Feria de Abril in Sevilla

Feria de Abril

Feria de Abril Sevilla
Pferde spielen bei der Feria de Abril in Sevilla eine wichtige Rolle ( © DW )

Feria de Abril in Sevilla 2026

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Geschichte | Festgelände | Programm 2026 | Kleidung | Pferde | Anreise

Jedes Jahr, zwei Wochen nach Ostern, ist Sevilla im Ausnahmezustand. Dann findet mit der Feria de Abril eines der beliebtesten Volksfeste Spaniens statt. Die Aprilmesse in Sevilla ist die größte Feria in Andalusien.

Geschmückte Pferde, Frauen in Flamencotracht sowie Männer im typischen Anzug haben ihren Auftritt und es wird ausgelassen gefeiert und getanzt.

Gefeiert wird eine Woche lang auf dem 45 Hektar großen Festgelände Real de la Feria im Viertel Los Remedios im Südwesten der Stadt und in vielen weiteren Stadtvierteln (barrios) wie Macarena, San Pablo, Bellavista und Cerro-Amate. Auch in der Altstadt von Sevilla gibt es während der Feria zahlreiche Events und Veranstaltungen.

Geschichte der Feria de Abril

Begründet wurde die Feria de Abril von einem Katalanen sowie einem Basken im Jahr 1846, die in Sevilla eine Viehmesse abhalten wollten. Die Stadt genehmigte das Vorhaben auf dem Prado de San Sebastián hinter der Königlichen Tabakfabrik, die heute zur Universität von Sevilla gehört. Mit nur 19 casetas (Festbuden) war die erste Ausgabe der Feria de Abril allerdings noch recht klein. Das Datum zwei Wochen nach der Semana Santa wurde aber bis heute beibehalten.

Im Laufe der Jahrzehnte etablierte sich die Messe und wurde als Volksfest fester Bestandteil Sevillas. Obwohl die Viehställe verschwunden sind, schließen die Einheimischen noch heute Geschäfte auf der Feria ab.

Feria Sevilla
Das bunt geschmückte Festgelände ( © DW )
Feria de Abril mit Kindern
Die Feria in Sevilla ist ein großes Fest für die ganze Familie ( © DW )
Aprilmesse Sevilla
Pferde, Reiter, Kutschen begegnen dir überall auf der Feria in Sevilla ( © DW )

Das große Festgelände in Sevilla

Das Herzstück der Feria de Abril ist das weitläufige Real de la Feria im Stadtviertel Los Remedios. Hier reihen sich die liebevoll dekorierten casetas aneinander, während rundherum das geschäftige Treiben pulsiert.

Die imposante Portada bildet das eindrucksvolle Eingangstor zum Gelände und ist mit ihren Tausenden Glühbirnen bereits von Weitem sichtbar.

Direkt neben dem Hauptareal befindet sich die Calle del Infierno mit ihren Fahrgeschäften für jedes Alter.

El Alumbrao

Traditionell beginnt die Feria de Abril in der Nacht von Samstag auf Sonntag um Punkt Mitternacht mit dem offiziellen Eröffnungsakt »El Alumbrao«. Beim Alumbrao wird nicht nur die Portada mit ihren 28.000 Glühbirnen angestrahlt – das gesamte Gelände erstrahlt mit über 200.000 LED-Birnen in einem Lichtermeer.

Der erste offizielle Tag der Feria ist der Dienstag, an dem Scharen an Sevillanos und Touristen auf das Messegelände strömen.

Feria de Abril Sevilla Portada
La Portada – der Eingang zum Feriagelände ( © DW )
Feria de Abril Portada abends
Die Portada am Abend... ( © DW )
Feria de Abril Portada nachts
...und in der Nacht ( © DW )

Die Portada 2026

Den diesjährigen Eingang hat Davide Gambini entworfen – derselbe Architekt, der bereits die Portada 2024 gestaltete. Das imposante Tor setzt sich aus einem großen Mittelturm, zwei Seitentürmen und fünf verbindenden Bögen zusammen und beeindruckt schon allein durch seine Ausmaße: 50 Meter breit, 40 Meter hoch.

