Flüsse in Spanien

Zahlreiche große Flüsse teilt sich Spanien mit seinem Nachbarn Portugal. Dazu zählen u.a. der Tajo, Duero und Guadiana. Dieser Artikel stellt dir die zehn wichtigsten Flüsse in Spanien vor.
Flüsse Spanien
Der Ebro bei Miravet in Katalonien ( © Marc - Fotolia.com )

Die wichtigsten spanischen Flüsse

Das im Jahresverlauf vorwiegend heiße und trockene Klima auf der Iberischen Halbinsel macht Spaniens Flüsse zum ökonomisch äußerst wichtigen Faktor für die Bewässerung in der Landwirtschaft, die Stromerzeugung und den Gütertransport im Inland. Die Mehrheit der großen spanischen Flüsse besitzen ihr Quellgebiet im Osten und münden in den Atlantik im Westen.

Im Folgenden werden die längsten Flüsse in Spanien kurz skizziert.

Tajo

Der Tajo (Spanien) bzw. Tejo (Portugal) fließt auf einer Länge von 1.007 Kilometern von Ost nach West durch Spanien und Portugal. Seine Quelle, die Fuente de Garcia, liegt auf 1.600 Meter Höhe in der Sierra de Albarracín in der Provinz Teruel im Südwesten der Region Aragonien nahe der Grenze zu Kastilien-La Mancha.

Auf dem Weg durch sein ca. 80.600 km² großes Einzugsgebiet durchquert der Tajo in Spanien die Städte Aranjuez und Toledo sowie Talavera de la Reina und Alcántara.

In Portugal liegt die Stadt Santarém an seinen Ufern. Bei der portugiesischen Hauptstadt Lissabon mündet der Tejo in den Atlantik. Eine bekannte Sehenswürdigkeit dort ist die 17,2 Kilometer lange Ponte Vasco da Gama, eine der längsten Brücken der Welt.

Ebro

Der mit ca. 910 Kilometern zweitlängste Fluss auf der Iberischen Halbinsel entspringt auf dem 1.880 Meter hohen Pico Tres Mares in der Sierra del Cordel bzw. Sierra de Híjar an der Grenze von Kantabrien und sowie Kastilien und León.

Auf dem Weg durch sein gut 85.000 km² großes Einzugsgebiet in Richtung Osten durchquert er die Städte Reinosa bei Santander, Logroño sowie Tudela, Saragossa, Flix und Tortosa. Seine Mündung in das Mittelmeer liegt im 320 km² großen Ebrodelta an der Costa Daurada bei Amposta und Deltebre in der katalanischen Provinz Tarragona.

Das zweitgrößte Feuchtgebiet in Spanien ist dessen größtes Reisanbaugebiet. Wirtschaftlich bedeutsam sind außerdem Fischfang und Muschelzucht. Der 80 km² große Parc Natural del Delta de l'Ebre ist Brut- und Rastgebiet für Hunderte von Vogelarten.

Duero

Die Quelle des mit 897 Kilometern drittlängsten Flusses in Spanien befindet sich auf dem 2.228 Meter hohen Pico Urbión nahe der Ortschaften Duruelo de la Sierra in der Provinz Soria und Viniegra de Abajo in der autonomen Gemeinschaft La Rioja.

Er passiert in seinem 98.400 km² großen Einzugsgebiet nacheinander die spanischen Städte Soria und Almazán sowie Aranda de Duero, Tordesillas und Zamora.

In Portugal durchquert er Miranda do Douro sowie Pinhão und Peso da Régua. Die Mündung in den Atlantik liegt zwischen Porto und dem für Portweinproduktion bekannten Vila Nova de Gaia.

Touristisch von Interesse sind die als UNESCO-Welterbe geführte, 24.600 Hektar große und weltweit älteste Weinregion »Alto Douro« sowie die Megalithanlage Chã da Parada in der Serra de Aboboreira.

Guadiana

Über eine Strecke von ca. 745 Kilometern fließt der Río Guadiana durch Spanien und Portugal. Sein Quellgebiet sind die Ojos del Guadiana bei der Provinzhauptstadt Ciudad Real im Südwesten der Region Kastilien-La Mancha.

Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von gut 67.700 km². Der Fluss passiert Medellín, Mérida und Badajoz in der gleichnamigen Provinz (Extremadura), Mértola in der Region des Alentejo in Portugal, Ayamonte in der Provinz Huelva (Andalusien) und Vila Real de Santo António an der Algarve

Dort mündet er schließlich in den atlantischen Golf von Cádiz.

Touristische Attraktionen an seinem Lauf sind das UNESCO-Weltkulturerbe der Altstadt von Mérida sowie die portugiesischen Talsperren in Alqueva und Pedrógão.

Guadalquivir Spanien
Der Guadalquivir in Córdoba ( © DW )

Guadalquivir

Die Länge des Guadalquivir in Spanien beträgt 657 Kilometer, das Einzugsgebiet umfasst knapp 57.000 km². Die Quelle liegt bei Cañada de las Fuentes und Quesada in der Sierra de Cazorla im Südosten der andalusischen Provinz Jaén.

