Los Alcornocales

Knorrige Korkeichen, eine ursprüngliche Natur und tiefe Nebel über den Baumwipfeln machen das Naturschutzgebiet Los Alcornocales zu einem der schönsten Ausflugsziele von Andalusien. Die Korkeichenwälder sind das größte zusammenhängende Naturwaldgebiet im gesamten Mittelmeerraum.

Los Alcornocales
Die berühmten Korkeichen
Algefoto / Shutterstock.com

Los Alcornocales – die größten Korkeichenwälder Iberiens

Los Alcornocales liegt direkt an der Straße von Gibraltar. Der größte Teil des Geländes gehört zur Provinz Cádiz und ein kleiner Teil ragt in die Provinz Málaga. Erreichbar sind die annährend 170.000 Hektar großen Korkeichenwälder über verschiedene andalusische Städte wie Los Barrios, Jerez de la Frontera, Tarifa oder Jimena de la Frontera. Von der Costa del Sol aus führt die N-340 in das Gebiet, vom Norden aus fährst du über die A-369 zum Naturpark.

Das Gebiet der Korkeichenwälder ist bereits seit Jahrtausenden besiedelt, wie verschiedene Funde von Höhlenmalereien zeigen. Seit dem 28. Juli 1989 trägt Los Alcornocales die Bezeichnung Naturpark. Das Klima der Eichenwälder wird bestimmt durch die Nähe zur Meerenge von Gibraltar und dem Atlantik. Es regnet in den Bergketten, die bis auf eine Ausnahme unter 1.000 Meter liegen, häufiger als im restlichen Andalusien. Durch die Luftfeuchtigkeit herrscht ein ideales Wachstumsklima für Kork- und Bergeichen. Weht der Wind aus dem Osten, bringt er feuchte Luft aus dem Mittelmeer mit. Durch die aufsteigende Feuchtigkeit bilden sich dichte Nebel über den Bäumen, die ein eindrucksvolles Naturschauspiel bieten.

Ideale Wachstumsbedingungen für Eichen und subtropische Pflanzen

Dass die Korkeichen hier so gut wachsen, liegt zum einen an den ausreichenden Regenfällen, um anderen an der Bodenbeschaffenheit. Die Bergketten bestehen in erster Linie aus Sandstein, der für das Gedeihen der Eichen Voraussetzung ist. Doch nicht nur die Korkeichen, die dem Naturpark ihren Namen gaben, wachsen besonders gut. Im Inneren finden sich Erlen neben Eschen und viele subtropische Pflanzen wie Rhododendron, Lorbeerbäume, Erdbeerbäume, Johannisbrotbäume und Stechpalmen. Für Botaniker von besonderem Interesse sind zahlreiche Farnarten, die nur in Los Alcornocales zu finden sind.

Die Korkeichenwälder bieten zahlreichen Vogel- und Tierarten ideale Lebensbedingungen. Besonders die Raubvögel sind zahlreich vertreten. Lämmer- und Schmutzgeier, Wander- und Turmfalke, Kaiser- und Steinadler, Bienenfresser und Kolibris machen Ausflüge für Vogelkundler zu einem einzigartigen Erlebnis. Auch Zugvögel finden sich in der kalten Jahreszeit zu Tausenden ein. Neben den Vögeln beherrschen Rotwild, Füchse, Ginsterkatzen und Fischotter die Wälder. Eine Attraktion sind die Meloncillos, eine Mungo-Art, deren größte Kolonie sich in Los Alcornocales befindet.

Gelungene Verbindung von Naturschutz und Landwirtschaft

Auch wenn Los Alcornocales in erster Linie als Naturpark geschützt ist, wird das Gebiet landwirtschaftlich genutzt. Bauern halten zwischen die Bäumen Viehherden aus Schafen, Schweinen und Kühen. Die Eichen selbst dienen der Gewinnung von Kork. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, eine naturnahe Landwirtschaft zu betreiben, die nicht zu sehr in den Kreislauf des Waldes eindringt. Viele Stellen sind deshalb noch völlig unberührt.

Los Alcornocales – das Mekka für Natur- und Wanderfreunde

Durch Los Alcornocales verlaufen viele Wanderwege durch die schönsten Bereiche der Wälder. Von Jimena de la Frontera aus werden sechs verschiedene Routen angeboten. Innerhalb des Naturparks befinden sich fast überall Hinweisschilder, sodass sich niemand verlaufen kann. Daneben gibt es einige Informationszentren, die über die jeweiligen Besonderheiten Auskunft geben. Ein Abstecher auf die höchste Erhebung, den Pico del Aljibe, der eine Höhe von 1.032 Metern aufweist, lohnt sich ebenso wie ein Ausflug zum Tajo de las Escobas, einer der Säulen des Herkules. Von hier erschließt sich dem Besucher ein herrlicher Blick auf das gegenüberlegende Afrika.

Ein Besuch von Los Alcornocales hat zu jeder Jahreszeit seinen eigenen Reiz. Im Sommer herrschen kühlere Temperaturen als im restlichen Andalusien, sodass Wanderfreunde auch den Sommerurlaub für Wanderungen nutzen können. Die wunderschöne Natur und die typisch andalusische Küche aus den verschiedensten Fleischsorten, erntefrischem Gemüse und reichhaltigen Desserts machen einen Urlaub in diesem Teil Andalusiens zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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