Zahara de la Sierra

Zahara de la Sierra ist ein Dorf am nördlichen Rand der Sierra de Grazalema und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in der Region.
Zahara de la Sierra
Blick auf Zahara de la Sierra
Sergio Gutierrez Getino / Shutterstock.com

Zahara de la Sierra - Weißes Dorf mit bewegter Geschichte

Die kleine Gemeinde Zahara de la Sierra liegt in Andalusien in der Provinz Cádiz. Zwischen Málaga und Sevilla, am Nordrand des Naturparks Sierra de Grazalema, schmiegt sich das Dorf in 700 Meter Höhe an einen Berghang. Der Ausblick über die Landschaft ist fantastisch. Im Tal verbreitet sich der Rio Guadalete zum künstlichen Stausee „Embalse de Zahara-el Gastor“.

Zahara de la Sierra liegt an der „Ruta de los Pueblos Blancos“ und zählt zu den schönsten weißen Dörfern in Spanien.

Wichtige Enklave der Mauren

Gegründet wurde Zahara de la Sierra von den Mauren im achten Jahrhundert. Zur Zeit der Mauren war es eine bedeutende Stadt. Sie lag perfekt an der Strecke zwischen Ronda nach Sevilla. Vor Angriffen schützte eine Burg. Die Burgherren hatten einen sehr guten Blick über die Landschaft und konnten die Angreifer bereits von Weitem erkennen.

Nördlich vom Río Guadalete befand sich das christliche Spanien. Bis zur Eroberung durch Rodrigo Ponce de León y Núnez im Jahr 1483 bildete Zahara einen strategisch wichtigen Punkt an der Nordgrenze. Die Dynastie Nazaríes oder Nasrid regierte das maurische Reich bis zur Eroberung durch die Spanier. Hinterlassen wurden von den Herrschern Nasrid viele bemerkenswerte Bauten in Andalusien, wie die Alhambra in Granada.

Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert war Zahara durch das hohe Einkommen eine wichtige Stadt für den spanischen König. Die Geschäfte in Zahara wurden von zwei Bürgermeistern, sechs Mitarbeitern sowie zwei Juristen geleitet. Erst durch die Unabhängigkeitskriege Ende des 18. Jahrhunderts verlor Zahara an Bedeutung.

Barockstil und maurische Burg

Auf einer Anhöhe sind noch Reste der maurischen Burg mit dem Bergfried zu sehen. Von hier haben die Besucher einen fantastischen Blick über die umgebende Landschaft bis hinunter zum Stausee Zahara-el Gastor. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt der „Torre de Reloj“, der Uhrenturm aus dem 16. Jahrhundert. Im Barockstil erbauten die Bewohner im 17. Jahrhundert die Kirche „Santa María de la Mesa“. Im Inneren der Kirche ist das Retablo Mayor, das Altarbild sehenswert.

Ausgangspunkt für Wanderungen

Durch seine Lage im Norden der Sierra de Grazalema ist Zahara de la Sierra bei Wanderern sehr beliebt. Das Dorf bildet den Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen durch den Naturpark. Sehenswert ist die 400 Meter tiefe Schlucht Garganta Verde. Höhlenforscher interessieren sich für das Höhlensystem Hundidero-Gato, deren längste Höhle bis zu vier Kilometer lang ist. Beeindruckend ist der Eingang zur Höhle, er ist 60 Meter hoch. Die größte Fledermauskolonie Spaniens ist hier beheimatet.

Wanderungen sind das ganze Jahr hindurch möglich, im Sommer steigen die Temperaturen selten über 27 Grad Celsius. Im Winter fallen sie fast nie unter sechs Grad. Wanderkarten sind im Tourismusbüro von Zahara erhältlich.

Höhepunkt seit 500 Jahren

Seit über 500 Jahren begehen die Dorfbewohner das Fronleichnamsfest (Corpus Cristi). Ein Jahr lang bereiten sich die Bewohner auf den festlichen Höhepunkt vor. Über die mit Blumen geschmückten und bedeckten Straßen führt die Prozession durch den Ort.

Karneval feiern die Einwohner von Zahara de la Sierra ebenfalls gern. Blumen sind das zentrale Thema bei Feiern, übersetzt aus dem Arabischen bedeutet der Name des Dorfes Blume.

Für das kulinarische Wohl der Gäste sorgen Restaurants und Bars. Zur Auswahl stehen zahlreiche einheimische Gerichte aus der Region.

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Sehenswürdigkeiten in Zahara de la Sierra

In den Provinzen Málaga und Cádiz in Andalusien erhebt sich die felsige Landschaft der Sierra de Grazalema. Der Naturpark ist Teil der Gebirgsregion Betische Kordillere, die sich von der Bahia de Cádiz bis in die Region Valencia über 600 Kilometer ausdehnt.