Zugfahren in Spanien: Strecken, Züge & Tickets

Alles über Zugfahren in Spanien: das Schienennetz im Überblick, Hochgeschwindigkeitszüge, beliebte Strecken mit Fahrzeiten und Preisen, Anbieter wie Renfe, IRYO und OUIGO sowie praktische Tipps zur Buchung und die schönsten historischen Eisenbahnen.
Spanien Zugfahren
Mit dem Hochgeschwindigkeitszug durch Spanien ( pedro2009 / Depositphotos.com )

Mit der Bahn durch Spanien

Wenn du Spanien jenseits der großen Flughäfen entdecken willst, ist der Zug fast immer die entspannteste Wahl. Das von der staatlichen Eisenbahngesellschaft Renfe (Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles) betriebene Schienennetz gehört zu den modernsten Europas, und mit über 3.700 Kilometern Hochgeschwindigkeitsstrecken verfügt Spanien sogar über das zweitgrößte Schnellfahrnetz der Welt – nur China ist hier noch größer.

Die großen und mittleren Städte sind hervorragend an das Bahnnetz angebunden. Du erreichst sie meist schneller und bequemer als mit dem Auto, und im Vergleich zum Flug sparst du dir das Drumherum am Flughafen. In einigen ländlichen Regionen wie der Costa de la Luz in Andalusien ist die Zuganbindung allerdings nach wie vor spärlich – dort kommst du um Bus oder Mietwagen oft nicht herum.

Das spanische Schienennetz im Überblick

Das Zugnetz in Spanien ist sternförmig aufgebaut: Nahezu alle Hochgeschwindigkeitsstrecken laufen in Madrid zusammen. Von der Hauptstadt aus erreichst du Barcelona, Valencia, Sevilla, Málaga und das Baskenland direkt. Querverbindungen zwischen den Regionen abseits von Madrid sind dagegen seltener und manchmal nur mit Umstieg möglich.

Grob lässt sich das spanische Bahnnetz in vier Ebenen einteilen:

  • Hochgeschwindigkeitsnetz (Alta Velocidad): Die schnellen AVE- und Avlo-Züge sowie die Angebote von IRYO und OUIGO verbinden die großen Metropolen auf eigenen Trassen.
  • Fern- und Mittelstrecke (Larga und Media Distancia): Klassische Schnell- und Regionalzüge, die auch kleinere Städte anbinden, oft auf konventionellen Gleisen.
  • Nahverkehr (Cercanías): S-Bahn-ähnliche Netze in den Ballungsräumen.
  • Schmalspurnetz im Norden: Die meterspurigen Küstenbahnen entlang der Atlantik- und Kantabrienküste, früher als FEVE bekannt.

Eine gute interaktive Karte des gesamten Eisenbahnnetzes findest du direkt auf der offiziellen Renfe-Website – dort kannst du dir die Strecken und Bahnhöfe anzeigen lassen und siehst auf einen Blick, welche Verbindungen es zwischen zwei Orten gibt.

Beliebte Bahnverbindungen in Spanien

Die Hauptachsen des spanischen Schienennetzes verbinden die Hauptstadt Madrid mit allen wichtigen Metropolen des Landes. Die meistgenutzten Zugstrecken sind:

  • Madrid – Barcelona
  • Madrid – Valencia
  • Madrid – Sevilla
  • Madrid – Málaga
  • Madrid – Granada
  • Madrid – Alicante
  • Barcelona – Valencia

Hochgeschwindigkeitszug (Alta Velocidad / AVE)

Der AVE (Alta Velocidad Española) zählt mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 350 km/h zu den schnellsten Zügen Europas. Das Hochgeschwindigkeitsnetz wächst stetig und wurde in den vergangenen Jahren um wichtige Strecken erweitert.

