Sierra de Grazalema

In den Provinzen Málaga und Cádiz in Andalusien erhebt sich die felsige Landschaft der Sierra de Grazalema. Der Naturpark ist Teil der Gebirgsregion Betische Kordillere, die sich von der Bahia de Cádiz bis in die Region Valencia über 600 Kilometer ausdehnt.

Sierra de Grazalema
Blick auf die Landschaft der Sierra de Grazalema
Circumnavigation / Shutterstock.com

Sierra de Grazalema - Spektakuläre Kalksteinlandschaft mit Schluchten

Bereits im Jahr 1977 wurde das Gebiet als ein UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen. Im Jahr 1984 wurde das ökologisch einzigartige Gebiet zum ersten Naturpark Andalusiens.

Bei der Sierra de Grazalema handelt es sich um ein typisches Kalksteingebirge, welches bis zu 1650 Meter hoch ist. Durch Wassererosion sind zahlreiche Klippen, Höhlen sowie Schluchten entstanden. Beeindruckend ist die Schlucht Garganta Verde, die bis zu 400 Meter tief ist. Ebenso befindet sich das Höhlensystem Hundidero-Gato im Naturpark. Die längste Höhle Andalusiens ist vier Kilometer lang, allein der Eingang hat eine Höhe von 60 Metern. Weit über 100.000 Fledermäuse leben in dieser Höhle, es ist die größte Kolonie Spaniens.

Zudem zählt der Naturpark Sierra de Grazalema zu den regenreichsten Regionen in Spanien. An den Hängen regnen die landeinwärts ziehenden Wolken, die vom Atlantik kommen, ab. Die jährliche Niederschlagsmenge im Ort Grazalema liegt bei über 2.000 Liter pro Quadratmeter. Aufgrund des vielen Regens ist die Vegetation im Naturpark üppig. Im Sommer erreichen die Temperaturen um 27 Grad Celsius, während sie in den Wintermonaten etwa sechs Grad Celsius betragen.

Wanderungen am Majaceite

Mit zahlreichen Wasserfällen ist der Majaceite zwischen El Bosque und Benamahoma einer der schönsten Flüsse Andalusiens. Das Gebiet ist ein Paradies für Wanderer. Ebenfalls bietet sich der Naturpark zum Klettern oder zu einem Spaziergang an. Spektakulär ist der gespaltene Felsen Salto del Cabrero (der Sprung des Ziegenhirten) bei Benaocaz.

Zudem können Kajakfahrten oder Mountainbiketouren unternommen werden.

Als Ausgangspunkt für Wanderungen eignen sich die kleinen Orte Grazalema, Ubrique, Villaluenga del Rosario, El Bosque oder Zahara de la Sierra.

Zu den besonders interessanten andalusischen Dörfern mit der typisch weißen Architektur gehört Zahara de la Sierra. Das Dorf liegt auf einer 700 Meter hohen Anhöhe mit Blick zum Stausee.

Korkeichen und Gänsegeier

Geprägt wird die natürliche Vegetation durch Steineichen sowie Korkeichen. Ebenfalls ist die “Spanische Tanne” Pinsapo vertreten. Insgesamt gibt es knapp 1.300 Arten Blütenpflanzen und Farne. Brutkolonien des Gänsegeiers sowie des Schmutzgeiers befinden sich in der Sierra de Grazalema, insgesamt sind hier 136 verschiedene Vogelarten vertreten.

Informationszentren und Anreise

Erreichbar ist der Naturpark Sierra de Grazalema mit dem PKW sowie von Ronda, Ubrique und El Bosque mit dem Bus. Etwa eine Stunde dauert die Fahrt von Jerez de la Frontera auf den Straßen A382 und A372 nach El Bosque. Knapp zwei Stunden Fahrt auf den Straßen A357, A367 sowie A372 müssen von Málaga nach Grazalema eingeplant werden. Málaga und Jerez de la Frontera werden direkt von deutschen Flughäfen angeflogen.

Informationen sind in den Touristenbüros vor Ort erhältlich. Das Hauptbüro des Naturparks befindet sich in El Bosque. Hier gibt es Wanderkarten und hier wird die Erlaubnis für einige geschützte Wanderrouten erteilt. Die Touristeninformation in Grazalema hat Wanderkarten. In Cortes de la Frontera gibt es ein Informationszentrum der andalusischen Regierung. Hier erhalten die Besucher Auskünfte über die Geologie, Flora und Fauna der Naturparks Sierra de Grazalema, Los Alcornocales und Sierra de las Nieves.

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