Sierra de Andújar

Grüne Berghänge soweit das Auge reicht, präsentieren sich dem Betrachter der Sierra de Andújar. Wer genauer hinsieht, entdeckt Eichenwälder, grüne Wiesen und kristallklare Seen und Bäche. Im Herzen des Naturparks weiden Stiere und Schweine in Eichenhainen. Das 75 Tausend Hektar umfassende Gebiet ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Sierra Morena.

Sierra de Andújar
Parque Natural Sierra de Andújar, wie der Naturpark offiziell heißt
© joserpizarro - Fotolia.com

Der Wald der Sierra Morena

Der Naturpark Sierra de Andújar liegt im Nordwesten der Provinz Jaén nahe dem gleichnamigen Ort Andújar und geht im Südwesten in den Naturpark Sierra de Cardeña y Montoro über. Die bewaldeten Hügel des Mittelgebirges bergen die größte Pflanzenvielfalt der Sierra Morena und zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tierarten. Immer wieder gehst du vorbei an riesigen Granitblöcken, die man gerne zum Einfrieden der Wasserlöcher für die Herden benutzt. Ein besonderes Erlebnis ist es, im Park Stiere gegeneinander kämpfen zu sehen. Neben der Viehzucht spielt die Jagd eine tragende Rolle und das erbeutete Wild wird zu exquisiten Gerichten verarbeitet.

Wer Natur und Kultur verbinden will, besucht die historischen Sehenswürdigkeiten wie die Burg von Burgalimar und das Casa Consistorial in Villanueva. In Marmolejo kuriert Heilwasser ganz unterschiedliche Krankheiten.

Im Naturpark de Andújar herrscht mediterranes Kontinentalklima mit milden Wintern und heißen Sommern je nach Höhenlage - in den Bergen ist immer mit einem Wetterwechsel und Nebel zu rechnen. Du erreichst die Sierra de Andújar über die A-4 aus Richtung Madrid oder Córdoba und die N-323 von Jaén und Granada aus.

Adler kreisen über den Steineichen

Der Naturpark Sierra de Andújar gehört vollständig zur Gemeinde Andújar und hat die Form eines perfekten Dreiecks. Er wird zum einen für seine Natur geschätzt, zum anderen beherbergt er die Basilika Nuestra Señora de la Cabeza auf dem Gipfel Cerro del Cabezo. Zu ihr begeben sich jährlich Tausende Pilger aus ganz Spanien auf einer der ältesten Romerías. Der Fluss Río Jándula durchschneidet den Park in zwei Hälften.

Es wird vermutet, dass die Sierra de Andújar die größte zusammenhängende Fläche an Mittelmeerwald auf der Iberischen Halbinsel besitzt. Sicher ist, dass hier sehr viele Stein- und Korkeichen wachsen und in feuchteren Zonen Pyrenäen-Eichen. Im Schatten der Eichen gedeihen Lavendel, Rosmarin und Majoran, Erdbeerbäume und undurchdringlicher Mastix. Im Herbst färben verschiedene Heidearten die Landschaft Lila und Rosé.

Neben dem Pardell-Luchs (auch als Iberischer Luchs bekannt), wird im Park dann und wann ein Wolf gesichtete. Besonders von den Aussichtspunkten und Bergkämmen aus, lassen sich Kaiseradler, Steinadler und Mönchsgeier gut beobachten. Einem Uhu in freier Wildbahn zu begegnen, gehört zu den eher seltenen, aber unvergesslichen Vergnügen. In den Flüssen Jándula und Rumblar treiben Otter und kleine Mangusten ihre munteren Spielchen.

Wandern und Klettern

Die Sierra de Andújar ist ein einmaliger Naturraum mit vielen schützenswerten Tieren und Pflanzen. Das alles soll so bleiben wie es ist und möglichst wenig gestört werden. Sanfte Sportarten wie Wandern werden gern gesehen. Achtzehn markierte Wanderwege mit unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrad führen zu den Höhepunkten der Sierra und widmen sich verschiedenen Aspekten des Parks - viele starten am Informationszentrum im Südosten. Die Wege "Jabalí-Encinarejo" und "Del Santuario" zeigen viele Beispiele des Mittelmeerwaldes und geben Gelegenheit, wilde Tiere zu beobachten. Sie sind ein bis drei Kilometer lang, für die du 40 Minuten bis eine Stunde brauchst.

Für Fahrräder ist der Rundweg "Los Escoriales" mit befestigten Sandwegen ideal, auf dem im Frühjahr die Brunftschreie der Hirsche ertönen. In den Wasserreservoirs wie dem „Embalse Encinarejo“ sind bestimmte Wassersportarten erlaubt.

Ansonsten kannst du hier Klettern, Canyoning, MTB-Fahren, Reiten, Bergsteigen und Ballonfahren.

Kultur und Natur

Die Sierras de Andújar sind das ganze Jahr über sehenswert und garantieren einen abwechslungsreichen Urlaub in Andalusien: Einfach weil sie so vielseitig ist. Bei Höhen von 500 Metern bis auf 1.290 Metern beim Gipfel „Burcio del Pino“ kommen Spaziergänger und ausgefuchste Wanderer auf ihre Kosten. Ein einmaliges Erlebnis ist es, die Dehesas auf den von Steinen eingerahmten Wegen zu durchwandern und auch Strecken des Weitwanderwegs GR-48 Sierra Morena führen durch das Gebiet. Nicht zu vergessen sind die kulinarischen Wildspezialitäten und die römischen und prähistorischen Fundstätten. In der Provinz Jaén zeigt sich das bei vielen unbekannte und noch unentdeckte Spanien.

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