Aktuelle AVE-Hauptverbindungen

Start

Zwischenstopps

Ziel

Fahrtzeit ab

Madrid

Ciudad Real – Puertollano – Córdoba

Sevilla

2:20

Madrid

Zaragoza – Lleida – Camp de Tarragona

Barcelona

2:30

Madrid

Cuenca – Requena/Utiel

Valencia

1:55

Madrid

Guadalajara – Calatayud – Zaragoza – Tardienta

Huesca

2:30

Madrid

Córdoba – Puente Genil – Antequera

Málaga

2:20

Madrid

Segovia

Valladolid

0:55

Madrid

Antequera

Granada

3:05

Madrid

Ourense

Galicien

2:15

Madrid

Burgos

Baskenland

1:40

Sevilla AVE Zug
Ein Hochgeschwindigkeitszug AVE im Bahnhof von Sevilla ( © DW )

Beliebte Strecken im Detail – Fahrzeiten und Richtpreise

Neben den großen Madrid-Achsen werden besonders die Verbindungen innerhalb Andalusiens und entlang der Mittelmeerküste häufig nachgefragt. Die folgende Übersicht gibt dir einen Anhaltspunkt für Fahrzeit und Preis – die tatsächlichen Tarife schwanken je nach Buchungszeitpunkt und Anbieter teils erheblich.

Strecke

Schnellste Fahrzeit

Richtpreis (einfach)

Züge / Tag

Madrid – Barcelona

ab 2:30

ab 20 €

über 30

Madrid – Sevilla

ab 2:20

ab 20 €

über 20

Madrid – Málaga

ab 2:20

ab 25 €

ca. 15

Madrid – Valencia

ab 1:55

ab 15 €

über 20

Málaga – Sevilla

ab 1:55

ab 25 €

ca. 8–20

Málaga – Granada

ab 1:15

ab 23 €

ca. 6

Sevilla – Cádiz

ab 1:35

ab 16 €

stündlich

Barcelona – Valencia

ab 2:35

ab 19 €

mehrmals

Die niedrigen Richtpreise gelten für früh gebuchte Sparangebote. Wer spontan am Reisetag bucht, zahlt schnell ein Vielfaches – frühzeitiges Buchen lohnt sich also fast immer.

Alternative Zugtypen

Neben dem AVE verkehren weitere Zugtypen, die je nach Strecke und Budget interessant sein können:

  • Avlo: Die Low-Cost-Variante des AVE mit nur einer Reiseklasse, ohne Speisewagen und mit Aufpreis für Sitzplatzwahl und großes Gepäck. Tickets gibt es schon ab wenigen Euro.
  • Alvia: Verkehrt auch auf konventionellen Strecken und ist meist günstiger als der AVE. Ideal für Ziele abseits der reinen Hochgeschwindigkeitstrassen.
  • Avant: Hochgeschwindigkeitszug für mittlere Distanzen, etwa Sevilla–Córdoba–Málaga oder Málaga–Granada. Günstig und schnell für Tagesausflüge.
  • Euromed: Schnellzug entlang der Mittelmeerküste, der Barcelona, Valencia und Alicante verbindet.
  • Media Distancia: Regionalzüge für kürzere Strecken, die auch an kleineren Bahnhöfen halten.

Zugtickets in Spanien buchen – so funktioniert es

Das Buchen von Zugtickets in Spanien ist unkomplizierter, als viele befürchten – die meisten Portale sind inzwischen auch auf Deutsch oder Englisch verfügbar.

Wo du Zugtickets bekommst

  • Offizielle Renfe-Website: auf Spanisch, Englisch und Französisch. Hier buchst du direkt beim Betreiber, oft zum besten Preis.
  • Renfe-App: Seit 2023 auch in englischer Sprache verfügbar und praktisch fürs Ticket aufs Handy.
  • Internationale Buchungsportale: Omio und Trainline zeigen dir die Verbindungen aller Anbieter gebündelt auf Deutsch an – ideal für den schnellen Vergleich.

Ein kleiner Hinweis vorweg: Renfe ist schlicht der Name der spanischen Staatsbahn – wenn du also nach »der spanischen Bahn« suchst, landest du fast immer hier. Die offizielle Seite ist nicht immer die übersichtlichste, dafür aber oft die günstigste.

