Tapas-Tour durch die Provinz Granada

Tapas gehören zu einem Andalusien Urlaub einfach dazu. Welche spannenden Ding sich auf der Suche nach einer passenden Tapas-Bar ereignen können und wo du in der Provinz Granada gut übernachten kannst, erfährst du in diesem Reisebericht.

Reisebericht Provinz Granada
Guadix in der Provinz Granada
Jose Ignacio Soto / Shutterstock.com

Erfahrungen in Hotels und Tapa-Bars an der A92

Es ist noch nicht lange her, da war ich mit meiner Familie, bestehend aus meinem Lebensabschnittspartner und unserem Sohn, wieder einmal von Portugal nach Spanien unterwegs. Das liegt daran, dass wir schon seit vielen Jahren in Portugal leben, meine Eltern ihren Altersruhesitz bei Denia (zwischen Alicante und Valencia) haben und sie ganz stolze und fürsorgliche Großeltern sind, die den Nachwuchs natürlich regelmäßig sehen - und verwöhnen - wollen. Aufgrund eingeschränkter Langzeit-Fahrtauglichkeit wegen eines operierten Fußes meinerseits haben wir uns angewöhnt, die 1000 km nicht mehr in einem Rutsch zu fahren, sondern unterwegs in Andalusien einmal zu übernachten. Deshalb werde ich hier einige Bars und Hotels, die alle an der A92 liegen, die von Sevilla nach Almería führt, beschreiben.

Santa Fe

Eine unserer schönsten, lustigsten und auch nachahmungswertesten Übernachtungsstops haben wir sicherlich in Santa Fe gemacht. Ein hübsches, kleines, über 500 Jahre altes Städtchen etwa 10 km von Granada entfernt. Gebucht hatten wir über ein Internetportal das Hotel Santa Fe, das leicht zu finden am östlichen Hauptkreisel der Stadt liegt. Gegenüber des Hotels liegt auf dem Kreisel ein Spiel- und Trimm Dich-Platz, der sehr schön und auch gut frequentiert war. Eine gute Idee! Zum Erholen und Ausspannen sind wir durch die von 4 noch erhaltenen Stadttoren begrenzte Innenstadt gelaufen auf der Suche nach einer vernünftigen Tapa-Bar. Also immer der Nase nach! Nachdem wir die Hauptstraße einmal fast durchquert hatten, stieg uns gegenüber des hübschen Kirchenplatzes verführerischer Duft in die Nase und unsere 1. Wahl war gefunden. Eine winzig kleine, aber mit einer hübschen Terrasse in der Fußgängerzone versehene Tapa-Bar, deren Namen ich leider vergessen habe. Immer auf der Suche nach den besten Tapas war das in dieser Beziehung ein echtes Highlight. Hausgemachte, frisch zubereitete Speisen wie Tintenfischringe, panierter Heilbutt und eins der besten Carne en Salsas, die ich je gegessen habe. Und jeweils 3 Portionen, obwohl wir immer nur 2 Bier bestellt haben (unser Sohn ist 10); das nenne ich Service. So mussten wir auf Drängen unseres Sohnes etwa 6-8 Runden Bier bestellen, bevor die Reihenfolge der Tapas wieder von vorne anfing. Also Schauplatzwechsel! Da es schon recht spät war, haben wir uns auf den Weg zum Hotel gemacht, deren eingegliederte Bar von außen schon geschlossen war. Zu erreichen war sie allerdings durch den Hoteleingang und wir wurden noch von einem Mitglied des Personals zum Geburtstagsfest eingeladen, woraufhin sich die Nacht noch sehr lustig entwickelt hat.

Guadix

Eine der edelsten und schönsten Unterkünfte haben wir in Guadix bewohnt, wo wir in einem Höhlenhotel, den Cuevas Pedro Antonio de Alarcon, übernachtet haben, das dort in die Felsen gegraben wurde. Ein spektakulärer Blick auf die Berge und ein wirklich umwerfendes Apartment im Berg lassen uns diese Übernachtungspause nicht so schnell vergessen. Eine richtig gute Tapas-Bar in Guadix zu finden, ist uns leider nicht gelungen, aber vielleicht haben wir auch nicht lange genug gesucht.

Diezma

Unsere Übernachtung direkt an der A92 bei der Abfahrt Diezma/Darro bleibt wieder einmal wegen seiner Tapa-Tour unvergessen. An dieser Abfahrt befinden sich 2 Hotels. Im Vista Nevada haben wir ein Zimmer gemietet und abends angefangen, die Tapas durchzuprobieren. Nach den ersten 5 Tapas ging es schon wieder von vorne los, also sind wir in das vordere der beiden Hotels, das Hotel Restaurante Vista Nevada umgezogen, was sich zu einem spitzenmäßigen Tapa-Abend entwickelt hat. Ein recht großer Speisesaal angefüllt mit Fernfahrern, Spaniern aus der Umgebung und einer der besten Tapa-Küchen, die ich je gesehen habe. Eine riesige Küche mit mindestens 8 Köchen und Köchinnen und etwa 5 Tresen-Kellnern, die die Bestellungen nach hinten in die einsehbare Küche gerufen haben, wobei sie bei den vielen Gästen nie den Überblick verloren haben, welche Tapa nach der festgelegten Reihenfolge gerade dran war. Dabei waren die Portionen fast so groß wie ganze Hauptspeisenteller und haben fantastisch geschmeckt. Also haben wir Bier getrunken, bis wir alle satt waren und sind dann zufrieden ins Bett geschlüpft.

Atarfe

In Atarfe übernachteten wir im Hotel Las Yucas, was uns deshalb in Erinnerung geblieben ist, weil dort gerade ein Kindergeburtstag gefeiert wurde und unser Sohn selbstverständlich eingeladen wurde, an der Feier teilzunehmen. Es war eine Hüpfburg aufgebaut, Clowns und andere Artisten haben die Kinder unterhalten und insgesamt waren neben dem Geburtstagskind etwa 150 Gäste anwesend. Selbstverständlich war auch den ganzen Abend für Speisen und Getränke gesorgt, sodass wir alle einen sehr schönen Tag verleben durften.

Schluss

Es ist eine wunderschöne und auch wohldurchdachte spanische Tradition, zu alkoholischen Getränken einen Happen Essen zu servieren. Leider ist dies in vielen Touristenhochburgen etwas verloren gegangen, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass man eigentlich doch noch überall traditionelle Kneipen finden kann, in denen man für 1.5 Euro zu seinem Bier (oder anderen alkoholischen Getränken) eine Tapa bekommt. Ich wünsche sehr viel Spaß beim Nachreisen und Ausprobieren.

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