Typische Pflanzen in Andalusien

Andalusien gehört zu den pflanzenreichsten Regionen Europas. Zwischen Küste, Halbwüste und Hochgebirge wachsen zahlreiche typische Mittelmeerpflanzen sowie einzigartige endemische Arten. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Blumen, Bäume und Früchte Andalusiens – von Bougainvillea und Olivenbäumen bis zu den Korkeichen. Du erfährst, woran du sie erkennst und wo sie wachsen.
Pflanzen Andalusien
Eine Übersicht typisch andalusischer Pflanzen ( Milan Humaj / Shutterstock.com )

Blumen, Bäume, Früchte in Andalusien

Andalusien überrascht botanisch immer wieder. Auf engstem Raum treffen hier mediterrane Macchia, halbwüstenartige Trockenzonen, schattige Schluchtwälder und sogar Eiszeit-Relikte aufeinander. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt darum fast überall etwas Neues – am Strand, am staubigen Feldweg ebenso wie auf 1.500 Metern Höhe in der Sierra.

Grob lassen sich drei Lebensräume unterscheiden, in denen dir die Pflanzen aus diesem Beitrag begegnen:

  • Küste und Tiefland: Hier dominieren wärmeliebende Arten wie Agaven, Feigenkakteen und Mittagsblumen sowie die großen Zitrus- und Avocadoplantagen.
  • Hügel- und Mittelgebirgslagen: Das Reich der Zistrosen, des Ginsters, der Korkeichen und der Pinienwälder mit ihren schirmförmigen Kronen.

Höhere Sierren: Kühlere, oft feuchtere Zonen mit Esskastanien, wilden Orchideen und der seltenen Igeltanne.

Genauso spannend wie das »Wo« ist das »Wann«. Andalusiens Pflanzenwelt kennt keine echte Ruhephase – sie verschiebt nur ihren Schwerpunkt:

  • Winter: Schon ab Januar kündigt die zartrosa Mandelblüte das Ende der kalten Monate an.
  • Frühling: Die intensivste Zeit – Hänge und Wiesen explodieren förmlich in Weiß, Gelb und Pink. Gegen Ende der Saison tauchen die Jacaranda-Bäume ganze Straßenzüge in leuchtendes Violett.
  • Sommer: Vieles verdorrt zum typisch goldbraunen Andalusien-Look – dafür tragen jetzt Feigenkaktus und Erdbeerbaum ihre Früchte.
  • Herbst: Die Kastanienwälder im Genal-Tal färben sich in warmen Rot- und Gelbtönen, gleichzeitig beginnt die Olivenernte.

Ein Tipp vorweg: Pack auf Wanderungen ruhig ein kleines Fernglas oder die Kamera mit Makro-Funktion ein. Viele der schönsten Pflanzen – etwa die wilden Orchideen – sind klein und leicht zu übersehen.

Blumen und Pflanzen

Zistrosen

Wenn du z.B. von Manilva in Richtung Algeciras fährst, fallen dir im Frühling bestimmt die weiß gepunkteten Hänge zu beiden Seiten der A-7 auf.

Hier blühen Zehntausende von weißen lorbeerblättrigen Zistrosen (spanisch: Jara, lateinisch: Cistus laurifolius). Es scheint, dass zu einer Zeit an jedem Stängel nur eine Blüte geöffnet ist, obwohl meist viele Knospen vorhanden sind.

Zistrosen
Zistrosen ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Salbei-blättrige Zistrosen (spanisch: Jara, lateinisch: Cistus albidus) findet man im Gebirge in mittleren Höhenlagen in Rot- oder Pinktönen.

In der Sierra de Mijas schon Mitte März, am Río de la Miel bei Algeciras eher erst Ende April. Oft stehen sie zusammen mit intensiv gelbem Ginster, was ein farbenprächtiges Landschaftsbild ergibt.

