Einkommen und Gehälter in Spanien

Das Pro-Kopf-Einkommen in Spanien ist deutlich niedriger als das in Deutschland. In Spanien gibt es ebenfalls starke regionale Unterschiede. Im Baskenland und der Region Madrid sind die Löhne und Gehälter am höchsten. Im Süden und auf den Inseln der Kanaren und Balearen ist das Durchschnittseinkommen hingegen deutlich niedriger.

Einkommen Gehälter Spanien
Der Hafen von Cádiz
David Acosta Allely / Shutterstock.com

Durchschnittsgehälter in Spanien

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner in Spanien betrug 2016 ca. 25.300 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland lag das BIP 2016 bei rund 37.800 Euro pro Person. Vor der Wirtschaftskrise 2008 lag der Wert in Spanien noch bei bei über 33.000 Euro. Nachdem 2015 der Tiefstwert mit ca. 24.100 Euro erreicht wurde, stieg das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 2016 wieder leicht an.

Der Durchschnittsverdienst in Spanien betrug 2014 1.900 Euro im Monat (22.800 Euro im Jahr). Trotz Wirtschaftskrise ist das Lohnniveau seit 2008 leicht angestiegen. Allerdings stagniert das Durchschnittseinkommen seit 2010 auf etwa dem gleichen Niveau.

Auch in Spanien gibt es Unterschiede im Verdienst von Männern und Frauen. Der jährliche Durchschnittslohn bei Männern lag 2014 bei 25.700 Euro, eine Frau verdiente in Spanien im gleichen Zeitraum im Durchschnitt nur 19.700 Euro.

Das höchste Einkommen in Spanien erzielen Manager und Führungskräfte. Sie verdienen mit 52.500 Euro im Jahr mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt. Auch in vielen technische Berufen liegen Löhne und Gehälter teilweise deutlich über dem Landesschnitt. Arbeiter in der Landwirtschaft (18.270 Euro) und Angestellte im Einzelhandel und Gaststättengewerbe (14.500 Euro) verdienen erheblich weniger.

Der spanische Ministerpräsident verdient übrigens 6.500 Euro im Monat (78.000 Euro im Jahr), rund ein Drittel des Verdienstes vom deutschen Bundeskanzler.

Regionale Unterschiede

Wie in vielen Ländern, gibt es auch in Spanien große regionale Unterschiede bei Löhnen und Gehältern. Das Baskenland (27.800 Euro) und Region Madrid (26.700) lagen 2014 deutlich über dem landesweiten spanischen Durchschnittslohn. Mit Katalonien (23.900) und Navarra (24.700) liegen noch zwei weitere Regionen darüber. In allen anderen autonomen Gemeinschaften und Provinzen sind die Einkommen und Gehälter niedriger als der Durchschnitt.

Schlusslichter auf dem spanischen Festland sind Extremadura (19.180 Euro), Galizien (20.200 Euro), Kastilien und León (20.500), Comunidad Valenciana (20.600 Euro), Kastilien-La Mancha (20.650 Euro), Murcia (20.700 Euro) und Andalusien (20.800 Euro).

Auch auf den Inseln der Kanaren (19.400 Euro) und der Balearen (21.300 Euro) liegen die Löhne und Gehälter teilweise deutlich unter dem spanischen Durchschnittseinkommen.

Ausgewählte Durchschnittslöhne in Spanien

In der folgenden Liste geben wir einen Überblick über das monatliche und jährliche Brutto-Einkommen und die Gehälter bestimmter Berufsgruppen in Spanien für das Jahr 2014:

In Klammern steht das Jahreseinkommen

  • Bergbau: 2.750 Euro (33.000 Euro)
  • Baugewerbe: 1.880 Euro (22.560 Euro)
  • Hotel- und Gaststättengewerbe: 1.135 Euro (13.630 Euro)
  • Finanzwesen / Versicherungen: 3.390 Euro (40.700 Euro)
  • Immobilienwirtschaft: 1.715 Euro (20.600 Euro)
  • Bildungswesen: 1.740 Euro (20.900 Euro)
  • Transport / Logistik: 1.965 Euro (23.600 Euro)

Mindestlohn in Spanien

Der gesetzliche Mindestlohn in Spanien (Salario Mínimo Interprofesional) wurde bereits 1963 vom Diktator Francisco Franco eingeführt. Der Mindestlohn wird jedes zum 1. Januar neu festgelegt. 2017 liegt er bei 707,60 Euro im Monat (9.906,40 Euro im Jahr). Es werden 14 Monatsgehälter ausgezahlt.

Nachdem der Mindestlohn in den letzten Jahren nur leicht oder teilweise überhaupt nicht erhöht wurde, gab es 2017 eine Steigerung um fast 50 Euro im Monat.

Quelle: Statistikamt Spanien (Instituto Nacional de Estadística - INE)

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