Verspätung, Annulierung & Co. - Deine Rechte als Passagier

Bei Flugreisen nach Spanien, z. B. nach Andalusien, kann es zu Leistungsstörungen kommen, die in den Verantwortungsbereich der veranstaltenden bzw. übernehmenden Fluggesellschaft fallen. In diesen Fällen sollte der Passagier seine Rechte kennen, um diese form- und fristgemäß anmelden und durchsetzen zu können.

Flugrechte Passagier
Flugzeuge der Airline Iberia am Flughafen Madrid Barajas
ags1973 / Shutterstock.com

Die Rechte von Fluggästen bei Überbuchung, Annullierung oder Verspätung von Flugreisen nach Spanien

Bei Flügen, die in einem EU-Land, in Island, Norwegen oder der Schweiz angetreten werden und bei Flügen, die von einer Fluggesellschaft mit Sitz in einem dieser Länder durchgeführt werden und einen Flughafen in einem dieser Länder als Ziel haben, bemessen sich die Ansprüche des Fluggasts vorrangig nach den Regeln der Fluggastrechte-Verordnung (VO 261/2004/EG). Bei Personen- und Sachschäden gilt zudem das weltweit anwendbare Montrealer Übereinkommen. Deutsches Recht, insbesondere das Luftverkehrsgesetz, spielt in Haftungsfragen nur eine subsidiäre Rolle. Zu beachten sind jedoch die Normen des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Reisevertragsrecht (§§ 651 a ff. BGB), wenn der Flug im Rahmen einer Pauschalreise stattfindet. Für eine Flugreise nach Spanien (Andalusien) gilt also immer die Fluggastrechte-Verordnung, es sei denn, der Flug beginnt in einem Land außerhalb des Geltungsbereichs dieser Verordnung und erfolgt mit einem Carrier, der seinen Sitz außerhalb des Geltungsbereichs dieser Verordnung hat.

Die Passagierrechte bei Nichtbeförderung, Annullierung/Stornierung und Verspätung

Bei allen gewerblich durchgeführten Flügen im Geltungsbereich der Fluggastrechte-Verordnung gelten die nachfolgenden Ansprüche, die sich gegen den vertraglich gebundenen Carrier bzw. die durchführende Fluglinie richten.

Nichtbeförderung

Der Passagier, der sich einer Nichtbeförderung (z.B. wegen Überbuchung) ausgesetzt sieht, die der Carriers veranlasst hat, kann zunächst nach seiner Wahl Sachleistungen, insbesondere

  • Erstattung des Ticketpreises und
  • frühestmögliche Rückbeförderung zum Ausgangsort oder
  • frühestmögliche Beförderung zum Zielort oder
  • Beförderung zum Zielort zum vom Passagier gewählten Wunschtermin beanspruchen.

Außerdem kann der Passagier eine Pauschalentschädigung beanspruchen, die

  • 250 EUR bei Flugstrecken bis 1.500 km;
  • 400 EUR bei Flugstrecken bis 3.500 km innerhalb der EU;
  • 600 EUR bei Flugstrecken über 3.500 km

beträgt.

Die Hälfte dieser Beträge wird fällig, wenn ein Alternativflug angeboten wird, der eine Erreichung des Zielflughafens innerhalb von 2, 3 bzw. 4 Stunden ermöglicht.

Annullierung bzw. Stornierung

Wird der gebuchte Flug auf Veranlassung der Fluggesellschaft storniert, hat der Fluggast grundsätzlich die Sachleistungsansprüche, die ihm auch bei Nichtbeförderung zustehen. Ist der Fluggast bereits angereist, kann er zudem kostenlose Verköstigung, Ermöglichung von Telekommunikation in Form von Telefonaten bzw. Faxsendungen und ggf. eine Hotelübernachtung verlangen.

Außerdem hat er einen Anspruch auf die o.g. Pauschalentschädigungen entsprechend der obigen Entfernungsstaffel. Diese Ansprüche können bei rechtzeitiger Benachrichtung des Fluggasts und /oder beim Angebot eines zumutbaren Alternativfluges entfallen.

Verspätung

Findet der Flug zwar statt, erfolgt die Ankunft am Endflughafen jedoch verspätet, wird neben der Verköstigung auch Ermöglichung von Telekommunikation und ggf. eine Hotelunterbringung geschuldet, wenn die Verspätung entsprechend der obigen Streckenstaffel 2, 3 oder 4 Stunden überschreitet. Eine Pauschalentschädigung (bei mehr als 3 Stunden Verspätung) ist möglich, ebenso weitergehende Schadenersatzansprüche. Bei der Durchsetzung der Passagieransprüche sind professionelle Dienstleister wie flugrecht.de eine kompetente Hilfe.

Die Ansprüche des Passagiers entfallen, wenn der Carrier sich auf außergewöhnliche Umstände berufen kann. Dies ist dann anzunehmen, wenn die Leistungsstörung auf Umständen beruft, die außerhalb der von ihm beherrschbaren Risikosphäre liegen.

Sonstige Regelungen rund um das Thema Fliegen

Wenn du über das Internet einen Flug buchst, muss der Anbieter für eine klare Preistransparenz sorgen. Das bedeutet, der Gesamtpreis mit allen Kosten wie Steuern und Gebühren muss von Anfang an deutlich sichtbar sein.

Optionale Leistungen müssen als solche deutlich gekennzeichnet werden und dürfen nur nach Wahl angerechnet werden.

Wenn du online gebucht hast, aber keine Buchungsbestätigung für deinen Flug bekommst, überprüfe am besten als erstes den SPAM-Ordner in deinem E-Mail-Postfach. Versuche dich bei deinem Anbieter einzuloggen und suche dort nach deinen aktuellen Buchungen. Wenn auch das nicht geht, dann im Callcenter der jeweiligen Airline anrufen.

Richtig reklamieren

Um dein Recht bei Flugverspätungen, Ausfällen, Umbuchungen oder Gepäckprobleme in Anspruch nehmen zu können, solltest du immer schon auf dem Flughafen den Schaden anmelden. Zumeist sind die Fluggesellschaften kulant und bieten dir bereits am Flughafen eine Entschädigung oder eine Ersatzleistung an.

Behalte dir aber auf jeden Fall das Recht vor, diese Angebote zu prüfen. Solltest es zu keiner Einigung kommen, steht dir der zivilrechtliche Weg offen. Dafür gibt es unter anderem spezialisierte Agenturen und Rechtsanwälte.

Ebenfalls kannst du in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt Beschwerde eingelegt oder dir Rat bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr holen.

Hat die Fluggesellschaft ihren Sitz im Ausland, kannst du dich an das europäische Verbraucherzentrum wenden.

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