Schritt für Schritt zum Ticket

  1. Strecke und Datum eingeben: Start- und Zielbahnhof wählen. Achte bei großen Städten auf den richtigen Bahnhof (in Madrid etwa Puerta de Atocha für Fern- und Hochgeschwindigkeitszüge).
  2. Verbindung und Anbieter vergleichen: Auf vielen Strecken konkurrieren Renfe, IRYO und OUIGO – ein Blick auf die Alternativen lohnt sich.
  3. Tarif wählen: Vom günstigen, nicht stornierbaren Sparpreis bis zum vollflexiblen Ticket (siehe unten).
  4. Bezahlen und Ticket aufs Handy laden: Das digitale Ticket genügt zum Einsteigen, einen klassischen Check-in gibt es nicht.

Tarifsysteme bei Renfe

  • Básico / Promo: Günstigste Option, keine Stornierung möglich.
  • Elige / Promo+: Etwas teurer, dafür mit eingeschränkter Stornier- und Umbuchungsmöglichkeit.
  • Prémium / Flexible: Teuerste Option mit voller Flexibilität.

Rabatte

  • Jóvenes: 30 % Ermäßigung für unter 30-Jährige
  • Tarjeta Dorada: bis zu 40 % Ermäßigung für über 60-Jährige (kostenpflichtige Karte)
  • Gruppenrabatte ab 4 Personen
  • Renfe Spain Pass für mehrere Fahrten innerhalb eines bestimmten Zeitraums

Geld sparen mit dem Abono Único

Wenn du länger in einer Region bleibst und viel mit Cercanías oder Media-Distancia-Zügen unterwegs bist, lohnt sich ein Blick auf den Abono Único – ein landesweites Monatsabo, das Renfe Anfang 2026 eingeführt hat. Damit fährst du 30 Tage lang unbegrenzt mit Cercanías und Rodalies, konventionellen Media-Distancia-Zügen und den staatlichen Fernbussen, und das mit einem einzigen Ticket. Der Preis liegt bei rund 60 Euro im Monat, für Reisende unter 26 Jahren bei etwa 30 Euro.

Wichtig zu wissen: Das frühere kostenlose Cercanías-Abo, das es zwischen 2022 und 2024 gab, ist ausgelaufen – der Abono Único ist sein Nachfolger und setzt statt auf Gratisfahrten auf einen kräftigen Rabatt gegenüber Einzeltickets. Für die schnellen AVE- und Fernverkehrszüge gilt das Abo allerdings nicht. Richtig rechnet es sich vor allem dann, wenn du auf mehr als rund 30 Fahrten im Monat kommst; für gelegentliche Strecken bist du mit einer Mehrfahrtenkarte oder Einzeltickets meist günstiger dran.

Service und Komfort an Bord

WLAN und Unterhaltung

  • Kostenloses WLAN in allen AVE-Zügen
  • PlayRenfe: Entertainmentportal mit Filmen und Musik
  • Steckdosen an allen Sitzen – praktisch für Laptop und Handy

Wagenklassen

  • Turista (2. Klasse)
  • Turista Plus (gehobene 2. Klasse)
  • Preferente (1. Klasse mit Mahlzeit)
  • Club (Business-Class, nur auf ausgewählten Strecken)

Gepäckbestimmungen bei Renfe

  • Maximal 3 Gepäckstücke pro Person
  • Gewichtslimit: 25 kg pro Stück
  • Handgepäck: 2 Stücke bis max. 10 kg
  • Kostenlose Gepäckaufbewahrung in Club und Preferente
  • Sicherheitskontrolle für alle AVE-Reisenden – plane dafür etwas Zeit ein

Nachhaltigkeit

Die spanische Bahn setzt stark auf Nachhaltigkeit:

  • 100 % Grünstrom auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken
  • Eine Fahrt Madrid–Barcelona verursacht nur einen Bruchteil der Emissionen eines Fluges
  • Moderne Energierückgewinnungssysteme und Lärmschutz entlang der Strecken

Weitere Zuganbieter in Spanien

Seit der Liberalisierung des spanischen Schienenverkehrs 2021 gibt es neben der staatlichen Renfe weitere Anbieter auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken. Für dich bedeutet das vor allem eines: mehr Auswahl und oft niedrigere Preise.

