Gibraltar Sehenswürdigkeiten

Gibraltar – Affenfelsen & Highlights im Überblick
Gibraltar ist winzig – gerade mal 6,5 Quadratkilometer – und packt trotzdem erstaunlich viel auf engem Raum zusammen. Fast alles dreht sich um »The Rock«, den gewaltigen Kalkfelsen, der schon von der spanischen Seite aus über der Bucht thront. Auf und um ihn herum findest du frei lebende Affen, Tropfsteinhöhlen, Kriegstunnel, spektakuläre Aussichtspunkte, sechs Strände und ein Stück britisches Kolonialflair mitten am Mittelmeer.
Hier bekommst du den Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – und Tipps, wie du sie an einem Tag sinnvoll kombinierst.
Wenn du dich erst grundsätzlich über Anreise, Grenze und die Besonderheiten des britischen Überseegebiets informieren möchtest, findest du das alles im Hauptartikel zu Gibraltar.
The Rock – der Felsen von Gibraltar
Der Felsen ist das Wahrzeichen und der eigentliche Grund, warum die meisten Besucher kommen. Er ragt 426 Meter steil aus dem Meer, besteht aus Kalkstein und ist von unzähligen Tunneln und Höhlen durchzogen. Das obere Drittel bildet das Upper Rock Naturschutzgebiet, in dem fast alle Highlights liegen: die Affen, die Höhlen, die Aussichtspunkte und der Skywalk. Für das Reservat wird Eintritt fällig, den du entweder einzeln oder als Kombiticket löst.
Hinauf kommst du auf drei Wegen: mit der Seilbahn (Cable Car) vom Alameda Park aus, per Taxi- oder Minibus-Tour oder – für Sportliche – zu Fuß über die »Mediterranean Steps«. Die Seilbahn ist die bequemste Variante und belohnt dich schon während der Fahrt mit einem grandiosen Blick über die Bucht. Oben angekommen, kannst du die Sehenswürdigkeiten des Reservats zu Fuß miteinander verbinden.
Am unkompliziertesten erlebst du den Felsen mit einer geführten Tour, bei der Transport, Eintritt und die wichtigsten Stopps schon organisiert sind:
- Rock of Gibraltar History Tour – geführte Runde im klimatisierten Minibus zu Europa Point, St. Michael's Cave, Affenhöhle und den Great Siege Tunnels.
- Offizieller Pass für das Naturschutzgebiet – ein Ticket für alle Attraktionen im Upper Rock, ideal, wenn du auf eigene Faust unterwegs bist.



Die Berberaffen
Kein Besuch ohne die berühmten Berberaffen – die einzigen frei lebenden Affen Europas. Rund um die Affenhöhle (Apes' Den) und an der Fütterungsstation triffst du die Tiere fast garantiert, oft aus nächster Nähe.
So niedlich sie wirken: Es sind Wildtiere. Füttern ist verboten und wird geahndet, und die Affen haben ein feines Gespür für offene Taschen, Tüten und blinkende Handys. Halte deine Sachen also gut fest und wahre etwas Abstand.
Um die Tiere rankt sich eine hübsche Legende: Solange die Affen auf dem Felsen leben, bleibe Gibraltar britisch. Winston Churchill nahm das so ernst, dass er im Zweiten Weltkrieg eigens Tiere aus Marokko nachkommen ließ, als der Bestand bedrohlich schrumpfte.
St. Michael's Cave
Die St. Michael's Cave ist die bekannteste der über hundert Höhlen im Felsen – eine beeindruckende Tropfsteinhöhle, deren Haupthalle heute als Konzert- und Veranstaltungssaal mit außergewöhnlicher Akustik genutzt wird. Eine Licht- und Toninstallation setzt die Stalaktiten und Stalagmiten stimmungsvoll in Szene.
Im Zweiten Weltkrieg war die Höhle als Notlazarett vorbereitet. Sie liegt oben im Naturschutzgebiet und lässt sich gut mit einem Affen-Besuch verbinden.



