Puente Nuevo in Ronda

Puente Nuevo

Puente Nuevo Ronda
Die »Neue Brücke« in Ronda ist eine der größten Touristenattraktion in Andalusien ( © DW )

Geschichte | Architektur | Fotografieren | Anreise | Unterkünfte

Kaum ein Ort in Spanien ist so berühmt wie das kleine Städtchen Ronda in der Provinz Málaga. Und der Grund dafür ist einfach spektakulär: Über der atemberaubenden Schlucht El Tajo spannt sich die nicht minder beeindruckende Puente Nuevo – die »Neue Brücke« von Ronda.

Zusammen mit der Schlucht ist die Brücke das Wahrzeichen von Ronda und eines von ganz Andalusien. Sie zieht jedes Jahr aufs Neue unzählige Touristen in ihren Bann. Wenn du in der Nähe von Málaga unterwegs bist, ist ein Besuch in Ronda absolutes Pflichtprogramm.

Die 98 m hohe Puente Nuevo trennt die Altstadt von Ronda (La Ciudad) vom jüngeren Stadtteil (El Mercadillo) auf der anderen Seite. Die Quadersteine, aus denen die Brücke errichtet wurde, gewann man direkt aus der Schlucht.

Geschichte der Puente Nuevo

Bevor im Jahr 1751 mit dem Bau der Puente Nuevo begonnen wurde, stand an der gleichen Stelle eine kleinere Bogenbrücke mit einem Durchmesser von 35 Metern. Diese wurde 1735 nach nur achtmonatiger Bauzeit errichtet. Allerdings hielt sie nur 6 Jahre und beim Einsturz kamen ungefähr 50 Menschen ums Leben.

Den Neubau übernahm der bekannte spanische Architekt José Martín de Aldehuela (1729–1802), der auch an der Planung der Stierkampfarena von Ronda beteiligt war. Aldehuela starb 1802 in Málaga eines natürlichen Todes, obwohl eine Legende besagt, dass der Architekt starb, als er sich von seiner Brücke in die Schlucht von Ronda stürzte, weil er glaubte, nie wieder solch ein majestätisches Bauwerk erschaffen zu können.

Der Bau der Puente Nuevo dauerte insgesamt mehr als 40 Jahre. Fertiggestellt wurde die Brücke schlussendlich im Mai 1793, mit einer feierlichen Einweihung bei der Feria de Mayo (Maimesse), die noch heute eines der wichtigsten Feste der Stadt ist.

Um den Bau der Puente Nuevo zu finanzieren wurde Geld von der Stierkampfarena eingezogen und eine Steuer zur Feria de Mayo erhoben.

Fragst du dich, wo denn eigentlich die »Alte Brücke« in Ronda steht, ob man diese ebenfalls besichtigen kann? Hier die Antwort: Die Puente Viejo de Ronda findest du ganz in der Nähe der Puente Nuevo, im östlichen Bereich der Tajo-Schlucht. Sie ist deutlich kleiner und unspektakulärer. Das Baujahr der Brücke wird auf 1616 datiert, aber bereits die Römer und Araber sollen an dieser Stelle verschiedene Brücken gebaut haben.

Architektur der Brücke

Die Brücke besteht aus einem Mauerwerk aus Stein. Ihre vier Torbögen, deren Material größtenteils aus der sie überspannenden Schlucht stammt, gliedern sich in zwei kleinere äußere Bögen, die jeweils den Anschluss an die Neu- und Altstadt gewährleisten.

Der mächtigste Bogen bildet den zentralen Teil der Brücke. Er ruht auf einer Querstrebe, unterhalb der ein kleinerer vierter Bogen dem Río Guadalevín den Durchfluss gewährt. Dieser stürzt hier mit einem kleinen Wasserfall ins Tal. Hinsichtlich ihrer Färbung fügt sich die Puente Nuevo harmonisch in die sie umgebende, wild zerklüftete Felslandschaft ein.

Im mittleren Brückenteil, über dem zentralen Bogen, befinden sich Räumlichkeiten, die im 19. Jahrhundert und während des Spanischen Bürgerkriegs als Gefängnis und Folterkammer genutzt wurden. Ernest Hemingway schreibt in seinem Klassiker »Wem die Stunde schlägt«, dass Gefangene während des Bürgerkriegs von der Brücke geworfen wurden. Ob das der Wahrheit entspricht, konnte aber bis jetzt nicht geklärt werden.

Heute befindet sich in den Räumen ein kleines Interpretationszentrum, das die Entstehung der Brücke beleuchtet sowie Einblicke in die Flora, Fauna und Geologie der Region gewährt und ein wenig über die Geschichte der Stadt Ronda informiert.

