Camping in Andalusien – übernachten direkt am Strand?

Bei kaum einem Andalusien-Urlaub darf ein Strandbesuch fehlen. Vielmehr möchten viele sogar ihre ganzen Ferien mit Sonne, Strand und Meer verbringen. Was liegt da näher, als unmittelbar in der Nähe des Strandes zu nächtigen?

Camping Andalusien Strand
In der Nähe von Tarifa gibt es einige Campingpätze am Strand
Quintanilla / Shutterstock.com

Campingplätze am Meer

Viele Hotels sind zwar in guter Lage zu finden, aber abenteuerlicher, familiärer und für manch einen auch schöner wird es mit dem Wohnmobil, dem Wohnwagen oder dem Zelt. Ob den ganzen Urlaub über an einem Fleck oder mit Standort-Wechsel – in Andalusien bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten für einen Campingurlaub an.

Sowohl im Landesinneren als auch direkt am Meer sind in Andalusien zahlreiche Campingplätze zu finden. Nachfolgend nur einige der vielen möglichen Beispiele:

Camping Cabopino

An der Costa del Sol in der Nähe von Marbella befindet sich dieser Campingplatz, von dem es etwa 250 Meter bis zum Strand sind. Auf einer Fläche von 11 Hektar sind 250 Stellplätze mit Strom und Wasser zu finden. Auch das Übernachten in einem von 60 Holzbungalows ist möglich. Je nach Saison beträgt der Preis für einen Wohnwagen-Stellplatz oder Zeltplatz für zwei Erwachsene pro Nacht 24 bis 36 Euro.

Camping Fuente del Gallo

Dieser Campingplatz in Conil de la Frontera bei Cádiz liegt in unmittelbarer Nähe zum Meer, hat aber dennoch eigene Schwimmbecken zu bieten. Auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche von 2,5 Hektar sind 197 Stellplätze und 45 Holzbungalows zu finden. Der Preis für einen Stellplatz (zwei Erwachsene) liegt bei 32,50 Euro.

Anhand der oben genannten Beispiele ist zu erkennen, dass ein Campingurlaub in Andalusien nicht sonderlich teuer ist. Auch in besonders beliebten Urlaubsregionen wie der Costa del Sol oder Granada ist eine Nacht auf dem Campingplatz relativ günstig, manches Mal werden sogar vergünstigte Tarife für Durchfahrer, die am nächsten Tag den Platz wieder verlassen, angeboten.

Des Weiteren bieten viele Campingplätze nicht einfach nur einen Stellplatz an, sondern sorgen für ein gutes Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt: vom Spielplatz über die Bar bis hin zum Tennisplatz wird vieles geboten.

Von Gibraltar bis nach Almería sind sehr viele Campingplätze zu finden, sodass es sich mit einem Wohnmobil beispielsweise anbietet, mehrere Campingplätze während des Urlaubes zu besuchen, um möglichst viel von Andalusien sehen zu können, ohne lange Fahrtwege zurück ins Hotel oder an den Campingplatz in Kauf nehmen zu müssen.

Viele Campingplätze in Andalusien haben mittlerweile sogar ganzjährig geöffnet wie zum Beispiel der oben genannte „Camping Cabopino“, sodass nicht zwingend in der Hauptsaison gereist werden muss. Stattdessen kannst du Andalusien auch abseits der Touristenstoßzeit im Sommer besuchen und dennoch musst du auf günstige Übernachtungen mit Abenteuer-Flair nicht verzichten.

Besonderheiten andalusischer Campingplätze im Überblick:

  • oftmals ganzjährig geöffnet
  • viele Plätze unmittelbar in der Nähe des Meeres
  • kinderfreundlich mit entsprechenden Einrichtungen
  • eine Vielzahl von gebotenen Freizeitaktivitäten auch bei schlechtem Wetter
  • tierfreundlich: auf sehr vielen Plätzen sind auch Hunde erlaubt

Zelten in Andalusien

Während der Campingurlaub im Wohnwagen oder mit dem Wohnmobil je nach Einrichtung noch recht luxuriös gestaltet sein kann, so ist das Zelten oftmals ein sehr „primitives“ Erlebnis, das jedoch viel Spaß machen kann. Dabei sollte aber unter anderem das Klima in Andalusien bedacht werden.

