Natur in Andalusien

Natur Andalusien
Im Naturpark Sierra de Grazalema ( Arena Photo UK / Shutterstock.com )
Andalusien besitzt die größte Vielfalt an Naturlandschaften in ganz Spanien. Über 20% der Fläche Andalusiens sind als Schutzzonen ausgewiesen und unter Naturschutz gestellt. Neben zahlreichen kleineren Naturschutzgebieten gibt es zwei große Nationalparks: die Sierra Nevada in den Provinzen Granada und Almería und den Coto de Doñana (Parque Nacional de Doñana) an der Costa de la Luz in den Provinzen Cádiz, Huelva und Sevilla.

Andalusiens Tier- und Pflanzenwelt

Andalusien besitzt eine große Artenvielfalt. Allein in den beiden Provinzen Granada und Almería sind knapp die Hälfte aller in Spanien beheimateten Pflanzenarten vertreten. Auch die Vielfalt der Tierwelt Andalusiens ist beeindruckend. Neben vielen Vogelarten und seltenen Tierarten wie dem Kaiseradler oder dem Iberischen Luchs, gibt es eine Menge kleine und große Meeresbewohner zu bestaunen.

Die Flora in Andalusien

50 % der Fläche Andalusiens besteht aus Wald, der das Bild der Naturlandschaft hier im Süden Spaniens bestimmt. Der für Andalusien charakteristische mediterrane Wald mit seinen Steineichen ist genauso typisch wie der Korkeichenwald, vor allem in den westlichen Provinzen. Diese Wälder in der Provinz Cádiz, vorrangig in der Sierra de Grazalema und im Naturpark Los Alcornocales, sind Hauptlieferant für die spanische Korkproduktion. Weitere Baumsorten sind der Eukalyptus, den man vor allem in der Provinz Huelva findet, die Pappel in der Provinz Granada, die Esskastanie in der Serranía de Ronda, der Johannisbrotbaum und der wilde Olivenbaum, letzterer vorrangig in der Provinz Jáen.

Während die großflächige Monokultur der Olivenbäume in ganz Andalusien eher eintönig wirkt, ist der Olivar de Juanar in der Sierra Blanca oberhalb von Marbella einen Besuch wert.

In den Küstengebieten und im Hochgebirge wachsen überwiegend Pinien. Besonders eindrucksvoll sind die Pinienwälder in der Provinz Cádiz im Naturpark de la Breña y Marismas bei Barbate und am Río Hozgarganta in der Mitte des Naturparks Los Alconorcales. Mit ihrer sonst eher untypisch kreisrunden Krone vermitteln die hier zu Zehntausenden wild wachsenden Pinien die Illusion eines streng geometrischen Schlossparks. Erwähnenswert ist zudem die Spanische Tanne (auch Pinsapo- oder Igeltanne), eine weltweit einzigartige Nadelbaumart, die nur in Südspanien und Marokko vorkommt und dort aus der Eiszeit übrig geblieben ist. In Andalusien findet man diese Tanne in der Sierra de Grazalema in der Provinz Cádiz sowie in der Sierra Bermeja und der Sierra de las Nieves in der Provinz Málaga. An den naturbelassenen Abschnitten der großen Flüsse in Andalusien (Guadalquivir, Genil und Guadiana) sind oftmals Uferwälder, bestehend aus Ulmen, Pappeln, Erlen und Weiden, zu finden.

Auf bezaubernde Wiesen voll wilder Pfingstrosen stößt du im Mai im Westteil der Sierra de las Nieves, während die Hügel am Campo de Gibraltar und hinter der Bucht von Algeciras von Teppichen aus Gänseblümchen übersät sind oder dort der Ginster grell gelb leuchtet. In höheren Regionen tauchen im April Tausende von Bergröschen die Gebirgskämme in ein sanftes Rosa. Auf den Wiesen um die Höhle von Hundidero in der Nähe von Ronda wetteifern kleine enzianblaue Blüten mit zierlichen Orchideen um den knappen Platz.

Palmen, Bananenstauden und Strelizen, die wie bunte Miniaturen von Bananenblüten wirken, sind zwar künstlich angepflanzt, verleihen aber der Strandpromenade zwischen Marbella und Puerto Banús das hier vom Touristen erwartete subtropische Flair. In diesem Zusammenhang muss auch der Parque Genoves an der Nordspitze der Stadt Cádiz erwähnt werden. Hier wurden eine Menge hoher Zypressen zu Kunstwerken beschnitten, zwischen denen hunderte wild lebende Wellensittiche herum schwirren. Ebenfalls im Norden von Cádiz sollte man sich die einzeln stehenden riesigen alten Gummibäume nicht entgehen lassen. Wer es lieber klein mag, ist im Bonsai-Museum in Marbella gut aufgehoben.