Salbeiblättrige Zistrose
Salbeiblättrige Zistrose ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Pfingstrosen

Eher im Mai stößt du selten, aber unverhofft an Waldlichtungen auf wild wachsende Milchweiße Pfingstrosen (spanisch: peonía, lateinisch: Paeonia lactiflora).

Pfingstrose
Pfingstrose ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Wahrer Bärenklau

Der Wahre Bärenklau (spanisch: acanto, lateinisch: Acanthus mollis) ist eine der elegantesten Pflanzen Andalusiens – und vermutlich die mit dem größten Einfluss auf die Architekturgeschichte. Seine großen, tief gelappten und glänzend dunkelgrünen Blätter waren das Vorbild für die geschwungenen Verzierungen am Kapitell der korinthischen Säule. Schau bei deinem nächsten Museums- oder Kirchenbesuch ruhig mal genauer hin.

In Andalusien wächst der acanto sowohl in halbschattigen Ecken alter Klosterhöfe und maurischer Gärten als auch wild an feuchteren, schattigen Wegrändern. Im späten Frühjahr schiebt er bis zu eineinhalb Meter hohe, kerzenartige Blütenstände aus weißen Blüten mit purpurfarbenen Hochblättern in die Höhe.

Wahrer Bärenklau
Wahrer Bärenklau ( © DW )

Orchideen

Als Orchideen kennen wir relativ große Zimmerpflanzen mit mittelgroßen Blüten. In Andalusien trifft man in den Bergen überall auf wilde Orchideen (spanisch: orquídea, lateinisch: Orchidacea).

Sie sind kleinwüchsig und verstecken sich im Unterholz oder im hohen Gras. Es gibt sehr viele Arten und unterschiedliche Farben.

Orchideen Andalusien
Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) ist eine Orchideenart, mit ihren charakteristischen rosa Blütenblättern und der dunkelbraunen Lippe, die einer Biene ähnelt ( Wirestock / Depositphotos.com )

Mittagsblumen

Die Mittagsblume (spanisch: hierba del cuchillo, lateinisch: Mesembryantheum) findet sich vor allem auf sandigen, der Sonne ausgesetzten Böden wie z.B. im Naturpark La Breña bei Barbate

Ursprünglich kam diese eigentlich anspruchslose Pflanze aus dem südlichen Afrika nach Spanien. Wobei es die pinkfarbene Variante auch in die Ziergärten geschafft hat.

Mittagsblumen
Mittagsblumen ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Küstenstrandstern

An steilen Felsküsten, in Klippenritzen und auf sandigen Böden direkt am Meer triffst du auf den Küstenstrandstern (spanisch: margarita de mar oder estrella de mar, lateinisch: Pallenis maritima, Syn. Asteriscus maritimus). Der niedrige Polsterstrauch wird nur 20 bis 30 Zentimeter hoch, trägt aber goldgelbe, margeritenähnliche Blüten, die einen großen Teil des Jahres über erscheinen können.

Besonders häufig ist er im Naturpark Cabo de Gata-Níjar in der Provinz Almería, wo er örtlich padrijo genannt wird. Auch an der Costa Tropical bei Naturpark Maro-Cerro Gordo und an Teilen der Costa del Sol und der Costa de la Luz bei Tarifa kannst du ihn an Wanderwegen entlang der Küste entdecken.

Die Pflanze hält Salzgischt aus, kommt mit kargen Böden klar und trotzt selbst monatelanger Trockenheit – eine echte Überlebenskünstlerin.

Küstenstrandstern
Küstenstrandstern ( © DW )

Schwertlilien

Unvermutet trifft man in den Bergen am Wegesrand immer mal wieder auf das wunderschöne Blau der Schwertlilie (spanisch und lateinisch: Iris). Mal himmelblau, mal dunkelviolett. Sie kam aus Südosteuropa nach Andalusien.