Inhaltlich ist die Portada eine Doppelhommage: Sie stellt den Pabellón de Portugal der Expo 1929 nach und erinnert gleichzeitig an ein historisches Datum – den 500. Jahrestag der Hochzeit zwischen König Karl V. und Isabel von Portugal, die im Alcázar von Sevilla gefeiert wurde. Ein filigraner Verweis auf jenen Moment, als Sevilla im Zentrum des europäischen Renaissance-Europa stand.

Casetas – die Festbuden

In den casetas wird ähnlich den Bierzelten auf dem Oktoberfest ordentlich gefeiert. Allerdings sind die casetas auf der Feria de Abril deutlich kleiner, dafür gibt es aber über 1.000 davon. Sie sind aus Holz, mit Dächern aus Zeltplanen.

Meistens gehören sie seit Ewigkeiten lokalen Familien, Unternehmen oder Viehzucht- und Sherry-Dynastien. Die meisten casetas sind privat und man kommt nur mit einer Einladung hinein.

Du kennst niemanden in Sevilla, der dich in seine Caseta einlädt? Kein Problem – dafür gibt es die Caseta de Sevilla (auch »Caseta del Turista« genannt) in der Calle Pascual Márquez 225–229. Sie ist die öffentliche Anlaufstelle des städtischen Tourismusbüros und steht allen Besuchern offen. Mit einer Terrasse und einem Innenbereich, Musik von 16 bis 3 Uhr morgens – ausschließlich Sevillanas und Rumbas, wie es sich gehört – ist sie ein guter Einstieg in die Caseta-Kultur, auch wenn die Atmosphäre naturgemäß etwas weniger intim ist als in einer Familiencaseta.

Tische reservierst du am besten vorab per E-Mail über das städtische Tourismusbüro. Walk-ins sind möglich, aber an vollen Tagen ist Vorplanung klar im Vorteil.

Noch ein praktischer Hinweis, der sich jedes Jahr aufs Neue bewährt: Nimm Bargeld mit. Zwar akzeptieren viele Casetas auch Kartenzahlung, aber in einem Großteil läuft das Trinken und Essen über sogenannte Vales – also Konsumgutscheine, die du vorab kaufst und dann an der Bar einlöst. Und die gibt es in der Regel nur gegen Scheine und Münzen. Wer mit leeren Taschen an die Bar tritt, schaut mitunter in freundliche, aber ratlose Gesichter.

Essen und Trinken auf der Feria – ein Leitfaden

Essen und Trinken ist auf der Feria de Abril kein Beiwerk – es ist Programm. Wer das versteht, ist klar im Vorteil.

Der erste Abend: Die Noche del Pescaíto

Streng genommen ist die Cena del Pescaíto eine Veranstaltung für Caseta-Mitglieder – aber sie gibt den Ton an für das, was die ganze Woche über auf dem Teller landet.

Der Namenspatron ist der frittierte Fisch: Acedías, Pijotas, Boquerones, Adobo und Calamares werden in großen Mengen aufgetischt, während draußen der Alumbrao auf sich warten lässt. Wer keine Einladung hat, kann die Atmosphäre zumindest von außen aufsaugen – und sich für den nächsten Tag eindecken.

Das Mittagessen kommt spät

Ein Hinweis, der Besucher regelmäßig überrascht: Das Mittagessen auf der Feria beginnt selten vor 15:30 oder 16:00 Uhr. Das liegt daran, dass die meisten Sevillaner auch während der Feria-Woche arbeiten und erst danach auf das Gelände kommen. Wer früher hungrig wird, findet in den Bars und Restaurants rund ums Real de la Feria gute Alternativen.

In den Casetas gibt es täglich ein Guiso del Día – ein Eintopfgericht, das von Caseta zu Caseta variiert. Papas con Chocos (Kartoffeln mit Tintenfisch), Garbanzos con Bacalao (Kichererbsen mit Kabeljau) oder eine kräftige Caldereta gehören zu den Klassikern. Dazu kommen die üblichen Tapas-Verdächtigen: Jamón Ibérico, Gambas aus Huelva, Salmorejo, Pimientos fritos, Tortilla española und Montaditos aller Art.

Was man trinkt

Der klassische Feria-Drink ist der Rebujito – ein Cocktail aus Manzanilla oder Fino und Zitronenlimonade, viel Eis, sehr erfrischend und tückisch unauffällig in seiner Wirkung. Wer es lieber pur mag, trinkt Manzanilla aus Sanlúcar de Barrameda oder einen Fino aus Jerez – beide sind auf der Feria quasi Grundnahrungsmittel.

