Andalusien-Wahl 2026: Ergebnis & Moreno-Vox-Koalition

Der 17. Mai 2026 hat Andalusiens politische Landschaft verändert – nicht dramatisch, aber spürbar. Juanma Moreno gewinnt die Regionalwahl klar, verliert aber genau das, was er unbedingt verteidigen wollte: seine absolute Mehrheit. Was das bedeutet und wie das Ergebnis aussieht, liest du hier.

Das Ergebnis: Moreno gewinnt, verliert aber die absolute Mehrheit

Am Ende kam es, wie es sich in den letzten Wochen vor der Wahl bereits andeutete: Die PP bleibt klar stärkste Kraft, verpasst aber die absolute Mehrheit. Mit 41,6 Prozent der Stimmen holt Moreno 53 Sitze – zwei zu wenig für die magische 55er-Marke und fünf weniger als 2022.

Für die PSOE wird es noch bitterer als befürchtet: María Jesús Montero fährt mit 22,7 Prozent das historisch schlechteste Ergebnis der Partei in Andalusien ein – nur noch 28 Sitze, zwei weniger als beim ohnehin schon schwachen Abschneiden 2022. Der Versuch, mit einer Schwergewichtin aus Madrid die andalusische PSOE wiederzubeleben, ist damit gescheitert.

Die eigentliche Überraschung der Wahlnacht kommt von links außen: Adelante Andalucía springt von 2 auf 8 Sitze und verdoppelt seinen Stimmenanteil auf 9,6 Prozent – der klare Gewinner des Abends. Por Andalucía hält sich stabil bei 5 Sitzen. Vox landet bei 15 Sitzen und bleibt damit weitgehend da, wo die Partei schon 2022 stand – aber genau das reicht, um wieder zum Königsmacher zu werden.

Was jetzt kommt: Moreno und Vox

Ohne eigene Mehrheit musste Moreno also verhandeln – und die Verhandlungen zogen sich hin. Im ersten Anlauf scheiterte seine Wiederwahl im Parlament noch. Erst im zweiten Anlauf, mit den vereinten 68 Stimmen von PP und Vox, wurde er zum Präsidenten der Junta wiedergewählt.

Der Preis dafür: Moreno hat zentrale Forderungen von Vox akzeptiert, insbesondere beim Thema Einwanderung. Unter dem Schlagwort »nationale Priorität« sollen Menschen, die schon länger in einer Gemeinde leben und wirtschaftlich eingebunden sind, künftig bevorzugten Zugang zu Sozialleistungen erhalten – in der Praxis dürfte das vor allem Spaniern zugutekommen. Um Konflikte mit Verfassung und EU-Recht zu vermeiden, wird das Prinzip nicht an die Staatsangehörigkeit geknüpft, sondern an die Verwurzelung vor Ort.

Damit ist Andalusien nach Extremadura, Aragón und Kastilien-León die vierte spanische Region, in der die PP gemeinsam mit Vox regiert. Für Andalusien-Reisende ändert sich dadurch im Alltag erst einmal nichts – aber politisch ist das ein Kurswechsel, der über die Region hinaus Signalwirkung hat, gerade mit Blick auf die spanischen Parlamentswahlen 2027.

Verfasst am 3. Juli 2026
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