Niebla

Niebla in der Provinz Huelva ist eine faszinierende Stadt mit zahlreichen mittelalterlichen Bauwerken. Eine 2 km lange Stadtmauer umschließt den ganzen Ort.

Niebla - ein traditionsreiches Mittelalterstädtchen mit langer Geschichte

Die für ihre vollständig erhaltene historische Stadtmauer bekannte Kleinstadt über dem Río Tinto mit aktuell gut 4.000 Einwohnern liegt in der Comarca El Condado im südlichen Zentrum der Provinz Huelva, 20 Kilometer östlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt und in gut 70 Kilometer westlicher Entfernung von Sevilla an der Carretera Nacional A-472 und nahe der Autobahn A49.

Das heutige Gemeindegebiet erstreckt sich über 223,62 km² Fläche, mit den Nachbarorten sind Villarasa im Westen, Rociana del Condado im Südosten, Bonares im Süden, Lucena del Puerto im Südwesten und Candón im Osten.

Anders als die meisten Städte und Gemeinden in der Umgebung lebt Niebla nicht primär von der Landwirtschaft, sondern hauptsächlich von der Industrie. Ein großes Gewerbegebiet vor Ort ist das „Poligono Industrial los Bermejales“.

Religiöse Toleranz hat sich hier einst bewährt und bezahlt gemacht

Aufgrund der strategisch günstigen Lage auf einer Anhöhe über dem Fluss war Niebla archäologischen Funden zufolge schon in der Eisenzeit vor ca. 3.000 Jahren besiedelt. In der Epoche der antiken Stadt Tartessos entstand in der Region ein reger Handel vor allem mit Edelmetallen. Die Phönizier schätzten das Gebiet als Bergbaugegend, die Römer bauten die Stadt Niebla aus und gewährten ihr das Münzrecht. Unter der folgenden westgotischen Herrschaft wurde man Bischofssitz.

Von 713 bis 1243 stand Niebla unter maurischer Herrschaft und war zeitweise das Zentrum eines unabhängigen und regional einflussreichen Königreiches. Nach der Eroberung durch die Christen erlaubte man den hier lebenden Moslems, im Unterschied zu den meisten anderen andalusischen Städten, weiterhin in der Stadt zu leben.

1369 wurde die Grafschaft Niebla ausgerufen und in dieser Blütephase wurden zahlreiche prächtige Gebäude, Kirchen und Klöster errichtet. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts begann der langsame, durch Despotismus und Feudalismus verursachte Niedergang der Stadt. Das große Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755, von dem auch der gesamte Osten Andalusiens in Mitleidenschaft gezogen wurde, zerstörte große Teile der historischen Bausubstanz. Im 19. Jahrhundert wurde die Grafschaft Niebla aufgelöst. 1982 wurde die Altstadt zum Nationaldenkmal erklärt.

Nach der Besichtigung des kulturellen Erbes im grünen Umland entspannen

Trotz der zahlreichen Zerstörungen durch Kriege und Naturgewalten, die Niebla in seiner Geschichte schon erleiden musste, verfügt die Stadt noch immer über ein reichhaltiges Erbe an architektonischen Attraktionen aus unterschiedlichen Epochen. Hervorzuheben ist vor allem die eingangs bereits erwähnte, gut zwei Kilometer lange historische Stadtmauer, die samt der fünf Tore und über 30 Türme bis heute vollständig erhalten geblieben ist. Die Anlage gehört zu den am besten Erhaltenen ihrer Art in ganz Europa, zurzeit wird das Ufer des Río Tinto im Auftrag der Stadtverwaltung umfangreich saniert und ausgebaut.

Auch die Überreste römischer Bauwerke in Niebla sind unübersehbar. Hierzu zählen etwa die alte Steinbrücke, die Ruinen des Aquädukts und der Basilika sowie Teilstücke der Stadtmauer. Die imposante Kirche „Santa María la Granada“ war einst eine Moschee, die „Iglesia de San Martín“ eine Synagoge.

Sehenswert ist auch das Krankenhaus „Nuestra Señora de los Ángeles“ und die Festung „Castillo de los Guzmanes“, wo jedes Jahr im Sommer das populäre Tanz- und Theaterfestival in Niebla gefeiert wird.

Schöne Ausflugsziele in der näheren Umgebung sind das Erholungsgebiet „Jareta“ mit Grillstellen, die drei schön gelegenen Stauseen Pantano San Walabonso, El Guijo und Pantano del Tamajosoa und das Naturschutzgebiet Charca de la Balastrera.

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Sehenswürdigkeiten in Niebla

Dramatisch ist das Farbenspiel des Río Tinto - es changiert von Rostrot über Blutrot bis Violett. Die Farbe entstammt der hohen Konzentration an Eisensalzen und Sulfaten aus dem Bergbau bei Minas de Riotinto am Flussoberlauf, die der Regen in den Fluss spült.