Schwertlilie
Schwertlilie ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Eibischblättrige Winde

An Wegrändern, in alten Olivenhainen und auf brachliegenden Feldern triffst du im Frühjahr fast überall auf die Eibischblättrige Winde (spanisch: correhuela rosa, auch campanilla rosa, lateinisch: Convolvulus althaeoides). Ihre rosa- bis lilafarbenen Trichterblüten von rund vier Zentimetern Durchmesser sind echte Hingucker, vor allem, wenn sie sich zwischen das hohe Frühlingsgras schlingen.

Die Pflanze ist eine typische Mittelmeer-Bewohnerin und kommt in allen Provinzen Andalusiens vor – vom Meeresspiegel bis auf rund 1.500 Meter Höhe. Ihre dünnen Triebe klammern sich an Nachbarpflanzen fest und werden so leicht zwei Meter lang. In manchen Dörfern naschen Kinder bis heute die süßen Blüten direkt vom Wegrand.

Eibischblättrige Winde
Eibischblättrige Winde ( © DW )

Rote Spargelbohnen

Ein echter Farbtupfer am Wegesrand ist die Rote Spargelbohne (spanisch: guisante alado, lateinisch: Lotus tetragonolobus). Die einjährige, nur 10 bis 40 Zentimeter hohe Pflanze fällt durch ihre kräftig dunkelrot bis purpurfarbenen Schmetterlingsblüten auf – im sonst eher gelb-weiß dominierten Frühlingsflor der mediterranen Wiesen ein willkommener Kontrast. Du findest sie ab dem Frühjahr auf Grasfluren, an Feldrändern und entlang staubiger Wege.

Ihren Namen verdankt sie den auffälligen Hülsen, die vier längs verlaufende, flügelartige Kanten besitzen – daher auch der Beiname »Flügelerbse«. Die jungen Hülsen sind essbar und werden im Mittelmeerraum wie Gemüse oder im Salat zubereitet. Geröstet dienten die Samen früher sogar als Kaffee-Ersatz, weshalb die Pflanze mancherorts schlicht »Kaffee-Erbse« genannt wird.

Rote Spargelbohne
Rote Spargelbohne ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Kronenwucherblume

Wenn ganze Brachflächen, Ackerränder und Autobahnböschungen im April und Mai in leuchtendem Gelb stehen, ist meistens die Kronenwucherblume (spanisch: ojo de buey, auch margarita mediterránea, lateinisch: Glebionis coronaria, früher Chrysanthemum coronarium) am Werk. Die einjährige Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und trägt margeritenartige Blütenköpfe, oft mit goldgelber Mitte und cremeweißer Spitze.

Sie ist eine der typischen Frühlings-Kulissen Andalusiens und besonders dankbar für Fotos: Kombiniert mit pinkem Mohn und blauem Borretsch entstehen am Wegrand ganze Farbteppiche. Übrigens ist die junge Pflanze in der asiatischen Küche unter dem Namen shungiku ein beliebtes Blattgemüse – die zarten Blätter schmecken roh wie gekocht.

Kronenwucherblume
Kronenwucherblume ( © DW )

Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß

Manchmal stößt man auf einen Tümpel, der vollkommen mit weißen Blüten überdeckt ist. Dabei handelt es sich um den Gewöhnlichen Wasserhahnenfuß (spanisch: Ranúnculo agua ordinaria, lateinisch: Ranunculus aquatilis).

Seine Stiele hängen tief im Wasser und können so wunderlicherweise aufrechtstehen. Diesen Tümpel hier findest du nahe der A-373 bei Estación de Cortes.

Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß
Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Strelitzien

Verblüfft bin ich immer wieder von der Ähnlichkeit der farbenprächtigen Strelitzie oder Paradiesvogelblume (spanisch: ave del paraíso, lateinisch: Strelitzia reginae) mit der Blüte der Bananenstaude (spanisch: plátano, lateinisch: Musa).

Beide Pflanzen findet man in Andalusien nur in Gärten und Parks.

