Essen & Trinken in Andalusien

Andalusien Essen Trinken
Oliven sind aus der andalusischen Küche nicht wegzudenken ( Radek Sturgolewski / shutterstock.com )
Die andalusische Küche ist so vielseitig und wandlungsfähig wie die Region selbst. Berühmt ist Andalusien in erster Linie für seinen luftgetrockneten Schinken (jamón), sein Olivenöl (aceite de oliva), die frittierten Fische und Meeresfrüchte (pescado frito) und den Sherry, der aus der Region rund um Jerez de la Frontera stammt. Was sonst noch in Andalusien auf den Tisch kommt, erfährst du hier.

Sherry, Oliven, Schinken & Co. – die andalusische Küche

Die Gerichte in Andalusien sind je nach Region unterschiedlich und abwechslungsreich. Während an der Mittelmeer- und Atlantikküste vorwiegend Fisch in allen Variationen auf den Tisch kommt, werden im Landesinneren in den bergigen Regionen eher deftige Eintöpfe und Fleischgerichte serviert. Die Küche Andalusiens ist vielschichtig und lecker.

Noch heute sind die Einflüsse der Mauren auf die andalusische Küche stark ausgeprägt. Diese brachten unter anderem beliebte Gewürze wie Zimt, Safran und Koriander in den Süden von Spanien. Die Mauren entwickelten zudem die Technik des Olivenanbaus und führten zahlreiche exotische Früchte und Gemüsesorten ein wie Orangen, Zitronen, Granatäpfel, Melonen, Auberginen, Spargel und Bohnen.

Frühstück: Gesunder Start in den Tag

Die Andalusier gehören wie die meisten Spanier nicht zu den großen Frühstückern. Das desayuno, wie Frühstück auf Spanisch heißt, ist definitiv nicht Hauptmahlzeit, viele beginnen den Tag aber immerhin mit einem gesunden Snack.

Tomate, Serranoschinken und Olivenöl – das sind die Hauptzutaten für ein typisches Frühstück in Andalusien. Diese kann man wunderbar kombinieren, z.B. als pan con tomate. Bei diesem gesunden Frühstück wird getoastetes Brot (kein Toastbrot!) mit reichlich Olivenöl beträufelt und anschließend mit pürierten Tomaten bestrichen. Dazu ein Orangensaft und ein café con leche. Lecker!

Diese Kombination findest du in vielen Cafés in Andalusien. Sie lässt sich auch schnell selbst zubereiten. Wer möchte, kann natürlich auch noch etwas Schinken draufpacken. Oder du probierst das traditionelle Schweineschmalz (manteca).

Wenn du keine Zeit zum Frühstücken hast, holst du dir ein belegtes Sandwich (pitufo), die du vor allem in Málaga an jeder Ecke bekommst.

Süßschnäbel frühstücken am besten die berühmten churros con chocolate. Das typisch spanische Gebäck aus Weizenmehl, Butter und Zucker wird in Öl frittiert wird. Am besten lauwarm genießen und nicht jeden Tag essen ;)

Suppen & Eintöpfe: Die Klassiker Gazpacho und Salmorejo

Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch sind die Zutaten bei vielen andalusischen Suppen. Auch bei der gazpacho andaluz, der kalten Gemüsesuppe, die gerne in den heißen Sommermonaten serviert wird. Mittlerweile wird der Klassiker auch mit weiteren Zutaten wie Spargel, Melone oder Schinken zubereitet.

Neben der gazpacho ist die salmorejo einer weitere beliebte Suppe in Andalusien. Vor allem in der Provinz Córdoba ist sie von keiner Speisekarte wegzudenken. Sie wird meistens mit etwas Brot gegessen und das nicht nur an heißen Sommertagen. Lecker ist auch die ajoblanco, eine Mandelsuppe mit Knoblauch.

Eintöpfe gibt es vor allem im Winter. Beliebt ist zum Beispiel der puchero, ein Eintopf mit Kichererbsen, Fleisch und Gemüse. Auch Linseneintöpfe mit chorizo und morcilla werden gerne in Andalusien gegessen. Ein klassischer Bohneneintopf ist der potaje de habichuelas andaluz.

Fisch & Meeresfrüchte: gerne frittiert

An den Küstenorten Andalusiens gehören Fisch und Meeresfrüchte fast täglich auf den Speiseplan der Einheimischen. Besonders beliebt ist dabei der pescado frito (oder pesacaíto frito), der in reichlich Olivenöl frittierte Fisch.

