Sierra de las Nieves

Gut 20.000 Hektar Fläche misst der im Jahr 1989 deklarierte und 1999 vergrößerte Naturpark im westlichen Zentrum der andalusischen Provinz Málaga, nur knapp 60 Kilometer von der gleichnamigen Provinzhauptstadt am Mittelmeer entfernt.

Sierra de las Nieves
Sierra de las Nieves unweit der Costa del Sol
Fotografiecor.nl / Shutterstock.com

Sierra de las Nieves - Hohe Berge, tiefe Schluchten, wilde Bäche und fröhliche Feste

Der Name Sierra de las Nieves bezeichnet auch die dortige Verwaltungseinheit (Comarca) mit ihren touristisch beliebten Städten und Gemeinden Alozaina, El Burgo, Casarabonela, Guaro, Istán, Monda, Ojén, Parauta, Ronda, Tolox und Yunquera.

Seit 1995 darf sich das geografisch von steilen Bergen, teils schneebedeckten Gipfeln und tiefen Schluchten sowie felsigen Bachläufen geprägte und fast 90.000 Hektar große Gebiet um den Park zusätzlich mit dem Titel eines UNESCO-Biosphärenreservats schmücken.

Begrenzt wird es im Süden von der Costa del Sol, im Osten vom Valle del Guadalhorce, im Westen von der Comaraca Serranía de Ronda und im Norden von der Comarca de Guadalteba.

Mit dem Auto erreicht man den Naturpark von Málaga über die A-357 und die A-354 nach Casarabonela und Alozaina, die A-355 nach Coín, Monda und Ojén oder über die A-366 nach Tolox und Alozaina. Von Marbella aus über die A-355 bis Ojén oder die A-7176 bis Istán, von Ronda über die A-366 nach El Burgo und Yunquera.

Die Orte im oder am Naturpark genießen auch wegen ihrer traditionellen Volksfeste überregional einiges Renommee, gut besucht sind etwa die Fiestas von Tolox („Los Polvos y la Cohetá“), Casarabonela („Los Rondeles“), El Burgo („La Sopa de los Siete Ramales“) und Yunquera („Corpus Christi“).

Große Felsflächen, Hochebenen und Tannenwälder bieten vielen Tieren Lebensraum

Der Bahnhof (AVE) María Zambrano befindet sich ebenfalls nur ca. 40 Minuten von den beiden Haupteingängen in Monda und Casarabonela entfernt, ähnlich lange beträgt die Fahrtzeit vom Flughafen in Málaga.

Landschaftlich bestimmen vor allem die weitläufigen Felsenflächen und Hochebenen der sog. „Sierras Blancas“ und „Sierras Rojas“ aus weißem Kalkstein bzw. rötlichem Dolomit die Gegend. Die tiefer gelegenen Täler und Abhänge präsentieren sich größtenteils als landwirtschaftliche Nutzflächen („Tierras pardas“). Gleichermaßen charakteristisch sind die ausgedehnten Tannenwälder, in der Sierra Bermeja befindet sich das weltweit größte Vorkommen an Pinsapo-Tannen, die außer in Andalusien sonst nur in Marokko wachsen. Häufig zu sehen sind Portugiesische sowie Kork- und Steineichen, stellenweise auch Kiefern und Kastanien.

Die höchsten Berge sind der Torrecilla (1.919 m), der Alcojona (1.420 m), der Cerro Abanto (1450 m), auch die mit 1.074 Metern tiefste Höhle Andalusiens befindet sich im Park.

Bekannt ist die Sierra für die zahlreichen Iberien-Steinböcke sowie Rehe und Wildschweine, seltener kommen Wildkatzen und Fischotter vor, Bären und Wölfe wurden schon längst ausgerottet. In den Lüften kreisen oft Adler und gelegentlich Geier, außerdem auch Uhus, Falken, Habichte und Sperber.

Entdecker sowie Natur- und Wanderfreunde finden Unterkünfte und Gastronomie beispielsweise in El Burgo und Yunquera, vorrangig am Wochenende beliebte Ausflugsziele sind die beiden Ventas „El Navasillo“ und „Rincón Taurino“ mit ihren jeweils riesigen Portionen.

Wandern entlang der Flüsse und Gewässer am besten in den Monaten März bis Juli

Besonders beliebt bei ihren Besuchern ist die Sierra de los Nieves als vielseitiges und abwechslungsreiches Wandergebiet, speziell entlang der Flussläufe des Río Guadalevín, Río El Burgo (Río Turón), Río Alfaguara, Río Grande und des Río Verde verlaufen reizvolle Strecken durch die unberührte Natur. Weitere Wanderungen führen durch die Cañada del Cuerno auf den Torrecilla, die Wälder von Yunquera sowie über die Berge von Ronda zum Abgrund Tajo de la Caína und auf den Enamordados.

Aufgrund der regionalen klimatischen Verhältnisse mit meist feuchtem und regenreichem Herbst und Winter, dem in der Regel angenehm warmen Frühling und einem trocken-heißen Sommer empfehlen sich vor allem die Monate März bis Juli als gut geeignete Reisezeit für einen Wanderurlaub.

Im Bezug auf ihre Wetterlagen maßgeblich vom Mittelmeer und dem Atlantik sowie den großen Höhen beeinflusst, weist die Sierra doch diesbezüglich recht unterschiedliche Subregionen auf. So ist es im Süden in der Nähe zur Costa del Sol das ganze Jahr über eher mild, im Norden und Nordosten hingegen aufgrund der die Seewinde abschirmenden Berge meist etwas kühler bzw. heißer. Im hoch gelegenen Zentrum herrschen im Winter häufig nur um die 10 Grad Celsius, im Sommer wird es dort tagsüber recht heiß, in den Nächten jedoch auch schnell relativ kalt.

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