Ostern in Spanien

Traditionell beginnt Ostern in Spanien mit der Semana Santa bereits am Palmsonntag, beendet wird das Osterfest am Ostersonntag mit der Auferstehung Christi. Dabei wird an den Leidensweg Christi erinnert. Den Höhepunkt bildet der Karfreitag “Viernes Santo” mit den wichtigen Osterprozessionen.

Ostern Spanien
Ein typischer Mona de Pascua zum Osterfest in Spanien
Patty Orly / shutterstock.com

Jesus Sieg über den Tod

Den Höhepunkt des liturgischen Kalenders bildet der Sieg des Jesus über den Tod sowie die Verheißung des “Ewigen Lebens”. Deshalb wurde auf dem "Konzil von Nicea" im Jahr 325 beschlossen, das Osterfest grundsätzlich am "Sonntag nach dem ersten Vollmond", der dem Äquinoktium im Frühling folgt, zu feiern. Am Karfreitag legen die gläubigen Spanier Trauerkleidung an. Schwarze Anzüge sowie schwarze Kleider mit langen Ärmeln werden aus Respekt vor Jesus Christus getragen. In der Semana Santa wird von den gläubigen Katholiken kein Fleisch gegessen, verboten ist es, am Karfreitag Fleisch zu essen. Angeboten werden als Speisen Kichererbseneintopf, Torrijas oder Kabeljau.

Prozessionen, Messen sowie festliche Veranstaltungen

Begleitet wird die Karwoche in Spanien durch zahlreiche Osterprozessionen. Erste Prozessionen finden bereits am Palmsonntag statt, den Höhepunkt bilden aber die Prozessionen am Karfreitag. Zahlreiche Prozessionen tragen den Namen “La Bajada del Angel”. Dabei schwebt ein Kind, welches als Engel verkleidet ist von einem Gerüst herab. Sobald der Engel auf dem Boden angekommen ist, entfernt er von der Jungfrau Maria den schwarzen Schleier. Da Christi am Karfreitag gekreuzigt wurde, finden unter anderem in Málaga, Granada sowie in Sevilla bedeutende Osterprozessionen statt. Dabei werden die schweren Heiligenstatuen von den Mitgliedern der Bruderschaften durch die Straßen getragen. Die Bruderschaften tragen Kutten, die sich farblich unterscheiden. Auffallend an der Kleidung sind die spitzen Kapuzen, die das Gesicht sowie den ganzen Kopf bedecken, nur die Augen sind zu sehen. Obwohl die Figuren sehr schwer sind, ist es eine Ehre an einer Prozession teilzunehmen. In Sevilla gibt es die Osterprozessionen seit 1521.

Monas de Pascua, Stockfisch oder Lamm

Die Osterfeierlichkeiten in Spanien sind sehr gefühlsbetont. Am Palmsonntag “Domingo de Ramos” warten die Kinder vor der Kirche auf die Segnung ihrer frischen Palmzweige. Dabei wird an Jesus Einzug in Jerusalem erinnert, er wurde mit Palmblättern begrüßt. Manchmal sind die Palmzweige mit Süßigkeiten behängt. Zu den klassischen Gerichten am Ostersonntag gehört Lamm oder Stockfisch mit Tomaten. Gefeiert wird der Ostersonntag immer im Kreise der Familie. Das Lammfleisch wird in jeder Region anders zubereitet. Die deutsche Tradition der Ostereiersuche ist in Spanien unüblich. Beschenkt werden die Kinder mit Osterbroten, in deren Mitte sich ein eingebackenes Ei befindet. Diese “Monas de Pascua” wurden allerdings im Laufe der Zeit immer schokoladiger. In den Bäckereien sowie in den Konditoreien gibt es zu Ostern zahlreiche Schokoladen-Kunstwerke. Auf Mallorca veranstalten die Bewohner am Ostermontag ein Picknick mit Panadas, dabei handelt es sich um gefüllte Fleischtaschen.

Passionsspiele sowie Prozessionen in den Regionen Spaniens

Die Prozession am Karfreitag in Sevilla ist gewaltig, über 50 Bruderschaften nehmen daran teil. Religiöse Riten werden von den Bruderschaften bewahrt und gefördert. Begleitet wird die Prozession von Trommelmusik sowie Klagegesängen. In Lorca, es ist ein Ort in der Provinz Murcia stellen die Bruderschaften “azules” sowie “blancos” Bibelszenen nach. Die wertvollen Tuniken sind mit Silber sowie mit Gold bestickt. Soldaten auf Pferden stellen bei den Passionsspielen den Zug zum Tempel in Jerusalem nach. Ebenfalls werden Passionsspiele im Norden Spaniens aufgeführt. Bereits seit 1481 gibt es Passionsspiele in der Provinz Lérida, und zwar in dem Ort Cervera. Daran nehmen über 300 kostümierte Darsteller den ganzen Tag lang teil.

Ebenfalls gibt es in Valencia zahlreiche Prozessionen. Unter den Kutten tragen die Teilnehmer große Tüten mit Bonbons, die an die zuschauenden Kinder verteilt werden. Die vorderste Reihe am Gehweg ist durch Stuhlketten belegt. Bereits Wochen vorher sind die Plätze auf den nummerierten Stühlen ausverkauft. Eine Prozession kann vier bis sechs Stunden dauern. Die Heiligenfiguren werden nach dem Umzug wieder in die Kirchen zurückgebracht. Nach den Prozessionen trifft sich die Familie traditionsgemäß zum Essen. Die Mahlzeiten sind fleischlos beispielsweise gibt es Gemüseeintöpfe, Eier- oder Stockfischgerichte. Auf den Kanarischen Inseln treffen sich die Familien nach der Prozession zu einem Picknick.

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