In den Fischrestaurants und Strandbars (chiringuitos) gibt es leckeren gegrillten oder gebratenen Fisch. Sehr beliebt sind Seebarsch (lubina), Goldbrasse (dorada), Seezunge (lenguado), Schwertfisch (pez espada) und Thunfisch (atún).

An der Costa del Sol findest du fast überall die beliebten Sardinenspieße, die über offenem Feuer gegrillt werden. Der spanische Ausdruck in der Speisekarte für Gegrilltes ist übrigens »a la plancha«. Populär sind auch boquerones, kleine Sardellen, die entweder frittiert oder als Vorspeise in Knoblauch, Olivenöl und Essig mariniert serviert werden.

An der Costa de la Luz wird der wertvolle Blauflossenthunfisch noch immer mit der alten Fangtechnik almadraba gefischt, bei der die Netze im Meeresboden verankert werden. Unbedingt probieren musst du die luftgetrockenete Variante mojama. Dünn in Scheiben schneiden, etwas Olivenöl darüber träufeln und mit gesalzenen Mandeln servieren.

Die Andalusier lieben auch Meeresfrüchte. gambas, langostinos (Garnelen), calamares (Tintenfisch), chipirones (Baby-Tintenfisch), camarones (Krabben) und mejillones (Miesmuscheln) findest du auf vielen Speisekarten.

Fleischgerichte: Leckerer Schinken und deftige Würste

Der getrocknete Schinken (jamón) ist allgegenwärtig in Andalusien. Kaum ein Restaurant, das ihn nicht serviert. Richtig guten jamón zu bekommen ist dann aber schon etwas schwieriger. Die beste Qualität besitzt der jamón ibérico de bellota, der aus der Gegend um Jabugo in der Provinz Huelva stammt.

Die dort gehaltenen schwarzen Iberischen Schweine (cerdo ibérico) werden fast ausschließlich mit Eicheln gefüttert. Der Schinken bekommt dadurch eine wunderbare nussige Note. Durch die freie Haltung dieser Schweine ist der Schinken durchzogen mit Fettäderchen, die sowohl optisch als auch geschmacklich einen deutlichen Unterschied zu anderen Schinkensorten besitzen.

Von guter Qualität ist auch luftgetrockneter Serranoschinken aus der Gemeinde Trevélez in den Bergen der Alpujarras. Dort auf 1.500 m Höhe reift der jamón mit viele Ruhe und Zeit. Die Schinkenherstellung in Trevélez hat eine lange Tradition und der Schinken besitzt seit 2005 die geschützte geographische Herkunft »Jamón de Trevélez«.

Auch verschiedene Wurstsorten sind in Andalusien sehr beliebt. Dazu gehören unter anderem morcilla (Blutwurst), chorizo (pikante Paprikawurst) und lomo (fettarme Wurst aus der Schweinelende).

Als Fleischgerichte kommen in Andalusien neben Schwein vor allem Rind, Hühnchen und Lamm auf den Tisch. In den Gebirgen gerne auch Wild und Kaninchen. Rund um Córdoba isst man gerne rabo de toro (Ochsenschwanz), in Jerez riñones al Jerez (Nierchen in Sherrysauce) und in Jáen perdices en escabeche (marinierte Rebhühner).

Tapas: kleine Gerichte, große Vielfalt

Im ursprünglichen Sinne waren Tapas kleine Appetithäppchen, die zu einem Glas Wein, einem Sherry oder einem Bier gereicht wurden. Alkohol wurde in der Regel nur gemeinsam mit einem kleinen Imbiss zu sich genommen.

Im Laufe der Zeit haben sich die Tapas zu echten Spezialitäten entwickelt. Es gibt unzählige Bars und Bodegas, die ausschließlich Tapas servieren.

Eine ganz besondere andalusische Spezialität sind die aceitunas. Die Oliven dürfen auf keinem Tapasteller fehlen. Außerdem sind häufig verschiedene Varianten von boquerones im Angebot. Diese Sardellen werden mariniert, frittiert oder auch gegrillt serviert. Der Fantasie bei den Tapas sind aber keine Grenzen gesetzt. Häufig ist auch die klassische Variante der Melone mit Schinken zu finden.

Die Tapas ersetzen heute bereits ganze Mahlzeiten und werden nur noch selten – z.B. in Granada – als kostenloses Beiwerk der Küche zu Getränken serviert. Das Essen mit den Fingern wurde durch die Mauren während ihres Aufenthaltes in Spanien eingeführt.