IRYO

Betreiber: ILSA (Air Nostrum und Trenitalia)

Strecken: Madrid – Barcelona, Madrid – Valencia, Madrid – Sevilla, Madrid – Málaga, Barcelona – Sevilla

Besonderheiten:

  • Moderne Frecciarossa-Züge mit bis zu 360 km/h
  • Vier Beförderungsklassen: Inicial, Singular, Singular Only You, Infinita
  • 100 % Grünstrom
  • Häufig günstigere Preise als Renfe
  • Eigene IRYO-App für Buchungen

OUIGO España

Betreiber: SNCF (Französische Staatsbahn)

Strecken: Madrid – Barcelona, Madrid – Valencia, Madrid – Alicante, Barcelona – Tarragona

Besonderheiten:

  • Low-Cost-Anbieter mit sehr günstigen Preisen ab 9 Euro
  • Einfaches Zwei-Klassen-System
  • Zusatzoptionen wie Extra-Gepäck buchbar
  • Keine Bordgastronomie

Vergleich der Anbieter

Merkmal

Renfe AVE

IRYO

OUIGO

Preisspanne

30–200 €

18–160 €

9–100 €

Geschwindigkeit

bis 350 km/h

bis 360 km/h

bis 320 km/h

Bordservice

Umfangreich

Umfangreich

Basic

Wagenklassen

4

4

2

Gepäckregeln

Großzügig

Standard

Aufpreispflichtig

WLAN

Kostenlos

Kostenlos

Aufpreispflichtig

Lokale Züge und Bahnen in Spanien

Die lokalen Züge und Bahnen in Spanien bilden ein dichtes Netz an Verbindungen und sind meist modern und zuverlässig. Sie sind eine praktische und kostengünstige Option für Reisen innerhalb von Städten und Regionen. Mehr Informationen dazu findest du auch im Beitrag Zugfahren in Andalusien.

Cercanías – das städtische S-Bahn-Netz

Die Cercanías sind das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in den spanischen Metropolregionen. Diese S-Bahn-ähnlichen Züge verbinden die Stadtzentren mit ihren Vororten und wichtigen Satellitenstädten. Die größten Cercanías-Netze findest du in:

  • Madrid (13 Linien)
  • Barcelona (8 Linien, hier »Rodalies« genannt)
  • Valencia (6 Linien)
  • Sevilla (5 Linien)
  • Bilbao (3 Linien)
  • Málaga (2 Linien)

Die Züge fahren in der Regel von frühmorgens bis spät in der Nacht in regelmäßigen Takten von 10 bis 30 Minuten. In den Hauptverkehrszeiten wird der Takt häufig verdichtet. Die Fahrpreise sind moderat, und es gibt verschiedene Ticketoptionen von der Einzelfahrt bis zur Monatskarte. Praktisch: Hast du ein AVE-Ticket, kannst du am Zielort die örtlichen Cercanías über das Programm »Combinados Cercanías« kostenfrei nutzen.

Cercanías Züge Spanien
Ein Cercanía im Bahnhof von Cádiz ( © DW )

Media Distancia – regionale Verbindungen

Die Media-Distancia-Züge verbinden mittlere und kleinere Städte innerhalb einer Region. Sie werden auch als »Regionales« oder »Regional Exprés« bezeichnet und halten an mehr Stationen als die Hochgeschwindigkeitszüge. Damit sind sie eine kostengünstige Alternative für kürzere Strecken. Beliebte Verbindungen sind:

  • Barcelona – Girona
  • Madrid – Ávila
  • Sevilla – Cádiz
  • Valencia – Xàtiva
Spanien Media Distancia Zug
Ein Media Distancia Zug von Renfe ( © DW )

Schmalspurbahnen im Norden (ehemals FEVE)

Ein besonderes Erlebnis bieten die meterspurigen Schmalspurbahnen entlang der grünen Nordküste Spaniens. Sie waren jahrzehntelang unter dem Kürzel FEVE (Ferrocarriles de Vía Estrecha) bekannt. Seit 2013 ist FEVE allerdings Teil der Staatsbahn Renfe und firmiert heute offiziell unter dem etwas sperrigen Namen »Renfe Cercanías AM« (Ancho Métrico). Der alte Name FEVE lebt im Volksmund – und auf manchem Bahnsteigschild – aber weiter.

