Vélez-Blanco

Vélez-Blanco, im äußersten Osten der Provinz Almería, ist berühmt für seine Höhlen und seine Burg aus den Zeiten der Renaissance.
Vélez-Blanco
Blick auf Vélez-Blanco
Arena Photo UK / Shutterstock.com

Vélez-Blanco – stolze Festung und einzigartige Felsmalereien

Das kleine Örtchen Vélez-Blanco befindet sich auf 1.070 Höhenmetern im bergigen Hinterland der Provinz Almería. Es zählt rund 2.000 Einwohner und liegt vor der beeindruckenden Kulisse der Bergketten des Naturparks Sierra de María-Los Vélez.

Vélez-Blanco beherbergt die letzte Bastion der andalusischen Burgenroute (Ruta de los Castillos) vor der nahen Provinz Murcia. Das Castillo de los Fajardo thront hoch oben über den weißen Häusern von Vélez-Blanco und gilt als eines der sehenswertesten Renaissance-Bauwerke der Region.

Doch Vélez-Blanco hat mehr zu bieten. Die dortigen Höhlen sind wegen ihrer Felsmalereien aus der Jungsteinzeit bekannt. Überragt wird der Ort vom Muela de Montalviche. Die Bergspitze trägt nicht umsonst Muela = Backenzahn im Namen – die Erhebung erinnert an einen überdimensionierten Zahn.

Anreise nach Vélez-Blanco

Vélez-Blanco liegt ganz im Osten von Andalusien. Die nächste große Stadt ist Almería, mit dem Auto ca. 90 Minuten entfernt. Von Granada sind es rund zwei Stunden Fahrzeit.

Es fährt auch täglich ein Bus von Almería über Mojácar nach Vélez-Blanco. Dieser benötigt knapp drei Stunden.

Örtchen mit wechselvoller Geschichte

Wie archäologische Funde beweisen, ist Vélez-Blanco bereits seit prähistorischen Zeiten besiedelt. Im letzten Jahrtausend hinterließen hier unterschiedlichste Kulturen ihre Spuren. Den bedeutendsten Einfluss übten die Mauren aus – bis zum 13. Jahrhundert war Vélez-Blanco eine maurische Siedlung mit stolzer Festungsanlage.

Nach der Rückeroberung durch die Spanier ließ der Markgraf Pedro Fajardo y Chacón zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf den Grundmauern der maurischen Festung die heutige Burg errichten. Das historische Baudenkmal zeigt architektonische Merkmale aus Renaissance und Spätgotik sowie maurische Elemente. Mächtige Steinbögen überspannen den Weg ins Innere der Festungsanlage. Der Weg lohnt sich – der Besucher wird mit einem fantastischen Blick über das Gassengewirr des Örtchens und die umliegenden Bergketten belohnt.

Sehenswert sind auch Sakralbauten wie die Iglesia de Santiago mit ihrer Deckentäfelung im Mudéjarstil oder das Franziskanerkonvent San Luís.

Bummel durch pittoreske Gässchen

Bei einem Bummel durch die Gassen des historischen Ortskerns triffst du auf hübsch verzierte Bürgerhäuser und zahlreiche historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Eines von ihnen, das Casa de los Arcos, wurde zum Hotel umfunktioniert.

Vélez-Blanco liegt in einer wasserreichen Zone. Davon zeugen die über den Ort verteilten öffentlichen Trinkwasserbrunnen, die reich mit andalusischen Kacheln verziert sind.

In den Bars und Restaurants des Ortes werden traditionelle Gerichte aus der ländlichen andalusischen Küche angeboten. Migas – in Öl geröstete Brotkrumen – serviert man hier mit allerlei Zutaten wie Oliven, eingelegten Fischchen oder scharfer Soße (remojón picante).

Der Indalo – Talisman gegen Gefahren

Vélez-Blanco hat der berühmtesten Figur der Felsmalereien, dem Indalo, mit einer Plastik ein Denkmal gesetzt. Das stilisierte Abbild eines Menschen, das in der Cueva de los Letreros zu sehen ist, avancierte zum Symbol der Gemeinde und der Provinz Almería. Der Indalo ist als Talisman und Andenken äußerst gefragt – soll er doch nach dem Volksglauben gegen böse Geister schützen. Noch heute wird der Indalo traditionell mit Kalk an die Hauswände gemalt, um sein Haus vor Gefahren zu schützen.

In der fruchtbaren Ebene unterhalb des Ortes zeugen uralte knorrige Olivenbäume von einer Jahrtausende alten Kulturlandschaft. Neben Mandeln und Oliven wird auch das berühmte Espartogras angebaut. Es liefert den Grundstoff für kunstvoll geflochtene Körbe und Matten. Wenn sich Millionen Mandelbäume vor der Kulisse schneebedeckter Berge in ein weiß-rosa Gewand kleiden, wird ein Besuch in Vélez-Blanco zum unvergesslichen Erlebnis.

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Sehenswürdigkeiten in Vélez-Blanco

In der Sierra María-Los Vélez öffnet Andalusien an der Grenze zu Murcía noch einmal sein Schatzkästlein und zeigt alles was es hat. Versteppte Hochebenen, schneebedeckte 2.000er-Gipfel und aromatische Lavendel- und Rosmarinfelder, um nur einiges zu nennen. In gewohnt andalusischer, leidenschaftlicher Manier, welche die Gegensätze umarmt - versteht sich.