von Covid-19 eher begünstigen, sind sie ein Segen bei der Ausbreitung des Westnil-Fiebers, das insbesondere in der Provinz Sevilla aufgetreten ist. Bei Temperaturen untere 20 Grad können sich die Moskitos nicht vermehren, die diese Krankheit auf den Menschen übertragen.


    Update: Stand 15. Oktober 2020 – 11 Uhr

    In den letzten sieben Tagen sind in Spanien 421 Menschen am Coronavirus verstorben. Diese Zahl enthält keine Toten aus Altersheimen, sowie Verstorbene, die nicht auf Corona getestet wurden. 1.058 Corona Patienten liegen derzeit in andalusischen Krankenhäusern, darunter 144 auf der Intensivstation. Sechs Personen sind in den letzten 24 Stunden verstorben.

    Nachdem ein Gericht den von der Zentralregierung angeordneten Lockdown für die Region Madrid für rechtswidrig erklärt hat, erklärte Ministerpräsident Sánchez einen 14-tägigen Ausnahmezustand über die Region. Damit sollte vor allem unterbunden werden, dass sich »Horden« von Madrilenen während des Feiertagwochenendes zu ihren Verwandten und Freunden aufmachen.

    Innerhalb eines Monats ist in Andalusien die Anzahl infizierter Kinder unter 14 Jahren um 211 % gestiegen. Das sind mehr als doppelt so viele wie in der Altersgruppe der 45- bis 64-jährigen. Die 7.000 positiv getesteten Kinder verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf die Altersgruppen 0 bis 4 Jahre, 5 bis 9 Jahre und 10 bis 14 Jahre. 966 Mal mussten Klassen oder ganze Schulen in Quarantäne geschickt werden.

    Die Stadt Écija in der Provinz Sevilla hat eine Inzidenz von 925 pro 100.000 Einwohner erreicht. Die 369 Neuinfektionen der letzten 14 Tage werden 25 verschiedenen privaten Zusammentreffen und Feiern zugeordnet. Die 40.000 Einwohner Stadt wurde komplett abgeriegelt. Nur »notwendiger» Verkehr ist noch erlaubt. Gleiches gilt für die Orte Linares, Almodóvar del Río und Cassariche – alle in der Provinz Sevilla.

    Mit 150 Neuinfektionen ist die Universität Granada einer der Hotspots in Andalusien. Die andalusische Landesregierung überlegt noch, ob sie den ganzen Betrieb oder sogar die Stadt stilllegen soll. Einstweilen wird für 14 Tage der Präsenzunterricht durch Online-Unterricht ersetzt. Auslöser der Infektionen könnten Feiern zum Spanischen Nationalfeiertag (Día de Hispanidad) am 12. Oktober sein.

    Der andalusische Vizepräsident Juan Marin hält anlässlich eines Höchststandes von 1.900 Neuinfektionen die Eindämmung der Pandemie für beherrschbar. Der Ciudadanos Politiker führt den Anstieg der Zahlen auf die häufigeren Tests zurück. Während er das Weihnachtsfest 2020 schon verloren gibt, hat er noch Hoffnung, dass die Paraden zu den Heiligen Drei Königen und in der Semana Santa 2021 wie gewohnt stattfinden können.

    Auf dem Plaza de la Armenia nahe dem Königspalast in Madrid beging König Felipe mit seiner Gattin Letitia den Nationalfeiertag mit lediglich 520 Soldaten, die mit dem nötigen Abstand angetreten waren. Die Vertreter der autonomen Regionen und der ausländischen Botschaften fehlten diesmal, während Düsenjäger die spanischen Nationalfarben Rot, Gelb und Weiss in den Himmel zeichneten.

    In Alicante wurde eine 13-köpfige spanisch-polnische Drogenbande festgesetzt. Die Polizei konfiszierte 1 Tonne Haschisch, 50 Kilo Kokain sowie mehrere albanische Schusswaffen und blockierte 3,5 Millionen Euro auf Bankkonten. Die Drogen waren in Lieferungen von Masken und medizinischem Material zur Bekämpfung der Corona-Pandemie versteckt. Unter dem Haus des Anführers fand die Polizei ein großes Warenlager von Masken, Covid-19-Schnelltests und Abstrich-Tupfern, die aus China eingeschmuggelt worden waren.

    In Gibraltar werden jetzt täglich 1.000 PCR Tests durchgeführt. Die 4.000 Schulkinder sollen alle 14 Tage getestet werden. Zusätzlich soll die Polizei die Einhaltung der Hygieneregeln und Abstände kontrollieren. Wer ohne Maske angetroffen wird, muss 100 bis 10.000 Pfund bezahlen. Chefminister Fabian Picardo fürchtet am meisten, dass eine zweite Corona-Welle mit einem No-Deal Brexit zusammenfallen könnte.

    Innerhalb von 48 Stunden sind 1.015 Migranten aus Marokko in 485 kleinen Fischerbooten auf den Kanarischen Inseln gelandet. Das ist ein Anstieg von über 500% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die meisten Flüchtlinge waren Nordafrikaner. Alle kamen zunächst in Corona-Quarantäne.


    Update: Stand 04. Oktober 2020 – 10 Uhr

    Spanien ist bezogen auf die Einwohnerzahl derzeit das Land mit der höchsten Infektionsrate weltweit. Am Freitag wurden 11.325 Neuinfektionen registriert, davon 22% in der Region Madrid. 30% der in den letzten 7 Tagen an Covid-19-Verstorbenen entfallen auf Madrid. Derzeit sind ca. 100 Gemeinden in Spanien von besonderen Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen. Die meisten dieser Gemeinden befinden sich in Galizien, Toledo, Kastillien-La Mancha und dem Rioja.

    Madrid und neun Vororte sind seit Samstag für mindestens 14 Tage abgeriegelt. Hinein und heraus kommt nur, wer einen triftigen Grund hat. Das nutzten am Freitag noch Tausende Madrilenen um mit dem Zug in ihre Ferienwohnungen an den Küsten zu entfliehen (und den Virus dorthin mitzubringen). Immerhin dürfen die daheim gebliebenen Madrilenen noch täglich bis 23 Uhr ihre Restaurants aufsuchen, was für das spanische Lebensgefühl aber viel zu früh ist. Die Madrider Regionalregierung wollte die Abriegelung nur hinnehmen, wenn das Gesundheitsministerium einheitliche Kriterien für ganz Spanien vorlegt. Dieser Forderung ist Gesundheitsminister Illa unverzüglich nachgekommen und ordnete an, dass Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern soziale Kontakte und die Bewegungsfreiheit einschränken müssen, sobald die Inzidenz 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner übersteigt, 10 Prozent der PCR-Tests positiv und 35% der Intensivpflegebetten belegt sind. Für 5 Millionen der 6,6 Millionen Einwohner der Region Madrid treffen diese Kriterien derzeit zu.

    Dieser Anordnung haben jedoch die autonomen Regionen Andalusien, Katalonien, Galizien, und Ceuta nicht zugestimmt. Murcia wollte auch ablehnen, hat sich aber aus Versehen der Stimme enthalten. Die Madrider Regionalregierung nahm die Ablehnung durch eine Minderheit der Regionen zum Anlass, den Kompromiss sofort wieder abzulehnen und gegen ihn zu klagen. Der Generalstaatsanwalt ist allerdings der Meinung, dass nach Artikel 151 des Gesetzes Nr. 40 aus dem Jahr 2015 die Zentralregierung sehr wohl ihre Befugnis zur landesweiten Koordination ausüben darf, selbst wenn einige autonome Regionen dagegen sind. Pedro Sánchez hatte im Juni die Kompetenz der Zentralregierung an die autonomen Regionen delegiert, sie sich jetzt aber wieder zurückgeholt. Isabel Díaz Ayuso, die Madrider Regionalpräsidentin empfindet die Abriegelung als Dolchstoß in das Herz der Wirtschaft und behauptet, Madrid sei weiterhin in der Lage, das Virus durch Nachverfolgung in Schach zu halten und eine Abriegelung zu vermeiden. Außerdem könne die Anzahl der Intensivbetten in Madrid schnell hochgefahren werden. Der andalusische Gesundheitsminister Jesús Aguirre kritisierte, die Anordnung der Zentralregierung folge politischen Erwägungen, nicht jedoch den Anforderungen der medizinischen Fachleute.

    Die Madrider Polizei wurde beauftragt, streng per Telefonüberwachung zu kontrollieren, dass die Menschen die Quarantäne einhalten, wenn sie vom Gesundheitsamt in häusliche Quarantäne geschickt wurden. Es drohen Strafen zwischen 3.001 und 60.000 Euro. Die Führung der Gewerkschaft der Polizei ist skeptisch. Bei Festnetz-Telefonie könne die Überwachung funktionieren, nicht aber, wenn Menschen in Quarantäne Mobiltelefone benutzen. Dann bleibt der Polizei nur der gute Glaube, dass der Angerufene sich tatsächlich zuhause aufhält. Auch sei die Polizei mit dieser Zusatzaufgabe personell überfordert. In Marbella wird die Telefonüberwachung allerdings schon gehandhabt.

    Die autonomen Regionen bleiben für ihre Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern selbst für die Definition der nötigen Einschränkungen verantwortlich, wenn die Corona-Kriterien zutreffen. In Andalusien sehen diese so aus:

    • Öffentliche Parks und Spielplätze werden geschlossen.
    • In Altersheimen werden Besuche und der Ausgang verboten.
    • Versammlungen werden draußen auf 15 Personen begrenzt, im Inneren auf 10.
    • Alle Geschäfte, die nicht dem lebensnotwendigen Bedarf dienen, dürfen nur mit der halben Kapazität betrieben werden und müssen um 22 Uhr schließen. Das gilt auch für Hotels und Restaurants. Zusätzlich muss zwischen Tischen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden und pro Tisch dürfen nur 6 Personen Platz nehmen.
    • An Hochzeiten und anderen weltlichen oder religiösen Zeremonien dürfen maximal 30 Personen teilnehmen. Sie müssen dabei sitzen.
    • Sporteinrichtungen dürfen nur mit der Hälfte ihrer Kapazität betrieben werden. Maximal 6 Personen dürfen gemeinschaftlich Sport betreiben.

    Weil 80% der Neuinfektionen im familiären Umfeld auftreten, empfiehlt Gesundheitsminister Aguirre, dass sich maximal 6 Personen treffen sollen, die nicht aus einem gemeinsamen Haushalt stammen. Verpflichtend ist das bisher aber nicht.

    In Andalusien sind aktuell 7% der Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten belegt und 11% der Betten auf Intensivstationen. In der Axarquía, in der Serranía de Ronda und im Valle Genal gibt es 12 Dörfer, die völlig Corona-frei sind. Casariche in der Provinz Sevilla ist die einzige andalusische Gemeinde, die abgeriegelt werden musste. Wo sich steigende Infektionszahlen andeuten, soll stärker getestet werden.

    In den 12 andalusischen Großstädten wird keines der drei Kriterien erreicht. Nur in Marbella, Córdoba und Granada wird eine Inzidenz zwischen 200 und 300 Infizierte pro 100.000 Einwohner gemessen. Nur 11% der Intensivbetten sind belegt. Der Prozentsatz der positiven PCR-Tests lässt sich nicht ermitteln.

    In Andalusien haben Männer ein weit größeres Corona-Krankheitsrisiko als Frauen. Von 981 Corona-Patienten in andalusischen Krankenhäusern waren am 22. September 721 männlich. Obwohl sich im Gesamtzeitraum der Pandemie 30.042 Frauen angesteckt haben, jedoch nur 26.993 Männer. Von den 951 Toten waren sogar 767 weiblich, weil hauptsächlich die über 75-jährigen betroffen waren. Bei den unter 75-jährigen waren 60 % der Verstorbenen männlich. Von den 5 verstorbenen Kindern waren alle männlich. Diese Zahlen stehen in Einklang mit internationalen Studien. Warum die Geschlechter ungleich betroffen sind, ist aber noch nicht geklärt.

    Spanien hat in der EU das wenigste medizinische Fachpersonal bezogen auf die Einwohnerzahl. In Deutschland gibt es z.B. doppelt so viel. Ein königliches Eildekret ermöglicht jetzt, dass das spanische Gesundheitswesen kurzfristig 10.000 medizinische Fachkräfte anheuern darf, obwohl dafür noch keine Planstellen bewilligt wurden Auch medizinische Zeugnisse aus Nicht-EU-Ländern sollen ohne Überprüfung anerkannt werden. Damit sollen befürchtete Engpässe in der Intensivmedizin abgemildert werden. Die Berufsorganisationen der spanischen Ärzte waren in diese Entscheidung nicht eingebunden und sind entsprechend sauer. Gewerkschaften befürchten, dass die beschränkte Vertragslaufzeit und die mangelhafte soziale Absicherung das neue Stellenangebot für die meisten Bewerber unattraktiv macht.

    30% der andalusischen Neuinfektionen entfallen jetzt auf Sevilla. Andalusiens stellvertretender Ministerpräsident Juan Marin will per Gesetz ab dem 1. Januar 2021 alle Kosten übernehmen, welche Touristen entstehen, die sich im Urlaub in Andalusien mit Covid-19 infizieren. Das beinhaltet auch den Rücktransport in die Heimatländer. Die spanischen Versicherungsgesellschaften können sich jetzt als Erbringer dieser Leistung bewerben. Luis Callejón, der Leiter der Vereinigung der Hotel-Betreiber an der Costa del Sol AEHCOS hat dafür kein Verständnis, da die andalusischen Hotels diesen Service bereits seit Mai 2020 selbst anbieten.

    Die Regierung will die normalen Budgetregeln für die Jahre 2020 und 2021 außer Kraft setzen. Die öffentliche Verschuldung Spaniens ist durch Corona mit 1,29 Billionen Euro auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2.000 gestiegen. Damit beträgt sie 99% des BIP, während die EU nur 60% erlaubt. Sie könnte bis Ende des Jahres auf 116% ansteigen. Das Statistikamt schätzt, dass die Kosten der Corona-Pandemie 20% des spanischen BIP beanspruchen. Das BIP selbst ist um 18,5% eingebrochen.

    Derzeit befinden sich noch 729.000 Personen in Kurzarbeit. Im Vergleich zum April ist das ein Rückgang um 76 %. Es gibt allerdings 450.000 weniger Jobs als noch im September 2019.

    In Gibraltar sind jetzt 63 Lehrer und Schüler an 4 Schulen infiziert und in Quarantäne. Das ist die höchste Zahl von aktiv Infizierten seit März.


    Update: Stand 29. September 2020 – 16 Uhr

    Täglich stecken sich derzeit in Spanien 10.600 Personen neu mit Covid-19 an. Aus dem erbitterten Streit zwischen dem sozialistischen Gesundheitsminister Illa und Isabel Díaz Ayuso, der PP Präsidentin der Region Madrid, scheint das Coronavirus als Sieger hervorgegangen zu sein. Illa hatte die Verhängung eines Lockdowns nur in einigen Vierteln als unzureichend kritisiert, während Díaz die Wirtschaft in möglichst vielen Vierteln am Laufen halten will. Das Ergebnis ist, dass bereits wieder 42% der Betten der Madrider Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt sind. Im Stadtteil Vallecas sind es sogar 138%.

    Ein Viertel der spanischen Neuinfektionen ereignen sich in Madrid. Das Personal in den Madrider Kliniken protestiert, weil die Regionalregierung nach der ersten Corona-Welle keine Anstalten getroffen hat, das Personal aufzustocken und besser auszurüsten. Auch die Lehrer in Madrid streiken, weil die Regionalregierung sie nicht auf die neue Welle vorbereitet hat. Frau Díaz hat Soldaten angefordert, welche die Madrider Behörden bei der Desinfektion und bei der Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Hygienevorschriften unterstützen sollen. Sogar in der PP regt sich Unmut über das Verhalten der Madrider Regionalregierung und gegen Parteichef Casado, der Díaz bisher unterstützt.

    Der katalanische Präsident Torra erließ eine Reisewarnung für Madrid, ehe er vom obersten spanischen Gerichtshof von seinem Amt abberufen wurde, weil er während des katalanischen Wahlkampfs Plakate der katalanischen Separatisten an öffentlichen Gebäuden geduldet hatte.

    Im Madrider Teatro Real musste eine Aufführung nach Zuschauerprotesten abgebrochen werden. Die Zuschauer waren erbost, dass das Theater überfüllt war und die Abstandsregeln zwar auf den teuren Plätzen eingehalten werden konnten, nicht jedoch auf den billigen. Die Veranstalter rechtfertigten sich damit, dass das Theater nur zu 65% gefüllt sei. Sie hatten auf den billigen Plätzen jedoch keine Vorbereitungen getroffen, die Zuschauer voneinander auf Distanz zu halten.

    Relativ entspannte Situation in Andalusiens Krankenhäusern

    In Andalusien lagen am 22. September 1.024 Personen wegen Covid-19 in Krankenhäusern, darunter 136 auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Auf der Höhe der Pandemie waren es 2.708 Patienten, darunter 438 auf der Intensivstation. Mit 140 Infizierten pro 100.000 Einwohnern gehört Andalusien weiterhin zu den fünf Regionen mit dem geringsten Infektionsgeschehen. Málaga wurde inzwischen von Sevilla, Jaén, Granada und Córdoba überholt als andalusische Provinz mit den meisten Neuinfektionen.

    In Granada löste die Polizei eine Party auf, die 270 Mitglieder einer Baptistengemeinde abends um 7 auf einer Farm abhielten. Die Anwesenden hielten die Abstandsregeln nicht ein. Es fehlte nicht nur die Genehmigung für diese Veranstaltung, sondern der im Auto herbeigeeilte Besitzer der Farm konnte auch keinen Führerschein vorweisen.

    Die Fragwürdigkeit der Inzidenz als alleiniges Kriterium für eine Verschärfung der Corona-Regeln, wie sie Gesundheitsminister Illa fordert, erweist sich gerade in einigen kleinen andalusischen Dörfern wie Guaro, Jimera de Líbar oder Sayalonga. Mit einer Inzidenz von 500 je 100.000 Einwohner wäre eigentlich ein sofortiger Lockdown fällig. Da diese Orte jedoch nur jeweils um die 1.000 Einwohner haben, handelt es sich nur um jeweils 1 bis 4 Corona Fälle in jedem Dorf. Anders sieht es aus in Städten wie Marbella, Coín und Monda, wo die Inzidenz bereits höher als 300 ist. In der Stadt Málaga beträgt die Inzidenz derzeit »nur« 147. Für ganz Spanien beträgt sie 280.

    Immer mehr Kinder, deren Corona-Infektion einen schweren Verlauf nimmt, werden aus dem ganzen Land in Spezialkliniken in Barcelona eingeliefert.

    In Soller auf Mallorca hat es in einem Altenheim einen Corona-Ausbruch gegeben. 109 Personen sind infiziert und 6 bereits verstorben. In einigen mallorquinischen Krankenhäusern gibt es zwar noch Plätze auf den Intensivstationen, aber nicht genügend medizinisches Personal um dort Patienten zu versorgen.

    Der stellvertretende Ministerpräsident Pablo Iglesias hat eine Gesetzesvorlage ins Parlament eingebracht, die Arbeitgeber verpflichten soll, ihren Arbeitnehmern die Kosten zu ersetzen, die durch das Arbeiten im Homeoffice entstehen. Darunter fällt die Tinte für den Drucker ebenso wie die höheren Verbrauchskosten der häuslichen Klimaanlage.

    In Gibraltar wird es dieses Jahr keine öffentlichen Weihnachtsfeiern geben. Nach einem Corona-Ausbruch an der Westside School wurden je 11 betroffene Lehrer und Schüler in häusliche Quarantäne geschickt. Alle anderen Schüler wurden jedoch vom Schulministerium aufgefordert, weiterhin am Schulunterricht teilzunehmen.


    Update: Stand 22. September 2020 – 15 Uhr

    Derzeit befinden sich ca. 10.000 Spanier wegen Covid-19 im Krankenhaus, darunter 1.150 Fälle auf der Intensivstation. Die Pandemie belastet damit 8,6% der landesweiten Krankenhauskapazität, in Madrid sind es allerdings bereits 21% und in Andalusien nur 7%. Die Anzahl der mit Covid-19 in Verbindung gebrachten Todesfälle pro Woche hat sich auf 366 verdoppelt. 13% aller in Spanien vorgenommenen PCR-Tests sind positiv. Die WHO spricht erst bei einer Quote von weniger als 5% davon, dass die Pandemie in einem Land unter Kontrolle sei.

    Aktuelle Zahlen in Andalusien

    Das Infektionsgeschehen in Andalusien schwankt heftig von Tag zu Tag. Am 18. September wurde ein Höchststand von 1.617 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Am 21. September wurden für die letzten 24 Stunden »nur« noch 812 Neuinfektionen, 14 Verstorbene, 339 Genesene und 55 Neueinlieferungen in die Krankenhäuser genannt.

    Beim Spitzenreiter Málaga standen 210 Neuinfektionen 181 Genesene und 9 Tote gegenüber. Am 18. September waren es noch 395 Neuinfektionen, beim Zweitplatzierten Sevilla gab es am 21. September 181 Neuinfektionen und 16 Genesene. Schlusslicht Huelva meldete 6 Neuinfektionen und 12 Genesene.

    Die Inzidenz-Rate für ganz Andalusien betrug 140 Fälle auf 100.000 Einwohner, während im Rioja 550 und in Madrid 600 Fälle je 100.000 Einwohner berichtet wurden. In Deutschland müssen ab einer Inzidenz-Rate von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lokale Maßnahmen ergriffen werden. Am 18. September wurden in Andalusien 940 Coronafälle in Krankenhäusern behandelt.

    Die Intensivstation des neuen allgemeinen Krankenhauses in Ronda musste geschlossen werden, weil sich zu viele Ärzte wegen Kontakten mit Infizierten in Selbst-Quarantäne begeben hatten.

    Lockdown in Madrid und auf Mallorca

    In Madrid liegen bereits wieder mehr als 3.000 Menschen wegen Covid-19 im Krankenhaus, darunter 400 auf der Intensivstation; und täglich werden über 1.200 Neuinfektionen gemeldet. Daher gilt seit dem 21. September ein Lockdown für 37 Stadtteile. Betroffen sind vor allem 855.000 Einwohner in den ärmeren Gegenden im Süden von Madrid sowie einige Vororte. Von 150 zusätzlichen Nachverfolgern von Ansteckungsketten, sind erst drei von den Madrider Gesundheitsämtern unter Vertrag genommen worden.

    Während die Regionalregierung behauptet, der medizinische Arbeitsmarkt sei leergefegt, widersprechen die medizinischen Fachverbände mit dem Argument, Fachpersonal sei nicht mehr bereit, zu Hungerlöhnen und mit der Aussicht auf baldige Kündigung angestellt zu werden. Im Gesundheitswesen haben die Krankschreibungen wegen »mentaler« Krankheiten um 30% zugenommen. Ärzte appellieren an die Bevölkerung, die »3M-Regel« zu beherzigen: Mascarilla, Metros, Manos. Das bedeutet: Masken, Abstand und Hände waschen. Das will nicht jeder akzeptieren. In Madrid warb ein Mann ausgerechnet bei einer Gruppe von Undercover-Polizisten darum, sie sollten doch eine Bar besuchen, wo es Alkohol, Mädchen und Partys gebe. Als die Polizisten um 4 Uhr morgens die Bar betraten, trafen sie auf 30 Prostituierte und mehrere Dutzend Kunden, von denen niemand Abstand hielt oder eine Maske trug. 75 kostenpflichtige Verwarnungen wurden ausgesprochen.

    In Palma de Mallorca trat bereits am 19. September ein partieller Lockdown für sieben Stadtteile in Kraft. Er betrifft vor allem arme Gegenden mit einer hohen Bevölkerungsdichte, wo eine Selbst-Quarantäne zuhause meist nicht möglich ist und das einzige Krankenhaus schnell überlastet wäre, wenn alle Verdachtsfälle dorthin überwiesen würden. Der Lockdown gilt auch für Touristen, die in den betroffenen Stadtteilen wohnen. Es handelt sich um die Stadtteile Son Gotleu, Can Capes, Soledad Nord, Son Fortesa Sud, Son Canals und Arquitecte Bennazar. Auch für San Antonio und Ibiza Stadt gilt ein lokaler Lockdown.

    Wie wir letztes Mal berichteten, hatte die Gesundheitsministerin der Autonomen Region Valencia der Stadt Torrevieja verboten, zum Schulstart 1.200 PCR-Tests durchführen zu lassen. Ein Gericht hat nun diese Anordnung gekippt und die Tests wurden durch die von der Stadt beauftragte private Gesellschaft für Gesundheitsdienstleistungen Ribera Salud erledigt.

    In ganz Spanien wurden seit Schulbeginn bereits 200 Schulen oder Klassen wegen Corona Infektionen zeitweise wieder geschlossen, darunter 34 Klassen in mehreren Städten in Andalusien. Der andalusische Schulminister Javier Imbroda berichtet, dass nur 0,1% der in Andalusien getesteten Lehrer positiv waren.

    In Katalonien wurde ein Fall von vier Patienten bekannt, die erneut an Covid-19 erkrankt sind, nachdem sie sich vor einigen Wochen zum ersten Mal infiziert hatten. Einer der Vier musste auf die Intensivstation verlegt werden, während die anderen drei nur milder Symptome aufweisen. Der katalanische Nationalfeiertag am 11. September wurde bisher zu Massenprotesten für die Unabhängigkeit Kataloniens genutzt. Wegen Corona fielen die Aufmärsche diesmal aus. Es kam nur zu kleinen lokalen Auseinandersetzungen.

    Eine Studie der Reina Sofia Universitätsklinik in Córdoba kommt zu dem Schluss, dass ein Mangel an Vitamin D den Krankheitsverlauf bei Covid-19 Patienten verschlechtere. Eine Gabe von 25-Hydroxyvitamin D, einem Abbauprodukt im Stoffwechsel des Vitamin D, konnte den Krankheitsverlauf hingegen abmildern.

    Der Gesundheitsdienst der autonomen Region Murcia beklagt, dass etwa 60% der Personen lügen, die wegen einer Corona-Infektion oder wegen eines Kontaktes mit Infizierten in häusliche Quarantäne geschickt wurden, wenn sie vom Gesundheitsamt über ihren augenblicklichen Aufenthaltsort befragt werden. Menschen, die wenige oder gar keine Symptome aufweisen, nehmen ein paar Paracetamol Tabletten und gehen zur Arbeit. Am La Zoriolla Strand in San Sebastián wurde eine Windsurferin, die eigentlich wegen ihrer Infektion zuhause in Quarantäne sitzen sollte, von Polizisten in voller Corona-Schutzmontur festgenommen. Die Festgenommene arbeitete sonst als Rettungsschwimmerin an einem nahe gelegenen anderen Strand.

    Wegen des Corona bedingt stark ausgedünnten Winter-Flugplans schließt der Flughafen von Málaga bis auf weiteres das Terminal 2. Alle Check-Ins und Sicherheitskontrollen finden ausschließlich im Terminal 3 statt. Auch alle landenden Passagiere kommen im Terminal 3 an.

    Gibraltar hat bei einer Einwohnerzahl von 36.000 bereits 42.000 PCR-Tests durchgeführt. Derzeit sind dort 25 Infizierte bekannt. Eine Schulklasse musste in Quarantäne geschickt werden. Besonders wird jetzt darauf geachtet, dass sich die Infektionen nicht auf Altersheime ausweiten. Die Regierung von Gibraltar warnte davor, am bevorstehenden Nationalfeiertag Strandutensilien an die Strände mitzubringen. Die wenigen Restriktionen in Gibraltar sind einigen schon zu viel. Die Gruppe »Open Your Eyes« hat bereits auf dem Felsen gegen die ihrer Meinung nach zu scharfen Restriktionen demonstriert.

    Franzosen und Deutsche haben im Juli 2020 erstmals mehr Touristen nach Spanien geschickt als Großbritannien. Gerade einmal 378.000 Briten machten Urlaub in Spanien, weil sie bei ihrer Rückkehr nach Großbritannien mit einer 14-tägigen Quarantäne konfrontiert werden. Im Juli 2019 waren es noch 2,2 Millionen gewesen. Im Juli 2020 zählte Spanien 597.000 Urlauber aus Frankreich und 432.000 aus Deutschland. Die vergleichsweise hohe Zahl von Urlaubern aus Frankreich wird darauf zurückgeführt, dass 80% der französischen Touristen mit dem eigenen PKW anreisten.

    Die Stadt Torremolinos will an zwei Wochenenden im September ein öffentliches Konzert anlässlich der Recinto Feria durchführen lassen. Konzertbesucher müssen sich vorher online registrieren. Es handelt sich um Konzerte, bei denen sich lokale Talente präsentieren können.

    Die Firma Colorprint Fashion in Muro de Alcoy hat eine mehrfach verwendbare Mund-Nasenmaske auf den Markt gebracht, die ihre Farbe ändert, wenn die Körpertemperatur auf mehr als 37,5 Grad steigt. Außerdem werden 98% der Bakterien aus der Maske gefiltert. Die Maske ist zertifiziert durch das spanische Textil-Technologie Institut AITEX.


    Update: Stand 08. September 2020 – 10 Uhr

    Nun hat die deutsche Reisewarnung auch die Kanarischen Inseln getroffen. Schon ohne diesen Bannspruch war das dortige Brutto-Sozialprodukt um 36% eingebrochen. Da hilft auch nicht, dass in Palma de Mallorca einige Menschen, davon viele ohne Maske, am »Tag der Freiheit« auf die Straße gingen um gegen die spanischen Einschränkungen wegen Corona zu demonstrieren. An einem Tag, an dem Lago Negueruela, der Minister für Arbeit und Tourismus der Balearen für das Zweite Quartal einen Einbruch des Brutto-Sozialprodukts von 40,5% verkünden musste. Die Polizei nahm jedem Demonstranten ohne Maske humorlos je 100 Euro ab. An einem Tag, an dem auf den Balearen alleine schon 900 Neuinfektionen registriert wurden, in ganz Spanien aber sogar 4.503. Danach gab es noch größere Sprünge: Zwischen Freitag und Montag gab es 26.560 Neuinfektionen, das sind pro Tag 8.850. Madrid, das Baskenland und Andalusien sind aktuell die von Neuinfektionen am stärksten betroffenen Regionen.

    Zu all dem passt überhaupt nicht, dass England in Kürze die Quarantäne für Rückkehrer von den spanischen Inseln aufheben will, nachdem Wales damit bereits vorgeprescht ist.

    In Palma de Mallorca verhandelt die spanische Arbeitsministerin Yolanda Díaz mit den Gewerkschaften über eine Verlängerung des Corona-Bonus (70% des Gehaltes) im Kurzarbeitergeldes ERTE bis Ende Dezember. Normalerweise läuft die Sonderregelung Ende September aus und ERTE beträgt dann nur noch 50% des letzten Gehaltes. Laut der Ministerin hat ERTE 3,4 Millionen Arbeitsplätze und 550.000 Firmen während der Coronakrise gerettet. Derzeit gibt es in Spanien 3,8 Millionen Arbeitslose.

    Daher macht das spanische Militär jetzt eine zweite Rekrutierungsmaßnahme. Zusätzlich sollen 3.500 geeignete Bewerber für die drei Teilstreitkräfte angeworben werden. Damit würde allerdings nur ein Promille der Arbeitssuchenden einen sicheren Arbeitsplatz erhalten. Die spanische Armee verfügt derzeit über 122.000 Soldaten, 4.770 Reservisten und 80.000 »Freiwillige«. In der Marine dienen 21.000 und in der Luftwaffe 23.000.

    Spanien fehlen durch Corona dieses Jahr bereits 40 Millionen Touristen und 50 Milliarden Euro Einnahmen. Kamen im Jahr 2019 zwischen Januar und August 58 Millionen Touristen, so sind es 2020 nur 14 Millionen. Das Volkseinkommen ist in den Tourismusgebieten um ca. 40% eingebrochen, in ganz Spanien waren es »nur« 22%.

    Die andalusische Stadt Coín hatte wegen ihrer Lage abseits der Touristen-Hotspots bei den ausländischen Touristen sogar noch zulegen können. Nun kam es dort in einem Heim für Behinderte zu einem massiven Corona-Ausbruch. Bürgermeister Francisco Santos beeilte sich zu erklären, dass dadurch die Notfallversorgung in den umliegenden Krankenhäusern nicht gefährdet sei.

    Eduardo Dolon, der PP Bürgermeister der Stadt Torrevieja an der Costa Blanca wollte zum Schulbeginn 1.100 Bürger seiner Stadt testen lassen. Das wurde ihm von Ana Barceló, der PSOE Gesundheitsministerin der autonomen Region Valencia untersagt. Nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil der Gesundheitsdienst der Stadt von dem privaten Dienstleister Ribera Salud betrieben wird, der einen gültigen Vertrag bis Oktober 2021 besitzt.

    Corona kann unbescholtene Bürger aggressiv machen. Ein 39-jähriger Patient in der Notfallambulanz einer Klinik in Valencia streckte plötzlich eine Ärztin durch einen Stuhlwurf nieder und eine andere durch einen Faustschlag ins Gesicht. Zwei weitere medizinische Kräfte wurden wüst beleidigt. Ministerin Barceló verurteilte sogleich das Verhalten des Patienten.

    Corona macht indirekt auch vor dem Königshaus nicht Halt. Corinna zu Sayn-Wittgenstein, die frühere Geliebte des Ex-Königs Juan Carlos I, hat sich jetzt bereiterklärt, am 28.September in der spanischen Botschaft in London auszusagen. Die spanische Justiz möchte immer noch nicht glauben, dass Juan Carlos ihr die 65 Millionen Euro »geschenkt« hat, die Juan Carlos für seine Vermittlerdienste in einem Deal mit Saudi Arabien abgestaubt hatte. Dabei spielt auch Ex-Geheimdienstchef Villarejo eine Rolle, der beschuldigt wird, für die verstaatlichte Großbank Bankia Prominente ausspioniert zu haben. Nachdem Corinna sich von Juan Carlos getrennt hatte, war sie permanent vom spanischen Geheimdienst verfolgt worden. Was hat das alles mit Corona zu tun? Richter Manuel García Castellón will am 28. nach Spanien reisen um bei der Vernehmung in London dabei zu sein. Diese Reise wird er aber nur antreten, wenn bis dahin die britische Quarantäne für alle Einreisenden aus Spanien aufgehoben ist. Es hängt im Leben eben alles mit allem irgendwie zusammen. Ja, wirklich alles: Gerade erfahren wir, dass Bankia sich mit der katalanischen Investmentbank Caixabank zur größten spanischen Bank zusammenschließen möchte. Der Aktienkurs stieg daraufhin sogleich um 13%. Bankia musste in der Finanzkrise 2009 vom spanischen Staat gerettet werden.

    Jesus macht indessen Hoffnung, dass zu Weihnachten in Andalusien ein Impfstoff zur Verfügung stehen werde. Der andalusische Gesundheitsminister Jesus Aguirre rechnet damit, dass dann 200.000 bis 300.000 Impfdosen zur Verfügung stehen würden. Davon würden zuallererst die Altersheime profitieren.


    Update: Stand 02. September 2020 – 16 Uhr

    An diesem Wochenende wurden in Spanien 23.572 Neuansteckungen mit Covid-19 registriert. Mit 205 Fällen pro 100.000 Einwohnern hat Spanien die höchste Rate in der EU. Die hohe Zahl wird auf das verstärkte Testen zurückgeführt. Bis jetzt wurden 6,4 Millionen PCR-Tests durchgeführt, darunter 538.000 in Andalusien. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt. Am Wochenende wurden in Spanien aber immerhin 733 Personen mit Covid-19 in Krankenhäuser eingeliefert. Insgesamt liegen dort jetzt 7.000 Covid-19-Patienten. Die Anzahl der Notfallpatienten stieg insgesamt auf 846. In Andalusien gab es am 31. August 592 Neuansteckungen. 19 Personen mussten ins Krankenhaus, darunter vier auf die Intensivstation. 69 Patienten sind genesen, fünf sind gestorben. In der Provinz Málaga gab es mit 132 die meisten Neuinfektionen, in der Provinz Huelva mit 22 die wenigsten. Auf dem Höhepunkt der Pandemie am 30. März lagen 2.708 Infizierte in andalusischen Krankenhäusern, darunter 438 auf der Intensivstation.

    Obwohl Andalusien 'nur' 100 Infizierte auf 100.000 Einwohner aufweist, hat der andalusische Präsident Juanma Moreno die Zentralregierung in Madrid aufgefordert, den Regionen einheitliche Vorgaben zu machen, in welchen Fällen ein kompletter lokaler Lockdown verhängt werden sollte. In der valencianischen Gemeinde Benigánem in der Nähe der Stadt Gandia ist es bereits so weit. Dort stieg die Infiziertenrate plötzlich von 34 auf 1.000 pro 100.000 Einwohner an. Schulen, soziale Einrichtungen und Geschäfte wurden geschlossen. Der Zugang zum Ort ist nur Einheimischen gestattet.

    Der spanische Gesundheitsminister Illa schließt einen zweiten landesweiten Lockdown aus. Er rechnet damit, dass Ende des Jahres für die Gruppen, die es am nötigsten haben, die ersten Corona-Impfungen in Spanien verfügbar sein werden. Die US-Pharmafirma Johnson & Johnson testet ihren Impfstoff in einer Phase-2 Studie jetzt an 190 spanischen Probanden. Mit der britisch-schwedischen Pharmafirma AstraZeneca gibt es eine Vereinbarung über die Lieferung von 31 Millionen Dosen des Impfstoffes AZD7442 an Spanien. In Madrid will AstraZeneca 80 Millionen Impfdosen herstellen.

    Während der Corona-Pandemie ist der spanische Online-Spielemarkt um 17% gewachsen. Wobei in Spanien Sportwetten und Online-Casinos dominieren. Bezahlt wird dabei immer mehr mit Bitcoins.

    An Tarifas schönem Valdevaqueros Strand hob die Guardia Civil morgens um 1 Uhr eine illegale Strandparty (Macro-botellón) mit über 100 Teilnehmern aus. 25 Personen wurden wegen Missachtung der Hygieneregeln kostenpflichtig verwarnt. Die voluminöse Musikanlage mit eigener mobiler Stromversorgung wurde beschlagnahmt. Die Veranstalter erwartet ein saftiges Bußgeld.

    Obwohl die Lebensmittelmärkte in der Corona-Krise relativ gut da stehen, geht der Konzentrationsprozess in der Branche weiter. Die französische Supermarktkette Carrefour hat jetzt den lettischen Eigentümern für 78 Millionen Euro die spanische Supermarktkette SuperSol abgekauft. Deren 172 Läden befinden sich hauptsächlich in Madrid und Andalusien. Carrefour ist hinter Mercadona die zweitgrößte Supermarktkette in Spanien.

    Überhaupt nicht voran geht es mit dem neuen Krankenhaus am westlichen Stadtrand von Estepona, welches vor allem in der Corona-Pandemie das einzige öffentliche Krankenhaus »Costa del Sol« am östlichen Stadtrand von Marbella entlasten soll. Das Krankenhaus in Estepona sollte im Januar 2020 eröffnen. Das Gebäude, welches von der Stadt Estepona gebaut und bezahlt wurde, ist seit einem Jahr fertig, steht aber leer herum, weil die andalusische Regierung für die medizinische Einrichtung und das Personal zuständig ist, und nicht vorankommt. Nun soll das Krankenhaus im Jahr 2023 eröffnet werden, was zu harschen Protesten der Einwohner von Estepona geführt hat.

    Die chinesische Firma EHang testet jetzt in Sevilla erstmals eine bemannte Flugdrohne, die über ein 5G-Netzwerk gesteuert wird und u.a. während Corona als Lufttaxi im ländlichen Raum eingesetzt werden könnte. Das ist in Europa der erste Test, den die Behörden genehmigt haben.

    Andalusien wird nicht nur von Corona heimgesucht, sondern von weiteren Plagen: Die Hitze und illegale Aktivitäten führten zu mehreren Wald- und Buschbränden. Besonders dramatisch war ein Feuer, welches im Mündungsgebiet des Río Padron in Estepona ausbrach, weil ein spanisches Ehepaar eine Stromleitung illegal angezapft und daran ein defektes Gerät betrieben hat. Angefacht von einem starken Wind, der von den Bergen in Richtung Mittelmeer wehte, loderten die Flammen zuerst im trockenen Buschland am Río Padron, sprangen dann über die Küsten-Schnellstraße A-7 hinweg und setzten am Strand das Reetdach des beliebten Einkaufszentrums »Laguna Village« in Brand. Alle 20 Geschäfte, Restaurants und der Beachclub brannten vollständig ab. 3.200 Personen aus der Nachbarschaft, darunter die 80 Gäste des nahe gelegenen Kempinski Hotels mussten evakuiert werden. Glücklicherweise kamen keine Menschen zu Schaden. Weitere Großfeuer loderten in der Nähe von Huelva und Granada.

    Zusätzlich weitet sich das durch die Asiatische Tigermücke (Tigermoskito) übertragene ägyptische Westnil-Fieber in der Provinz Sevilla weiter aus. Mittlerweile haben sich 49 Personen angesteckt, davon liegen 17 in den Krankenhäusern. Drei ältere Patienten sind gestorben. Das Westnil-Fieber kann eine Hirnhautentzündung verursachen. Auch bei Pferden wurde das Westnil-Fieber nachgewiesen. Für diese ist es aber nicht so gefährlich.


    Update: Stand 28. August 2020 – 11 Uhr

    Wer als Tourist in Andalusien Corona-Symptome aufweist, kann sich an die Hotline 900 400 061 wenden und einen kostenloses Covid-19 PCR-Test an einem lokalen Gesundheitszentrum machen. Es soll möglichst innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome getestet werden. Wer positiv getestet wird, muss sich sofort in eine zehntägige Quarantäne begeben. Sollte ein Test negativ ausfallen, die Symptome jedoch bestehen bleiben, wird nach 48 Stunden ein zweiter PCR-Test durchgeführt. Fällt auch dieser negativ aus, kann ein Antikörpertest angeordnet werden. Wer sich ohne Symptome privat für die Rückkehr nach Deutschland testen lassen möchte, muss ca. 100 Euro für den PCR Test und 50 Euro für den Immuntest bezahlen. Solche Tests können nur mit Termin vereinbart werden.

    Folgende private Testzentren stehen (neben anderen) dafür in Andalusien zur Verfügung:

    • Almeria: Labor Echevarne, Calle Ribera Almadravillas 3, 902525500, Mo – Fr 8-14 Uhr, Quirónsalud, Calle Fresador 12, 950625698, 9-15 Uhr
    • Málaga: Ärztezentrum Mapfre, Avenida Andalucía 24, 951305500, Mo – Fr 8-21 Uhr, Labor Echevarne, Plaza Arriola 10, 902525500, Mo – Fr 8-14 Uhr, Quirónsalud, Calle Héroes de Sostoa 164, 952040234, Mo – Fr 8-15 Uhr
    • Marbella: Quirónsalud, Calle Serenata 17, 2a Planta, 952859846

    Fernando Simon, der Notfall-Beauftragte der spanischen Regierung, beklagt die landesweite stetige Verschlechterung der Covid-19 Situation. Täglich werden 60.000 Tests durchgeführt. 12.400 Personen sind derzeit infiziert. Am 20. August lagen bereits 4.636 Corona Patienten in den Krankenhäusern, darunter 522 auf der Intensivstation. In Aragon waren schon 13,4% der Betten mit Corona-Patienten belegt, landesweit sind es 4,6%. In Madrid kommt es täglich zu mehr als 1.000 Neuinfektionen. Simon glaubt aber, dass die regionalen Gesundheitsämter durch intensive Nachverfolgung der Ansteckungsketten die Situation insgesamt noch im Griff haben.

    Schulbeginn in Spanien

    Die größte Corona-Sorge in der spanischen Bevölkerung betrifft den bevorstehenden Schulbeginn im September. Zwischen den Autonomen Regionen gibt es große Unterschiede, wie ein »normaler« Klassenunterricht unter Corona-Bedingungen gelingen soll.

    In Andalusien werden die Grundschulen am 10.September geöffnet, während die höheren Klassen und Institute am 15. September beginnen. 300.000 Liter Desinfektionsmittel und drei Millionen Masken stehen bereit. Alle drei Monate müssen sich die Lehrer einem Corona-Test unterziehen.

    Alle Kinder ab 6 Jahren müssen Masken tragen, die sie ablegen dürfen, sobald sie in ihrem Klassenzimmer Platz genommen haben. Der andalusische Schulminister weist ausdrücklich darauf hin, dass für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren eine Schulpflicht besteht. Eltern dürfen ihre Kinder also nicht aus Sorge um Corona von der Schule fernhalten.