Strelitzie
Die Blüte einer Strelitzia reginae ( Foto: Wolfgang Zöllner )
Baum-Strelitzie
Die Baum-Strelitzie (Strelitzia nicolai) ähnelt der Bananenstaude ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Bougainvillea

Kaum eine Pflanze schreibt »Andalusien« so direkt in ein Foto wie die Bougainvillea (spanisch: buganvilla, lateinisch: Bougainvillea). Mit ihren intensiv pinken, violetten, roten oder weißen Blüten klettert sie an weiß getünchten Hausfassaden hinauf und überspannt ganze Patios.

Eine kleine botanische Besonderheit: Was du da als »Blüte« bewunderst, sind eigentlich farbige Hochblätter (botanisch: Brakteen). Die richtigen Blüten sind unscheinbare kleine weiße Sterne, die in der Mitte sitzen. Ursprünglich kommt die Pflanze aus Südamerika, wurde im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht und fühlt sich an der andalusischen Sonne pudelwohl.

In den weißen Dörfern wie Frigiliana, Mijas oder Vejer de la Frontera gehört die kontrastreiche Kombination aus Kalkweiß und Bougainvillea-Pink zu den beliebtesten Fotomotiven überhaupt.

Bougainvillea
Bougainvillea ( © DW )

Echter Jasmin

Der Echte Jasmin (spanisch: jazmín común, lateinisch: Jasminum officinale) ist eine der duftendsten Pflanzen Andalusiens. Seine kleinen, sternförmigen weißen Blüten sind eher unscheinbar – aber an einem lauen Sommerabend, wenn der süß-betörende Duft durch die engen Gassen oder über einen schattigen Innenhof zieht, weißt du sofort, wer hier blüht.

Die Kletterpflanze stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient und kam mit den Mauren nach Andalusien – kein Zufall also, dass sie zur klassischen Bepflanzung der historischen patios in Córdoba und Sevilla gehört. Ab dem Frühsommer läuft sie zur Hochform auf, blüht aber bis weit in den Herbst hinein.

Echter Jasmin
Echter Jasmin ( © DW )

Oleander

Der Oleander (spanisch: adelfa, lateinisch: Nerium oleander) gehört zu den allgegenwärtigen Bildern Andalusiens. Du findest ihn in zwei Welten gleichzeitig: einmal wild und teils mannshoch in den meist trockenen Flussbetten, den ramblas, vor allem im Osten Andalusiens. Und zum anderen über hunderte Kilometer Autobahn als blühender Mittelstreifen – seine Blüten in Pink, Weiß oder Rot leuchten praktisch den ganzen Sommer durch.

Achtung: Auch wenn der Strauch hübsch aussieht – alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Schon wenige Blätter können für Menschen und Tiere gefährlich werden. Für Fotos anfassen ist kein Problem, aber bitte nicht im offenen Feuer verbrennen (giftiger Rauch) und keinesfalls Zweige zum Aufspießen von Lebensmitteln verwenden – ein klassischer Touristen-Unfall.

Oleander
Oleander ( © DW )

Feigenkakteen

Den Feigenkaktus (spanisch: higo chumbo, lateinisch: Opuntia ficus-indica) findet man oft entlang von staubigen Wegen in der prallen Sonne. Da sieht er manchmal ein bisschen zerzaust und angetrocknet aus.

Seine länglichen, kiwi-großen Früchte, die Kaktusfeigen, leuchten in roten und gelben Farbtönen. Man sollte sie nur mit dicken Handschuhen ernten, wenn man nicht möchte, dass die Hand wie ein Igel aussieht und höllisch juckt. Ob man sie mag, ist Geschmackssache.

Kaktusfeige
Kaktusfeige ( KI-generiert )

Agaven

Auch Agaven (spanisch: ágave bzw. pita, lateinisch: Agave deserti) mögen sandige Untergründe in der prallen Sonne und sind in Andalusien überall zu finden. Sie werden auch gerne als Balkonpflanzen gehalten, weil man sie monatelang nicht zu gießen braucht.

