Sierra de Baza

Schlafende Schönheit: Die Sierra de Baza steht völlig zu Unrecht im Schatten ihrer benachbarten Schwestern Sierra Nevada und Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas. Und wartet auf ihre Entdeckung. An landschaftlicher Schönheit, spektakulären Ausblicken und vielfältigen Kontrasten mangelt es ihr jedenfalls nicht.

Sierra de Baza
Blick auf den See Embalse de Negratín in der Sierra de Baza
© Fotomicar - Fotolia.com

Schneebedeckte Gipfel und goldgelbe Steppen

Der 53.649 Hektar große Naturpark Sierra de Baza im Osten der andalusischen Provinz Granada erhebt sich aus den Ebenen von Guadix und Baza. Er ist besonders kontrastreich und vielfältig: Terrassierte Hänge und Anbauflächen wechseln sich ab mit weiten Kiefernwäldern und Weiden und Schluchten gehen über in felsige Hochgebirgszonen. Auch kulturell gibt es einiges zu sehen: Prähistorische Höhlen am Monte Jabalcón belegen eine Besiedelung bereits in der Steinzeit und von den kleinen Weilern und Eiskellern der Mauren und Römer überdauern die Mauerreste die Zeit.

Das Klima könnte nicht kontrastreicher sein. Im Hochgebirge herrschen kalte Winter und Schnee bis in die Frühjahrsmonate und die übrigen Zonen heben sich vom trocken-heißen Andalusien ab, was Feuchtigkeit und Temperatur betrifft. Du erreichst die Sierra de Baza von Granada und Almería über die A-92 und N-342. Ein guter Startpunkt für Aktivitäten ist das Besucherzentrum "Narváez" in Baza.

Terrassen und Hochalmen

Die Sierra de Baza gehört zu den Betischen Kordilleren und umfasst auf kleinem Raum zahlreiche Gipfel um die 2.000 Meter. Diese stehen in reizvollem Kontrast zu gelben, versteppten Hochebenen. Höchster Gipfel ist der "Calar de Santa Bárbara" mit 2.269 Höhenmetern. Ebenfalls reizvoll sind die Kalksteinzonen, in denen das Wasser tiefe Schluchten in den Boden gefräst und malerische, zerklüftete Formationen geschaffen hat.

Näherst du dich dem Berg vom Tal aus, passierst du zunächst terrassierte Anbauflächen und Steineichengruppen. Diese weichen ausgedehnten Kiefernwäldern, Ahorn- und Bergeichenbäumen, welche besonders im Herbst schön anzusehen sind. Dann bringen Eisbeeren, Eiben und Heckenkirschen weithin rot leuchtende Beeren hervor und garantieren Schutz und Futter für Häher, Steppenvögel und Steinschmätzer. In den Wäldern sind Hirsche, Füchse, Ginster- und Wildkatzen heimisch.

Weiter oben in Gipfelnähe fristen Überlebenskünstler ein karges Dasein: Bergkiefern, Sade-Bäume, Kriechwacholder, wilder Thymian und Zistrosen. Auf Kliffs und Felsvorsprüngen bauen Steinadler und Schlangenadler ihr Nest.

Wandern und Genießen

Die Aktivität Nummer Eins im Naturpark ist Wandern und ein ausgedehntes markiertes Wegenetz mit breiten Forststraßen und schmalen Bergpfaden verbindet die Sehenswürdigkeiten miteinander. Radfahren, Mountainbiken (hier passiert die 2.000 km lange Mountainbike-Rundtour TransAndalus) und Reiten sind ebenfalls eine gute Wahl. Zu den beliebtesten Ausflugszielen gehören der "Mirador de Narváez", die "Prados del Rey" und das "Cortijo Casimiro". Auf dem Weg passierst du tolle Ausblicke, die Überreste ehemaliger Besiedelung und Bewirtschaftung und enge Schluchten.

Kletterer und Bergsteiger bietet das Gebiet von Santa Bárbara leichte bis schwierige Klettertouren, Gleitschirmflieger zieht es zum "Monte Jabalcón". An dessen Fuß liegt eine der bekanntesten schwefelhaltigen Quellen der Region und macht müde Wandererbeine wieder munter. Wer in den Bergen nicht auf Wassersport verzichten mag, lässt sein Kanu auf dem Stausee "El Negrátin" zu Wasser. Sehenswert im nahen Baza sind die Hauptkirche "El Merced", das Kloster "Santo Domingo" und die Arabischen Bäder aus dem 10. Jahrhundert.

Danach schmeckt die lokale Gastronomie mit einer deftigen Bergküche mit Kartoffeln, Bohnen und Speck. Rebhuhn, Hase und Pilze verwöhnen selbst anspruchsvolle Gaumen.

Das lohnt sich

Der Sendero "Cortijo de Casimiro" ist auch mit Kindern gut zu gehen: Über eine breite Forststraße passierst du zunächst einen kleinen Wald mit Kiefern und Lerchen - der weitere Weg führt an einem Steinbruch vorbei und durch eine Schlucht. Von Vogelgezwitscher und dem Duft aromatischer Kräuter begleitet, erreichst du die Mauerreste des Bauernhauses "Casimiro", in dem du noch gut den Ofen erkennen kannst. Der leichte Rundweg von 4 Kilometern dauert 1 Stunde und 20 Minuten.

Die Hochgebirgsalmen mit Berg- und Schwarzkiefern "Prados del Rey" zählen zu den bekanntesten Orten in der Sierra de Baza. Hier steht außerdem ein historischer Schneekeller und eine Hütte der Verwaltung von Baza. Besonders im Winter bieten die schneebedeckten "Prados del Rey" einen sehr malerischen, romantischen und besinnlichen Anblick.

Die Sierra de Baza ist noch wenig erschlossen und bietet zahlreiche geologische und landschaftliche Besonderheiten. Sie ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel für alle, die das Besondere suchen und gerne ausgetretene Wege verlassen. Egal, ob du sportlich motiviert bist, Genußwandern dein Ding ist oder du schöne Landschaften sammelst - die Sierra de Baza wird dich sicher nicht enttäuschen.

Anzeige