    Anders als Andalusien folgt die Regierung von Murcia dem russischen Beispiel von ‚Blended Learning’. Die Schüler sollen an zwei Tagen in der Woche in der Schule erscheinen, an den restlichen drei Tagen gibt es Online-Unterricht zuhause. Die Landesregierung investiert 17,7 Millionen Euro in digitales Equipment. Die Schule beginnt für die Kleinen am 7. September, für die Großen am 10. September.

    Die Vereinigung der Studentenvertretungen ES (El Sindicato de Estudiantes) ist nicht überzeugt, dass Spanien gut auf den Schulbeginn vorbereitet ist und hat für den 18. September zu einem landesweiten Schulstreik aufgerufen. ES-Sprecher Latorre möchte vermeiden, dass es wieder ein Desaster mit Online-Unterricht gibt. Allerdings hat Schulministerin Isabel Celaa sich bisher geweigert, auf die Anfragen von ES einzugehen. Die Lehrergewerkschaften haben eine Petition eingereicht, in der sie kleinere Klassenstärken fordern.

    In Gibraltar öffnen die Schulen ab 1. September, allerdings jede Schulart an einem anderen Datum und zu einer anderen Uhrzeit. Die 12. Klassen beginnen erst am 14. September, die 1. Klassen haben in den ersten drei Wochen nur an je drei Tagen Präsenz-Unterricht. Kurz vor Schulbeginn hat Schulminister Licudi hingeschmissen und sein Amt musste kurzfristig von John Cortes, dem Minister für Wissenschaft und Hochschulen, mit übernommen werden. Daher warten Eltern und Lehrer noch gespannt darauf, wie sie sich in der Corona Krise verhalten sollen. In Gibraltar hat sich die Zahl der Neuinfektionen auf 41 verdoppelt. Es steigt die Angst, dass Gibraltar von Großbritannien zu einem Risikogebiet erklärt wird, was dort eine 14-tägige Quarantäne zur Folge hätte sowie eine Reduktion des eh schon spärlichen Flugverkehrs zwischen UK und dem Affenfelsen.

    Am 23. August nahmen über 1.000 Besitzer von Bars, Restaurants, Hotels und kleinen Läden an einer Demonstration in Benidorm gegen die verschärften Corona-Regeln der Regierung von Valencia teil, die zunächst bis 8. September gelten sollen. Die Demonstranten erklärten, dass es in Benidorm nur niedrige Infektionsraten gebe, die keine verschäften Maßnahmen rechtfertigen. Sie verlangten eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes ERTE für ihre Angestellten bis Ende März 2021 sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer.

    Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am 25. August erneut bekräftigt, dass es keinen zweiten landesweiten Lockdown geben werde. Er verwies darauf, dass die Autonomen Regionen die volle Entscheidungsgewalt hätten, angemessen auf die jeweils unterschiedliche Corona Situation zu reagieren. Sánchez stellt den Autonomen Regionen 2.000 Soldaten zur Verfügung, die bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen sollen.

    Der spanische Schauspieler Antonio Banderas ist von seiner Corona Infektion genesen, die er sich an seinem 60. Geburtstag eingefangen hatte. Währenddessen fiebert sein amerikanischer Kollege dem »Fiesta! Film Festival« entgegen, das vom 14. bis 17. Oktober in Palma de Mallorca stattfinden soll, trotz der dort stetig steigenden Infektionszahlen. Javier Arranz, der Sprecher des regionalen Komitees für Infektionskrankheiten hatte sogar schon davon gesprochen, dass die Balearen eine zweite Corona-Welle erreicht habe.

    In Nerja ist das Betreten der Strände von Mitternacht bis 6 Uhr morgens verboten. Damit soll verhindert werden, dass sich Jugendliche zu Botellons (öffentlichen Besäufnissen) verabreden. Gefischt werden darf nur noch mit einer gültigen Lizenz und bei Wahrung des Mindestabstands von 1,50 Metern.

    Während alle mit der Beherrschung der Pandemie zu tun haben, hat die PP Stadtregierung von Córdoba 1,6 Millionen Euro für das traditionelle Weihnachtslichter-Spektakel zurückgelegt. Zu dem Weihnachtsmarkt werden jährlich Zehntausende von Besuchern erwartet.


    Update: Stand 20. August 2020 – 16 Uhr

    Spanien meldete zwischen dem 17. und 18. August 2.119 sowie vom 18. zum 19. August 3.715 Covid-19-Neuinfektionen. Das ist der höchste Anstieg seit dem Ende des Lockdowns. Das Land hat nun 132 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, der derzeit höchste Wert in der EU. Die Zahl der Covid-19-Toten ist leicht angestiegen. Diesmal gibt es mehr Infizierte ohne Symptome, aber die Einweisungen von Infizierten in Krankenhäuser steigen ebenfalls. In Madrid gab es 1.535 Neuinfektionen im Verlauf der letzten 24 Stunden, gefolgt vom Baskenland mit 472, von Aragon mit 466, Andalusien mit 202 und Galizien mit 124.

    Andalusien und andere Regionen verschärfen Corona-Regeln

    Zusammen mit mehreren anderen Regionen hat auch Andalusien jetzt die kürzlich gemeinsam beschlossenen verschärften Einschränkungen in Kraft gesetzt. Wer z.B. in der Öffentlichkeit raucht und dabei nicht zwei Meter Abstand wahrt, muss mit einem Bußgeld zwischen 100 und 3.000 Euro rechnen. Werden dabei mehr als 100 Personen gefährdet, können auch 600.000 Euro fällig werden. Marbella geht noch über die andalusischen Einschränkungen hinaus und verbietet das Betreten seiner Strände zwischen 21:30 h abends und 7:00 Uhr morgens. Das Grillen und Partys sind am Strand von Marbella ganztägig verboten.

    In Andalusien gilt seit dem 15.Juli eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden für alle Personen ab 6 Jahren. Daher machen sich jetzt schon viele Eltern Sorgen, wie es sein wird, wenn demnächst die Schule wieder beginnt. Die Regierung von Andalusien strebt an, dass Klassen weitgehend voneinander isoliert lernen sollen. Dazu soll jeder Lehrer mehrere Fächer innerhalb einer Klasse abdecken um so den Lehrerwechsel zwischen verschiedenen Klassen zu minimieren. Die Masken sind auf den Fluren, in den Pausen und bei Schulbeginn und Schulende zu tragen, nicht jedoch während des Unterrichts. Angestrebt werden Klassen mit 15 Schülern. Aufgrund der beschränkten Anzahl von Räumen ist das jedoch illusorisch und es wird bei der üblichen Klassenstärke von 25 Schülern bleiben.

    Auch auf den Balearen gehen die Einschränkungen über die Vereinbarung hinaus. So dürfen an Gottesdiensten höchstens 50 Personen teilnehmen. Demonstrationen und Menschenansammlungen von mehr als 300 Personen müssen angemeldet werden. Boot- und Poolparties sind verboten, ebenso alle Kontaktsportarten. Ein seit zehn Jahren auf Mallorca praktizierender deutscher Arzt ist überraschend an Covid-19 verstorben.

    Ximo Puig, der Präsident der autonomen Region Valencia ist als besonders scharfer Hund bei der Eindämmung der Infektion mittels Geboten und Verboten bekannt. Nun wurde ein Foto publik, welches ihn im Urlaub an einem Strand im engen Kontakt mit dem Bürgermeister von Xabia und mehreren Ministern zeigt. Dabei trägt keiner eine Maske, was nach der Corona-Verordnung von Valencia vorgeschrieben wäre. Die Opposition hat daraufhin beim Innenministerium beantragt, dem Präsidenten eine Geldbuße aufzuerlegen wegen Verstoßes gegen die Regeln, die er selbst eingeführt hatte.

    In einem Bordell in Alcázar de San Juan in Kastilien-La Mancha hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Die Verfolgung der Kontakte gestaltet sich hier schwierig, weil niemand sagen möchte, mit wem er Kontakt hatte. Auch will niemand in einem Test-Zentrum erscheinen. Jedoch eheliche Treue schützt ebenfalls nicht vor Corona. In Murcia wurden 170 Gäste einer Hochzeitsfeier in Quarantäne geschickt, nachdem bei dem Bräutigam Corona diagnostiziert worden war.

    Über den Ort Villalamea in Albacete wurde ein Lockdown verhängt, nachdem die Infektionen in kurzer Zeit von 2 auf 99 angestiegen waren. Die neu Infizierten sind zumeist jung und zeigen keine Krankheitssymptome.

    Trotz der vermehrten Neuinfektionen kam es am 16. August in Madrid zu einer Demonstration mit 200 Teilnehmern gegen die Corona bedingten Einschränkungen. Unter den Demonstranten befanden sich auch Impfgegner und Polizei-Hasser. Ein Demonstrant erklärte, er habe die Franco-Diktatur überlebt, aber er habe sich noch nie so unterdrückt gefühlt wie jetzt.

    Neue Infektionen in Gibraltar

    Nachdem Gibraltar für einige Tage Null Infizierte vermelden konnte, gibt es dort jetzt wieder 22 nachgewiesene Corona-Ansteckungen. Diese seien eingeschleppt worden durch britische Besucher und durch Personen, die einen Besuch in Spanien gemacht hatten. Die mobilen Testzentren wurden wieder in Betrieb genommen. Nicht notwendige Operationen in den Krankenhäusern werden verschoben. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Zahl der Ehescheidungen deutlich gestiegen ist.

    Unklar ist, warum die Regierung von Gibraltar die Corona-Gefahr jetzt wieder als sehr kritisch einschätzt, jedoch ein Qualifikationsspiel zur Europa League zwischen dem FC Pristina aus dem Kosovo und den Lincoln Red Imps aus Gibraltar zunächst genehmigte. Die Kosovaren reisten mit Testergebnissen aus dem Kosovo an, die alle negativ waren. Nach dem ersten Training in Gibraltar wurde jedoch durch neue Tests nachgewiesen, dass die halbe Mannschaft mit Covid-19 infiziert war. Wenige Minuten vor Spielbeginn wurde das Qualifikationsspiel abgesagt und die Gäste-Mannschaft wurde mit dem nächsten erreichbaren Flieger in den Kosovo zurückgeschickt. Inwieweit die infizierten Kosovaren Kontakt mit Hotelpersonal und anderen Menschen auf Gibraltar hatten, ist unklar.


    Update: Stand 16. August 2020 – 19 Uhr

    Nun ist es also passiert: Die Bundesregierung stuft ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln als Corona-Risikogebiet ein. Damit ist der Sommertourismus für Spanien dieses Jahr gelaufen. Denn es bedeutet für alle Reiserückkehrer nicht nur wie bisher in Großbritannien, sondern auch in Deutschland ab sofort eine Testpflicht mit anschließender Quarantäne bis das Testergebnis vorliegt, was ja in Bayern schon mal länger dauern kann.

    Was Spanien-Urlauber jetzt beachten sollten

    Für Reiseveranstalter ist die Reisewarnung der deutschen Bundesregierung bindend. Wer sich bereits im Pauschalurlaub befindet, muss vom Reiseveranstalter nach Deutschland zurück gebracht werden. Es kann dann aber sein, dass er seinen Urlaub abbrechen muss, weil der Rückflug zu einem früheren Termin angeboten wird. Touristen, die kurz vor ihrer Abreise nach Spanien stehen, erhalten ihr Geld zurück und können ihre gebuchte Pauschalreise nicht antreten. Ggfls. wird versucht, sie auf die Kanaren umzubuchen.

    Wer eine Individualreise gebucht hat, muss mit dem gebuchten Flug anreisen, falls dieser durchgeführt wird. Bei Rücktritt gibt es Geld nur zurück, wenn der Flug nicht stattfindet. Eine Reisewarnung verpflichtet die Reiserücktrittsversicherung nicht zur Leistung.

    Wer bereits für die Herbstferien gebucht hat, kann nicht einfach kostenfrei stornieren, sondern muss sich gedulden. Man kann ja heute nicht wissen, ob bis dahin die Reisewarnung wieder aufgehoben wird.

    Wer jetzt bucht, weil er annimmt, dass die Reisewarnung im Herbst nicht mehr gilt, bleibt evtl. auf seinen Kosten sitzen, wenn es anders kommt. Denn er hat ja in voller Kenntnis gebucht, dass für Spanien eine Reisewarnung besteht.

    Im Juli mussten die spanischen Flughäfen einen Rückgang der Passagierzahlen von 76,2% im Vergleich zum Juli 2019 hinnehmen. Bei den ausländischen Reisenden waren es sogar 82,2%. Für August werden noch schlechtere Zahlen erwartet.

    In Andalusien haben sich in den ersten 12 Tagen des August 2.950 Personen neu angesteckt. Das sind fast so viele wie insgesamt von Mai bis Juli. Alleine am 13. August waren es 422 Neuinfektionen. In den Provinzen Almería und Málaga sind die Zuwächse am höchsten, in Jaén und Huelva am niedrigsten.

    In Andalusien ist nicht nur Corona eine Bedrohung für die Gesundheit. In den Orten La Puebla und Coria del Río in der Provinz Sevilla sind 18 Fälle von Mengoenzephalitis aufgetreten, eine Entzündung des Hirns und der Hirnhaut. Man nimmt an, dass die Krankheit von Aedes Japonicus Mücken übertragen werden, die im Marschland des Flusses Guadalquivir gut gedeihen. Die asiatische Buschmücke ist aus Japan und Korea nach Spanien eingeschleppt worden.

    Maskenpflicht und neue Einschränkungen

    Wer sich derzeit noch in Spanien aufhält, kann sich je nach Gegend schon mit weiteren Unannehmlichkeiten auseinandersetzen. In vielen Gegenden gilt ja bereits eine Maskenpflicht im Freien. In Barcelona und vielen Teilen Kataloniens wird empfohlen, die Wohnung nicht zu verlassen. Kulturelle und sportliche Veranstaltungen sowie das Nachtleben sind verboten. Mehr als 10 Personen dürfen sich nicht versammeln. Die Ein- und Ausreise in den katalanischen Kreis Segria und die Provinzhauptstadt Lleida sind eingeschränkt. Saragossa empfiehlt, die Stadt nicht zu verlassen und gar nicht erst zu besuchen. Einige Gemeinden in Galizien sind abgeriegelt. Dazu gehört der bei Touristen beliebte Strand Playa de las Catedrales. In Madrid und im Baskenland steigen die Infektionszahlen stark an.

    In ganz Spanien werden die Nachtclubs geschlossen und wird das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten, wenn kein Abstand von 2 Metern eingehalten wird. Alle Geschäfte müssen nachts um 1 Uhr schließen, Hotels und Restaurants müssen zwischen den Tischen einen Abstand von 1,50 Metern einhalten und maximal 10 Personen dürfen sich versammeln. Dies hat die Zentralregierung mit allen Autonomen Regionen vereinbart. Wann die Regeln in den Autonomen Regionen in Kraft treten, ist unbekannt.

    In Calpe an der Costa Blanca wird bestraft, wenn man vor 9:30 morgens Bade- und Strandutensilien am Strand liegen lässt um sich dort eine Fläche zu reservieren. Die Stadtverwaltung begründe die Strafandrohung damit, dass sie die Strände ungestört säubern möchte. Seit dem 1. Juli wurden bereits 64 Personen mit einem Bußgeld belegt, weil sie unbeaufsichtigte Gegenstände am Strand hatten liegen lassen.

    Offenbar ist es keine gute Idee, wenn man seine politische Gesinnung auf seiner Mund-Nasen-Maske zur Schau stellt. An einer Tankstelle in Gijon eskalierte ein Streit über die Zukunft des spanischen Königshauses zwischen einem jungen Vater mit seinen Kindern und einem älteren Mann. Der Ältere echauffierte sich darüber, dass der junge Vater eine Maske in den Farben der spanischen Republik an hatte und streckte ihn mit einem Faustschlag ins Gesicht nieder. Das Ganze wurde von der Videokamera der Tankstelle aufgezeichnet. Der junge Vater musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Den Angreifer erwartet jetzt eine Anklage wegen Hasskriminalität und Gewaltanwendung.

    In einem Industriegebiet von Málaga flüchteten 60 jugendliche Beteiligte einer Raver-Party vor der Polizei in ein Lagerhaus und verbarrikadierten sich dort. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und verwarnte 32 angetrunkene Jugendliche wegen des Fehlens einer Maske und der Verletzung des Abstandsgebots. Zwei wurden als Veranstalter der Party angezeigt und drei wegen Drogenbesitz. Außerdem wurden beträchtliche Mengen Alkoholika, Haschisch, Marihuana und Kokain beschlagnahmt.


    Update: Stand 11. August 2020 – 11 Uhr

    Nun da Ex-König Juan Carlos I außer Landes geflohen ist, benötigt man ihn auch nicht mehr als Namensgeber von Straßen. Derzeit sind 637 Straßen nach ihm benannt. Gijon, Victoria und Cádiz haben bereits den Namen des Ex-Monarchen von allen öffentlichen Straßen und Einrichtungen entfernt. Auch Vélez-Málaga ist dabei, seine Hauptstraße Avenida Juan Carlos I umzubenennen in Avenida del Colesterol! Was für ein schmählicher Abstieg für einen König!

    Da also bald nichts mehr an den Ex-Monarchen erinnert, kann sich das Land wieder der Corona-Pandemie zuwenden. Im August fallen immer mehr Touristengruppen für die Hotels in der Hochsaison an den spanischen Stränden aus. Österreich hat eine Reisewarnung für nicht notwendige Reisen auf das spanische Festland ausgesprochen. Nur die Kanaren und die Balearen dürfen noch besucht werden. Seit Montag müssen alle Spanien-Rückkehrer in Österreich einen negativen Corona-Test vorweisen oder für 14 Tage in Quarantäne gehen. Ähnliches gilt bereits für Touristen aus der Schweiz, Ungarn, Zypern, Norwegen, Irland, Lettland, Estland und Großbritannien.

    In Deutschland, der Slowakei, Slowenien, den Niederlanden, Belgien und Frankreich besteht eine Reisewarnung mit Quarantäne- oder Testpflicht für einige Corona-Schwerpunkte wie Aragon, Katalonien und Navarra. Ohne Quarantäne oder Testpflicht raten Dänemark, Kroatien und Griechenland von nicht notwendigen Reisen nach Spanien ab, Italien von Reisen in die spanischen Risikogebiete. Tschechien schickt alle spanischen Arbeiter in Quarantäne. Keine Einschränkungen für Touristen, die aus Spanien zurückkehren, gibt es in Luxemburg, Polen, Portugal, Bulgarien, Rumänien und Schweden.

    Der andalusische Innenminister Elias Bendodo beeilt sich zu erklären, ein Anstieg der Infektionen sei derzeit in der ganzen Welt zu beobachten, aber die andalusischen Gesundheitsbehörden hätten alles unter Kontrolle. 450 Epidemologen und 8.200 »Tracker« würden alle örtlichen Ausbrüche verfolgen und eindämmen. 1.000 weitere Tracker würden demnächst ihre Ausbildung beenden.

    Ganz so entspannt ist die Situation in Andalusien aber nicht. In Málaga riefen Anwohner die Polizei, als sie feststellten, dass sich viele junge Menschen in einer Privatwohnung versammelt hatten. Die Polizei traf auf 100 Personen, die eine Messe feierten und dabei Lieder sangen. Erlaubt waren nur 30 Personen, was jetzt sogar auf 15 reduziert wurde.

    In ganz Europa kennt man ja die privaten Feiern von jungen Menschen, die ein bisschen Spaß haben wollen und dabei auf Abstand und Mundschutz pfeifen. Dass man sich dabei mit Covid-19 infizieren kann, wird einfach ausgeblendet. Eine neue Qualität hatte eine Beachparty nahe dem Dorf Orotava auf Teneriffa. Über die sozialen Medien hatten sich junge Leute zu einer Party verabredet ausdrücklich mit dem Ziel, Covid-19 zu verbreiten. Die Einladungen in den sozialen Medien las auch die Polizei mit. Sie war rechtzeitig am Los Patos Strand zur Stelle um die über 60 Teilnehmer sowie weitere anreisende Interessenten von ihrem Vorhaben abzubringen.

    Auf der Starlite Gala in Marbella wurde ein ganz Großer der spanischen Filmszene vermisst. Antonio Banderas ließ ausrichten, dass er seinen 60. Geburtstag zuhause verbringen muss, weil er sich mit Corona infiziert hat.

    Viele Touristen hoffen, der Ansteckung zu entgehen, indem sie sich auf einem Campingplatz im eigenen Wohnmobil von anderen Touristen isolieren. Auf einem großen Campingplatz in Mollina nahe der Stadt Antequera hat das nicht lange geklappt. Am Sonntagmorgen brannten 80% der Wohnmobile ab, nachdem sich ein Gasgrill entzündet hatte. Wenigstens gab es keine Toten und Verletzten. Die obdachlosen Touristen wurden von Bewohnern der umliegenden Gemeinden mit dem Nötigsten versorgt.


    Update: Stand 05. August 2020 – 7 Uhr

    Corona für einen Tag von den Titelseiten der Zeitungen zu verdrängen war der letzte Dienst, den Ex-König Juan Carlos I seinem Land noch erweisen konnte. Mit seiner Ankündigung, Spanien zu verlassen, kommt der greise Ex-Monarch seinen Häschern zuvor, die ihn vor Gericht zerren wollen. Juan Carlos hat offenbar eingesehen, dass seine zahlreichen Eskapaden und Korruptionsfälle den Ruf der spanischen Monarchie schwer beschädigt haben. Sein Sohn, König Felipe VI hatte ja bereits auf das Erbe verzichtet um nicht in den Verdacht der Komplizenschaft im 100 Millionen Dollar Korruptionsfall seines Vaters mit Saudi Arabien zu geraten. Man munkelt, Juan Carlos werde seine Zuflucht in der Dominikanischen Republik suchen. Die Schweiz wäre ebenfalls eine Option. Seine Anwälte beeilten sich zu versichern, der Ex-König werde den spanischen Justizbehörden auch im Ausland zur Verfügung stehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Corona-Zahlen in Spanien steigen weiter

    Corona ist ansonsten natürlich DAS Thema, welches das Land umtreibt. Die Neuinfektionen steigen und steigen. Zwischen Freitag und Montag wurden 8.523 Neuinfektionen registriert. Das Durchschnittsalter der Neuinfizierten beträgt jetzt 40 Jahre und ist deutlich niedriger als bei der ersten Corona-Welle. Nur wenige Menschen müssen derzeit in die Notfallabteilungen oder sterben an Covid-19.

    Katalonien, Navarra und Aragon sind nun auch für Deutschland offiziell Corona-Risikogebiete. Wer von dort nach Deutschland zurückkehrt, muss sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben oder ein maximal 48 Stunden altes Attest vorweisen, welches bestätigt, dass er keine Corona-Infektion hat. Die deutsche Quarantänepflicht gilt solange, bis sie von einer Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland abgelöst wird. Die Türkei war da cleverer. Sie hat die deutsche Unbedenklichkeitsbescheinigung für ihre Touristenzentren an der Südküste erhalten, weil sie nur Touristen nach Deutschland zurückschickt, die vor ihrem Abflug nach Deutschland in der Türkei negativ getestet werden.

    Massengräber könnten diesmal vermieden werden. Stattdessen hat die spanische Regierung 750.000 Euro bewilligt um in den nächsten fünf Jahren bis zu 1.200 Massengräber aus dem Spanischen Bürgerkrieg aufzuspüren.

    Masken bestimmen den Alltag auch in Spanien

    Medizinische Experten des Vithas Xanit Internationalen Krankenhauses in Benalmádena empfehlen den stündlichen Wechsel der Maske. Ggfls kann eine Maske 4 Stunden getragen werden, muss aber auf jeden Fall täglich gewaschen und gegen eine frische ausgetauscht werden. Nach 45 Minuten des Tragens soll eine Tragepause von 10 Minuten folgen, nach 4 Stunden eine Pause von 30 Minuten. Masken sollten nicht längere Zeit um den Hals oder das Kinn getragen werden um Hautirritationen zu vermeiden. Sie sollen auch nicht auf frei zugänglichen Tischen oder ähnlichem abgelegt werden. Die Empfehlungen der Doktores erscheinen ein wenig weltfremd. Sie sind sicher angezeigt und durchführbar in einer medizinischen Einrichtung. Für den normalen Bürger, der unterwegs und in öffentlichen Räumen Maske tragen soll, ist das eine Überforderung.

    In Spanien ist es mit Temperaturen über 40 Grad sehr heiß und daher für Maskenträger sehr unangenehm. Das Kollegium der Madrider Pharmazeuten gibt beim Tragen von Masken diese Empfehlungen:

    • Das Gesicht soll man vor und nach dem Tragen der Maske mit warmem Wasser reinigen.
    • Vor dem Anlegen der Maske soll man auf die Stellen, wo die Maske Kontakt mit der Haut bekommt, eine Creme auftragen. Ebenso Lippenbalsam um das Austrocknen der Lippen zu vermeiden.
    • Auf Makeup sollte hingegen verzichtet werden. Nicht jedoch auf Sonnencreme. Denn die Maske schützt nicht vor den UV-Strahlen der Sonne.
    • Man sollte auch eine Zweitmaske zum Wechseln dabei haben.

    In Santa Eugenia auf Mallorca wird jetzt ein Bußgeld von 300 Euro verhängt, wenn jemand seine Maske auf der Straße wegwirft. In der Stadt Toledo soll so etwas sogar 3.000 Euro kosten. Weggeworfene Masken sind nicht nur ein Umweltproblem, sondern bergen auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Da sie leicht sind, werden sie vom Wind weit verweht und werden so eine Gefahr für Wildtiere.

    In Gibraltar werden Personen, die in umbauten öffentlichen Räumen ohne Maske angetroffen erden, mit 100 britischen Pfund zur Kasse gebeten. Chief Minister Picardo sagte, es sei besser, einen Sommer zu verlieren als das Leben wegen eines Sommers.

    Die Herstellung von Desinfektionsmitteln ist auch für Kriminelle reizvoll. Die Guardia Civil in La Coruña verhaftete 2 Personen, die Desinfektionsmittel mit 25% Alkoholgehalt hergestellt und verkauft hatten. Vorgeschrieben ist ein Alkoholgehalt von 70%. Die Polizei konnte 400 Liter des unbrauchbaren Mittels in der Destille sicherstellen sowie weitere 6.400 Liter, die bereits an medizinische Einrichtungen ausgeliefert worden waren.

    Tourismus in Andalusien bricht ein

    Das nationale Statistik-Institut vermeldet einen Rückgang der Tourismus-Umsätze in Andalusien um 69,5%% während des ersten Halbjahrs. Statt 5,6 Millionen kamen nur 1,5 Millionen ausländische Touristen in die südliche Region. Besser als Andalusien kamen die Kanaren, Katalonien und Madrid davon. In ganz Spanien ging der internationale Tourismus um 71,7% zurück, denn im 1. Halbjahr besuchten nur 10,8 Millionen Ausländer das Land. Im Juni betrug der Ausfall sogar 97,7%.

    Anteil der Schwarzarbeit steigt

    Die Welt am Sonntag berichtet, der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider prognostiziere für Deutschland ein Anwachsen der Schwarzarbeit während der Pandemie. Schneider sagt, wenn die deutsche Wirtschaft um 8 Prozent schrumpft, dann steigt die Schwarzarbeit auf 11% der Wirtschaftsleistung. Im Vergleich zu 2019 wäre das ein Anstieg von 32 Milliarden Euro auf 348 Milliarden Euro. Für Spanien erwartet Schneider ein Anwachsen der Schwarzarbeit auf 18%. Der Anstieg wird vor allem bewirkt durch die vielen Menschen, die sich während der Pandemie mit Schwarzarbeit etwas zu ihrem Kurzarbeitergeld hinzuverdienen. Schneider rät, bis auf weiteres diese Schwarzarbeit nicht durch die Behörden zu verfolgen, da die Menschen das Geld zum Überleben benötigen. Außerdem bekomme der Staat von diesen Menschen über die Mehrwertsteuer auch Steuereinnahmen und durch ihre Ausgaben werden reguläre Arbeitsplätze gesichert. Allerdings ist Schwarzarbeit ein finanzieller Schlag gegen die Sozialversicherungssysteme.

    Die typisch spanischen Estancos geraten zunehmend auf die rote Liste der vom Aussterben bedrohten spanischen Kulturgüter. Sie haben hauptsächlich davon gelebt, dass ausländische Touristen dort den preiswerten spanischen Tabak kauften. Die ausländischen Touristen bleiben derzeit großenteils weg, was viele Estancos in den Ruin treibt. Und Rauchen ist in Corona-Zeiten sowieso nicht gerade der Hit.

    Die Zeitung Vozpopuli veröffentlichte ein fiktives Gespräch zwischen einer Abgesandten aus Spanien, die der EU-Kommission in Brüssel die Zahlen präsentieren soll, die zur Freigabe der Mittel des Corona-Fonds berechtigen sollen, mit einem EU-Mitarbeiter. Der EU-Bürokrat rechnet der spanischen Abgesandten vor, dass ausländische Investoren bereits 50 Milliarden Euro aus Spanien abgezogen haben. Die öffentliche spanische Verschuldung wird am Jahresende mit 1,8 Billionen Euro bei 170% des BIP liegen. Die Arbeitslosigkeit ist schon jetzt um 1 Million gestiegen, obwohl noch viele das Kurzarbeitergeld ERTE beziehen. Die EU-Mittel werden nur fließen für die Modernisierung der Wirtschaft, nicht für Ausgaben für Bildung, Arbeitslose oder Gesundheitskosten. Ein Leser fragte daraufhin: Wird Spanien trotz oder wegen Frau Merkel zahlungsunfähig?

    Die schlechten Nachrichten halten Warren Buffet, den fünft-reichsten Mann der Welt, nicht davon ab, in Spanien zu investieren. Der legendäre Gründer von Berkshere Hathaway kaufte sich in den Immobilienmakler Larvia in Marbella ein. Dabei hatte die Rating Agentur Fitch gerade ein Fallen der spanischen Immobilienpreise um 8 bis 12% vorhergesagt. Marbella beklagt einen Einbruch der Umsätze um 80%, der auf das Ausbleiben der betuchten Touristen aus den arabischen Golfstaaten zurückzuführen sind. Unter dem Fehlen der arabischen Käufer und Mieter leidet auch der Immobilienmarkt.

    Wer seine spanische Ferienimmobilie während Corona nicht nutzen kann, möchte sie vielleicht während der Pandemie vermieten, damit etwas Geld in die Kasse kommt. Das kann böse enden, wenn Squatter oder Drogendealer die Wohnung anmieten. Die Polizei kann nichts unternehmen, wenn sich unter den Mietern Kleinkinder befinden. Die private Firma Desokupa ist auf die Vertreibung von Squattern spezialisiert und erlebt während der Corona-Krise eine Verdreifachung ihrer Aufträge. Zehn Prozent der Mieter sind Drogendealer, die ihre Drogen in den gemieteten Räumen verstecken und verkaufen, sodass unbescholtene Vermieter in das Netz der spanischen Drogenfahndung geraten.

    Die britische Versicherungsgesellschaft Battleface erlebt einen Nachfrageboom nach ihrer Reiseversicherung namens ’Warzone’. Diese Versicherung bezahlt auch dann, wenn sich jemand im Ausland den Coronavirus einfängt. Diese Versicherungspolice ist wesentlich teurer als eine normale Reiseversicherung und wendet sich ausdrücklich an Personen, die »nicht notwendige Reisen« antreten. Normalerweise versichern sich hier Mitarbeiter von karitativen Organisationen und Mediziner sowie Journalisten im Auslandseinsatz.


    Update: Stand 31. Juli 2020 – 14 Uhr

    Quarantäne für britische Urlauber

    Die unerwartete Entscheidung der britischen Regierung, ab dem 25. Juli wieder eine 14-tägige Quarantäne für alle Rückkehrer aus Spanien einzuführen, war ein Tiefschlag für Spaniens Tourismus-Industrie. Am 27. Juli landete kein einziger Brite auf dem Flughafen von Málaga. Damit ist klar, dass dieser Sommer den betroffenen Hotels, Gastronomen und Reisebüros nicht hilft, die bisher aufgelaufenen Verluste zu kompensieren.

    Dabei tut Spanien viel, um das Virus in Schach zu halten. Die Gemeinde Orihuela Costa an der Costa Blanca z.B. hat ein Kamerasystem an den Stränden installiert, welches die Körpertemperatur der dort anwesenden Personen misst, ohne dass Fotos von den Badegästen gemacht werden. Die Stadtverwaltung weiß so, welche Strandabschnitte überfüllt sind und kann die Badegäste in weniger frequentierte Abschnitte dirigieren. Der spanische Wasserversorger Hidraqua hatte das System im Rahmen der Smart City Initiative der Gemeinde Orihuela installiert.

    Die Gemeinde Mijas hat verfügt, dass jeder, der auf dem Sendero Litoral wandert, eine Maske tragen muss. Dieser Küstenwanderweg verläuft von Nerja bis Manilva. Die spanische Regierung hat die Gemüse- und Obstbetriebe in den Provinzen Córdoba und Huelva aufgefordert, besonders penibel bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu sein. Das gelte insbesondere für die Unterbringung und den Transport der Saisonarbeiter.

    Reisewarnung für spanische Regionen

    Die deutsche Bundesregierung rät mittlerweile von nicht notwendigen Reisen nach Katalonien und in Teile von Galizien und Aragon ab. Corona-Tests für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten werden an deutschen Flughäfen jetzt verpflichtend. Allerdings zählen die o.g. spanischen Gebiete (noch) nicht zu den Risikogebieten, die eine Verpflichtung, sich testen zu lassen, auslösen. Im belgischen Antwerpen wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und auch in Madrid gibt es jetzt wieder eine verschärfte Maskenpflicht und eine Ausgangssperre ab 1:30 h morgens.

    Die Reaktionen der Spanier auf die jüngsten Hiobsbotschaften fallen gemischt aus. Keine Freunde in der Tourismus-Industrie macht sich Fernando Simn, der Direkter des nationalen spanischen Zentrums für Notfallmedizin. Er meint, dass jetzt weniger Touristen aus Belgien und Großbritannien nach Spanien kommen, senke das Gesundheitsrisiko für Spanien. Die Tourismusverbände fordern den Rücktritt von Fernando Simón.

    Balearen und Kanaren wollen Ausnahmeregelungen

    Die Regionalregierungen der Balearen und der Kanaren bestürmen den britischen Botschafter, für die Inseln eine Ausnahme bezüglich der Quarantäne in Großbritannien zu machen, weil auf den spanischen Inseln das Infektionsrisiko sehr gering sei. Die Spanier fühlen sich bestraft, weil sie häufig testen und damit mehr positive Fälle finden und diese transparent berichten. Dabei sei die Corona-Gefahr in Spanien sehr ungleichmäßig verteilt. Die Regierungen von Andalusien und Valencia haben sich diesem Appell angeschlossen, haben aber wohl keine Chance, dass sich die Briten zu Erleichterungen für Touristen auf dem spanischen Festland erweichen lassen.

    Die spanischen Tourismusverbände befürchten das Schlimmste: Der Sektor verliert dieses Jahr durch die Pandemie 90 Milliarden Euro, im Fall einer zweiten Welle sogar 120 Milliarden. 20 Prozent der Betriebe müssten aufgeben oder seien vermutlich nächstes Jahr nicht mehr in spanischer Hand. 1,5 Millionen Beschäftigte im Tourismus-Sektor würden ihre Arbeit verlieren. Der Tourismus trägt zu je 13% zum spanischen Brutto-Sozialprodukt und den Arbeitsplätzen bei.

    Auf der Plaza de la Marina in Málaga kam es zu einer Spontandemonstration von 50 Teilnehmern gegen die verschärfte Maskenpflicht. Die Protestierer wandten sich auch gegen 5G-Sendemasten und gegen eine Impfpflicht. Die Polizei belegte 32 Teilnehmer mit einem Bußgeld, weil sie keine Masken trugen. Drei Organisatoren des Protestes wurden wegen einer unangemeldeten Demonstration angezeigt. Die Organisatoren hingegen sagen, es handele sich um eine spontane Zusammenkunft, für die keine Anmeldung erforderlich gewesen sei.

    Die andalusische Landesregierung verbietet das Trinken von Alkohol in großen Gruppen in der Öffentlichkeit (botellón). In einer überfüllten Wohnung in einem Mehrfamilienhaus auf den Balearen haben sich alle 10 Bewohner infiziert. Sie mussten zur Quarantäne in ein Heim gebracht werden. Den übrigen Wohnparteien des Hauses wurde von der Gesundheitsbehörde ein Covid19-Test verweigert, sie müssen sich aber gleichwohl in häusliche Quarantäne begeben.

    Easyjet und Jet2 stellen den Flugverkehr nach Spanien vorübergehend ein. TUI fliegt für 3 Tage nicht auf die Balearen oder die Kanaren und bis zum 9. August nicht auf das spanische Festland. Alle drei Gesellschaften betonen aber, dass sie bereits in Spanien befindliche Touristen nach Hause zurückholen werden. Nur Ryanair behält seinen Flugplan für Spanien uneingeschränkt bei, obwohl durch die Quarantäne-Ankündigung der britischen Regierung natürlich auch für Ryanair die Buchungszahlen nach Spanien einbrechen. Die Fluggesellschaft habe noch Barmittel von 3,9 Milliarden Pfund um solche Krisen zu überstehen. Die Kosten konnten um 85% gesenkt werden, was weiterhin niedrige Preise ermögliche. Im letzten Quartal flogen mit Ryanair nur 500.000 Passagiere, im Vergleich zu 42 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz fiel von 2,2 Milliarden Pfund auf 125 Millionen. Statt eines Gewinns von 243 Millionen Pfund, wurde ein Verlust von 185 Millionen eingeflogen.

    Die Banco Santander meldet einen Rekordverlust von 12,6 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2020. Bedingt durch die Pandemie hätten sich die Geschäftsaussichten der Bank verdüstert und eine Sonderabschreibung in Spanien, Großbritannien und Polen auf den Firmenwert nötig gemacht. Der Buchverlust habe keine Auswirkungen auf die Liquidität, das Kreditrisiko oder die Dividendenzahlung der Bank, behauptete die Vorsitzende von Banco Santander Ana Patricia Botín. Der Gewinn aus der normalen Geschäftstätigkeit sei wegen der nötigen erhöhten Risikovorsorge der Bank um 48% auf 1,9 Milliarden Euro eingebrochen. Die Kundenerträge seien stabil geblieben was auf das Ertragswachstum in Lateinamerika, das Investmentbanking, die Vermögensverwaltung und Versicherungstätigkeiten zurückzuführen sei.

    Überraschenderweise konnte das Gebiet um die andalusische Stadt Coín die Auslastung der Touristenquartiere während der Pandemie sogar um 10% steigern. Die Touristen schätzen offenbar die Abgeschiedenheit, weit weg von den Stränden und Party-Meilen.

    Gibraltar nimmt Abstand von geplanten Lockerungen

    Nachdem in Gibraltar die Anzahl der aktiv Infizierten auf 5 angestiegen ist, hat Chief-Minister Fabian Pidardo den für den 15. August geplanten »Unlock of the Rock« kassiert. Es bleibt bei Stufe 6 der Lockerungen. Die Regierung ist vor allem alarmiert über das ansteigende Infektionsgeschehen in den beiden wichtigsten Partnerländern: Spanien und Großbritannien.

    Picardo stellte klar, dass die 14-tägige Quarantäne für nach Großbritannien zurückkehrende Urlauber nicht für Touristen aus Gibraltar gelte. Sollte es allerdings erforderlich sein, dass Flüge wegen schlechten Wetters von Gibraltar nach Málaga umgeleitet würden, dann gelte für die Passagiere die Quarantäne in Großbritannien doch. Mittlerweile wurden 2/3 der Einwohner von Gibraltar mit nur 185 positiven Ergebnissen getestet. Dafür gibt es jetzt eine Warnung vor Tiger-Moskitos, die dieses Jahr besonders häufig auf Gibraltar herumschwirren.


    Update: Stand 25. Juli 2020 – 10 Uhr

    In den letzten drei Wochen ist die Ansteckungsrate in Spanien von 8,76 Fällen pro 100.000 Einwohner auf 27,39 gestiegen. Der prozentuale Anstieg von Neuinfektionen war nur in Israel, Kirgisien, Luxemburg und Montenegro höher. Auch in Deutschland steigen die Fallzahlen durch die Rückkehr von Urlaubern aus Risikogebieten.

    Corona-Infektionen in Spanien steigen wieder

    Derzeit besteht bereits eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die Provinz Lleida in Katalonien und die Stadt Saragossa in Aragon. Ausländer, die dort angetroffen werden oder dieses Gebiet verlassen wollen, wurden von der katalanischen Polizei verwarnt. Wer aus dem Urlaub in einem Risikogebiet zurückkommt, erhält in Deutschland im Fall einer Quarantäne kein Krankengeld, berichten die »Costa del Sol Nachrichten«. Der französische Premierminister Jean Castex rät offiziell von allen nicht notwendigen Reisen nach Spanien ab und prüft, ob die Grenze zu Katalonien geschlossen werden muss. Das wäre fatal für Touristen, die mit dem Auto aus Spanien ausreisen wollen. Bei der Einreise nach Spanien müssen Touristen vorab nur den Fragebogen ausfüllen und werden nur kontrolliert, wenn sie mit dem Flugzeug kommen, nicht bei einer Ankunft mit dem Auto. Norwegen hat ab sofort eine 10-tägige Quarantäne verhängt für alle Personen, die aus Spanien nach Norwegen zurückkehren.

    Nachdem in Córdoba 91 Besucher eines Nachtclubs positiv getestet worden waren, wird die andalusische Regierung am Dienstag eine Entscheidung treffen, ob Nachtclubs wieder geschlossen werden sollen. Die Polizei der Stadt Málaga durchkämmt jetzt die sozialen Plattformen im Internet, ob dort illegale Parties (botellón) angekündigt werden und prüft dann, ob für die Party eine behördliche Erlaubnis und eine Haftpflichtversicherung besteht sowie ob die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. In Málaga zeigten sich Beschäftigte der Hotelkette Ocio schockiert, dass sie zur Arbeit erscheinen mussten, obwohl in ihrem Hotel 23 Corona Neuinfektionen aufgetreten waren. Das spanische Gesundheitsministerium prüft, ob Ocio sich strafbar gemacht hat.

    Die Stadt Totona an der A-7 zwischen Murcia und Lorca ist auf Lockdown Stufe 1 zurück gefallen. Dort waren im Zusammenhang mit einem Nachtclub in Dubai 55 Personen positiv getestet worden. Stufe 1 bedeutet, dass man die Stadt nur aus dringendem Anlass verlassen darf. Man darf auch keine älteren Personen besuchen und Zusammenkünfte von mehr als 10 Personen sind verboten. Läden mit mehr als 400 qm Fläche müssen schließen und kleinere Läden dürfen mit maximal 30% der Kapazität betrieben werden.

    Auf einer Busfahrt von Málaga nach Huelva haben sich 16 Personen einer Radsportgruppe angesteckt. Sie hatten Kontakt mit ca. 400 weiteren Personen, die sich alle in Quarantäne begeben müssen. In den letzten sieben Tagen wurden von der Polizei in der Stadt Málaga 1.376 kostenpflichtige Verwarnungen ausgestellt, weil Leute in der Öffentlichkeit keine Masken trugen.

    In der Stadt Huesca in Aragon weigert sich eine infizierte 4-köpfige Familie, in Quarantäne zu gehen. Die Familie wird jetzt rund um die Uhr von der Polizei überwacht und ein Lieferdienst für Lebensmittel wurde eingerichtet.

    Maskenpflicht auch in Valencia

    Nachdem sich auf einer Party in Gandia 70 Personen infiziert hatten und im Manises Krankenhaus in Valencia 31 neue Corona-Fälle aufgetreten sind, führt auch die Region Valencia (Costa Blanca) jetzt wieder die verschärfte Maskenpflicht ein und folgt damit den Balearen, Aragon, Murcia und Andalusien. Auf den Balearen führt das zu ganz unerwarteten Folgen: Es gab einen Ansturm auf die Gesundheitszentren um sich von der Pflicht, eine Maske zu tragen, befreien zu lassen. Daraufhin haben die Gesundheitsbehörden ein Formular bereitgestellt, das man sich aus dem Internet herunterladen kann. Mit dem Formular kann jedermann sich selbst bescheinigen, dass er aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann. Wenn man bei einer Polizeikontrolle dieses Formular vorweist, muss das Bußgeld von 100 Euro nicht bezahlt werden. Natürlich werden die Menschen gebeten, das Formular »verantwortungsvoll« zu benutzen. Falls dir das spanisch vorkommt, kannst du dir hier das Formular downloaden.

