Río Tinto

Dramatisch ist das Farbenspiel des Río Tinto – es changiert von Rostrot über Blutrot bis Violett. Die Farbe entstammt der hohen Konzentration an Eisensalzen und Sulfaten aus dem Bergbau bei Minas de Riotinto am Flussoberlauf, die der Regen in den Fluss spült.
Rio Tinto Andalusien
Der Río Tinto bei Niebla in der Provinz Huelva ( Olha Rohulya / Shutterstock.com )

Río Tinto – der rote Fluss

Seinen Namen verdankt der Río Tinto seiner spektakulären Farbe, Rot – auf Spanisch »Tinto«. Der Fluss entspringt der Sierra Padre Caro bei Nerva im Norden der Provinz Huelva und im Süden der Sierra Morena.

Dann fließt er 100 km weit fast ausschließlich durch die Provinz und mündet zusammen mit dem Río Odiel bei der Stadt Huelva in den Atlantik. Aufgrund des hohen Säuregehalts überleben nur Mikroorganismen im Fluss.

Der Fluss ähnelt einer Marslandschaft so sehr, dass sogar die NASA hier testet, wie das Leben auf dem Mars sein könnte.

Vielen Besuchern gefällt am Río Tinto vor allem die außergewöhnliche Farbe des Wassers. Du solltest allerdings sehr vorsichtig sein, denn das Wasser ist mit einem pH-Wert zwischen 2 und 3 extrem sauer. Darin können keine Fische, Amphibien oder Säugetier überleben. Der Fluss enthält außerdem wegen der vielen Kupferminen in der Region viele giftige Schwermetalle.

Minas de Riotinto – Bergbau am Río Tinto

Die Mineralien am Río Tinto lagerten sich im Karbonzeitalter auf dem Meeresboden ab. Bereits 3.000 vor Christus bauten Phönizier und Römer vor Ort Erze im Tagebau ab, Muslime setzten die Förderung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert fort. Mythen behaupten, dass es sich um die sagenhaften Minen des König Salomon handelt. Tatsächlich heißt heute noch ein Gebiet »Cerro Salomón«.

Gefördert wurde vor allem Kupfer, Eisen und Mangan aber auch Gold und Silber. Danach gerieten die Minen in Vergessenheit und wurden erst 1556 sowie 1724 erneut entdeckt. Im 19. Jahrhundert betrieben britische Unternehmen den Erzabbau im großen Stil, nachdem sie Spanien dafür das Land abgekauft hatten.

Im Jahr Anfang Februar 1888 starben 100 Menschen den Gifttod aufgrund zweifelhafter Produktionsmethoden, bei der anschließenden Protestkundgebung wurden etwa weitere 200 Personen durch die spanische Armee erschossen. Der Aufstand vom 4. Februar 1888 gilt heute als als eine der weltweit ersten Demonstrationen für Umweltschutz.

1986 kam das Aus zunächst für den Kupfer- und Silberabbau, 1996 für die Goldgewinnung. Auch die multinationale Rio Tinto Gruppe, an der die Rothschilds große Anteile hielten, nahm in Minas de Riotinto ihren Ursprung. 2015 wurde die Mine wieder in Betrieb genommen, um weiter Kupfer abzubauen. Dadurch hat die Umweltverschmutzung in der Gegend in den letzten Jahren wieder sehr stark zugenommen.

Bergbaumuseum in Minas de Riotinto und Naturschutzgebiete

Ein Bergbaumuseum in Minas de Riotinto gibt einen guten Einblick in den Bergbau und die Einflüsse auf die Region. Zu sehen sind eine Bergbaubahn, ein Museum und Teile de Bergwerke und Minen. Mit der kleinen Bahn kannst du 12 km auf der alten Bergbaustrecke entlangzuckeln. Bei Minas del Riotinto, in einem weiten Bereich um Berrocal und im weiteren Flussverlauf erstreckt sich das 17.000 Hektar große Naturschutzgebiet Río Tinto.

Die surreale und aparte Mondlandschaft am farbenfrohen Fluss lohnt einen Besuch und verspricht reiche Fotobeute. Auch die ausgedehnte Infrastruktur von Bergbau, Minen und Tageabbau der Region ist sehenswert. Die Minen am Río Tinto kannst du sehr gut bei einer Tagestour von Sevilla besichtigen.

Im Verlauf des Flusses lohnt sich ein Besuch in Niebla mit seiner Burg und der Römischen Brücke. Die Burg von Niebla ist Schauplatz eines bekannten Theaterfestivals mit Aufführungen von Shakespeare und Cervantes.

Anzeige
Anzeige
Andalusien Reiseführer

Andalusien Reiseführer

13 Städte, 15 weiße Dörfer, 9 Natur-Highlights, 4 Küsten, 4 Routen und jede Menge echte Geheimtipps – das alles findest du im großartigen Andalusien Reiseführer von Sara und Marco, den beiden Gründern von Love and Compass.

» Mehr Informationen