Écija

Écija ist eine Kleinstadt im Westen der Provinz Sevilla. Sie besitzt zahlreiche sehenswerte Kirchen und Glockentürme.
Écija
Die Türme der Stadt Écija in Andalusien
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Écija – die Stadt der Türme

Ganz im Osten der Provinz Sevilla, genau zwischen den Städten Córdoba und Sevilla, liegt Écija, das auch die Stadt der bunten Türme genannt wird. Écija hat gut 40.000 Einwohner und wird komplett von einer Stadtmauer umgeben. Die historische Stadt am Río Genil wurde bereits im 8. Jahrhundert vor Christus besiedelt.

Buntes Écija: Geprägt von Renaissance, maurischer und römischer Architektur

Ganze 11 Kirch- und 9 Glockentürme bestimmen die Silhouette. Die Kirchtürme fallen vor allem durch ihre attraktiven Verzierungen mit den typisch spanischen Kacheln, den Azulejos, auf. Dank ihrer Jahrtausende währenden Geschichte birgt Écija eine Reihe historischer Ausgrabungen. Highlights unter den Sakralbauen sind die gotische Kathedrale San Gil aus dem 15. und die Kirche „Concepcion und Descalzos“ aus dem 17. Jahrhundert.

Neben Kirchen und Palästen sind vor allem die römischen Ausgrabungen mit ihren beeindruckenden Mosaiken sehenswert. Die Einwohner Écijas sind sehr stolz auf diese Mosaike, die sie für die wertvollsten Spaniens halten. Im „Museo Histórico Municipal“, untergebracht in der ebenfalls historischen Pfarrei Santa Maria, kannst du einzigartige Beispiele bestaunen.

Wo edle Herren gerne lebten

Bereits in römischer Zeit war Écija bedeutsam und fortschrittlich, besaß gepflasterte Straßen und eine Kanalisation. Auch hier gab es Thermen, ein Amphitheater und zahlreiche Tempel. Unter den Westgoten war die Stadt mehrere Jahrzehnte Bischofssitz, bis sie 711 von den Mauren erobert wurde.

In den folgenden Jahrhunderten entstanden zahlreiche sakrale Bauten und Paläste reicher Adliger, die durch Kriege immer wieder der Zerstörung anheimfielen. Auch das große Erdbeben in Lissabon von 1755 zerstörte viele Gebäude in Écija. Der nachfolgende Wiederaufbau fand im Stil des Barock statt. Zu dieser Zeit erlebte Écija ihre große Blüte. Viele Bauwerke des Barock kannst du auch heute noch in der Altstadt bewundern.

Der Palast der Marquis von Benajemi stammt aus dem 18. Jahrhundert und steht wie viele andere Gebäude Écijas unter Denkmalschutz. Der frühere Mudéjar-Palast beeindruckt mit dem typischen Formenreichtum maurischer Architektur. Das Bauwerk aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist heute ein Nonnenkloster. Seine Bewohnerinnen verkaufen auch an Besucher Gebäck und andere selbstgemachte Leckereien.

Andalusien – bei der Pferdezucht das Maß aller Dinge

Écija ist bekannt für seine Araber- und Andalusierzucht. Die edlen Pferde werden für die königliche Reitschule benötigt. Die Reiterstaffeln spanischer Polizeieinheiten setzen ebenfalls auf die edlen Tiere. An die königliche Reitschule ist zum Beispiel auch das spanische Verteidigungsministerium angegliedert, das allein sieben Arabergestüte Spaniens unterhält. Drei dieser Gestüte befinden sich in Andalusien.

Die beste Reisezeit für Écija

Für einen Besuch bieten sich Frühling und Herbst an, denn im Sommer kann es hier extrem heiß werden. Nicht umsonst trägt Écija den Beinamen „Bratpfanne Andalusiens“ (La sartén de Andalucía). Deinen Rundgang startest du am besten bei der Genil-Brücke. Die Calle Emilio Castelar, die von herrlichen Palästen gesäumt wird, führt dich geradewegs in die Altstadt. Hier findest du hübsche Geschäfte, Tapasbars und Lokale, in denen Flamencoaufführungen stattfinden.

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