Bekannte andalusische Tapas (mit Rezept):

» Noch mehr leckere Rezepte aus Andalusien

Olivenöl: Das »grüne Gold« Andalusiens

Mit mehr als 100 Millionen Olivenbäumen ist Andalusien der größte Produzent der Welt. Allein 80% des spanischen Olivenöls kommen aus Andalusien. Die spanischen Wörter für Olive (aceite) und Olivenöl (aceituna) stammen vom maurischen Wort azeit ab, was »Saft der Olive« bedeutet.

Dementsprechend gerne und oft wird Olivenöl in der andalusischen Küche verwendet. Schon zum Frühstück wird es auf das Brot geträufelt, selbst für Süßspeisen wird es genutzt.

Gute Olivenöle besitzen die Bezeichnung »virgen extra«. Bekannte Regionen für qualitativ gutes Olivenöl sind unter anderem Baena und Priego de Córdoba in der Provinz Córdoba und Sierra de Segura in der Provinz Jaén. Diese Öle erkennst du an der Herkunfstgarantie »denominación de origen» (D.O.).

Kräuter & Gewürze: Erbe der Mauren

Die andalusische Küche ist reich an Kräutern und Gewürzen. Viele davon brachten einst die Mauren auf die Iberische Halbinsel mit.

Zu den beliebtesten Gewürzen zählen Safran (azafrán), Kreuzkümmel (comino), Kardamom (cardamomo), Muskatnuss (nuez moscada), Anis (anís) und Zimt (canela).

Als Kräuter verwendet die Küche Andalusiens gerne Minze (menta), Koriander (cilantro), Rosmarin (romero) und Petersilie (perejil).

Desserts & Nachspeisen: Hauptsache süß

Die Andalusier lieben ihre dulces (Süßigkeiten). Besonders zur Weihnachtszeit gibt es in den Läden und Bäckereien bergeweise Süßes zu kaufen. Aber auch im Rest des Jahres kannst du in Andalusien deine »Zuckersucht« problemlos befriedigen.

Bekannte Süßspeisen, die du oft auch in den pastelerías (Konditoreien) kaufen kannst, sind pestiños, turrón, rosquillas, polvorónes und piononos de Santa Fe.

Leckere Desserts sind arroz con leche (Milchreis), sorbete de rosas (Sorbet mit Rosenwasser), flan (Pudding) und torrijas (Arme Ritter).

Rezepte für andalusische Süßspeisen:

Getränke: Sherry, Wein und guter Kaffee

Der Sherry stammt aus dem »Sherry-Dreieck« um Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María. Er wird in unterschiedlichen Varianten und Sorten angeboten, vom trockenen Fino bis hin zum extrem süßen Pedro Ximénez.

Bei einem Urlaub an der Costa de la Luz lohnt sich ein Ausflug in eine der zahlreichen Sherry-Bodegas. Dort bekommst du einen Einblick in die Herstellung und darfst den Sherry natürlich auch verkosten.

Neben dem Sherry gibt es noch weitere Regionen in Andalusien, in denen Likörweine angebaut werden. Rund um Málaga gibt es den Málagawein, aus der Gegend um Córdoba stammen die Montilla-Moriles-Weine und in der Provinz Huelva wird der Condado de Huelva produziert.

Gute Rotweine stammen vor allem aus der Serranía de Ronda.

Bier gibt es in Andalusien natürlich auch. Ein kleines Bier heißt caña (0,2-0,25 l), ein großes jarra (0,5 l). Bekannte spanische Biere sind Cruzcampo, San Miguel und Alhambra. Seit einigen Jahren eröffnen in den großen Städten auch immer mehr Craft Beer Bars.

Kaffee wird in Andalusien viel und den ganzen Tag getrunken. Am Morgen trinkt man café con leche (Kaffee mit Milch), später am Tag cortado (Espresso mit Milch) oder café solo (schwarzer Espresso).

Erfahre alles zur Küche in Andalusien

Wein Andalusien

Wein aus Andalusien

Eine Visite der zahlreichen Bodegas in Andalusien mit einer Verkostung der berühmten und exzellenten Weine darf im Andalusien Urlaub nicht fehlen! Der Besuch der charmanten Weingüter ist eine erstklassige Gelegenheit, deine Urlaubsregion zu erkunden und zu genießen.