    Offenbar haben viele Touristen, insbesondere aus den deutschsprachigen Ländern noch nichts von dem Formular gehört. Denn derzeit treffen so viele Absagen gebuchter Reisen bei den Hotels auf den Balearen ein, dass viele Hotels ab nächsten Monat geschlossen werden, weil sich der Betrieb bei einer Auslastung von 40 bis 45% einfach nicht rechnet. Damit überhaupt Buchungen hereinkommen, hatten die Hotels kurzfristige Stornierungen ermöglicht, wobei dann die Pflicht zur Bezahlung entfällt. Zusätzlich warten viele Hoteliers immer noch darauf, dass Reiseveranstalter ihnen die Kosten erstatten, die im März für Buchungen entstanden waren, die wegen Corona storniert wurden. In Cottbus wurde eine vierköpfige Familie nach ihrer Rückkehr von einem Mallorca-Urlaub positiv auf Covid-19 getestet und wurde in Quarantäne geschickt. Verstörend an dem Fall ist, dass keiner der vier Rückkehrer Symptome aufwies oder von seiner Infektion wusste, und die erfolgte Ansteckung erst dadurch heraus kam, dass der Arbeitgeber des Mannes einen Test veranlasste.

    Die Konsumentengruppe Which? hat der britischen zivilen Luftfahrtbehörde 18.000 Fälle übergeben, in denen die Geschädigten darauf warten, dass ihnen die Fluggesellschaften die Tickets für Flugreisen erstatten, die wegen Corona ausgefallen sind. Nach den EU-Fluggastregeln hätten die Fälle innerhalb von sieben Tagen reguliert werden müssen. 44% der Reklamationen betreffen Ryanair. Ihre Kunden verbrachten im Schnitt 5 Stunden um bei der Fluglinie überhaupt jemanden zu erreichen. Kunden von TUI und Ethihad verbrachten sogar 10 Stunden in der Warteschleife. Die gesamte Luftfahrtindustrie schätzt, dass Rückzahlungsansprüche über 7,7 Milliarden Euro noch nicht bearbeitet sind.

    Unterdessen geht der Streik des medizinischen Personals in den Krankenhäusern von Madrid (Medico Interno Residentes) weiter. Die Streiks begannen am 17. Juli, nachdem Verhandlungen mit der Stadtverwaltung Madrid über bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gescheitert waren. Die Madrider Bevölkerung applaudiert den Streikenden.

    Spanische Scheidungsanwälte sprechen seit Beginn der Corona-Krise von gesteigerten Anfragen neuer Klienten für einen Schidungstermin, darunter viele Briten, weil Scheidungen in Spanien billiger sind als in Großbritannien, nämlich ca. 1.700 Euro pro Fall. Die ganze Prozedur dauert meist weniger als sechs Monate, der eigentliche Scheidungstermin vor Gericht dauert fünf Minuten. Die Anwälte arbeiten vorher eine Scheidungsvereinbarung aus, in der das ganze Vermögen des Paares aufgeführt wird und das beide Ehepartner unterschreiben. In Spanien werden ca. 53% aller Ehen irgendwann geschieden.

    In Andalusien können sich Personen, die Pensionäre oder älter als 65 Jahre sind, kostenlos in der Apotheke drei Masken abholen. Sie müssen dazu nur ihre Gesundheitskarte vorweisen. Ob das auch für ältere EU Ausländer gilt, ist nicht bekannt. Damit keine Rudelbildung entsteht, hat das andalusische Gesundheitsministerium folgenden Ausgabeplan veröffentlicht:

    Am 22. Juli alle über 80-jährigen, am 23. Juli alle über 70-jährigen, am 24. Juli alle über 65-jährigen, am 25. Juli alle Pensionäre unter 65, ab dem 27.Juli alle, die zu den genannten Terminen verhindert waren.

    Nachdem der EU-Gipfel das 750 Milliarden Corona Hilfspaket abgesegnet hat, freut sich Spanien auf 140 Milliarden, davon 73 Milliarden als Geschenk. Dennoch gehen Tourismusexperten davon aus, dass dieses Jahr 65.000 Bars und Restaurants in Spanien für immer schließen werden. Schon jetzt ist es so, dass viele gar nicht öffnen, weil es sich nicht lohnt. Im gesamten Tourismussektor wird ein Verlust von 67 Milliarden Euro erwartet. Da das Geld der EU hauptsächlich in Zukunftstechnologien fließen soll, wird für die Abtragung des 67 Milliarden Euro Defizits im Tourismus wenig übrig sein.

    Die britische Regierungsorganisation YouGov ermittelte bei einer Befragung von 1.000 Personen in ganz Europa, dass sich 61% der Spanier wünschen, den Briten sollte die Einreise nach Spanien verboten werden. Eine Nachbefragung in Spanien durch die in Gibraltar erscheinende »Olive-Press« ergab, dass die überwältigende Mehrheit der Spanier britische Touristen willkommen heißen – solange sich diese an die Regeln der Anti-Corona-Maßnahmen halten. Allerdings stornieren viele Briten ihre Urlaubsreise nach Spanien, seit dort die Nichtbenutzung der Masken wieder stärker sanktioniert wird.

    Während Gibraltar dem »Unlock of the Rock« am 15. August entgegen fiebert, kann sich die Hundepatrouille der Umweltbehörde wieder ihren »eigentlichen« Aufgaben zuwenden. So wurden ca. 200 Hunde dabei erwischt, dass sie etwas auf dem Gehsteig zurückließen, was dort nicht hingehört. Die Stuhlproben wurden an ein Labor in Deutschland versandt, um dort eine DNA Untersuchung durchzuführen. Wer so ehrlich (oder so dumm) war, sein Tier offiziell in Gibraltar anzumelden, der bekam eine saftige Rechnung über 350 britische Pfund, wenn der DNA-Vergleich positiv ausfiel. Daher konnten nur 24 Verwarnungen tatsächlich eingetrieben werden.

    Allerdings warnt Chefminister Picardo bereits vor einer zweiten Corona-Welle, weil sich gerade wieder vier Personen auf Gibraltar mit Covid-19 angesteckt haben. Mitte August findet auf Gibraltar ein Hackathon mit 200 Teilnehmern aus aller Welt statt. Es geht um neue Open Source Lösungen mit Blockchain Technologie, die der Menschheit helfen könnten, besser mit der Corona-Pandemie fertig zu werden. Tourismus-Minister Daryanani will mit einer aufwendigen »Britishness« Kampagne den Tourismus auf Gibraltar wieder beleben. Über spanische Radio- und TV-Spots aber auch in den sozialen Medien sollen die Besonderheiten eines Besuchs auf dem Felsen herausgestellt werden. Gibraltar hatte vor Corona stark von den Kreuzfahrttouristen profitiert und auch der 80 Millionen Euro teure Flughafen ist bei weitem nicht ausgelastet.


    Update: Stand 18. Juli 2020 – 18 Uhr

    Die Gefahr, dass Spanien eine zweite Corona-Welle erleben könnte, steigt jede Woche. Katalonien sowie Teile von Aragon und Galizien sind bereits in die Stufe 2 des Lockdowns zurückgefallen, während auf den Balearen, in Murcia und in Andalusien wieder eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gilt. Diese droht auch an der Costa Blanca. Wer keine Maske trägt, muss 100 Euro Verwarngeld zahlen.

    Der andalusische Gesundheitsminister Jesus Aguirre stellte klar, dass die Masken auch während eines Spaziergangs am Strand getragen werden müssen. Die Maskenpflicht entfällt, solange sich eine Familie auf dem Strand unter einem Sonnenschirm versammelt. Einige Briten schrieben auf Facebook über die erneute Maskenpflicht, Spanien sei ein faschistisches Land. Am meisten regen sich dabei ältere Briten auf.

    Spanien zählt mittlerweile über 100 regionale Corona-Hotspots, welche die Gesundheitsbehörden durch Nachverfolgung der Ansteckungsketten nur mühsam unter Kontrolle halten. Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa berichtet, dass 40% der Neuinfektionen von privaten Familienzusammenkünften herrühren. Weitere Ansteckungsherde sind Fleischfabriken, Obstplantagen und soziale Einrichtungen, hingegen kaum öffentliche Feste, Kneipen- oder Strandbesuche.

    Spanien kämpft gegen Partytourismus

    Seit die Briten bei ihrer Rückkehr nach Großbritannien keine Quarantäne befürchten müssen, steigt die Einreise britischer Touristen nach Spanien stark an. Und die wieder zahlreichen Kondensstreifen am deutschen Himmel künden von der ebenfalls erwachten Reiselust der Deutschen. Um kein zweites Ischgl entstehen zu lassen, hat die Regierung der Balearen die bekanntesten mallorquinischen Partymeilen in Palma und Magaluf sowie Teile von Santa Antoni auf Ibiza für zwei Monate geschlossen. Die Maßnahme hat ein geteiltes Echo hervorgerufen. Die von der Schließung betroffenen Barbesitzer sind entrüstet, weil sie bereits die letzten drei Monate nicht öffnen durften und keine Einnahmen erzielen.

    Die Tourismusindustrie behauptet, dass viele junge Europäer ihre geplante Mallorcareise nun stornieren oder auf Ziele auf dem spanischen Festland umbuchen werden. Auch wird befürchtet, dass die unbelehrbaren Partygänger ihre Aktivitäten nun noch mehr als bisher in private Fincas oder abgelegene Industriegebiete verlagern und sich dort aus mitgebrachten Alkoholika voll laufen lassen.

    Einige argwöhnen, dass diejenigen, die schon immer den billigen Sauftourismus aus Mallorca zugunsten eines ‚gehobenen’ Tourismus vertreiben wollten, durch Corona nun eine gute Gelegenheit sehen, den Wunsch endlich umzusetzen. Die Mehrheit der »braven« Touristen befürchtet, dass sie beim Rückflug mit infizierten Patygängern auf engem Raum zusammen sitzen oder bei der Ankunft in Deutschland in Quarantäne gehen müssen.

    Die Lust auf Party lässt sich auch in andren spanischen Tourismus-Metropolen kaum im Zaum halten. Der bekannte Nachtclub Valerie in Marbella wurde am Dienstagmorgen um 3:30 von der Ortspolizei gestürmt, weil dort mehr als die erlaubten 350 Gäste an einem Konzert des Sängers Soolking teilgenommen hatten, natürlich ohne Masken und Abstand. Die Besitzerin des Clubs hatte die Polizei gerufen, weil immer mehr junge Gäste ohne zu bezahlen durch die Notausgänge in das Konzert geströmt waren. Der Nachtclub bietet in normalen Zeiten Platz für 900 Gäste.

    Der Aufstieg des FC Cádiz in die erste spanische Fußball-Liga hat zu einem Massenauflauf von Fans vor dem Stadion in Cádiz geführt. Die Polizei musste machtlos zusehen, wie sich Tausende ohne Masken und Abstand in den Armen lagen.

    An der Costa Blanca musste der Strand Pilar de la Horadada von der Polizei wegen Überfüllung abgesperrt werden. Die Polizei warnte auch eindringlich davor, Getränke und Obst von nicht lizenzierten mobilen Händlern am Strand zu kaufen.

    Wie es einem ergeht, wenn man mit Verdacht auf Covid-19 auf einem spanischen Flughafen landet, hat ein Resident der Provinz Alicante aus Kolumbien erfahren, der mit Eurowings von Düsseldorf nach Spanien geflogen war. Nach der Ankunft auf dem Flughafen Alicante war bei dem Mann Fieber von mehr als 37,5° gemessen worden. Daher wurde er ins Krankenhaus geschickt um dort einen Covid19-Test machen zu lassen. Der Mann wurde ausgefragt, mit welchen Menschen er in den letzten 14 Tagen in Kontakt war.

    Aber auch in wichtigen Herkunftsländern der Touristen steigen offenbar die Neuansteckungen wieder, so dass viele Spanier Angst haben, das Virus werde durch die Touristen erneut nach Spanien eingeschleppt. Daneben geht es mit der Brüsseler Konferenz über die gemeinsamen Corona-Hilfen der EU nicht voran. Vor allem der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez drückt aufs Tempo, denn Spanien hat kaum noch Reserven und hofft vor allem auf den nicht rückzahlbaren Anteil der EU-Hilfe.

    Die Menschen an den Stränden, sollten nicht nur auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten, sondern auch auf die roten Flaggen, die signalisieren, wenn das Baden wegen rauer See zu gefährlich ist. Mehrere Menschen sind diesen Sommer bereits ertrunken, weil sie die rote Flagge ignoriert hatten.

    Eine weitere Todesart, die vor allem Briten betrifft, ist der Sturz aus großer Höhe von spanischen Hotelbalkonen. Das jüngste Opfer ist der Brite Antony Holms, der am Samstag Morgen um 2 Uhr von einem Balkon im 7.Stock des Don Pepe Hotels in Marbella fiel und dabei direkt auf den Spanier Antonio González aufprallte, der ebenfalls sofort verstarb. Beide Männer hinterlassen Witwen und Waisen.

    Die Regierung von Aragon hat in Abstimmung mit der Firma Secapiel die Tötung von 92.000 Nerzen angeordnet, nachdem 7 Arbeiter auf einer Nerzfarm nahe der Stadt Teruel positiv auf Covid-19 getestet worden waren und sich 86% der getesteten Nerze ebenfalls als infiziert herausstellten. Als wahrscheinlich gilt, dass die Nerze sich bei einem Bekannten eines der Arbeiter angesteckt haben. Unklar ist, ob die Nerze auch Menschen anstecken können. Die Tötungsaktion wird durch die aragonesische Behörde für Landwirtschaft, Viehzucht und Umwelt durchgeführt, die dabei von der staatlichen Firma SARGA ( Sociedad Aragonesa de Gestion Agroambiental) unterstützt wird. Die Besitzer der Nerzfarm werden entschädigt.

    Auf der Plaza de la Armería im Königspalast in Madrid zelebrierte König Felipe VI am Donnerstag die nationale Ehrenfeier in Erinnerung an die 28.000 Toten, die Spanien bisher durch die Pandemie zu beklagen hatte. Die 400 geladenen Gäste hielten die Abstandsregeln ein, unter ihnen auch Vertreter des EU-Parlaments, der NATO, der WHO sowie der katalanische Ministerpräsident Quim Torra, der die Notwendigkeit der kollektiven Trauer hervorhob.

    Während die Arbeitslosigkeit in der spanischen Automobilindustrie steigt und das Honda Werk in Saragossa sogar geschlossen wird, hat die spanische VW-Tochter SEAT angekündigt, 5 Milliarden Euro in ihr Werk Matorell in Barcelona zu investieren um in Spanien Elektro-Autos zu entwickeln und zu produzieren. 2021 sollen neben dem bereits vorhandenen elektrischen SEAT Mii sechs neue Elektro-Modelle an den Start gehen. Die Ankündigung des SEAT Vorstandsvorsitzenden Carsten Isensee ist an die Bedingung geknüpft, dass die spanische Regierung genügend grünen Strom und Ladestationen bereitstellt. Dieser Plan könnte mit den avisierten Milliarden für Spanien aus Brüssel aufgehen. SEAT hatte im 2.Quartal 2020 einen Rekordverlust von 48 Millionen Euro eingefahren.

    Andalusien möchte nach der Corona-Krise eine Milliarde Euro zur Reduzierung und zum Recycling von Müll sowie für erneuerbare Energien und für den Kampf gegen die Dürre ausgeben. Damit sollen 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

    Am 15. Juli erreicht Gibraltar Stufe 6 seines Lockerungsplans. Masken sind nun nicht mehr obligatorisch, sondern optional. Im Rahmen des »Golden Time«-- Programms wird Senioren über 70 nun die Möglichkeit geboten, jeden Montag und Dienstag morgens zwei Stunden ungestört im »Europa Pool« in Gibraltar zu schwimmen und unter sich zu sein, solange es nicht mehr als 12 Personen sind.

    »Unlock the Rock« soll ab 1. August gelten. Dann dürfen auch wieder Sportteams gegeneinander antreten. Die »MASA-UK Art Gallery« aus Manchester veranstaltet in Gibraltar die »Art against Covid19« Ausstellung. Sie dauert bis 25. Juli und soll ein Gefühl vermitteln, wie der Virus uns alle bewegt und verändert.


    Update: Stand 13. Juli 2020 – 17 Uhr

    In Andalusien gibt es seit dem Ende des Lockdowns 289 neu Infizierte. Der größte Ausbruch ereignete sich mit 109 Fällen im Rot-Kreuz-Zentrum in Málaga. In Cádiz gab es 26 Neuinfektionen, in Granada und Lepe je zehn. Derzeit liegen 46 Corona-Patienten in andalusischen Krankenhäusern. Seit Beginn der Pandemie gab es in Andalusien 18.163 bestätigte Infizierte. Innerhalb der letzten 24 Stunden kamen 36 neue Infektionen hinzu und haben 46 Infizierte ihre Krankheit überwunden. Die andalusische Regierung wird heute entscheiden, ob ab nächster Woche in Andalusien wieder die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit eingeführt wird. Der andalusische Präsident Juanma Moreno sagte, in einigen Küstenorten gebe es eine Tourismus-Aversion, weil viele Touristen keine Masken trügen.

    In der Stadt Tudela in Navarra wurden 23 Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft positiv auf Covid-19 getestet.

    Spanien weit entfernt von Herdenimmunität

    Eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie mit 61.000 Personen hat ergeben, dass Spanien von Herdenimmunität weit entfernt ist. Nur 5 Prozent der Bevölkerung, also ca. 2,3 Millionen Spanier, haben bis jetzt Antikörper gebildet. In Zentral-Spanien sind es 11 bis 15%, auf den Inseln und an den Küsten 1,5 bis 3% mit Ausnahme der westlichen Costa del Sol mit 4,4% und Barcelona mit 7,1%. Die Mortalität liegt zwischen 3,1% im Rioja und 0,5% in Andalusien. Ohne Lockdown und Hygienemaßnahmen würden in Spanien 300.000 Corona Tote zu beklagen sein, bis 60% der Bevölkerung Antikörper gebildet haben.

    Spanien war schlecht auf die Pandemie vorbereitet. Die Regierung hat zu spät reagiert. Am Gesundheitswesen wurde zu viel gespart. In Spanien kommen auf 1.000 Einwohner 5,3 Beschäftigte im Gesundheitswesen. Der EU-Durchschnitt beträgt 8.

    Die Belegung der Hotels an den Küsten ist immer noch sehr schlecht, weil viele Ausländer einen Urlaub in Spanien scheuen. Am schlechtesten ist die Auslastung der Hotels mit 23% in Torremolinos, am besten mit 44% in Estepona.

    Während viele Spanier in der Corona-Krise wirtschaftliche Existenznöte plagen, haben die Reichen und Schönen andere Sorgen. Die deutsche Unternehmerin Prinzessin Corinna zu Sayn Wittgenstein, geborene Larsen, gab vor der Genfer Staatsanwaltschaft zu Protokoll, sie habe als Geliebte des ehemaligen spanischen Königs Juan Carlos I aus Dankbarkeit und Liebe 64,5 Millionen Euro geschenkt bekommen. Die Befragung geschah im Auftrag der spanischen Justiz, die gegen den Ex-König wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche ermittelt. Ihm drohen fünf Jahre Gefängnis. Die Staatsanwälte interessierten sich auch für den Verbleib von 1,5 Millionen Euro, die Corinna Larsen 2011 geschenkt bekam, um sich davon eine Villa in London zu kaufen. Apolonia Associates, die Firma von Frau Larsen, ist im Zusammenhang mit Offshore-Modellen zur Steuervermeidung in den Paradise Papers aufgeführt. Da kamen der Staatsanwaltschaft Zweifel an »Dankbarkeit und Liebe«. Der König hatte vorgehabt, sich von Königin Sofia scheiden zu lassen und Corinna zu heiraten. Seine Kinder hatten ihn aber 2014 davon abgeraten und zur Abdankung gedrängt.

    Maskenpflicht und überfüllte Strände

    Bereits am ersten Ferienwochenende mussten in Andalusien 55 Strände wegen Überfüllung geschlossen werden, erklärte der andalusische Innenminister Elias Bendodo. Anders als an der Costa Blanca, gibt es an der Costa del Sol noch kein Reservierungssystem für die Benutzung der Strände. Es kam zu 26.000 Beanstandungen wegen Verletzung der Hygiene- und Abstandsregeln. Der Minister appellierte an die Einheimischen und die ausländischen Touristen, die Regeln ernst zu nehmen um eine zweite Corona-Welle zu verhindern. Auf Mallorca musste die Polizei mehrere Clubs wegen Überfüllung schließen und private Hauspartys mit bis zu 200 Gästen auflösen, bei denen weder Mundschutz getragen noch die Abstände eingehalten wurden. Es kam zu spontanen Demonstrationen von Einheimischen und ausländischen Residenten gegen die Wiedereinführung der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ab Montag ( mit Ausnahme an den Stränden und in Swimmingpools). Bei 35 Grad wird die Maskenpflicht als überzogen empfunden und würde die Touristen von der Insel vertrieben.

    Corona führt nicht nur zu Einschränkungen des Urlaubserlebnisses, sondern es wird diesen Sommer auch mit einer besonders schlimmen Mückenplage gerechnet. Wegen Corona waren viele Gärten nicht gepflegt worden. In Pfützen in schlecht zugänglichen Ecken, aber auch in Untersetzern von Blumentöpfen konnten sich die Mückenlarven ungestört entwickeln. Dazu kommt die extreme Hitze in Andalusien mit derzeit bis zu 45 Grad.

    Touristen, die aus Großbritannien nach Spanien in den Urlaub geflogen sind, berichten Unterschiedliches über die Verhältnisse an Bord der Flugzeuge. Auf einem Ryanair Flug am 4. Juli von Luton nach Málaga trugen die meisten Passagiere Masken. Wer darauf verzichtete, wurde nicht angehalten, die Maske aufzusetzen. Das Flugzeug war zu 90% gefüllt, wobei auch die mittleren Sitzreihen belegt waren. Auf einem weiteren Ryanair Flug am gleichen Tag von Mittelengland nach Málaga waren hingegen alle mittleren Sitze unbesetzt. Übereinstimmend lobten die britischen Touristen, dass die Spanier die Anti-Corona Maßnahmen viel konsequenter handhabten als sie das von zuhause in Großbritannien kannten. Auch habe sich das Preisniveau in Spanien nicht erhöht im Vergleich zu den Zeiten vor Corona, und sei insgesamt viel niedriger als in Großbritannien.

    Aber nicht jeder will dort bleiben. In Cartagena seilte sich ein algerischer Covid-19-Patient, der über das Mittelmeer nach Spanien geflohen war, mit einem Seil aus verknoteten Bettlaken aus dem 4. Stock des Santa Lucia Krankenhauses ab und wurde nach 17 Stunden von der Polizei wieder eingefangen.

    In Gibraltar kann sich jetzt jeder auf Corona testen lassen, der mindestens 16 Jahre alt und in Gibraltar krankenversichert ist. Das Ergebnis liegt nach 12 Stunden vor. Der Test ist kostenlos, lediglich für die Ausstellung einer Gesundheitsbescheinigung – z.B. für eine Auslandsreise – wird eine Gebühr erhoben. Mittlerweile wurde die Hälfte der Bevölkerung getestet. Wer sich ohne Symptome testen lassen will, ruft die 20041818 an, mit Symptomen die 111.


    Update: Stand 06. Juli 2020 – 11 Uhr

    In der katalanischen Provinz Lleida wurden am 4.Juli die 209.000 Einwohner wieder in den Lockdown geschickt. Nicht-Residenten hatten bis 16 Uhr Zeit, die Provinz zu verlassen. Im Arnau Krankenhaus von Vilanova de Lerida hatte sich innerhalb von zehn Tagen die Zahl der Covid-19-Patienten verdreifacht. In Lleida war von Mittwoch auf Donnerstag die Zahl der Neuinfektionen um 128 gestiegen, von Donnerstag auf Freitag um weitere 60. Infektionsschwerpunkte waren vier Obstplantagen, ein Futtermittel-Betrieb, ein Obdachlosenheim und ein Altenheim. Hunderte Polizisten des katalanischen Mossos wurden in die Provinz Lleida verlegt, um den Lockdown durchzusetzen.

    Für die kleine Hafenstadt Burela im Kreis Lugo in Galizien wurde ein Lockdown angeordnet, nachdem sich – ausgehend von drei Bars – 108 Personen mit Covid-19 angesteckt haben. Der Lockdown soll so rechtzeitig beendet werden, dass die Menschen an den galizischen Wahlen teilnehmen können, die nächsten Sonntag stattfinden. Es ist bemerkenswert, dass das Coronavirus sich jetzt an spanische Wahltermine hält!

    Insgesamt gibt es in Spanien ca. 20 nennenswerte lokale Infektionsherde, die bisher von den zuständigen Behörden eingedämmt und nachverfolgt werden können. Wie in anderen Weltgegenden auch, sind in Spanien vor allem Ärmere, Migranten und Ältere betroffen. Während der Koalitionspartner Podemos auf die Legalisierung des Aufenthalts der 390.000 bis 470.000 illegal in Spanien lebenden Migranten drängt, darunter 80% aus Lateinamerika, verweigert sich Innenminister Grande-Marlaska von der PSOE diesem Ansinnen. Anders als in vielen Nachbarländern hätten in Spanien auch die Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis Zugang zum Gesundheitswesen.

    Die andalusischen Gesundheitsbehörden berichten, dass 90 Prozent der Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, keine Krankheitssymptome aufweisen, jedoch für andere Menschen hoch ansteckend sind Daher sei es weiterhin wichtig, die Distanz- und Hygieneregeln einzuhalten.

    Neue Regeln für Spanien-Urlauber

    Die spanische Regierung hat Regeln veröffentlicht für die Einreise ausländischer Touristen. Jeder Tourist muss vor Reisebeginn einen Online Fragebogen ausfüllen. Wer dort ankreuzt, dass er in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem Infizierten hatte oder unter Husten, Fieber oder Atemnot leidet, wird von der Einreise nach Spanien ausgeschlossen. Außerdem wird gefragt, welche Länder man kürzlich besucht oder ob man ein Krankenhaus aufgesucht hat. Des Weiteren müssen die Antragsteller bestätigen, dass sie sich im Fall einer Infizierung in Spanien in Selbst-Quarantäne begeben werden und die spanischen Gesundheitsbehörden informieren, falls bei ihnen innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise Covid-19-Symptome auftreten.

    Die Antragsteller erhalten einen QR-Code, den sie in Spanien an allen Checkpoints vorweisen müssen. Wenn dort bei jemandem Symptome festgestellt werden, wird der Test wiederholt. Bei positivem Befund wird der Tourist in ein Krankenhaus eingewiesen. Bei der Einreise wird Fieber gemessen und Personen, die eine Körpertemperatur von mehr als 37,5 Grad Celsius aufweisen, werden zur eingehenden medizinischen Untersuchung geschickt.

    Der Juni ist normalerweise der Monat, in dem die Arbeitslosenzahlen stark zurückgehen. Im Juni 2020 ist die Arbeitslosigkeit in Spanien jedoch um 5.107 Personen angewachsen. Im Mai verloren 26.573 Menschen ihre Arbeit, im April 283.000 und im März 302.000. Zusätzlich haben 3,7 Millionen Personen vom Kurzarbeitergeld ERTE profitiert. Von ihnen sind seither 1,6 Millionen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Den stärksten Rückgang der Kurzarbeit gab es im Dienstleistungssektor, im Baugewerbe und in der Industrie. Das Kurzarbeitergeld kann noch bis September bezogen werden.

    Die Aussagen über das Corona-Risiko von Rauchern ist widersprüchlich. Das spanische Gesundheitsministerium behauptet, die Lunge von Rauchern sei anfälliger gegen das Virus, die Raucher würden beim Rauchen relaxen und die Hygiene- und Abstandsregeln vernachlässigen und das gleichzeitige Hantieren mit Zigarette und Maske erhöhe das Risiko einer Infektion. Eine Studie der Universität von Castilla-La Mancha kommt hingegen zu dem Schluss, dass Nikotin helfen könne, einen schweren Verkauf der Covid-19-Krankheit zu vermeiden. Nikotin könne den gefürchteten Cytokin Sturm in den Lungen dämpfen, also die Überreaktion des Immunsystems auf den Virus. Studien aus Israel, Großbritannien, Griechenland und den USA unterstützen diese These.

    Pläne für den Schulunterricht in Spanien

    Javier Imbroda, der andalusische Minister für Bildung und Sport, stellt für das kommende Schuljahr 6.300 neue Lehrer ein, damit Klassen, die mehr als 20 Schüler haben, geteilt werden können. Angestrebt werden 15 Schüler pro Klasse. 152 technische Assistenten sowie 1.600 Reinigungskräfte sollen die Lehrer unterstützen. Jede Schule erhält einen Covid-Koordinator, der für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und für das Reporting gegenüber dem Ministerium zuständig ist. Für die Corona geeigneten Bildungsmaßnahmen werden 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, darunter 25 Millionen für bauliche Veränderungen. Wo der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann, müssen Lehrer und Schüler Masken tragen. Das gilt nicht für Schüler, die jünger als 10 Jahre sind.

    Zusätzlich gilt in ganz Spanien, dass die Fenster der Klassenzimmer so lange wie möglich offen bleiben sollen. Nach jedem Unterricht sollen die Klassenräume durchgelüftet und einmal am Tag desinfiziert werden. Toiletten müssen drei Mal täglich gereinigt werden. Die Lehrer sollen jeden verfügbaren Platz nutzen um die Klassen klein zu halten, also auch auf Bibliotheken, Cafeterias und Turnhallen ausweichen.

    Hotels und Restaurants werben um Kunden

    Tausende Hotels und Restaurants haben wieder geöffnet um die ausländischen Touristen zu empfangen und lassen sich dabei allerhand einfallen. Die Parador Hotelkette wirbt mit drei Übernachtungen zum Preis von zwei. Die Mitglieder des Bonvoy Kunden-Clubs der Marriott Hotelkette erhalten 25% Rabatt, während Kinder bis zu 12 Jahren bei Iberostar kostenlos beherbergt werden. Sogar das 5-Sterne Padierna-Hotel an der Grenze zwischen Benahavís und Estepona bietet für mehr als drei Übernachtungen 25% Nachlass. Allerdings ist das für die betuchten Kunden dieses Hotels vermutlich kein besonderer Anreiz.

    Es gibt aber auch Bestrebungen, die Verluste aus den letzten drei Monaten durch sonderbare Extra-Gebühren wieder aufzuholen. Eine Bar auf Teneriffa verlangt z.B. pro Tisch eine »servicio Covid« von einem Euro. Die Gebühr wird mit den Zusatzkosten durch Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken gerechtfertigt. In einer anderen Bar kostet ein Glas Bier jetzt 5 Euro. Es gibt aber auch gegenteilige Beispiele. Viele Restaurantbesitzer auf den Balearen sind froh, endlich wieder ihre ausländischen Gäste begrüßen zu dürfen und überraschen diese mit einem Nachlass von 50% auf die Menü- und Getränkepreise. Sie hoffen mit dieser freundlichen Geste, dass ihre Gäste bald wieder kommen.

    Eine Bar in Marbella verlangt von den Gästen, dass sie die Kamera ihres Smartphones abkleben, damit keine Fotos von Gästen gemacht werden können, die verbotenerweise in der Bar tanzen. Offiziell werden dort nur Getränke und Snacks angeboten.

    Eine Familie aus Valencia hat vergeblich versucht, in einem von acht Restaurants an der Küste von Denia einen Tisch zu ergattern. Der Regionalpräsident Ximo Puig will nun die Mindestabstände in Restaurants von 2 Metern auf 1,50 Meter reduzieren. Das wird nichts daran ändern, dass einige Touristen-Hotspots bald wieder überlaufen sein werden. Man darf gespannt sein, ob dann Touristen tatsächlich abgewiesen werden oder ob man stillschweigend die Hygieneregeln außer Kraft setzt und hofft, dass nichts passiert.

    Am Strand von Casares ist die Verweildauer auf vier Stunden pro Tag begrenzt. An den 26 Stränden Marbellas kann man Besuchszeiten mit der kostenlosen Playasapp online reservieren. Auch zweimal am Tag ist möglich, solange die Gesamtkapazität von 85.000 Strandbesuchern nicht überschritten ist. Marbella hat 150 Personen zur Überwachung der Strände und 40 Rettungskräfte engagiert. In Benidorm sind Strandabschnitte für bestimmte Gästegruppen reserviert, z.B. nur für Senioren.

    Während des Lockdowns hat die Abteilung Telematik-Delikte der Guardia Civil einen Anstieg pädophiler Übergriffe von 100 pro Tag auf 600 pro Tag registriert. Dies sei verursacht durch die lange Verweildauer der Kinder zuhause wegen des Lockdowns.

    23 Polizisten mussten sich Ende Juni in Murcia in Selbstquarantäne begeben, nachdem am La Carolina Strand in Águilas ein Boot mit zehn Flüchtlingen aus Nordafrika angelandet war. Ein algerischer Flüchtling war positiv auf Covid-19 getestet worden.

    Ryanair hat versprochen, bis Ende Juli 90% der Tickets der wegen Corona ausgefallenen Flüge zu erstatten. Bisher wurden alle Erstattungen für ausgefallene Flüge im März bezahlt sowie 50% der Fälle aus dem April. Ryanair macht unautorisierte Reisebüros für die Verzögerungen verantwortlich, welche die Adress- und Kreditkartendaten der betroffenen Kunden nicht herausrücken und somit eine direkte Rückzahlung blockierten.

    Gibraltar will Wirtschaft ankurbeln

    Zur Behebung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch die Pandemie entstanden sind, wird seit dem 2. Juli eine Gebühr von 10 Cent fällig für jedes Produkt, das von Privatpersonen nach Gibraltar eingeführt wird. Ausgenommen sind Lebensmittel. Jeder, der die Grenze nach Gibraltar übertritt, soll unaufgefordert die im Ausland gekauften Waren bei den Zollbeamten Ihrer Majestät anmelden, erklärte Ministerpräsident Fabian Picardo. Dies sei nötig zur Stärkung des Programms »Buy local«.

    Insbesondere der Einkaufstourismus nach Gibraltar sei seit Beginn der Pandemie deutlich zurückgegangen. Das Parken in Gibraltar ist jetzt für drei Stunden frei, damit die Kunden in Ruhe in Gibraltar etwas essen und trinken und ihre Einkäufe erledigen können.

    Auf Güter, welche Firmen nach Gibraltar einführen, werden von Juli bis September keine Zölle und Gebühren erhoben. Von den lokalen Firmen wird erwartet, dass sie diese Steuererleichterungen an die Käufer weitergeben um den Handel innerhalb Gibraltars zu beleben. Importzölle auf Autos waren seit Beginn der Pandemie ausgesetzt und werden erst wieder ab August erhoben. Gibraltar war vor der Coronakrise ein Shopping-Paradies für Touristen, obwohl die Preise für viele Waren dort auch nicht niedriger waren als in Spanien. Aber die meisten Touristen glauben das nicht, weil an den Schaufenstern in Gibraltar ein Zettel klebt, dass Touristen hier Zoll- und Mehrwertsteuer frei einkaufen können.


    Update: Stand 30. Juni 2020 – 11 Uhr

    Nach Einschätzung des IMF (International Monetary Fund) ist Spanien unter den entwickelten Ländern dasjenige, welches wirtschaftlich am schwersten von der Pandemie getroffene wurde. Vorhergesagt wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 13 %. Das ist der stärkste Einbruch seit dem Spanischen Bürgerkrieg. Damals betrug das Minus 27%. Alleine im März ist das spanische Haushaltsdefizit um 22,5 Milliarden Euro angewachsen. Für die Eurozone sagt der IMF einen Einbruch von 10%, für die Weltwirtschaft von 5% voraus. Allerdings ist die Vorhersage mit großen Unsicherheiten behaftet, da niemand voraussehen kann, wie sich die Infektionen im zweiten Halbjahr entwickeln.

    Kaum Corona-Hilfen für Selbständige

    Die spanischen Solo-Selbständigen beklagen, dass von den 200 Millionen Euros, welche die Regierung zu ihrer Unterstützung während der Pandemie bereitgestellt hat, kaum etwas bei ihnen ankommt. Dabei muss man zwei Gruppen der Solo-Selbständigen unterscheiden:

    • Selbständige, die in der Sozialversicherung in der Abteilung für ganzjährig beschäftigte Selbständige versichert sind. Diese haben Anspruch auf eine Art Kurzarbeitergeld RETA.
    • Selbständige, die unstet beschäftigt sind, keinem Schutz der Sozialversicherung unterliegen und die vielfach dieses Jahr noch gar keine Aufträge hatten. Diese Personen würden die Corona bedingte Unterstützung besonders dringend benötigen.

    Daher haben sie Mitte Mai die Partei APE gegründet (Autonomos, Pymes y Empremedores). Die neue Partei hat bereits 185.000 Mitglieder, ist weder links noch rechts, sondern möchte die Belange der kleinen Selbständigen vertreten. Die Regierung der Balearen hat nun für Klein-Selbständige ein kümmerliches Hilfspaket von 8 Millionen Euro aufgelegt. Solo-Selbständige erhalten einmalig 2.000 Euro, wer bis zu zwei Mitarbeiter beschäftigt, bekommt 2.500 Euro. Da die Wirtschaft auch während der gegenwärtigen Atempause im Infektionsgeschehen noch kaum in Schwung kommt, dürften weit höhere Mittel erforderlich werden und wird die APE weiteren Zulauf erhalten.

    Die kleinen Selbständigen sind auch unzufrieden mit der Ausgestaltung des Kurzarbeitergeldes ERTE für ihre Mitarbeiter. Denn zu den Bedingungen gehört, dass in den sechs Monaten nach Beendigung der Kurzarbeit niemand seinen Job verlieren darf. Wessen Firma also in dieser Zeit in die Knie geht und Mitarbeiter entlassen muss, soll nicht nur das Kurzarbeitergeld zurückzahlen, sondern wird auch noch mit einer Geldstrafe bedroht.

    Hilfspaket für spanische Fluglinien

    Die spanische Regierung arbeitet an einem Hilfspaket zur Rettung der spanischen Fluglinien Iberia, Vueling und Air Europa. Die bisherigen Finanzhilfen von 1,8 Milliarden Euro reichen nicht aus. Zu schaffen machen den Fluggesellschaften vor allem die hohen Rückzahlungen für die stornierten Flüge während des Lockdowns.

    Die Vereinigung der Konsumenten auf den Balearen CONSUBAL beklagt, dass die Flugpreise für innerspanische Flüge seit Beginn der »Neuen Normalität« um bis zu 225% angestiegen sind. Und das, obwohl die spanischen Flughäfen gerade ihre Gebühren senken. Allerdings zeigt das Beispiel welches der Präsident von CONSUBAL anführt, wie pervers und umweltschädlich die bisherigen Flugpreise kalkuliert waren. Drei erwachsene Spanier zahlten für den Hin-und Rückflug von Granada nach Mallorca bisher insgesamt 84,75 Euro. Jetzt kostet das gleiche Transportpaket 184,77 Euro. Die betroffenen Fluggesellschaften Iberia, Air Europa, Vueling und Ryanair kontern, durch Corona hätten sie höhere Aufwendungen und wegen des Einbruchs der Nachfrage könnten sie nur weniger Flüge anbieten, was die Preise in die Höhe treibt.

    In Asturien gab es seit zwei Wochen keine Neuinfektionen. Auf den Kanaren kamen im ersten Halbjahr 2020 sechs Mal so viele Flüchtlinge aus Afrika an wie im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. In Málaga gibt es am Rot-Kreuz Zentrum für Flüchtlinge, die aus Seenot gerettet wurden, 106 Neuinfektionen. In Murcia haben sich einige Spanier bei drei Männern angesteckt, die aus Bolivien eingereist sind. Spanien hofft, solche Schwerpunkte durch strikte Nachverfolgung der Ansteckungsketten rechtzeitig eindämmen zu können.

    Briten dürfen wieder nach Spanien

    Briten, die seit Sonntag wieder nach Spanien zum Urlaub einreisen dürfen (wiewohl sie bis zum 6. Juli bei ihrer Rückkehr in Großbritannien mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen müssen), stoßen bei ihren in Spanien lebenden Landsleuten auf ein geteiltes Echo. Nicht wenige der britischen Expats meinen, ihre sonnenhungrigen Landsleute sollten besser zu Hause bleiben, statt das Virus an die spanischen Strände zu bringen: »Don’t let the Brits in, not until they’re clean. Boris Johnson should be shot in the head.« Sie bezweifeln vor allem, dass ihre Landsleute die Disziplin bei der Befolgung der Hygienemaßnahmen aufbringen, welche die Spanier mittlerweile gewohnt sind. Britische Geschäftsleute in Spanien, darunter viele Makler für Ferienimmobilien, betonen hingegen, das Land brauche jetzt die wirtschaftliche Belebung durch die britischen Urlauber.

    Brittany Ferries nahmen am 29. Juni mit einer Fahrt von Pourtsmouth nach Bilbao den Fährbetrieb zwischen Großbritannien und Spanien wieder auf. Vom irischen Rosslare legt die erste Fähre am 1.Juli nach Bilbao ab. Die Fahrzeit beträgt 24 Stunden. Dies ist eine Alternative insbesondere für ältere Urlauber, die sich den Flug mit Gesichtsmaske in der engen Flugzeugkabine nicht zumuten wollen. Aber auch auf dem Schiff gelten Corona bedingte Einschränkungen. Alle Fahrgäste müssen in Kabinen untergebracht sein. Ein- und Ausschiffung geschehen in kleinen Gruppen und Mindestabstände sind einzuhalten.

    Spanische Urlauber, die im Ausland Urlaub machen möchten, sind in 135 von 195 Staaten nicht willkommen. USA, Malta, Slowenien und die Slowakei lassen überhaupt keine Spanier ins Land. In Großbritannien, Irland, Ungarn und Finnland müssen sich Spanier in Quarantäne begeben. Italien, Griechenland, Polen, Kroatien und Zypern verlangen bei der Einreise spezielle Gesundheitsdokumente. Nach Portugal dürfen Spanier ab dem 1. Juli wieder einreisen.

    Die EU hat sich darauf geeinigt, Ausländern aus folgenden Nicht-EU Staaten die Einreise ab 1. Juli zu gestatten, (also auch nach Spanien): Algerien, Australien, Georgien, Japan, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien, Uruguay, Chinesen dürften ebenfalls einreisen, sobald China im Gegenzug der Einreise von Personen aus EU-Staaten zustimmt. Die Einreise von Marokkaner ist ab dem 10. Juli gestattet.

    Corona-Leugner suspendiert

    Auch in Spanien gibt es Menschen, die leugnen, das Covid-19 eine ernst zu nehmende Krankheit ist. Dr. Ángel Ruiz Valdepenas ist ein Experte für Familien- und Sozialmedizin in der Notaufnahme des Krankenhauses auf der Insel Formentera. Er ist also kein Virologe oder Epidemologe, nahm aber am 13. Juni an der Demonstration »gegen die neue Weltordnung« teil. Er behauptet, es gebe keine Corona Pandemie und daher müsse auch niemand Masken tragen oder Abstand von anderen Menschen halten. Die Lockdown-Maßnahmen der Regierung dienten nur dem Zweck, die Bevölkerung einzuschüchtern und zu überwachen. Die Suche nach einem Impfstoff sei ein Experiment des genetischen Engineerings. SARS-COV-2 sei nicht natürlichen Ursprungs, sondern eine Bio-Waffe, die zuerst in den USA hergestellt und dann im Labor in Wuhan weiterentwickelt wurde. Valdepenas Ansichten wurden eifrig in den sozialen Medien geteilt. Patricia Gómez, die Gesundheitsministerin der Balearen, hat Valdepenas daraufhin als »vorbeugende Maßnahme«“ vom Dienst suspendiert, damit er nicht noch mehr Schaden anrichten kann. Hier gibt es das Interview von Dr. Valdepenas.

    Die aktuelle Lage in Gibraltar

    Nachdem seit drei Wochen keine einzige Neuinfektion aufgetreten ist, erreicht Gibraltar jetzt die Stufe 5 der Lockerungen. Das bedeutet unter anderem, dass nun 12 Personen gleichzeitig einen 25 m langen Swimmingpool benutzen dürfen. Die Fußball-Nationalmannschaft darf wieder trainieren. Restaurants dürfen bis 2 Uhr morgens öffnen und pro Tisch dürfen bis zu 10 Gäste Platz nehmen. Draußen versammeln dürfen sich Gruppen mit maximal 20 Personen. Am 20. Juli wird durch Ryanair der reguläre Flugbetrieb zwischen Großbritannien und Gibraltar wieder aufgenommen.


