Literatur in Andalusien

Die Literatur aus und über Andalusien ist so vielfältig wie die Region in Südspanien selbst. Das andalusische Leben der Vergangenheit und Gegenwart spiegelt sich in den Büchern, Geschichten und Gedichten der bekannten Schriftsteller wider.
Literatur Andalusien
Statue von Federico García Lorca auf der Plaza de Santa Ana in Madrid

Geschichten aus Andalusien – von Hemingway bis Muñoz Molina

Stierkampf, Flamenco, die Herrschaft der arabischen Eroberer: Andalusien besitzt viele Themen, die ausführlich in der Literatur beschrieben wurden. Weltberühmte Schriftsteller verbrachten einige Zeit ihres Lebens unter der spanischen Sonne und schrieben ihre Eindrücke in ihren Büchern und Geschichten auf. Aber auch aus Andalusien selbst kommen Autoren, die weltweit zu Ruhm und Ehren gelangten.

Bekannte Schriftsteller und Autoren aus Andalusien

Antonio Muñoz Molina ist der erfolgreichste andalusische Schriftsteller der Gegenwart. Er wurde 1956 in Úbeda, in der Provinz Jaén, geboren und studierte später Journalismus in Madrid und Kunstgeschichte in Granada. Die Geschichten seiner Geschichten spielen vorwiegend in Andalusien, wie seine Werke "Der polnische Reiter" (El jinete polaco, 1991) und "Stadt der Kalifen" (Córdoba de los omeyas, 1991). Antonio Muñoz Molina gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter den spanischen Nationalpreis für Literatur (Premio Nacional de Literatura).

Ein weiterer bekannter Schriftsteller aus Andalusien ist Federico García Lorca, der aber nicht nur Lyriker und Dramatiker, sondern auch Musiker und Zeichner war. Er wurde 1898 in der Provinz Granada geboren und nach dem Militärputsch 1936 ermordet. Seine ersten Gedichte veröffentlichte García Lorca 1916. Zu seinen berühmtesten Werken gehören die Gedichtbücher "Poema del cante jondo" und "Romancero gitano". Er war zudem stark politisch engagiert und brachte durch seine gesellschaftskritischen Arbeiten die Franquisten gegen sich auf. Ob das oder seine Homosexualität der Grund für seine Ermordung waren, konnte nie wirklich geklärt werden.

Ebenfalls an dieser Stelle zu erwähnen ist Juan Ramón Jiménez, der 1956 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Sein wichtigstes Werk ist das Prosagedicht "Platero y yo" ("Platero und ich"), die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler und einem kleinen Esel. Juan Ramón Jiménez wurde 1881 in Moguer (Provinz Huelva) geboren und lebte anschließend viele Jahre im Exil in Puerto Rico und in den USA. Er starb 1958 in San Juan (Puerto Rico).

Hemingway, Irving und Rilke - Inspiration in Andalusien

Einige weltbekannte Schriftsteller verbrachten längere Zeit in Andalusien und ließen ihre Erfahrungen und Eindrücke später in ihre Werke einfließen. Besonders beliebt war Ronda, wo im 19. und 20. Jahrhundert viele internationale Künstler lebten. Die bekanntesten waren Gustave Doré, Rainer Maria Rilke (Dezember 1912 bis Februar 1913) und Ernest Hemingway (1923). Letzterer beschreibt in seinem Buch "Wem die Stunde schlägt" eine kleine Stadt zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges.

Der amerikanische Autor Washington Irving reiste im 19. Jahrhundert durch Andalusien, was damals noch vollkommen unbekannt war. Er interessierte sich besonders für die Alhambra in Granada, die sich zu der Zeit in einem erbärmlichen Zustand befand. In seinem Buch "Erzählungen von der Alhambra", was ein Klassiker der Reiseliteratur wurde, berichtet Washington über Erzählungen und Legenden, von der heute beliebtesten Sehenswürdigkeit in Andalusien. Von 1842-46 war Irving Botschafter der Vereinigten Staaten in Spanien.

Wer selbst auf den Spuren des berühmten Autors wandeln möchte, der sollte sich auf die "Route des Washington Irving" begeben. Dabei steht unter anderem ein Besuch in Granada, Antequera und Sevilla auf dem Programm.

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Der Dichter Vicente Aleixandre ist Andalusiens einziger Träger des Nobelpreises für Literatur, der ihm 1977 im Alter von 79 Jahren zuerkannt wurde. Trotz dieser hohen Auszeichnung ist Aleixandre in Deutschland weitgehend unbekannt. Wer sich für spanische Lyrik interessiert, kommt an Aleixandre natürlich nicht vorbei. Daher hier ein kurzes Porträt des Nobelpreisträgers.

Der bekannteste und am meisten gelesene andalusische Gegenwarts-Autor ist zweifellos Antonio Muñoz Molina. Allerdings ist er in Deutschland wenig bekannt. Das ist schade, denn Molina hat in seinen zahlreichen Werken etwas mitzuteilen und benutzt dazu eine facettenreiche Sprache. Seine Romane fesseln den Leser ähnlich wie die Romane des in Deutschland sehr beliebten katalanischen Schriftstellers Carlos Ruiz Zafón.

Federico García Lorca
Federico García Lorca

Der berühmteste andalusische Dichter ist zweifellos Federico García Lorca. Du hast vielleicht schon einmal seinen Namen gehört, aber vermutlich noch nie etwas von ihm gelesen oder im Theater angesehen.