Andalusien-Wahl 2026: alle Infos zu den Regionalwahlen am 17. Mai

Der 17. Mai 2026 hat Andalusiens politische Landschaft verändert – nicht dramatisch, aber spürbar. Juanma Moreno gewinnt die Regionalwahl klar, verliert aber genau das, was er unbedingt verteidigen wollte: seine absolute Mehrheit. Was das bedeutet und wie das Ergebnis aussieht, liest du hier.

Das Ergebnis im Überblick

Die PP kommt auf 53 Sitze im Parlament in Sevilla – fünf weniger als noch vor vier Jahren. Für eine absolute Mehrheit wären 55 Sitze nötig gewesen. Vox gewinnt zwei Sitze hinzu und erreicht 16 Mandate, womit die Partei erneut zum möglichen Mehrheitsbeschaffer wird.

Die PSOE von María Jesús Montero landet bei 26 bis 29 Sitzen – weniger als die bisherigen 30 Mandate, die bereits das schlechteste Ergebnis der Sozialisten in Andalusien gewesen waren.

Kurz zusammengefasst:

  • PP (Moreno): 53 Sitze – klarer Wahlsieger, aber ohne eigene Mehrheit
  • PSOE (Montero): 26–29 Sitze – historisches Tief
  • Vox (Gavira): 16 Sitze – Zuwachs, aber weniger als erhofft

Moreno gewinnt – und verliert trotzdem etwas

Vier Jahre lang regierte Moreno Andalusien ohne Koalitionspartner, ohne Abhängigkeiten, ohne lästige Verhandlungen. Genau das ist jetzt vorbei. Die PP hat ihre absolute Mehrheit eingebüßt und ist zum Regieren auf die rechtspopulistische Vox angewiesen.

Das ist politisch nicht trivial. Im Wahlkampf hatte Moreno noch klar signalisiert, dass er genau das vermeiden wolle. Sein Appell an Vox-Wähler, lieber direkt PP zu wählen, um eine Abhängigkeit von Vox zu verhindern, hat offenbar nicht gereicht.

Im Wahlkampf spielten unter anderem die wieder anziehende Inflation infolge des Iran-Krieges, Defizite im Gesundheitswesen, die Arbeitslosigkeit – die in Andalusien bei knapp 15 Prozent und damit rund fünfeinhalb Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt liegt –, fehlender Wohnraum und die Migration über das Mittelmeer eine Rolle.

Moreno ist trotzdem der unbestrittene Sieger des Abends. Er regiert weiter. Nur eben nicht mehr allein.

Die PSOE: Historisches Tief in der einstigen Hochburg

Für die Sozialisten ist das Ergebnis bitter. Andalusien war jahrzehntelang ihre Hochburg, fast 40 Jahre lang regierten sie die Region ohne Unterbrechung. Jetzt markiert das Ergebnis einen weiteren Tiefpunkt in einer langen Abwärtsbewegung.

Die Kandidatur von María Jesús Montero – eigentlich ein prominenter Name, als Vizepremierministerin und Finanzministerin in Madrid bekannt – zündete nicht. In Andalusien wirkte sie, wie manche Beobachter es formulierten, wie ein »hauptstädtischer Fremdkörper«. Das Ergebnis spricht für sich.

Was jetzt kommt: Moreno und Vox

Mit Unterstützung von Vox könnte Moreno dennoch weitere vier Jahre regieren. Die Frage ist, zu welchem Preis. Ob als formale Koalition oder als geduldete Minderheitsregierung – das werden die kommenden Wochen zeigen. Das neu gewählte Parlament tritt zur konstituierenden Sitzung am 11. Juni 2026 zusammen.

Für ganz Spanien hat das Ergebnis Signalwirkung. Politologen sehen die Wahl als wichtigen Stimmungstest für die nationalen Parlamentswahlen 2027. Feijóos Konservative regieren bereits in elf der insgesamt 17 spanischen Regionen – Andalusien bleibt also in der konservativen Spalte, aber die Abhängigkeit von Vox auf regionaler Ebene könnte den Druck auf Feijóo erhöhen, auch national enger mit Vox zusammenzuarbeiten.

Verfasst am 18. Mai 2026
Anzeige

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben
Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Anzeige
Andalusien Reiseführer

Andalusien Reiseführer

13 Städte, 15 weiße Dörfer, 9 Natur-Highlights, 4 Küsten, 4 Routen und jede Menge echte Geheimtipps – das alles findest du im großartigen Andalusien Reiseführer von Sara und Marco, den beiden Gründern von Love and Compass.

» Mehr Informationen