Für alle, die auf Alkohol verzichten oder nach einer langen Nacht wieder auf die Beine kommen wollen: Traditionell gibt es in den späten Nachtstunden in vielen Casetas einen Caldo de Puchero – eine kräftige Fleischbrühe mit Minzezweig, die zuverlässig wieder auf Kurs bringt.

Der süße Abschluss

Auf dem Weg nach Hause lohnt sich ein Stopp an einem der Buñuelos-Stände – in der Regel von Gitana-Familien betrieben, die ihre Teigbällchen in großen Töpfen mit heißem Öl frittieren und mit heißer Schokolade servieren.

Wer kein Fan von Buñuelos ist, findet auf dem Weg zurück in die Stadt auch Churros-Stände. Beides ist um 3 Uhr nachts deutlich besser als sein Ruf.

Feria de Día oder Feria de Noche – wann lohnt sich was?

Die Feria ist nicht zu jeder Stunde dieselbe – und das ist einer ihrer größten Reize. Du hast im Grunde zwei Feste in einem.

Tagsüber, ab etwa 14 Uhr, gehört das Real de la Feria den Pferden, den Kutschen und den Caseta-Mittagessen. Es ist bunter, fotogener und – zumindest im Vergleich zur Nacht – etwas entspannter. Der Paseo de Caballos läuft bis etwa 19 Uhr, danach werden die Pferde von der Calzada geholt, die Straße gereinigt und das Gelände bereitet sich auf seinen zweiten Auftritt vor.

Ab 20 Uhr beginnt die Feria de Noche. Die Stimmung dreht auf, die Casetas füllen sich, die Musik wird lauter und die Sevillanas laufen auf Hochtouren. Wer die Stierkämpfe besucht hat, stößt gegen 21:30 Uhr noch dazu – dann ist die Nacht erst richtig jung. Die öffentlichen Casetas schließen um 3 Uhr, die privaten feiern schlicht bis zum Morgengrauen weiter.

Ein Tipp für alle, die das erste Mal dabei sind: Komm tagsüber für die Atmosphäre und die Bilder – und abends für das echte Feria-Feeling.

Casetas Feria de Abril
Die bunten Casetas auf dem Festgelände ( © DW )
Feria de Abril Pferde
Die Reiter in ihren typischen Outfits ( © DW )
Feria de Abril Pferdekutsche
Besucher können sich in Pferdekutschen über das Feriagelände fahren lassen ( © DW )

Paseo de Caballos

Die Feria de Abril in Sevilla wäre ohne ihre prächtigen Pferde und Kutschen kaum vorstellbar. Seit ihren Anfängen als Viehhandelsmesse im Jahr 1847 sind diese eleganten Tiere ein fester Bestandteil des Festes. Der tägliche Paseo de Caballos verwandelt das Messegelände zwischen 12:00 und 20:00 Uhr in ein lebendiges Museum andalusischer Reitkunst. Bis zu 700 traditionelle Gespanne ziehen täglich durch die Straßen des Real de la Feria – ein wahrlich beeindruckendes Spektakel!

Die Stadt achtet penibel auf die Einhaltung alter Traditionen: Reiter tragen den klassischen Traje de Corto mit kurzer Jacke, enger Hose und Stiefeln, während Kutscher und Diener in historischen Uniformen erscheinen. Auch die Gespanne selbst folgen strengen Regeln – moderne Elemente wie Gummireifen sind tabu. Zu bewundern sind verschiedene Formationen: von der einfachen Limonera mit einem einzelnen Pferd bis zur prächtigen Gran Potencia mit sechs Pferden in komplexer Anordnung.

Wer schon am Sonntag vor dem offiziellen Start der Feria in Sevilla ist, sollte sich diesen Termin vormerken: In der Plaza de Toros de la Maestranza findet traditionell die Exhibición de Enganches statt – eine Ausstellung der prächtigsten Pferdegespanne der Stadt, bevor sie tags darauf auf dem Real de la Feria ihren großen Auftritt haben. Es ist eine der schöneren Nebenbühnen der Feria-Woche und deutlich ruhiger als das Geschehen auf dem Festgelände selbst. Für alle, die die Kutschenkultur wirklich verstehen wollen, ein lohnender Einstieg.