Die Hauptstrecke folgt der Atlantik- und Kantabrienküste von Bilbao über Santander und Oviedo bis nach Ferrol. Dazu kommt eine landschaftlich ebenso reizvolle Linie von Bilbao ins Binnenland nach León. Wer Zeit mitbringt, erlebt hier ein ganz anderes, grünes Spanien – langsam, beschaulich und voller Bahnromantik.

Tickets gibt es am Schalter, beim Zugpersonal oder über die Renfe-Website; auf längeren Strecken musst du das Ticket mitunter in mehrere Abschnitte stückeln.

Nostalgische Zugreisen durch Spanien

Wer heute an Zugfahren denkt, hat meist moderne Hochgeschwindigkeitszüge vor Augen, die ihre Passagiere in kürzester Zeit von A nach B bringen. Doch es gibt sie noch, die romantischen Eisenbahnreisen, die wir aus den Krimis von Agatha Christie oder alten Filmen kennen.

Diese Luxuszüge sind heute zwar selten, versprechen aber ein ganz besonderes Reiseerlebnis, bei dem die Fahrt selbst zum Höhepunkt wird. In Spanien haben mehrere dieser historischen Züge überlebt und laden dich ein, den Charme vergangener Zeiten zu erleben.

Al-Andalus – ein Palast auf Schienen

Der luxuriöse Al-Andalus Zug ist ein fahrendes Hotel, das seine Geschichte bis in die britische Königsfamilie zurückverfolgen kann. Einst nutzten die Royals diesen prächtigen Zug für ihre Reisen zur Côte d'Azur. Heute gleitet er majestätisch durch die kulturelle Schatzkammer Andalusiens und verbindet dabei die bedeutendsten Städte der Region.

Deine Reise beginnt in Sevilla, wo der maurische Königspalast Alcázar und die imposante Giralda von der reichen Geschichte der Stadt erzählen. Von dort führt die Route über Jerez de la Frontera, die Heimat des Sherrys, bis nach Granada, wo die weltberühmte Alhambra über der Stadt thront. Den krönenden Abschluss bildet Córdoba mit seiner einzigartigen Mezquita.

An Bord erwartet dich der Luxus vergangener Epochen: In den stilvoll eingerichteten Deluxe-Suiten und Gran-Clase-Zimmern fühlst du dich in die Belle Époque zurückversetzt. Die eleganten Salonwagen sind der perfekte Rahmen für die exquisiten Mahlzeiten, die von den Küchenchefs zubereitet werden. Wenn abends Klaviermusik durch die Wagen klingt, während die andalusische Landschaft vorbeizieht, wird deine Zugreise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Termine und Preise: Der Al-Andalus verkehrt von März bis Oktober durch Andalusien. Eine frühzeitige Buchung ist hier besonders wichtig, da die Nachfrage das Angebot oft übersteigt. Du kannst bis zu einem Jahr im Voraus reservieren, was sich besonders in der Hauptsaison empfiehlt. Die Preise beginnen bei rund 950 Euro pro Person und Nacht in der Gran Clase und beinhalten neben der Übernachtung auch alle Mahlzeiten sowie die geführten Ausflüge. In den Deluxe-Suiten, die mehr Platz und zusätzlichen Komfort bieten, liegt der Preis entsprechend höher.

Buchung: Angebote für den Al-Andalus findest du beim Anbieter Ameropa.

El Transcantábrico Gran Lujo – die exklusivste Zugreise Spaniens

Als luxuriösester Zug Spaniens lässt der El Transcantábrico Gran Lujo die goldene Ära des Eisenbahnreisens wieder aufleben. Auf seiner achttägigen Route entlang der spektakulären Nordküste verbindet er das historische Santiago de Compostela mit dem mondänen San Sebastián. Der Zug gleicht einem rollenden Fünf-Sterne-Hotel und verwöhnt seine maximal 28 Gäste mit höchstem Komfort und exquisitem Service.

