500. Jahrestag der ersten Weltumseglung

Die Hafenstadt Sanlúcar de Barrameda in der Provinz Cádiz feiert im September 2022 den fünfhundertsten Jahrestag der ersten Weltumseglung. Diese Leistung wird im Allgemeinen dem Portugiesen Fernão de Magalhães zugeschrieben, besser bekannt unter seinem spanischen Namen Fernando Magellan. Er segelte am 20. September 1519 mit fünf hölzernen Schiffen von je 26 m Länge im Auftrag des spanischen Königs Carlos I von Sanlúcar de Barrameda los, um einen Weg um Amerika herum zu den spanischen Gewürzinseln in Indonesien zu suchen. Dass es dabei zur ersten kompletten Weltumsegelung kam, war eher Zufall; und der Ruhm gebührt nicht Magellan, sondern Juan Sebastián Elcano, einem damals 43-jährigen Basken und Kapitän der »Victoria«, welches als einziges von den fünf Schiffen am 8. September 1522 nach Sanlúcar de Barrameda zurückkehrte.

Magellan war allerdings der Planer der Seereise, auf der ein Weg um Kap Hoorn, die Südspitze Südamerikas, gesucht wurde. Diese Passage wurde später nach ihrem Entdecker Magellanstraße genannt.

Nach sieben Monaten erreichte die kleine Flotte die Gewässer vor Patagonien, als es zu einer Meuterei gegen Magellan kam, die von Kapitän Elcano angeführt wurde. Elcano wurde dafür in Ketten gelegt und musste fünf Monate Strafarbeit ableisten.

Das Schiff »Santiago« wurde vorausgeschickt um eine Passage in den Pazifischen Ozean zu erkunden und erlitt in einem Sturm Schiffbruch. Die Mannschaft der San Antonio meuterte und kehrte mit ihrem Schiff nach Spanien zurück.

Das unrühmliche Ende von Fernando Magellan

Nachdem die Einfahrt in den Pazifik gelungen war, starben viele Seeleute auf den drei verbliebenen Schiffen an Hunger und Skorbut. Schließlich landete Magellan auf der Insel Cebu, wo er versuchte er, die Eingeborenen zum Christentum zu bekehren. Er wurde jedoch am 27. April 1521 in einem Gefecht mit den Einheimischen getötet. Einige Tage später wurden die Kapitäne Barbosa und Serrano zu einem Stammesfest eingeladen und dort zusammen mit 27 spanischen Seeleuten ermordet. Die Spanier flohen mit zwei Schiffen von der Insel. Die »Concepción« mussten sie zurücklassen, da sie nicht genug Seeleute hatten um dieses Schiff zu bemannen.

Auf den Molukken wurden die beiden verbliebenen Schiffe mit Ingwer, Gewürznelken und Muskatnüssen voll beladen. Als sie jedoch auslaufen wollten, gab es an der »Trinidad« ein Leck und das Schiff musste zurückgelassen werden. So wurde Kapitän Elcano zum Leiter der Expedition und segelte mit 53 Seeleuten auf der »Victoria«, dem einzigen verbliebenen Schiff, um das Kap der Guten Hoffnung und entlang der westafrikanischen Küste nach Spanien. Von den 250 Seeleuten, mit denen die Expedition im September 1521 aufgebrochen war, schafften es nur 18 zurück nach Sanlúcar de Barrameda.

Der König belohnte Elcano reichlich mit Golddukaten und entsandte ihn nach drei Jahren erneut zu einer Expedition in den Pazifik. Auf dieser Reise starb Elcano allerdings im Jahr 1526 an Skorbut.

Zu Ehren von Kapitän Elcano und zur Fünfhundertjahrfeier fährt am 6. September 2022 vor der Küste von Sanlúcar de Barrameda eine große Flotte von Schiffen auf. Ebenfalls am 6. September mittags um 12 Uhr startet in Sanlúcar de Barrameda die 16. Etappe des Straßenrennens Vuelta de España.

Ein Nachbau der Victoria wird am 7. September unter Begleitung mehrerer Schiffe den Guadalquivir hinauf über Puebla del Rio und Coria del Rio nach Sevilla segeln. Dort finden vom 8. bis 11. September an der Muelle de las Delicias weitere Feierlichkeiten statt. Die »Victoria« wird neben dem Center für die erste Weltumseglung am Paseo Marques de Contadero festmachen und für Besucher zugänglich sein.

Verfasst am 30. August 2022
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