Bubión

Bubión ist das mittlere der drei Alpujarras-Dörfer in der Poqueira-Schlucht. Die maurischen Wurzeln sind noch überall im Ort sichtbar.
Bubión
Bubión liegt auch am Fernwanderweg GR7
patjo / Shutterstock.com

Bubión – kleines Bergdorf in den Alpujarras

Der kleine Ort Bubión mit seinen knapp 300 Einwohnern liegt in den Alpujarras, im Süden der Provinz Granada. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 15 km², gehört zu großen Teilen zum Nationalpark Sierra Nevada und liegt zwischen den Orten Capileira und Pampaneira in der Schlucht von Poqueira, welche das geschichtlich-künstlerisch bedeutende Ensemble des „Conjunto Histórico del Barranco de Poqueira“ bilden.

Durch die erhöhte Lage oberhalb der felsigen Schlucht hat man in Bubión fantastische Fernsicht auf die gesamte Umgebung. An klaren Tagen kann man von hier das Mittelmeer im Süden und die Sierra Nevada im Norden sehen.

Die architektonischen Einflüsse der Mauren

Maßgeblich für diese begehrte Auszeichnung ist vor allem die charakteristische, traditionell arabischen Baustilen nachempfundene lokale Architektur aus zahlreichen Rundhäusern mit Flachdächern, die u.a. als Terrassen genutzt werden. An den meisten Häusern sieht man auch üppig mit Blumenkästen geschmückte Balkone, die dem Dorf fast das ganze Jahr über ein buntes und fröhliches Ambiente verleihen.

Typisch für die Gassen und Straßen des fast komplett weiß gestrichenen Ortes sind auch die zahlreichen überbauten Durchgänge zwischen den Häusern, mit denen man früher zusätzlichen Wohnraum schuf und die darüber hinaus im Sommer wohltuenden Schatten spenden.

Die ältesten Häuser in Bubión stehen im historischen Stadtzentrum, so die Kirche „Iglesia de Nuestra Señora del Rosario“ aus dem 16. Jahrhundert, das Rathaus und das Heimatmuseum „Museo alpujarreño“, wo Kunsthandwerk und Möbel aus der Region ausgestellt sind.

Eines der letzten Refugien der Mauren in Andalusien

Diverse archäologische Funde aus dem 19. Jahrhundert auf dem Gemeindegebiet deuten daraufhin, dass Bubión einst von den Römern gegründet wurde. Zusätzlich gibt es einige Hinweise, dass es hier gegen Ende des 4. Jahrhunderts bereits eine dauerhafte Siedlung gab. Wachstum und überregionale Bedeutung erfährt der Ort ab dem 8. Jahrhundert, als Bubión das wichtigste Dorf im maurischen Verbund „Taha de Poqueira“ wird, zu dem auch Capileira, Pampaneira und das heute verlassene und nicht mehr existente Alguástar gehörten.

Nach der Rückeroberung Granadas 1492 sah sich die mehrheitlich muslimische Bevölkerung Bubións verstärkter Verfolgung durch die Christen ausgesetzt. 1568 kam es deshalb zum sog. Moriskenaufstand im Alpujarragebiet, der jedoch bereits 1569 von den Truppen Johanns von Österreich niedergeschlagen wurde. Während der Kämpfe sollen die Aufständischen auch den Kirchturm von Bubión als Zuflucht genutzt haben.

Bubión das Wanderparadies

Heute präsentiert sich der Ort als typisches Dorf der Gebirgsregion Alpujarra Granadina. Der Ortskern ist größtenteils denkmalgeschützt und es gibt nur sehr wenige Neubauten.

In den letzten Jahren wurden Bubión und die nähere Umgebung verstärkt als landschaftlich sehr reizvolle Wandergegend von Aktivurlaubern entdeckt. Durch die eingangs bereits erwähnte Schlucht wie auch am Ufer des Rio Poqueira führen mehrere Wanderwege. Im Frühjahr und Sommer wird der Fluss auch gerne und oft zum Canyoning genutzt.

Durch den Nationalpark Sierra Nevada verlaufen ebenfalls viele schöne Wanderwege, z.B.von Hoya del Portillo zum Refugio de Poqueira, entlang des Río Alhama, durch das Valle de Lecrín, an die Quelle des Río Dilar, durch die Schlucht Barranco de las Majadillas am Berg Pico de la Carne oder von Lanjarón bis zum Wald von Tell und entlang des Río Grande de Bérchules.

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Sehenswürdigkeiten in Bubión

Die Alpujarras bieten atemberaubende Landschaften mit terrassierten Berghängen, tiefen Schluchten und ursprünglichen Dörfern und sind eins der beliebtesten Ausflugs- und Ferienziele in Andalusien. Sie sind "das Tor" zur Sierra Nevada mit den höchsten Gipfeln der iberischen Halbinsel. Die Alpujarras sind gleichermaßen beliebt bei Einheimischen und wanderfreudigen Touristen.