    Update: Stand 24. Juni 2020 – 19 Uhr

    Unerwartete Straßenschlachten zwischen alkoholisierten Partygängern und der Polizei passieren nicht nur in Stuttgart, sondern auch in der Can Valero Industriezone in Palma de Mallorca. Dort wurde ein Polizist, der einem Mädchen zu Hilfe eilen wollte, von 200 alkoholisierten jungen Männern zu Boden gerissen und verprügelt. Er konnte noch Verstärkung herbeirufen und es kam zu einer handfesten Keilerei und etlichen Festnahmen, wobei einige Polizisten verletzt wurden. Im Rahmen der »neuen Normalität« hatten die Behörden den Bars zwar erlaubt, bis zwei Uhr morgens zu öffnen, es darf aber nur bis 10 Uhr abends Alkohol ausgeschenkt werden. Auf den Terrassen von Restaurants dürfen sich höchstens 100 Personen aufhalten. Also treffen sich die jungen Leute halt in der Industriezone und bringen ihren Alkohol mit.

    Spanien-Urlaub in Zeiten von Corona

    10.900 deutsche Touristen hatten mittlerweile Gelegenheit, die neue Normalität auf den Balearen zu testen. Ein Faible für Mathematik konnte dabei nicht schaden. Dazu gehört zum Beispiel, dass nur Etablissements mit der Kapazität von bis zu 300 Gästen überhaupt öffnen dürfen und die Sitzplatzkapazität pro Tisch auf 25 Personen begrenzt ist. Tanzen ist verboten und ein Abstand von 2 Metern muss zwischen Fremden eingehalten werden. Hotels dürfen nur mit 75% ihrer Kapazität betrieben werden.

    Sollten dort Veranstaltungen durchgeführt werden, müssen diese vorher angemeldet werden und zu einer Zeit dürfen daran nur 25 Personen teilnehmen. Bei sportlichen Aktivitäten in geschlossenen Räumen müssen alle Teilnehmer, die älter als 6 Jahre sind, Masken tragen. Bei Sport im Freien entfällt der Maskenzwang, es dürfen aber maximal 30 Personen miteinander Sport treiben und die Abstandsregel ist einzuhalten. Am Strand stehen jeder Person nur 4 qm Sand zu und Gruppen dürfen nicht größer sein als 25 Personen. Jede Gemeinde darf jedoch ihre eigenen Regeln für die Benutzung der Strände erlassen.

    Die deutschen Testgäste auf Mallorca berichten, dass bei Ihnen jedes Mal die Temperatur gemessen wird, wenn sie das Hotel betreten oder verlassen. Wenn sie zum Essen gehen, müssen Masken getragen werden, die am Tisch wieder abgenommen werden dürfen. Am Pool und am Strand gibt es keinen Maskenzwang.

    Allgemein wird gelobt, dass es an den Stränden so ruhig ist und die Touristen so viel Platz haben. Die Spanier hoffen natürlich, dass sich das bald ändert, wobei für die größte Gruppe der britischen Touristen weiterhin gilt, dass sie nach der Rückreise aus Spanien in Großbritannien für 14 Tage in Quarantäne gehen müssen. Die Spanier verlangen bei der Einreise keine Quarantäne.

    An Beerdigungen oder religiösen Zeremonien dürfen auf den Balearen maximal 75 Personen teilnehmen. Weihwasser ist verboten und jeder muss einen Mundschutz tragen. An Hochzeiten dürfen im Freien maximal 200 Personen teilnehmen, in geschlossenen Räumen maximal 150. Wem das nicht genügt, der kann in die Provinz Murcia ausweichen, wo im Freien 500 Hochzeitsgäste erlaubt sind, in geschlossenen Räumen 200.

    Seit dem 21. Juni entscheidet jede autonome Region für sich, welche Corona bedingten Einschränkungen angewandt werden sollen. In Andalusien wurde dazu ein Erlass mit 400 Einzelmaßnahmen veröffentlicht.

    Corona-Ausbrüche auf Obstplantagen

    Was den Deutschen ihre Fleischfabriken, sind den Spaniern ihre Obstplantagen: Brutstätten für neue Corona-Infektionen! In einigen Landkreisen in Aragon musste die Phase 2 wieder in Kraft gesetzt werden, nachdem bei 50 Landarbeitern auf den Obstplantagen neue Corona-Infektionen festgestellt worden sind. Allerdings kann die spanische Regierung keine Reiseeinschränkungen anordnen, da der landesweite Lockdown gerade aufgehoben wurde und jede Autonome Region für das Geschehen auf seinem Territorium jetzt selbst verantwortlich ist. Die Regionalregierung bittet die Bevölkerung, die Dörfer Binefar, Frage, Monron und Zaidin zu meiden.

    Flüge nach Málaga

    In Málaga sollen im Juli bereits wieder täglich 100 Flugzeuge starten und landen. Das sind allerdings nur 20% der Flugbewegungen des gleichen Monats im Vorjahr. Der Check-in wird in Málaga an den Schaltern 201 bis 265 angeboten, während die Sicherheitskontrolle und das Boarding im Terminal 2 stattfinden. Bis auf die Apotheke bleiben alle Shops und Restaurants geschlossen, nur die Getränke- und Snack-Automaten sind in Betrieb. Die VIP Lounge, die Fast Lane und der Meetingpoint bleiben geschlossen. Das Fundbüro, die Gepäck-Karren und Baby Sitze dürfen vorerst nicht genutzt werden.

    Innerhalb von 24 Stunden hat die Polizei in Málaga 70 Verwarnungen wegen nicht angelegtem Mundschutz ausgesprochen. Innerhalb einer Woche wurden in Málaga 252 Etablissements ermittelt, in denen die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten werden. Seit Beginn des Lockdowns wurden 9.210 Geschäfte und Einrichtungen verwarnt, aber nur 92 mussten eine Strafe bezahlen. Andalusien ist die Region mit der zweithäufigsten Anzahl von Verstößen.

    Wir hatten schon berichtet, dass die Beatmungsmaßnahmen für Ertrinkende in diesem Sommer wegen Corona eingeschränkt sind. An den Stränden von Estepona werden in der Badesaison über Ertrinkenden Rettungswesten von Drohnen abgeworfen, die von der Strandaufsicht ferngesteuert werden.

    Dermatologen raten davon ab, beim Sonnenbaden Desinfektionsmittel zu benutzen. Stattdessen solle man zum Händewaschen auf Wasser und Seife zurückgreifen. Die Begründung lautet, dass der Alkohol in den Desinfektionsmitteln zwar oberflächlich verdampft, sich im tieferen Hautgewebe jedoch länger hält. Wenn nun die Sonne darauf knallt, kommt es zu Verbrennungen der Haut, insbesondere bei Kindern.

    Wer in Spanien ins Kino möchte, sollte seine Eintrittskarten online erwerben um lange Schlangen vor den Kinokassen zu vermeiden, in denen der Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten ist. Die Kinogänger werden am Eingang mit Desinfektionsmitteln begrüßt. Die Sitzplatzkapazität ist reduziert. Das gilt vor allem für das 23. Málaga Filmfestival, das vom 21. bis 30. August durchgeführt wird.

    Seit dem 21. Juni sind in Andalusien auch wieder Stierkämpfe erlaubt, mit der Hälfte der Sitzplatzkapazität. Wenn ausreichender Abstand nicht gewährleistet werden kann, müssen Masken getragen werden. Im übrigen Spanien beginnt die Stierkampfsaison erst im August.

    Keine Kreuzfahrtschiffe in Spanien

    Spaniens Häfen bleiben auch nach dem 21. Juni für Kreuzfahrtschiffe geschlossen. Weltweit waren auf 40 Kreuzfahrtschiffen Covid-19 Ansteckungen mit Todesfällen ausgebrochen. Für Spaniens Tourismusindustrie ist das ein herber Schlag, weil die Schiffe letztes Jahr 10 Millionen Touristen nach Spanien gebracht haben sollen. Alleine die US-amerikanische Carnival Corporation, der weltgrößte Veranstalter von Kreuzfahrten, zu dem auch die italienische Costa Crociere gehört, verliert in der Corona-Epidemie pro Monat 500 Millionen Dollar und hat bereits einen Schuldenberg von 4 Milliarden Dollar aufgehäuft.

    In Spanien ist die Anzahl der Haustiere, die von ihren Besitzern ausgesetzt werden und dann in Tierauffangstationen landen, mit 140.000 Fällen pro Jahr schon immer sehr hoch. Während des Lockdowns haben sich die Aussetzungen nochmals um 25% erhöht. Erklärt wird das damit, dass es vielen Arbeitslosen und Kurzarbeitern zu teuer wurde, ca 1.300 Euro aufzubringen, die jährlich für das Futter und die Gesundheit der Tiere anfallen.


    Update: Stand 19. Juni 2020 – 10 Uhr

    Die deutsche Bundesregierung hat die Reisewarnungen für Spanien aufgehoben. Eine Testgruppe von 10.900 deutschen Touristen befindet sich bereits seit Montag auf den Balearen, damit sich die spanischen Hotels und Restaurants schon mal auf die neuen Abläufe und Restriktionen einstellen können. Spanien empfängt ab dem 21. Juni wieder Touristen und beendet den Ausnahmezustand.

    Ab diesem Datum gibt es auch keine 14-tägige Quarantäne mehr für Menschen, die nach Spanien einreisen. Eine Ausnahme besteht noch im Grenzverkehr zwischen Spanien und Portugal. Trotzdem bestehen Ängste vor einer zweiten Welle der Pandemie schon im Sommer. In Algeciras musste gerade ein Hostel für Obdachlose und Asylanten wegen eines Corona-Ausbruchs isoliert werden, bei dem ein 70-jähriger starb. Daher soll verstärkt getestet werden, ob jemand infiziert ist. Wie sich die Situation des Tourismus in den einzelnen Ländern darstellt, erfährst du auf der Webseite der EU.

    Ab 1. Juli steuern auch wieder Ferienflieger aus dem Ausland Spanien an. Um den Betrieb anzukurbeln, reduziert oder stundet AENA die Landegebühren und andere Nebenkosten für die Fluggesellschaften. Hotelpreise sind um 4,8% gestiegen, was daher kommt, dass derzeit Hotels nur für Geschäftsreisende geöffnet sind. Pauschalreisen werden 8% billiger, Flugpreise um 6%.

    Touristen aus Nicht-EU Ländern dürfen ab dem 1. Juli wieder einreisen, falls gewährleistet ist, dass umgekehrt auch Spanier in diese Länder reisen dürfen.

    Die Tourismusverbände in Andalusien sind in heller Aufregung. Die Briten stellen das größte Touristen-Kontingent, kommen aber diesen Sommer vermutlich nicht nach Spanien, weil sie bei der Rückkehr aus dem Urlaub in Großbritannien für 14 Tage in Quarantäne müssen.

    Der Tourismus trägt 12% zum spanischen Bruttosozialprodukt bei. Bereits 20% der 300.000 spanischen Bars und Restaurants haben aufgegeben. Bis Jahresende könnten es 30% werden, was zu 400.000 zusätzlichen Arbeitslosen führen würde. In normalen Jahren schließen nur 10% der Gastronomiebetriebe für immer, während etwa gleich viele neu entstehen. Von den 1,7 Millionen Beschäftigten in der Gastronomie sind nur 1,4 Millionen sozialversichert, von denen sich 63% in Kurzarbeit ERTE befinden. Das ERTE Programm endet am 30. Juni. Die Regierung will es bis zum Jahresende verlängern.

    Katalonien kehrt sogar schon heute in die neue Normalität zurück. Allerdings bleibt die Begrenzung der Anzahl von Menschen, die sich gleichzeitig in Restaurants und öffentlichen Gebäuden aufhalten dürfen, bestehen. Die Liceu Oper in Barcelona eröffnet am 22. Juni den Spielbetrieb mit Puccinis Chrysanthemen-Serenade – vor 2.292 Pflanzen in Blumentöpfen. Musikliebhaber können das Konzert im Livestream verfolgen. Eugenio Ampudia, der Organisator des Konzerts, begründet das ungewöhnliche Publikum so: »Zu einer Zeit, in der sich ein großer Teil der Menschheit einschließt und sich ihrer Bewegungsfreiheit beraubt, hat sich die Natur angeschlichen um die frei werdenden Plätze zu besetzen«.

    Der Lockdown hat dazu gehört, dass in der Immobilienbranche jetzt Wohnungen und Häuser stärker nachgefragt werden, die über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Den Spaniern war ja zwei Monate verboten, auf die Straße zu treten und Luft zu schnappen, wenn sie keinen »triftigen Grund« hatten.

    Ministerin freigesprochen

    Am 12. Juni hat am Amtsgericht Madrid die Richterin Carmen Rodríguez-Medel die Klage der Opposition gegen den Regierungsdelegierten der Region Madrid, José Manuel Franco abgewiesen. Er hatte selbst, zusammen mit seiner Tochter, einer Ärztin, an der Demonstration teilgenommen und war beschuldigt worden, die große Demonstration zum internationalen Frauentag am 8. März nicht verboten zu haben. Das Gesundheitsministerium zählte bis zum 8. März in Spanien bereits offiziell 589 Infizierte und 17 Todesopfer. Die Richterin sah keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Teilnahme an der Demo und dem Ausbruch der Epidemie in Madrid. Dem Regierungsdelegierten Franco lagen am 8. März keine belastbaren Informationen für ein Verbot vor. Die WHO hatte ja erst am 11. März Corona zu einer Pandemie erklärt. Außerdem war Franco als Vertreter der Regierung gar nicht befugt, ein Verbot auszusprechen, weil das in Spanien in die Zuständigkeit der autonomen Regionen fällt.

    Die Opposition hatte der Regierung unterstellt, sie habe mit der Duldung der Demonstration die Ansteckung mit Covid-19 in Kauf genommen. Diesem Tenor hatte sich auch der Bericht der Guardia Civil angeschlossen, weswegen Innenminister Fernando Grande-Marlaska einen Oberst der Garde in den Ruhestand versetzt hatte.

    Kaufprämie für Autos

    Die spanische Regierung gewährt der Autoindustrie Steuererleichterungen und Zuschüsse in Höhe von 3,75 Milliarden Euro. Anders als in Deutschland wird auch der Kauf von Neuwagen bezuschusst, die mit einem Verbrennungsmotor fahren. Begründet wird das damit, dass die spanische Autoindustrie kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Fraglich ist, ob mit den Direkthilfen der Zusammenbruch nicht lediglich hinausgezögert wird. Am sinnvollsten scheint die Subvention zu sein, mit der spanische Automobilarbeiter vom Verbrennungsmotor auf den Elektro-Antrieb umgeschult werden sollen.

    Es gibt zahlreiche Nebenbedingungen, die das Subventionspaket sehr unübersichtlich machen:

    • Wer beim Neuwagenkauf den maximal möglichen Zuschuss von 5.500 Euro einstreichen möchte, muss ein reines E-Auto kaufen und im Gegenzug ein mindestens 7 Jahre altes Auto abliefern. Ohne Rückgabe eines Altautos sind es 4.000 Euro. Händler oder Hersteller dürfen noch einen Preisnachlass von 1.000 Euro dazu geben.
    • Wer einen Neuwagen mit Verbrennungsmotor mindestens der Abgasklasse C kauft, erhält einen Zuschuss zwischen 800 und 1.600 Euro.
    • Autos, die mehr als 120 Gramm CO2 pro km ausstoßen, werden nicht gefördert.
    • Der Autotyp muss außerdem unter den 45% saubersten Typen in Spanien sein.
    • Der Listenpreis der Neuwagen mit Verbrennungsmotor darf 35.000 Euro (ist der Käufer behindert, dann 45.000 Euro), der Listenpreis von E-Autos 45.000 Euro nicht überschreiten. Damit fallen schon mal die meisten SUV und E-Autos aus der Förderung.
    • Für Autos mit Gas- oder Hybridantrieb gibt es zwischen 1.200 und 2.000 Euro.
    • Wer weniger als 1.500 Euro im Monat verdient, bekommt beim Neuwagenkauf noch einen Bonus von 500 Euro oben drauf. Fragt sich, wovon der dann den »Rest« des Kaufpreises bezahlen soll? Kommunen und öffentliche Einrichtungen erhalten insgesamt 200 Millionen Euros für den Kauf von E-Autos.
    • Unternehmen, die ganze Fahrzeugflotten umrüsten, erhalten 600 Euro pro Neuwagen und nochmals 500 Euro, falls sie einen mindestens 10 Jahre alten Gebrauchten zurückgeben. Das Durchschnittsalter der Autos auf Spaniens Straßen beträgt 13 Jahre.

    Die spanische Regierung plant eine Entwicklung zum bargeldlosen Bezahlen. Während des Ausnahmezustands stieg die Benutzung von Kreditkarten um 8% und von Bezahlterminals um 18%. Die Bank von Spanien hat den Betrag, bei dem man keine PIN-Nummer in das Bezahlterminal eingeben muss, von 20 auf 50 Euro erhöht. Die Benutzung von Bargeld für einen Einkauf ist heute bis 2.500 Euro erlaubt und soll auf 1.000 Euro reduziert werden. Damit soll auch die Steuervermeidung bekämpft werden. Der spanische Staat braucht in der Pandemie jeden Cent!

    An der Tür einer Bar in Gijon prangte ein Zettel mit der Aufforderung: »Bitte desinfizieren Sie sich erst die Hände, ehe sie die Titten der Kellnerin betatschen«. Nach einem Shitstorm in den sozialen Medien wurde der Zettel wieder entfernt.

    Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die während der Corona Krise besonderem Stress ausgesetzt waren, wird in der Provinz Huelva eine besondere Esels-Therapie durch die »El Burrito Feliz« zuteil. Auf einer 15.000 qm Farm am Rande des Donaña-Nationalparks weiden 21 Esel. Angeboten wird eine vierstündige Wanderung mit dem Esel, was einen beruhigenden und optimistischen Einfluss ausüben soll. Die Esel werden auch als Therapie für Brustkrebs- und Alzheimerpatienten eingesetzt.

    In Gibraltar gibt es keinen einzigen aktiven Corona-Fall mehr, obwohl die Grenze seit einer Woche für Spanier und Bürger von Gibraltar offen ist. Bereits ein Drittel der Bevölkerung wurde auf das Virus getestet. 1.247 Antikörpertests haben nur 18 Personen ermittelt, die das Virus bereits überwunden haben. Soziale Distanz und das Tragen von Masken in engen Situationen werden weiterhin empfohlen. Diese Woche soll eine Tracing app namens BEAT CORONA eingeführt werden, bei der die persönlichen Daten nicht auf einem Server liegen. Ab 29. Juni sollen die Menschen aus den Altersheimen wieder auf die Straße gehen dürfen.


    Update: Stand 12. Juni 2020 – 11 Uhr

    Vom 9. zum 10. Juni hat sich die Anzahl der Neuinfektionen in Spanien überraschend auf 167 verdoppelt, wobei der allergrößte Teil davon auf Madrid und Katalonien entfiel. Es kam zu keinem einzigen Todesfall. 3.885.800 Millionen Menschen waren in Spanien im Mai arbeitslos, davon 969.000 in Andalusien.

    Seit dem 8. Juni gilt in ganz Andalusien Stufe 3 der Lockerungen. Das bedeutet, man kann im ganzen Land herumreisen, bis zu 20 Personen können sich treffen. Nachtclubs dürfen erst ab 22. Juni und nur mit einem Drittel der Kapazität öffnen, allerdings darf niemand tanzen. Casinos und Spielhallen können mit 50% der Kapazität öffnen. Terrassen mit 75% und die Innenräume von Restaurants mit 66%. In Bussen und Zügen dürfen alle Sitzplätze besetzt werden, auch wenn zusätzlich Leute stehen müssen, solange nicht mehr als zwei Personen pro Quadratmeter stehen. Zwei Personen dürfen nun auch ohne Helm, aber mit Handschuhen auf einem Motorrad oder Motorroller fahren. Der Zoo von Fuengirola darf als erster Vergnügungspark in Andalusien wieder öffnen, allerdings nur für 400 Besucher pro Tag.

    Corona Phasen Spanien Juni 2020
    Die aktuellen Phasen in den jeweiligen Provinzen in Spanien ( Stand: 11.06.2020 )

    Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa warnt, dass die Menschen die bisherigen Lockerungen aufs Spiel setzen. In zahlreichen Provinzen sind nach Geburtstags-Partys neue Corona Herde entstanden, welche die lokalen Behörden durch penible Nachverfolgung und Quarantänemaßnahmen einzudämmen versuchen. Auch der belgische Prinz Joachim (Platz 9 in der Thronfolge) ignorierte die verpflichtende Quarantäne nach seiner Einreise nach Spanien, und besuchte in Córdoba seine Freundin und zwei private Parties. 26 Teilnehmer mussten in Quarantäne geschickt werden, die der Prinz jetzt in Belgien absitzt. Außerdem muss er eine Strafe von 10.400 Euro bezahlen, die bei sofortiger Begleichung auf 5.200 Euro reduziert wird.

    Reise-Experiment mit deutschen Touristen

    Der für 6.000 Personen vereinbarte Testlauf mit deutschen Touristen, die ab dem 15. Juni auf die Balearen reisen dürfen, wurde auf 10.900 Menschen erweitert. Die Reisen können – auch noch kurzfristig – über DER Touristik, Schauinsland und TUI gebucht werden. Für diese Touristen gilt die 14-tägige Quarantäne bei der Einreise nach Spanien nicht. Ein Corona-Test vor dem Abflug in Deutschland wird nicht verlangt. Für Personen, die mit Covid-19-Symptomen einreisen oder die sich in Spanien anstecken, hält die Regierung spezielle Quarantäne-Hotelzimmer bereit.

    Die Tester kommen nicht alle auf einmal, sondern werden in Gruppen von 180 Personen von verschiedenen deutschen Flughäfen aus über drei Wochen hinweg auf die Balearen geflogen und dort auf fünf Hotels von vier Hotelgruppen verteilt. Auch Personen, die eine Zweitwohnung auf den Inseln besitzen, dürfen kommen. Es sollen die Abläufe und Hygieneregeln am Flughafen, in den Hotels, Restaurants und an den Stränden getestet werden.

    Die Urlauber müssen mindestens fünf Tage auf den Inseln bleiben. Hauptsächlich werden Sieben-Tages Pauschalreisen angeboten. Die Fluggesellschaften müssen die Passagierlisten einen Monat aufbewahren und auch die Information, auf welchem Platz jemand gesessen ist. Bei der Rückreise sollen die Gäste einen Fragebogen ausfüllen. Danach werden die deutschen Reisebüros über die Testergebnisse informiert. Die Mallorquiner sehen dem Test mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits brauchen die Spanier dringend die Einnahmen aus dem Tourismus, andererseits fürchten sie sich, dass das Virus erneut eingeschleppt werden könnte.

    Innerhalb der EU sind »nicht notwendige« Reisen ab dem 15. Juni wieder erlaubt, jedoch werden touristische Reisen zwischen den meisten Mitgliedsstaaten erst wieder ab dem 1. Juli möglich sein.

    Die Menschen in der Stadt Cádiz erhielten einen Vorgeschmack darauf, wie sich der Drang zu den Sandstränden im Sommer anfühlen wird. Die Polizei sperrte am 7. Juni den Zugang zu dem beliebten Santa María del Mar Strand, nachdem die maximale Kapazität von 3.648 Personen überschritten war.

    Die »Black Lives Matter«-Demonstrationen haben auch vor Spanien nicht Halt gemacht. In Málaga hielten sich die mehrere Hundert Demonstranten auf der Plaza de la Marina an die Hygiene- und Abstandsregeln. Nicht jedoch in Madrid, wo zu einer für 200 Personen genehmigten Demonstration 3.000 Teilnehmer kamen. Die Demonstranten zogen von der US Botschaft zur zentralen Puerta del Sol. Auch in Barcelona waren 3.000 Demonstranten auf den Beinen.

    In Spanien nahm am Donnerstagabend mit dem Lokalderby der beiden Clubs aus Sevilla die spanische Fußball-Liga Primera División ihren Spielbetrieb wieder auf. In den kommenden 14 Tagen wird jeden Tag mindestens ein Spiel stattfinden.

    Eine britische Forschungsgruppe hat ermittelt, dass 34% der im März von außen nach Großbritannien eingeschleppten Corona-Infizierungen aus Spanien stammen. Importierte Ansteckungen aus China machten nur 0,1% aus. Damals sind täglich 20.000 Spanier nach Großbritannien eingereist. Boris Johnson hatte aber noch keinen Lockdown angeordnet.

    Umweltschützer und Umweltsünder

    Am Internationalen Tag der Umwelt, der am 5. Juni begangen wurde, erklärte der Umweltminister von Gibraltar, dass der Kleinstaat eine »Green City« werden wolle. Dazu gehöre, dass Neubauten Dächer begrünen sowie Unterschlüpfe für Vögel und Fledermäuse bereitstellen müssen. Damit das fertige Bauprojekt von den Behörden abgenommen werden kann, müssen die Firmen nachweisen, dass sich die Bio-Diversität auf dem Grundstück um 10% verbessert hat.

    Als Kontrastprogramm hat die spanische Umweltschutzorganisation Ecologistas en Accion am gleichen Tag ;dem andalusischen Präsidenten Juanma Moreno den »Attila Preis« verliehen. Das ist sozusagen die »Silberne Zitrone« für den größten Umweltfrevel des Jahres. Moreno hatte die Zeit der Ausgangssperre dazu genutzt, weitgehend unbemerkt ein Gesetz durch das andalusische Parlament zu bringen, welches es ermöglicht, Grundstücke in Naturschutzgebieten leichter zu Bauland zu erklären. José Alberto Almijo, der Bürgermeister von Nerja, erhielt den »Pferd des Attila Preis« dafür, dass er während der Corona-Pandemie das umstrittene Larios SL Maro Golf-Projekt in Nerja durchgeboxt hat. Dort soll von der andalusischen Larios Immobilienholding für 311 Millionen Euro ein Golf-Ressort mit Hotel und 700 Luxus-Wohnungen gebaut werden. Das Projekt ist innerhalb der Familie Larios heftig umstritten. Möglicherweise wird die Familienholding sogar ihre eigene Liquidation beschließen.

    In Gibraltar werden alle Notfall-Einrichtungen, die wegen Corona entstanden sind, abgebaut oder aufgelöst. Im April haben 68.000 Menschen die Grenze nach Gibraltar passiert, im Mai waren es 98.000. In normalen Jahren wären es eine Million gewesen. Seit dem 8. Juni dürfen Einwohner Gibraltars wieder nach Spanien einreisen. Das gilt jedoch nicht für Ausländer, die sich in Gibraltar aufhalten.


    Update: Stand 6. Juni 2020 – 18 Uhr

    Mit den Stimmen von PSOE, Podemos, Ciudadanos, PNV, Más País, Coalición Canaria, PCR und Teruel Existe hat Ministerpräsident Pedro Sánchez die erneute Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum 21. Juni durch das Parlament gebracht.

    Diesen Montag geht ganz Andalusien in die Phase 3 der Lockerungen des Lockdowns über, einschließlich der Provinzen Granada und Málaga, die so praktisch die Stufe 2 überspringen.

    Testweise soll noch diesen Monat bereits 6.000 Touristen aus Deutschland die Möglichkeit geboten werden, ihren Urlaub auf den Balearen zu verbringen. Dazu wurden auf der Inselgruppe bereits vier große Hotels geöffnet.

    Auf einem ungenutzten Feria-Gelände in Madrids Stadtteil Ciudad Real haben rund 3.000 Jugendliche ein großes Besäufnis (macro botellón) veranstaltet. Natürlich wurden dabei weder Masken getragen noch der Sicherheitsabstand von 2 Metern eingehalten. Ciudad Real ist eine der Gegenden in Madrid, die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Hier gab es bereits 200 Covid-19 Tote. Zusammenkünfte von Jugendlichen bei einer Flasche Bier oder Wein und Musik im Freien gibt es seit 1980 als Antwort auf die steigenden Preise in Bars und Clubs.

    Durch die soziale Isolation während des Ausnahmezustands ist die Zahl der Raucher in Spanien stark angestiegen. 20% der regelmäßigen Raucher haben ihren Tabak-Konsum verdoppelt. 30 % der Ex-Raucher haben mit dem Rauchen wieder angefangen. Das hat die private Gesundheitsplattform »Top Doctors« ermittelt. Drei von vier Rauchern, die ihren Konsum erhöht oder wieder angefangen haben, sind Bezieher des Kurarbeitergeldes ERTE. Während weder positive noch negative Effekte des Rauchens auf die Ansteckung mit Covid-19 bekannt sind, ermutigt die WHO die Menschen, das Rauchen einzuschränken, weil es die Lunge beschädigt und die Lunge so nach einer Ansteckung vom Virus stärker in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

    Eine Bar in Pamplona beschäftigt jetzt »Alexa«, um den Gästen Getränke zu servieren. Alexa ist ein sprechender Roboter und wiegt 80 Kilo. Für die Bar ist das die effektivste Art, die Hygieneregeln einzuhalten. Durch Gesichtserkennungs-Software kann Alexa verstehen, welchem Gast sie ein Getränk bringen muss und ein eingebautes Navigationssystem weist ihr den Weg. Alexa wird von der Firma Cocuus in Navarra hergestellt. Man kann Alexa für monatlich 250 Euro mieten oder für 8.000 Euro kaufen. Wenn man das mit den bescheidenen Gehältern menschlicher Kellner vergleicht, dann ist klar, wer hier langfristig gewinnt. Auch wenn die Gäste derzeit noch sagen, eine menschliche Bedienung wäre ihnen lieber. Die Firma Cocuus wird von der EU gefördert. Ein weiteres Indiz, dass das 750 Milliarden Rettungspaket der EU wohl eher nicht die spanischen Arbeitsplätze im Tourismus retten wird.

    Andalusien hat alle Ferias und Festivals bis einschließlich September abgesagt. Das betrifft über 30 Großveranstaltungen, die bereits fest geplant waren. Dafür haben die berühmten Tropfsteinhöhlen von Nerja nun wieder geöffnet. Die Wiedereröffnung fällt mit dem 60. Jahrestag der erstmaligen Öffnung der Höhlen zusammen. Die maximale Zahl Besucher, die sich gleichzeitig in den Höhlen aufhalten dürfen, ist auf 120 begrenzt. Daher ist eine Bestellung der Tickets online ratsam unter www.cuevadenerja.es. Wer schnell ist, kann täglich eines von 40 kostenfreien Tickets für EU-Bürger buchen. Die Höhlen sind ab sofort von 9:30 bis 16:30 geöffnet; zwischen dem 23. Juni und 8. September bis 19 Uhr.

    Ab dem 8. Juni dürfen die privaten Swimmingpools im Zuge des Eintritts der Provinz Málaga in die Phase 2 der Lockdown-Erleichterungen wieder geöffnet werden. Uns liegt hierzu eine Ausführungsbestimmung der Verwaltung für den Gemeinschaftspool einer Eigentümergemeinschaft vor:

    • Der Pool steht maximal 10 Personen gleichzeitig zur Verfügung. Daher muss die Benutzung eine Stunde vorher beim Hausmeister angemeldet werden, der die Einhaltung der Obergrenze überwacht. Dies geht nur während der Dienstzeit des Hausmeisters. Diese ist limitiert auf Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr.
    • Sowohl auf der Wiese um den Pool als auch im Pool selbst muss ein Sicherheitsabstand von 2,30 Metern eingehalten werden.
    • Liegestühle dürfen nicht benutzt werden.
    • Treppen, Handläufe und Duschen werden drei Mal am Tag desinfiziert.
    • Die Benutzung des Hand-Desinfektionsspenders am Haupteingang des Pools ist verpflichtend.
    Gemeinschaftspool Andalusien
    Ein Gemeinschaftspool in Andalusien ( Foto: Wolfgang Zöllner )

    Nun fragt man sich, wer an Wochenenden und nach 16 Uhr dafür sorgt, dass niemand das Pool-Gelände und den Pool benutzt? Insbesondere da sich viele Kurzzeit-Mieter gar nicht um diese Regeln kümmern werden. Auch ist schleierhaft, wie in dem kleinen Pool zehn Personen untereinander einen Abstand von 2,30 Metern einhalten sollen.

    Nachspiel für Ministerin

    Für Irene Montero, die spanische Ministerin für Gleichstellung, hat die Teilnahme an einer Demonstration am 8. März in Madrid zum Tag der Frauenrechte voraussichtlich noch ein gerichtliches Nachspiel. Waren 2019 zu diesem Anlass noch 375.000 Demonstranten auf der Straße, waren es diesmal »nur« 120.000. Als Montero während eines Interviews glaubte, dass die Kamera ausgeschaltet sei, antwortete sie dem Journalisten auf seine Frage, warum diesmal weniger Teilnehmer gekommen seien, das sei wohl weil viele Menschen Angst vor dem Virus hätten. Nun wird Montero vermutlich als Zeugin geladen, wenn ein Gericht klären wird, ob José Manuel Franco, der Generalsekretär der Stadt Madrid  berechtigt war, die Demonstration zu erlauben.

    Montero und weitere Kabinettsmitglieder sowie viele weitere Demonstranten hatten sich auf der Frauendemonstration mit Covid-19 angesteckt und so die Corona-Epidemie in Madrid erst richtig angefacht.  Das Thema eignet sich eigentlich nicht für politische Links-Rechts Spielchen, weil am gleichen Tag auch eine Großversammlung der rechtsgerichteten VOX Partei stattfand, nach der sich der gesamte Parteivorstand in Quarantäne begeben musste.

    Aber dann machte der sozialistische Innenminister Grande Marlaska einen kapitalen Fehler. Er beauftragte den Oberst Pérez de los Cobos, den Leiter der Guardia Civil in Madrid, ihm die Gerichtsakten zu besorgen um Einfluss auf den Prozess nehmen zu können, damit Frau Montero davor bewahrt werden kann, von einer Zeugin zu einer Angeklagten zu werden. Der Oberst weigerte sich und wurde sofort in den vorläufigen Ruhestand versetzt. Maria Gámez, die Direktorin der Guardia Civil nannte als Rechtfertigung  für die Maßnahme gegen den Oberst einen massiven Vertrauensverlust. Bei der Presse wird sie damit voraussichtlich nicht durchkommen. PP, Ciudadanos und VOX haben bereits den Rücktritt von Grande Marlaska gefordert.


    Update: Stand 1. Juni 2020 – 15 Uhr

    Ein Unglück kommt selten allein. Kaum glaubt Spanien, das Coronavirus einigermaßen im Griff zu haben, bedroht ein anderes Kleinst-Lebewesen die Olivenernte in Andalusien. Die Prays oleae Motte bedroht 40% der Olivenernte, die für den Herbst 2020 erwartet wird. Sie legt ihre Eier in die heranreifenden Früchte. Die Oliven fallen dann schon im Juni ab, statt im September. Die Larven machen sich danach über die Blätter her, wodurch der Baum seine Widerstandskraft verliert. Schlechtes Wetter im Winter hatte verhindert, dass die Olivenbäume rechtzeitig gespritzt werden konnten.

    Am Samstag gab es in Spanien nur noch 185 Neuinfektionen, darunter 61 in Madrid und 57 in Katalonien.

    Benito Almirante, der Leiter der Klinik für Infektionskrankheiten am Valle d’Hebron Krankenhaus in Barcelona hat behauptet, die Corona Ansteckungsgefahr in Spanien werde nach drei Wochen »praktisch vorbei sein«. Insbesondere Kinder und Jugendliche seien kaum infizierbar, weil in ihrer Atemschleimhaut ein bestimmtes Molekül fehle, das für die Covid-19 Übertragung wichtig sei.

    Angeregt von der Corona-Krise führt die spanische Regierung jetzt ein gesetzliches Mindesteinkommen von 462 Euro pro Monat ein. Davon würden 2,5 Millionen Spanier profitieren und es wird den Staat jährlich 3 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Berechtigt sind alle Personen zwischen 18 und 65 Jahren, darunter auch Flüchtlinge, die sich seit mindestens einem Jahr in Spanien aufhalten. Geringverdienern kann die Differenz zu 462 Euro zugezahlt werden. Rentner sind ausgenommen, da die spanische Mindestrente bereits 462 Euro beträgt.

    Pedro Sánchez glaubt, im Parlament eine Mehrheit für eine weitere Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum 27. Juni beisammen zu haben. Dazu braucht er die Zustimmung der baskischen Nationalisten und der linken katalanischen Separatisten. Die Katalanen sind eigentlich gegen die Verlängerung. Sánchez hofft aber, dass er sie noch herum kriegt durch das Versprechen, Mittel aus dem neuen Corona-Rettungspaket der EU an die autonomen Regionen weiterzuleiten (die es ja noch gar nicht gibt!). Auch soll in Schritt 3 der Lockerungen die Gewalt zur Durchsetzung der Regeln auf die autonomen Regionen übergehen, mit Ausnahme der freien Bewegung in ganz Spanien.

    Der japanische Autohersteller Nissan hat angekündigt, dass er sein Werk in Barcelona komplett schließen wird. 3.000 Mitarbeiter stehen dann auf der Straße. Die Aufgaben von Barcelona werden von dem Nissan-Werk in Sunderland in Großbritannien mit übernommen. Nissan hatte weltweit erstmals seit 11 Jahren einen Verlust hinnehmen müssen und zwar in Höhe von 5,67 Milliarden Euro. Da half auch nicht, dass das spanische Wirtschaftsministerium vorgerechnet hat, die Abwicklung des Werkes in Barcelona werde Nissan 1 Milliarde Euro kosten. Ein angebotener Zuschuss von 3 Millionen Euro für eine Lackiererei konnte die Japaner ebenfalls nicht umstimmen.

    Manuel Cazado, der Präsident der königlich spanischen Motorradsport-Vereinigung RFME hat sich beim spanischen Sportverband dafür stark gemacht, die geplante Weltmeisterschaft für Superbikes in Jerez vom 31. Juli bis 2. August unbedingt stattfinden zu lassen. Er führte aus, »die Regierung wisse, wie wichtig der Motorradsport für Spanien sei, wie sehr er in der Gesellschaft verankert sei und welche hohe Reputation Spanien damit in der Welt genösse, nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern als Treiber technischer Innovationen«. Es soll kein Geisterrennen werden, sondern die Zuschauer sollen 2 Meter Abstand halten und Masken tragen. Das wird bei dem Benzingestank vielleicht gar nicht als störend empfunden? Für die Region Cádiz stehen 24 Millionen Euro Umsatz auf dem Spiel.

    Zu dieser Meldung passt, dass die Anzahl tödlicher Motorradunfälle in Spanien in den letzten Monaten um 41% angestiegen ist.

    Während die Nachfrage nach Strandurlaub eingebrochen ist, meldet die Provinz Córdoba einen Anstieg der Buchungen für Urlaub auf dem Lande um 30%. Das betrifft vor allem das Gebirge Sierras Subbéticas. Für ganz Andalusien wird für August nur mit einer Auslastung von 60 bis 75% gerechnet.

    Vom 15. Juni bis zum 15. September wird die Provinzregierung von Málaga 902 »Strandwächter« (vigilantes de playa) zusätzlich beschäftigen. Sie sollen die Einhaltung der Hygieneregeln an den Stränden überwachen und die Strände regelmäßig desinfizieren. Die Strandwächter werden aus dem Pool der 3.000 Freiwilligen rekrutiert, welche die andalusische Landesregierung kürzlich eingestellt hat. Der Monatslohn beträgt 1.900 Euro.

    Bis zum 31. Juli wird kein Kreuzfahrtschiff einen spanischen Hafen anlaufen. Der Hafen von La Coruña empfängt normalerweise im Jahr 124 Kreuzfahrtschiffe. 90 % der Passagiere sind Briten. Da in Großbritannien das Virus noch wütet, steht in den Sternen, wie viele Briten dieses Jahr noch mit einem Kreuzfahrtschiff nach Spanien kommen.

    Easyjet will 45.500 Mitarbeiter entlassen, British Airways 12.000 und Ryanair 3.000. Das wird natürlich Auswirkungen auf den Flugverkehr zwischen Großbritannien und Spanien im Sommer haben.

    Der dänische Außenminister Jeppe Kofod hat seine Landsleute ermahnt, frühestens im September in instabile Virenregionen wie Spanien in den Urlaub zu fliegen. Stattdessen sollten sie ihren Urlaub in Norwegen, Island oder Deutschland verbringen. Um der Mahnung Nachdruck zu verleihen, werde es vorher kaum Flugverbindungen in die unsicheren Länder geben. Außerdem müsse sich jeder Rückkehrer aus diesen Ländern in Dänemark in eine 14-tägige Quarantäne begeben. 2019 war Spanien für die Dänen das beliebteste Urlaubsland. 17% aller dänischen Urlauber zog es nach Spanien. Übrigens, Urlauber aus Deutschland dürfen in Kopenhagen nicht übernachten, sondern sich dort nur einen Tag lang aufhalten.

    Wer diesen Sommer in Seenot gerät oder im Pool zu ertrinken droht, sollte sich auf einiges gefasst machen: Die königlich spanische Bergungs- und Rettungsgesellschaft RFESS hat schon mal vorsorglich angekündigt, dass ihre Mitglieder in diesem Sommer keine Wiederbelebungsmassnahmen durch Mund-zu-Mund Beatmung durchführen werden. Jede in Lebensgefahr geratene Person wird als positiv infiziert betrachtet, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist. Stattdessen soll Wiederbelebung nur durch Händedruck auf den Brustkorb versucht werden, wobei von den Rettern wenn immer möglich, Handschuhe und FFP2-Masken zu tragen sind. Nur wer dafür extra ausgebildet ist, soll auch Sauerstoffgeräte einsetzen dürfen. Von umstehenden Zuschauern soll ein Mindestabstand von 4 Metern eingehalten werden, während ein Abstand von 2 Metern zum Geretteten anzustreben ist. Wenn das nicht möglich ist, soll sich jeweils nur ein Retter dieser Gefahr aussetzen. Gerettete sollen so positioniert werden, dass Ihr Gesicht in Windrichtung zeigt. Wer vom Strand abtransportiert wird, soll mit dem Gesicht nach untern gelagert werden.

    Wenn es mit den Ferienflügen nach Spanien wieder richtig losgeht, könnte sich folgender Fall wiederholen: Ein Mann aus Ciudad Real hat das Ergebnis seines Corona-Tests nicht abgewartet und ist in ein Flugzeug eingestiegen. Während des Fluges wurde dem Piloten über Funk bekannt gegeben, dass der Test positiv war. Daraufhin setzte sich der Infizierte in die letzte Reihe, während die übrigen 144 Passagiere einen ungemütlichen Flug zu überstehen hatten. Gleich nach der Landung in Lanzarote musste der Mann zusammen mit 18 weiteren Passagieren in eine 14-tägige Quarantäne. Den restlichen 126 Passagieren wurde freie Übernachtung in einem Hotel mit Quarantäne angeboten, 35 haben das akzeptiert. Für Lanzarote ist der Vorfall besonders misslich, weil sich die Insel gerade darauf vorbereitet, am 8. Juni als eines der ersten Territorien in die Phase 3 der Lockdown-Erleichterungen wechseln zu dürfen.

    Immerhin erspart sich die Insel damit evtl. die komplizierte Rechnerei, die mit Phase 3 verbunden ist:

    Nutzungsanteil
    Normalkapazität
    Aktivität
    50%Besuch von Zoos und anderen Attraktionen
    50%Geschäftslokale jeder Art
    40%Öffentliche Flächen, drin und draußen (z.B. Parks, Shoppingmalls)
    75%Restaurant-Terrassen
    25%Beerdigungsfeier in geschlossenen Räumen
    50%Beerdigungsfeier draußen
    Max. 20 PersonenGruppenbildung drin und draußen
    Freie BewegungNur in der eigenen Provinz oder im benachbarten Ort (außer zur Arbeit oder wegen einem Notfall)

    Inzwischen wurden in Spanien mehr als 1 Million kostenpflichtige Verwarnungen wegen Verstößen gegen den Ausnahmezustand ausgesprochen.

    Eine 37-jährige Londonerin, die seit drei Jahren in Spanien lebt, wurde in Estepona von der Polizei mit einer Strafe von 1.000 Euro belegt, weil sie sich auf dem Rückweg von ihrer Bank, wo sie Geld abgehoben hatte, »nicht angemessen schnell bewegt« hat. Es half auch nichts, dass sie ihren Bankbeleg vorweisen konnte. Die Polizisten bemängelten, dass die Frau nicht mit ihrem Auto gefahren war. Die Dame hat allerdings kein Auto. Zusätzlich durchwühlten die Beamten ihre Handtasche und brüllten sie an.