Skywalk und Windsor-Hängebrücke
Für den Nervenkitzel sorgen zwei jüngere Attraktionen: Der Skywalk Gibraltar ist eine Aussichtsplattform mit gläsernem Boden, die frei über der Steilkante schwebt – bei klarem Wetter blickst du über die Straße von Gibraltar bis nach Afrika.
Ganz in der Nähe spannt sich die Windsor-Hängebrücke über eine Schlucht und bietet ebenfalls spektakuläre Ausblicke. Beide liegen im Upper Rock und sind schwindelfrei am besten zu genießen.
Great Siege Tunnels und die Kriegsgeschichte
Der Felsen ist innen hohl wie ein Schweizer Käse – über Jahrhunderte haben Militärs kilometerweise Gänge hineingetrieben. Die Great Siege Tunnels (Große Belagerungstunnel) entstanden Ende des 18. Jahrhunderts während der Belagerung durch Spanien und Frankreich; von hier feuerte die britische Garnison auf die Angreifer.
Ergänzt werden sie durch die Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg und die Ausstellung »A City Under Siege«, die zeigt, wie das Leben in der belagerten Festung aussah. Wer sich für Geschichte interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.



Maurisches Schloss
Das Maurische Schloss (Moorish Castle) erinnert daran, dass Gibraltar seinen Namen den Mauren verdankt: Feldherr Tariq ibn Ziyad nahm die Halbinsel 711 ein, aus dem »Dschebel Tariq« wurde »Gibraltar«.
Der markante Wehrturm, der »Tower of Homage«, stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist eines der ältesten Bauwerke der Halbinsel. Von hier hast du einen guten Blick über die Stadt und den Hafen.
Europa Point
An der Südspitze der Halbinsel liegt Europa Point, der südlichste Punkt Gibraltars. Hier stehen der rot-weiße Leuchtturm von 1841, die Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee und die Wallfahrtskirche Santuario de Nuestra Señora de Europa.
Bei klarer Sicht schaust du über die Meerenge direkt auf die marokkanische Küste – ein guter Ort, um zu begreifen, wie nah sich Europa und Afrika hier kommen. Erreichbar ist der Punkt bequem mit dem örtlichen Linienbus.


Main Street und Casemates Square
Zurück im Zentrum bummelst du über die Main Street, die Haupteinkaufsstraße, wo sich zollfreie Geschäfte, Pubs und rote Telefonzellen aneinanderreihen – britisches Flair unter mediterraner Sonne.
Am nördlichen Ende liegt der lebhafte Casemates Square, der zentrale Platz mit Cafés und Restaurants, ideal für eine Pause.
Wer sich für die wechselvolle Geschichte der Halbinsel interessiert, wird im Gibraltar National Museum fündig, das von der Maurenzeit bis zur britischen Epoche einen guten Überblick gibt.
Delfine beobachten
Eine der schönsten Aktivitäten spielt sich nicht an Land, sondern auf dem Wasser ab: In der Bucht von Gibraltar leben mehrere Delfinarten, und die Chance, sie zu sehen, ist ausgesprochen hoch. Eine Bootstour ist damit die perfekte Ergänzung zum Felsen und kommt besonders bei Familien gut an:
- Delfinbeobachtungstour – rund 75 Minuten auf einem komfortablen Katamaran mit sehr hoher Sichtungsquote.
- Delfinbeobachtung in kleiner Gruppe – in kleiner Gruppe, wenn du es etwas ruhiger und persönlicher magst.