Bis April und manchmal auch noch die ersten beiden Wochen im Mai kann es zu vielen Niederschlägen kommen. Strandurlaub bedeutet dann nicht unbedingt Sonne und schönes Wetter, sondern oftmals auch Regen und Kälte. Während es tagsüber 25°C und mehr sein können, kühlt es sich in der Nacht auf um die 10°C ab. Dementsprechend sollte dein Equipment ausgerichtet sein. Mehr zum Klima als auch zu den aktuellen Temperaturen findest du hier.

Juni bis September
hochsommerlich, trocken
November bis April
stärkerer Niederschlag
Tagsüber bleibt es auch in der Nebensaison mild
In der Nacht können die Temperaturen stark abfallen
Ab Ende Oktober leert sich Andalusien - für Entspannungssuchende eine gute Gelegenheit

Wenn du etwas mehr Geld investieren möchtest, kannst du auf ein Wohnzelt zurückgreifen, das Wärme besser speichert als ein einfaches Campingzelt. Vor allem mit einem einfachen Campingzelt sollte aber keinesfalls auf einen warmen Schlafsack und eine Isomatte verzichtet werden. Das gilt auch für die Sommermonate. Wenngleich es ab Mitte Mai auch nachts wärmer ist, so können manche Nächte immer noch kalt werden. Damit es nicht ungemütlich wird, solltest du dementsprechend vorsorgen. Ist es nachts warm, kann auf den Schlafsack schließlich immer noch verzichtet werden. Auch Funktionswesten oder Outdoorjacken aus atmungsaktivem, elastischem Material, Tragetaschen und funktionale Rucksäcke können den Urlaub enorm erleichtern, wobei sich der Griff zu hochwertigem Material meist auszahlt. Hersteller wie Patagonia haben sich in diesem Bereich schon seit Jahren etabliert und unterstreichen zudem auch den naturverbundenen Charakter des Campings, denn in der Produktion wird auf minimalste Umweltbelastungen Wert gelegt.

Im Sommer hingegen kann es in Andalusien sehr heiß werden – für manch einen im Zelt (oder auch im Wohnwagen) schon fast unerträglich. Es bietet sich also an, entsprechende Kleidung und Equipment einzupacken und darauf zu achten, dass das gekaufte Zelt in solchen Fällen nicht zu viel Wärme speichert.

Andalusien Lagerfeuer Strand© Jason Ross - www.photaki.com

Wildcampen

Für manch einen Camping-Freund gibt es kaum etwas Schöneres, als sein Lager mitten in der Wildnis aufzuschlagen, am besten noch mit einem gemütlichen Lagerfeuer für den Abend. Die Wildnis soll es bei einem Meerurlaub zwar nicht sein, dafür liebäugelt so manch einer damit, sein kleines, unscheinbares Einmannzelt direkt am Strand aufzuschlagen, abseits von den gut besuchten und kostenpflichtigen Campingplätzen.

Doch so schön der Traum vom Zelten am Strand ist, so verboten ist es auch. Das Campen abseits von Campingplätzen – genannt Wildcampen – ist in Spanien genauso verboten wie in den größten Teilen der restlichen EU auch. Das liegt unter anderen auch daran, dass beim Wildcampen Persönlichkeits- und Eigentumsrechte verletzt werden könnten. Das Land, auf dem das Zelt aufgestellt oder auch der Wohnwagen abgestellt werden soll, gehört irgendjemanden, der im Zweifel mit der Handlung nicht einverstanden ist. Zwar stellt das Wildcampen meistens „nur“ eine Ordnungswidrigkeit dar, ist aber dennoch mit einem Bußgeld belegt.

Wenn du gerne wildcampen möchtest, solltest du Folgendes beachten:

Hinterlassenschaften komplett entfernen
Kein offenes Feuer machen
Angemessen verhalten
Naturparks und Naturschutzgebiete respektieren
Nach Möglichkeit um Erlaubnis fragen

Wenn du nicht auf das Zelten abseits von Campingplätzen verzichten möchtest, kannst du aber einfach den entsprechenden Grundbesitzer um Erlaubnis bitten – direkt am Strand wird das allerdings schwierig, offener sind hingegen Bauern, wenn auf ihren Felder gezeltet werden soll. Generell ist hier das richtige Verhalten entscheidend, wie auch folgender Bericht nochmals betont.

Letztendlich sind Camper am besten damit beraten, sich auf einem der vielen kostenpflichtigen Campingplätze einen schönen Stellplatz zu suchen. Auch dann ist das Campinggefühl immer noch ein schönes und Gefahren und Verstöße gegen geltendes Recht werden umgangen, sodass einem gelungenen Urlaub nichts im Wege steht.

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