Calle de Infierno Feria de Abril
Die Calle de Infierno auf der Feria de Abril ( © DW )

Calle de Infierno

Direkt neben dem Hauptfestgelände der Feria de Abril erwartet dich ein faszinierendes Erlebnis: die Calle del Infierno – die »Straße der Hölle«. Trotz ihres feurigen Namens ist dieser riesige, temporäre Vergnügungspark ein wahres Paradies für Adrenalinjunkies und Naschkatzen!

Mit einer Fläche von beeindruckenden 87.000 Quadratmetern ist er der größte seiner Art in ganz Spanien. Über 400 Attraktionen für jedes Alter warten hier auf dich – von nostalgischen Karussells bis zu spektakulären Freifallattraktionen.

Zwischendurch lockt dich der verführerische Duft zahlreicher Imbissstände: Genieße süße Churros, cremiges Eis oder traditionellen Turrón! Auch Zirkusvorstellungen und andere Unterhaltungsshows sorgen für Abwechslung. Die Calle del Infierno öffnet um 11 Uhr ihre Pforten und bleibt während der Hauptfesttage täglich bis 6 Uhr morgens geöffnet – genug Zeit also, um dich auszutoben!

Besonders familienfreundlich: An drei »Tagen ohne Lärm« (Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 13 bis 19 Uhr) werden Musik und Geräusche reduziert, damit auch Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen oder erhöhter Lärmempfindlichkeit die fröhliche Atmosphäre genießen können. Die Calle del Infierno bildet mit ihrem bunten Treiben einen spannenden Kontrast zu den traditionellen casetas – ein Ort voller Spaß und Unterhaltung für Jung und Alt!

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Wann ist die beste Zeit für die Feria?

Die ehrliche Antwort: Das kommt darauf an, was du suchst. Die Feria hat für jeden Typ Besucher den richtigen Moment – man muss nur wissen, wann der ist.

Der Miércoles de Feria, also der Mittwoch, ist in Sevilla ein lokaler Feiertag. Das bedeutet: Alle sind da. Das Gelände ist am vollsten, die Stimmung am lautesten, die Schlangen vor den Casetas am längsten. Wer mittendrin sein und das volle Chaos in seiner schönsten Form erleben will, kommt am Mittwoch. Wer lieber etwas Luft zum Atmen hat, meidet ihn.

Dienstag und Donnerstag sind die entspannteren Alternativen – immer noch lebendig, aber mit etwas mehr Platz und deutlich besseren Chancen, spontan irgendwo einen Platz zu bekommen.

Auch die Tageszeit macht einen riesigen Unterschied. Tagsüber – also zwischen 13 und 19 Uhr – ist die Feria fotogener, ruhiger und für Familien angenehmer. Die Pferdeumzüge laufen, das Licht ist gut, und man kann sich in Ruhe umsehen. Wer abends kommt, erlebt eine völlig andere Veranstaltung: voller, lauter, ausgelassener. Beide haben ihren Reiz – wer kann, sollte beides mitnehmen.

Und noch ein Hinweis für Frühaufsteher: Wer die Portada bei Nacht sehen will, ohne von Menschenmassen umzingelt zu sein, kommt am besten nach 1 Uhr – dann lichtet sich das Gelände spürbar, und das Eingangstor erstrahlt in seiner vollen Pracht, fast ungestört.

Programm der Feria de Abril 2026

Täglich gibt es auf dem Festgelände Kutschenparaden, Modenschauen und Konzerte. Während der Feria in Sevilla finden zudem zahlreiche Stierkämpfe in der Stierkampfarena Real Maestranza statt.

Offiziell beendet wird die Feria de Abril jeweils am folgenden Samstagabend um Mitternacht mit einem großartigen Feuerwerk. Natürlich geht nach dem Feuerwerk niemand nach Hause, sondern feiert in Sevilla weiter bis in die frühen Morgenstunden.

Der Auftakt: Pescaíto und Alumbrao

Schon am Vorabend (2026 am 20. April) beginnt das Fest mit zwei fest verankerten Traditionen:

  • Cena del Pescaíto: Familien und Freunde kommen in den casetas zusammen, um gebratenen Fisch zu genießen – darunter köstliche puntillitas, poquerones, calamares und cazón en adobo.
  • Alumbrao: Um Mitternacht wird das monumentale Eingangsportal von rund 28.000 Glühbirnen erleuchtet – ein magischer Moment, der offiziell den Beginn der Feria markiert und Tausende Besucher anzieht.