Die Strände von Gibraltar
Dass Gibraltar auch Strände hat, geht neben dem berühmten Felsen leicht unter – dabei gibt es gleich sechs, und weil die Halbinsel so kompakt ist, liegt keiner weit vom anderen entfernt.
Grob lassen sie sich in die drei Sandstrände an der Ostseite und die Badebuchten an der West- und Südwestseite einteilen. Eastern Beach, Catalan Bay und Sandy Bay liegen an der Mittelmeerküste und sind überwiegend sandig. Camp Bay und Little Bay an der Südwestseite sind dagegen felsig und liegen an der Bucht von Gibraltar; Western Beach im Nordwesten ist wiederum ein Sandstrand.
Der größte und bekannteste ist der Eastern Beach, ein langer Sandstrand direkt neben der Landebahn des Flughafens. Hier kannst du die Flugzeuge beim Starten und Landen aus nächster Nähe beobachten – ein ziemlich kurioses Schauspiel. Anders als die anderen Strände an der Ostseite liegt Eastern Beach so, dass er den ganzen Tag Sonne bekommt. Direkt am Strand gibt es auch eine Strandbar und ein Restaurant.
Ein Stück weiter südlich liegt die Catalan Bay (La Caleta), ein historisches Fischerdorf mit bunten Häusern, Restaurants und geselliger Atmosphäre. Der beliebte Sandstrand wird vom Dorf und den steilen Hängen des Felsens eingerahmt und gehört zu den charaktervollsten Badeplätzen Gibraltars.
Noch etwas weiter südlich liegt die Sandy Bay. Der Sandstrand wurde nach schweren Erosionsschäden aufwendig wiederhergestellt: Rund 50.000 Tonnen Sand wurden dafür aufgeschüttet, außerdem schützen Wellenbrecher und Buhnen die Bucht vor weiterer Erosion.
Auf der Südwestseite liegen Camp Bay und die kleinere Little Bay dicht beieinander. Beide haben felsige Ufer statt Sandstrände und sind für ihr klares Wasser bekannt. Besonders Camp Bay ist wegen seiner Unterwasserwelt und eines künstlichen Riffs ein beliebter Tauch- und Schnorchelplatz. Wasserschuhe sind an den felsigen Badeplätzen eine gute Idee. Beide Buchten verfügen zudem über Schwimmbecken; Little Bay hat ein kleines Becken, das besonders für jüngere Kinder geeignet ist. In Camp Bay gibt es außerdem ein Restaurant mit Bar.
Der Western Beach schließlich liegt im Nordwesten direkt an der Grenze zu Spanien und grenzt mit seinem südlichen Ende an die Start- und Landebahn des Flughafens. Auch hier handelt es sich um einen Sandstrand, und mit etwas Glück kannst du die Flugzeuge beim An- oder Abflug beobachten. Der Strand gilt als vergleichsweise ruhig und verfügt über ein Chiringuito, also ein kleines Strandrestaurant bzw. eine Strandbar.
Für einen entspannten Badetag lohnt es sich trotzdem, je nach Strand etwas Wasser und Proviant dabeizuhaben – insbesondere wenn du einen der kleineren und ruhigeren Badeplätze besuchst.
Sehenswürdigkeiten an einem Tag – so kombinierst du sie
Für einen Tagesausflug reicht die Zeit gut, um die Highlights zu sehen, wenn du dich nicht verzettelst. Bewährt hat sich diese Reihenfolge: morgens mit der Seilbahn hinauf zum Felsen, dort Affen, St. Michael's Cave und Skywalk verbinden, bei Interesse die Great Siege Tunnels dazunehmen.
Anschließend hinunter ins Zentrum, über die Main Street bummeln und am Casemates Square eine Pause einlegen. Am Nachmittag bleibt Zeit für eine Delfin-Bootstour oder einen Abstecher nach Europa Point.
Wenn du aus dem Costa-del-Sol-Urlaub kommst und dir den Stress mit Grenze, Verkehr und Parken sparen willst, ist eine organisierte Tagestour die entspannteste Lösung. Es gibt zahlreiche Angebote ab Málaga, Marbella und den umliegenden Orten, oft mit Freizeit zum eigenständigen Erkunden plus optionaler Felsen-Führung:
- Ab Málaga: Gibraltar mit Freizeit und fachkundiger Führung – bequeme Ganztagestour mit garantierter Freizeit vor Ort.
- Ab Málaga: Tour nach Gibraltar mit optionaler Rock-Tour – wahlweise freie Zeit oder geführte Felsen-Tour mit St. Michael's Cave und Affenhöhle.

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