Andalusien Rundreise mit dem Mietwagen: Die wichtigsten Tipps

Den richtigen Mietwagen buchen
Am besten buchst du deinen Mietwagen schon von zu Hause aus über einen Vergleichsrechner. Das ist meist deutlich günstiger als vor Ort am Flughafen. Eine gute Autovermietung findest du über Online-Portale, die verschiedene Anbieter vergleichen – so siehst du auf einen Blick, welche Konditionen am besten passen.
Achte darauf, dass die Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung im Preis enthalten ist. Ja, das kostet etwas mehr, aber du sparst dir vor Ort jede Menge Ärger und Diskussionen über Steinschläge oder Kratzer.
Die meisten Vermieter vor Ort versuchen dir beim Abholen noch zusätzliche Versicherungen aufzuschwatzen – wenn du schon Vollkasko ohne SB hast, kannst du höflich ablehnen.
Bei der Wagengröße gilt: Für zwei Personen reicht ein Kleinwagen völlig aus. Für Familien oder längere Trips mit viel Gepäck ist ein Kombi oder SUV praktischer. Bedenke aber: In den engen Gassen der weißen Dörfer oder beim Parken in Altstädten ist ein kompaktes Auto Gold wert.
Die Route planen – aber nicht übertreiben
Andalusien ist groß, und die Entfernungen werden schnell unterschätzt. Von Sevilla nach Granada sind es zwar nur 250 Kilometer, aber du brauchst trotzdem gute zweieinhalb Stunden. Plane also nicht zu viele Stationen pro Tag ein. Drei bis vier Stunden reine Fahrzeit sollten das Maximum sein – schließlich willst du ja auch etwas sehen und nicht nur durchs Auto schauen.
Eine klassische Route könnte so aussehen: Málaga oder Sevilla als Ausgangspunkt, dann weiter nach Ronda, Granada, durch die Alpujarras, entlang der Küste nach Nerja und zurück.
Oder die Städte-Tour: Sevilla – Córdoba – Granada – Málaga. Beide Routen kannst du problemlos in 10 bis 14 Tagen fahren, ohne in Stress zu geraten.
Autofahren in Andalusien – entspannter als gedacht
Die gute Nachricht: Autofahren in Andalusien ist deutlich entspannter als in deutschen Großstädten. Die Hauptstraßen und Autobahnen sind in hervorragendem Zustand, und außerhalb der Städte ist der Verkehr überschaubar.
Die Spanier fahren durchaus sportlich, aber nicht aggressiv. Auf der Autobahn wird gerne mal mit 140 km/h unterwegs sein, auch wenn offiziell 120 km/h erlaubt sind.
Mautstraßen gibt es in Andalusien kaum – die meisten Autobahnen sind gebührenfrei. Nur einzelne Strecken wie der Tunnel bei Granada oder die Küstenautobahn bei Málaga kosten etwas. Von den wenigen Mautstraßen kannst du aber meist auch gut absehen und die kostenlose Alternative nehmen.
In den Städten wird es etwas komplizierter. Sevilla, Granada und Málaga haben Umweltzonen, in denen teilweise nur Anwohner oder bestimmte Fahrzeuge fahren dürfen. Als Tourist mit Mietwagen kannst du meist problemlos in die Innenstädte, musst aber mit Staus und kniffligen Parksituationen rechnen.
Parken – der Knackpunkt in den Städten
Das Parken ist tatsächlich die größte Herausforderung bei einer Andalusien-Rundreise mit dem Auto. In den größeren Städten parkst du am besten in einem bewachten Parkhaus – kostet zwischen 15 und 25 Euro pro Tag, erspart dir aber die Suche nach einem Straßenparkplatz und ist sicherer.
