Spanien senkt Bargeld-Obergrenze auf 1.000 Euro

Die spanische Regierung hat das Land zum Jahreswechsel 2017 mal wieder mit einem dieser traumhaften Gesetze beschenkt, deren Nichtbeachtung mit drakonischen Strafen belegt ist, die aber in der gelebten Praxis kaum jemand befolgt.

Dieses Mal geht es darum, dass ab 1. Januar 2017 die Obergrenze für Bargeldzahlungen auf 1.000 Euro gesenkt wird. Die Grenze gilt, wenn eine Privatperson etwas an eine Firma bezahlt oder wenn Firmen untereinander Handel treiben und dabei Bargeld fließt. Wie relevant die neue Obergrenze sein wird, erkennst du daran, dass kaum jemand weiß, dass die bisherige Bargeldgrenze seit 2011 bei 2.500 Euro liegt.

Wer sich nicht daran hält, wird mit einer Geldbuße von 25% des Barzahlungsbetrages bedroht.

Hast du z.B. 3.000 Euro in bar angenommen, wirst du 750 Euro davon wieder los – falls man dich erwischt oder anzeigt.

Zeigt eine der beiden in die Zahlung verwickelten Parteien den Verstoß innerhalb von drei Monaten an, so kann sie straffrei bleiben. Die Straftat verjährt nach fünf Jahren.

Die Obergrenze hat keine Bedeutung, bei Zahlungen zwischen Privatpersonen und Finanzinstituten. Du darfst also auch mehr als 1.000 Euro in bar bei deiner Bank einzahlen. Damit lässt sich der Zweck des Gesetzes, die Eindämmung der Geldwäsche, sicher umgehen.

Die Grenze gilt auch nicht bei Zahlungen zwischen Privatpersonen. Du darfst deinen Monatslohn wie bisher in bar an deinen Lebenspartner übergeben, selbst wenn das Haushaltsgeld höher ist als 1.000 Euro.

Unklar ist z.B. ob du die Miete von mehr als 1.000 Euro von deinem Urlaubsgast für deine Ferienwohnung in bar entgegennehmen darfst. Nach dem andalusischen Ferienwohnungsgesetz bist du dann steuerpflichtig, aber eigentlich nicht „Unternehmer“. Vielleicht kannst du ja Barzahlung in zwei Raten vereinbaren? Nach dem Gesetz für Ferienwohnungen darfst du als Privatmann deine Ferienwohnung steuerfrei an Privatleute verleihen, aber dann darfst du dafür kein Geld nehmen, natürlich auch nicht bargeldlos.

Dafür kannst du in Spanien jetzt mit „Äpfeln“ bezahlen. Ebenfalls zum Jahreswechsel wird in Spanien nämlich der bargeldlose Bezahldienst Apple Pay eingeführt. Den kannst du derzeit in Deutschland noch nicht nutzen.

Von Wolfgang Zöllner

Verfasst am 29. Dezember 2016
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