Sierra de Huétor

So nah ist der Blick in die Ferne: Zum Naturpark Sierra de Huétor sind es nur 15 km von Granada aus. Das grüne Naturparadies lockt mit spektakulären Aussichtspunkten, geheimnisvollen Höhlen und einer reichen Pflanzenwelt. Ein großes Netz an Wanderwegen verbindet die Höhepunkte miteinander.

Sierra de Huétor
Die Landschaft der Sierra de Huétor
neftali / Shutterstock.com

Atemberaubende Ausblicke

Nichts tut so gut, wie Wandern in der Natur, wenn der Blick auf schöne Landschaften, Gipfel und über grüne Täler schweift. In der Sierra de Huétor in der Provinz Granada atmen Seele, Körper und Geist spürbar auf. Nur 40 Minuten mit dem Auto trennen den Park von der nahen Provinzhauptstadt Granada, die du bequem auf der A-92 zurücklegst, die den Park in zwei Sektoren teilt. Die schönste und typischste Aussicht bietet der auf 1.233 m gelegene „Mirador de Sierra Nevada“ in der Gemeinde Diezma.

In der Sierra de Huétor mit Höhen von 1.110 bis 1.878 m betrachtest du das Leben von einer höheren Warte aus und kontemplierst die Schönheit schneebedeckter Gipfel. Zusammen mit dem goldgelben Laub der Pappeln und Ahornbäume im Herbst und den rosablühenden Mandelbäumen im Frühjahr sind sie ein wahrer Augenschmaus. Dazu gesellt sich eine vielfältige Pflanzenwelt mit zahlreichen endemischen Arten und historische Relikte quer durch die Menschheitsgeschichte: Höhlenmalereien am „Tajo del Águila“, die Wasserversorgung der Alhambra und römische Aquädukte. Letztere stammen aus einer Zeit, als man noch Gold schürfte im Río Darro.

Das Wetter spielt jedenfalls mit. Ein jährlicher Niederschlag von rund 550 mm speist Quellen und Flüsse und lässt die Pflanzen so gut wachsen. Am kältesten ist es im Januar mit 7 Grad, die Temperaturen im Juli liegen um die 26 Grad. Sie sind perfekt für lange Touren!

Flora und Fauna

Der 12.128 Hektar große Naturpark Sierra de Huétor liegt in den Betischen Kordilleren. In höheren Lagen siehst du Felsspalten, Dolinen (trichterartige Vertiefungen) und andere interessante geologische Formen. Die tieferen Zonen sind das Gebiet von Höhlen, Grotten und Schluchten. Die bekanntesten Höhlen sind die "Cueva de Agua" in Nívar und die "Cueva de Gato". An Schluchten lohnen sich die "Cueva de Víznar" und "Los Maderos", erwähnenswerte Quellen sind die "Fuente Morqui", "Grande de Huétor" und "Grande de Alfacar".

Pinien, Atlas-Zedern und Spanischen Tannen fügen sich zu einzigartigen Baumbeständen zusammen wie dem Wald "Alfaguara". Einst weite Steineichenwälder fielen den Kohlenbrennern zum Opfer. Da, wo es feuchter ist, wachsen Schopflavendel, Thymian und Rosmarin und bieten vielen Vögeln Unterschlupf. Im Gebirge finden kissenartige und Kriechsträucher wie Spanisches Pfriemkraut, Sadebäume und Gebirgskamille ihr Auskommen in wenig Erde. Zu den endemischen Pflanzen gehören Dolomiten-Thymian, Rosmarin und ein besonderer Aronstab. Adler, Iberische Bergziegen sowie Schmetterlinge und Libellen leben einträchtig nebeneinander.

Sierra de Huétor: Freizeitparadies von Granada

Die Sierra de Huétor gehört fest zum Freizeitprogramm der Granadiner und man erfreut sich gerne an der schönen Aussicht. Einen besonders malerischen Ausblick bieten die Miradores "Las Veguillas", "Cueva del Gato", "Las Minas" und „Collado de Agua".

Hauptaktivität ist Wandern und auch Trail-Runner sieht man immer häufiger ihre Runden im Naturpark ziehen. Viele Wege sind mit dem Fahrrad oder Mountain-Bike gut befahrbar. Am "Prado Negro" starten mehrere Reitwege. Kletterer treffen sich bei "La Yedra" und "La Alfahara" und auch Gleitschirmfliegern bietet die Sierra de Huétor gute Bedingungen.

Typische Landschaften kennenlernen

Eine der schönsten Wanderungen im Naturpark ist der Sendero "La Cañada del Sereno". Auf diesem Weg begegnen dir die typischen Landschaften - Pinien-, Eichen- und Uferwäldchen sowie Kalksteinformationen. Infotafeln begleiten deinen Weg und liefern Hintergrundwissen über hier lebende Pflanzen und Tiere, die Wasserwirtschaft vor Ort und geologische Besonderheiten. Der Rundweg mit einem mittleren Anforderungsgrad ist 11 km lang und dauert 4 Stunden - er beginnt in Huétor-Santillan. Informationen und eine Wegbeschreibung hält das Informationszentrum "Puerto Lobo" in Víznar bereit.

Keinesfalls entgehen lassen solltest du dir die Höhlenmalereien in Panoria, Vereda de la Cruz oder Torres Bermeja.

Zu den kulinarischen Spezialitäten der Sierra de Huétor zählt das mit frischem Quellwasser und nach alten Rezepten gebackene Brot. Unschlagbar lecker ist es mit der hiesigen selbst gekochten Marmelade, exquisitem Käse, Bergschinken und Likör der Region.

Die Sierra de Huétor ist ein vielfältiges Freizeitparadies und ein Besuch lässt sich gut mit einem Städteurlaub in Granada verbinden. Wenn du also keine Lust mehr hast auf Stadt und Paläste, dann komm hierher in die Sierra und fülle deine Lungen mit frischer Luft und neuen Eindrücken. In der Sierra de Huétor hat jede Jahreszeit ihren Reiz. Besonders eindrücklich ist ein Besuch im Winter, wenn Schnee die Landschaft, die man sonst mit Sonne und Süden verbindet, mit einem weißen Mantel überzieht.

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