Agaven sind äußerlich leicht mit der Aloe vera zu verwechseln. Während Aloe vera aber jedes Jahr blüht, blühen Agaven nach vielen Jahren nur einmal und sterben dann ab. Oft wird dabei eine baumhohe, verholzte Blüte hinterlassen. Die Agave kam aus Amerika nach Spanien, die Aloe vera aus Afrika.

Agave
Agave ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Bäume in Andalusien

Tannen

Die buschige, saftig grüne Igel-Tanne (auch Spanische Tanne genannt) (spanisch: pinsapo, lateinisch: Abies pinsapo) würdest du vermutlich in Skandinavien verorten.

Tatsächlich ist sie ein Überbleibsel aus der letzten Eiszeit und hat sich einfach an die spanische Hitze angepasst. Man findet die Igel-Tanne nur in Marokko und Andalusien.

Igeltanne
Igeltanne ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Eichen

Die Korkeiche (spanisch: alcornoque, lateinisch: Quercus suber) findet man vor allem zwischen Algeciras und Arcos de la Frontera im Naturpark Los Alcornocales, dem sie ihren Namen gegeben hat.

Nach dem Abschälen des Korks sehen sie unten herum irgendwie nackt und manchmal ziemlich errötet aus.

Korkeichen
Korkeichen ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Die Eicheln der Steineiche (spanisch: encina, lateinisch: Quercus ilex) beeinflussen den Geschmack des original Serrano-Schinkens. Sie sind vorher im Magen des grauen iberischen Schweins (Cerdo ibérico) verschwunden. Die Eichen werden uralt und nehmen oft mystische Formen an, vor allem nachdem der Blitz eingeschlagen hat.

Es gibt noch eine weitere Eiche, die mit unserer deutschen Eiche vergleichbar ist und ähnliche Eicheln abwirft. Diese Eiche heißt auf Spanisch quejigo.

Steineiche
Steineiche ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Kastanien

Während in Deutschland die Rosskastanie verbreitet ist, triffst du in Andalusien auf die Esskastanie (spanisch: castaño, lateinisch: Castanea sativa). Sie wird auf großen Latifundien gezüchtet.

Ganze Dörfer leben vom Verkauf der Esskastanien und feiern im Herbst die Fiestas de Castaños. Besonders am Oberlauf des Flusses Río Genal sind im Herbst die bunten Kastanienwälder eindrucksvoll.

Legendär ist dabei der Wanderweg PR-A226 von Igualeja nach Parauta. Wenn im November alle Blätter abgefallen sind, wirken die kahlen Kastanienwälder, als seien sie mit Schnee bedeckt. Weitere Kastanienwälder findest du zwischen Gaucín und Estación de Cortes sowie zwischen Jubrique und Genalguacil auf dem Wanderweg PR-A241.

Esskastanie
Esskastanie ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Eukalyptus

Der Eukalyptusbaum (spanisch: eucalipto, lateinisch: Eucalyptus) riecht nicht nur gesund, sondern sein Stamm sieht auch interessant aus, weil die Rinde sich dauernd abschält.

Diese Allee mit uralten Bäumen findet man in El Colmenar am Rande des Naturparks Los Alcornocales an der Eisenbahnstrecke von Algeciras nach Ronda.

Eukalyptusbaum
Eukalyptusbaum ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Pinien

Pinien (spanisch: pino, lateinisch Pinus pinea) sind Verwandte unserer Kiefer und eigentlich nicht der Rede wert, da man sie in Andalusien überall antrifft.

Allerdings sind die Formen sehr spannend, da sie oft eine schirmartige Krone aufweisen. Stehen viele solche Pinien zusammen, ergibt sich ein wogendes »Schirmmeer«. Außerdem bildet sie oft eine Menge bunter Zapfen aus.