Sherry

Spanischer Sherry

Er weist eine blassgelbe, goldene oder rotbraune Farbe auf. Je nach seiner Sorte schmeckt er nach Aromen, die in ihrem Kontrast die Harmonie finden. Die Sprache ist vom Sherry. Er prägt seine Herkunftsregion Jerez in Andalusien und sie verleiht ihm den eigenwilligen Geschmack, der von diversen Aromen begleitet wird.

Kaffee Spanien

Kaffee in Spanien

Kaffee gehört zur spanischen Lebensart. Für viele Spanier besteht das Frühstück fast nur aus Kaffee. Was du bestellen musst, um den Kaffee deiner Wahl zu bekommen, verraten wir in unserer kleine Kaffeekunde.

Weingüter Andalusien

Die 10 schönsten Weingüter in Andalusien

Eine der beliebtesten Aktivitäten im Urlaub ist der Besuch von Weingütern. Das ist auch in Andalusien nicht anders. Weingüter und Weinberge bieten Weinverkostungen zu kleinen Häppchen oder mehrgängigen Mahlzeiten und oft auch Kurse oder Konzerte an. Dazu erfährst du Wissenswertes zum Weinanbau und der Herstellung.

Ölmühlen Andalusien

Ölmühlen in Andalusien

Andalusien ist bekannt für sein hervorragendes Olivenöl, das „Flüssige Gold“. Olivenöle aus Andalusien belegen regelmäßig die ersten Plätze der Weltrangliste für Olivenöl, sie sind bei Feinschmeckern und in Luxus-Restaurants gefragt. Typisch für Andalusien sind die wie gekämmt aussehenden Hügel rund um Jaén und in…

Küche Andalusien

Andalusien – eine Region und ihre Genüsse

Es ist einfach in Andalusien gut und gesund zu genießen. Diese Region in Südspanien ist berühmt für ihre vielfältige Gastronomie, die von den Köstlichkeiten aus dem Meer, dem Land und den Bergen bestimmt wird. Die lebendige Küche kann jedoch nicht nur vor Ort den Gaumen erfreuen, sondern die Speisen können auch daheim…

Esskastanien

Esskastanien – Castaños

Olivenbäume sind in Andalusien fast allgegenwärtig. Nur im Tal des Río Genal, dem Niemandsland in den Schluchten unterhalb der Stadt Ronda, ist das ganz anders. Hier siehst du fast nur Kastanien, deren Laub im Herbst so schön farbig leuchtet.

Fischgerichte Andalusien

Typisch andalusische Fischgerichte

Mit Andalusien verbindet jeder sofort Sonne, Strand und Meer. Dementsprechend sind auch die Erwartungen in Bezug auf das Essen: Mittelmeer-Spezialitäten, wie in Italien, Griechenland oder der spanischen Ostküste.

Essen Andalusier

Essen wie ein Andalusier

Für die Andalusier nimmt im Allgemeinen das Essen eine wichtige Bedeutung im Leben ein. Doch nicht jeder Mahlzeit wird gleich viel Beachtung geschenkt. Die kulinarischen Sitten mögen den Nordeuropäern gelegentlich etwas befremdlich erscheinen, aber es fällt sehr leicht, sich an sie zu gewöhnen.

Andalusische Köstlichkeiten

Diese andalusischen Köstlichkeiten solltest du dir nicht entgehen lassen

Die andalusische Küche vereint viele unterschiedliche kulturelle Einflüsse in sich: Sie spiegelt nicht nur das Erbe der Spätantike und die Besetzung durch die Mauren, sondern auch des spanischen Überseehandels wider. Deshalb hat Andalusien heute eine vielseitige Gastronomie zu bieten. Wer nach Andalusien reist, sollte…

Mandarinen Unterschiede

Mandarinen – die Beamten unter den Zitrusfrüchten

Kennst du den Unterschied zwischen einer Satsuma und einer Clementine? Wahrscheinlich ist deine Antwort: Das sind doch alles nur Mandarinen und die wiederum sind doch eigentlich nur eine Art Orangen. Na, nicht so ganz. Vielmehr ist es so, dass alle heute erhältlichen Zitrusfrüchte von drei Sorten abstammen, nämlich…

Kaki Frucht Spanien

Die Kaki-Frucht

Kakis werden im Oktober und November reif und sind daher im Spätherbst und frühen Winter inzwischen in allen deutschen Supermärkten zu finden. Die hierzulande angebotene ovale Sorte mit der orangefarbenen Schale wird fast ausschließlich aus Spanien nach Deutschland geliefert.

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