Desfiladero de Despeñaperros

Wie eine wehrhafte Mauer schirmen die Quarzsteinfelsen von Desfiladero de Despeñaperros Andalusien von der Hochebene von Kastilien-La Mancha ab. In Jahrhunderten schuf der Fluss Despeñaperros einen Durchgang und eine faszinierende Landschaft mit steilen Felsen, Höhlen und Schluchten, die zu allen Zeiten zahlreiche Kulturen anzog und faszinierte.

Desfiladero de Despeñaperros
Blick auf den Naturpark Desfiladero de Despeñaperros
nito / Shutterstock.com

Höhlen mit Höhlenmalereien

Der 7.649 Hektar Naturpark liegt im Norden der Provinz Jaén in der Sierra Morena. Er birgt zahlreiche Schätze: Eine atemberaubende Landschaft, geologische Besonderheiten, prähistorische Höhlen und das Naturdenkmal „Los Órganos“. Du lässt den Park wahrscheinlich rechts und links liegen, wenn du auf der Autobahn A-4 von Madrid nach Córdoba oder Sevilla fährst. Ursprünglich war dies der einzige Durchgang zwischen Andalusien und La Mancha.

An Orgelpfeifen erinnern die spektakulär geformten Felsen des Naturdenkmals "Los Órganos". Sie bergen außerdem die Höhle "Cuevas de los Muñecos". Auch die Felsformationen "El Salto del Fraile" und "Las Correderas" sind sehenswert.

Korkeichen und Luchse

Neben Korkeichen und Steineichen sind Kiefern im Park heimisch sowie typische Pflanzen der Mittelmeerwälder. Sie bieten den vom Aussterben bedrohten wild lebenden Luchsen Unterschlupf, die sonst nur in der Coto de Donaña heimisch sind. Häufiger trifft man auf Marder, Wildkatzen und kleine Mangusten. Die Jagd auf Hirsche und Wildschweine hat eine lange Tradition in der Provinz Jaén. Die erjagte Beute ist eine willkommene Abwechslung auf dem Speisezettel und wird mit einem Spritzer des exzellenten Olivenöls serviert. In den Lüften kreisen zahlreiche Raubvögel - Kaiseradler, Mönchs- und Gänsegeier. Eine besonders große botanische Vielfalt an Pflanzen gedeiht in der Feuchtigkeit und dem Schatten der Schlucht "Barranco de Valdeazores".

Hier liegt ebenfalls eine der wichtigsten iberischen Kultstätten - am Punkt "Collado de los Jardínes". Schon im Neolithikum nutzten die Menschen die Höhlen als Unterschlupf und für religiöse Zwecke. Sie hinterließen Kultgegenstände und zeichneten Höhepunkte des Alltags an die Höhlenwand, wie in der Höhle "Cuevas de los Muñecos". Geradezu verblüffend sind die Darstellungen der Rinder in den "Cuevas de las Vacas del Retamoso".

Wasserfall "Cascada de Cimbarra"

Die "Cascada de Cimbarra" liegt nur 11 km östlich vom Naturpark und wird mit diesem oft in einem Atemzug genannt. Hier stürzt sich der Río Guarrizas 20 Meter tief eine senkrechte Felswand hinab in einen kleinen See. Auf 3 Wanderwegen kannst du das 534 Hektar große Naturschutzgebiet erkunden. Sie passieren weitere Wasserfälle, Schluchten und Aussichtspunkte. Danach entspannt man auf dem Grill- und Picknickplatz "Arroyo de Martín Pérez o del Cimbarillo".

Wandern und Bergsportarten

Besonders schön ist es, im Naturpark zu Wandern: Dann entdeckst du die Schönheit der Landschaft und die Sehenswürdigkeiten am besten. Die 8 Wanderrouten stellen unterschiedliche Landschaftsformen vor und führen zu den Höhepunkten des Naturparks.

Der Wanderweg "La Cueva de los Muñecos" führt tief in die iberische Vergangenheit und vorbei am Naturdenkmal "Los Órganos". Vom Informationszentrum aus läufst du durch schöne Eichen-, Ahorn- und Wacholderwäldchen bis zur Höhle, die sich in einer Schlucht mit riesigen Felsblöcken und einem kleinen See befindet. Festes Schuhwerk und adäquate Kleidung sind empfehlenswert. Die Wanderung dauert zwar nur 1 Stunde, führt aber durch unwegsames und felsiges Gelände. Wer den Aufstieg auf den Gipfel "Cerro del Castillo" nicht scheut, wird mit einem tollen Ausblick auf den Park belohnt.

Einen guten Einblick in Botanik und Wildlife des Mittelmeerwaldes bietet der Weg "Barranco de Valdeazores". Die typische Ufervegetation mit Eschen und Erlen dagegen wächst an den schmalen Pfaden "Empedraillo" und "Molino del Batán". Erfahrene Wanderer mit guter Kondition brechen in den "Barranco de la Niebla" auf, bei dem große Höhenunterschieden zu überwinden sind.

Besonders in den Frühlingsmonaten lohnt ein Besuch im Park: Dann durchdringen die Brunftschreie und das Geklapper der Geweihe kämpfender Hirsche die Ruhe des Parks. Doch auch der Herbst mit seinen intensiven Farben und Gerüchen hat seinen Reiz.

Außer Wandern kannst du im Park MTB-Fahren, Klettern und Bergsteigen, und an Orientierungsläufen und Geländewagenfahrten teilnehmen.

Immer einen Besuch wert: Das Informationszentrum bietet nützliche Materialien, Führungen und organisierte Touren zu den Höhlen und durch den Park an.

Gehört ganzjährig ins Urlaubsprogramm

Der Naturpark Desfiladero de Despeñaperros ist das ganze Jahr über ein lohnenswertes Ziel und ein Besuch allein reicht lange nicht aus. Das Wetter ist besonders in den Wintermonaten günstig mit Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad. Viele kombinieren auf ihrer Reise Kultur und Wandern in dieser bislang unterschätzten Region Andalusiens.

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