Einen guten Überblick über die typische andalusische Flora erhältst du im botanischen Garten El Botánico von El Bosque am Rande der Sierra de Grazalema in der Provinz Cádiz.

Eine besondere Leckerei sind Madroños, die kirschgroßen orangeroten Früchte des spanischen Erdbeerbaums. Du findest die Madroños überreichlich in der Sierra de Lijar, einem Gebirge bei Aldogonales in der Nähe von Ronda. Die kernlosen Früchte haben ein stachliges Aussehen. Die "Stacheln" sind aber weich und können mit gegessen werden. Das Fruchtfleisch schmeckt etwas breiig und erinnert an Himbeeren.

Überall in Andalusien findest du auch immer wieder wild wachsende Feigenbäume. Es gibt männliche und weibliche Feigenbäume. Nur die weiblichen tragen Früchte. Erntezeit ist September bis Oktober. Zwei weitere Obstbäume, die man in Deutschland nicht kennt, sind der Kaki-Baum und der Mispelbaum. Kaki sind süße Früchte, die wie orange Tomaten aussehen und auch so weich sind. Mispeln (Spanisch: Nisperos) sehen aus wie fleckige Aprikosen. Wenn man sie erntet, sollte man sie innerhalb von zwei Tagen essen, sonst sind sie Matsch. Sie schmecken so ähnlich wie Pflaumen. Kaki und Nispero wachsen nicht wild, sondern in Gärten. Es kann aber sein, dass so eine Frucht vor deiner Nase über einen Zaun hängt und du in einer gottverlassenen Gegend nicht beobachtet wirst...

Eine eher spärliche Vegetation charakterisiert die Hochgebirgszonen der Sierra Nevada und die trockenen Gebiete der Provinz Almería, wo sich in der Region um Tabernas auch Europas einzige Wüste befindet.

Die Fauna in Andalusien

Auch die Tierwelt in Andalusien ist sehr vielfältig. Vor allem in den andalusischen Naturparks, sind eine Menge unterschiedliche Tierarten heimisch. Hirsche, Mufflons, Wildschweine, Dachse Füchse und das graue halbwilde Iberische Schwein, aus dem der luftgetrocknete Schinken gemacht wird, gehören zu den Bewohnern der Wälder Andalusiens. Die Küstengebiete wiederum sind ein beliebter Aufenthaltsort für Zugvögel. Am Himmel der Costa de Almería, des Campos de Gibraltar und des Doñana-Nationalparks kreisen je nach Jahreszeit, Adler, Falken, Störche und Geier. Im Naturreservat Laguna de Fuente de Piedra ganz im Norden der Provinz Málaga kannst du Tausende von Flamingos beobachten. Zu den Tieren, die auf der iberischen Halbinsel fast ausschließlich in Andalusien vorkommen, zählen unter anderem der Iberische Steinbock, die Manguste, das Blässhuhn und der Maurische Igel.

Unterwegs trifft man immer wieder auf Schaf- und Ziegenherden. In der Provinz Cádiz werden viele Pferde gezüchtet. Auch Kuhherden gibt es. In Acht nehmen solltest du dich vor frei herum laufenden Stieren. Die Wiesen sind zwar eingezäunt, aber für einen ausgewachsenen Stier ist so ein Zaun kein wirkliches Hindernis.

In den Küstengewässern (u.a. Costa del Sol, Bucht von Cádiz) existiert ein großer Artenreichtum an Fischen, Krusten- und Weichtieren sowie Muscheln. Wegen des großen japanischen Bedarfs an Thunfisch sind allerdings die berühmten Thunfische in den Gewässern vor Kap Trafalgar durch Überfischung vom Aussterben bedroht. In der Straße von Gibraltar tummeln sich große Meeressäuger: Grindwale, Pottwale, Orcas und der zahnlose Finnwal sowie viele Delfine. Im Hafen von Tarifa werden Bootstouren zur Wal- und Delfinbeobachtung angeboten.

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Sierra Hornachuelos

Sierra de Hornachuelos

Auenwälder an Flüssen, Bächen und Stauseen prägen den Naturpark Sierra de Hornachuelos. Das Mittelgebirge liegt im Nordwesten der andalusischen Provinz Córdoba und ist 60.032 Hektar groß.

Desfiladero de Despeñaperros

Desfiladero de Despeñaperros

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