Spanien mit dem Auto

Autofahren in Spanien ist nicht schwierig, denn die meisten Verkehrsregeln und Gegebenheiten sind ähnlich wie in Deutschland. Dennoch sollte der Urlauber sich vorab über einige Aspekte des Autofahrens in Spanien informieren, damit unangenehme Überraschungen ausbleiben.
Spanien mit dem Auto
Mit dem Auto entlang der Küste im Süden Spaniens ( Fesus Robert / shutterstock.com )

Nicht zu rasant unterwegs auf dem gut ausgebauten Straßennetz

Spanien hat ein gut ausgebautes Netz an Straßen und Autobahnen. Die Mehrzahl ist gut befestigt, nur auf Landstraßen kann es vorkommen, dass der Weg über Schotterpisten führt. Im Unterschied zu Deutschland gibt es besonders viele Kreisverkehre, über die die Straßenführung gelenkt wird. Dabei »vergessen« die Spanier meist, beim Ausfahren aus dem Kreisel zu blinken. Wer nicht blinkt, kann aber trotzdem mal im Kreisel weiter fahren, daher solltest du beim Einfahren in den Kreisel einen Blick nach halblinks riskieren.

Die gut ausgebauten Straßen sollten dich nicht zum Rasen verleiten.

  • So ist auf Autobahnen die Geschwindigkeit auf 120 km/h begrenzt.
  • Auf Landstraßen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h,
  • Auf anderen Straßen außerhalb der Ortschaften 90 km/h und innerhalb der Ortschaft 50 km/h.

Abweichende Werte kannst du den Verkehrsschildern entnehmen.

Es ist ratsam, diese Geschwindigkeitsbeschränkungen um höchstens 7 km/h zu überschreiten, da ansonsten ein hohes Bußgeld drohen kann. Wer beispielsweise mehr als 20 km/h zu schnell fährt, muss mit 100 Euro Geldstrafe rechnen. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 km/h kann sich der Strafzettel auf über 600 Euro belaufen.

Auch Trunkenheit am Steuer wird in dem Urlaubsland auf der Iberischen Halbinsel empfindlich bestraft. Wenn Du mit 0,5 Promille erwischt wirst, drohen mehr als 500 Euro Geldstrafe.

Wer vergisst den Gurt anzulegen, muss mit einem Strafzettel bis zu 200 Euro rechnen.

Wer sich im Mietwagen nicht an die Verkehrsregeln hält, riskiert obendrein seinen Versicherungsschutz.

Reisen über die Autobahnen

In Spanien werden die Autobahnen in autovías (A) und autopistas (AP) eingeteilt. Für die autopistas muss eine Maut bezahlt werden. Die Gebühren dafür gehören leider zu den höchsten in Europa. Urlauber müssen pro 100 Kilometer mit einer Gebühr von circa 5,80 Euro rechnen. Günstiger ist die Maut zwischen Burgos und Arminon, zwischen Pontevedra und Vigo, für den Tunnel von Guararrame und in der Region Bilbao. Keinerlei Gebühren werden für die Stadtautobahnen und Ortsumfahrungen größerer Städte in Andalusien wie z.B. Málaga, Marbella oder Estepona erhoben. Bezahlt wird die Maut mit Kleingeld oder einer gängigen Kreditkarte.

Bei einer längeren Reise durch Spanien bietet sich eine VIAT-Card an, die mit einem Guthaben aufgeladen wird, so dass die Maut unkompliziert entrichtet werden kann. Wer über die Autobahnen reist, muss sich über Tankstellen keine Sorgen machen. Es gibt sie sehr häufig und meist sind sie an Rasthöfe angegliedert.

Je nach deinem Wagen kannst du ihn mit Diesel bzw. Gasóleo, Bleifrei Super bzw. gasolina sin plomo: 95 Oktan oder Bleifrei Super plus – gasolina sin plomo: 98 Oktan tanken. Die Preise für das Benzin sind meist etwas niedriger als in Deutschland.

