Montejaque

Montejaque ist ein weißes Dorf, ganz im Westen der Provinz Málaga. Der Ort liegt rund 20 Kilometer entfernt von Ronda.
Montejaque
Die weißen Häuser von Montejaque
Anthon Jackson / Shutterstock.com

Montejaque - das bezaubernde weiße Dorf am Rande verzweigter Höhlen im Kalksteingebirge

Ganz objektiv könnte man die Lage des weißen Dorfes Montejaque mit seinen knapp 1000 Einwohnern auf einem Gemeindegebiet von 43 qm so beschreiben: Im äußersten Westen der Provinz Málaga, auf halbem Wege zwischen Ronda und Grazalema verortet. Mit dem Auto benötigt man vom Flughafen Málaga 2:30 h, vom Flughafen Sevilla 2:15 h und vom Flughafen Jerez 1:45 h. Der nächst gelegene Bahnhof Estación de Benaoján y Montejaque liegt an der Bahnlinie, die von Granada über Ronda nach Algeciras verläuft. Nach Sevilla und Córdoba kann man am Eisenbahnknotenpunkt Bobadilla umsteigen. Außerdem führt der Europäische Fernwanderweg E4, der Tarifa über Österreich und Griechenland mit Zypern verbindet, mitten durch Montejaque. In der Nähe, aber bereits auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Benaoján, befindet sich die berühmte Höhle von Pileta mit ihren prähistorischen Höhlenmalereien.

Oder eher so: Montejaque ist in der Provinz Málaga der Ort, welcher von der Provinzhauptstadt Málaga am weitesten entfernt liegt. Von Ronda, der nächstgelegenen Stadt mit 37.000 Einwohnern aus gesehen, ist das Dorf der letzte Außenposten der Zivilisation auf dem Wanderweg GR7 (so heißt der E4 in Spanien), ehe der Weg in den menschenleeren Wäldern und Gebirgen der Naturparks Sierra de Grazalema und Los Alcornocales verschwindet. Im Morgennebel wird das auf 690 Metern Höhe gelegene malerische Dorf vom Krähen der Hähne geweckt, in welches sofort das Gekläffe und Gejaule der Hunde einstimmt. Vom Bahnhof Estación de Benaojan y Montejaque kann man nur mit dem Taxi in das 3 km entfernte Montejaque hinauf fahren, weil hier kein öffentlicher Bus vorbei kommt.

Vom Auswanderer-Dorf zum Luftkurort

Bei der Einfahrt in das Dorf fährt man durch die breite Avenida de Knittlingen. Es besteht eine Partnerschaft zwischen Montejaque und der nördlich von Pforzheim gelegenen baden-württembergischen Kleinstadt Knittlingen. Denn in Montejaque krähen zwar die Hähne, aber es gibt keine Arbeit. Daher sind um 1960 viele Montejaqueños als Gastarbeiter nach Knittlingen gegangen. Schon seit dem 17. Jahrhundert sind immer wieder viele Einwohner nach Holland und Amerika ausgewandert.

Der arabische Name Montexaquez bedeutet in etwa "Verlorener Berg". Nach der Reconquista durch die christlichen Spanier gehörte Montejaque ab 1513 dem Grafen von Benavente. Im spanischen Bürgerkrieg war der Ort mehrmals umkämpft. Aus den malerischen engen Gassen ragt die spätgotische Kirche Santiago el Mayor hervor, die 1604 von Don Pedro Diaz, dem Architekten der Kathedrale von Málaga, auf den Fundamenten einer Moschee erbaut wurde. Montejaque liegt in der Sierra del Hacho und wird von den Bergen Mures und Tavizna vor dem Wind geschützt, der unten am Bahnhof durch das Tal des Rio Guadiaro fegt. In Deutschland würden wir Montejaque als Luftkurort bezeichnen, denn es verfügt neben der klaren Bergluft über viele Casas Rurales (Privatpensionen) für Wanderer und Erholungssuchende.

Höhlen und bizarre Felsformationen

Um das Dorf herum findet man beeindruckende Naturschönheiten. Nach Süden passiert der Wanderweg GR7 den mächtigen Berg El Hacho und zieht sich durch den kargen Llanos de Libar, eine von zerklüfteten Felsgebirgen umschlossene Hochebene. Unter dem staubtrockenen Boden befindet sich ein hier nicht vermutetes Grundwasserreservoir, so dass auf der Fläche eine Sommerweide für Kühe und Pferde entstand. Nach Westen führt der GR7 in Richtung Ronda über den Mures, einen schönen, von Höhlen durchsiebten, 870 Meter hohen Aussichtsberg mit Blick auf das 21 km entfernte Ronda. Unter dem Mures befindet sich eine spektakuläre unterirdische Passage, welche die Hundidero Höhle mit der 7,8 km entfernten Höhle von Gato verbindet, die sich über dem Ufer des Rio Guadiaro öffnet.

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Sehenswürdigkeiten in Montejaque

Wenn man genau hinsieht, ist vielerorts der Untergrund in Andalusiens Bergwelt löcherig wie ein Schweizer Käse. Das ruft nicht nur Höhlenkletterer auf den Plan. Einige besonders eindrucksvolle Höhlen wurden bereits dem breiten Publikum zugänglich gemacht.