    Eine 36-jährige Engländerin aus Istán führte ihren Hund Gassi und kam mit einer Bekannten ins Gespräch, die sie unterwegs zufällig traf. Zwei Polizisten belegten sie daraufhin mit einer Strafe von 601 Euro obwohl sie von ihrer Bekannten 5 Meter Abstand eingehalten hatte. Während die Polizisten die Anzeige aufnahmen, begleiteten sie die Dame nach Hause, trugen dabei aber weder Masken noch Handschuhe.

    Die Bürgermeister von Estepona und Istán haben sich inzwischen der beiden brisanten Fälle angenommen, in denen die Polizei offensichtlich überreagiert hat.

    Der normale Alltag, der durch die Corona-Regeln diktiert wird, kann traurigerweise auch so aussehen: Auf Mallorca hat eine junge Engländerin Selbstmord begangen, nachdem sie sich mit Covid-19 angesteckt hatte. Eine Woche später fand man ihre Leiche. Ihre Verwandten aus Großbritannien eilten herbei um sich um die Überführung des Leichnams nach Hause zu kümmern. Zuerst mussten die Verwandten eine 14-tägige Quarantäne über sich ergehen lassen. Dann war es schwierig, eine Trauerfeier abzuhalten und den toten Körper krematieren zu lassen. Zur Zeit suchen sie eine Flugverbindung um die Urne nach Großbritannien zu bringen, wo alle erneut für 14 Tage in Quarantäne müssen.


    Update: Stand 28. Mai 2020 – 19 Uhr

    In Spaniens Politik brach großer Jubel aus, als Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, ein Rettungspaket mit dem Titel »Reparieren und Vorbereiten für die nächste Generation« im Wert von 750 Milliarden Euro für die am meisten von der Corona-Krise gebeutelten Staaten in der EU verkündete. Für das Rettungspaket soll die EU in ihrem Haushalt erstmals gemeinsame Schulden aufnehmen und ca. die Hälfte der Summe an die Not leidenden Staaten als nicht rückzahlbare Beihilfe, die andere Hälfte als niedrig verzinsbares zurück zu zahlendes Darlehen auszahlen. Positiv an dem Paket ist, dass die EU endlich Verantwortung übernimmt für seine ärmeren Mitglieder und dies nicht mehr alleine der EZB überlässt.

    Für Spanien sind 140 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind nur 20 Milliarden weniger als der italienische Anteil aber weit mehr als der deutsche Anteil von 27 Milliarden Euro. Josep Borrell, der spanische Vizepräsident der EU-Kommission bezeichnete das Paket als einen Quantensprung in der Solidarität zwischen den EU-Mitgliedern. Im spanischen Jubel ging unter, dass dem Paket nicht nur das EU-Parlament, sondern noch alle 27 Mitgliedsstaaten einstimmig zustimmen müssen.

    Finnland, Österreich, Dänemark und die Niederlande sträuben sich dagegen, dass den Empfängern 50% der Zuwendungen geschenkt werden sollen und gegen die lange Laufzeit von 30 Jahren für die Rückzahlung des Gemeinschaftsdarlehens. Es wäre der Einstieg in die Gemeinschaftshaftung für die Schulden einzelner Mitgliedstaaten (Bailout), und die Nettozahler in der EU befürchten bereits, dieses neue Prinzip könnte sich nach Bewältigung der Corona-Pandemie auch auf andere Schuldenszenarien ausdehnen.

    Einige träumen bereits davon, dass Spanien nur jene 77,3 Milliarden tatsächlich abruft, die es nicht zurückzuzahlen braucht. Viele Spanier haben wohl überlesen, dass die EU-Finanzhilfen mitnichten dazu dienen sollen, den zusammengebrochenen Tourismus wieder auf die Beine zu bringen. Vielmehr muss die spanische Regierung bei der EU-Kommission einen nationalen Wiederaufbau- und Reformplan einreichen, der den Prioritäten der EU nicht widersprechen darf, die da lauten:

    • den Klimaschutz stärken
    • die Widerstandskraft der EU erhöhen (gegenüber China und USA sowie bei Pandemien)
    • die Digitalisierung vorantreiben.

    Zusätzlich muss die spanische Regierung die individuellen wirtschaftspolitischen Empfehlungen berücksichtigen, welche die EU-Kommission jedes Jahr für das Land erarbeitet.

    Hygieneregeln für Tourismus

    Die spanische Regierung hat umfangreiche Anweisungen veröffentlicht, welche Hygieneregeln touristische Betriebe befolgen müssen, damit sie wieder öffnen und Gäste empfangen dürfen. Diese Regeln kann man von der Webseite der Regierung herunterladen.

    Hotels müssen z.B. dafür sorgen, dass Keycards für das Öffnen der Zimmertüren in einem Desifektionsbad aufbewahrt werden. Die Hotelangestellten müssen ihre Straßenkleidung in einem Beutel verschließen und im Dienst Dienstkleidung tragen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass ein Handwerker oder ein Hotelangestellter sich im Zimmer eines Gastes aufhält, muss der Gast eine Maske tragen.

    Alle Personen, die älter als 5 Jahre sind, müssen in Spanien in der Öffentlichkeit drinnen und draußen Masken tragen, falls der Hygieneabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Zusätzlich gilt ein Maskenzwang im öffentlichen Personenverkehr. Zuwiderhandlungen können mit 100 bis 600 Euro geahndet werden, im Wiederholungsfall oder bei Widerstand gegen die Staatsgewalt mit bis zu 600.000 Euro.

    In Murcia müssen Personen, die dabei erwischt werden, dass sie gebrauchte Masken und Handschuhe auf öffentlichem Gelände wegwerfen, 2.500 Euro bezahlen. In Málaga wurden drei Shisha Bars gemaßregelt, weil sie Jugendlichen erlaubt hatten, Wasserpfeifen gemeinsam zu benutzen. Desgleichen vier Jugendliche am Strand, die gemeinsam aus einer Bierflasche tranken. 28 Personen wurden bestraft, weil ihr Abstand zueinander kleiner als 2 Meter war, 23 Personen, weil sie keine Masken trugen.

    Im Zuchthaus von Córdoba ist es zu Häftlingsrevolten gekommen, weil die Häftlinge wegen des Ausnahmezustands seit zwei Monaten keinen Besuch empfangen dürfen. Einige Häftlinge setzten ihre Zelle unter Wasser während andere die Gefängniswärter mit Glasscherben bedrohten, die sie aus der Deckenbeleuchtung gerissen hatten. Die Gefängnisverwaltung hatte schnell alles unter Kontrolle.

    Vom 27. Mai bis zum 6. Juni gilt in Spanien eine landesweite Trauerperiode in der der über 27.000 Corona-Toten gedacht werden soll. Die Fahnen aller öffentlichen Gebäude und der spanischen Kriegsflotte stehen in der Zeit auf Halbmast. Am Ende der Trauerperiode wird König Felipe eine Trauerzeremonie abhalten. Es ist die längste Trauerperiode in der Geschichte Spaniens. Die bisher längste Trauerperiode galt dem Tod von Doña Maria de las Mercedes de Orleans, der Mutter von König Carlos, die im Januar 2000 gestorben war.

    Die andalusische Regierung will im Sommer im Rahmen eines »Beschäftigungsplans für sichere Strände 2020« dreitausend Personen anheuern, die helfen sollen, die Hygieneregeln an den Stränden durchzusetzen. Das zusätzliche Personal wird an der andalusischen Schule für öffentliche Sicherheit ausgebildet und der lokalen Polizei in den Orten an der Küste unterstellt. Die 3.000 Personen werden aus einem Pool von 564.000 Freiwilligen ausgewählt, die sich der andalusischen Regierung vor einigen Monaten angedient hatten. Zusätzlich erhalten die Küstenregionen 10,5 Millionen Euro für die Entwicklung von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

    Von den jährlichen Tourismuseinnahmen in Höhe von 77 Milliarden Euro stammen 40 Milliarden von ausländischen Touristen. José Luis Zoreda, der Vizepräsident des spanischen Reisebüroverbandes Exceltur ist unzufrieden mit den Einreisehürden zwischen Großbritannien und Spanien. Es genüge nicht, dass die spanische Regierung verkündet, die 14-tägige Quarantäne bei der Einreise werde im Juli abgeschafft, wenn man nicht weiß, wann die britische Quarantäne für Spanienrückkehrer fällt und ob das alles am 1. oder am 31. Juli passiert. Der Unterschied wirkt sich mit 10 Milliarden Euro im spanischen Tourismus aus. Der potentielle Tourist aus Birmingham will mindestens 6 Wochen vorher wissen, wohin er im Sommer reisen kann. Die spanischen Reiseveranstalter müssen den Termin erst mal an die britischen Reisebüros melden und die müssen ihn dann ihren Kunden anbieten. Zoreda plädiert für direkte Vereinbarungen zwischen einzelnen britischen und spanischen Regionen, die als »sicher« gelten.

    In Gibraltar sollen 35.000 Einwohner mit Antikörpertests der Firma Abbott getestet werden um die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung zu ermitteln. Mit dem Nachweis von Antikörpern kann man feststellen, wer bereits eine Covid-19-Infektion hinter sich hat. Die Tests von Abbott gelten als besonders genau. Täglich sollen 500 derartige Tests durchgeführt werden. Zusätzlich sollen täglich bis zu 300 Personen getestet werden, ob sie aktuell eine Covid-19-Infektion haben.


    Update: Stand 25. Mai 2020 – 13 Uhr

    Präsident Pedro Sánchez stellt die Öffnung Spaniens für den internationalen Tourismus für Juli in Aussicht, während die spanische Umweltministerin Teresa Ribeira, die im Kabinett Sánchez den Plan zur schrittweisen Lockerung der Beschränkungen organisiert, für alle Gebiete, die sich dann im Schritt 3 des Planes befinden, den 22.Juni für möglich hält.

    Es kann dabei durchaus passieren, dass Touristen aus Ländern, in denen das Virus noch sehr aktiv ist, wie z.B. Großbritannien, nicht nach Spanien einreisen dürfen. Dem hält der andalusische Vizepräsident Juan Marín entgegen, dann müssten die Briten eben bei der Ankunft im Flughafen auf das Virus getestet werden. Insgesamt macht die spanische Politik bei dem Thema eher einen Eindruck der Ratlosigkeit und Konfusion, wie seinerzeit bei Günter Schabowskis Ankündigung der Öffnung der Berliner Mauer:

    Spanien Grenzöffnung
    Wann dürfen Touristen wieder in Spanien einreisen? ( zixia / Shutterstock.com )

    Hotel-Verbände haben bereits detaillierte Hygieneregeln für den Umgang mit Touristen in den Hotels und an den Stränden erarbeitet. Was davon Gesetz wird, steht noch in den Sternen. Eine Zeitungsannonce für einen Urlaub in einem spanischen Hotel könnte dann vielleicht so aussehen:

    Endlich wieder Urlaub in Spanien!
    4 Sterne Hotel, all-inclusive
    Tische mit Plexiglas-Abstandshalter
    eigener Strand mit Drohnenüberwachung
    täglicher Corona Test vor dem Frühstück
    exklusiv für unsere Hotelgäste:
    Klinik-Intensivbetten vorrätig

    Für den Tourismus sind die berühmten spanischen Weltkulturerbestätten besonders wichtig. Ab heute dürfen in Andalusien – mit Ausnahme der Provinzen Málaga und Granada (also leider noch nicht die Alhambra!) – alle historischen Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet werden. Die Mezquita-Kathedrale in Córdoba darf z.B. für 30% der bisherigen Besucherzahlen geöffnet werden. 50% der bisherigen Kirchenbesucher dürfen an Gottesdiensten teilnehmen.

    Regionen, die sich bereits in Stufe 2 der Lockerungsmaßnahmen befinden, müssen die zeitlichen Beschränkungen der verschiedenen Personengruppen beim Ausgang ins Freie nicht mehr anwenden. Auch Bars und Restaurants dürfen dort den Betrieb mit 50% der Kapazität wieder aufnehmen. Derzeit gilt Stufe 2 nur für 3 Kanarische Inseln. Andalusien hofft, diese Woche in Stufe 2 zu rutschen.

    In Granada eröffnet am 25. Juni »auf jeden Fall«, tatsächlich aber nur, wenn Granada bis dahin die Stufe 3 des Lockerungsplans erreicht hat, das Internationale Tanz- und Musikfestival. Laut seinem neuen künstlerischen Direktor Antonio Moral wird dieses Festival das erste sein, welches seit Beginn der Corona-Krise in Europa wieder stattfinden wird. Eröffnet werden soll das Festival in der Kathedrale von Granada mit Mozarts »Requiem«, durchgeführt vom städtischen Chor und Orchester unter Leitung von Andrea Marcon. Für alle Veranstaltungen des Festivals gilt eine Obergrenze von 800 Zuschauern.

    Rechtspopulisten rufen zu Demonstrationen auf

    Waren die Menschen in Spanien bisher offenbar durch die Androhung saftiger Geldstrafen abgeschreckt, die Maßnahmen der Regierung offen zu kritisieren, so hat jetzt die rechtspopulistische VOX Partei landesweit zu Protestdemonstrationen gegen die Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum 7. Juni (und gegen die von der Regierung angestrebte weitere Verlängerung bis zum 24.Juni) aufgerufen. VOX hatte nach eigenen Angaben die Genehmigung für die Demonstrationen erhalten, mit Ausnahme einiger Provinzen in Katalonien und Castilla y León.

    Wobei VOX nicht als offizieller Organisator auftritt, sondern nur zur Teilnahme und zu »Sanchez raus« Rufen aufruft. In Autokorsos – um die Hygiene Distanzregeln einzuhalten – fuhren die Demonstranten hupend durch mehrere spanische Städte. In Palma de Mallorca war dadurch die Innenstadt blockiert. Jorge Campos der Parteiführer von VOX auf den Balearen freute sich, dass dies die größte Autorallye in der Geschichte der Balearen gewesen sei. Auf Málagas Calle Larios demonstrierten Hunderte VOX Anhänger, Topf schlagend und eingehüllt in spanische Flaggen. Dabei wurden die Distanzregeln oft nicht eingehalten. Die Polizei schritt aber nicht ein. In Córdoba und Marbella soll es heute weitere Demonstrationen geben.

    Pedro Sanchez hat angekündigt, dass die Vereine der spanischen Fußball-Liga ab 8. Juni wieder spielen dürfen. LigaPräsident Javier Tebas hofft, dass die ersten Spiele ab 12. Juni stattfinden können. Bereits jetzt dürfen 10 Spieler eines Vereins miteinander trainieren. Von den bisher getesteten Spielern waren 5 Corona-positiv. Um den diesjährigen Meister zu ermitteln, müssen noch 11 Runden gespielt werden.

    In Gibraltar haben die aktuellen Lockerungen der Phase 2 schon zu einigem Kopfzerbrechen bei der Regierung geführt. Die Polizei hat am Strand von Little Bay eine nächtliche Ansammlung von 300 betrunkenen Jugendlicher auflösen müssen, die sich nicht an das Abstandsverbot gehalten hatten. Erlaubt sind derzeit in der Öffentlichkeit Gruppen von maximal 12 Personen. Bei der Benutzung der Strände behält sich die Regierung vor, den Aufenthalt pro Person auf 30 Minuten am Tag zu begrenzen, falls es dort zu voll werden sollte. In der öffentlichen Bibliothek dürfen maximal 6 Personen etwas lesen und müssen dabei Mundschutz und Handschuhe tragen. Die »neue Realität« eben!


    Update: Stand 21. Mai 2020 – 11 Uhr

    Der Ausnahmezustand für Spanien wurde vom Parlament bis 7. Juni verlängert. Die von Ministerpräsident Sánchez angestrebte Verlängerung bis 27. Juni, um nicht noch einmal um eine Verlängerung bitten zu müssen, fand offenbar keine Mehrheit. Bleibt es beim 7.Juni, dann würde automatisch am gleichen Tag auch die 14-tägige Quarantäne für ausländische Einreisende enden.

    Ab heute ist das Tragen von Masken in öffentlichen Räumen obligatorisch, sobald der Sicherheitsabstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann. Als öffentlicher Raum gelten öffentliche Straßen sowie offene oder geschlossene Räume, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Anders als in Deutschland muss man also in Spanien keine Maske tragen, wenn man sich alleine in einem Geschäft befindet, jedoch sehr wohl, wenn man sich auf einer belebten Straße bewegt. Diese Anordnung gilt für alle Personen ab 6 Jahren und wird für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren empfohlen. Ausnahmen sind gestattet, wenn das Tragen der Masken aus gesundheitlichen Gründen unmöglich ist sowie bei Aktivitäten, die mit dem Tragen einer Maske unvereinbar sind. Außerdem in einer Notfallsituation oder bei höherer Gewalt.

    Nachdem das Schlimmste vorbei zu sein scheint, beschäftigen sich auch die Spanier wieder mit dem Thema Urlaub. Die eine Hälfte will dieses Jahr wegen Corona auf einen Urlaub verzichten, 56% sind es sogar in Galizien. Am meisten auf Urlaub erpicht sind die Einwohner von Madrid und Barcelona, wo die Epidemie am heftigsten gewütet hat. Unter denen, die Urlaub machen wollen, kommt für 40% das Fliegen nicht in Frage. 19% wollen in Spanien Urlaub machen. Zu ihnen stoßen weitere 8%, die normalerweise ins Ausland gereist wären. Viele wollen an die Costa del Sol, wo 65% der Ferienwohnungen Spaniern gehören. 9% freuen sich auch dieses Jahr auf einen Auslandsurlaub. Obwohl z.B. Großbritannien gerade angekündigt hat, jeden einreisenden Touristen erst mal für 14 Tage in Quarantäne zu schicken. 42% wollen diesmal weniger ausgeben. Allerdings sagen 70%, sie wären bereit, etwas mehr zu zahlen, wenn man ihnen bei den Storno-Bedingungen und bei Änderungswünschen entgegen kommt.

    Während des Ausnahmezustands werden in ganz Spanien nur 13 Eingangsstellen offen gehalten für Spanier und Ausländer, die einen wichtigen Grund für eine Einreise nach Spanien haben. Es handelt sich dabei um die Flughäfen Madrid Barajas, Barcelona El Prat, Málaga, Gran Canaria und Palma de Mallorca sowie um die Seehäfen Barcelona, Málaga, Bilbao, Valencia, Vigo, Teneriffa, Las Palmas de Gran Canaria und Palma de Mallorca. Es kann sein, dass diese 13 Eingangspunkte später auch als Korridore dienen, in denen Touristen ausschließlich nach Spanien einreisen dürfen.

    Obwohl auf Mallorca in Stufe 1 der Lockerungen alle Hotels wieder öffnen dürfen, bleiben die meisten geschlossen, weil der Betrieb mit nur wenigen Gästen teurer ist, als das Hotel gar nicht erst zu öffnen. 32 Hotels wollen jedoch eine Ausnahme machen für Gäste, die etwas zu feiern haben wie z.B. eine Hochzeit.

    Die spanische Regionalfluglinie Air Nostrum hat bekannt gegeben, dass sie am 24. Mai die Inlandsflüge zwischen den Hauptinseln der Balearen wieder aufnehmen wird. Residenten der Balearen profitieren von einem 75-prozentigen Preisnachlass.

    Für das Jahr 2019 vermeldet Ryanair 149 Millionen Passagiere und einen Reingewinn von 1 Milliarde Euro. Allein im 1. Quartal 2020 kam es jedoch zu einem Verlust von 200 Millionen Euro, da 99% der Flüge ausfallen mussten. Der Vorstandsvorsitzende O’Leary verzichtet auf öffentliche Beihilfen. Stattdessen hat er seiner Mannschaft eine 20-prozentige Gehaltskürzung verordnet und droht 3.000 Mitarbeitern mit Kündigung. Er begründet die Maßnahmen mit den 30 Milliarden Euro an öffentlichen Beihilfen, welche konkurrierende Fluggesellschaften wie z.B. die Lufthansa von ihren Regierungen erhalten.

    Die zahlreichen spanischen Lotterien, die für acht Wochen ihren Betrieb einstellen mussten, bieten jetzt wieder ihre Lose an. Man kann sie sowohl online als auch bei kleinen unabhängigen Lotterieständen kaufen. Nur Lotto-Annahmestellen in Einkaufszentren bleiben vorerst geschlossen. Sogar Lose, die noch vor dem Ausnahmezustand gekauft worden waren, behalten ihre Gültigkeit und nehmen an Sonderziehungen teil, deren Termine extra veröffentlicht wurden. Z.B. wird der Ziehungstermin für die Lotería Nacional, der für den 16.April vorgesehen war, auf den 9.Juli verlegt.

    Der bekannte Wanderweg Caminito del Rey bei El Chorro wird nun doch nicht am 29. Mai geöffnet, sondern frühestens am 12.Juni, und dann auch nur jeweils von Freitag bis Sonntag. Pro Tag werden dann 550 Besucher akzeptiert. Um den Wanderweg zu begehen, muss man sich vorher online anmelden.

    Die technische Aufrüstung für ein sicheres Urlaubserlebnis geht weiter:

    • Die Stadt Marbella will ein engmaschiges Video-Überwachungssystem installieren um schnell auf Menschenansammlungen und zu geringe Abstände zwischen Menschen reagieren zu können.
    • Die bekannte Mietwagenfirma Helle Hollis setzt zur Desinfektion ihrer Mietwagen am Flughafen Málaga jetzt Ozon-Generatoren ein. Das Ozon tötet alle Keime. Die Behandlung dauert pro Wagen fünf Minuten.

    Andalusien rüstet nicht nur technisch auf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, sondern investiert dieses Jahr 171 Millionen Euro in die vorbeugende Waldbrandbekämpfung. Bereits Ende dieser Woche soll es an einigen andalusischen Orten schon wieder 38 Grad heiß werden. Unter anderem werden 3 zusätzliche Löschflugzeuge, neunzehn Pumpenwagen und neun Löschfahrzeuge angeschafft. Außerdem werden 25 SUVs gegen neuere Modelle ausgetauscht. Die Löschfahrzeuge waren während der Epidemie zur Desinfektion andalusischer Straßen im Einsatz.

    Die Provinz Málaga will 25.000 Mitarbeitern der spanischen Gesundheitsdienste je einen Gutschein über 100 Euro spendieren, den diese bei einem Hotelaufenthalt in Málaga zur Bezahlung der Hotelrechnung einsetzen können. Damit soll laut Margarita del Cid, der Vizepräsidentin der Provinz, die touristische Attraktivität von Málaga in Spanien bekannter werden.


    Update: Stand 15. Mai 2020 – 8 Uhr

    Eine Gemeinschaftsstudie der Universität Oxford und des Katalanischen Gesundheitsinstituts hat ermittelt, dass die Pandemie in Spanien unter den Infizierten eine Todesrate von 4% gefordert hat. Während 60% aller Infizierten weiblich sind, gab es unter den Männern mit 4,8% mehr Tote als bei den Frauen mit 3,4%. Bei den über 75-jährigen sind 20% verstorben. Damit ist Covid-19 fünf bis zehn Mal so tödlich wie eine normale Grippe.

    Es gibt nun verbindliche Hygienevorschriften für alle Restaurants auf den Balearen:

    • Alles, was Gäste anfassen könnten, muss regelmäßig desinfiziert werden.
    • Es sollen Einmaltischdecken verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, müssen die Tischdecken nach jeder Benutzung mit 60 bis 90 Grad gewaschen werden.
    • Am Eingang des Lokals müssen Desinfektionsspender für die Gäste aufgestellt werden.
    • Anstelle von Menü-Karten sollen die verfügbaren Gerichte auf Tafeln an der Wand geschrieben werden oder elektronisch angezeigt werden.
    • Gläser, Besteck, Gewürze, Tischdecken u.ä. müssen unzugänglich für die Gäste aufbewahrt werden.
    • Dinge, die von Gästen gemeinsam genutzt werden könnten, wie Serviettenhalter, Zahnstocherbehälter oder Gewürzständer, sind verboten.
    • Zu einer Zeit darf sich nur ein Gast auf der Toilette aufhalten, es sei denn, er benötigt eine Begleitperson. Die Toiletten müssen sechsmal am Tag gereinigt und desinfiziert werden.
    • Nur 50% der vorhandenen Kapazität darf von Gästen belegt sein, wobei maximal zehn Personen an einem Tisch sitzen dürfen.

    So haben wir jetzt einen Vorgeschmack, was uns im Sommer im Urlaub in Spaniens Restaurants erwartet.

    Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, dass Länder mit einem vergleichbaren Infektionsgeschehen miteinander verabreden sollen, wann die Reiseverbote für Touristen gelockert werden können. Entsprechende Verhandlungen gibt es bereits zwischen Deutschland und den Balearen.

    Mit der angestrebten Öffnung von Spaniens Stränden für Urlauber aus anderen Ländern für Anfang Juli verbindet sich die Hoffnung, dass in den Restaurants, Hotels und an den Stränden wieder mehr Spanier in Brot und Arbeit kommen.

    Die Technisierung des Tourimus

    Der neueste Trend weist allerdings in eine andere Richtung: Die Abstands- und Desinfektionsregeln lassen sich am wirkungsvollsten gewährleisten, wenn auf Seite der Anbieter von Tourismusleistungen möglichst gar keine Menschen tätig sind, die als potentielle Virenschleudern fungieren könnten. Wenn nämlich Maschinen die Arbeit erledigen, dann kann sich an denen auch kein Gast anstecken.

    Die Bar La Gitana Loca in Sevilla macht hier bereits einen Anfang. Sie hat am Tresen pünktlich zum Beginn der Stufe 1 des spanischen Lockerungsplans einen Roboter installiert, der pro Stunde an einer konventionellen Bierzapfsäule 600 Cañas (Glas Bier) zapfen und dem Gast überreichen kann. Das Bier zu 70 Cent pro Caña wird an einem Touchscreen geordert und durch den Roboterarm in einen recyclebaren Plastikbecher gefüllt. Bezahlt wird am Roboter mit einer Plastikkarte. Den Roboter hat die spanische Firma Macco Robotics in Sevilla konstruiert. Er kann auch als Spender von Desinfektionsmitteln eingesetzt werden.

    Zu Ende gedacht entstehen also gerade in der spanischen Roboterindustrie ein paar Hundert hochwertige Arbeitsplätze, während in der Gastronomie Tausende einfache Tätigkeiten für immer entfallen. Denn der Roboter wird ja nach Beendigung der Krise nicht wieder eingemottet. Dieser Trend zur Digitalisierung und Automatisierung wird von Arbeitsmarktforschern schon lange vorhergesagt, schien aber in der Realwirtschaft noch weit weg zu sein. Nun liefert das Virus einen Grund, diese Entwicklung schneller voranzutreiben.

    Über den Plan der Stadt Fuengirola, Künstliche Intelligenz einzusetzen um die Überfüllung der Strände zu vermeiden, hatten wir bereits berichtet.

    Canet d’En Berenguer in der Provinz Valencia will seine Strände in lauter kleine Parzellen zerteilen, die man über eine Smartphone App buchen kann. Es wird dann Timeslots für vormittags oder nachmittags geben. Im valencianischen Cullera soll der Strand mit Drohnen überwacht werden um Menschenansammlungen zu erkennen und aufzulösen. Hotels werden sich ihr Empfangspersonal sparen und die Gäste per Smartphone und Smartkey ein- und auschecken lassen.

    Durch Corona ging das Preisniveau in Spanien um 0,7% leicht zurück. Allerdings stehen einer Verbilligung der Energiekosten um 20%, Preiserhöhungen bei Frischfisch und Obst von 13% gegenüber. Hingegen haben sich Juwelierwaren »nur« um 12% verteuert. Die Entwicklung bei den Energiekosten ist verständlich. Wer seine Ferienwohnung nicht nutzen darf, produziert dort auch keine Stromkosten, während gleichzeitig international die Ölpreise eingebrochen sind.

    Auf den Balearen regt sich Widerstand gegen eine Verordnung des Gesundheitsministers, die Werbeaktionen in realen Geschäften verbietet, während diese in Onlineshops gestattet sind. Die Einzelhandelsgeschäfte auf den Balearen haben in der Coronakrise einen Verlust von 120 Millionen Euro erlitten. Die vielen kleinen Händler der Realwirtschaft auf den Inseln, wollten eigentlich jetzt in einer Rabattaktion ihre nutzlosen Lagervorräte an die lokale Bevölkerung verhökern, da ja Touristen derzeit ausbleiben, die sonst 60% des Umsatzes bringen. Damit würde auch jenen Inselbewohnern, die ihre Arbeit verloren haben, geholfen, viele Sachen billig zu erwerben. Der Gesundheitsminister hingegen will durch seine Verordnung vermeiden, dass es zu einem Gedränge um die besten Schnäppchen kommt. Auch hier führt das Virus dazu, dass sich der Trend zur Digitalisierung in Form des Onlineshopping beschleunigt.

    Wandelt sich Südspanien jetzt zum Wintersportland? In der Sierra Nevada ist durch das Virus die diesjährige Skisaison größtenteils ausgefallen. Die Firma Citursa Sierra Nevada macht daraus eine neue Geschäftsidee. Sie nimmt 1,8 Millionen Euro in die Hand um 100 modernste Schneekanonen anzuschaffen und damit 43 alte Schneekanonen zu ersetzen. Mit dem modernen Equipment kann Citursa ab dem nächsten Winter ein schneesicheres Gebiet zwischen der Liftstation in 3.000 Meter Höhe und Pradollano in 2100 Meter Höhe garantieren.

    Seit 11. Mai haben in Spanien die Prüfstationen des ITV (TÜV) wieder geöffnet. Allerdings muss man den Prüftermin vorher vereinbaren und muss bargeldlos bezahlen. Während der Inspektion müssen Masken getragen werden. Die Abgasuntersuchung ist ausgesetzt, es sei denn, es handelt sich um einen Euro 6 Diesel.


    Update: Stand 14. Mai 2020 – 11 Uhr

    Nur etwa die Hälfte der Spanier konnten am Montag von der Stufe Null in die Stufe Eins der Corona-Lockerungen übergehen. Es ist nicht nur unübersichtlich, wo man die Erleichterungen der Stufe 1 bereits genießen kann, sondern auch, was dabei den Menschen, die noch in Stufe 0 ausharren müssen, alles entgeht.

    Hier ein Überblick:

    In Stufe 1 dürfen die Spanier sich in der Öffentlichkeit oder privat mit bis zu 9 anderen Personen treffen. Wenn alle unter der gleichen Adresse wohnen, dürfen sich auch mehr als 10 Personen versammeln. Bis zu 9 Personen, die zusammen wohnen, dürfen ohne Maske im gleichen Fahrzeug reisen. Zwei Personen aus dem gleichen Haushalt, dürfen zusammen auf einem Motorrad sitzen, wenn sie dabei Helme mit Visier und Handschuhe tragen. All diese Erleichterungen gelten nicht für Personen, die infiziert sind, sich in Quarantäne befinden oder zu einer Risikogruppe gehören.

    In Bussen muss die erste Sitzreihe hinter dem Fahrer frei bleiben. Alle Passagiere müssen sitzen und neben jedem Sitz muss ein Sitz frei bleiben, es sei denn, diese Passagiere leben zusammen.

    Zu Sport oder Freizeitzwecken dürfen Schiffe und Boote zwischen den Häfen der gleichen Gemeinde sowie zu vorgelagerten Inseln verkehren. Touristische Aktivitäten in der Natur sind erlaubt. Innerhalb der gleichen Provinz darf man zwischen der Hauptwohnung und der Zweitwohnung pendeln. Flüge in andere Provinzen sind nur aus wichtigem Grund gestattet. Die bisher gültige Tabelle für die zeitliche Begrenzung des Aufenthalts im Freien bleibt in Kraft. Gemeinden dürfen aber die Zeitfenster für Kinder und Senioren um 2 Stunden verschieben.

    Bibliotheken, Märkte im Freien, Museen, Sportanlagen im Freien und Geschäfte mit weniger als 400 qm dürfen mit Einschränkungen öffnen. Geschäfte müssen ihre Zugangs-Kapazität auf 30% beschränken und ein gesondertes Zeitfenster nur für ältere Personen anbieten.

    Bars und Restaurants dürfen ihre Terrasse wieder öffnen und mit einer Kapazität von 50% bewirtschaften, solange ein Abstand von 2 Metern zwischen den Tischen eingehalten wird. Hotels dürfen öffnen, solange Gemeinschaftsräume wie z.B. Speisesäle nicht genutzt werden.

    Spanien Phasen Corona
    Corona-Lockerungen in Spanien nach Provinz ( (Stand: 14.05.2020) )

    21,6 % aller ausländischen Touristen in Spanien sind Briten. Sie geben jedes Jahr 20 Milliarden Euro in Spanien aus. Juan Marin, der Vizepräsident Andalusiens hat die Tourismussaison an den andalusischen Küsten jetzt für tot erklärt. Schuld daran ist nicht nur die Tatsache, dass Großbritannien und Spanien sich gegenseitig mit einer Quarantäne von 14 Tagen belegen für alle Briten, die nach Spanien einreisen oder aus Spanien nach UK zurückkehren. Welcher Tourist möchte für einen Kurzurlaub in Spanien, vier Wochen eingesperrt in einem Zimmer verbringen?

    Hinzu kommt noch, dass einige britische Reiseversicherer bereits angekündigt haben, dass eine Ansteckung mit Covid-19 im Ausland nicht mehr versichert sein wird. Die Kosten für medizinische Behandlungen einer Corona-Infektion, verlängerte Aufenthalte oder gar für die Rückführung Verstorbener müssten dann vom Touristen alleine getragen werden.

    Marin hofft noch, dass Spanien und Großbritannien einen Verzicht der Zwangsquarantäne bei Rückkehrern aus dem jeweiligen anderen Land vereinbaren, wie es bereits zwischen Irland und Großbritannien sowie zwischen Frankreich und Großbritannien geregelt ist. Auch Gibraltar bemüht sich um solch eine Ausnahmeregelung gegenüber Großbritannien. Ryanair hat angekündigt, ab 1. Juli 40% seines Flugbetriebs wieder aufzunehmen. Aber auch für Ryanair gilt, dass die derzeit bestehenden Einreiseverbote in die meisten europäischen Länder und die angedrohten Quarantänen bei Einreise zuerst beseitigt werden müssten. Immerhin hat die EU-Kommission heute darauf verzichtet, dass jeder dritte Sitz im Flugzeug frei bleiben muss. Stattdessen sollen die Passagiere während des Flugs Masken und Handschuhe tragen.

    Die Vereinigung der Stierkämpfer befürchtet ein völliges Verschwinden des Stierkampfs aus der spanischen Kultur, da bis mindestens Oktober 2020 keine Stierkämpfe erlaubt sind. Die Vereinigung beziffert den wirtschaftlichen Verlust mit 700 Millionen Euro. Erste Stierzüchter würden bereits ihre Stiere schlachten. Die Tierschutzvereinigungen wenden sich hingegen vehement gegen jede Staatshilfe für den Stierkampf. Für sie ist das Virus eine gute Gelegenheit, diesem brutalen Zeitvertreib den Garaus zu machen. Bereits nach der Finanzkrise 2009 hatte sich die Zahl der Stierkämpfe in Spanien halbiert.

    Die drakonischen Strafen, die in Spanien bei Verstößen gegen die Bestimmungen des Ausnahmezustands drohen, halten offenbar nur wenige Menschen von Zuwiderhandlungen ab. In Sevilla hat die Polizei eine Ansammlung von 120 Personen aufgelöst, die beim Austragen von Hahnenkämpfen erwischt wurden. Sieben Hähne, die bei den Kämpfen gestorben waren, sowie 40.000 Euro Wettgelder wurden sichergestellt. 83 Personen wurden bestraft wegen Verletzung des Ausnahmezustands und wegen Tierquälerei. Die Polizei in Madrid hat alleine am letzten Wochenende 400 Haus-Partys und 93 Ansammlungen von Menschen in öffentlichen Parks aufgelöst. Zusätzlich wurden 3.847 einzelne Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Ausnahmezustands geahndet.

    Die 28 älteren Menschen, die aus einem mit Covid-19 verseuchten Pflegeheim in Alcalá del Valle in ein Heim in La Línea umgesiedelt werden mussten, sind wieder in ihr Heimatdorf zurückgekehrt.

    Gibraltars Stufenplan

    Fabian Picardo, der Chief Minister von Gibraltar, hat gestern Gibraltars Sieben-Stufenplan »Unlock the Rock« zur Aufhebung der Corona bedingten Einschränkungen veröffentlicht, der bei optimalem Verlauf Gibraltar bis zum 1. August 2020 die Normalität zurückbringen soll. Gibraltar befindet sich derzeit in Stufe 1, was bedeutet, dass die Menschen die drei Hauptstraßen zum Einkaufen nutzen dürfen.

    Mit Stufe 2 dürfen ab 18. Mai Museen, Ausstellungen und Galerien geöffnet werden. Ebenso Schulen, das Parlament, Baustellen und Fitnesscenter, natürlich unter Beachtung der Distanz- und Hygieneregeln. Die Krankenhäuser sind wieder für nicht notwendige Operationen geöffnet. Ab 21. Mai dürfen Personen, die älter als 70 Jahre alt sind oder einen Body Mass Index über 30 aufweisen, erstmals ihre Wohnungen verlassen. Es wird diesem Personenkreis aber weiterhin empfohlen, zuhause zu bleiben.

    In Stufe 3 werden ab 1. Juni wieder Gottesdienste gestattet. Restaurants, die eine behördliche Erlaubnis haben, dürfen mit 50% ihrer Kapazität öffnen. Zwei der wichtigsten Innenstadtstraßen werden für den Verkehr gesperrt, so dass Fußgänger mehr Platz haben und die Luftqualität verbessert wird. Eine Tracing App für Smartphones wird eingeführt. Theateraufführungen müssen als »Geisterspiele« in geschlossenen Räumen vor leeren Rängen stattfinden, werden aber im Fernsehen und den sozialen Medien übertragen.

    Mit Stufe 4 dürfen die Menschen ab 16. Juni wieder jene Bars, Restaurants und Cafes besuchen, die in Stufe 3 keine behördliche Erlaubnis erhalten hatten. Normales Baden an den Stränden soll wieder möglich werden unter Wahrung von ausreichender Distanz.

    In Stufe 5 und 6 wird alles geöffnet, was bis dahin noch geschlossen war. Hochzeiten und Beerdigungen dürfen wieder mit der üblichen Anzahl an Teilnehmern stattfinden.

    Bisher wurden 4.000 Personen getestet, das sind 13% der Gesamtbevölkerung. Darunter waren 147 bestätigte Infektionen. Aktiv sind derzeit noch 4 Infektionen. Niemand ist an Covid-19 gestorben.


    Update: Stand 11. Mai 2020 – 11 Uhr

    Vom 17. bis 28. Oktober 2019 fanden in Wuhan die militärischen Weltfestspiele statt. Dort traten auch 170 Athleten aus Spanien an, von denen zwei an Corona ähnlichen Symptomen litten und weitere zwei diese nach der Rückkehr aufwiesen. Man hielt es damals für eine normale Erkältung oder Grippe. Soldaten aus Frankreich wiesen ähnliche Symptome auf. Aber das ist Schnee von gestern. Spanien blickt mit Euphorie in die Zukunft:

    • Alle andalusischen Provinzen erfüllen die Voraussetzungen (0 bis 9,9 Infizierte pro 100.000 Einwohner) um am 11. Mai in die Phase 1 der Erleichterungen des Ausnahmezustands einzutreten. Die Provinz Málaga wird allerdings erst am 18. Mai in die Stufe 1 übergehen, obwohl die Zahl der Neuinfizierten von 65 auf 15 zurückging. Das sorgt für Unmut in den kleineren Städten, wo es überhaupt keine Neuinfektionen gibt. 52% aller Neuinfektionen in der Provinz Málaga konzentrieren sich auf die Stadt Málaga. Auch die Provinz Granada wurde vorerst vom andalusischen Gesundheitsminister Jesus Aguirre Muñoz von den Lockerungen ausgenommen. Dort darf man sich noch nicht mit Freunden treffen, Beerdigungen, Seminare, Open Air Veranstaltungen und Straßen-Märkte sind ebenfalls verboten. Und an die Öffnung der Restaurant-Terrassen ist nicht zu denken.
    • Barcelona, Castilla-La Mancha, der größte Teil von Valencia und die Hauptstadt Madrid führen ebenfalls noch nicht die Stufe 1 ein. In Madrid fehlen von 1.400 vorgeschriebenen Notfall-Betten 50, von 24.750 Krankenhausbetten fehlen 7.750. Die Generaldirektorin des Madrider Gesundheitswesens Yolanda Fuentes ist deshalb am Donnerstag von ihrem Posten zurückgetreten. Nur 52% der spanischen Bevölkerung erreichen am Montag die Stufe 1. Weiterhin werden täglich 15.000 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen wegen Verletzung der Bestimmungen des Ausnahmezustands.
    • In Sevilla und anderen andalusischen Städten steigt das Thermometer schon jetzt auf 32 Grad. Zunehmend beschweren sich Eltern, dass die Kinder nur in der Nachmittagshitze zwischen 12 und 19 Uhr nach draußen gehen dürfen. Daher will der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa jetzt über eine Veränderung des sehr starren Zeitplans für den Ausgang ins Freie nachdenken.

    Das spanische Kurzarbeitergeld ERTE wurde von der Regierung bis zum 30.Juni verlängert. Das Parlament muss die Vereinbarung noch bestätigen. Derzeit erhalten 3,3 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld. 1,9 Millionen Spanier beziehen Arbeitslosengeld.

    Baskisches Pokalfinale soll nicht als Geisterspiel ausgetragen werden

    Athletic Bilbao und Real Sociedad San Sebastian sind die diesjährigen Finalisten der Copa del Rey (entspricht dem deutschen Fußball-Pokal). Wegen der Corona-Krise können sie diese Saison das Finale nicht spielen, welches für den 18. April vorgesehen war. Die UEFA hat beide Clubs nun unter Druck gesetzt, dass der mit dem Pokalsieg verbundene Europa League Platz an den Tabellen-Siebten der spanischen ersten Liga vergeben wird, falls das Pokalfinale nicht rechtzeitig stattfindet. Beide spanische Finalisten haben aber entschieden, dass sie das Finale auf Ende 2020 oder auf das Jahr 2021 verschieben möchten. Es ist beiden Clubs wichtiger, in einem vollen Stadion zu spielen statt ein Geisterspiel durchzuführen, nur um einen Europa-League Platz zu ergattern. Die Entscheidung ist auch deshalb bemerkenswert, weil beide Clubs in den letzten 30 Jahren keinen einzigen Titel gewonnen haben und weil das letzte Finale zwischen zwei baskischen Mannschaften 1927 stattgefunden hat. Damals gewann Real Union Irún mit 1:0 gegen Arenas Club de Getxo.

    Spanien hofft auf deutsche Touristen

    Die IATA (International Air Transport Association) prognostiziert, dass die Preise für Flugtickets nach der Corona-Krise um 52% ansteigen werden. Easyjet hat bereits angekündigt, dass die mittleren Sitzreihen nicht besetzt werden. Nicht nur die um 1/3 verringerte Sitzplatzkapazität und die höheren Kosten für die Desinfizierung, sondern auch der allgemein trostlose Zustand der Luftfahrtbranche werden zu der Preiserhöhung führen.

    Viele Hoteliers auf Mallorca dringen darauf, dass der Flughafen von Palma zum 1. Juli wieder geöffnet werden muss, damit wenigstens die Hälfte der Sommersaison gerettet werden kann. Der Flughafen Palma müsse Fiebermessungen, Antikörpertests und einen Gesundheitspass anbieten. Große Anbieter wie TUI verkaufen schon wieder Pauschalreisen zu den Balearen und es wäre verheerend, wenn diese dann abermals storniert werden müssten. Andererseits herrscht große Angst, dass die Touristen wieder das Virus nach Spanien bringen.

    Die Hoteliers verwiesen auf Griechenland, wo die Regierung alles tue um Touristen dorthin zu locken. Griechenland hofft auf wohlhabende Touristen, die Yachten mieten oder Ausflüge im Landesinneren machen, während Spanien auf den üblichen Strandtourismus setzt. Im Letzten Jahr kamen 11 Millionen deutsche Touristen nach Spanien, darunter 1,5 Millionen auf die Balearen.

