Nationalpark Coto de Doñana

Der Nationalpark Coto de Doñana liegt in der spanischen Provinz Huelva an der Costa de la Luz. Ein Beleg dafür, dass Andalusien nicht nur aus weiten Sandstränden und trockener Berglandschaft besteht, sondern auch das bedeutendste Feuchtgebiet Spaniens beherbergt.

Nationalpark Doñana
Die Marismas im Nationalpark Doñana
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Der Nationalpark Doñana - Andalusiens grüne Seite

Um das Gebiet der Doñana zu erkunden, bietet sich ein Flug nach Sevilla oder Jerez de la Frontera an. Von Sevilla aus sind es noch ca. 110 km bzw. von Jerez 190 km nach Matalascañas, einem Ferienort, der sich wie ein langes, schmales Band zwischen den breiten Sandstränden der Atlantikküste und dem Südrand des Nationalparks Doñana hinzieht. Von hier oder vom nahe gelegenen Wallfahrtsort El Rocío aus kannst du geführte Ausflüge in das Naturschutzgebiet der Doñana machen.

Sanfter Tourismus im Nationalpark

Die Nationalparkstation befindet sich bei El Rocío. Hier kannst du nach vorheriger Anmeldung an einer Tour mit dem Unimog teilnehmen. Diese geführte Tour gibt Einblicke in die artenreiche Flora und Fauna des Parque Nacional de Doñana. Bei einigen Stellen wie El Acebuche und Palacio del Acebrón hast du die Möglichkeit, die Feuchtgebiete auf ausgedehnten Naturlehrpfaden näher kennen zu lernen. In Vogelwarten beobachtest du die artenreiche Vogelwelt. Ein besonderes Erlebnis ist die Schiffstour auf dem Guadalquivir, die von Sanlúcar de Barrameda aus startet und an einigen Uferstellen des Nationalparks Station macht. Ein weiterer Startpunkt für Ausflüge mit dem Unimog in die Doñana ist El Acebuche, 2 km vor dem Ortseingang von Matalascañas.

Umwelt und Entwicklung der letzten Jahrzehnte

Die Doñana ist ein beliebtes Jagdgebiet für Regierungsgäste und wurde in den letzten Jahrzehnten zu einem Naturpark aufgewertet. Das Feuchtgebiet mit seinen häufig überschwemmten Flächen wurde 1994 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Die Umweltbedingungen haben sich jedoch trotz des zumeist sanften Tourismus an der Costa de la Luz verschlechtert. Im Frühjahr 1998 kam es in der Mine Los Frailes zum Dammbruch in einem Auffang-Becken für das Abwasser der Bergwerke. Über 5 Millionen qm Schlamm gelangten bei diesem Unglück in die Gewässer des Flusses Guadalquivir. Die im Schlick enthaltenen Schwermetalle wie Arsen, Blei und Zink wurden von ortsansässigen Bauern durch schnell errichtete Dämme aufgehalten, sodass sie nicht direkt in den Nationalpark Coto de Doñana flossen. Dennoch entstanden hohe Schäden für die Umwelt, die sich auf rund 175 Millionen Euro summierten. Das verantwortliche Minenunternehmen übernahm nur ein Fünftel dieser Kosten.

Derzeit wird die zögerliche andalusische Landesregierung von internationalen Nahrungsmittelkonzernen wie z.B. Coca Cola gedrängt, die ungezügelte Ausweitung der Erdbeerplantagen bei Palos in der Provinz Huelva zu unterbinden. Denn der enorme Wasserverbrauch der Erdbeerfelder hat bereits ein Absinken des Grundwasserspiegels der Doñana um 50 Prozent bewirkt.

Flora und Fauna im Nationalpark Doñana

Die zeitweise überschwemmten Gebiete der Doñana werden als Marismas bezeichnet und entstanden ursprünglich aus den Ablagerungen des Guadalquivir. Aus diesen Sanden bildeten sich Dünen, die durch Strauchvegetation befestigt wurden. Die Marismas sind im Hochsommer eine ausgetrocknete Ebene mit einigen Lagunen und Bachläufen, doch den Rest des Jahres bieten sie für Flora und Fauna optimale Bedingungen, insbesondere als Rastplatz für die Zugvögel auf ihrem Flug aus Nordeuropa in die afrikanischen Winterquartiere. Die Mischung aus Süßwasser und Meerwasser sorgt für einen vielfältige Vegetation aus Strand-Alant, Laichkräutern, Binsen, Weiden und Wein. Hinter den ausgedehnten Dünen, auf denen Strandhafer und Wacholder wachsen, liegen Täler mit Schirmkiefern. Stechginster und Heidekräuter sind ebenso zu finden wie Zistrosen und Korkeichen. Diese Pflanzenwelt bietet wiederum der Tierwelt viel Nahrung und Lebensraum.

Reiher und Löffler nisten in den Korkeichen. Im Ökosystem der Marismas leben rund 250 Vogelarten, von Enten und Gänsen, die hier überwintern, bis zu den seltenen Arten der Purpurhühner, Ruderenten und Kammblässrallen. Sehr selten und daher besonders berühmt ist der Iberische Kaiseradler. Im Nationalpark Coto de Doñana leben Säugetiere wie Wildschweine und Hirsche, die immer noch gejagt werden. Vom Pardel-Luchs gibt es heute nur noch um die dreißig Exemplare, die du auf deinem Besuch in der Doñana wahrscheinlich nicht sehen wirst. Der Besuch lohnt sich dennoch, denn die einmalige Kombination aus Pflanzen- und Tierwelt, Flusslandschaft, Herrenjagd, Ökotourismus, Campingplätzen und Strandleben schafft eine faszinierende Atmosphäre. Hier lernst du Andalusien von einer neuen Seite kennen und erfährst viel über den Umweltschutz, der an der Costa de la Luz und speziell im Nationalpark Doñana leider nicht immer groß geschrieben wird.

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