Der andalusische Ministerpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla

Nach jahrzehntelanger Herrschaft in ihrer Hochburg Andalusien wurden die Sozialisten im Januar 2019 überraschend durch eine Mitte-Rechts-Koalition von der Macht verdrängt. Seither ist der PP-Politiker Juan Manuel Moreno Bonilla andalusischer Ministerpräsident – seit der Wahl 2022 sogar mit absoluter Mehrheit.
Andalusische Ministerpräsident
Juan Manuel Moreno Bonilla ( Foto: flickr.com / PP Comunidad de Madrid (CC BY 2.0) )

Der Ministerpräsident von Andalusien im Überblick

Juan Manuel Moreno wurde am 1. Mai 1970 in Barcelona geboren. Seine Eltern waren Andalusier, die zeitweise in Barcelona gearbeitet hatten – sein Vater bei SEAT als Industriearbeiter. Bereits drei Monate nach Morenos Geburt kehrte die Familie zurück nach Alhaurín el Grande bei Málaga, wo der Vater fortan als Taxifahrer arbeitete.

Im immer noch traditionell linken Andalusien kokettiert Moreno gern mit seiner Herkunft aus einfachen Verhältnissen. Dabei hatten seine Eltern schlicht Glück: 1975 gewannen sie in der spanischen Lotterie und kauften sich von dem Geld ein Haus und einen Gemischtwarenladen in Málaga.

Juan Manuel (Juanma) Moreno erwarb an der Madrider Camilo-José-Cela-Universität einen Master in Event-Management und träumte zunächst von einer Karriere als Popstar. Seine Idole waren britische »Indie«-Bands, darunter The Cure, U2 und Simple Minds. Als Leadsänger verschiedener Popgruppen in Madrid – Lapsus Psiquico, Falsas Realidades und Cuarto Protocolo – blieb ihm der kommerzielle Durchbruch verwehrt.

Das Improvisieren mit Musik und Basketball gehören bis heute zu seinen Leidenschaften. In der Öffentlichkeit zeigt sich Moreno stets adrett gekleidet, was ihm den Spitznamen »der Mann mit dem Schal« einbrachte.

Seit 2006 ist Moreno mit Manuela Villena verheiratet. Sie hat Politische Wissenschaften studiert und war in leitender Position in der Biopharma-Firma Bidafarma tätig. Das Paar hat drei Kinder.

Politische Karriere

Mit 19 Jahren trat Juan Manuel Moreno in den Partido Popular ein. Schnell wurde er Leiter der PP-Jugendorganisation in Málaga und bald darauf für ganz Andalusien. Mit 24 wurde er zum Stadtrat für Jugend und Sport in Málaga gewählt und 1997 als Abgeordneter ins andalusische Parlament.

Seit dem Jahr 2000 war Moreno Abgeordneter im Zentralparlament in Madrid, bis er 2011 in das Kabinett Rajoy als Staatssekretär für Soziales und Gleichstellung berufen wurde. Dort war er an wichtigen sozialen Initiativen beteiligt, darunter die nationale Strategie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, das allgemeine Gesetz über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie der nationale Plan für Kinder und Jugendliche.

In seiner Partei hatte er verschiedene Führungspositionen inne: Exekutivsekretär für Neue Technologien, für Kommunalpolitik sowie als Koordinator der Politik für Autonomien und Kommunen. Im März 2014 kehrte Moreno als Vorsitzender des andalusischen PP nach Andalusien zurück und saß bis 2017 für Andalusien im spanischen Senat in Madrid.

Ministerpräsident seit 2019 – und 2022 mit absoluter Mehrheit bestätigt

Seit dem 18. Januar 2019 ist Juanma Moreno andalusischer Ministerpräsident. Zunächst regierte er mit einer Koalition aus PP, Ciudadanos und mit Tolerierung durch Vox.

Bei der Parlamentswahl im Juni 2022 gelang ihm dann ein historischer Triumph: Der PP unter Juan Manuel Moreno holte mit 58 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament in Sevilla. Die Ciudadanos flogen nicht nur aus der Regierung, sondern auch ganz aus dem Parlament. Seitdem regiert Moreno ohne Koalitionspartner mit einem reinen PP-Kabinett.

Im Juli 2024 nahm Moreno eine umfangreiche Kabinettsumbildung vor. Patricia del Pozo wurde in das neu geschaffene Ministerium für Kultur und Sport berufen, das Ministerium für Tourismus wurde zum Ressort für Tourismus und Andalusien im Ausland umbenannt, und Wirtschaftsministerin Carolina España übernahm zusätzlich das Amt der Regierungssprecherin.

Im Herbst 2025 geriet die Regionalregierung in Turbulenzen: Im Oktober 2025 war die andalusische Regierung in einen Gesundheitsskandal verwickelt, der auf den Umgang mit Brustkrebs-Screenings zurückging. In der Folge wurde das Gesundheitsministerium aufgelöst und seine Zuständigkeiten in ein neu strukturiertes Ressort für Gesundheit, Präsidium und Notfallmanagement überführt.

Engagement auf europäischer Ebene

Neben seiner Arbeit in Sevilla ist Moreno auch auf europäischer Bühne aktiv. Seit 2019 ist er Mitglied des Europäischen Ausschusses der Regionen, seit Februar 2025 bekleidet er dort das Amt des Ersten Vizepräsidenten. In dieser Funktion vertritt er die Interessen der Regionen gegenüber den EU-Institutionen und war unter anderem bei den Klimakonferenzen COP28 und COP29 als Delegierter dabei.

Auch die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Regionen treibt er aktiv voran: Im Januar 2025 unterzeichnete Moreno gemeinsam mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in Stuttgart einen Aktionsplan zur Energie- und Klimapartnerschaft, der gemeinsame Projekte in den Bereichen grüner Wasserstoff und regenerative Kraftstoffe fördern soll.


Bildrechte: Flickr PP Comunidad de Madrid / Jornada de clausura Convención 2019 Partido Popular en Madrid. CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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