Die Reise führt durch vier faszinierende Regionen des spanischen Nordens: von Galicien über Asturien und Kantabrien bis ins Baskenland. Jeder Tag bringt neue, sorgfältig ausgewählte Highlights. Die Reisenden bestaunen die majestätische Kathedrale von Santiago de Compostela, erkunden die prähistorischen Höhlen von Altamira und lassen sich vom avantgardistischen Guggenheim-Museum in Bilbao beeindrucken. Zwischen den Ausflügen gleitet der Zug gemächlich durch die grüne Landschaft Nordspaniens, vorbei an der dramatischen Küstenlinie und den beeindruckenden Gipfeln der Picos de Europa.

Die großzügigen Suiten von über zehn Quadratmetern bieten allen erdenklichen Luxus: einen privaten Salon, wahlweise ein Queensize-Bett oder zwei Einzelbetten sowie ein eigenes Bad mit Hydromassage-Dusche und Dampfbad. Durch die großen Panoramafenster genießt du einen herrlichen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft.

Termine und Preise: Der El Transcantábrico Gran Lujo verkehrt von April bis Oktober in beide Richtungen zwischen Santiago de Compostela und San Sebastián. Die Preise für die achttägige Reise beginnen bei rund 8.000 Euro pro Person im Deluxe-Doppelzimmer. Im Preis inbegriffen sind alle Mahlzeiten und Getränke, sämtliche Ausflüge und Eintritte sowie die Transfers von und zu den Flughäfen oder Bahnhöfen. Da der Zug mit maximal 28 Passagieren sehr exklusiv ist, empfiehlt sich eine Buchung mindestens sechs Monate im Voraus.

Buchung: Angebote für den El Transcantábrico Gran Lujo findest du beim Anbieter Ameropa.

Der Cervantes-Zug – eine literarische Zeitreise

Literaturliebhaber aufgepasst: Mit dem Cervantes-Zug begibst du dich auf die Spuren des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes. Die Reise führt dich von Madrid nach Alcalá de Henares, wo der Schöpfer des weltberühmten »Don Quijote« 1547 das Licht der Welt erblickte.

Diese Fahrt ist weit mehr als eine gewöhnliche Zugreise: Schauspieler in historischen Kostümen erwecken die Zeit des großen Dichters zum Leben. Sie unterhalten die Reisenden mit Szenen aus seinen Werken und lassen die Atmosphäre des Goldenen Zeitalters der spanischen Literatur wieder aufleben.

In Alcalá de Henares angekommen, führt dich ein sachkundiger Guide durch die historische Altstadt zum Geburtshaus von Cervantes. Hier erfährst du spannende Details aus dem Leben des berühmten Autors und seiner Zeit.

Termine und Preise: Literaturbegeisterte können samstags in der Frühlings- und Herbstsaison auf den Spuren des berühmten Dichters wandeln. Mit rund 50 Euro für Erwachsene und 30 Euro für Kinder ist diese Tagestour die günstigste Option unter den historischen Zugreisen. Im Preis enthalten sind neben der Zugfahrt auch alle Führungen sowie ein traditionelles kastilisches Mittagessen. Die Buchung solltest du mindestens zwei Wochen im Voraus vornehmen.

Buchung: Tickets gibt es online unter renfe.com.

Tren dels Llacs – die malerische Route der Seen

Eine ganz andere Art von Nostalgie erwartet dich auf der Fahrt mit dem Tren dels Llacs durch Katalonien. Der liebevoll restaurierte Dieselzug aus den 1960er Jahren schlängelt sich auf seiner rund 90 Kilometer langen Route von Lleida nach La Pobla de Segur durch eine der eindrucksvollsten Landschaften Spaniens. Seinen Namen – »Zug der Seen« – verdankt er den zahlreichen Stauseen, an denen er vorbeiführt.

Die Reise ist eine perfekte Mischung aus Eisenbahnromantik und Naturerlebnis. Während der historische Zug gemächlich durch die Berge tuckert, eröffnen sich dir immer neue Ausblicke auf die katalanische Bergwelt. Besonders beeindruckend sind die Spiegelungen der Berge in den türkisblauen Seen, die wie Perlen an einer Kette aufgereiht die Strecke säumen.