    Die Hoteliers haben mit Bestürzung ein Interview im ZDF mit dem deutschen Staatssekretär für Tourismus im Wirtschaftsministerium Thomas Bareiß zur Kenntnis genommen, der zusammen mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer Dr. Klaus Reinhardt davon ausgeht, dass sich Reisen nach Spanien, Griechenland und in die Türkei nur schleppend erholen werden. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet riet für 2020 sogar ganz von Auslandsreisen ab und bewarb stattdessen den innerdeutschen Tourismus. In Anbetracht weitgehend leer stehender Hotels im Sommer 2020 sollen bereits zwei Hotelketten auf den Balearen beschlossen haben, ihre Häuser erst wieder zu Ostern 2021 zu öffnen um ihre Liquidität zu schonen.

    Geplante Schulöffnungen in Spanien

    Die Schulen in Spanien sollen erst wieder im September öffnen. Davon abweichend möchte die andalusische Landesregierung die andalusischen Schulen bereits zum 18. Mai wieder öffnen. Am 11. Mai sollen sich Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter zur Vorbereitung der Schulöffnung treffen. Betroffen sind 1.445.148 andalusische Schüler. Zusätzlich haben alle Eltern ein Problem, die JETZT entscheiden müssen, auf welche Schule ihre Kinder im September 2020 überhaupt gehen sollen. Denn sie können während des Ausnahmezustands die ins Auge gefassten Schulen nicht persönlich besuchen. Nicht so die internationale Schule »Laude San Pedro« in Marbella. Die Privatschule informiert an drei Terminen ganztägig interessierte Eltern online über ihr Angebot. Es beginnt mit einer virtuellen Besichtigungstour durch die Klassenräume, das Lehrangebot und die Sporteinrichtungen. Danach kann man online dem Lehrerteam Fragen stellen.

    Bedürftige Schüler in Madrid müssen auf frisches Obst verzichten und mit Fastfood vorlieb nehmen. Wegen der Schließung der Schulen fällt auch die Schulspeisung aus. Die Madrider Stadtverwaltung hat daher auf die Schnelle Liefervereinbarungen mit den Unternehmen Tele Pizza und Sandwich Shop Rodilla abgeschlossen. Platano de Canarias wollte wöchentlich 12.000 Bananen beisteuern. Die Firma aus den Kanaren beliefert in Madrid nur den zentralen Markt Mercamadrid. Der gehört jedoch nicht zu den Verteilzentren von Tele Pizza und Rodilla. Daher kam keine Vereinbarung zwischen den drei Firmen zustande. Platano de Canarias beliefert bereits Schulspeisungen in Andalusien, Castilla-La Mancha und Extremadura. Die Firma hat dort jedoch Vereinbarungen mit lokalen Anbietern von Schulspeisungen, nicht mit Stadtverwaltungen.

    Die ultrarechte VOX Partei hat beantragt, dass die Jagd von der Liste der nicht notwendigen Aktivitäten gestrichen wird. Der Antrag fand im Parlament keine Mehrheit.

    In Palma haben die Gastronomen moniert, die Regel, dass Terrassen nur mit 50% der üblichen Zahl an Tischen belegt sein dürfen und zusätzlich ein Streifen von 2,50 m für Fußgänger frei zu halten ist, kein auskömmliches Wirtschaften ermöglicht. Daher wird den Restaurants nun bis zum Ende der Pandemie gestattet, Parkplätze mit zu benutzen. Parkende Autos müssen wegfahren und dann kann der Gastronom die frei gewordene Parkfläche als Terrasse einzäunen.

    Aus Deutschland kennen wir die Posse eines Golfplatzes, der zur Hälfte im Land Bremen, zur anderen Hälfte in Niedersachsen liegt. Zu den unterschiedlichen Lockerungen der Corona-Einschränkungen gehört, dass auf dem Bremer Teil des Golfplatzes Golf gespielt werden darf, auf dem niedersächsische jedoch nicht. In Spanien haben ganze Dörfer solche Probleme. Der Weiler Ventorros de Balerma hat 370 Einwohner, die sich auf die Städte Loja in der Provinz Granada und Iznájar in der Provinz Cordoba verteilen. Gemäß dem 4-Stufen Plan der spanischen Regierung dürfen bis 1. Juni alle erlaubten Aktivitäten nur innerhalb EINER Provinz ausgeübt werden. Die Einwohner im Cordobeser Teil von Ventorros de Balerma dürften zwar 200 km zum Bäcker in Córdoba fahren, aber nicht um die Ecke zum Bäcker in Loja.

    Kritik an Amazon auch in Spanien

    Amazon ist in Spanien in die Kritik geraten. Weil während der Corona-Krise der Umsatz von Amazon Spanien um 30% gestiegen ist, hat Amazon Spanien zusätzlich zu seinen 879 spanischen Angestellten noch 1.500 Kurzzeitkräfte angeheuert. Die spanischen Gewerkschaft CCOO bemängelt, dass bei den Zusatzkräften die Hygienevorschriften nicht eingehalten würden. In den spanischen Lagerhäusern von Amazon sind 8 Personen an Covid-19 erkrankt und 80 befinden sich in Quarantäne.

    Beklagt wurde auch, dass Amazon in Spanien während des Ausnahmezustands »nicht notwendige« Waren verkauft, während das den »realen« Läden in Spanien verboten ist. So abwegig ist diese Idee gar nicht. In Frankreich wurde Amazon France aus dem gleichen Grund zu einer täglichen Geldbuße von 100.000 Euro verurteilt.

    Aus Protest gegen das Urteil hat Amazon France seine sieben französischen Lagerhäuser bis zum 13. Mai geschlossen. Die für Amazon Italien und Spanien zuständige Managerin Marseglia wies darauf hin, dass Amazon in Spanien 6.000 Händler von seiner Handelsplattform verbannt habe, weil diese während des Lockdowns bei Masken und anderen wichtigen Gütern unangemessene Preiserhöhungen vorgenommen hätten. Bei 500.000 Artikeln seien von Amazon Preiskorrekturen angemahnt worden.

    Trotz Corona werden andere wichtige und weniger wichtige Vorhaben der Regierung Sánchez nicht vergessen. Das Ministerium für den ökologischen Wandel hat den zweiten nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel veröffentlicht. Es beinhaltet neue Regeln und Handlungsempfehlungen, mit denen Spanien bis 2050 klimaneutral werden soll.

    Neben Griechenland, Rumänien, Slowakei und Zypern ist Spanien das einzige EU-Mitglied welches die Unabhängigkeit des Kosovos nicht anerkennt. Die spanische Regierung verweigert die Anerkennung deswegen, weil sie keinen Präzedenzfall für die Unabhängigkeit Kataloniens schaffen will. Auf einem EU Treffen vor zwei Jahren in Sofia blieb der spanische Stuhl deshalb leer. Dieses Mal jedoch wird es wegen Corona eine virtuelle Konferenz geben. Der spanische Ministerpräsident Sánchez hat seine Teilnahme unter folgenden Bedingungen zugesagt: Im Bildhintergrund dürfen keine staatlichen Symbole wie z.B. Flaggen zu sehen sein. Wenn jemanden das Wort erteilt wird, darf der Sprecher seinen Namen nennen, aber nicht seine Nationalität und seinen politischen Titel.

    Zwar sieht Spanien großen wirtschaftlichen und finanziellen Einbußen durch die Corona-Epidemie entgegen. Das ficht aber die Stadtverwaltung von Estepona nicht an, für 11 Millionen Euro einen protzigen 8-stöckigen Betonklotz als neues futuristisches Rathaus an den Rand der Altstadt zu setzen, der die schöne Silhouette von Estepona verschandeln wird.

    Immerhin ging die allgemeine Kriminalität in Spanien während der ersten zwei Wochen der Ausgangssperre um 73% zurück. Nicht enthalten sind die Zahlen für Morde, Sexualdelikte und Cyberkriminalität.

    Gibraltars Chef Minister Fabian Picardo würdigte am 75. Jahrestag des Sieges über Hitler- Deutschland, dass Gibraltar im 2. Weltkrieg das einzige freie Land in Kontinental-Europa gewesen sei. So wie sich Gibraltar gegen den Faschismus behauptet habe, werde es sich auch gegen das Coronavirus behaupten. Er dankte vor allem den Veteranen, die während der Corona-Krise eingesperrt in ihren Wohnungen durchhalten mussten. Gibraltar fühlt sich wie im Krieg, weil die EU ihre Außengrenzen bis Mitte Juni geschlossen hat.


    Update: Stand 7. Mai 2020 – 9 Uhr

    Heute geht es mal um die Faszination der Zahlen in der Corona-Krise. In Andalusien waren statistisch gesehen vor allem kleine Gemeinden Zentren der Corona-Pandemie. Das 1.392 Seelen Dorf Cuevas Bajas tief im Inneren der Provinz Málaga führt die Hitliste an mit 11,5 Infizierten pro 1.000 Einwohner. Das sind ganze 14 Fälle. Rute in der Provinz Córdoba folgt mit 9,34 pro 1.000 Einwohner. Verglichen damit war in der Stadt Málaga mit 2,91 Infizierten pro 1.000 Einwohner eher wenig los. Absolut waren aber 1.655 Personen betroffen!

    Bürgermeister Manuel Lara ist überrascht und verärgert, dass Cuevas Bajas die Liste anführt. Er hat nur durch Zufall erfahren, dass sein Dorf es auf diesen »prominenten« Platz geschafft hat. Er fühlt sich von der Landespolitik im Stich gelassen, die trotz großer Versprechungen für 44 Tage nur 344 Masken geliefert hat. Lara kann sich selbst nichts vorwerfen. Er hatte sein Dorf jede Nacht durch eine Spezialfirma desinfizieren lassen und ältere Mitbürger durch einen Lieferservice mit Lebensmitteln beliefert.

    Zahlen sind ja immer relativ. Die Metro in Madrid beförderte gestern 29% mehr Fahrgäste als vorgestern. Toll, es geht aufwärts! In absoluten Zahlen liest sich das nüchterner: Vorgestern waren es noch 1.821 Fahrgäste, gestern »schon« 2.351. Vier Tage vor Verhängung des Ausnahmezustands immerhin 10 Mal so viele, nämlich 24.778. Aber an normalen Werktagen im Februar waren es halt 1.577.233! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Hoffnung ist die Nahrung, welche die Welt in Zeiten der Corona-Pandemie gierig aufsaugt wie ein Schwamm. Die spanische Regierung steht unter hohem Druck von Gesellschaft und Politik, das Land 50 Tage nach Ausrufung des Notstands schnellstens in den Normalmodus zurück zu führen. Die Opposition hatte bereits angekündigt, dass sie eine weitere Verlängerung des Ausnahmezustands nicht mittragen wird. Dennoch konnte Sánchez mit Hilfe der kleineren Parteien den Ausnahmezustand nochmals bis zum 24. Mai verlängern.

    Da kommt wie ein Geschenk des Himmels eine Studie der theoretischen Biologen der Universität Singapur daher, die für Spanien das Ende der Pandemie (99 Prozent der Ansteckungen sind vorbei) für den 19. Mai 2020 vorhersagt. Wenn es der Computer so »errechnet« hat, muss es ja wohl stimmen!

    Corona Studie Spanien
    Theoretische Berechnungen zur Corona-Pandemie in Spanien ( Singapore University of Technology and Design (SUTD) )

    Die Wissenschaftler verwendeten für ihre theoretischen Berechnungen das in der Pandemieforschung bekannte SIR-Modell (Susceptible-Infected Recovered model). Zwar stellten sie ihrer Studie die nachstehende Warnung voran:

    »Der Inhalt dieser Website dient NUR Bildungs- und Forschungszwecken und kann Fehler enthalten. Das Modell und die Daten entsprechen nicht den komplexen, sich verändernden unterschiedlichen Realitäten verschiedener Länder. Vorhersagen sind von Natur aus unsicher. Leser müssen Vorhersagen mit Vorsicht treffen. Übergroßer Optimismus aufgrund einiger vorhergesagter Enddaten ist gefährlich, da er unsere Disziplin und unsere Kontrollen lockern, ein Wiederaufflammen des Virus und der Ansteckung verursachen kann und daher vermieden werden muss.«

    So etwas liest aber kein Politiker. Genauso gut hätten die Wissenschaftler schreiben können: »Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker«.

    Die entsprechenden Daten für das Ende der Pandemie lauten übrigens für:

    • Deutschland: 29.05.2020
    • USA: 18.06.2020
    • Die ganze Welt: 14.12.2020

    Zu Weihnachten ist also der Spuk garantiert vorüber?

    Wie geht es mit dem Tourismus in Andalusien weiter?

    Der Tourismus trägt mit 12% zur Wirtschaftskraft Andalusiens bei. Die andalusische Regierung will bereits am 25. Mai wieder die Strände öffnen und damit im Stufenplan der Regierung Sánchez gleich die Stufe 2 überspringen und mit Stufe 3 weitermachen.

    Es soll zeitliche Vorgaben, Einlass- und Ausgangskontrollen geben, die Gäste müssen ihre eigenen Handtücher mitbringen und 2 Meter Abstand einhalten. Strandliegen dürfen keine Matratzen haben. Die beliebten Strandrestaurants ‚Chiringitos’ sollen von der »Kanonen-Steuer« befreit werden, was ja nicht anderes heißt, als dass sie ebenfalls geöffnet sein sollen.

    Der Sand toll täglich desinfiziert werden. Dabei sollte man das Kind aber nicht mit dem Bade ausschütten. Die Stadtverwaltung des bei Touristen wegen seines Thunfischs beliebten Hafenstädtchens Zahara de los Antunes in der Provinz Cádiz hat den schönen Sandstrand in einer nächtlichen Aktion mit chemischen Bleichmitteln behandelt und eine Umweltkatastrophe ausgelöst.

    Die Stadt Torremolinos will Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen um den Zugang zu den Stränden zu regeln. Die Firma Juma Fuengirola hat dazu eine App entwickelt. Mit 70 Sensoren, die an Beleuchtungsmasken angebracht werden, soll gemessen werden, wie viele Menschen zu den sieben Stränden strömen oder sie verlassen. Wenn das Abstandsgebot von zwei Metern rechnerisch überschritten ist, wird ein Alarm ausgelöst und der Zutritt zu dem jeweiligen Strandabschnitt unterbrochen. Solange die App Grün anzeigt, ist alles in Ordnung. Sie springt auf Orange um, wenn 75% der Kapazität erreicht ist und auf Rot, wenn es zu Überfüllung kommt. Diese App ließe sich auch in Hotels und Einkaufszentren einsetzen.

    Gemäß einer aktuellen Umfrage der auf Tourismus spezialisierten Beratungsfirma DNA würden 80% der Spanier Urlaub machen, sobald das erlaubt wird, obwohl der Virus noch im Land ist. Nur 6% lehnen für sich Urlaub aus Furcht vor dem Virus ab. 76% der Urlaubshungrigen bevorzugen Urlaub in Spanien, 20% im Ausland. 33% der Urlauber würden sofort nach Andalusien aufbrechen. Die Balearen und Valencia folgen mit jeweils 10%. Die Kanaren würden gemieden, weil dort das Virus zuerst auftrat. 60% würden mit dem Auto anreisen, aber nur 1,6% trauen sich, einen Mietwagen zu nehmen.

    Man darf sich Sorgen machen, ob die spanische Bevölkerung und die sonnenhungrigen Touristen die vorgeschlagenen Kontrollen und Einschränkungen ernst nehmen. Etwa so wie der spanische Frisörsalon, der vorgestern bei Start der Stufe Null dabei erwischt wurde, dass viel mehr Kunden anwesend waren als nach der Quadratmeterzahl zulässig gewesen wäre. Die Kunden hatten keine Voranmeldungen und die angestellten Frisöre keine Arbeitserlaubnis.

    Oder wie Tennis-Star Novak Djokovic, der beim Tennis-Spiel mit seinem Partner Carlos Gomes Herrera auf dem Tennisplatz im Puente Romano in Marbella gefilmt wurde. Die Ausübung dieser Sportart ist eigentlich während des Schrittes Null des spanischen Lockerungsplans noch verboten. Bisher wurden in Spanien 800.000 Personen wegen Verletzung des Ausnahmezustands gebührenpflichtig verwarnt. Alleine am letzten Wochenende waren es 40.000.

    Die Touristen müssen ja überhaupt erst mal nach Spanien kommen. Dazu braucht man Flugzeuge. Die niederländische KLM hat den Flugbetrieb von Amsterdam nach Madrid und Barcelona wieder aufgenommen. Bis August sollen während des Flugs Masken getragen werden. Der Flugplan kann sich aber wöchentlich ändern. Denn man braucht ja auch eine Einreiseerlaubnis der Spanier. Ende Mai sollen 15% des früheren Flugplans wieder durchgeführt werden, Ende des Jahres 75%.

    Die Niederländer befeuern die spanischen Hoffnungen auch noch auf andere Weise: In acht Jahren soll der Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop Amsterdam mit Barcelona in einer Fahrtzeit von 80 Minuten verbinden. Die rasende Zigarre wäre mit 965 km/h unterwegs. Ein europäisches Hyperloop Netzwerk soll eine Gesamtlänge von 10.000 km erreichen und stündlich 200.000 Passagiere befördern. Dabei wären die Menschen an der Costa del Sol schon froh, wenn es in acht Jahren endlich die oft versprochene Bimmelbahn von Nerja nach Algeciras gäbe. Die Firma Hardt Hyperloop im holländischen Delft wird von einem Konsortium unterstützt, dem u.a. die Deutsche Bahn AG, der Risiko-Kapitalgeber Frank Thelen und die Firma Continental beteiligt sind. Die Hyperloop Technologie eines Zuges, der durch eine Röhre mit Teil-Vacuum gleitet, ist eine Idee des Tesla-Gründers Elon Musk.


    Update: Stand 3. Mai 2020 – 11 Uhr

    Da Anfang Mai die Neuinfektionen mit 1.175 Fällen weiter rückläufig sind, hat der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa einen Stufenplan für die Rückkehr des Landes aus dem Ausnahmezustand in den Normalzustand verkündet. Am Montag, 4. Mai, beginnt die Stufe Null (Orden SND/380/2020, de 30 de abril, sobre las condiciones en las que se puede realizar actividad física no profesional al aire libre durante la situación de crisis sanitaria ocasionada por el COVID-19). Nur die Inseln Formentera, La Gomera, La Graciosa and El Hierro beginnen sofort mit Stufe 1. Der zeitliche Übergang zwischen den Stufen soll in Zukunft auf Provinzebene entschieden werden.

    Am gestrigen Samstag war ein besonderer Tag für viele Spanier. Erstmals durften sie vor ihre Tür gehen, ohne einen besonderen Grund dafür nachweisen zu müssen. Man darf jetzt wieder Spazieren gehen, Joggen und Rad fahren. Beim Joggen und Radfahren gibt es keine Kilometerbegrenzung. Man muss aber alleine sein und 2 Meter Abstand zu anderen Personen einhalten. Man soll Menschenansammlungen meiden und nicht unnötig stehen bleiben. Sportstätten dürfen nicht betreten werden. Beim Spazierengehen darf man sich maximal 1 km von seiner Wohnung entfernen und von maximal einer Person aus dem gleichen Haushalt begleitet werden. Für Personen, die mit dem Hund Gassi gehen, bleibt es bei den bisherigen Einschränkungen. Das Tragen einer Maske wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend.

    Allerdings gelten eine Reihe weiterer Einschränkungen:

    Man darf die Gemeinde, in der man wohnt, nicht verlassen. Je nachdem, zu welcher Personengruppe man gehört, darf man nur zu bestimmten Tageszeiten draußen sein.

    • 6 bis 10 Uhr: Erwachsene zwischen 14 und 69 Jahren mit maximal einer Begleitperson aus dem gemeinsamen Haushalt
    • 10 bis 12 Uhr: Hilfsbedürftige und Personen ab 70 Jahren
    • 12 bis 19 Uhr: Kinder bis 13 Jahren, eine Stunde Spazieren gehen in Begleitung eines Erwachsenen
    • 19 bis 20 Uhr: Hilfsbedürftige in Begleitung eines Betreuers und Personen ab 70 Jahren
    • 20 bis 23 Uhr: Erwachsene zwischen 14 und 69 Jahren mit maximal einer Begleitperson aus dem gemeinsamen Haushalt

    Die genannten Zeitfenster entfallen in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern. In der Provinz Málaga betrifft das 75 Gemeinden. Dort können alle Personen zwischen 6 und 23 Uhr nach draußen gehen.

    Seit gestern darf jede Privatperson einzeln nicht professionelle Arbeiten der Bearbeitung und Ernte landwirtschaftlicher Produkte in der eigenen Gemeinde oder in einer Nachbargemeinde durchführen. Eine unterhaltsberechtigte Person oder ein Kind darf auf das Feld mitgenommen werden.

    Alle genannten Aktivitäten sind solchen Personen verboten, die COVID-19 Symptome haben oder sich in Quarantäne befinden. Die Anreise mit einem motorisierten Fahrzeug oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem bestimmten Ort, um dort die oben genannten Aktivitäten durchzuführen, ist verboten.

    Ab Montag, dem 4. Mai dürfen Einrichtungen, in denen Kunden individuell bedient werden, also z.B. Frisöre, nach Terminvereinbarung aufgesucht werden. Restaurants dürfen Take away Service anbieten, aber keinen Verzehr vor Ort. Bevorzugte Öffnungszeiten werden dort für Personen über 65 Jahren festgelegt. Wenn die professionelle Dienstleistung den Körperkontakt mit Kunden erfordert (z.B. Friseure, Physiotherapeuten) müssen Masken und Handschuhe getragen werden.

    Mit Beginn der Stufe 1 ab 11. Mai soll man wieder seine Verwandten und Freunde besuchen dürfen, die in der gleichen Provinz wohnen. Allerdings möglicherweise nicht in deren Wohnungen, sondern nur auf der Terrasse eines Restaurants oder einer Bar, die dann aber nur mit 30% der normalen Besucherkapazität gefüllt sein darf. Details, wie viele Personen an solch einem Treffen wie lange teilnehmen dürfen, müssen noch ausgearbeitet werden. Da es gar nicht so viele Restaurant-Terrassen gibt, rechnet man damit, dass letztlich doch Besuche in Privatwohnungen gestattet werden. Die Lockerung der Besuchseinschränkungen würde auch voraussetzen, dass man dann in seinem privaten Auto auch wieder Mitglieder seines eigenen Haushalts mitnehmen darf.

    Ab 11. Mai sollen wieder Sportarten mit geringem Körperkontakt, wie z.B. Tennis, möglich sein. Unklar ist, ob das z.B. auch für Kitesurfen und andere Wassersportarten gelten wird. Kommerzielle Sportarten sollen wieder trainieren dürfen. Gottesdienste mit 30% der Kapazität sollen erlaubt werden.

    In Stufe 2 ab dem 25. Mai sollen Sportveranstaltungen mit bis zu 800 Personen möglich sein. Kulturelle Veranstaltungen mit 50 Personen innen oder 800 Personen draußen, sollen gestattet werden. Restaurants sollen auch innen mit der Kapazität von 30% der verfügbaren Plätze öffnen dürfen. Kindergärten sollen für Kleinkinder von berufstätigen Eltern geöffnet werden. Man soll wieder sein Ferienhaus aufsuchen dürfen, vorausgesetzt, es befindet sich in der gleichen Provinz wie die Hauptwohnung. Das ist also nichts für deutsche Besitzer von spanischen Ferienwohnungen.

    Bis mindestens 9. Mai gelten die Einreiseverbote für EU-Ausländer, die ihre spanische Ferienimmobilie aufsuchen wollen. Wer eine Residentenbescheinigung »Empradonada« vorweisen kann, soll danach möglicherweise einreisen können. Allerdings gilt dann möglicherweise immer noch, dass man sich nach der Rückkehr aus Spanien in Deutschland für zwei Wochen in Quarantäne begeben muss. Man sollte also auch die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland immer im Auge behalten.

    In Stufe 4 sollen ab Anfang Juni Restaurants in geschlossenen Räumen 50% der Kapazität nutzen dürfen.

    Der Schulbetrieb wird erst ab September wieder aufgenommen. Die kulturellen Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland werden da schon deutlich. Während Deutschland Kitas und Schulen möglichst schnell öffnen will, sorgen sich die Spanier um Restaurantbesuche.

    Eine Umfrage vom 25. April ergab, dass nur 31,3% der Bevölkerung die Maßnahmen der Regierung unterstützen, 55,6% sind dagegen und 13,1% unentschlossen. Nur 46,1% würden eine Regierung der Nationale Einheit, gebildet aus PSOE und PP, befürworten.

    Man darf gespannt sein, wie die Polizei die vielen Einzelbestimmungen überprüfen will. In Toledo beobachtete die Polizei einen Mann, der mit einem perfekten Haarschnitt herumlief. Sie schnüffelten herum und stießen auf einen Frisörsalon, der verbotenerweise geöffnet hatte. Der Frisör und die anwesenden zwei Kunden mussten Geldstrafen bezahlen, wobei der eine Kunde mit einer halben Frisur nach Hause geschickt wurde.

    Dreifach gestraft wurde ein Mann, der in den Bergen bei Valencia von Pferd gefallen war und sich schwer verletzt hatte. Er musste nicht nur die Strafe wegen Verletzung des Ausnahmezustands bezahlen, sondern auch noch den Helikopterflug ins Krankenhaus. Und sein Pferd verfügte weder über die nötigen Papiere und einen Mikrochip, noch über die vorgeschriebenen Impfungen.

    Die Lockerungen werden dringend benötigt, um die am Boden liegende Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen. Die spanische Regierung hat nach Brüssel gemeldet, dass 2020 die Wirtschaftsleistung um 9,2% einbrechen wird. Dabei soll der private Konsum um 8,8% zurückgehen, private Investitionen stürzen um 25,5 % ab, die Exporte sogar um 27,2%. Die Arbeitslosigkeit steigt auf 19%.

    Zur Wiederbelebung des daniederliegenden Immobilien-Geschäfts gewährt die Stadt Marbella jetzt allen Interessierten einen vereinfachten Zugang zu einer Bescheinigung, dass für den Erstbezug einer neuen Immobilie alle erforderlichen Bedingungen eingehalten wurden (Licencia de primera ocupación). Diese Bescheinigung kann man über einen Architekten auch rückwirkend beantragen, was für zehntausende Besitzer von Alt-Immobilien eine enorme Erleichterung darstellt. Dauerte die Ausstellung der Bescheinigung bisher eher 12 Monate, so soll das jetzt in wenigen Tagen möglich sein. Die Bescheinigung wird benötigt, wenn man seine Immobilie verkaufen oder vermieten möchte.

    Unter dem Codenamen »Seroprevalencia« läuft in Spanien seit einer Woche ein landesweiter Feldtest mit 90.000 Bürgern, an dem 24 Institute beteiligt sind. Der Test in 36.000 repräsentativ ausgewählten Familien soll ein klareres Bild über Infektionsrate sowie über den Anteil der Menschen mit Antikörpern geben. Der Test soll helfen zu beurteilen, wie schnell der Ausstieg aus dem Ausnahmezustand angegangen werden kann. In einem Abstand von drei Wochen werden die Getesteten nochmals untersucht.

    Lockerungen auch in Gibraltar

    Unter dem Slogan »Unlock the Rock« wurden auch für Gibraltar Lockerungen der Corona bedingten Einschränkungen verkündet: Am gestrigen Samstag durften Gibraltars Bürger erstmals wieder auf der Mainstreet zum Shopping gehen. Wegen der reduzierten Umsatzerwartungen unterstützt die Regierung die Einzelhandelsgeschäfte weiterhin mit direkten »Beat Covid«-Zuschüssen, bisher 5,7 Millionen Pfund. Allerdings gilt die Hilfe nur für Firmen, die keine Rückstände bei Steuern und Sozialabgaben haben.

    Ältere Mitbürger dürfen sich von 10 bis 12 Uhr in bestimmten Zonen im Freien aufhalten. Restaurants und Cafes bleiben bis auf weiteres geschlossen, Take away Service ist aber möglich. Fitnessstudios bleiben geschlossen, aber Personal Trainer dürfen wieder arbeiten. Baustellen, die eine Erlaubnis des Chief Technical Officers von Gibraltar haben, werden ab Montag geöffnet. Die Notfallbetten in Krankenhäusern dürfen wieder von Patienten genutzt werden, die kein Corona haben.

    Die Schulen haben wieder geöffnet, wobei die eine Hälfte der Klasse vormittags, die andere Hälfte nachmittags beschult wird. Die Schüler sollen ihre eigenen Lernmaterialien mitbringen. Auch der Spanisch-Unterricht des Instituto Cervantes ist in Gibraltar wieder möglich.

    Jede Woche verkehrt ein Flieger von British Airways mit 70 Passagieren zwischen Großbritannien und Gibraltar. Wöchentlich bringen 600 Lkw aus Spanien Güter nach Gibraltar. Die Regierung vermutet, dass der Tourismus erst wieder 2022 Fahrt aufnimmt. Chief Minister Fabian Picardo sagte: »Wir haben damit gerechnet, dass die Wirtschaftsleistung wegen des Brexit vorübergehend zurückgeht. Aber auf eine Rezession infolge eines weltweiten Virus-Tsunamis waren wir nicht vorbereitet«.

    Die irische Billigfluglinie Ryanair rechnet für April und Mai mit einem Verlust von 100 Millionen Euro. Ryanair hat angekündigt 3.000 Mitarbeiter zu entlassen und bis März 2021 nur 50% der Löhne zu bezahlen sowie den Flugbetrieb – von wenigen Ausnahmen abgesehen – erst wieder ab Juli 2020 aufzunehmen. Die Flugpreise würden dann sinken, weil Ryanair sich gegen Fluglinien behaupten müsse, die mit 30 Milliarden Euro von den Staaten am Leben gehalten werden. Zwischen Juli und September 2020 rechnet Ryanair mit einer Halbierung der mit 44,6 Millionen geplanten Zahl der Passagiere.

    Spanien zieht vorzeitig sein 600 Mann starkes Kontingent der UN Friedenstruppe aus dem Libanon ab. Gleichzeitig übernimmt Spanien das Kommando über die NATO Flugplätze im Baltikum.

    Wale und Delfine werden an den Stränden in Katalonien, Murcia und den Balearen jetzt immer öfter in Küstennähe gesichtet.


    Update: Stand 28. April 2020 – 19 Uhr

    Am 28. April gibt es in Spanien 209.465 bestätigte Infektionen. 23.190 Menschen sind an COVID-19 verstorben. Bei den Neuinfektionen werden jetzt auf Anweisung des Gesundheitsministeriums diejenigen nicht mitgezählt, bei denen mit dem neu eingeführten Antikörper-Test Antikörper gefunden wurden. Begründet wird das mit der wissenschaftlichen Vermutung, dass Antikörper auch durch Kontakt mit anderen (harmloseren) Coronaviren gebildet worden sein könnten. Das führte zur Verwirrung über die Aussagekraft der Zahlen. Denn ohne die Antikörper-Tests gab es im Vergleich zu gestern 2.700 Neu-Infektionen, mit den Tests hingegen 6.700.

    36.000 Angehörige des medizinischen Personals sind mit dem Coronavirus infiziert, das sind 20% dieser Personengruppe. In Italien sind nur 10% infiziert, in China 4% und in den USA 3%. Die hohe Ansteckungsrate in Spanien wird damit erklärt, dass hier lange Zeit zu wenig Schutzkleidung verfügbar war. Es gibt immer noch nicht genügend Testkits für Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern.

    In den letzten zwei Wochen haben sich 41.399 Spanier neu angesteckt. Das ist immer noch ein sehr hoher Wert, zeigt aber, dass sich das Infektionsgeschehen auf hohem Niveau beruhigt, wenn man es mit anderen Ländern vergleicht, deren Kurve sich noch in der Aufwärtsbewegung befindet. Unter diesen Ländern haben die USA, Russland, die Türkei, Brasilien, Großbritannien und Bangladesch in den letzten zwei Wochen höhere Zuwächse zu verzeichnen als Spanien. Es ist daher begreiflich, dass in Spanien jetzt Ausstiegsszenarien aus dem sehr strengen Lockdown diskutiert und bereits teilweise umgesetzt werden.

    Seit Sonntag dürfen Kinder im Alter unter 14 Jahren erstmals wieder an die frische Luft, wovon sie auch reichlich Gebrauch gemacht haben. Natürlich muss draußen der 2 m Abstand eingehalten werden.

    Allerdings ist die Lockerung sehr eingeschränkt: Die Kinder dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen nach draußen. Ein Erwachsener darf maximal 3 Kinder begleiten. Bei einer Familie mit 5 Kindern müssten also Vater und Mutter rausgehen, der Vater mit drei Kindern, die Mutter mit zwei, oder umgekehrt. Ein Kind darf pro Tag nur 1 Stunde rausgehen und zwar zwischen 9 Uhr und 21 Uhr. Das Kind darf also z.B. nicht erst eine Stunde mit dem Vater und später eine Stunde mit der Mutter das Haus verlassen. Spielzeug, ein Ball, ein Fahrrad, ein Roller und ein Kinderwagen dürfen mitgenommen werden. Das Kind mit seinem erwachsenen Begleiter darf sich maximal 1 km von der Wohnung entfernen.

    Zwar darf nun auch an vielen Stränden Spazieren gegangen werden, z.B. in Palma de Mallorca oder in Marbella, in vielen Städten aber eben auch nicht. Schwimmen darf man auf keinen Fall. Und wer weiter als 1 km von einem Strand entfernt wohnt, wird noch viele Tage keinen Strand sehen. Vielerorts darf man öffentliche Parks nicht betreten. Spielplätze sind völlig tabu. Das Tragen von Masken wird empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren dürfen das Haus weiterhin nur aus »notwendigen« Gründen verlassen. Die Polizei hat zahlreiche »Unregelmäßigkeiten« auf den Stränden registriert, vor allem: Zwei oder mehr Erwachsene ohne Kinder, Kinder, die miteinander spielen, statt alleine. Corona stellt leider alle natürlichen Arten des sozialen Miteinanders auf den Kopf.

    Bußgelder in Spanien

    Bei Zuwiderhandlungen gegen die obigen Regeln wird gemäß des Bußgeldkatalogs des Ley de Seguridad Ciudadana sofort ein Bußgeld von 601 Euro fällig, bei »Zusammenrottung« mehrerer untereinander fremder Personen sogar 1.501 Euro. Allerdings lassen sich die drastischen Geldstrafen halbieren, wenn der Delinquent sie innerhalb einer Woche bezahlt.

    • Da hat man schon mehr Verständnis, dass die Polizei in einer Villa in Sant Josep de sa Talaia auf der Insel Ibiza eine Privatparty mit 20 Gästen hochgenommen hat. Das wurde für die Beteiligten ein sehr teures Vergnügen.
    • In Galizien gab eine von der Polizei angehaltene Autofahrerin an, sie müsse zur Beerdigung ihrer Mutter. Die Beamten ließen die Frau weiter fahren, recherchierten aber anschließend, dass die Mutter bereits vor sechs Wochen verstorben war. Auch diese Notlüge wurde nachträglich teuer.
    • In einer Klinik in Palma de Mallorca wurde an einem Patienten, der wegen eines gebrochenen Beins dort lag, ein COVID-19 Test gemacht, der positiv war. Der Mann hielt das Testergebnis für falsch, da er keine Symptome verspürte und verließ daraufhin die Klinik. Er wurde von der Polizei gefasst und in Handschellen in eine andere Klinik verbracht, wo er nun in einem Einzelzimmer mit Polizeibewachung auf seinen Strafprozess wartet.
    • In dem Dorf Vilafranca de Bonany auf Mallorca wurden 4 alkoholisierte Personen, darunter der Bürgermeister, von der Polizei bei einer zünftigen Party überrascht. Die Strafe betrug 3.000 Euro pro Person. Der Bürgermeister vom Partido Popular will weiter im Amt bleiben.
    • In einem Krankenhaus in Madrid drehte ein falscher »Immunologe« dem Klinikpersonal teure Schutzkleidung an, das dieses in Ermangelung offizieller Ausstattung auf private Rechnung kaufte. Er arbeitete dabei mit einem anderen falschen Arzt zusammen, der noch nicht identifiziert werden konnte.

    Für in Spanien lebende Briten gibt es immer noch reichlich Angebote für käuflichen Sex. In den englischsprachigen Zeitungen erscheinen viele Anzeigen mit Texten wie «Beautiful blonde. Offer Covid19: 40€«. Prostitution gehört während des Ausnahmezustands zu den verbotenen »nicht existenziellen Betätigungen«. Sex-Worker müssen aber irgendwie während der Pandemie ihren Lebensunterhalt verdienen, denn sie fallen unter keines der finanziellen Hilfsprogramme der Regierung. Die UN führt Spanien als »Bordell Europas«. 300.000 Prostituierte erwirtschaften in normalen Zeiten in Spanien einen jährlichen Umsatz von 24,5 Milliarden Euro. Offenbar ist die Sparte doch »systemrelevant«.

    Falls sich die Menschen vernünftig verhalten, stellte Ministerpräsident Sánchez für den 2. Mai in Aussicht, dass Erwachsene wieder in die Natur gehen und dort Einzelsportarten ausführen dürfen. Sánchez hob hervor, dass sich der Grad der Erleichterungen zukünftig danach richten wird, wo die Menschen wohnen. »Es wird abgestuft und asymmetrisch gelockert und es wird darauf ankommen, in welcher Gegend Spaniens jemand wohnt. Wir werden nicht alle mit der gleichen Geschwindigkeit vorankommen«.

    In Andalusien hat sich das Infektionsgeschehen sehr beruhigt. Dort liegt niemand mehr wegen COVID-19 auf der Intensivstation. Der andalusische Präsident Juanma Moreno Bonilla will jetzt zügig weitere Lockerungen durchsetzen und hat offenbar das Plazet von Ministerpräsident Sánchez erhalten, da ja einzelne Regionen in Zukunft von den für gesamt Spanien geltenden Regeln abweichen dürfen. In der Provinz Málaga gibt es noch 3.006 Fälle. In vielen kleinen Bergdörfern wie Istán, Parauta oder Iznate gibt es überhaupt keinen Infizierten mehr. Spitzenreiter sind die Stadt Málaga mit 1.652 Infizierten; es folgen Marbella (222), Rincón de la Victoria (113), Benalmádena (101), Torrremolinos (100) und Ronda (97).

    Moreno hat angekündigt, dass kleine Läden, Frisöre und Nagelstudios am 11. Mai öffnen dürfen. Ab 18. Mai sollen Beerdigungen ohne Begrenzung der Zahl der Trauergäste wieder möglich sein. Ab 25. Mai sollen sogar Bars und Restaurants wieder in Betrieb gehen. Die Gäste sollen durch Plexiglasscheiben getrennt und durch Wärmebildkameras wegen Fieber überwacht werden. Moreno wollte auch die Schulen ab 15. Mai wieder öffnen, wogegen die Eltern- und Lehrerverbände aber Sturm liefen. Nun werden sie wohl frühestens im September öffnen.

    Die ungarische Billigfluglinie Wizz will Ihre Flüge von London-Luton auf die Kanaren ab 1. Mai wieder aufnehmen. An die Passagiere werden Masken und Desinfektionsmittel ausgegeben. Das ganze Flugzeug wird jede Nacht desinfiziert. Ryanair will am 8 Mai und easyJet am 18. Mai wieder an den Start gehen.

    Die Paradores-Hotelkette hat Vorschläge für eine Öffnung der Hotels im Sommer ausgearbeitet. Check-in und Check-out werden virtuell ohne Beteiligung realer Menschen erfolgen. Auf jedem Flur werden Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel für die Gäste bereitgestellt. Der Lift wird bei jeder Fahrt nur eine Person befördern. Es wird keinen Roomservice geben. Zu essen gibt es Vorgekochtes wie im Flugzeug. Die Zimmer werden nach der Abreise des Gastes gründlich desinfiziert und bleiben einen Tag leer bis zur nächsten Buchung.

    Ausbreitung des Coronavirus in Spanien

    Wissenschaftler des Carlos III Gesundheitsinstituts in Madrid haben die Ausbreitung des Coronavirus in Spanien untersucht. Sie studierten die Gene von 1.600 Varianten des SARS Cov-2 Genoms und fanden heraus, dass der erste Fall in Spanien bereits Ende Januar 2020 aufgetreten sein muss, man weiß allerdings nicht wo.

    Für Spanien wurden 28 komplette Genome identifiziert, die sich auf drei Typen S, G und V verteilen. Die gute Nachricht dabei ist, dass es so einfacher sein wird, einen Impfstoff zu finden, der alle Varianten für Spanien abdeckt.

    Am 24. November trat das Virus erstmals in Wuhan auf. Der erste dokumentierte Fall in Spanien war am 1. Februar ein deutscher Tourist auf der Insel La Gomera, der kurz vorher in München an einem Seminar teilgenommen hatte, zusammen mit einem chinesischen Kollegen aus Wuhan. Kurz darauf wurde ein Hotel auf Teneriffa unter Quarantäne gestellt, weil ein italienischer Arzt das Virus eingeschleppt hatte.

    Am 14. Februar trat der dritte Fall in Madrid auf, von wo es sich nach Frankreich ausbreitete. Um den 25.Februar kam es zu den ersten Infektionen in Valencia im Gefolge des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Valencia und Atalanta Bergamo. Von Valencia breitete es sich nach Chile, Brasilien, den Niederlanden und den USA aus. Es konnte also kein »Patient Zero« dingfest gemacht werden, sondern das Virus kam an 15 unterschiedlichen Orten nach Spanien.

    Es häufen sich Fälle, wo Ausländer, die eine Ferienimmobilie in Spanien besitzen, keinen Onlinezugriff auf ihr spanisches Konto haben oder keine Überweisungen tätigen können, so dass sie z.B. mit den monatlichen Tilgungen für die Hypothek in Verzug kommen. Viele Zweigstellen von spanischen Geldinstituten wurden wegen Corona geschlossen. Die automatischen spanischen Ansagen der zentralen Telefonnummern dieser Banken sind schwer zu verstehen. Auf Englisch sprechende Bankangestellte wartet man stundenlang vergeblich oder die spanische Servicenummer ist vom Ausland aus nicht anwählbar. Viele spanische Gebäude- und Hausratversicherungen haben in ihren Verträgen eine Klausel, dass der Versicherungsnehmer mindestens alle 6 Monate in seiner Immobilie persönlich oder durch einen Bevollmächtigten nach dem Rechten sehen muss. Während der Corona-Pandemie können jedoch viele ausländische Immobilienbesitzer dieser Forderung nicht nachkommen. Daher wurde die Bestimmung von vielen Versicherungsgesellschaften während der Corona-Krise ausgesetzt.

    Die Firma Specsavers Opticas macht darauf aufmerksam, dass die erhöhte Benutzung von elektronischen Geräten im Home Office während der Ausgangssperre nicht gut für die Augen ist. Man soll nicht stundenlang im gleichen Abstand auf den Bildschirm starren, sondern immer mal wieder aus dem Fenster sehen.

    Am 28. Februar waren eine Italienerin und ein Brite von Teneriffa aus mit ihrem Segelboot zu einer Atlantiküberquerung aufgebrochen. Bis zu ihrer Ankunft am 25. März auf der Karibikinsel Becquia hatten sie keinerlei Funkkontakt und waren schockiert, als sie von dem Corona-Ausbruch in Europa hörten. Auf Becquia gibt es keinen einzigen Infizierten.

    Die 106 Jahre alte Ana del Valle ist von ihrer Corona-Infektion genesen. Sie gehörte zu den 60 Insassen eines Altersheims im andalusischen Alcalá del Valle, das wegen der Masseninfektion geschlossen werden musste. Die Heimbewohner waren in ein leer stehendes Heim im 100 km entfernten La Línea de la Concepción umquartiert worden, wo sich die alte Dame wieder erholt hat.


    Update: Stand 23. April 2020 – 9 Uhr

    Am 23. April vermeldet Spanien 208.389 festgestellte Corona Infektionen, darunter 21.717 Tote. Sowohl die Anzahl der Neuinfektionen als auch die Anzahl der Verstorbenen sind im Vergleich zum Vortag wieder leicht gestiegen. Das macht es für die Regierung nicht einfacher, die strengen Beschränkungen zu lockern. Andalusiens Präsident Juanma Moreno hat bereits bei der Regierung in Madrid angemahnt, dass Andalusien unter den ersten Regionen sein müsse, für welche die Corona Restriktionen gelockert werden.

    Diskussionen um Lockerungen

    Irene Montero, die Ministerin für Gleichstellung, ist von ihrer COVID-19 Krankheit genesen, befindet sich aber noch im Home Office. Die 32-jährige Montero ist mit Pablo Iglesias liiert, dem Parteiführer von Podemos und stellvertretenden Ministerpräsidenten.

