Sierras Subbéticas

Im Naturpark Sierras Subbéticas weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll: Auf die bizarren, steilen Kalksteingebilde oder unter die Erde in eine der über 700 Höhlen? Und das sind nur zwei der vielen geologischen, landschaftlichen, archäologischen und kulturellen Höhepunkte, die der Gebirgszug der Betischen Kordilleren mit dem Titel Geopark in der andalusischen Provinz Córdoba zu bieten hat.

Sierras Subbéticas
Der Mirador del Bailón nahe Zuheros im Naturpark Sierras Subbéticas
slavapolo / Shutterstock.com

Naturpark im Herzen Andalusiens

Die Sierras Subbéticas erheben sich im Herzen von Andalusien, eingerahmt von den drei Städteschwestern Córdoba, Málaga und Granada. Der 32.056 Hektar große Park ist für seine geologische Vielfalt bekannt, an seinen Reliefs lassen sich 250 Millionen Jahre Erdgeschichte ablesen. Aber das Gebirge hat Geologen und Hobby-Forschern noch mehr zu bieten. Auf Wanderungen und Streifzügen entdeckst du Erdspalten (Sierra Gallinera und Sima de Cabra) und Höhlen (Los Murciélagos), Steilwände, Quellen (Fluss Cabra und Königsquelle in Priego) und zahlreiche Schluchten, wie die des Flusses Bailón.

Spannend aufbereitet und präsentiert wird das Thema im Besucherzentrum, im Eco-Museum (Ecomuseo Cueva de los Murciélaogs auf der Route der Ammoniten), an Aussichtspunkten und auf 9 Trails. Der Panoramablick vom "Picacho de Cabra" umfasst gleich 3 typische andalusische Landstriche: Die Gebirgskette der Sierra Morena, das Becken des Guadalquivir und die Betischen Kordilleren.

Das Klima im Naturpark ist mediterran-kontinental und der Atlantik macht seinen Einfluss geltend. In der zweiten Jahreshälfte kann es zu Niederschlägen kommen und in den Höhenlagen zu Schnee. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Winter um 9 Grad, im Sommer bei 29 Grad. Die Anreise von Málaga oder Córdoba - beide Städte liegen etwa eine Autostunde entfernt - erfolgt über die A-45 bis Cabra. Busse der Unternehmen Linesur oder Carrera fahren in Sevilla, Córdoba und Baena ab.

Zahlreiche endemische Pflanzen

Zwischen dem Becken des Guadalquivir und den Betischen Kordilleren erstrecken sich die Berge und Täler der Sierras Subbéticas. Unter den Gipfeln mit einer durchschnittlichen Höhe zwischen 1.000 und 1.300 Höhenmetern ist der "El Picacho" (1.217 m) der bekannteste, der Lobatejo (1.387 m) der höchste. Die Geologie gehört zum Interessantesten, was die Sierras Subbéticas zu bieten hat. Zahlreiche Versteinerungen, darunter Muscheln und Ammoniten, bezeugen, dass sich es sich um einen ehemaligen Meeresgrund handelt. Ebenfalls schön und einen Ausflug wert sind die zwei Stauseen „Malpasillo“ und „Embalse de Iznájar“, aufgrund seiner Größe "Lago de Andalucía" genannt.

Steineichen und Flechten

Jede Höhenlage hat ihre Flora und Fauna. Auf den unteren Ebenen wachsen Stein- und Bergeichen über einem Gestrüpp von Weißdornbüschen. In ihnen sind Kleiber, Bergfinken und Kreuzschnäbel heimisch. Auf den Schattenseiten siedeln Moose, Flechten und Pilze. Dies bewog die Gemeinde Zagrilla einen "Mykologischen Garten" anzulegen. Die Flüsse und Wasserarme begleiten Ulmen, Eschen und Pappeln und in den Höhenlagen fristen kissenartige Pflanzen ein karges Leben. Hier liegen die Horste von Raubvögeln, darunter seltene Adler, Geier und Falken-Arten.

Klettern und Höhlenforschen

In der Sierras Subbéticas spielen die Felsen und geologischen Besonderheiten die Hauptrolle und Höhlenwandern, Klettern und Abseilen stehen auf dem Programm. Für Anfänger sind die Höhlen "Los Murcielagos" und "Sima de Cabra" empfehlenswert, weil einfach zu begehen. Erstere bietet außerdem ein Museum, eine reizvolle Umgebung mit schönen Kalksteinformationen und archäologische Funde aus dem Neolithikum.

Mehr etwas für Adrenalin-Junkies ist das Klettern an den steilen Wänden der Schluchten und Barrancos und das Abseilen beim Canyoning, etwa bei "Las Cruces" und am "Río Bailón". Der Río Bailón fließt durch eine schwindelerregende Schlucht - mit Wasserfällen und durchlöchert von Höhlen.

Entspannter lässt sich das Gebirge beim Wandern und Radfahren entdecken, etwa auf der Viá Verde de la Subbética, einer stillgelegten Eisenbahntrasse des "Tren de Olivos". Während der der Sendero „La Nava Trail“ an Hauptsehenswürdigkeiten des Geoparks vorbei führt, siehst du auf den Wanderungen "Las Buitres" und "Pinar de Rute" besonders viele Vögel.

Andere Sportarten: Fallschirmspringen, Reiten, Kanufahren, Rafting, Gleitschirm und Ballonfahrten

Die Gastronomie ist ländlich andalusisch und die Fischgerichte der Küste machen Wild- und Fleischgerichten Platz. Große Herden von Schafen und Ziegen durchstreifen die Sierra und liefern die Milch für würzigen aromatischen Käse. Würste, Gebäck, Käse mit Kräutern und Gewürzen sind ein wahrer Gaumenschmaus.

Mind, Body and Soul

Die Sierras Subbéticas öffnen den Blick auf den Reichtum der andalusischen Gebirge, ihre Flora und Fauna. Sie bieten etwas für Kopf, Körper und Seele: Menschen, die gerne forschen und Neues erkunden sind hier richtig. Alle anderen genießen die Schönheit der Landschaft, sind aktiv und tanken die Seele auf. Die Sierras sind gut von den interessanten Städten des Inlands - Sevilla, Córdoba oder Granada - aus zu erreichen und auch zur Küste und nach Málaga ist es nicht weit.

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