Spanische Traditionen: Welche Sitten und Bräuche machen Spanien aus?

In jedem Land sind Bräuche und Traditionen oft regional unterschiedlich. Manchmal unterscheiden sie sich gar von einem Dorf zum nächsten. Darüber hinaus gibt es jedoch Brauchtümer, die ein ganzes Land vereinen. Die großen Feste wie Weihnachten oder Ostern sind dabei freilich führend, doch gibt es oft noch weitere Festtage, die landesweit gefeiert werden. Dieser Artikel schaut sich einige Traditionen in Spanien einmal genauer an.
Spanien Traditionen
Die Bräuche und Traditionen in Spanien sind vielseitig ( BigKnell / Shutterstock.com )

Regionale Traditionen in Spanien

Eine Besonderheit einer Region ist sicherlich das Stiertreiben in Pamplona, welches nicht nur ein Zuschauer- und Touristenmagnet ist, sondern auch in Spanien und vielen weiteren Ländern umstritten ist. Trotzdem ist es eine Tradition, die auf mittelalterliche Jahrmärkte fußt, bei denen Tiere auf den Festplatz getrieben und dort geschlachtet wurden. Es gibt aber natürlich noch viele weitere Bräuche, die regional verschieden ausgeprägt gefeiert werden:

  • Tiersegnung (San Antonio): Wenn in Spanien am 17. Januar der Heilige Antonius geehrt wird, der als Schutzpatron der Tiere gilt, ist dies ein Festtag in vielen Orten. Pfarrer ziehen über das Land und segnen die dortigen Haustiere, um sie vor Krankheiten oder Unglücken zu schützen.
  • Johannisnacht (Fiesta de San Juan): Sie findet am 23. Juni statt und ist die spanische Variante der Sommersonnenwende. Sie mündet in das Johannisfest. Die Johannisnacht ist ein heidnisches Fest, welches von der katholischen Kirche in einigen Punkten übernommen wurde. Gerade in Valencia und Alicante sind die Festlichkeiten sehr ausgeprägt. Allgemein finden jedoch im ganzen Land Sommerfeste und Veranstaltungen rund um dieses Datum statt.
  • Josefstag (Día de San José): Das ist die spanische Variante des Vatertags, der in ganz Spanien gefeiert wird. Es ist die Nacht zum 19. März, also die Nacht, die ebenso lang ist, wie der Tag. Somit verabschiedet das Fest auch den Winter und erklärt offiziell den Frühling. Wenngleich dieser Tag überall gefeiert wird, zeigt sich Valencia besonders prächtig. Hier gibt es die Fallas, große Skulpturenpuppen, die in der Nacht angezündet werden. Die Puppen stellen nicht selten Politiker oder aktuelle Themen dar. Die Puppen können ein wenig mit den Karnevalswagen verglichen werden.

Weitere wichtige Events

Für viele Spanier hängt einer der wichtigsten Termine des Jahres nicht mit Religionen oder besonderen Festlichkeiten zusammen. Die spanische Weihnachtslotterie mit ihrem Hauptpreis »El Gordo« ist wohl fest in unzähligen Kalendern notiert und wird von den Teilnehmern gemeinsam mit der Familie zelebriert. So dürfte einer der wichtigen Termine rund um die Lotterie wohl der Tag sein, an dem die Lose in den Verkauf gehen.

Dies ist heute übrigens auch von Deutschland aus möglich. Es gibt viele Anbieter wie Online Casinos in diesem Bereich. Einen Überblick über die Testsieger lassen sich auf dieser Webseite finden. Der nächste Termin ist die Ziehung an sich: Sie findet stets den Samstag direkt vor Weihnachten statt und geht über Stunden, die mit Shows, Unterhaltung und dem Zusammensein mit der Familie verbracht werden.

  • Feria de Abril: Ursprünglich war dies ein Viehmarkt, der sich zu einem großen Volksfest gewandelt hat. Das Fest wird in Sevilla gefeiert und bietet Stände, Tanz, Musik und prachtvoll geschmückte Straßen.
  • La Tomatina: Wohin mit überreifen Tomaten? Natürlich aufs Tomatenfest. In der letzten Augustwoche wird es in Buñol gefeiert und bietet allen Teilnehmenden die Gelegenheit, sich endlich mal eine Tomatenschlacht zu liefern.