Täglich neue Höhepunkte

Jeder Tag auf der Feria bietet ein abwechslungsreiches Programm:

Ab Mittag ziehen farbenfrohe Pferdeparaden und geschmückte Kutschen über das Gelände. Reiter in traditioneller Kleidung sorgen für ein beeindruckendes Bild.

Gegen 20 Uhr beginnt in den casetas die lebhafteste Phase – mit Musik, Tanz und kulinarischen Highlights bis in die Nacht.

Der Mittwoch (8. Mai) ist in Sevilla ein lokaler Feiertag, bekannt als Miércoles de Feria. An diesem Tag ist besonders viel los – ideal für alle, die mittendrin sein wollen (oder eben bewusst ruhigere Tage bevorzugen).

Musik und Tanz

In den casetas erklingt traditionelle Flamenco-Musik, und überall tanzen die Menschen sevillanas, eine festliche Variante des Flamenco. Nur Mut – mitreißende Rhythmen machen es leicht, einfach mitzumachen!

Abschluss mit Feuerwerk

Das Feuerwerk am Sonntagabend um Mitternacht ist der offizielle Schlusspunkt der Feria – und ein spektakuläres dazu. Gezündet wird es am Ufer des Guadalquivir, was einen entscheidenden Vorteil hat: Du musst nicht mitten auf dem Festgelände stehen, um etwas zu sehen

Der beste Platz ist die Puente de Triana und ihre Umgebung – von dort hast du eine freie Sicht auf das Feuerwerk, ohne dich durch die Massen drücken zu müssen. Wer clever ist, positioniert sich rechtzeitig und genießt den Abschluss mit einem letzten Rebujito in der Hand.

Termine für die nächsten Jahre

  • 2026: 19. bis 25. April
  • 2027: 11. bis 17. April
  • 2028: 30. April bis 6. Mai

Geführte Touren über das Festgelände

Du möchtest die Feria de Abril 2026 mit Insiderwissen erleben? Das städtische Tourismusbüro bietet einstündige Rundgänge mit offiziellen lokalen Guides an – ideal, um mehr über Ursprung, Besonderheiten und Ablauf des Festes zu erfahren.

Der angenehme Spaziergang führt dich durch das Real de la Feria und endet in der Caseta de Sevilla, wo du mit einem kostenlosen Getränk willkommen geheißen wirst und echtes Feria-Flair genießen kannst.

Anmeldung, Preise & Ablauf

Die Teilnahme ist unkompliziert: Du kannst dich entweder direkt am Kiosk an der Portada in der Calle Antonio Bienvenida anmelden oder du gehst in eine der Touristeninfos in der Stadt. Die Führungen kosten laut Angaben des städtischen Tourismusbüros rund 16 € pro Person.

Startpunkt ist der Informationskiosk am Haupteingang. Von dort führt die Tour über die zentrale Feststraße bis zur Caseta de Sevilla (Calle Pascual Márquez 225).

Sprachen & Zeiten

Die Führungen werden auf Spanisch und Englisch angeboten – je nach gewählter Sprache und Mehrheit der Gruppe.

Startzeiten täglich:
🕜 12:30 Uhr
🕒 13:30 Uhr
🕠 17:30 Uhr

Tipp: Wenn du lieber eine private Führung über das Feriagelände machen willst, kannst du diese hier online buchen.

Stierkämpfe während der Feria

Die Feria de Abril ist ohne die traditionsreichen Stierkämpfe kaum denkbar. Die Plaza de Toros de la Maestranza gilt – neben Las Ventas in Madrid – als eine der bedeutendsten Arenen weltweit. Ein Sieg hier bedeutet höchste Anerkennung in der Kunst der Tauromaquia.

Die Saison beginnt bereits am Ostersonntag, doch der eigentliche Höhepunkt ist der Zyklus de farolillos, der sich über die gesamte Feria erstreckt. In dieser Zeit treten die besten Matadore Spaniens und die renommiertesten Züchter in einem hochkarätigen Programm gegeneinander an.

Die prachtvolle Arena liegt im Herzen des Arenal-Viertels, umgeben von den Straßen Paseo de Cristóbal Colón, Adriano und Antonia Díaz. Der Bau aus dem 18. und 19. Jahrhundert beeindruckt mit barocker Fassade und dem typischen weiß-gelben Andalusien-Stil.