Das Besondere an dieser Zugfahrt ist die Vielfalt der Ausflugsmöglichkeiten: Du kannst die historischen Salinen von Gerri de la Sal besichtigen, die mittelalterliche Burg Castell de Mur erkunden oder eine Wanderung im Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici unternehmen. Jeder Halt bietet dir die Chance, ein weiteres Stück katalanischer Kultur und Natur zu entdecken.

Termine und Preise: An ausgewählten Samstagen in der Frühlings- und Herbstsaison kannst du die malerische Fahrt durch Katalonien genießen. Die Tickets kosten rund 35 Euro für Erwachsene und 17 Euro für Kinder. Da der historische Zug sehr beliebt ist, empfiehlt sich eine Reservierung mindestens eine Woche vor der geplanten Fahrt. Verschiedene Kombitickets mit Führungen sind gegen Aufpreis erhältlich.

Buchung: Tickets gibt es online unter turistren.cat.

Expreso de La Robla – auf den Spuren der Pilger

Eine spirituelle und kulturelle Entdeckungsreise erwartet dich im Expreso de La Robla. Dieser komfortable Nostalgiezug folgt auf weiten Teilen seiner Route dem berühmten Jakobsweg und verbindet dabei das lebendige Bilbao im Baskenland mit dem geschichtsträchtigen León in Kastilien. Während der mehrtägigen Reise tauchst du tief in die faszinierende Kultur Nordspaniens ein.

Die Route führt dich zu einigen der beeindruckendsten Naturwunder und kulturellen Schätze der Region. Im weitläufigen Höhlenkomplex Ojo Guareña entdeckst du eine unterirdische Welt voller Geheimnisse. Die Bauwerke des Románico Palentino erzählen von der reichen mittelalterlichen Geschichte der Region, während die charmante Kleinstadt Frómista nicht nur mit architektonischen Schätzen, sondern auch mit kulinarischen Höhepunkten lockt.

Den krönenden Abschluss deiner Reise bildet León. Die kastilische Stadt beeindruckt mit ihrer gotischen Kathedrale, deren Glasfenster zu den schönsten Europas zählen. Ein besonderes Highlight ist die Casa Botines, ein faszinierendes Frühwerk des berühmten Architekten Antoni Gaudí, das die katalanische Modernisme-Bewegung nach Kastilien brachte.

Während der gesamten Reise genießt du den Komfort des Zuges, der dir als rollendes Hotel dient. In den gemütlichen Schlafwagen findest du nach einem erlebnisreichen Tag erholsame Ruhe, während das Restaurantteam dich mit regionalen Spezialitäten verwöhnt. Die klimatisierten Aufenthaltswagen laden zum geselligen Beisammensein ein, bei dem du die Eindrücke des Tages mit deinen Mitreisenden teilen kannst.

Termine und Preise: In der Saison von Frühjahr bis Herbst kannst du die nordspanische Kulturreise unternehmen. Die Preise beginnen bei rund 800 Euro pro Person im Doppelzimmer und umfassen das komplette Paket: zwei Übernachtungen im Zug, Vollpension mit regionaler Küche sowie alle Ausflüge und Eintritte mit erfahrener Reiseleitung.

Buchung: Tickets gibt es online unter trenexpresodelarobla.com.

Praktische Tipps zum Zugfahren in Spanien

Um die besten Preise zu erhalten, solltest du deine Tickets idealerweise zwei bis drei Monate vor der geplanten Reise buchen. An Freitagen und Sonntagen fallen die Preise generell höher aus, da dies die Hauptreisetage sind.

Falls sich dein Zug verspätet, kannst du von der Pünktlichkeitsgarantie der Anbieter profitieren und erhältst je nach Dauer der Verspätung eine teilweise Rückerstattung des Fahrpreises.

Plane am Reisetag genügend Zeit ein und finde dich spätestens 30 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof ein, da du noch durch die Sicherheitskontrolle musst.

Bei der Sitzplatzwahl solltest du besonders im Sommer die Sonnenseite berücksichtigen, da es dort in den Waggons deutlich wärmer werden kann.

