Mandarinen – die Beamten unter den Zitrusfrüchten

Kennst du den Unterschied zwischen einer Satsuma und einer Clementine? Wahrscheinlich ist deine Antwort: Das sind doch alles nur Mandarinen und die wiederum sind doch eigentlich nur eine Art Orangen. Na, nicht so ganz. Vielmehr ist es so, dass alle heute erhältlichen Zitrusfrüchte von drei Sorten abstammen, nämlich von Mandarinen, Zitronen und Grapefruits. Orangen sind also eine Kreuzung von Mandarinen und Grapefruits.

Mandarinen Unterschiede
Die Mandarine - gesund und lecker
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Was sind Mandarinen?

Mandarinen wurden erstmals vor 3000 Jahren im alten südöstlichen China kultiviert. Sie stammen von einer indischen Wildfrucht ab. Modebewusste Chinesinnen rieben sich mit den Früchten die Hände ein, weil sie so gut rochen. Ihr Name bedeutet im Chinesischen Geschäftsmann oder Beamter, also ein Mandarin. Im Westen tauchten Mandarinen erstmals im Jahr 1805 in Großbritannien auf. Von dort gelangten sie über Italien nach Spanien und in den ganzen Mittelmeerraum.

Wie aber unterscheiden sich die verschiedenen Mandarinen-Sorten?

Tangerine
Tangerinen unterscheiden sich von anderen Sorten durch ihre dunkle, orangerote Schale. Die Frucht ist weniger süß und enthält Kerne. Ihr Name stammt von der marokkanischen Hafenstadt Tanger, von wo aus diese chinesische Frucht um 1800 nach Großbritannien gelangte. Die Frucht teilt sich in 9 Segmente auf. In Deutschland ist Mandarine das Synonym für Tangerine.

Clementine
Die Clementine wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der französischen Missionarin Marie-Clement Rodier in einem Klostergarten in Algerien gezüchtet. Sie ist eine Kreuzung aus Grapefruit und Pomeranze (bittere Sevilla-Orange). Die Clementine wurde bei Plantagenbesitzern sehr beliebt, weil sie keine Kerne entwickelt, selbst dann nicht, wenn man sie neben Sorten anpflanzt, die Kerne tragen. Ihre Schale ist dicker als die Schale der Tangerine und lässt sich daher leichter schälen. Die Clementine ist sehr Kälte unempfindlich, so dass sie auch in Frankreich gut angebaut werden kann. Außerdem kann man die Früchte lange lagern. Die Frucht teilt sich in 8 bis 12 Segmente auf.

Satsuma
Wie die Mandarine stammt die Satsuma aus China. Sie ist jedoch keine reine Mandarine, sondern eine Kreuzung aus Mandarine und Orange. Von China gelangte sie im 15. Jahrhundert nach Japan. Dort wird sie Mikan genannt. Im Jahr 1876 wurden Mikans aus der japanischen Provinz Satsuma durch die Frau eines Angehörigen der japanischen US Botschaft in die USA gebracht. Die Satsuma produziert ebenfalls keine Kerne. Satsumas schmecken ähnlich wie Clementinen, oft allerdings etwas süßer. Die Haut der Satsuma ist etwas dünner als bei der Clementine. Satsumas werden gerne in Konservendosen eingemacht. Denn sie verlieren schneller ihre Frische als die Clementinen und erleiden daher schnell Transportschäden. Zum Eindosen wird die Schale nicht von Hand entfernt, sondern eine Stunde lang in verdünnter Salzsäure abgeätzt. Damit wird der Verdauungsvorgang im menschlichen Magen nachgeahmt, der ebenfalls Salzsäure enthält. In einem weiteren Bad aus Natronlauge wird die Haut der einzelnen Spalten der Satsuma abgelöst. Anschließend werden sie mit Wasser gewaschen und zusammen mit einer Zuckerlösung, welche den gleichen Zuckergehalt aufweist wie die Satsuma, in die Dose abgefüllt.

Minneola
Eine Minneola ist eine Kreuzung zwischen einer Tangerine und einer Grapefruit. Sie ist sehr saftig, ihr fehlt aber die Bitterkeit der Grapefruit. Äußerlich sieht sie wie eine gelbe Christbaumkugel aus, mit einer Ausstülpung in Richtung des Stiels, mit dem sie am Baum hängt. Ihr Durchmesser erreicht ca. 8 cm. Die Minneola wurde 1931 in Florida in den Handel gebracht.

Cherry Orange
Diese Baby-Mandarine ist nur so groß wie eine Münze. Sie ist sehr zart und süß, hat eine sehr dünne Schale und weist nur wenige Kerne auf. Die Frucht erreicht nur einen Durchmesser von 25 bis 45 mm. Sie war lange Zeit nur in China bekannt, wo sie für die kaiserliche Familie gezüchtet wurde. In Europa wird sie seit dem Jahr 2006 angebaut.

Ponkan
Diese Kreuzung aus einer Mandarine und einer Grapefruit schmeckt süß und würzig und lässt sich leicht schälen. In China wird sie Honig-Mandarine genannt. Sie ist gut von anderen Sorten unterscheidbar durch eine kleine Erhöhung an der Oberseite und den großen Hohlraum im Mittelkanal der Frucht. Sie erreicht einen Durchmesser von 11 cm. In China wird sie anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes gerne gegessen. Im Westen wird sie vor allem in Florida und Brasilien angebaut. Die Früchte hängen in großen Trauben am Ast, so dass Äste häufig unter der Last brechen.

Zitrusfrüchte aus Spanien

In Deutschland kommen die Zitrusfrüchte vor allem aus der Region um Valencia. Bekannt ist z.B. die Handelsfirma San Lucar, die aber nichts mit der andalusischen Stadt Sanlúcar de Barrameda zu tun hat. In der Region Valencia kann man die Früchte jedoch online auch direkt bei einer Bauern-Cooperative bestellen und per Express-Versand nach Deutschland liefern lassen. Der Vorteil ist, dass die Früchte erst geerntet werden, sobald die Bestellung vorliegt. Dann kommen sie frischer bei dir zuhause an als wenn du sie im Supermarkt kaufst. Außerdem hilfst du den spanischen Bauern, weil die durch den internationalen Zwischenhandel an ihren Orangen und Mandarinen kaum noch etwas verdienen. Du kannst auch gemischte Fruchtkisten mit z.B. Orangen, Mandarinen, Kaki und Grapefruit bestellen. Weil sich nur große Liefermengen ab 10 - 20 kg lohnen, solltest du deine Bestellung mit deinen Nachbarn teilen. Weitere Einzelheiten findest du auf www.quieronaranjas.com.

Ähnliche Liefermöglichkeiten bietet auch www.delicado48.com aus dem andalusischen Lepe, zwischen Huelva und der portugiesischen Grenze gelegen. Liefert nur in bestimmte Gebiete von Deutschland!

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