    Spanien sucht den verantwortbaren Ausstieg aus dem Lockdown. Freiheiten, die in Deutschland während der Ausgangsbeschränkungen nie in Frage standen, müssen in Spanien mühsam erkämpft werden. Neben Indien, Peru, Argentinien, Malaysia, den Philippinen und Bangladesh ist Spanien das einzige Land welches jede sportliche Betätigung im Freien verbietet.

    In Kürze möchte Pedro Sánchez verkünden, dass ab dem 27. April Kinder unter 15 Jahren täglich eine Stunde nach draußen gehen dürfen, sogar ohne Begleitung durch Erwachsene. Ab dem 15. Mai sollen zudem einzelne Erwachsene draußen zum Joggen oder Fahrradfahren gehen dürfen. Unklar ist noch, ob dabei eine Maske getragen werden muss und ob die Aktivität im Freien zeitlich oder räumlich begrenzt wird. Andere Sportarten bleiben verboten.

    Sollen also 15 bis 17-jährige und Bewohner von Altenheimen weiter weggesperrt bleiben? In Andalusien soll für alle über 65-jährigen dieses Jahr eine Impfung gegen die gewöhnliche Grippe obligatorisch gemacht werden.

    Die Einreiseverbote für Personen aus nicht EU Ländern werden bis 15. Mai verlängert. Ausgenommen sind Gibraltar und Andorra. Für die Zeit, in der Tourismus wieder möglich werden könnte, denkt die Regierung über die Einführung eines EU weiten elektronischen Immunologie-Passes nach. Der Pass soll ausweisen, ob jemand positiv oder negativ auf das Coronavirus getestet wurde. Es würden dann nur Touristen ins Land gelassen, die negativ getestet wurden.

    Erneut mangelhafte Schutzmasken geliefert

    Insgesamt haben sich in Spanien bereits 31.000 medizinische Fachkräfte infiziert und 34 sind an Corona verstorben. 1.100 medizinische Fachkräfte mussten jetzt in Quarantäne geschickt werden, weil sich 350.000 von der Zentralregierung an die autonomen Regionen verteilte Schutzmasken als ungeeignet erwiesen. Nach einer Analyse des Instituts für Arbeitssicherheit und Hygiene, verfehlten viele Filter in den Masken der Firma Garry Galaxy Brand die EU Vorgaben deutlich. Es stellte sich heraus, dass nicht nur FFP2 Masken, sondern auch einfache Masken geliefert worden waren.

    Es ist nach der Lieferung von 640.000 fehlerhaften Testkits aus China der zweite Fall einer Fehllieferung, für welche sich die Regierung Sánchez rechtfertigen muss. Aus Rumänien und Bulgarien werden zunehmend minderwertige Masken und Testequipment geliefert. Die spanische Regierung macht jetzt ein Geheimnis daraus, woher sie medizinisches Equipment bezieht, um Betrügern keine Anhaltspunkte zu liefern. Allerdings ist die Geheimhaltung nur beschränkt nützlich, da 80% der Lieferungen aus China kommen.

    Drogen- und Cyberkriminalität

    In Casarabonela machte die Guardia Civil eine Einbrecherbande dingfest, die in Wohnungen einbrachen, die wegen der Corona-Bestimmungen verlassen dastehen. Während der Ausgangssperre müssen sich auch die Drogenkuriere neue Tricks einfallen lassen. Bei Überprüfungen von Autos wegen Verletzung der Ausgangsbeschränkungen wurden Drogen gefunden in Hohlräumen in Büchern, zwischen Lasagne-Teigblättern, in Werkzeugkästen, deklariert als Kakao-Pulver oder dem Zeitgeist entsprechend im Inneren einer Schutzmaske, mit der der Täter Mund und Nase bedeckt hatte. Über die Smartphon App Glovo kann man die Drogen online bestellen.

    Während der Coronakrise hat sich die Cyber-Kriminalität um 70% erhöht. Gekaperte Webseiten bieten Krankenhäusern medizinisches Equipment an und sperren den Rechner der medizinischen Einrichtung so lange durch eine Ransomware-Attacke, bis ein Lösegeld bezahlt wird. Von 415.973 Webseiten, welche die Nationalpolizei seit dem Beginn der Corona-Krise analysiert hat, erwiesen sich 120.353 als suspekt, 45.773 Domains wurden abgeschaltet. Auf den Kanarischen Inseln erhielten Privatpersonen E-Mails – angeblich von der spanischen Post Correos – in denen die Adressaten aufgefordert wurden, 1,40 Euro zu bezahlen, damit ihr Paket vor der Auslieferung desinfiziert werden kann. Andernfalls könne das Paket nicht zugestellt werden. Europol hilft bei der Eindämmung der Cyberkriminalität mit.

    Die spanischen Behörden belegen jetzt Personen aus Gibraltar mit hohen Geldstrafen, die ihren Hauptwohnsitz in Spanien haben, ihr Auto aber in Gibraltar angemeldet haben. Die Bußgelder schwanken zwischen 42 Euro und 17.800 Euro. Die Autos werden von der Polizei eingezogen und erst wieder herausgegeben, wenn sie ein spanisches Nummernschild haben. Die Regel, dass das Auto am Hauptwohnsitz angemeldet sein muss, gibt es schon lange, wurde aber bisher lasch gehandhabt. Daher sieht auch die Regierung von Gibraltar keine Möglichkeit, ihren Staatsbürgern beizustehen. Seit der Corona-Epidemie interessiert sich die spanische Polizei stärker dafür, wo die Autobesitzer tatsächlich wohnen.

    Eigentlich sollte man meinen, dass während der Corona-Pandemie Lebensmittelgroßmärkte gerade das Geschäft ihres Lebens machen. Die Supermarktkette Mercadona berichtet jedoch einen Einbruch des Gewinns im 2.Quartal um 95%, obwohl der Umsatz um 14% gestiegen ist. Mercadona begründet den Gewinneinbruch mit gestiegenen Kosten für die Einführung von Hygienemaßnahmen und durch Boni für die Mitarbeiter und Zusatzkosten für neues Personal. Wenig plausibel erscheint, wenn einerseits beklagt wird, der Umsatzzuwachs betreffe hauptsächlich Produkte mit geringer Gewinnspanne, wie z.B. Desinfektionsmittel, während andererseits die Kostensteigerungen mit Ausgaben von 15 Millionen Euro für Desinfektionsmittel begründet werden. Außerdem wurde beobachtet, dass die Preise in den Mercadona Supermärkten in den letzten Wochen angestiegen sind. Insbesondere Fleisch und Luxusartikel wurden teurer.

    Da sich kaum noch Menschen auf den Straßen bewegen, wurden in einigen andalusischen Ortschaften nahe Sevilla Bergziegen gesichtet. In Morón de la Frontera wagte sich sogar ein Luchs in die Stadt.

    Zu allem Überfluss gab es am 19. April im Meer vor Fuengirola ein Seebeben der Stärke 3,6, das keine Schäden verursachte, aber deutlich spürbar war.


    Update: Stand 19. April 2020 – 11 Uhr

    Die registrierten Neuinfektionen in Spanien sind mit 4.499 erstmals innerhalb einer Woche unter die Marke von 5.000 gesunken. Insgesamt sind bisher 191.726 Infizierte bekannt, von denen 20.043 an COVID-19 verstorben sind.

    Die stellvertretende Ministerpräsidentin Carmen Calvo, die sich am 25. März angesteckt hatte, ist an ihrer Arbeitsplatz in der Regierung zurückgekehrt. Am selben Tag erklärte die Ministerin für innere Sicherheit Carolina Darias, dass sie von einer Corona-Infektion genesen ist. Sollte Ministerpräsident Sánchez durch eine Corona-Infektion ausfallen, würde er von Frau Calvo vertreten. Solange diese krank war, wäre der Vertreter Pablo Iglesias gewesen, der Parteichef von Podemos.

    Durch ein königliches Dekret ist es jetzt möglich, dass Hausbesitzer die monatlichen Zahlungen für ihre Hypothek für 3 bis 6 Monate aussetzen können. Anschließend müssen die gestundeten Raten allerdings schrittweise zurückgezahlt werden. Die Stundung kann bis zum 3. Mai beantragt werden und gilt nur für Personen mit dauerhaftem Erstwohnsitz in Spanien. Das Haushaltseinkommen darf 1.600 Euro pro Monat nicht übersteigen und mindestens 1/3 des monatlichen Einkommens müssen feste Ausgaben wie Hypotheken, Strom, Wasser usw. sein. Insgesamt ist der Immobilienmarkt fast zum Stillstand gekommen. Notverkäufe sind aber weiterhin möglich. Darlehensgeber verlangen jetzt von den Käufern einer Immobilie die Zusicherung, dass für sie kein Kurzarbeitergeld beantragt wurde.

    Verlängerung des Ausnahmezustands?

    Ministerpräsident Sánchez möchte den Ausnahmezustand bis zum 9. Mai verlängern, stellt aber in Aussicht, dass Kinder unter 12 Jahren ab dem 27. April wieder zur Schule gehen sollen. Wie dabei die Hygieneregeln eingehalten werden sollen, ließ er offen.

    Die Bevölkerung ist von der Verlängerung des Ausnahmezustands immer mehr genervt. Ada Calau, die Bürgermeisterin von Barcelona, fordert, dass Kinder nach draußen gehen dürfen, weil man ihnen nicht länger zumuten dürfe, still in der Wohnung zu hocken. Auch der Kinderschutzbund fordert, dass Kinder wenigstens eine Stunde pro Tag an die frische Luft gehen sollen. In Katalonien soll es Kindern, die älter als 6 Jahre sind, ab dem 29. April erlaubt werden, nach draußen zu gehen. Die Zentralregierung in Madrid widerspricht und sagt, diese Entscheidung stehe nur ihr zu.

    Die Regelungen des Ausnahmezustands führen zu seltsamen Situationen:

    Vidal Martínez lebt ganz alleine zusammen mit seinem Hund Pinta und vier Eseln in dem verlassenen Weiler Fuentes de Agreda in der Provinz Soria. Der 90-jährige spaziert mit seinen Tieren durch den verlassenen Weiler und seine Obstgärten, was während des Ausnahmezustands eigentlich verboten ist. Beamte der Guardia Civil versorgen ihn dennoch mit dem Nötigsten. Er kann ja in seiner Einöde niemanden anstecken oder angesteckt werden. Da seine Waschmaschine kaputt gegangen ist, muss Martínez jetzt allerdings mal in das nahe gelegene Dorf um seine Wäsche zu waschen.

    Ein britisches Ehepaar wurde in Rota von der Polizei mit zwei mal 601 Euro verwarnt, weil es mit seinen beiden Hunden 350 m von seiner Wohnung entfernt Gassi gegangen war. Eigentlich wäre eine Verwarnung nur deshalb angebracht gewesen, weil sie zu zweit unterwegs waren. Dass jeder von ihnen einen Hund an der Leine hatte, war hingegen nicht zu beanstanden. In Spanien gibt es während der Ausgangssperre keine einheitlich festgelegte Regel, wie weit man sich mit seinem Hund von der Wohnung entfernen darf. Die Stadt Rota toleriert nur 50 Meter, die Zeitungen hatten sich in ihrer Berichterstattung auf 1 Kilometer geeinigt. Die Stadt Madrid erlaubt 15 Minuten Gassi gehen ohne Entfernungsangabe. Das Innenministerium fühlte sich zudem bemüßigt, darauf hinzuweisen, dass das Ausleihen eines Hundes ein Verstoß gegen den Ausnahmezustand sei, wenn die Leihe nur erfolgt, damit ein Mensch ins Freie gehen kann. Entsprechende Angebote waren in den Anzeigenspalten einiger Zeitungen aufgetaucht.

    Die WHO hat jetzt sechs Empfehlungen herausgegeben, die erfüllt sein sollten, damit Spanien seine strengen Kontaktbestimmungen lockern kann:

    • Die Ansteckungsgefahr muss auf ein beherrschbares Minimum reduziert werden.
    • Es muss so viel getestet werden, dass Infektionsherde schnell entdeckt und isoliert werden können.
    • Das medizinische Personal muss vor Ansteckung geschützt sein. In Spanien sind derzeit 15% des medizinischen Personals an COVID-19 erkrankt.
    • In Fabriken, Schulen, Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen hygienische Mindeststandards eingehalten werden.
    • Das Einschleppen neuer Fälle aus dem Ausland muss minimiert werden. Die Fälle müssen sofort entdeckt und isoliert werden.
    • Die Bevölkerung muss in alle Maßnahmen eingebunden und über sie informiert werden.

    30% aller Anträge auf Kurzarbeitergeld ERTE betreffen in Andalusien den Gastronomiesektor. Die Gastronomie wird sich im Jahr 2020 nicht mehr erholen, denn das Ostergeschäft ist bereits ausgefallen und bis zum Herbst werden auch kaum Touristen kommen. Auch können Restaurants und Bars die Hygienevorschriften nur schlecht einhalten.

    Die spanische Arbeitsministerin Yolanda Diaz veröffentlichte jetzt einen Zweistufen Plan für eine Aufhebung des Ausnahmezustands. Demnach sollen im Juni zunächst große Firmen und Fabriken öffnen. Bis Ende des Jahres müssen warten: der Tourismus, Freizeiteinrichtungen, die Kultur, Fluggesellschaften, Kreuzfahrtschiffe. Diese Aktivitäten müssen zudem mit der EU abgestimmt werden.

    An 72 Patienten soll in andalusischen Krankenhäusern erstmals getestet werden, ob eine Heilung durch die Injektion von Blutplasma möglich ist, das Antikörper gegen COVID-19 von Spendern erhält, die bereits von einer Infektion gesundet sind. Behandelt werden Patienten, die sich in einer frühen Phase der Krankheit befinden, so dass eine Notfall-Beatmung vermieden werden kann.

    Mehrere Hundert spanische Soldaten der Militäreinsätze in Mali, Irak und Afghanistan wurden wegen Corona-Infizierungen nach Spanien zurück geflogen. Seit dem 31. März wurden 5.878 von 80.090 Angehörigen der Guardia Civil getestet. Von den Getesteten waren 25% infiziert. Im Rahmen der EU-Rückholaktion für im Urlaub während der CoronaKrise gestrandete Urlauber warten noch 2.000 spanische Touristen auf ihre Heimreise. Sie sitzen hauptsächlich fest in Argentinien, Australien, Equatorial-Guinea, Peru und auf den Philippinen.

    Spanische Toxikologen warnen davor, sich selbst Desinfektionsmittel zusammenzumixen. Telefonanrufe bei der toxikologischen Notfallnummer 91 562 04 20 sind seit Ausbruch der Corona-Epidemie deutlich angestiegen und betreffen vor allem den Umgang mit Bleichmitteln und deren Vermischung mit Ammoniak, Essig, Alkohol oder Haushaltsreinigern, wobei giftige Dämpfe entstehen können. Dies kann zu Haut- und Augenreizungen, Atem- und Schluckbeschwerden oder sogar zum Kollaps führen.

    Betrüger und Hacker

    Der weltweite Mangel an Masken ruft internationale Betrügerbanden auf den Plan. Die deutsche Bundesregierung wollte Masken für 15 Millionen Euro kaufen. Sie hatte es zuerst auf einer spanischen Webseite versucht, die sich später als betrügerisch erwies, da die wahre Adresse gegen eine Adresse einer Firma ausgetauscht war, die honorig erschien. Die Webseite bot an, 10 Millionen Masken zu vermitteln, die über einen »vertrauenswürdigen« Händler in Irland geliefert werden sollten. Dieser Händler verwies auf einen Lieferanten in den Niederlanden. Über den Iren wurde eine Vorablieferung von 1,5 Millionen Masken gegen eine Vorauszahlung von 1,5 Millionen Euro vereinbart. Einen Tag vor dem Liefertermin wurde die Bundesregierung informiert, dass die Vorauszahlung noch nicht eingegangen sei und deshalb eine Sofortzahlung von 880.000 Euro nötig werde um den Niederländer bei der Stange zu halten. Die Sofortzahlung wurde geleistet, aber es wurden keine Masken geliefert. Es stellte sich heraus, dass die niederländische Firma zwar existierte, aber dass ihre Webseite ebenfalls gekapert worden war. Mit Hilfe von Interpol gelang es, die in Irland auf einem Konto lagernden bereits gezahlten 1,5 Millionen Euro sicherzustellen. Niederländische Behörden konnten den Weg der 880.000 Euro nach verfolgen. 500.000 Euro davon waren bereits nach Großbritannien transferiert worden, von wo sie auf ein Konto in Nigeria überwiesen werden sollten. Die Überweisung konnte gestoppt werden. Zwei Personen wurden verhaftet. Nach möglichen Mittätern wird in ganz Europa gefahndet.

    In Madrid wurde ein 16-jähriger Hacker verhaftet, der medizinische Daten gehackt und die Daten eines mit Corona-Infizierten prominenten Politikers ins Netz gestellt hatte. Weitere medizinische Daten stellte er auf Twitter und Instagram, um damit zu prahlen. 2019 hatte er bereits eine Video-Streaming-Plattform, sowie die Webseiten einer Hamburger-Kette und eines Fahrrad-Verleihs gehackt.

    In Gibraltar wurden jetzt 6 Corona-Infektionen am Kinderkrankenhaus bestätigt. Aktuell gibt es in Gibraltar nur noch 12 aktive bestätigte Infektionen und keinen Toten. Am Nightingale Krankenhaus sind 22 Notfallbetten einsatzbereit. Über 1.200 Firmen haben Überbrückungsgelder von je 1.155 Pfund für mehr als 5.700 Angestellte beantragt. 1,5 Millionen Pfund wurden durch Spenden eingenommen. Schulen und die Universität werden voraussichtlich erst im September wieder öffnen.


    Update: Stand 16. April 2020 – 9 Uhr

    Bis heute sind in Spanien 177.363 Infizierte registriert. In Andalusien sind es 10.595. Erstmals gab es in der Provinz Málaga keinen COVID-19 Toten, nur ein Patient musste als Notfall neu aufgenommen werden, während Francisco de la Torre Prados, der Bürgermeister von Málaga, noch immer seine COVID-19 Krankheit auskuriert.
    Die Ansteckungsgefahr geht weiterhin zurück, nur 2.400 Spanier haben sich innerhalb eines Tages neu angesteckt und 571 sind verstorben. Eine leichte Lockerung der Kontaktsperren scheint daher erstmals möglich.

    Beschäftigte in Unternehmen, die nicht dem breiten Publikum zugänglich sind und die nicht bereits zu den lebensnotwendigen Firmen gehören, dürfen seit dem 13. April wieder zur Arbeit gehen. Das betrifft vor allem Industriebetriebe, Anwaltskanzleien, Hausangestellte und Baustellen.

    Bars, Restaurants, Hotels, Freizeiteinrichtungen, kulturelle Einrichtungen, Sportzentren sowie Läden, die nicht dem lebensnotwendigen Bedarf dienen, bleiben weiterhin geschlossen, ebenso die Schulen und Heime.

    Auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln sollen Masken getragen und 2 Meter Abstand zu anderen Personen eingehalten werden. Man soll häufig die Hände waschen und Gegenstände desinfizieren, die man außer Haus benutzt hat wie z.B. Brillen und Handys. Das alles ist allerdings nicht verpflichtend, sondern nur eine Empfehlung.

    Auf Mallorca wurde ein Ehepaar verhaftet, das neben einem Kleinkind größere Mengen Rauschgift in seinem Auto mit sich führte. Das vorbestrafte Paar versuchte sich damit herauszureden, es würde Krankenhäuser beliefern.

    Am schwersten tut sich die Bevölkerung offensichtlich mit dem Verbot, sich auf dem Strand zu bewegen oder weiter als 1 km von der Wohnung entfernt spazieren oder mit dem Hund Gassi zu gehen. 650.000 Verwarnungen sind deshalb schon ausgesprochen worden, über 1.962 Regelverweigerer mussten ins Gefängnis. Filmreif landete gestern auf einem Strand bei Valencia ein Polizeihubschrauber und verhaftete einen einzelnen Spaziergänger. Auf Mallorca musste eine auf einer Bergwanderung verunglückte Frau in einer stundenlangen nächtlichen Aktion von Rettungskräften geborgen werden. Die Frau war schon zweimal wegen Verstoßes gegen die Ausgangsbeschränkungen verwarnt worden.

    Da die spanischen Gerichte wegen des Lockdowns geschlossen sind, hat sich der spanische Anwalt José Ortega beim Unterausschuss für Menschenrechte des EU Parlaments über die übermäßig harten Einschnitte in die Freiheitsrechte der Spanier beschwert. Seiner Eingabe werden wenig Erfolgsaussichten eingeräumt, da er sie nicht beim Petitionsausschuss des EU Parlaments eingereicht hat.

    87% der Spanier befürworten, dass die Opposition die Regierung bei der Bekämpfung der Epidemie unterstützen soll. 47% sind mit den Maßnahmen der Regierung zufrieden, 48% hingegen nicht. 54% bemängeln die Informationspolitik. Allerdings trauen mehr Bürger dem Regierungschef Pedro Sánchez vom PSOE die Bewältigung der Krise zu als dem Oppositionsführer Pablo Casado vom PP.

    Die Regionalregierungen wurden jetzt verpflichtet, leer stehende Wohnungen zu requirieren, falls keine anderen Unterkünfte für Obdachlose oder für Opfer häuslicher Gewalt zur Verfügung stehen. Der Eigentümer erhält dann vom Staat eine monatliche Rente zwischen 600 und 900 Euro.

    Die Lage der Landwirtschaft ist inzwischen dramatisch, da 75.000 ausländische Erntehelfer fehlen, vor allem aus Osteuropa und Nordafrika, Bisher haben sich nur 12.000 Migranten und andere fachfremde Personen als Erntehelfer beworben. Die Hälfte der Bewerbungen scheitert wegen mangelnder fachlichen Eignung oder unvollständigen Papieren. Supermärkte befürchten bereits Engpässe in der Versorgung mit Lebensmitteln.

    Das wäre evtl. gar nicht so schlimm, denn aufgrund des Bewegungsmangels und der Langeweile zuhause wird prophezeit, dass jeder Spanier während der Ausgangsbeschränkungen um 3 bis 5 Kilo zunehmen wird. Der Konsum von Schokolade, Snacks und Alkoholika ist bereits um jeweils 60% gestiegen. Wer täglich nur 200 Kalorien (das entspricht 2 Schokokeksen) mehr zu sich nimmt als üblich, hat bereits nach einem Monat 1 kg mehr auf den Rippen. Derzeit leiden 17% der Erwachsenen und 10% der Kinder an deutlichem Übergewicht. Für das Jahr 2030 wird prognostiziert, dass es bereits 80% aller Männer und 55% aller Frauen treffen könnte.

    Die spanische Regierung hat Preiskontrollen für die Durchführung von Corona-Tests in privaten Krankenhäusern angeordnet. Dort werden für einen Test teilweise 140 Euro verlangt. Ein Test kostet jedoch nur 8 Euro, so dass die Regierung einen Preis von 30 Euro für den Patienten für angemessen hält.

    In Gibraltar dürfen alte Menschen über 70 Jahre weitere 30 Tage ihre Wohnungen nicht verlassen. Für alle anderen wird das Ende der Ausgangssperre für nächste Woche in Aussicht gestellt.

    Du fragst dich vielleicht, wo die vielen Millionen medizinischer Masken eigentlich verbleiben, nachdem sie nach einmaliger Benutzung weggeworfen werden. Diese Frage hat sich die asturische Firma Therman auch gestellt. In ihren Fabriken in Córdoba und Huelva bietet Therman jetzt an, gebrauchte Masken zu desinfizieren und aufzuarbeiten, so dass sie ein zweites Mal in Krankenhäusern verwendet werden können. Die Firma gibt eine 100 Prozent Garantie, dass die aufgearbeiteten Masken voll einsatzfähig sind und die gleiche Qualität und Sterilität wie neue Masken besitzen. Ende der Woche sollen bereits die ersten aufgearbeiteten Masken an Krankenhäuser ausgeliefert werden. Die Produktion soll auf täglich eine Million Masken hochgefahren werden. Damit wäre Spanien von Lieferungen aus dem Ausland unabhängiger und der Umwelt tut es auch gut.


    Update: Stand 11. April 2020 – 11 Uhr

    In Spanien gibt es bis heute 158.273 Infizierte, von denen 55.668 bereits genesen sind. Ob das eine gute Nachricht ist, muss man abwarten, nachdem Südkorea 91 Fälle von Genesenen meldet, die sich eventuell erneut angesteckt haben. Laut Joeng Eun-kyeong, dem Direktor des Koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung KCDC, handelt es sich dabei aber wahrscheinlich eher um eine Reaktivierung des Virus und keine Neuinfektionen.

    16.081 Spanier sind bis heute an COVID-19 verstorben. In Großbritannien sterben jetzt allerdings täglich mehr Menschen an COVID-19 als in Spanien. Von den 4.750 Toten in den 710 Madrider Altenheimen können 4.260 dem Coronavirus zugeordnet werden. Madrid ist in Spanien immer noch mit weitem Abstand die am heftigsten betroffene Region mit 42.450 Infizierten, darunter 1.450 auf der Intensivstation. 5.586 sind an COVID-19 verstorben.

    An zweiter Stelle steht Katalonien mit 29.647 bestätigten Infektionen und 3.041 Toten. Castilla-La Mancha zählt 11.788 Fälle, darunter 354 auf der Intensivstation sowie 1.255 Verstorbene. An fünfter Stelle liegt Andalusien mit 8.997 Infizierten, darunter 520 auf der Intensivstation. 605 Andalusier sind verstorben, darunter 77 in den letzten 24 Stunden. 30 % der Todesfälle passieren in Altenheimen.

    Statistiken zum Coronavirus

    Das Carlos III Gesundheits-Institut (ISCIII) hat ermittelt, dass in Spanien zwischen dem 17. März und dem 7. April 13.954 mehr Menschen gestorben sind, als normalerweise zu erwarten gewesen wäre. Der Anstieg verteilt sich sehr unterschiedlich auf die Regionen. In Madrid waren es 49,9% mehr als sonst, in Castilla-La Mancha 63,8 %. Hierzu meint die Polytechnische Universität Kataloniens, der Zuwachs an Toten durch Corona müsse noch höher sein, da man von der normalen Sterblichkeit die Toten abziehen müsse, die wegen der Ausgangssperre im Straßenverkehr vermieden wurden. Außerdem sei wegen der Kontaktsperre mit weniger Toten durch die normale Grippe zu rechnen. Das würde die Differenz zwischen den 16.081 gemeldeten Corona Toten und der vom ISCIII rechnerisch ermittelten Anzahl von 13.954 Toten erklären.

    Die Polytechnische Universität Kataloniens schätzt, dass zwischen 1,9 und 2,8 Millionen Spanier bereits eine Immunität gegen das Coronavirus erworben haben, da die meisten Infektionen unbemerkt verlaufen. Diese Zahl wurde wie folgt ermittelt: Südkorea ist das Land, dessen Zahlen am korrektesten sein dürften. Dort lag die Sterblichkeitsrate bei 1 Prozent. Ein Mensch benötigt im Schnitt 18 Tage um an Corona zu versterben. Am 11. April gab es in Spanien 605 neue Corona-Tote. Das bedeutet, dass sich am 24. März 60.500 Spanier neu angesteckt haben müssen. Jedoch waren am 24 März nur 4.517 Neuinfektionen gemeldet worden. Das sind nur 7% der Personen, die sich an diesem Tag tatsächlich neu infiziert haben.

    Wie lange dauert der Ausnahmezustand noch?

    Obwohl sich die Kurve der Zunahme der Infektionen allmählich abflacht, möchte Ministerpräsident Pedro Sánchez den Ausnahmezustand über den 26. April hinaus um weitere zwei Wochen verlängern. Dagegen läuft die ultrarechte Parei VOX Sturm. Santiago Abascal, der Parteichef von VOX, beschuldigte Sánchez, der weltweit schlechteste Krisenmanager zu sein. Hingegen lobte der kanadische Arzt Bruce Aylward im Namen der WHO ausdrücklich die Maßnahmen der spanischen Regierung.

    Mit der Disziplin ist es immer noch nicht gut bestellt. Die Polizei hat wieder viele Personen angehalten, die mit dem Auto zu ihren Ferienhäusern an der Küste fuhren. Alleine auf dem Weg nach Alicante wurden 2.000 Autos angehalten. In Elche wurde ein Mann festgenommen, der bereits 32 Mal wegen Verstößen gegen den Ausnahmezustand verwarnt worden war.

    Im Madrider Krankenhaus Puerta de Hierro wird bereits an 300 Patienten aus dem ganzen Land getestet, ob sich die COVID-19 Krankheit heilen lässt, wenn man den Patienten Blut mit Antikörpern spritzt, das von bereits Genesenen stammt. An der Nuestra Señora del Rosario Polyklinik auf Ibiza scheint sich eine Ozon-Therapie als Erfolg versprechend zu erweisen.

    Peris Costumes ist eine spanische Firma, die Filme und Fernsehproduktionen mit den nötigen Requisiten ausstattet. Sie hat jetzt Kleidungsstücke, die für einen Film über die Atomkatastrophe in Tschernobyl angefertigt worden waren, an spanische Krankenhäuser gespendet. Es handelt sich um Gasmasken und gummierte Regenmäntel.

    Ab dem 13. April können Ausländer an dem privaten Cenyt Krankenhaus in Estepona einen Corona-Schnelltest machen lassen. Der Test kostet 45 Euro und liefert nach 15 Minuten ein Ergebnis. Das Krankenhaus hat zu diesem Zweck 10.000 BIOSYNEX COVID-19 BSS Tests aus der Schweiz erworben. Unter der Telefonnummer 952 808 100 kann man einen Termin für den Test reservieren.

    Luis Callejon Sune, der Präsident der Vereinigung der Hotelbesitzer an der Costa del Sol (Aehcos) befürchtet, dass nach der Corona-Krise 25 % der Hotels nicht wieder eröffnen werden. Denn frühestens Mitte Juni dürften die ersten ausländische Touristen wieder an die Costa del Sol kommen. Insbesondere das ausgefallene Ostergeschäft kann nicht mehr kompensiert werden.

    Gibraltar hat bisher über eine Million Pfund an Not leidende Geschäfte ausgezahlt. Wer bei der Antragstellung betrügt, muss damit rechnen, den dreifachen Betrag zurückzahlen zu müssen. Der Inselstaat ist jetzt in der Lage, stündlich drei Tanks mit selbst hergestelltem Sauerstoff zu befüllen.

    In Algeciras wurde eine Whatsapp Gruppe zerschlagen, die öffentlichen Aufruhr und Anschläge auf Polizisten geplant hatte. Bisher sind in Spanien drei Fälle bekannt, in denen Frauen mit dem Ruf »mascarilla 19« in einer Apotheke wegen häuslicher Gewalt um Hilfe gebeten haben. In solchen Fällen ruft dann ein Mitarbeiter der Apotheke die Polizei zur Unterstützung herbei. Die Telefonnummer (+34 900 200 999) der Frauen-Hilfegruppe IAM kann zudem rund um die Uhr von Opfern häuslicher Gewalt kontaktiert werden.

    Griechenland hat als Geste der Solidarität für drei Tage die spanische Flagge auf dem Parlament in Athen gehisst. Das Parlamentsgebäude wird in den spanischen Landesfarben angestrahlt. Vorher hatte die griechische Regierung mit einer ähnlichen Geste ihre Solidarität mit Italien beschworen.


    Update: Stand 8. April 2020 – 8 Uhr

    In Spanien zählt man heute 142.000 bestätigte Infizierungen und 14.000 Tote. Der Anstieg geht allerdings leicht zurück. In 14 Tagen könnte Spanien von seiner Position als Land mit den meisten infizierten und Toten in Europa von Großbritannien abgelöst werden.

    Der derzeitige Ausnahmezustand wurde vom 12. April bis zum 26. April verlängert. Darauf hatten sich bereits vor der Abstimmung im Parlament die Parteiführer Sánchez (PSOE), Casado (PP) und Iglesias (Podemos) verständigt.

    Seit dem 14. März haben sich bereits 300.000 Spanier arbeitslos gemeldet, darunter über 200.000 aus dem Tourismus-Sektor. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen stieg auf 3,54 Millionen. Dazu kommen noch die Menschen, die jetzt Kurzarbeitergeld ERTE beziehen.

    Der internationale Kampf um medizinische Ausrüstung geht unvermindert weiter. Die Türkei hatte einige Hundert Beatmungsgeräte konfisziert, die im Auftrag einer spanischen Firma in der Türkei aus chinesischen Materialien hergestellt worden waren. Die Lieferung war bereits vom spanischen Gesundheitsministerium und von den Regionalregierungen von Castilla-La Mancha und Navarra bezahlt worden. Nach Intervention der spanischen Außenministerin Arancha González Laya wurde die Lieferung nun doch von der Türkei frei gegeben.

    In Gibraltar gibt es jetzt mehr Genesene als aktiv Infizierte. Noch niemand ist dort an COVID-19 verstorben. 1.345 Personen sind getestet worden. Man darf auch weiterhin am Strand spazieren gehen, im Meer schwimmen oder surfen, solange die Mindestabstände eingehalten werden. In Spanien hingegen wären das verbotene ‚nicht notwendige’ Aktivitäten.

    Das Bergdorf Zahara de la Sierra, das malerisch über dem Stausee von Zahara thront, war bisher der einzige Corona-freie Ort in Andalusien. Bürgermeister Santiago Galvan hatte rechtzeitig alle Zufahrten abgeriegelt. Nun wurde auch dort der erste Corona-Fall bekannt. Jedes Auto, das hineingelassen wird, wird vorher mit Hilfe einer Spritze desinfiziert, die sonst zur Reinigung von Oliven dient. Zweimal in der Woche werden alle Straßen des Ortes desinfiziert. Zwei Frauen werden dafür bezahlt, Lebensmittel einzukaufen und zu den Bürgern ans Haus zu bringen, insbesondere zu den 25% der 1.800 Einwohner, die älter als 65 Jahre sind.

    Wer sich aus spanischen Medien informiert, ist vielleicht mit dem Spezialvokabular einer Virus-Epidemie nicht vertraut. Ein super portador (super spreader) gehört in die cuarentena (Quarantäne). Um andere nicht anzustecken, sollte er eine mascarilla (Maske) und guantes (Handschuhe) tragen. Vermutlich leidet er an tos seca (trockenem Husten) und fiebre (Fieber). Wer sich schnäuzen musste (estornudar) sollte danach seine Hände mit gel desinfectante besprühen oder mit jábon (Seife) waschen. Wer außerhalb seiner Wohnung von der Polizei angetroffen wird, muss einen triftigen Grund nennen: »Voy al supermercado, voy a la farmacia oder voy a la oficina« wären passende Antworten. Vielleicht lässt die Polizei auch durchgehen: »Venimos al parque porque aquí hay wifi« (Wir gehen zu einem Park, weil es dort Internet gibt).

    Es gibt jetzt eine offizielle Empfehlung der Vereinigung der Verwalter von Fincas in Málaga und Melilla, wie infizierte Menschen ihren Müll entsorgen sollen. Sie nennen es die »Methode der drei Behältnisse«: Man soll die Abfälle der infizierten Person zuerst in einen Eimer mit Deckel legen. Diesen Behälter legt man zusammen mit den Abfällen der Pflegeperson, z.B. Handschuhe, in einen zweiten Behälter am Eingang der Wohnung. Dieses zweite Behältnis packt man in ein drittes, welches demjenigen entspricht, mit dem man in der jeweiligen Urbanisation den normalen Abfall in den grauen Müllcontainer entsorgt. Danach soll man sich innerhalb von 40 bis 60 Sekunden die Hände waschen. Für alle Personen gilt: Man soll alle Flächen desinfizieren, die man bei der Entsorgung des Mülls angefasst hat. Die Latexhandschuhe kommen nicht in den gelben Container, sondern in den grauen.

    Corona Spanien
    Tipps zur Corona-Prävention in Spanien ( Colegio de Administradores de Fincas de Málaga y Melilla )

    Die Briten sind ja bekannt für waghalsige Abenteuer. Der 66-jährige britische Geschäftsmann, Mark Radberg, der als Resident mit britischem Pass in Spanien lebt, hat es geschafft, mit seinem Citroën C5 die 3.000 km zwischen Fuengirola und London hin und zurück zu einem wichtigen Geschäftstermin zu bewältigen. Dabei musste er zwei Mal die geschlossenen Grenzen zwischen Spanien, Frankreich und Großbritannien überwinden und hatte Glück, dass er unterwegs ein Hotel fand, das noch nicht geschlossen hatte und den Zugang zum Zimmer mit einer automatischen Keycard ermöglichte, ohne dass jemand vom Personal vorbei kommen musste. Coffee to go war nur schwer zu bekommen. Ungewohnt waren für den Briten an französischen Tankstellen die öffentlichen Toiletten ohne Klobrille.


    Update: Stand 4. April 2020 – 11 Uhr

    Am 4. April gibt es gleich zwei traurige Rekorde zu vermelden: Die Zahl der mit Covid-19-Infizierten hat weltweit die Marke von 1 Million überschritten. Und Spanien hat Italien in Europa als Spitzenreiter abgelöst mit nunmehr 120.000 Corona-Fällen und 12.000 Verstorbenen. Die gute Nachricht ist: Die Anzahl der Neuinfektionen mit 7.472 und die Zahl der von der Infektion Genesenen mit 3.500 pro Tag nähert sich allmählich an.

    In der Provinz Málaga stieg die Zahl der Infizierten auf 1.644 und die Zahl der Toten auf 93. 917 Corona Patienten liegen in Krankenhäusern, davon 74 auf der Intensivstation. In ganz Andalusien gibt es 6.972 Infizierte und 343 Verstorbene. 23% der Verstorbenen raffte das Virus in Altenheimen dahin, obwohl bis zum 31. Mai 550.000 Masken an andalusische Altenheime ausgeliefert wurden.

    Spanien hofft, ab dem 1. Mai die Beschränkungen des öffentlichen Lebens alle 7 Tage schrittweise aufheben zu können. Bis Ende April soll in Spanien durch die Wissenschaftler Luis Enjuanes und Isabel Sola vom nationalen Biotechnologie Zentrum ein Impfstoff entwickelt worden sein.

    Da Madrid nur über acht Verbrennungsöfen verfügt, hat die Stadtverwaltung jetzt Krematorien in ganz Spanien gebeten, Corona-Tote aus Madrid zu übernehmen. Traditionelle Beerdigungen können jedoch in Madrid noch ohne Zeitverzug durchgeführt werden.

    Nachdem sich Spanien an die NATO um Hilfe gewandt hat, haben die NATO-Mitglieder Tschechien und Türkei den Spaniern Hilfslieferungen zugesagt. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat eine Lieferung von 4 Millionen Masken beschlagnahmen lassen. Die Masken sollten von der Europazentrale der schwedischen Firma Mölnlycke in Lyon nach Spanien geschickt werden. Auf schwedischen Druck hin, mussten 2 Millionen Masken wieder für Spanien frei gegeben werden. Nach diesem Erlebnis will die Firma Mölnlycke ihre Masken nur noch von ihrem Logistikzentrum in Belgien ausliefern.

    Eine Studie des Imperial College in London kommt zu dem Schluss, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen in Spanien 16.000 Menschen das Leben gerettet haben. Die Autoren der Studie vermuten, dass bereits 15% der Spanier mit Corona infiziert sind. Das wäre der höchste Wert in Europa.

    Das Münchener IFO Institut hat ausgerechnet, wie hoch die wirtschaftlichen Einbußen für einige Länder sind. Ein zweimonatiger Lockdown kostet die spanische Wirtschaft 101 bis 171 Mrd. Euro, das entspricht einer Schrumpfung der jährlichen Wirtschaftsleistung um 8 bis 14%. Jeder weitere Monat würde 10 bis 20 Mrd. Euro bzw 0,8 bis 1,6% der Wirtschaftsleistung kosten. Zum Vergleich: Für Deutschland lauten die Schätzungen: 255 bis 495 Mrd .Euro (7–11%) sowie pro weiterer Woche 25 bis 57 Mrd. Euro (0,7 bis 1,6%)

    In Spanien dürfen derzeit nur noch Gewerbe tätig sein, die für die Grundversorgung wichtig sind. Dazu gehören Banken, Tierärzte, Tabakläden, Chemische Reinigungen, Wäschereien, Brillengeschäfte, Lebensmittelläden, Pressekioske, Tankstellen, Bauern, Fischer, Textilbetriebe, Strom-, Gas- und Wasserversorgung und die Telekommunikation. Geschlossen haben z.B. alle Immobilienmakler, Autoverleiher und Autoverkäufer.

    Kurzarbeitergeld und Hilfe für Selbständige in Spanien

    Das spanische Kurzarbeitergeld ERTE (expediente de regulacion temporal de empleo) können auf Antrag des Arbeitgebers alle Arbeitnehmer bekommen, die in den letzten sechs Jahren mindestens 365 Tage in einem Beschäftigungsverhältnis standen. Die ersten sechs Monate beträgt es 70% des Durchschnittslohns der letzten 180 Tage, danach 50%. Es sind jedoch mindestens 501,98 Euro und höchstens 1.411 Euro. Die gegenwärtige Arbeit muss bei den Betroffenen um 10 bis 60% reduziert sein. Die Arbeitgeber sind in der Zeit des ERTE von der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge befreit. Die spanische Regierung rechnet damit, dass zwischen 760.000 und 2 Millionen Menschen Kurzarbeit benötigen werden.

    Solo-Selbständige können »paro de los autonomos« (Arbeitslosengeld für Selbständige) beantragen. Anspruchsberechtigt ist, wer mindestens schon 12 Monate selbständig ist und seine Sozialversicherungsbeiträge bezahlt hat. Wer letztes Jahr nicht mehr als 6 Millionen Euro umgesetzt hat, darf die Zahlung seiner Umsatz- und Einkommensteuern sowie der Sozialversicherungsbeiträge aussetzen. Zusätzliche Hilfen erhält, wessen Umsatz 2020 um mindestens 75% eingebrochen ist.

    Angesichts der vielen Bedingungen erscheint es unwahrscheinlich, dass die Regierung ihr Versprechen einlösen kann, die Anträge innerhalb von 5 Tagen zu bewilligen.

    Seit dem 14. März sind in Andalusien 20.000 Personen wegen Verstößen gegen den Ausnahmezustand von der Polizei verwarnt worden. Das sind 14% aller derartigen Verwarnungen in ganz Spanien. Häusliche Gewalt ist um 18% angestiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

    Viele Regierungen haben die Corona-Krise als die größte Herausforderung nach dem 2. Weltkrieg beschrieben. Das hat nun der Spanier Rafael Gómez Nieto ganz persönlich am eigenen Leib erfahren müssen. Der 99-jährige war der letzte Überlebende einer spanischen Spezialeinheit, die 1944 an der Befreiung von Paris mitgewirkt hat. Nieto ist gestern dem Coronavirus erlegen.

    König Felipe und Königin Letizia haben ihren für den 21. April vereinbarten USA Besuch bei Donald Trump verschoben und sich in häusliche Quarantäne begeben.

    Ein britischer Resident hat vor einem Gericht in Alicante dagegen geklagt, dass er sein Besuchsrecht bei den bei der geschiedenen Mutter lebenden Kindern wegen des Corona Ausnahmezustands nicht wahrnehmen darf. Das Familiengericht hatte ihm die Besuche untersagt, aber darauf hingewiesen, dass er wegen der Nichtausübung seines Besuchsrechts – das auch eine Besuchspflicht an bestimmten Tagen beinhaltet – keine Nachteile haben werde und die ausgefallenen Tage nach Beendigung der Ausgangssperre nachholen dürfe.

    Die Lage auf Mallorca

    Son Banya Shanty Town ist eine Zigeunersiedlung auf der Rückseite des Flughafens von Palma de Mallorca. Ca. 100 Personen – Männer, Frauen und Kinder – leben dort in ärmlichen Hütten. Das Gebiet ist ein Schwerpunkt des Drogenhandels auf den Balearen. Die spanische Polizei hat neun männliche und drei weibliche Bandenmitglieder festgenommen, die mit einem Lastwagen auf einer Fähre Kokain von Barcelona nach Palma transportiert haben.

    Die Bewohner der Siedlung haben jetzt an der Einmündung der einzigen Zufahrtsstraße in die Carretera de Llucmayor eine Straßensperre errichtet, damit niemand den Coronavirus einschleppen kann. Die Bewohner der Son Banya Shanty Town verlangen nun von der Regierung Kurzarbeitergeld ERTE aus dem Hilfsprogramm für Corona-Geschädigte, da sie ja wegen des Viruses nicht »arbeiten« könnten. Kurz vor Errichtung der Sperre wurden zahlreiche Drogensüchtige gesichtet, die sich kurz vor der Abriegelung noch ihren Stoff in dem Armenviertel abholten.