Die größten Städte an seinen Ufern sind Córdoba und Sevilla. Kleinere Gemeinden am Lauf sind u.a. Peal de Becerro, Vadillo Castril, La Iruela, Úbeda und Mengíbar in der Provinz Jaén, Villa del Río und Montoro in der Provinz Córdoba sowie Peñaflor und La Algaba in der Provinz Sevilla.

Die Mündung in den Atlantik befindet sich bei Sanlúcar de Barrameda in der Provinz Cádiz an der Costa de la Luz. Eine Sehenswürdigkeit ist der 54.000 Hektar große Nationalpark Coto de Doñana mit zahlreichen seltenen Vogelarten.

Júcar

Der Júcar fließt auf einer Strecke von annähernd 500 Kilometern durch den Südosten Spaniens. Er entspringt in der Nähe des Ortes San Felipe im bis zu 1.936 Meter hohen Gebirgszug Montes Universales in der Sierra de Albarracín in der Provinz Teruel in der Region Aragón.

Die größte Stadt am Oberlauf ist Cuenca mit knapp 55.000 Einwohnern im Nordosten von Kastilien-La Mancha. Am Mittellauf liegen die Städte Villalba de la Sierra, Albacete und Jorquera, am Unterlauf Sumacárcel, Carcagente und Alcira in der Provinz Valencia.

Bei Cullera mündet der Fluss in das Mittelmeer.

Empfehlenswerte Ausflugsziele sind die Tous-Talsperre bei Valencia, die Gebirgslandschaft Macizo del Caroig und die »casas colgadas« (hängenden Häuser) in Cuenca.

Genil

Der 358 Kilometer lange Río Genil entspringt als Zusammenfluss des Río Real und Río Guarnón in der Laguna de la Mosca am 3.482 Meter hohen Berg Mulhacén in der Sierra Nevada in der Provinz Granada (Andalusien) und ist mit 8.278 km² Fläche Einzugsgebiet einer der wichtigsten linken Nebenflüsse des Guadalquivir.

Der Fluss passiert die Städte Granada, Chauchina, Fuente Vaqueros und Loja in der Provinz Granada sowie Puente Genil in der Provinz Córdoba und Écija in der Provinz Sevilla.

Bei Palma del Río im äußersten Westen der Provinz Córdoba mündet er in den Guadalquivir. Sehenswert sind die Stauseen Embalse de Iznájar, Embalse de los Bermejales und Embalse de Canales.

Segura

Der Río Segura durchquert auf einer Länge von 325 Kilometern die Provinzen Jaén (Andalusien), Albacete (Kastilien-La Mancha), Murcia und Alicante (Region Valencia) im Südosten der Iberischen Halbinsel.

Die Quelle liegt nahe der Ortschaft Fuente Segura im Gemeindegebiet von Santiago-Pontones im Osten der Provinz Jaén. An seinem Oberlauf befinden sich die beiden Stauseen Embalse de Fuensanta und Embalse del Cenajo bei Yeste (Albacete). Am Mittellauf liegen die Städte Calasparra und Cieza (Murcia) sowie das landschaftlich reizvolle Naturschutzgebiet Cañón de Almadenes.

Der Fluss bewässert das sehr fruchtbare Valle de Ricote, wo Oliven, Pfirsiche, Weizen und Zitrusfrüchte angebaut werden. Die Mündung in das Mittelmeer liegt bei dem für lange Strände und grüne Parks überregional bekannten Ferienort Guardamar an der Costa Blanca (Provinz Alicante).

Miño

Der Río Miño oder Rio Minho fließt auf 310 Kilometern durch die autonome Region Galicien im Nordwesten Spaniens. An seinem Unterlauf bildet er auf einer Länge von 70 Kilometern die Grenze zum Nachbarland Portugal.

Die Quelle entspringt unweit des Ortes Pedregal de Irimia im Gemeindegebiet von Meira in der galicischen Provinz Lugo. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über knapp 12.500 km² Fläche.

Bedeutende und bekannte Städte an den Ufern sind Lugo, Ourense und Tui sowie Valença, Portomarín und A Guardia. Nahe der Letztgenannten sowie bei der gegenüberliegenden Kleinstadt Caminha im Distrikt Viana do Castelo mündet der Miño/Minho in den Atlantik.

Sehenswert sind die Ruinen einer 2.600 Jahre alten keltischen Siedlung sowie der Aussichtspunkt auf dem Monte de Santa Tegra oberhalb von A Guardia.

Turia (Guadalaviar)

Der an seinem Oberlauf und historisch auch als Guadalaviar bekannte Río Turia fließt bei der Stadt Teruel in der Region Aragón mit dem Alfambra zusammen. Seine Gesamtlänge von der Quelle auf der Hochebene Muela de San Juan bis zur Mündung in das Mittelmeer in Valencia beträgt 280 Kilometer, das Einzugsgebiet ist knapp 6.400 km² groß.

Der Fluss besitzt seit Jahrhunderten große Bedeutung für die Bewässerung des Obst-, Gemüse- und Weinanbaugebiets Huerta de Valencia. Ein schönes Ausflugsziel in der Nähe der Quelle ist der 73.000 Hektar große Parque natural Serranía de Cuenca in Kastilien-La Mancha mit den malerischen Lagunen von El Tobar und Uña.

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