Málaga: Auf den Spuren Pablo Picassos

Málaga Pablo Picassos
Der Plaza de la Merced in Málaga (DW)

Wer im Winter nach Málaga reist, findet ein äußerst angenehmes Klima vor, aber kein Badewetter – warum sich also nicht den schönen Künsten widmen? Immerhin ist Málaga die Geburtsstadt von Pablo Ruiz Picasso. Ein Spaziergang auf den Spuren des weltberühmten Malers ist ein lohnender Kulturausflug.

Picassos Geburtshaus am Plaza del Merced

Der geschichtsträchtige Bummel beginnt am Plaza de la Merced, dem schönsten und ältesten Markplatz Málagas. Direkt am Platz steht das Geburtshaus Pablo Picassos, das heute eine Gedenkstätte ist und außerdem der Sitz der Picasso Stiftung. Schon vor dem Haus sieht man den Maler auf einer Bank sitzen – als lebensgroße Bronzeplastik des Künstlers Franzisco López, der ihn in typisch lässiger Pose dargestellt hat, wie er mit dem Skizzenblock in der Hand den Tauben auf dem Platz zusieht. Man sagt, von diesem mit Tauben bevölkerten Platz könnte Picasso eines seiner immer wiederkehrenden Motive haben – seine berühmteste Taube ist heute das weltweit bekannte Emblem der Friedensbewegung.

Im Haus selbst sind einige Werke Malers ausgestellt, vor allem aber findet man eine detaillierte Ausstellung über seine Biografie. In der ehemaligen Wohnung sind die damaligen Wohnverhältnisse nachgestellt, in denen er aufwuchs. Darüber hinaus gibt es wechselnde Ausstellungen mit berühmten Zeitgenossen wie Miró, Christo, Bacon, Ernst oder Tápies zu entdecken.

Santiago – Picassos Taufkirche

Wer von hier zum Picasso-Museum schlendert, der kommt an seiner Schule vorbei und an der Kirche, in der er getauft wurde. An beiden Orten erinnert nichts weiter an den berühmten Sohn der Stadt als eine kleine Plakette. Die Santiago-Kirche (auf Deutsch auch Kirche St. Jakob genannt) aber ist auch für sich einen Blick wert. Sie wurde im 15. bis 18. Jahrhundert auf dem Grundstück einer alten Moschee errichtet und gilt heute als älteste Kirche Málagas. Von der ursprünglichen Fassade ist allerdings nur noch die zugemauerte hintere Tür im Mudejarstil erhalten. 1881 wurde hier Pablo Ruiz Picasso getauft, bis heute der berühmteste Sohn der Stadt.

Picasso-Museum im Palast Buenavista

Das Picasso-Museum schließlich ist ein Muss für jeden Málaga-Besucher. Schon der Palast Buenavista, ein Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert, der das Museum beherbergt, ist beeindruckend. Das Museum wurde erst 2003 eröffnet, da sich bis dahin noch zu wenige Picasso-Werke im Besitz der Stadt befanden. Erst durch die Schenkungen der Picasso-Erbin Christine Ruiz-Picasso, ihres Sohnes Bernard Ruiz-Picasso und der Picasso-Stiftung konnte das große Picasso-Museum in seiner Heimatstadt eröffnet werden. Nun sind hier über 200 Werke des Künstlers in einer Dauerausstellung zu sehen, neben Zeichnungen und Gemälden auch Skulpturen und Keramiken.

Die Ausstellung demonstriert eindrücklich die Entwicklung Picassos durch verschiedene künstlerische Schaffensphasen hindurch, angefangen mit ersten Werken aus der Studienzeit und frühen kubistischen Malereien bis zu den späten Meisterwerken. Die Dauerausstellung wird zudem häufig ergänzt von thematisch passenden Ausstellungen, sodass sich ein Besuch auch lohnt, wenn man schon einmal im Museum war. Mehr Informationen dazu auf der Webseite des Picasso-Museums (Spanisch und Englisch).

Ein Kulturausflug der Extraklasse

Auf den Spuren von Pablo Picasso durch Málaga zu schlendern, ist ein besonderes Erlebnis, das sich nicht nur für eingefleischte Kunstliebhaber lohnt. Die spanische Stadt ist von Deutschland aus schnell und günstig mit dem Flugzeug zu erreichen, sodass sich ein ausgedehnter Picasso-Bummel sogar für einen Kurztrip eignet. Statt die Werke des Meisters in den teuren und rappelvollen Museen von Paris, London oder New York auszusuchen, kann man dies auch ganz entspannt in Málaga tun.

Picasso selbst übrigens hat bis zu seinem Tod im Jahre 1973 keinen Fuß mehr auf spanischen Boden gesetzt, nachdem er mit 19 Jahren das Land verlassen hatte. Der Spanische Bürgerkrieg und die darauffolgende Diktatur Francos machten es ihm unmöglich. Bedauerlicherweise sollte ihn der spanische Diktator um zwei Jahre überleben.

Verfasst am 07. November 2016
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