Pinien
Pinien ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Jacaranda (Palisanderholzbäume)

Jacaranda-Bäume (spanisch jacaranda, lateinisch: Jacaranda mimosifolia) beeindrucken vor allem durch ihre intensive violettfarbene Blüte, die im Frühjahr ganze Straßenzüge in eine fast schwebende Farbwolke taucht.

Der Baum, dessen Ursprung in Südamerika liegt, kann eine stattliche Größe erreichen und zeichnet sich durch eine ausladende, schirmförmige Krone sowie fein gefiederte, zarte Blätter aus. Fallen die glockenartigen Blüten herab, bedecken sie den Boden häufig wie ein leuchtender violetter Teppich.

Tipp: Wenn du im Frühjahr in Málaga bist, kannst du zahlreiche blühende Jacaranda-Bäume auf dem Plaza de la Merced bewundern.

Jacaranda-Bäume
Tolles Fotomotiv: Blühende Jacaranda-Bäume auf dem Plaza de la Merced in Málaga ( © DW )

Olivenbäume

Olivenbäume (spanisch: olivo, lateinisch: Olea europaea) sind in Andalusien unübersehbar. Insbesondere in der Mitte des Landes führen riesige Monokulturen zu einem eintönigen Landschaftsbild und fördern die Bodenerosion. Spanien ist der größte Olivenöl-Exporteur der Welt. Die Bakterienkrankheit Xylella fastidiosa bedroht Olivenhaine im Mittelmeerraum.

Es gibt grüne und violette bis schwarze Oliven. Um weich zu werden und ihren bitteren Geschmack zu verlieren, muss man sie nach der Ernte in eine Flüssigkeit einlegen. Auf Spanisch heißen sie dann aceitunas.

Olivenbäume
Olivenbäume ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Mandelbäume

Die Mandelblüte ist immer der erste Frühlingsbote in Andalusien. Ich habe schon mal an Neujahr blühende Mandelbäume (spanisch: almendro, lateinisch: Prunus dulcis) gesehen.

Am Baum bilden sich nach der Blüte grüne Früchte, die sich später schwarz verfärben. Um an den begehrten Mandelkern zu gelangen, muss erst mal die harte Schale entfernt werden.

Mandelbaum
Mandelbaum ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Avocados

Der Avocadobaum (spanisch: aguacate, lateinisch: Persea americana) wurde von den Spaniern aus Mexiko eingeführt. Avocados zählen zu den Früchten, obwohl wir sie in Deutschland eher als Gemüse betrachten. Die grünen und manchmal schwarzen Früchte fühlen sich steinhart an.

Damit man das Fruchtfleisch essen kann, müssen die Früchte erst nachreifen. In der Mitte findet sich ein großer, brauner, runder Kern. Man kann ihn mitessen, wenn man ihn in einem Mixer klein gehackt bekommt.

Avocadobaum
Avocadobaum ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Erdbeerbäume

Unter den Bäumen, die Früchte tragen, gefällt mir besonders gut der Westliche Erdbeerbaum (spanisch: madroño, lateinisch: Arbutus unedo). Seine gelben, orangefarbenen und tiefroten, daumennagelgroßen Beeren, sind sehr weich und süß. Gleichzeitig hängen noch weiße Blüten am Baum. Der Nachschub an Früchten ist also gesichert.

Der Baum selbst sieht eher unscheinbar aus. Am besten guckst du auf dem Boden, ob da abgefallene Früchte herumliegen. Falls ja, guckst du nach oben. Madroños gibt es z.B. im Überfluss zwischen Ronda und Jerez in der Sierra de Líjar bei Aldogonales, einer Kleinstadt am Stausee von Zahara.