Farbmarkierungen an Bordsteinen beachten:
- Blau = kostenpflichtig, meist für alle
- Grün = zeitlich begrenzt für alle
- Gelb = absolutes Halteverbot
- Weiß = kostenlos (aber oft hoffnungslos überfüllt)
In den weißen Dörfern wie Frigiliana oder Vejer de la Frontera parkst du größtenteils am Ortsrand auf kostenlosen Parkplätzen. Die engen Gassen sind für Autos ohnehin tabu oder so eng, dass du nicht mehr wenden kannst – lass das Auto stehen und erkunde zu Fuß.
Ein Tipp für Granada: Park dein Auto am Hotel oder einem Parkhaus außerhalb und nutze für die Alhambra den Bus oder ein Taxi. Das Viertel Albaicín erkundest du ebenfalls besser zu Fuß – die steilen Gassen sind mit dem Auto eine Tortur.
Tanken, Dokumente und Sicherheit
Tanken ist unkompliziert und ähnlich teuer wie in Deutschland, manchmal sogar etwas günstiger. Tankstellen gibt es ausreichend, auch in ländlichen Gegenden. Viele Stationen haben Selbstbedienung, manche sind noch klassisch mit Tankwart. Bezahlen kannst du bar oder mit Karte.
Diese Dokumente brauchst du:
- Führerschein (EU-Führerschein reicht)
- Personalausweis oder Reisepass
- Mietwagenunterlagen und Versicherungsnachweis
- Eventuell internationaler Führerschein (wird aber kaum kontrolliert)
Was die Sicherheit angeht: Lass keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen, auch nicht in den Städten auf bewachten Parkplätzen. Kofferraum leer oder zumindest abgedeckt – das gilt besonders bei Stopps an touristischen Aussichtspunkten. Autoeinbrüche sind zwar nicht die Regel, kommen aber vor.
Die besten Stopps für Mietwagen-Reisende
Der große Vorteil des Mietwagens: Du kannst die weniger bekannten Orte ansteuern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen sind.
Die weißen Dörfer in der Serranía de Ronda zum Beispiel – Grazalema, Zahara de la Sierra oder Setenil de las Bodegas. Oder die Alpujarras südlich von Granada mit ihren Bergdörfern wie Pampaneira und Trevélez.
Auch Küstenabschnitte abseits der Bettenburgen erreichst du mit dem Auto problemlos: Cabo de Gata im Osten, die Strände bei Conil de la Frontera im Westen oder die versteckten Buchten zwischen Nerja und Málaga.
Plane für solche Entdeckungen ausreichend Zeit ein – gerade in den Bergen führen kurvenreiche Straßen durch spektakuläre Landschaften, bei denen du immer wieder anhalten willst. Das macht den Reiz einer Mietwagen-Rundreise aus: Du entscheidest spontan, wo du länger bleibst.
Praktische Tipps zum Schluss
Navigation funktioniert in Andalusien bestens mit Google Maps oder jedem anderen gängigen Navi. Offline-Karten runterladen schadet nicht, auch wenn die Netzabdeckung meist gut ist. In abgelegenen Bergregionen kann es aber mal Funklöcher geben.
Falls du einen Unfall baust oder eine Panne hast: Die Nummer der Guardia Civil ist 062, die allgemeine Notrufnummer 112. In den Mietwagenunterlagen findest du außerdem die Notfallnummer deines Vermieters. Warndreieck und Warnweste sind Pflicht und sollten im Auto sein – check das bei der Übernahme.
Noch ein Hinweis: Die Promillegrenze liegt in Spanien bei 0,5 – wie in Deutschland. Bei Sherry-Verkostungen in Jerez oder Weinproben in Montilla also lieber einen Fahrer bestimmen, der nüchtern bleibt, oder die Tour auf einen Tag ohne Autofahrt legen.
Mit diesen Tipps steht deiner Andalusien-Rundreise mit dem Mietwagen nichts mehr im Weg. Pack die Sonnenbrille ein, mach die beste Playlist an und genieß die Freiheit auf Andalusiens Straßen!

Andalusien Reiseführer
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