Río Tinto

Dramatisch ist das Farbenspiel des Río Tinto - es changiert von Rostrot über Blutrot bis Violett. Die Farbe entstammt der hohen Konzentration an Eisensalzen und Sulfaten aus dem Bergbau bei Minas de Riotinto am Flussoberlauf, die der Regen in den Fluss spült.

Rio Tinto Andalusien
Der Río Tinto bei Niebla in der Provinz Huelva
Olha Rohulya / Shutterstock.com

Río Tinto – der rote Fluss

Seinen Namen verdankt der Río Tinto seiner spektakulären Farbe, Rot – auf Spanisch „Tinto“. Der Fluss entspringt der Sierra Padre Caro bei Nerva im Norden der Provinz Huelva und im Süden der Sierra Morena. Dann fließt er 100 km weit fast ausschließlich durch die Provinz und mündet zusammen mit dem Río Odiel bei der Stadt Huelva in den Atlantik. Aufgrund des hohen Säuregehalts überleben nur Mikroorganismen im Fluss.

Bergbau am Río Tinto

Die Mineralien am Río Tinto lagerten sich im Karbonzeitalter auf dem Meeresboden ab. Bereits 3.000 vor Christus bauten Phönizier und Römer vor Ort Erze im Tagebau ab, Muslime setzten die Förderung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert fort. Mythen behaupten, dass es sich um die sagenhaften Minen des König Salomon handelt. Tatsächlich heißt heute noch ein Gebiet "Cerro Salomón".

Gefördert wurde vor allem Kupfer, Eisen und Mangan aber auch Gold und Silber. Danach gerieten die Minen in Vergessenheit und wurden erst 1556 sowie 1724 erneut entdeckt. Im 19. Jahrhundert betrieben britische Unternehmen den Erzabbau im großen Stil. Erst 1986 kam das Aus zunächst für den Kupfer- und Silberabbau, 1996 für die Goldgewinnung. Auch die multinationale Rio Tinto Gruppe, an der die Rothschilds große Anteile hielten, nahm in Minas de Riotinto ihren Ursprung. Im Jahr 1888 starben 100 Menschen den Gifttod aufgrund zweifelhafter Produktionsmethoden, bei der anschließenden Protestkundgebung wurden weitere 100 erschossen.

Bergbaumuseum in Minas de Riotinto und Naturschutzgebiete

Ein Bergbaumuseum in Minas de Riotinto gibt einen guten Einblick in den Bergbau und die Einflüsse auf die Region. Zu sehen sind eine Bergbaubahn, ein Museum und Teile de Bergwerke und Minen. Mit der kleinen Bahn kannst du 12 km auf der alten Bergbaustrecke entlangzuckeln. Bei Minas del Riotinto, in einem weiten Bereich um Berrocal und im weiteren Flussverlauf erstreckt sich das 17.000 Hektar große Naturschutzgebiet Río Tinto.

Die surreale und aparte Mondlandschaft am farbenfrohen Fluss lohnt einen Besuch und verspricht reiche Fotobeute. Auch die ausgedehnte Infrastruktur von Bergbau, Minen und Tageabbau der Region ist sehenswert.

Im Verlauf des Flusses lohnt sich ein Besuch in Niebla mit seiner Burg und der Römischen Brücke. Die Burg von Niebla ist Schauplatz eines bekannten Theaterfestivals mit Aufführungen von Shakespeare und Cervantes.

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