Clever buchen und Geld sparen

Für den besten Überblick über verfügbare Verbindungen und Preise empfiehlt sich die Nutzung von Vergleichsplattformen wie Omio oder Trainline. Wenn du noch mehr sparen möchtest, kannst du direkt auf den Webseiten der Anbieter buchen – diese sind zwar weniger benutzerfreundlich, bieten dafür aber oft günstigere Preise an.

Besonders preiswert sind in der Regel die ersten Züge am Morgen sowie die letzten Verbindungen am Abend. Weitere Sparmöglichkeiten ergeben sich durch die Kombination von Tickets verschiedener Anbieter für Teilstrecken. Achte auch auf die wöchentlichen Sonderangebote, die die meisten Anbieter unter der Woche veröffentlichen.

Ausblick auf die Zukunft des spanischen Schienenverkehrs

Die Konkurrenz zwischen den Anbietern hat zu sinkenden Preisen und verbessertem Service geführt, und die Entwicklung des spanischen Schienenverkehrs wird auch in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Betreiber bauen ihre Streckennetze schrittweise aus und erschließen dabei auch Regionen, die bislang weniger gut angebunden waren.

Neben der Erweiterung des Netzes arbeiten die Anbieter intensiv an der besseren Vernetzung untereinander. Das soll das Umsteigen und die Kombination verschiedener Zugverbindungen für Reisende deutlich vereinfachen. Ein besonders kundenfreundliches Projekt ist die angestrebte Einführung einheitlicher Buchungsplattformen, über die du die Angebote aller Anbieter zentral vergleichen und buchen kannst.

Häufige Fragen zum Zugfahren in Spanien

Wie heißt die spanische Bahn?

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Spaniens heißt Renfe (Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles). Sie betreibt den Großteil des Schienennetzes, vom Hochgeschwindigkeitszug AVE bis zum Nahverkehr. Seit der Liberalisierung 2021 gibt es mit IRYO und OUIGO zwei weitere Anbieter auf den Schnellstrecken.

Wie buche ich Zugtickets in Spanien?

Am einfachsten buchst du direkt auf der Renfe-Website oder über die Renfe-App, beide auch auf Englisch. Alternativ zeigen dir Vergleichsplattformen wie Omio oder Trainline die Verbindungen aller Anbieter gebündelt auf Deutsch an. Du wählst Strecke und Datum, vergleichst die Anbieter, suchst dir einen Tarif aus und lädst das Ticket aufs Handy – einen Check-in gibt es nicht.

Wann sollte ich Zugtickets in Spanien kaufen?

Für die besten Preise buchst du idealerweise zwei bis drei Monate im Voraus. Früh gebuchte Sparangebote kosten oft nur einen Bruchteil des Tagespreises. Am teuersten ist es an Freitagen und Sonntagen, den Hauptreisetagen.

Was kostet eine Zugfahrt in Spanien?

Das hängt stark von Strecke, Anbieter und Buchungszeitpunkt ab. Auf der Strecke Madrid–Barcelona zahlst du früh gebucht ab rund 20 Euro, am Reisetag schnell das Vielfache. Der Low-Cost-Anbieter OUIGO bietet einzelne Verbindungen sogar ab 9 Euro an, während Tickets der 1. Klasse im AVE deutlich teurer ausfallen.

Wie schnell fahren die Züge in Spanien?

Die Hochgeschwindigkeitszüge erreichen je nach Modell zwischen 320 und 360 km/h. Damit zählen sie zu den schnellsten Zügen Europas. Spanien verfügt mit über 3.700 Kilometern zudem über das zweitgrößte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt.

Welche Zugstrecken sind in Spanien am beliebtesten?

Die meistgenutzten Verbindungen verlaufen sternförmig von Madrid aus: Madrid–Barcelona, Madrid–Sevilla, Madrid–Valencia und Madrid–Málaga. Innerhalb Andalusiens sind außerdem Málaga–Sevilla, Málaga–Granada und Sevilla–Cádiz stark nachgefragt.

Muss ich am Bahnhof durch eine Sicherheitskontrolle?

Ja, für alle Fahrten mit dem AVE und anderen Fernverkehrszügen gibt es eine Gepäckkontrolle. Plane deshalb genügend Zeit ein und sei spätestens 30 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof. Im Nahverkehr (Cercanías) entfällt die Kontrolle.

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