Erdbeerbaum
Erdbeerbaum ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Zitruspflanzen

Kaum ein Baum prägt das Bild Andalusiens so sehr wie der Orangenbaum (spanisch: naranjo, lateinisch: Citrus sinensis bzw. Citrus aurantium). Andalusien ist die Region mit dem größten Zitrusanbau Spaniens – endlose Plantagen ziehen sich vor allem durch das fruchtbare Tal des Guadalquivir rund um Sevilla. Geerntet wird über den Winter, von etwa November bis in den Frühling hinein.

Eine Besonderheit solltest du kennen: Die Bäume, die in Sevilla ganze Straßenzüge und die berühmten Patio-Höfe der Kathedrale und der Mezquita von Córdoba säumen, tragen keine Speiseorangen, sondern die Bitterorange (spanisch: naranja amarga, auch Pomeranze oder Sevilla-Orange).

Wer hier herzhaft hineinbeißt, erlebt eine echte Überraschung – diese Früchte sind intensiv bitter-sauer und werden vor allem zu Marmelade verarbeitet, traditionell für den britischen Markt. Ihr eigentlicher Star ist ohnehin nicht die Frucht, sondern die Blüte: Im Frühjahr legt sich der betörend süße Duft des Orangenblütentees, des azahar, wie ein Schleier über die ganze Stadt.

Eng verwandt und ebenso allgegenwärtig ist der Zitronenbaum (spanisch: limonero, lateinisch: Citrus limon). Anders als die Orange trägt er fast ganzjährig zugleich Blüten und Früchte. In vielen andalusischen Gärten und Innenhöfen gehört ein Zitronenbäumchen einfach dazu – und die frisch gepflückte Frucht landet von der Limonade bis zum gegrillten Fisch in der gesamten regionalen Küche.

Zitronenbaum
Zitronenbaum ( Foto: Wolfgang Zöllner )

Zu erwähnen wäre noch die Mispel (spanisch: Nispero. lateinisch: Mispelus germanicus). Ihr ist bereits ein eigener Beitrag gewidmet.

Wer in das Thema tiefer einsteigen möchte, hat in Andalusien gleich mehrere lohnende Adressen:

  • Jardín Botánico El Castillejo in El Bosque (bei Grazalema): Der kostenfreie Garten am Rand des Naturparks Sierra de Grazalema sortiert die heimische Pflanzenwelt entlang eines Rundwegs nach Höhenstufen – von der Steineichen-Dehesa über den schattigen Quejigal-Eichenwald bis hinauf zum Pinsapo-Wald. Stars sind die seltene Igeltanne (pinsapo) und der hier endemische Grazalema-Mohn (amapola de Grazalema). Auf Anfrage gibt es kostenlose Führungen.
  • Jardín Botánico de Ojén im Paraje El Cerezal bei Ojén: Nur zehn Minuten von Marbella entfernt und damit das perfekte Eingangstor zum Nationalpark Sierra de las Nieves. Du lernst hier die typische Bergflora der westlichen Costa del Sol zwischen Korkeichen, Johannisbrotbäumen und Zypressen kennen. Dazu warten Wanderwege und Picknickplätze mit Grills.

Wer noch mehr Lust auf Pflanzen hat: Der Jardín Botánico-Histórico La Concepción in Málaga ist ein bereits 1855 angelegter, im englischen Landschaftsstil gehaltener Park mit über 50.000 Pflanzen aus rund 2.000 Arten – Schwerpunkt subtropisch und tropisch, mit eindrucksvoller Palmensammlung. Und in Casarabonela (ebenfalls Sierra de las Nieves) steht mit dem Jardín de Cactus »Mora i Bravard« eine der größten Kakteen- und Sukkulenten-Sammlungen Europas mit rund 2.500 Arten.

Wer es ganz wissenschaftlich angehen möchte, kann sich diese Schwarte des andalusischen Umweltministeriums kostenfrei herunterladen. Sie ist der erste Band des mehrbändigen Standardwerks zur Gefäßpflanzen-Flora Andalusiens. Ohne Vorkenntnisse in Botanik nicht leicht verdaulich – aber für Pflanzen-Nerds ein echter Schatz.

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