Die legendäre Puerta del Príncipe – das Ziel aller Toreros – wird nur von jenen durchschritten, die mindestens drei Ohren als Trophäen erringen.

In Sevilla wird der Stierkampf mit großer Leidenschaft gefeiert – nicht nur in der Arena, sondern auch danach in Bars und auf der Feria. Tickets erhältst du in Tourismusbüros, direkt an den Kassen am Paseo Colón oder hier online.

Feria de Abril Kleidung
Die meisten Gäste tragen die traditionelle Kleidung ( © DW )
Feria Sevilla Flamencokleider
Das Flamencokleid ist fester Bestandteil der Feria de Abril ( © DW )
Feria Sevilla Kleider
Die »Kleiderordnung« gilt für Klein und Groß ( © DW )

Das richtige Outfit für das große Fest

Das richtige Outfit ist zumindest für die Einheimischen sehr wichtig. Die Frauen tragen gerne traditionelle Kleider, traje de gitano oder ein typisches Flamencokleid (Traje de Flamenca).

Männer erscheinen teilweise im Traje de Corto, einem kurzen Anzug mit passendem Hut. Die meisten Herren tragen aber heutzutage eher einen normalen Anzug.

Das Flamencokostüm: Vom Arbeitskleid zum Symbol Andalusiens

Wenn du im Frühling erstmals nach Sevilla kommst, begegnest du einem unvergesslichen Bild: einem Meer aus wehenden Volants, Blumen im Haar, tanzenden Punktmustern und dem fröhlichen Murmeln einer Stadt im Festmodus.

Dieses Bild trägt einen Namen: das Flamencokostüm – Symbol andalusischer Identität und Herzstück der Feria de Abril.

Von einfachen Anfängen zur kulturellen Ikone

Ursprünglich war das Flamencokostüm kein Festgewand, sondern ein Arbeitskleid. Mitte des 19. Jahrhunderts trugen es vor allem Bäuerinnen und Gitanas auf Viehmärkten – praktisch, schlicht, mit Volants, die Bewegungsfreiheit boten.

Mit der Zeit wurde daraus mehr: Spitzen, Stickereien und Muster hielten Einzug, die einst schlichten Kleider wurden auffällig und anziehend. Die Damen der Oberschicht, fasziniert von dieser Mischung aus Eleganz und Stärke, begannen sie zu imitieren. Was auf dem Land geboren wurde, hielt Einzug in die Salons.

Ein Kleid im Wandel – und doch zeitlos

Heute ist das Flamencokostüm ein Kleid im stetigen Wandel. Jedes Jahr bei der Feria wird Sevilla zum Laufsteg für neue Trends: Stoffe, Schnitte, Farben – alles verändert sich. Was bleibt, ist die Fähigkeit des Kleides, die Trägerin zum Strahlen zu bringen – sinnlich, stolz, lebendig.

Denn das Flamencokostüm ist mehr als Mode. Es ist Haltung, Gefühl, ein Bekenntnis zum Leben und zur andalusischen Seele.

Die Feria de Abril – Bühne für das Kleid der Kleider

Die Feria de Abril ist die große Bühne des Flamencokleids. Eine Woche lang pulsiert Sevilla: Musik, Pferde, Tanz, Farben, Freude. Frauen tragen ihre Kleider mit Stolz – jedes ein Ausdruck von Persönlichkeit und Tradition.

Hier zeigt sich das Kostüm in seiner ganzen Kraft. Es ist mehr als Stoff – es ist Identität, Geschichte, ein Fest für die Sinne. Der Klang der Sevillanas, das Klirren von Armbändern, der Duft von Orangenblüten – all das verschmilzt zu einem Erlebnis, das man nie vergisst.

Kein Flamencokostüm? Kein Drama.

Niemand erwartet, dass du als Tourist in voller Robe aufläufst – und niemand wird schief schauen, wenn du es nicht tust. Trotzdem lohnt es sich, einen Moment über das Outfit nachzudenken, denn Unterhosen und Flipflops wirken auf dem Real de la Feria tatsächlich fehl am Platz.

Die einfache Formel lautet: elegant, aber bequem. Du wirst viel laufen – auf Albero-Boden, also dem typischen gelblichen Sandbelag – und vielleicht auch tanzen. Hohe Stilettos sind ambitioniert, aber Sache der persönlichen Schmerztoleranz.