Es gibt vermutlich noch dutzende weitere Termine und Feste, denn Spanier wissen, wie Feste gefeiert werden. Generell ist es sinnvoll, sich rund um Festtage einmal von den größeren Städten abzuwenden und zu schauen, wie die Bräuche abseits zelebriert werden. Schon die Weihnachtsfeuer auf dem Land nach der Messe zeigen, welche regionalen Unterschiede.

Religiöse Bräuche und Feste

Die Religion bestimmt auch in Spanien viele Bräuche und Feste. Oftmals entfallen sie auf Feiertage, sodass die ganze Familie gemeinsam den Traditionen bedenken kann. Einige Beispiele:

  • Semana Santa: Diese Festlichkeit findet zwischen Palm- und Ostersonntag statt und ist besonders eindrucksvoll. Bruderschaften und Gemeinden tragen Marien- und Jesusstatuen durch die Straßen, wobei sie sich in altertümliche Gewänder kleiden, die abhängig von der jeweiligen Region sind. Die Prozession wird von Fackeln und Trommeln begleitet. Dieses Fest gilt in Spanien als das wichtigste Fest. Insbesondere in den südlichen Gebieten finden eindrucksvolle Festumzüge statt. Gerade um Granada, Sevilla und Málaga ist die Semana Santa ein Schauspiel, sodass Touristen möglichst lange im Voraus ein Hotel buchen sollten. Teils kommen hunderttausende Menschen in die Städte.
  • Trommelfest: Es gehört ein wenig zur Semana Santa, denn das Trommelfest greift einen dortigen Brauch auf. Gerade in der Heimat des Regisseurs Luis Buñuel, Calanda, kommt das Fest zur Geltung. Es geht von Karfreitag 12 Uhr bis Ostersamstag 14 Uhr. Percussionsgruppen unterstützen die rund 1.500 Trommler.
  • Weihnachten: Das Weihnachtsfest verläuft in Spanien ein wenig anders als in Deutschland. Während hierzulande die Vorweihnachtszeit hektisch ist, wird in Spanien der eigentliche Weihnachtsstartschuss durch die Lotterie El Gordo gegeben. Zur heiligen Nacht kommt die Familie zusammen und nimmt ein sehr ausgewogenes Abendessen ein. Zumeist gibt es Spezialitäten. Im Anschluss steht die »Urne des Schicksals« im Mittelpunkt. Sie enthält kleinere Geschenke und Nieten. Jedes Familienmitglied zieht so lange aus der Box, bis auch er ein Geschenk erhält. Die Bescherung, die in Deutschland an Heiligabend oder in anderen Ländern am frühen 25. stattfindet, wird in Spanien traditionell erst am 6. Januar ausgeführt. Hier gibt es mittlerweile jedoch Änderungen und gerade die Kinder erhalten ihre Geschenke oft schon am heiligen Abend.

Ein großer Unterschied zu Weihnachten ist auch der Umgang mit der Mitternachtsmesse. Sie ist immer noch ein wichtiges weihnachtliches Element, doch gerade in den ländlichen Regionen wird im Anschluss bei einem Weihnachtsfeuer auf größeren Plätzen gemeinsam gesungen und gefeiert.

Spanien Sitten Bräuche
Andalusische Prozessionen in der Osterzeit ( © DW )

Fazit – viele Highlights für Touristen

Spanien bietet Urlaubern und all jenen mit Interesse an Bräuchen und Traditionen unendlich viele Möglichkeiten. An besonders ausgeprägten Festen ist es wahrlich traurig, dass niemand an zwei Orten gleichzeitig sein kann, denn es ist immer so, dass nur wenige Kilometer weiter schon etwas verpasst sein kann. Allerdings spricht nichts dagegen, die Feste gleich mehrere Jahre hintereinander zu bewundern. Und einem der wichtigsten Termine können Urlauber auch aus der Ferne beiwohnen. Die Weihnachtslotterie wartet auch daheim auf neue Teilnehmer.

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