    Das Elena Altenheim in Palma de Mallorca musste geschlossen werden, nachdem dort 90% der Bewohner positiv auf Covid-19 getestet wurden. In Altersheimen auf den Balearen sind insgesamt 101 Bewohner sowie 14 Pflegekräfte infiziert. 3 Personen sind verstorben.

    Während die Menschen leiden, freuen sich die Delfine. Mehrere von ihnen wurden in küstennahen Gewässern von Mallorca gesichtet, da sie dort nicht mehr vom Schiffsverkehr belästigt werden.


    Update: Stand 1. April 2020 – 10 Uhr

    Am 1. April wurden in Spanien 94.417 Infizierte gezählt, ein Anstieg zum Vortag um 9.222 Fälle. Die Zahl der Toten stieg um 849 auf 8.189. Während Madrid immer noch die meisten Infizierten beherbergt, ist der tägliche Anstieg in Barcelona am höchsten. In Barcelona hat jetzt auch die höchste Anzahl an Patienten auf den Intensivstationen. Andalusien nimmt mit 5.818 Infizierten den 6. Platz unter den Regionen ein.

    Die Frau von Ministerpräsident Pedro Sánchez ist ebenso vom Coronavirus infiziert wie drei seiner Minister und Ministerinnen, die am 8. Mai an der Demonstration zum Weltfrauentag teilgenommen hatten. Vermutlich wirkte Sánchez auch deshalb so resigniert, als er am Freitag im Parlament die Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum 11. verkündete. Er bietet nach wie vor keine Erklärung, warum Spanien parallel zu Italien keine Fortschritte in der Entwicklung der Corona-Krise erkennen lässt. María José Sierra, die Direktorin für Notfallmedizin berichtet, dass die Notfall-Einrichtungen in sechs Regionen ihre Belastungsgrenze überschreiten.

    Im Rahmen der »Operation Balmis« sendet die spanische Marine das Hospitalschiff »Galicia« mit 800 Betten in die spanische Enklave Melilla an der marokkanischen Küste. Zur Operation Balmis gehören zudem die Lazarettschiffe »Juan Carlos I«, »Castilla«, »Patiño« und »Cantabria«, die vor der Costa del Sol stationiert wurden, um mit 300 Notfallbetten Entlastung zu bringen, wenn es nötig wird.

    John Cortes, der Gesundheitsminister von Gibraltar, hat angekündigt, dass zufällige Tests in den Straßen von Gibraltar stark ausgeweitet werden. Bisher hat Gibraltar keinen Corona-Toten zu beklagen. Alle Vermieter wurden angehalten, sich besonders um alte Menschen in ihren Mietwohnungen zu kümmern.

    Sechzig spanische Fremdenlegionäre patrouillieren seit Samstag auch in den Straßen von Marbella, Benahavís, Mijas, Ojén und Istán. Die Disziplin in der Bevölkerung ist noch verbesserungsfähig. In Málaga und in Nerja wurden unabhängig voneinander zwei infizierte Personen auf offener Straße festgenommen, die aus einem Krankenhaus in Madrid ausgebüchst waren.

    In Spanien herrscht Empörung darüber, dass Bestattungsunternehmen, die durch das Virus bedingte erhöhte Nachfrage nach Särgen und Bestattungen dazu nutzen, ihre Preise schamlos zu erhöhen. In der Twitter-Plattform »Afectados Memora« hat sich eine Gruppe der »Betroffenen, Geschädigten und Betrogenen« mit bereits einigen Hundert Followern gebildet. Daraufhin hat die Regierung umgehend ein Dekret erlassen, dass keine höheren Gebühren für Bestattungen berechnet werden dürfen als vor dem 14. März. Ab sofort dürfen an Beerdigungen nur noch maximal 3 Personen teilnehmen, zuzüglich des Priesters.

    Die Mieterverbände in Katalonien und Madrid verlangen, dass die Mieten für Familien, Kleinunternehmer und Selbstständige während der Krise ausgesetzt werden. »Die wirtschaftlichen Kosten sollten nicht vom Staat oder kleinen Vermietern getragen werden, sondern von Unternehmen und Finanzunternehmen«, betonte ein Sprecher. Bei kleinen Vermietern, die auf das Einkommen aus der Miete angewiesen sind, sollte der Staat eingreifen, um ihnen zu helfen. In Barcelona hat der Gemeinderat die Aussetzung der Miete von mehr als 8.000 städtischen Wohnungen und von ca. 400 Gewerbeimmobilien genehmigt.

    Die Regierung hat entdeckt, dass zunehmend Hunde aus Tierheimen adoptiert werden um so eine Möglichkeit zu haben, das strikte Ausgehverbot zu umgehen. Da nun auch keine Stierkämpfe stattfinden dürfen, hat die Vereinigung der Stierkämpfer von Kultusminister José Manuel eine Kompensation über 700 Millionen Euro für den Ausfall der Veranstaltungen verlangt. Tierschutzgruppen haben dem Ansinnen energisch widersprochen. 2008 waren 16.000 Stiere bei Stierkämpfen getötet worden, 2018 waren es noch 7.000 Tiere.

    Ein kleiner deutscher Zirkus aus Berlin mit 16 Artisten und drei Kindern ist mittellos in der Axaquía gestrandet. Er wird von Vélez-Málaga aus mit Lebensmittelspenden am Leben erhalten.

    Die spanische Sportartikel-Kette Decathlon S.A.U. produziert jetzt aus Taucherbrillen professionelle Masken für das medizinische Personal in Notfallzentren. Auf 3D-Druckern werden Plastikhalter erzeugt, die anstelle des Schnorchels mit der Taucherbrille verbunden werden und einen Schutz des gesamten Gesichtes ermöglichen. Die Idee geht auf eine Anregung des belgischen Arztes Dr. Frederic Bonnier zurück, einem Lungenarzt am Erasmus Krankenhaus in Brüssel. Italienische Ingenieure haben das Design der Kopfhalter auf dem 3D-Drucker beigesteuert.


    Update: Stand 29. März 2020 – 14 Uhr

    Am 29. März meldet Spanien 73.235 Infizierte und 5.982 am Coronavirus Verstorbene. Das sind 832 Tote mehr als am Vortag und der bisher höchste Anstieg. Bereits 5.400 medizinische Fachkräfte sind infiziert. Seit dem Ausbruch der Epidemie hat Spanien erst 350.000 Tests durchgeführt. Die Regierung will nun 6 Millionen Schnelltests importieren.

    Mangelhafte Corona-Tests

    Der Mangel an geeigneter Schutzkleidung und Testkits führt insbesondere in Altenheimen zu immer schlimmeren Zuständen. Die spanische Regierung hatte bei der chinesischen Firma Shenzen Bioeasy Technology 640.000 Testkits bestellt und geliefert bekommen. Nun behauptet die chinesische Botschaft in Madrid, diese Firma habe in China gar keine Erlaubnis, Medizinprodukte zu verkaufen. Ein entsprechender Warnhinweis fehlt jedoch auf der Webseite der Firma. Chinesische Spenden an andere Länder enthielten laut der chinesischen Botschaft keine Produkte von Shenzen Bioeasy. Die spanischen Behörden hätten eine Liste der in China zugelassenen Lieferanten erhalten, auf denen Shenzen Bioeasy nicht aufgeführt sei. Das nationale Zentrum für Mikrobiologie in Madrid hat 50.000 Schnelltests von Shenzen Bioseasy getestet. Nur 30% lieferten ein korrektes Ergebnis. Normal und akzeptabel wären 84 bis 90%. Die Chinesen behaupten nun, die getesteten Kits seien gar nicht von ihnen, sondern in Spanien hergestellt worden. Auch tschechische Mediziner berichten, Testkits aus China lieferten unzuverlässige Ergebnisse.

    Ein Militärtransporter Airbus A400M ist gestern vom Militärflughafen Saragossa zu einem Nonstop-Flug nach Shanghai aufgebrochen um dort 650.000 Masken abzuholen. Weitere 650.000 Masken aus dem französischen Toulouse sind auf dem Militärflughafen Getafe eingetroffen. Auf Mallorca wird morgen eine russische Tupelow TU-134 mit Hilfsgütern aus Schanghai erwartet. Auf den Balearen ist besonders viel medizinisches Personal infiziert. In Palma de Mallorca wurde ein 26-jähriger Schweizer festgenommen, der vor einem Supermarkt die Kunden aufforderte, Selbstmord zu beginnen, weil das Ende der Welt bevorstehe.

    Gestern sind die ersten Patienten in dem neuen Krankenhaus eingetroffen, welches die Behörden im Madrider IFEMA Konferenzzentrum eingerichtet haben. Es hat 1.400 Betten und kann bei Bedarf auf 5.500 Betten erweitert werden. König Felipe hat das Krankenhaus am 25. März besichtigt.

    Die spanische Regierung hat noch keine Entscheidung getroffen, wie sie kleinen Selbständigen und Hypothekenschuldnern finanziell unter die Arme greifen möchte. Ein Problem dabei ist, dass die autonomen Regionen zustimmen und die Auszahlung umsetzen müssten.

    Lage in Gibraltar

    Gibraltar meldet jetzt 50 Infizierte, darunter zwei Pflegerinnen in einem Altersheim. Die Regierung will jetzt mit Massentests beginnen. Die 53-jährige Reinigungskraft Ana Gingell wurde überführt, im St. Bernhards Hospital Desinfektionsmittel und klinische Ausrüstung im Wert von 325 Pfund entwendet zu haben, die man in Ihrer Wohnung fand. In Gibraltar gehen immer noch 10% der Schüler in die Schule. Eigentlich sollten es viel mehr sein, aber die Eltern weigern sich, ihre Kinder da hin zu schicken. Gibraltar weist alle ausländischen Schiffe ab. Ein deutscher Segel-Katamaran mit Touristen aus Mallorca durfte den Hafen von Gibraltar nicht anlaufen.

    Corona-Parties und verbotene Aktivitäten

    Noch immer nehmen viele Spanier die strengen Auflagen zur Eindämmung der Ansteckung nicht richtig ernst. Noch immer werden in Privaträumen der Urbanisationen wilde Corona-Parties gefeiert, von denen die Polizei nur etwas erfährt, wenn andere Bewohner sich beschweren. Die Stadt Torrevieja an der Costa Blanca hat in den letzten 14 Tagen 1.000 Strafen wegen der Verletzung der Pandemiebestimmungen verhängt.

    In Madrid wurde ein Pärchen von der Polizei verwarnt, weil es Sex im Auto hatte. Den Polizisten war nicht so sehr ein Dorn im Auge, dass das in aller Öffentlichkeit geschah, sondern weil es zu den verbotenen ‚nicht notwendigen Aktivitäten’ außerhalb der Wohnung gehört. Das Pärchen rechtfertigte sein Tun damit, dass es zuhause nun keine ungestörte Möglichkeit dazu hätte.

    Die spanische Arbeitsministerin Yolanda Diaz hat verboten, dass Menschen während der Corona-Krise entlassen werden. Stattdessen soll Kurzarbeitergeld beantragt werden, das nach fünf Tagen bewilligt werde. Leiharbeitsverträge können zwar während der Krise ruhen, müssen danach aber wieder fortgeführt werden. Ab morgen bis zum 9. April dürfen nur noch Menschen aus kritischen Branchen zur Arbeit gehen. In dieser Zeit müssen alle Löhne weiter gezahlt werden. Zeitungsverlage sind kritisch, Baufirmen nicht.

    Das Carranque Sportzentrum in Málaga wird zu einem 400-Betten Feldlazarett umgebaut. Der andalusische Gesundheitsdienst SAS behält sich vor, weitere Sporteinrichtungen zu requirieren. Außerdem werden alle im öffentlichen Dienst angestellten Sportärzte und Physiotherapeuten als Helfer im Kampf gegen die Corona-Epidemie eingesetzt.

    Auf der US Militärbasis im andalusischen Rota ist ein Soldat positiv getestet und mit all seinen Kontaktpersonen in Quarantäne gesteckt worden.

    In der letzten Woche haben nur noch 25 Personen einen Asylantrag gestellt. In der Vorwoche waren es noch 3.865. Venezolaner und Kolumbianer können ja jetzt nicht mehr mit dem Flugzeug einreisen. Die Anzahl illegaler Immigranten ging von 350 pro Woche auf 93 zurück, da der Verkehr nach Ceuta und Melilla eingestellt wurde.

    Haben Fußballfans das Virus nach Spanien gebracht?

    Georgio Gori, der Bürgermeister der norditalienischen Stadt Bergamo befürchtet, dass die Covid-19 Katastrophe ihren Ursprung in dem Champions-League-Spiel zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia hat, welches am 19. Februar vor 45.702 Zuschauern im Mailänder San Siro Stadion ausgetragen wurde, darunter 2.500 Gäste aus Valencia, die den Virus nach Spanien brachten. Auch mehrere Spieler aus Valencia wurden infiziert. Zu der Zeit ahnte niemand, dass sich das Virus bereits in Italien befand. Erst am 23. Februar wurde der erste Infizierte in Italien gemeldet.

    Der spanische Fußballverband (RFEF) hat 500 Millionen Euro zugesagt, um spanischen Vereinen zu helfen, die durch Covid-19 finanzielle Probleme haben. Man vergleiche das mit den zwanzig Millionen, welche die vier deutschen Champions-League-Aspiranten Not leidenden Vereinen in Deutschland zugesagt haben. RFEF-Präsident Luis Rubiales stellt außerdem das nationale Trainingszentrum samt Therapeuten dem spanischen Gesundheitswesen zur Verfügung.

    Die spanischen Tankstellen gehören gemäß dem Regierungserlass zur kritischen Infrastruktur und müssen daher geöffnet sein. Nun haben die Tankstellenbetreiber gebeten, viele Tankstellen schließen zu dürfen, um die Gesundheit der 53.000 Mitarbeiter nicht unnötig zu gefährden. An den Autobahnen ist die Benzinnachfrage um 60% eingebrochen, in den Städten um 75% und auf dem Land um 90%.

    Durch den Stillstand der wirtschaftlichen Aktivitäten und das verringerte Verkehrsaufkommen ist die Luftqualität in Spanien sehr viel besser geworden. In Málaga ging die Stickoxid-Belastung um 52% zurück, in Barcelona um 83% und in Madrid um 73%. Zum ersten Mal seit 2010 hat Spanien die EU Grenzwerte unterschritten. Da dieser Effekt weltweit auftritt, rechnet Greenpeace dieses Jahr mit 4,5 Millionen weniger Toten durch Luftverschmutzung.


    Update: Stand 26. März 2020 – 9 Uhr

    Am 26. März beklagt Spanien 49.384 Infizierte und 3.643 Tote. In Andalusien sind es 3.010 Infizierte und 113 Verstorbene. Das spanische Parlament hat gestern den Ausnahmezustand um 15 Tage verlängert. Da es immer noch zu wenig Schutzkleidung gibt, sind bereits 5.400 Krankenschwestern und Ärzte mit Corona infiziert. Vor zwei Tagen waren es noch 3.472.

    Besonders traurig ist die Entwicklung in den Altersheimen. In dem Dorf Alcalá del Valle nahe der Stadt Setenil de la Bodegas in der Serranía de Ronda, mussten die Behörden der Provinz Cádiz das Altenheim Dolores Ibarruri schließen. Dort waren 39 Insassen und 19 Betreuer infiziert. Ein Insasse war bereits tot. Obwohl Bürgermeister Rafael Aguilera auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam gemacht und sich selbst als Altenbetreuer betätigt hatte, war niemand von außerhalb zur Hilfe gekommen. Nun wurden die Heimbewohner in das 100 km entfernte La Línea de la Concepción umgesiedelt.

    In Spanien gibt es immer noch zu viele Menschen, die den Ernst der Lage nicht begriffen haben. Die Polizei hat seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen am 14. März bereits 81.000 Anzeigen wegen Verletzung der Bestimmungen ausgestellt. In Madrid musste die Polizei vier Patienten wieder einfangen, die sich im Severo Ochoa de Leganés Hospital hatten auf Corona testen lassen, ohne das Testergebnis abzuwarten. Einen 77-jährigen schnappte die Polizei auf der Straße. Der Mann rechtfertigte sich, er sei auf der Suche nach seinem Pokémon. Die Polizei in vielen ländlichen Gegenden werden jetzt durch die Armee und durch Einheiten der spanischen Fremdenlegion verstärkt.

    Der 107 Jahre alte Jose Ameal Peña ist beunruhigt über das neue Virus. Er hatte noch die Spanische Grippe 1918 miterlebt und überlebt.

    Interessant sind die Auswirkungen des Ausnahmezustands auf die Entwicklung der Kriminalität. Seit so viel Polizeipräsenz auf den Straßen konzentriert ist, hat die Alltagskriminalität, wie z.B. Taschendiebstahl und Raub, spürbar abgenommen. Weil so viele Menschen zu Hause hocken, gehen auch die Wohnungseinbrüche zurück. In Katalonien hat ein Serientäter an einem Tag drei Supermärkte und eine Tankstelle ausgeraubt. Er hatte sich mit einer Anti-Corona-Maske vermummt.

    Hingegen vermuten die Drogenbanden, insbesondere im Raum Algeciras, dass ihrem Treiben nun weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Polizei versucht, dagegen zu halten. Einige Drogendealer gehen der Polizei bei den allgemeinen Polizeikontrollen zufällig ins Netz. Für die Mafia und andere kriminelle Banden brechen harte Zeiten an, da die Geldwäsche wegen der geschlossenen Restaurants kaum noch möglich ist. Man vermutet, dass die Mafia stattdessen versuchen wird, öffentliche Hilfsgelder für die wirtschaftlichen Opfer der Pandemie abzuschöpfen.

    Die Cyberkriminalität nimmt zu und trifft auf mehr alte Menschen im Netz, die sich darunter nichts vorstellen können. Betrüger verschaffen sich Zutritt zu Wohnungen alter Menschen mit der Behauptung, sie kämen vom Gesundheitsamt um einen Virentest zu machen. Die Prostitution blüht nun im Verborgenen weiter und wird ausgiebig genutzt. Es handelt sich dabei oft um Zwangsprostituierte, aber auch um Personen mit prekärem Aufenthaltsstatus, die ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie nur durch diese Einnahmequelle sichern können. Die spanische NGO Medicos del Mundo (Ärzte ohne Grenzen) versucht, diesen Frauen öffentliche Finanzhilfen zugänglich zu machen.

    Aufgrund der beengten Wohnsituation und der seit 12 Tagen bestehenden Bewegungseinschränkungen steigen die Fälle von häuslicher Gewalt. Viele spanische Apotheken bieten sich jetzt als Anlaufstelle für Opfer häuslicher Gewalt an. Die Frauen müssen dort nur »mascarilla-19« rufen, dann werden sie vom Personal in Sicherheit gebracht.

    In Alicante kam es in der Haftanstalt Fontcalent zu einer Gefängnisrevolte, nachdem dort zwei Fälle von Corona Ansteckung bekannt wurden. Die Häftlinge zündeten in ihren Zellen Papier an und stiegen aufs Dach der Anstalt.

    Das Kreuzfahrtschiff Costa Pacifica hatte Buenos Aires am 3. März verlassen. Das Anlegen in einem spanischen Hafen wurde dem Schiff aufgrund der spanischen Ausgangssperre verweigert. In Marseille durften nur französische Passagiere aussteigen. Die 170 spanischen Passagiere, die im italienischen Hafen Savona von Bord gehen durften, wissen jetzt nicht, wie sie nach Spanien zurückkehren können.

    Viele britische Urlauber stecken in Spanien fest, weil die meisten Flughäfen geschlossen sind und keine Flüge nach Großbritannien angeboten werden. Auch Ryanair hat den Flugbetrieb eingestellt. Für deutsche Urlauber scheint die Luftbrücke der Lufthansa zu funktionieren.

    In der Landwirtschaft wird es als schwierig empfunden, die neuen Abstandsregeln zwischen den Landarbeitern einzuhalten. Insbesondere das Verbot, dass mehrere Personen in einem Auto oder im überfüllten Linienbus zur Arbeit fahren können. Nun sollen Schulbusse, die wegen der geschlossenen Schulen nur herumstehen, zum Transport der Landarbeiter eingesetzt werden.

    Die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie werden nun sichtbar. Im März wurden in der ersten Woche des Ausnahmezustands 85% weniger Autos verkauft. Bei der Ausleihe von Mietwagen beträgt der Rückgang sogar 95%.

    Die gute Nachricht des Tages lautet: Die Anis-Schnaps Brennerei Machaquito im andalusischen Rute hat ihre Produktion nun auf Desinfektionsmittel umgestellt um dem Gesundheitswesen aus der Patsche zu helfen.


    Update: Stand 24. März 2020 – 14 Uhr

    Der Tod wird zum Alltag in Spanien

    Madrid verzeichnete am 23. März 10.575 Infizierte und 1.263 am Coronavirus Verstorbene.

    Wegen des Mangels an Masken und Schutzkleidung reichen die Beerdigungsinstitute in Madrid nicht mehr aus um dort die am Coronavirus Verstorbenen aufzubahren. Daher wurde jetzt die 1.800 qm große städtische Eishalle zum Aufbewahrungs-Zentrum für die Leichen umfunktioniert. Wegen der konstanten Temperatur von Null Grad ist dort die Lagerung längere Zeit möglich, ehe die Särge in die überlasteten Krematorien abtransportiert werden können.

    Die spanischen Krankenhäuser möchten die ethischen Dilemmata zu vermeiden, in welche die Ärzte in der italienischen Region Lombardei bereits gedrängt wurden. Die Ärzte in Norditalien müssen entscheiden, welchen Patienten die Aufnahme auf die Intensivstation verweigert werden soll, weil es an medizinischer Ausrüstung mangelt, um alle intensivmedizinisch zu versorgen.

    Nach Angaben der Agentur Reuters sterben in Italien 50% der Patienten, die derzeit wegen Covid-19 auf einer italienischen Intensivstation aufgenommen werden. Die »übliche« Sterblichkeitsrate auf einer italienischen Intensivstation beträgt hingegen 12% bis 16%. »Auch wenn es keine Überlebens-Chance gibt, muss man dem Patienten ins Gesicht schauen und sagen, dass alles in Ordnung ist. Und diese Lüge zerstört dich«, sagt Marco Resta, der Leiter der Intensivstation des San Donato-Krankenhauses in Mailand

    Das Kriterium für die Entscheidung, wer Vorrang hat, wenn auf der Intensivstation Betten fehlen, nennt man Triage. Es ist das Protokoll, das von den Rettungsdiensten befolgt wird, um den Schweregrad der Krankheit eines Patienten schnell zu beurteilen und fest zu legen, welche Patienten betreut werden und welche man sterben lassen muss.

    In Spanien verteilte das Gesundheitsministerium am Dienstag, dem 17. März, ein Triage-Protokoll mit dem Titel »Covid-19 Notfall Management«.

    Dieses Protokoll bezieht sich auf Triage im engeren Sinne. Also auf Kriterien, anhand derer das medizinische Personal die schweren Fälle identifizieren muss, sobald sie die Notaufnahme erreichen. Für Patienten unter 60 Jahren ohne Fieber, Atemversagen und ohne weitere potentiell tödliche Krankheiten schreibt das Protokoll die Bewertung und Abweisung nach den üblichen Kriterien vor. Das Protokoll legt fest, dass ein Covid-19-Test bei Patienten, die abgewiesen werden sollen, nicht durchgeführt werden sollte.

    Für Patienten unter 60 Jahren mit Fieber, jedoch ohne Atemstillstand und ohne andere schwere Krankheiten, sieht das Protokoll vor, dass eine Röntgenaufnahme der Lunge durchgeführt wird. Wenn er keine Lungenentzündung hat, sollte der Patient auf Covid-19 getestet und dann entlassen werden.

    Für Patienten über 60 Jahre oder mit weiteren schweren Krankheiten erfordert das Protokoll immer eine Röntgenaufnahme und eine Untersuchung.

    Das Protokoll sagt jedoch nichts über die Kriterien aus, die bei der Auswahl von Patienten im Falle einer Überfüllung einer Intensivstation einzuhalten sind.

    Eine Gruppe von Bioethikern unter der Leitung von Olga Rubio, nationale Koordinatorin der Bioethik-Arbeitsgruppe der spanischen Gesellschaft für Intensivmedizin, Kritische Medizin und Herz-Kreislauf Krankheiten (SEMICYUC) hat ein Dokument mit dem Titel »Ethische Empfehlungen für Entscheidungen in der außergewöhnlichen Krisensituation durch die Pandemie Covid-19 auf Intensivstationen« erstellt.

    Das SEMICYUC-Dokument enthält Richtlinien, die von den meisten öffentlichen und privaten spanischen Krankenhäusern für die Triage von Patienten in Ausnahmesituationen befolgt werden. Eine Covid-19 Infektion soll wie eine »katastrophenmedizinische Situation behandelt werden, in der eine außergewöhnliche Krisenversorgung auf der Grundlage von Verteilungsgerechtigkeit und angemessener Zuweisung von Gesundheitsressourcen erfolgen soll, mit dem Ziel, Schäden für Menschen, das Gesundheitssystem und die Gesellschaft zu mindern«.

    Das Dokument unterteilt Patienten in vier Gruppen:

    • Patienten mit Priorität 1: Kritische und instabile Patienten, die eine intensive Überwachung und Behandlung benötigen, die nicht außerhalb der Intensivstation bereitgestellt werden kann.
    • Patienten der Priorität 2: Patienten, die eine intensive Überwachung erfordern und möglicherweise sofortige Eingriffe benötigen. Es handelt sich um Patienten, die nicht invasiv beatmet werden, sondern erst dann eine Sauerstofftherapie benötigen, wenn ein anderes Organ versagt.
    • Patienten mit Priorität 3: Dies sind Patienten in einem instabilen kritischen Zustand, die nur geringe Chancen aufweisen, sich von ihrer Grunderkrankung zu erholen. Sie können eine intensive Behandlung erhalten, um ihre akute Erkrankung zu lindern, es können aber auch therapeutische Grenzen gesetzt werden, z. B. keine Intubation und / oder kein Versuch einer kardiopulmonalen Wiederbelebung.
    • Bei Patienten mit Priorität 4 ist der Nutzen der Behandlung von vorne herein minimal oder unwahrscheinlich, oder es steht durch ihre unheilbare und irreversible Erkrankung der Tod unmittelbar bevor. Im Falle von Komplikationen oder eines zu erwartenden schlechten Krankheitsverlaufs soll der therapeutische Entzug unverzüglich als sinnlos betrachtet und die Anwendung palliativer Maßnahmen eingeleitet werden.

    Dem Dokument zufolge sollten Intensivstationen im Falle eines Mangels an Ressourcen für Patienten mit Priorität 1 reserviert werden. Personen mit Priorität 2 müssen zeitweise zur Behandlung an den Geräten zugelassen werden. Patienten mit Priorität 3 und 4 sollen nicht auf die Intensivstation aufgenommen werden. Es soll auch niemand zur Intensivpflege aufgenommen werden, der mittels Patientenverfügung eine Intensivpflege oder mechanische Beatmung abgelehnt hat.

    Haben zwei Patienten eine ähnliche Heilungsprognose, soll die Person mit der höheren Lebenserwartung bevorzugt werden. Auch soziale Faktoren spielen bei der Auswahl eine Rolle, z.B, ob so eine Person wichtige Entscheidungen für die Gemeinschaft treffen muss. Solltest du also neben einem andalusischen Politiker vor der Notaufnahme stehen, dann rechne dir nicht allzu große Chancen aus, aufgenommen zu werden.

    Aber es gibt auch Lichtblicke: In Valencia ging jetzt eine Webseite für Alzheimer-Patienten online, welche eine permanente kognitive Stimulation benötigen, die derzeit wegen des Ausnahmezustands vor Ort nicht geleistet werden kann. Die Webseite ist für jedermann zugänglich und bietet kognitive, physikalische und spielerische Übungen sowie Musiktherapie an. Näheres die Webseite von AFAV.


    Update: Stand 21. März 2020 – 9 Uhr

    In Spanien werden heute 21.571 Infizierte, 1.093 Verstorbene und 1.588 Genesene gezählt. In Andalusien gibt es jetzt 1.287 Infizierte, davon ein Drittel in der Provinz Málaga. Andalusien rechnet mit 7.000 bis 15.000 Infizierten. 2 Millionen Masken sind für Personen bestellt, welche die Versorgung und medizinische Betreuung aufrechterhalten müssen.

    In Madrid gibt es einen Mangel an Notfallbetten, Beatmungsgeräten, medizinischem Personal und Masken. Das Leganes Krankenhaus in Madrid musste wegen Überfüllung geschlossen werden.

    In Vigo bat ein 44-jähriger Mann die Polizei, ihn in eine Gefängniszelle zu stecken. Er wohnt bei seiner Mutter und hält das Zusammenleben mit ihr während des Ausnahmezustands nicht mehr aus.

    Viele ausländische Touristen machen derzeit Langzeiturlaub auf Campingplätzen. Sie sollen von dort vertrieben werden, indem die sanitären Anlagen geschlossen werden. Bis 24. März sollen auch alle Hotels geschlossen werden. Hoteliers und Gäste haben 7 Tage Zeit, die Anordnung umzusetzen.

    Die Abschiebung illegal eingereister Ausländer ist zum Erliegen gekommen, weil außer Brasilien kein Land mehr die Einreise aus Spanien akzeptiert. 75% der betroffenen Personen stammen aus Marokko und Algerien.

    Die 296 spanischen Soldaten der internationalen Atalanta Mission in Djibuti gegen Piraten im Pazifischen Ozean werden nach Spanien zurückbeordert, nachdem sich 22 von Ihnen am Coronavirus infiziert haben. Eigentlich hätte der spanische Konteradmiral gerade die Leitung der gesamten Mission von den Portugiesen übernehmen sollen.

    Einige private Krankenhäuser wurden unter die Aufsicht der Regierung gestellt um dort Notfallkapazitäten für Viruspatienten zu beschlagnahmen. Die Jugend-Hostals in Andalusien wurden zu Krankenhäusern für Corona-Patienten umfunktioniert. In Madrid errichtet das Militär ein 5.500.Betten-Notkrankenhaus für Corona-Fälle auf dem IFEMA Feria-Gelände.

    In Andalusien stehen derzeit 2.960 Krankenhausbetten, darunter 892 Notfallbetten für Corona-Patienten bereit. Die spanische Regierung arbeitet an einer Anweisung, welche Patienten bevorzugt behandelt werden sollen, falls nicht genügend Notfallbetten und Beatmungsgeräte verfügbar sind.

    Was im Ausnahmezustand verboten ist und was erlaubt:

    Fußgänger dürfen zum nächstgelegenen Lebensmittelladen, zur Apotheke und zur Bank. Man darf sich zwischen der Wohnung und der Arbeitsstelle bewegen. Um die Einhaltung zu prüfen, darf die Polizei nach Supermarktquittungen und Arbeitsbescheinigungen fragen. Gewerbetreibende dürfen reisen oder zu Fuß gehen. Die Identität darf festgestellt werden um bei wiederholten Zuwiderhandlungen Strafen zu verhängen. Eine einzelne Person darf mit dem Hund Gassi gehen, sich aber dabei nicht weit von seiner Wohnung entfernen.

    In Autos darf nur eine Person sitzen, außer es gibt eine triftige Ausnahme. Das kann z.B. sein: Ein Kranker muss transportiert werden. Minderjährige müssen ein Elternteil begleiten. Der Mitfahrer muss dann hinten sitzen. Der Passagier und der Fahrer müssen Masken tragen. Bei Fahren zur Arbeit dürfen beliebig viele Personen im Auto sitzen. Alle müssen eine Maske tragen.

    Das Aufsuchen von Feldern oder Gewächshäusern ist gestattet um diese zu bearbeiten.

    Autowerkstätten dürfen Reparaturen anbieten, aber keine Autos oder Zubehör verkaufen. Der TÜV-Termin (ITV) darf ohne Strafe überschritten werden, weil viele Prüfzentren geschlossen sind, allerdings bezahlen die Kfz-Versicherungen keine Schäden, falls der TÜV-Termin überschritten wurde! Notfalls muss ein Mietwagen gemietet werden, solange kein TÜV gemacht werden kann. Tankstellen dürfen Benzin verkaufen, müssen aber ihren Shop schließen. Toiletten und Kaffee dürfen nur Lkw-Fahrern, Busfahrern, Ambulanzen usw. angeboten werden.

    Alle Geschäfte sind zu schließen. Offen bleiben dürfen nur Geschäfte, die erlaubte Produkte anbieten wie Nahrungsmittel, Getränkeshops, Telefonshops, Drogerien, Tabakgeschäfte. Geschäfte (z.B. Supermärkte), die auch andere Waren anbieten, dürfen nur die erlaubten waren verkaufen. Öffnen dürfen auch Apotheken, Ärztezentren, Optiker, Orthopädiegeschäfte, Zeitungsshops, Tierbedarf (nur Tiernahrung!), Chemische Reinigungen und Wäschereien. Alle Geschäfte müssen dafür sorgen, dass in den Warteschlangen die Mindestabstände sowie sämtliche Hygiene-Regeln eingehalten werden.

    Fastfood Restaurants und Catering-Betriebe sind geschlossen, dürfen aber Mahlzeiten ausliefern. Baufirmen dürfen arbeiten. Sanitär- und Baumaterialgeschäfte dürfen an Selbständige und Wiederverkäufer verkaufen, nicht aber an Privatkonsumenten.

    Zur Durchsetzung der Anordnungen stehen 264.000 Polizisten und 132.000 Soldaten bereit.

    Der Leiter der Guardia Civil, Generalleutnant Laurentino Ceña warnt, dass insbesondere überprüft wird, ob jemand von seiner regulären Wohnung zu seinem Ferienhaus reist. Wer bereits im Ferienhaus wohnt, für den ist für die Dauer des Ausnahmezustands das Ferienhaus die gewöhnliche Wohnung.

    Innenminister Fernando Grande Marlaska weist darauf hin, dass Gruppenbildung in öffentlichen Räumen verboten ist. Das gilt insbesondere auch für abgelegene ländliche Gegenden. Selbst neu geborene Kinder dürfen nicht von Ihren Verwandten im Krankenhaus besucht werden.

    Es gibt auch positive Effekte des Ausnahmezustands: Der Verbrauch von Elektrizität ist zurückgegangen, ebenso die Luftverschmutzung. Das Ansehen der Regierung von Pedro Sánchez in der Bevölkerung ist gestiegen, allerdings von einem Allzeit-Tief auf nunmehr lediglich 36%. Allerdings, ebenfalls 36% der Bevölkerung fürchten, dass ihr Arbeitgeber die Krise nicht überlebt.


    Update: Stand 19.03.2020 – 15 Uhr

    Heute wurde die Zahl von 15.000 Infizierten überschritten. 600 Menschen sind am Coronavirus verstorben, darunter ein gesunder 34-jähriger Offizier der Guardia Civil. Spanische Virologen rechnen in einem Worst-Case-Szenario mit bis zu 87.000 Corona-Toten. Dabei hätte man in Europa seit 2013 wissen können, wie man mit so einer Krise umgehen muss. Das deutsche Innenministerium hat damals eine Studie des Bundestags über eine mögliche Virus-Epidemie aus China veröffentlicht. Nur hatte jetzt offenbar niemand Zeit, diese zu lesen.

    Einen aktuellen Überblick über den Stand der weltweiten Corona-Pandemie findest du auf der interaktiven Weltkarte der John Hopkins Universität.

    Die andalusische Landesregierung rechnet mit einem Corona bedingten wirtschaftlichen Verlust von 5,5 Milliarden Euro. Anstelle von geplanten 32 Millionen Touristen werden nur noch 24 Millionen erwartet. In Andalusien schlossen bis gestern 512 Hotels, davon 80 an der Costa del Sol, wobei 12.000 Angestellte ihre Jobs verloren.

    Die Ausgangssperre der spanischen Regierung, die seit dem 14.3.2020 in Kraft ist, bezieht sich auf das königliche Dekret 463/2020. Bei Zuwiderhandlungen drohen drakonische Strafen zwischen 30.000 und 600.000 Euro, die auf dem Artikel 45.3, Section b des Gesetzes 17/2015 über den spanischen Zivilschutz basieren. Das Problem ist die Durchsetzung, da die Spanier gewohnt sind, dass jede Verordnung ein 'Angebot' der Regierung ist, welches man befolgen kann, aber nicht muss.

    In Málaga wurde der Priester der evangelikalen Sekte »Jesus con Nosotros« mit einem Bußgeld von 30.000 Euro belegt, weil er in seiner Kirche einen Gottesdienst mit 100 Gläubigen abgehalten hat. Der Priester behauptet, er habe alle Auflagen in Absprache mit seinem Anwalt eingehalten. Viele Urlauber halten die angeordneten Einschränkungen für Spaß. Auf Teneriffa und auf Mallorca wurden Touristen in Handschellen abgeführt, weil sie im Pool badeten oder sich provokativ auf der Straße zusammenrotteten.

    Ab morgen werden alle Inlandsflüge vom spanischen Festland auf die Balearen, die Kanaren, Ceuta und Melilla eingestellt. Easyjet und TUI haben alle Flüge nach Spanien eingestellt, Ryanair hat seine Flüge um 80% reduziert. Mittlerweile gibt es auch Störungen im Luftverkehr, weil eine wichtige Fluglotsenstation wegen der Infizierung mehrerer Mitarbeiter geschlossen werden musste.

    Wo alles so traurig und angespannt ist, gibt es auch Lustiges und Aufmunterndes. Da es Menschen verboten ist, ohne einen triftigen Grund auf die Straße zu gehen, hat sich ein Spaßvogel als Dinosaurier verkleidet, weil er dachte, das gelte für Tiere ja nicht. Da man Hunde noch einzeln zum Gassi gehen ausführen darf, hat ein anderer Spaßvogel einen Spielzeughund auf Rädern hinter sich her gezogen. Die Polizei ließ sich aber in beiden Fällen nicht von der Ausübung ihrer Pflicht abhalten. Die Online-Zeitung »The Olive Press« aus Gibraltar hat in einem Video eine Methode der Guardia Civil publiziert, wie man sich zuhause mit Hilfe von Kaffeefiltern eine Schutzmaske basteln kann.

    Gesichtsmaske Kaffeefilter
    The Olive Press ( Screenshot )

    Der kubanische Künstler Ariel hat den fetzigen Corona-Song »Quedate en casa« (»Bleibt zuhause!«) ins Netz gestellt, der das Zeug hat, zum spanischen Song des Jahres zu werden:

    In Madrid traten die Menschen auf ihre Balkone und machten Lärm mit ihren Kochlöffeln und Töpfen. Damit protestierten sie gegen die Nachricht, dass der ehemalige spanische König Juan Carlos von Saudi Arabien 100 Millionen US Dollar erhalten hat, die der Ex-Monarch auf einem Privatkonto in Panama parkte. Die Menschen verlangen nun, dass das Geld einem Fond für Opfer der Corona-Krise zur Verfügung gestellt. Der Sohn von Juan Carlos und derzeitige spanische König Felipe hat seinem Vater sofort die königliche Apanage gestrichen und ihm mitgeteilt, dass er sein Erbe ausschlagen wird.

    Neben den erwartbaren Gewinnern der Krise wie Supermärkte, Lieferdienste, Netflix und Klopapierhersteller gibt es auch unerwartete Profiteure: So stiegen die Zugriffe auf die Webseite pornhub.com stark an. Online Dating-Dienste melden wachsende Nutzerzahlen. Hersteller von Sexspielzeug freuen sich über erhöhte Bestellungen. Ebenso Betreiber von Online Spielcasinos. Ende des Jahres dürften dann Hersteller von Babyartikeln eine Geschäftsbelebung erleben.

    Die Polizei hat eine Hotline für Opfer von häuslicher Gewalt eingerichtet, weil solche Delikte wegen des andauernden Zusammenlebens der Familien in engen Wohnungen zunehmen. Zusätzlich wird die Auslastung der Scheidungsanwälte steigen, wie aus China berichtet wird.


    Am Freitag dem 13. März 2020 verhängte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez die erste Stufe des gesetzlichen Ausnahmezustands über Spanien. An diesem Tag gab es in Spanien mehr als 4.400 erkannte Infizierte und 123 Tote. Dies ist nur eine Momentaufnahme in einem sehr dynamischen Ausbreitungsprozess des Coronavirus und eine Verschärfung des Ausnahmezustands ist zu erwarten. Als nächstes werden wohl die Osterprozessionen verboten.

    In Andalusien waren an diesem Freitag dem Dreizehnten 219 Corona-Fälle bekannt, darunter 69 innerhalb der letzten vier Stunden sowie 12 Fälle auf den Intensivstationen von Krankenhäusern. Ein 70-jähriger Patient ist gestorben. Er war im Xanit International Hospital in Benalmádena wegen einer anderen Krankheit in Behandlung und hatte sich dort angesteckt.

    Neben den Einschränkungen, die derzeit überall in Europa wegen der Corona-Epidemie in Kraft treten, sind in Andalusien und in Gibraltar einige Besonderheiten zu beachten:

    Mit Bestürzung hat man in Málaga, wie auch in Murcia und Valencia registriert, dass derzeit massenhaft Menschen aus dem mit 2.000 Infizierten besonders betroffenen Madrid in ihre Feriendomizile an der Costa del Sol und der Costa Blanca »umziehen« um den harten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Madrid zu entgehen. Auf den Autobahnen A-4 und M-40 von der spanischen Hauptstadt nach Süden kam es zu langen Verkehrsstaus.

    Einige hochrangige Politiker gingen dabei mit schlechtem Beispiel voran. So haben sich der frühere Premierminister José Aznar und seine Frau und ehemaligen Bürgermeisterin von Madrid Ana Botello zusammen mit ihren Bodyguards in ihre Villa in Marbella abgesetzt.

    Ein 88-jähriger bereits infizierter Mann aus Madrid war mit dem Zug nach Murcia gefahren und hatte dort einen Supermarkt besucht, bevor er zusammenbrach und in das Los Arcos del Mar Menor Hospital eingeliefert wurde.

    Da die Hotels nur noch zu 40% ausgelastet sind, machen drei Hotels der Soho Boutique Kette in Málaga aus der Not eine Tugend, haben den Betrieb eingestellt und ihre 150 Gästezimmer als Isolierstationen für klinische Fälle des Coronavirus zur Verfügung gestellt.

    Die in Spanien lebenden Chinesen nehmen die Bemühungen der spanischen Regierung zur Eindämmung der Epidemie als chaotisch und halbherzig wahr. Daher denken viel darüber nach, nach China zurückzukehren, wo die Regierung »alles im Griff hat«.

    Coronavirus in Gibraltar

    In Gibraltar ist erst ein Coronafall aktenkundig. Der Mann war aus Italien zurückgekehrt, ist aber inzwischen genesen. 40 Personen, die möglicherweise Kontakte zu Infizierten hatten, befinden sich in häuslicher Quarantäne.

    Dennoch wurde in Gibraltar das öffentliche Leben stark eingeschränkt um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Z.B. wurde ein geplantes Referendum über Abtreibung abgesagt.

    Allerdings fallen einige Maßnahmen anders aus als in den meisten europäischen Ländern: Schulen und Kitas werden nicht geschlossen, um die älteren Menschen, die sonst als Kinderbetreuer einspringen müssten, nicht zu gefährden. Öffentliche Busse fahren nur noch zu bestimmten Zeiten, mit Ausnahme der Buslinie von der spanischen Grenze in die Innenstadt.

    Dies ist nötig, weil viele Ärzte und Krankenschwestern aus Spanien nach Gibraltar einpendeln. Personen, die über 60 Jahre alt sind, dürfen überhaupt keinen Bus benutzen. Die Bezahlung mit Bargeld wurde verboten. Stattdessen soll nur noch unbar bezahlt werden. Wer kein Konto hat, bekommt eines eingerichtet. Die Lotterie wurde für drei Monate eingestellt, damit sich vor den Lottoannahmestellen keine Schlangen bilden. Der Verkehr mit Marokko wurde eingestellt.

    Für Bars, Restaurants, kleine Hotels, Künstler, Kinos, Reiseveranstalter und -agenturen sowie Immobilienmakler in Spanien und Gibraltar brechen Existenz bedrohende Zeiten an. Selbst wenn die dortigen Regierungen mit Steuerstundungen und Kurzarbeitsgeld einspringen, können die meisten dieser kleinen Betriebe einen mehrmonatigen Geschäftsausfall finanziell nicht überleben.

    Verfasst am 12. Juni 2021
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