Autoverkehr belastet Stabilität der Brücke:

Das spanische Institut für Geologie und Bergbau (Instituto Geológico y Minero de España) hat 2017 bestätigt, dass der allgemeine Zustand der Puente Nuevo akzeptabel und die Struktur der Brücke »fest und robust« ist.

Trotzdem wurden der Brücke einige Mängel bescheinigt, vor allem im oberen Bereich, die in erster Linie durch den starken Straßenverkehr verursacht werden. Durchschnittlich überqueren 11.000 Fahrzeuge pro Tag die Puente Nuevo.

Daraufhin wurde der Autoverkehr etwas eingeschränkt und von 10:00 bis 13:30 Uhr dürfen nur Bewohner der Altstadt die Brücke passieren. Die meisten Parteien wollen diese Einschränkung allerdings wieder komplett aufheben. Um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen, gibt es Überlegungen für eine neue Verbindung zwischen den beiden Stadtvierteln. Auch über eine Fußgängerbrücke wurde bereits debattiert.

Langfristig muss sich die Stadt Ronda etwas einfallen lassen, um den Verkehr in der Altstadt besser zu steuern. Das muss vor allem auch im Hinblick auf eine mögliche Ernennung zum Weltkulturerbe der UNESCO geschehen, auf deren Status die Politiker in Ronda schon länger hoffen.

Ronda Puente Nuevo
Die Puente Nuevo vom Mirador de Aldehuela ( © DW )
Brücke Ronda
Die Puente Nuevo am Abend ( © DW )
Puente Nuevo Schlucht
Die Puente Nuevo fotografiert aus dem Tal der Tajo-Schlucht ( © DW )

Die Brücke in Ronda fotografieren

Ronda wurde auf einem von einer tiefen Schlucht durchzogenen Felsplateau errichtet, dessen Seiten zum Teil mehr als 150 Meter senkrecht in die Tiefe führen. Diese außergewöhnliche Lage macht die Puente Nuevo so spektakulär und zu einem der beliebtesten Fotomotive in Andalusien.

Doch wo bekommt man den besten Blick auf die Brücke von Ronda? Als Erstes solltest du die Aussicht am Mirador de Ronda genießen von dort entlang der Kante des Felsplateaus am Paseo de E Hemingway in Richtung Brücke gehen. Direkt neben dem Parador de Ronda hast du tollen Blick auf die Puente Nueve. Eine weitere schöne Sicht bekommst vom Mirador de Aldehuela, auf der anderen Seite der Brücke.

Um die Puente Nuevo in ihrer ganzen Pracht zu sehen und fotografieren, musst du dich zum Plaza de María Auxiliadora in der Altstadt begeben und von dort den schmalen, teilweise sehr steilen Pfad hinunter ins Tal nehmen. Die Anstrengung wieder hinauf lohnt sich definitiv. Du hast von dort einfach einen großartigen Blick von unten auf die Brücke und kannst schöne Bilder machen. Auf jeden Fall bequeme Schuhe anziehen!

Wenn du mehrere Tage in Ronda verweilst, lohnt es sich, zu verschiedenen Tageszeiten den Pfad zu begehen. Die Lichtverhältnisse ändern sich im Laufe des Tages und gerade zum Sonnenuntergang und abends, wenn die Brücke beleuchtet wird, warten tolle Fotomotive auf dich.

Für ein noch weiteres Brückenpanorama musst du ganz runter ins Tal. Das geht ebenfalls über den Pfad am Plaza de María Auxiliadora oder du gehst die Carretera de los Molinos runter, die am südlichen Ende der Altstadt beginnt. Diese ist übrigens Bestandteil der 24. Etappe (Ronda – Estación de Benaoján) des Fernwanderweges GR–249, der durch die Provinz Málaga führt. Von der Puente Nuevo durch die Altstadt, bis runter ins Tal sind es 1,7 km.

Wer nicht laufen möchte, kann auch das Auto nehmen. Unten im Tal gibt es eine kleine Parkbucht.

Anreise

Ronda liegt rund 110 km nordwestlich von Málaga, bis nach Sevilla sind es knapp 130 km. Das Auto solltest du entweder ein Stück weit außerhalb der Innenstadt parken oder du nutzt eines der zahlreichen Parkhäuser.

Vom Bus- und Zugbahnhof kannst du in wenigen Minuten zu Fuß zur Puente Nuevo laufen. Alternativ warten zahlreiche Taxis an den Bahnhöfen auf Fahrgäste.

Unterkünfte

Eine unvergesslichen Blick vom Hotelzimmer auf die Puente Nuevo und die Tajo-Schlucht bekommst du im Parador de Ronda, dem exklusivsten Hotel in Ronda. Eine günstigere Alternative ist das Hotel Don Miguel auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Reiseinfos
Adresse

Puente Nuevo
Plaza de España
29400 Ronda
Provinz Málaga, Andalusien
Spanien

36.740833, -5.16597

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