Achtung: Auf autovias sind auch Radfahrer sowie sehr langsame kleine Seniorenfahrzeuge mit maximal 40 km/h unterwegs, die keinen Auto-Führerschein benötigen. An autovias gibt es sehr viele Ein- und Ausfahrten, die nicht besonders gekennzeichnet sind und wo du immer mit einem unvorsichtig und langsam einfahrenden Fahrzeug auf der rechten Spur rechnen musst. Unseren deutschen Ausfahrten entsprechen nur die besonders beschilderten »Cambio de Sentido«. Nur an diesen Ausfahrten darf man in die Gegenrichtung wenden.

Ein »A« vor der Nummer einer Straße bedeutet nicht zwingend, dass es sich um eine Autobahn handelt. In Spanien gibt es viele Straßen mit 3 bis 4-stelligen Nummern, die mit A beginnen, aber höchstens unseren Bundesstraßen entsprechen. Autobahnen und Schnellstraßen haben meist ein- oder zweistellige Nummern hinter dem A.

Achtsam mit dem Auto durch Spanien

Ein Urlaub in Spanien verleitet gelegentlich dazu, sich über die Verkehrsregeln hinwegzusetzen und besonders entspannt Auto zu fahren. Viele glauben, nur weil sie sich in einem südlichen Land befinden, könnten viele Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt werden. Dem ist natürlich nicht so und auch die Spanier sollten sich an sie halten. Als Urlauber in einem fremden Land solltest du dich unbedingt an die Regeln halten, um ein Bußgeld, Ärger oder einen Unfall zu vermeiden.

Hier ein paar der wichtigsten Verkehrsregeln in Spanien:

  • Im Auto müssen immer eine reflektierende Sicherheitsweste und zwei Warndreiecke vorhanden sein.
  • Mit dem Handy am Ohr Auto zu fahren ist ebenso verboten wie das Mitführen von Radarwarngeräten.
  • Ein weiteres Verbot ist das Mitnehmen von Trampern an Autobahnen oder Schnellstraßen.
  • Benzingefüllte Reservekanister dürfen nicht mitgenommen werden. Nur spezielle Plastikbehälter von Tankstellen sind erlaubt.
  • Das Anschnallen ist sehr wichtig in Spanien, was übrigens auch für mitgeführte Hunde gilt. Für Personen, die kleiner als 1,50 Meter sind, ist ein Kindersitz notwendig.
  • Wenn ein Straßenrand eine gelbe Linie oder Zickzack-Linien aufweist, ist das Parken verboten. Wer sich daran nicht hält, muss mit dem Abschleppen des Fahrzeuges rechnen. Neben einer blauen Linie solltest du ein Parkticket aus dem nächsten Automaten ziehen und hinter der Windschutzscheibe auslegen.
  • Wer einen Strafzettel an seinem Auto findet oder von der Polizei ausgehändigt bekommt, sollte diesen innerhalb einer Woche bezahlen. Dann kostet es nur die Hälfte.

Was bei Pannen oder Unfällen zu tun ist

Eine Panne oder ein Unfall im Rahmen eines Urlaubes in Spanien ist natürlich immer unangenehm, doch wenn du weißt, was in diesem Fall zu tun ist, hast du ein besseres Gefühl beim Autofahren. Zur Unterstützung gibt es den deutschsprachigen ADAC in Barcelona und Madrid. Dieser kann helfen, den richtigen Pannenservice oder die geeignete Abschlepphilfe zu finden.

Im Fall eines Unfalls sollten die gleichen Verhaltensregeln wie in Deutschland beachtet werden. Es ist vor allem wichtig die Ruhe zu behalten, unter Umständen selbstständig Beweise zu sichern und von dem Schaden Fotos zu machen. Streit und Diskussionen mit einer möglichen Gegenpartei führen nur zu mehr Ärger. Erklärungen zum Unfall sollten nie vor Ort unterschrieben werden. Stattdessen ist es wichtig, sich die Versicherung und das Kennzeichen des Unfallgegners aufzuschreiben.

Als sehr hilfreich erweist sich eine Grüne Versicherungskarte, mit der du im Ausland nachweisen kannst, dass du eine Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besitzt. Dies kann viele Probleme mit den spanischen Behörden ersparen. Sie ist über deinen Kfz-Haftpflichtversicherer erhältlich.

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