Für Frauen gilt: Ein schönes Sommerkleid, gerne mit Volants oder Blumenmuster, passt perfekt ins Bild und fühlt sich stilistisch nicht falsch an. Wer möchte, kann sich auch vor Ort ein Flamencokostüm leihen oder kaufen – in Sevilla gibt es dafür zahlreiche Läden.

Männer kommen mit einem leichten Anzug oder zumindest Hemd und Hose gut durch. Wer den Traje de Corto nicht besitzt – und das werden die meisten sein –, ist mit Jackett und Krawatte oder auch ohne Krawatte gut bedient. Jeans und T-Shirt sind nicht verboten, aber du wirst dich zwischen den sorgfältig gekleideten Sevillanern schnell wie der einzige Tourist auf dem Gelände fühlen.

Kurz gesagt: Denk an eine Gartenparty mit andalusischem Temperament – und kleide dich entsprechend.

Feria Sevilla Pferd
Pferde auf der Feria de Abril in Sevilla ( © DW )
Aprilmesse Sevilla Pferde
Pferde haben auf der Feria in Sevilla eine lange Tradition ( © )

Mit Pferd und Kutsche durch die Feria de Abril

Die Feria de Abril in Sevilla ist nicht nur ein Fest der Musik und des Tanzes – sie ist auch ein lebendiges Denkmal der andalusischen Pferdekultur.

Wenn du durch die Straßen des Messegeländes schlenderst, wirst du schnell bemerken: Hier sind Pferde und Kutschen nicht einfach nur Transportmittel, sondern das pulsierende Herz des Festes.

Von bescheidenen Anfängen zum kulturellen Erbe

Die Wurzeln der Pferdetradition reichen bis zur Entstehung der Feria als Viehhandelsmesse im Jahr 1847 zurück. Damals nutzten Bauern und Händler ihre Pferde und Maultiere, um Waren zum Messegelände im Prado de San Sebastián zu transportieren.

Mit der Ankunft der Herzöge von Montpensier in Sevilla erhielt die Messe einen aristokratischen Anstrich. Ihre prunkvollen Kutschen wurden zum Vorbild für wohlhabende Familien, die mit aufwendig verzierten Enganches (Gespannen) ihren Reichtum zur Schau stellten. Diese Kutschen waren wahre Kunstwerke – ausgestattet mit Intarsien, vergoldeten Verzierungen und Samtpolstern.

Der Lauf der Geschichte brachte Höhen und Tiefen für diese Tradition:

  • In den 1920er- und 1930er-Jahren verdrängten Automobile zeitweise die Pferdekutschen.
  • Nach dem Spanischen Bürgerkrieg kehrten Pferdegespanne aufgrund von Treibstoffmangel zurück.
  • 1950 markierte einen Wendepunkt: Motorfahrzeuge wurden verboten.
  • In den 1970er-Jahren gerieten dennoch viele traditionelle Kutschen in Vergessenheit.

Zum Glück gründeten traditionsbewusste Sevillaner 1984 den Real Club de Enganches de Andalucía, um das kulturelle Erbe zu bewahren. Durch jährliche Ausstellungen in der Stierkampfarena Maestranza gelang es dem Club, historische Gespanne aus Privatsammlungen und Landgütern wieder in die Feria zu integrieren.

Der Paseo de Caballos

Wenn du die Feria besuchst, solltest du dir den täglichen Paseo de Caballos (Pferdeumzug) nicht entgehen lassen. Hier verwandelt sich das Messegelände in ein wahres Freilichtmuseum andalusischer Reitkunst. Bis zu 700 Gespanne ziehen täglich durch die Straßen des Real, wobei die Gesamtzahl auf 1.400 Kutschen beschränkt ist, die im Wechsel eingesetzt werden.

Achte auf die strengen traditionellen Vorgaben:

  • Die Reiter tragen den Traje de Corto (kurze Jacke, enge Hose und Stiefel).
  • Kutscher und Diener erscheinen in historischen Uniformen.
  • Moderne Elemente wie Gummireifen oder zeitgenössische Fahrgestelle sind verboten.

Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Gespanne, die nach Anzahl und Anordnung der Pferde klassifiziert werden:

  • Limonera: ein Pferd zwischen zwei Deichseln
  • Tronco: zwei Pferde nebeneinander
  • Cuartas: vier Pferde in zwei Paaren
  • Potencia: drei Pferde in Dreierformation
  • Gran Potencia: sechs Pferde in zwei Dreiergruppen

Jede dieser Formationen erfordert jahrelange Übung und ein präzises Zusammenspiel zwischen Kutscher und Tieren.

Selbst eine Kutschfahrt erleben

Du möchtest die Feria nicht nur vom Straßenrand aus genießen? Verschiedene Unternehmen wie Coches de Caballos Sevilla Iván oder Sevilla de Paseo bieten hochwertige Kutschvermietungen an.

Der offizielle Tarif für Pferdekutschen während der Feria liegt bei 95 € pro Stunde – die offizielle Haltestelle befindet sich direkt an der Portada. Private Unternehmen bieten Tagesausstattungen mit Catering und Servicepersonal an, die deutlich teurer werden können.

Was in solchen Paketen meist enthalten ist:

  • Voll ausgestattete Kutschen wie der Grand Break (vier Pferde) oder der Sociable (offener Zweisitzer)
  • Begleitpersonal: Kutscher in traditioneller Tracht und Diener, die beim Ein- und Aussteigen helfen
  • Oft auch Zusatzleistungen wie Catering mit Tapas und Rebujito-Cocktails direkt in der Kutsche

Zwischen Tradition und Gegenwart

Die Pferdetradition der Feria steht heute vor unterschiedlichen Herausforderungen. Tierschutzbedenken haben zu verschärften Kontrollen geführt. Vorfälle wie Hitzschläge bei hohen Temperaturen oder die Überlastung der Tiere hatten konkrete Maßnahmen zur Folge:

  • Veterinärkontrollen an den Eingängen
  • Schattenspender und Wasserstationen entlang der Strecke
  • Begrenzung der täglichen Einsatzzeit auf sechs Stunden pro Gespann

1990 mussten Pferde erstmals vollständig von der Feria ausgeschlossen werden, nachdem die Afrikanische Pferdepest in Andalusien ausgebrochen war. Massenimpfungen und Quarantänemaßnahmen verhinderten zwar eine dauerhafte Krise – sie machten jedoch deutlich, wie verwundbar diese Tradition ist.

Anreise & Tipps für den Sevilla-Besuch während der Feria

Das Festgelände Real de la Feria liegt im Viertel Los Remedios. Du erreichst es am besten mit den Sonderbussen der TUSSAM. Die U-Bahnen und Busse in Sevilla fahren während der Feria die ganze Nacht ohne Unterbrechung durch.

Mit der Metro Linie L1 kommst du über die Haltestellen »Plaza de Cuba«, »Parque de los Príncipes« oder »Blas Infante« direkt ans Gelände. Die Lanzadera-Busse ab dem Prado de San Sebastián kosten nur 1,60 €, außerdem fahren die Linien 5, 6, 41, C1 und C2 dorthin. Wer es etwas ungewöhnlicher mag: Während der Feria gibt es sogar eine Fährverbindung auf dem Guadalquivir.

Wenn du mit dem Auto anreist, findest du rund 20.000 Parkplätze, u. a. im großen Areal Charco de la Pava – von dort bringen dich Shuttlebusse zum Gelände.

Ähnlich wie zur Semana Santa, platzt Sevilla auch während der Feria de Abril aus allen Nähten. Wenn du in Sevilla übernachten möchtest, solltest du dir definitiv rechtzeitig eine Unterkunft reservieren. Hotelzimmer kosten dann allerdings in der Regel 200 Euro und mehr pro Nacht.

Alternativ kannst du dich auch in der Nähe von Sevilla einquartieren, z.B. in Osuna, Carmona, Dos Hermanas oder Utrera. Von diesen Orten kannst du Sevilla gut mit Bus oder Bahn erreichen. Es gibt auch günstige Unterkünfte außerhalb der Städte rund um Sevilla. Dann musst du allerdings mit dem Auto anreisen, das du am besten außerhalb der Innenstadt abstellst und den Rest mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegst.

Für einen Tagesausflug zur Feria kannst du auch die Züge von Málaga, Córdoba, Jerez oder Cádiz nutzen.

Eventinfos
Adresse

Feria de Abril
41011 Sevilla
Provinz Sevilla, Andalusien
Spanien

37.371217, -5.99743